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Der Landgerichisbezirk Gießen im Jahre 1039

der

senschaften in d e r zwecklos. Sie verzögern nur die Bearbeitung zum Eingehend erläuterte der! Nachteil des Bewerbers. Bei der Flakartillerie und

daß sich auch der minderbemittelte Volksgenosse Fleiscku erschwinolichen Preisen kaufen kann. Der Redner kennzeichnete anschließend den Auf­bau der Viehwirtschaftsverbände und erläuterte ausführlich die Vornahme der Klassifizierung des

beste Dienst geleistet wird. Und nun sind es auch wieder die Genossenschaften, die der Erzeugungs­schlacht zum Erfolg helfen. So muß auch auf dem Gebiete der Viehwirtschaft die Aufgabe der Ge- nossenschasten darin bestehen, durch die Unterstü­tzung der Erzeuger beim Silobau, der Anlage von Einrichtungen für die Futterbereitung usw. eine Leistungssteigerung herbeizuführen und weiterhin dafür zu sorgen, daß für den Abgang des Schlacht­viehes auch gesundes Nutz- und Zuchtvieh beschafft wird. Nur durch die bestmögliche Auswertung für den Erzeuger wird dann eine regelmäßige Anlieferung erreicht werden können.

Beiden Vorträgen schloß sich unter der Leitung von Diplom-Landwirt Frech- Darmstadt eine lebhafte Aussprache an, bei der u. a. der bekannte Genossenschaftler Dekan Vogel- Bruchenbrücken über eine Aussprache mit führenden Männern des Reichsernährungsministeriums berichtete. Weiterhin wurden u. a. Einblicke in die Ausmaße der Land­flucht gewährt.

Freiwillige für die Luftwaffe.

DNB. Das Reichsluftfahrtministerium gibt be­kannt: Im Frühjahr 1940 werden bei der Flieger­truppe und der Luftnachrichtentruppe Freiwillige eingestellt. Den Bewerbern für die Fliegertruppe wird angeraten, ihr Gesuch um Annahme als Frei­willige sofort an eine Fliegerersatzabteilung oder an einen anderen Truppenteil der Fliegertruppe, bei dem sie eingestellt werden wollen, zu richten. Bewer­ber für die Luftnachrichtentruppe, die als länger dienende Freiwillige (für 4% ober 12 Jahre) ein­treten wollen, reichen ihre Gesuche an eine Abteilung

beim Regiment General Göring werden im Früh- jahr 1940 keine Freiwilligen eingestellt.

Reifeprüfung bestanden.

oder Kompanie der Luftnachrichtentruppe ein, da­gegen als vorzeitig dienende Freiwillige (zweijährige Dienstzeit) an das für den dauernden Aufenthaltsort zuständige Wehrbezirkskommando. Einstellungs­gesuche bei anderen militärischen Dienststellen sind

Viehs. ,

In einem zweiten Vortrag behandelte Geschäfts­führer Eberth von der Zentralgenossenschast für Diehwirtschaft Hannover das ThemaDie Auf­gabe der Genossenschaften :

Diehwirtfchaf t". C /, _____________

Nach dem Kalender für Reichsjustizbeamte für das Jahr 1939 zählt derL a n d g e r l ch t s d e z l rk G i e- ßen, dessen Gebiet sich mit der früheren Provinz Oberhessen deckt, 34 2620 G e r i ch t s e i n g e s e s- jene. Die Zahlen für die beiden anderen Land- qcrichtsbezirke des Oberlandesgerichtsbezirks Darm­stadt mit 1 429 048 Gerichtseingesessenen sind: Darm­stadt 655 654 und Mainz 430 777.

Der Landgerichtsbezirk (Sieben hat achtzehn Amtsgerichte, die sämtlich zugleich A n- erbenqerichte sind, nämlich Gießen (mit 83 027 Gerichtseingesessenen), Alsfeld (20 975), Altenstadt (8066), Büdingen (14 585), Butzbach (19 914), Fried­berg (39 990), Grünberg (17 576), Herbstein (11 282), Homberg (10 744), Laubach (7700), Lauterbach (13 388), Bad-Nauheim (15 411), Nidda (21 824), Ortenberg (13 941), Schlitz (6587), Schotten (9820), Ulrichstein (7989) und Vilbel (20 301), zwei Schöffengerichte, nämlich in Gießen (für den Landgerichtsbezirk mit Ausnahme des Amts­gerichtsbezirks Lauterbach) und in Lauterbach (für den Amtsgerichtsbezirk Lauterbach), vier neben­amtliche Arbeitsgerichte, und zwar m Gießen (für die Amtsgerichtsbezirke Gießen, Grün­berg und Laubach), in Friedberg (für die Amts­gerichtsbezirke Friedberg, Butzbach, Bad-Nauheim und Vilbel), in Lauterbach (für die Amtsgenchts- bezirke Lauterbach, Alsfeld, Herbstein, Homberg, Schlitz und Ulrichstein) und in Nidda (für die Amts­gerichtsbezirke Nidda, Altenstadt, Büdingen, Orten­berg und Schotten), sowie vier Entschul- dungsämter, und zwar in Gießen (für die Amtsgerichtsbezirke Gießen, Butzbach, Grünberg und Homberg), in Lauterbach (für die Amtsgerichts­bezirke Lauterbach, Alsfeld, Herbstein, Schlitz und

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** Eine Einundachtzigjährige. Am morgigen Donnerstag, 16. Februar, kann Frau Eli- fabethe Ra u Wwe., Hillebrandstraße 8, in aller gei­stigen und körperlichen Frische ihren 81. Geburts­tag feiern. Seit Jahrzehnten ist sie treue Leserin des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen die Jubilarin herzlich zum Geburtstag.

** Ein Siebzigjähriger. In geistiger und kör­perlicher Frische feiert am heutigen 15. Februar der Reichsbahn-Oberzugschaffner i. R. Ludwig Bieden- kapp, Gießen, Alicenstraße 33, seinen 70. Geburts­tag. Seit Einführung des Luftschutzes ist er Block- und Hauswart, welches Amt er noch heute rege unter steter Einsatzbereitschaft versieht. Dem alten Herrn unseren herzlichen Glückwunsch.

** Ausfallende Züge. Vom kommenden Montag, 2 0. Februar, ab fallen folgende, den Bahnhof Gießen passierende Züge bis auf weiteres aus: der O-Zug Frankfurt a. M.GießenBerlin-

Ausruf

zur Teilnahme am Sporlwellkampf im Rahmen des Reichsberufswellkampfes. 1102D

Für alle Teilnehmer am RBWK., die am Samstag und Sonntag, dem 11. und 12., nicht zur Sport­prüfung im Rahmen des RBWK. angetreten sind, haben am Sonntag, dem 19. Februar, 10 Ahr, Volks­halle, letztmalig Gelegenheit, ihre sportliche Prüfung im Rahmen des RBWK. abzulegen. Wir machen darauf aufmerksam, daß bei Nichterscheinen eine weitere Auswertung der praktischen und theoretischen Arbeiten zum Zwecke der Siegerermittlung nicht er­folgen kann. Außerdem werden für die Wettkampf­teilnehmer, die nicht zum Sport antreten (ohne Ent­schuldigung) keine Beteiligungsurkunden bzw. keine Urkunden für besonders gute Leistungen ausgegeben.

Hitler-Jugend Bann 116.

Thealerring der Hiller-Jugend.

jjeute abend findet für die Z u s a tz k a r t e n des Theaterringes der Hitler-Jugend die 4. Vorstellung statt. Es gelangt zur AusführungMinna von Barnhelm", Lustspiel in fünf Akten von G. E. Lessing. Kolon,alponttscher (SchulnngSvortrag.

A.H. Professor Dr. Hummel hielt vor Kame­raden und Alten Herren der Kameradschaft Hillen­brand einen Vortrag mit Lichtbildern über unsere ehemaligen Kolonien. Bezugnehmend auf die Rede unseres Führers vom 30.1.39 zeigte der Redner in der Einleitung, wie wichtig für Deutschland der Be­sitz von Kolonien ist. Neben der wirtschaftlichen Be­deutung ist die Rückerlangung der Kolonien für uns Deutsche eine Angelegenheit zur vollen Wiederher­stellung unserer Ehre. Ferner bewies der Redner auf Grund der Geschichte, daß gerade Deutschland das Recht und die Pflicht hat, zu kolonisieren. Diele hervorragende Kräfte sind in den Nachkriegsjahren dem deutschen Volkskörper verlorengegangen, die, zur Auswanderung gezwungen, aus Mangel an deutschen Kolonien ihre Kraft fremden Ländern zur Verfügung stellten. Anschließend zeigte der Redner eine Reihe von Lichtbildern aus unseren ehemaligen Kolonien, die er anläßlich einer Reise durch diese selbst hergestellt hatte. Die Bilder lieferten den schlagenden Beweis gegen die Lügen unserer Kriegs­gegner. Reicher Beifall dankte am Schluß dem A. H. Professor Dr. Hummel für seine wertvollen Bilder und Aussührungen. F. H.

Mehwirtschast und Genossenschaften

Ein Nachmittag des Seminars für Genossenschaftswesen.

klären, daß im Interesse der Allgemeinheit Opfer gebracht werden müssen Die Impfung ist keine belanglose Maßnahme. Vielfach ist die Ansicht ver­breitet, daß der Arzt an den Patienten Experimente mache. Das ist niemals der Fall. Es ist jedem Arzt verboten, Versuche mit seinen Kranken zu machen, oder nicht erprobte Heilmittel zu verabreichen, fer­ner ist die Meinung mancher Eltern, man muffe Dem kranken Kind immer Arznei geben, vollkommen irrig. Bei vielen Erkrankungen des Kindes ift eine weife Zurückhaltung immer die besondere Kunst des Kinderarztes gewesen, zumal er sich seit langem schon in ausgedehntem Maße der heute vielfach als sog. natürliche Heilmittel bezeichneten Verfahren be­dient, wie z. B. der Bäder, der Freiluft, der Diätetik usw. Der verantwortungsvolle Arzt tragt die Der- x antwortung, er hat das Kind zu betreuen, er muß mit den besten Heilverfahren das Kind möglichst bald wieder gesund und kräftig machen, denn das kommende Deutschland verlangt viele, gesunde unD leistungsfähige Frauen und Männer

Wie auf allen Gebieten, so hat auch hier der Führer in seiner klaren und allen verständlichen Sprache die Richtlinien unseres Handelns für alle Zukunft festgelegt. Er schreibt in:Mein Kampf : Der völkische Staat muß das Kind zum kostbarsten Gut erklären, das er besitzt und er hat darum Die Pflicht, die modernsten ärztlichen Hilfsmittel in den Dienst dieser Erkenntnis zu stellen." Handeln wir ^Mit^welchem Interesse und Verständnis die wert­vollen Ausführungen von Pg. Prof. Keller auf- . genommen worden waren, bewies die ausgedehnte und aufschlußreiche Aussprache über Fragen, die mit der Behandlung des Kindes in gesunden und kranken Tagen Zusammenhängen.

Im Landgraf-Ludwigs-Gymnasi um fand am Montag und Dienstag die mündliche Reife­prüfung der diesjährigen Abiturienten statt. Den Vorsitz führte am ersten Tage Oberstudiendirektor Dr. Wolke witz, am zweiten Tage Ministerialrat Glück e rt. 22 Abiturienten und 3 Abiturientinnen wurden für bestanden erklärt. 3 Schüler und eine Schülerin waren wegen hervorragender Leistungen von der mündlichen Prüfung befreit. 3 Schüler waren vor der mündlichen Prüfung zurückgetreten.

In der I uftu s-oon-Liebig-Schule, Oberschule für Jungen, fand die Reifeprü­fung der diesjährigen Abiturienten und Abiturien­tinnen an vier Tagen statt. An einem Tage führte Oberschulrat Dr. Leip, an den drei anderen Tagen der Leiter der Schule, Oberftudrendirektor Leon­hardt den Vorsitz. In die Prüfung gingen 67 Schüler und Schülerinnen. Davon traten 4 vor der Prüfung zurück, 14 Prüflinge (6 Mädchen und acht Jungen) wurden wegen ihrer guten schriftlichen Lei­stungen von der mündlichen Prüfung befreit. Die 63 Prüflinge haben sämtlich bestanden.

Bei der Prüfung in der L a n g e m a r ck s ch u l e, Oberschule für Jungen, führte an einem Tage Oberschulrat Dr. Leip den Vorsitz, an den beiden anderen Tagen der Leiter der Schule, Ober­studiendirektor A n g e l b e r g e r. Zur Prüfung stellten sich 56 Abiturienten, von denen drei nicht bestanden. Von den 53 erfolgreichen Prüflingen waren acht auf Grund ihrer guten schriftlichen Lei­stungen von der mündlichen Prüfung befreit.

Die Reifeprüfung in der Oberschule für Mädchen (Lyzeum) findet erst in einiger Zeit statt.

Abitur bestanden! Hinter jungen Menschen schließt sich die Schulvforte, und mit leuchtenden Augen sehen sie, wie die Tore des Lebens sich vor ihnen auftun. Mit der Dahlie im Knopfloch, die ihre Freude der Welt verkündet, mit der Musik des Schifferklaviers am Seltersweg und ganz besonders bei der letzten kameradschaftlichen Abschiedsfeier freut man sich der siegreich bestandenen Gefahren und gefährlich muß es ja fein, wenn das Abitur wirklich der Aus­lese dienen soll. Homer, die Klassiker und die Lvaa- rithmentafel ziehen sich nun in die Schublade zurück, wo sie vorerst einer verdienten Ruhe genießen: aber wer weiß, ob die Kräfte und Machte, Die aus diesen Büchern heraus die Jugend gestalten halfen, nicht viel früher wieder lebendig werden, als der heutige Tag es glaubt? Zunächst melden sich freilich der Arbeits­dienst und die Heerespflicht, ja schon für Die eben jetzt beginnenden freien Wochen haben einzelne ihre Arbeitskraft zu sofortigem Einsatz dem Arbeitsamt . zur Verfügung gestellt!

Massenpolitische Schulung der

Gtudentenführung Universität Gieren.

I Der zweite Abend der rassenpolitischen Schulung ' fand vor den Amtsleitern und Kameradschaftsführern ' Der Studentenführung Universität Gießen und HfL. 1 Weilburg im Studentenheim statt. Thema:Natio- ' nalsozialismus, Weltanschauung, Religion und 1 Rasse". Reicher Beifall dankte dem Leiter der Schu- : lung, Pg. Dr. Korten, für feine lehrreichen und begeistert vorgetragenen Ausführungen. F. H.

wirtschaftlichen Fachschaft eine Sitzung ab, deren Besprechungen der Marktordnung in der Vieh- wirtfchaft galten. Der Leiter der Vereinigung, Dr. P f a f f vom Universitäts-Versuchsgut Unterer Hardthof, begrüßte Die zahlreichen Besucher aus Dem Vogelsberg unD der Wette rau und besonders Die Freunde aus Marburg unD wies auf Die Schwierigkeit Der an Diesem Tage zu behandeln- Den Frage hin.

Geschäftsführer S t o ck h a u s vom Viehwirtfchafts- verbanD sprach zunächst überSie Markt- orDnung in Der Viehwirtschaf t". Der VortragenDe ging auf Die Notwendigkeit einer Marktordnung überhaupt ein und wies überzeu­ge nD nach, daß nach den Richtlinien der großen Politik der Reichsführung die gesamte deutsche Viehwirtschaft nicht aus diesem Gesamtplan her- ausgelassen werden durfte. Gerade die Viehwirt- schaft mußte in sehr straffer Weise Durchorganisiert und einer Methode unterzogen werden, die dem jüdischen Handel ein Ende bereitete und dem Er­zeuger wie Dem Verbraucher Rechnung trug. Die Marktordnung bezweckt über Die Regelung Des Absatzes Des Viehes hinaus auch eine planmäßige Ergänzung, um Die Sicherstellung Der Volkser- nöhrung auf lange Sicht zu gewährleisten. Die ver­gangenen Jahre haben bewiesen, daß die Viehwirt- schaftsverbände ihrer Aufgabe gewachsen find. Es wird darüber gewacht, daß dem Bauern Das Vieh derart abgenommen wird, daß er den für sich bestmöglichen Preis erzielen kann, und auf Der1 anderen Seite wird darüber gewacht,

Ulrichstein), in Friedberg (für die Amtsgerichts­bezirke Friedberg, Altenstadt, Bad-Nauheim und Vilbel) und in Nidda (für die Amtsgerichtsbezirke Nidda, Büdingen, Laubach, Ortenberg und -scyotten). Das Amtsgericht Gießen ist zugleich E r b g eju= heitsgericht für den Landgerichtsbezirk. Ge­richtstage des Amtsgerichts finden statt an vier Orten, nämlich in Freiensteinau (Amtsgericht Herb­stein), Gedern (Amtsgericht Ortenberg), Ulfa (Amts­gericht Schotten) und in Groß-Felda (Amtsgericht Ulrichstein). v .

An richterlichen Beamten hat Das Land­gericht Den Landgerichtspräsidenten, zwei Land- gerichtsdirektoren und acht Landgerichtsräte. Sie Zahl der Berufsrichter an den 18 Amtsgerichten beträgt fechsunddreißig, und zwar ein Amtsgerichts- Direktor und sieben Amtsgerichtsräte in Gießen, ein Amtsgerichtsdirektor und Drei Amtsgerichtsräte in Friedberg, je zwei Amtsgerichtsräte in Alsfeld, Bü­dingen, Butzbach, Grünberg, Lauterbach, Bad-Nau­heim, Nidda und Vilbel und je einer in Altenstadt, Herbstein, Homberg, Lauterbach, Ortenberg, Schlitz, Schotten und Ulrichstein.

Sie Staatsanwaltschaft beim Landgericht ift besetzt mit Dem Oberstaatsanwalt und vier Staats­anwälten, Die Amtsanwaltschaft in AlsfelD (für die Amtsgerichtsbezirke AlsfelD, Grünberg, Herbstein, Homberg, Laubach, Lauterbach, Schlitz und Ulrich­stein) mit einem Amtsanwalt.

Sie Zahl der Rechtsanwälte des Land­gerichtsbezirks beträgt 47, darunter zehn, die zu­gleich Notare find'. Gießen selbst hat 20 Rechts­anwälte, darunter drei, Die zugleich Notare sind. Notars hat der Landgerichtsbezirk fünf; von diesen ift einer zugleich Rechtsanwalt.

Die Vereinigung der Freunde des Seminars Redner, wie durch die Herausnahme auch für Ländliches Genossenschaftswesen bei der Uni- Viehwirtschaft aus Der Spekulationssphare sowohl versität Gießen hielt zusammen mit Der LanD- Dem Erzeuger als auch Dem Verbraucher Der

den

in

Ein kleiner Hase

13cm Bastian Müller.

Es begann mit Spuren im Schnee.

Sie lagen steif da und warteten. Wie ungewöhn­lich war diese Nacht. Endlich fiel ein bleicher Schein auf die ausgetretenen Sielen. Großvater Warnten stand auf und seufzte feiner Nachtruhe nach. Behut­sam öffnete er das Kammerfenster: es wehte kalt hinein. Großmutter Warnten zog die Decke über Den Kopf und wartete mit Zittern auf Den Schuß.

Doch so weit war es noch nicht Warnten hielt Die Flinte im Anschlag und lugte hinaus. Jetzt konnte er den Garten sehen, aber im Kohl regte sich nichts. Seine Augen starten auf den verschneiten Kohlwald, geduldig spähend. Als es zu lange dau­erte, glitten die Blicke für kurze Zeit ab, wanderten über die Felder, die im fahlen Mondlicht glänzten Hinter den Weiden begann das Moor, Die Dunkle Böschung Des Torfstiches trennte Die weiße ErDe vom flimmernden Sternenhimmel.

Im Kohl knisterten die gefrorenen Blätter.

Der Alte zuckte zusammen. Nachdenklich waren seine Blicke hinaus gewandert über das Land, seit wie lange hatte er den Garten, die Felder und das Moor nicht mehr bei Nacht gesehen? Man kam nicht mehr dazu, war alt und ging, mit sinkender Sonne schlafen. Der Hase war inzwischen angehop- pelt, und der Schütze sah den grauen Kopf mit Den wippenden Ohren über fein Kohlblatt gebeugt. Das Büchsenlicht war gut, Der Alte nahm Das Gewehr an Die Wange unD zielte. Seine Finger waren etwas steif, aber es ging schon, seine Augen, Die Doch schon über siebzig zählten, sahen Korn und Kimme und Die funkelnden Lichter Des Hasen so scharf wie unter einer Lupe. Nur das eine, zuge­kniffene Auge muß er wieder öffnen, angestrengt kniff er es immer wieder zu; ober dann sah er nicht mit seinen guten Augen, wie manierlich der Hase fraß ... Es'war eine Lust ihm zuzuschauen.

Er ließ Die Flinte sinken und schenkte Dem Hasen fünf Minuten Gnadenfrist.

Ich kann ihn nicht so wegschießen", sagte er leise vor sich hin.

entlanglief, über Den Weg führte und im Grünkohl- ; beet endete. Sie sah die Bescherung, seufzte, schüt- , leite den Kopf und murmelte böse vor sich hin:So ein hinterlistiger Bursche! Wo alles verdorrt ist, letzten Sommer...", ja sie hielt eine lange An­sprache, Die Dem hungrigen Hasen galt, Der den Kohl gefressen hatte. Sie meinte ihn. während sie zu der zarten Spur Der Losung sprach.

Der Hase hatte nicht viel gefressen, cs war ledig- lich ein kahler Strunk Da, aber Die alte Wranken war böse. Sie erzählte es ihrem Mann, Der mit hängendem Schnurrbart beim Torfoien saß und mit den stetigen Rauchwolken seiner langen Pfeife ver­suchte, die weißen Barthaare braun zu färben Als er von dem Raube hörte, zog er die spärlichen Brauen über Den blauen Augen zusammen unD fluchte ein wenig; aber in Der Hauptsache dachte er nach. Am Mittag schmeckte ihm das Essen nicht, gegen Abend nickte er verheißungsvoll mit dem Aöpf.Hilft alles nichts", jagte er zu seiner Frau, ich werde das Gewehr nehmen müssen."

Beim Scheine der Petroleumlampe putzte er die alte Schrotflinte, Die er mitsamt Dem kleinen Haus und Garten gekauft hatte, als er aus der Stadt zog. um sich am Rande des Moores zur Ruhe zu setzen. Noch nie hatte er die Flinte benutzt, jetzt nahm er das Schloß auseinander und Ölte es. Sein Gesicht war finster. Die Alte ging nebenan in die Kammer und legte sich schlafen. Sie tat wenigstens so, schloß die Augen und horchte den Schritten nach, die in der Stube auf und ab gingen. Schließlich kam der Alte in die Kammer, hielt die geladene Flinte vorsichtig in den Händen, schob die Gardine vom Kammerfenster beiseite und lugte hin­aus. Er konnte nicht bis an bas Grünkohlbeet sehen. Die Nacht war schwarz. Der Schnee flim­merte fahl vor dem Fenster: Warnten zog die Schuhe aus und legte sich in Kleidern in sein Bett.

Schläfst du?" fragte er zu seiner Frau herüber

Ich kann nicht", seufzte sie wehleidig. .Wird es sehr taut knallen, wenn du hier in der Kammer schießt?"

Muh sein!" sagte er hart.Laß nur erst den Mond kommen!"

Die alte Warnten ging am Morgen ...

(Sorten, da sah sie die Fährte, die am Gartenzaun

Hat es schon geknallt?" fragte die Stimme unter dem Federbett; die Alte tat, als hätte sie die letzten Worte ihres Mannes nicht gehört. Sie wollte, daß der Schuß bald fiele, das Warten war so ermüdend.

Nein aber Oma komm, steh nur mal eben auf und schau dir das mal an", sagte Großvater Warnten.

Was soll das?" meinte sie.Willst du den Kerl nicht schießen?"

Doch, aber", sagte er zaghaft,sieh nur mal eben, wie manierlich."

Tja", sagte die alte Warnten tiefsinnig.

Und sie standen beide ganz versunken und sahen dem fressenden Hasen zu.

Schließlich wurde cs Großmutter Warnten zu kalt, sie kroch unter ihr Federbett und bohrte die Finger in die Ohren. Sie wollte nichts hären; sie hatte solche Angst.

Sie horte wirklich nichts, schlief über dem Warten, ein. Der Alte schlich sich darauf still in sein Bett, dachte: er kommt ja morgen wieder...

Am anderen Morgen ' zierten zwei kahlgefressene Strünke das Grünkohlbeet; in der nächsten Nacht stand Großvater Warnten nach Mondaufgang wie­der am offenen Fenster. Er fror ein wenig dabei, wartete aber geduldig, wartete so lange... Diesmal war er fest entschloß en. Und seine Frau auch. Sie hatten den ganzen Tag davon gesprochen; aberer kam in dieser Nacht nicht...

Der Mond ging jeden Abend etwas später auf. Der Hase kam oft; er blieb schon einmal eine Nacht aus, und merkwürdig war nur, daß gerade in sol­chen Nächten der alte Warnten fest entschlossen war, zu schienen, dagegen rührte er die Flinte kaum an, wenn der alte Hase im Kohl saß und mit aller Hingebung fraß. Immer länger mußten sie im Dunkel wachliegen und auf Büchsenlicht warten. Am Ende wurde es nahezu Morgen darüber, denn Der MonD war einen Mondmonat älter gemorDen. Das Grünkohlbeet ftanD kahl. unD Die Alten waren sich einig.

Was meinst Du?" sagte Der alte Warnken,nun lohnt sich Die Patrone nicht mehr, wo Das ver- Dammte Vieh Den Kohl fast ganz im Leibe hat?"

Ist auch wahr", stimmte feine Frau ihm bei, wollen Dem lütten Hasen Doch Die paar Dinger lassen; weißt Du, mit meinem Magen ist so nichts rechtes mehr, Der Kohl ist doch zu schwer für uns alte Leute."

Tja", sagte er.

Und wenn er fertig ist mit dem Kohl, konnten wir ihm dann nicht die Kartoffelfchalen hin­schütten?"

Tja!"

Und als der Neumond kam, war es so weit, daß sie ihren Hasen füttern mußten. Sie standen, in Decken geschlagen, am Kammerfenster und starrten in das Dunkel und bangten und waren traurig, denn sie konnten ihren Lütten nicht sehen.

Nein, das einsetzende Tauwetter war nichts. Es zog' den Alten in die steifen Glieder, und ihre Salzkartoffeln schmeckten ihnen nicht so recht. Schon früh gondelte der junge Mond über die kahlen Kohlstrünke und Die Kar offelschalen, Die dazwischen lagen und langsam faulten...

Lichtspielhaus:

Zwischen Strom und Steppe."

Dieser Film» den H. G. K e r n m a y e r, S. S. von Varady und Der, Spielleiter Geza von Bolvary gemeinsam nach einem Roman von Michael Zorn schrieben, ist sichtlich bemüht, der in vielen Ungarn-Filmen verbrauchten Zigeuner- Romantik vom Landschaftlichen her einen neuen Reiz zu geben. Die Handlung ist nicht besonders umfangreich, und man merkt ihr die Herkunft aus einer erzählenden Vorlage deutlich an. Die Liebe eines Landstreichers zu einer jungen Frau im Fischerdorf an der Theiß, das Gegeneinander von Wander-Unruhe und Seßhaftigkeit geben Der Fa­bel mehr innere Bewegung als äußeren Antrieb. Bolvary war zwar Theatermann genug, sich die dramatisch effektvollen Szenen (wie etwa den Zweikampf am Steilufer und den Absturz in den Fluß) nicht entgehen zu lassen, aber die stärksten Eindrücke gewinnt man doch aus den ruhigen, rein bildhaft und stimmungshaft wirkenden Aufnahmen, die Fluß und Steppe, Wolken und Sterne, Fischer, Hirten und Herden festhalten. Die Kameraleute Werner Brandes und Karl Drömmer ha­ben dies alles vorzüglich photographiert. Attila Hörbiger gibt dem Landstreicher heimliche Un­ruhe und verhaltene Kraft; Heidemarie Hathey- e r, still und mit sparsamen Worten und Gesten, ist die blonde Fischersfrau Maria, während Mar­git S y m o der sirenenhaften Zigeunerin eine et­was theatralische Wildheit verleiht. (Terra)

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Im Beiprogramm sieht man die neue Tobis- wochenschau und einen SchwankWochenend- frieden". Hans Thyriot.

Hochsckmlnacknchten.

Dem Dozenten Kustos Dr. Hans Möbius in der Philosophischen Fakultät der Universität Mar­burg wurde die Dienstbezeichnung Professor ver­liehen. Prof. Möbius, der 1895 geboren wurde, war als Assistent am Deutschen Archäologischen Institut in Athen tätig und wurde 1928 als Kustos an das Hessische Landesmuseum in Kassel berufen. 1929 wurde er an der Universität Marburg als Dozent zugelassen.

Dem nb. ao. Professor Dr. Ulrich Dehlinger wurde unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule Stuttgart der Lehrstuhl für Physik übertragen.