Aus den Gießener Gerichtssä'Ien
SJ.4pori
eine Mit
in Gießen
Wirtschaft
(Nachdruck
verboten!)
„Herr Geheimrat — — können Sie
mir dafür eine aus*
mit am
22 Fortsetzung
Schaub erhob sich.
In Friedberg fand unter Leitung des Gaufach- warts für Leichtathletik, Bruno May (Kassel), für die NSRL.-Kreise 8: Gießen, 11: Friedberg und 12: Hanau eine Arbeitstagung des Fachamtes Leichtathletik statt, die vornehmlich der Besprechung und Ausrichtung des Arbeitsplans für 1939 galt. Außer den Kreisfachwarten für Leichtathletik, R i ch t b e r a (Gießen), Lotz (Massenheim) und Kühner (Hanau) nahmen deren Mitarbeiter in den Kreisen an deren Beratungen teil.
Gaufachwart May gab zur Einführung einen Bericht über das abgelaufene Sportjahr, dem zu entnehmen war, daß es mit der Leichtathletik im Gau Hessen einen guten Schritt vorangegangen ist. Das beweisen vor allem Beteiligung und Erfolge der Hessen bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen des Deutschen Turn- und Sportfestes in Breslau.
überwogen, obgleich die zahlreichen Lücken in der Kursnotierung eine sichere Tendenzerkennung erschwerten. Etwas Interesse fanden IG.-Farben zu 151,65 bis 152 (151,50). Ferner kamen Bergwerks- papjere meist höher zum Kurs, Verein. Stahl 110,75 (110,50), Hoesch 109,50 (109), Mannesmann 111,65 bis 111,75 (111,40). Etwas stärkere Abweichungen wiesen Aschaffenburger Zellstoff mit 110,50 (109), Demag mit 148,50 (147), anderseits Conti Gummi mit 218 (219) auf. Etwas niedriger lagen u. a. Daimler mit 137,50 (138), Holzmann mit 148,50 (149), AG. für Verkehr mit 121,50 (122), Siemens mit 195 (195,25) und Westdeutsche Kaufhof mit 106,25 (106,50).
Der Rentenmarkt lag wiederum sehr ruhig und kursmäßig fast unverändert. Reichsaltbesitz bröckelten 0,13 v. H. ab auf 129,75. Im Freiverkehr stellten sich Kommunal-Umschuldung auf unv. 93,15. Pfandbriefe, Staats- und Stadtanleihen wiesen nur ganz unwesentliche Veränderungen auf, ebenso zeigten Industrie-Obligationen keine bemerkenswerten Abweichungen. Reichsbahn-VA. waren 0,25 v. H. höher angeboten mit 123,25.
Im weiteren Verlaufe hielt die Geschäftslosigkeit in vollem Umfange an und die Kurse veränderten sich nur wenig. Mannesmann unterlagen mehrfachen Schwankungen zwischen 111,50 bis 111,75, Siemens erhöhten sich um 1 v. H. auf 196 und IG.-Farben bewegten sich bei etwa 152 bis 152,56 und Verein. Stahl zwischen 110,50 bis 110,75. Die erst später
Josef Zennewein Weltmeister!
Torlauf im wilden Schneegestöber.
Man durfte gerade in diesem Jahr, nachdem die ausgezeichneten österreichischen Schiläufer zur deutschen Streitmacht hinzugekommen sind, bei den alpinen Wettbewerben der Schi-Weltmeisterschaften in Zakopane mit einem erfolgreichen Abschneiden Deutschlands rechnen. Daß es von unseren vielfach kampferprobten Vertretern aber ausgerechnet dem jungen, erst 18-jährigen Josef Jen new ein gelingen würde, die Weltmeisterschaft in der Alpinen Kombination zu erringen, kommt doch überraschend. Schon beim Abfahrtslaus belegte er hinter Helmut Lantschner einen vielversprechenden zweiten Platz, und als es ihm am Dienstag gelang, hinter dem Schweizer Rudolf Rominger auch im Torlauf auf den zweiten Rang zu kommen, war ihm die Weltmeisterschaft in der Alpinen Kombination sicher.
Die Witterung war am Dienstag in Zakopane denkbar ungünstig. Ein ungewöhnlich heftiger Schneesturm tobte auf den Höhen der Hohen Tatra. Der Start zum Torlauf der Männer wurde so um IV2 Stunden verzögert. Die Torlauf-Strecke, die 30 Tore aufwies, war 800 Meter lang und hatte ein Gefälle von nur 200 Meter.
Als die 45 Teilnehmer den ersten Durchgang erledigt hatten, wurde der Sturm noch heftiger, so daß das Organisationskomitee den Wettbewerb abbrechen wollte. Erst auf energischen deutschen Einspruch hin wurde zum zweiten Lauf gestartet. In beiden Durchgängen bewies * der Schweizer Vorjahrssieger Rudolf Rominger seine große Klasse und lief jeweils die besten Zeiten. Aber nur uw wenige Sekunden wurde Josef Jennewein geschlagen. Prächtig hielten sich auch die übrigen
„Durchaus, Herr Kriminalrat! Ich werde Henny mit mir nehmen und über Nacht bei uns schlafen lassen. Sie kann dann zur Verfügung stehen, wann Sie wollen. Ich gebe Ihnen mein Wort darauf."
Schaub sah plötzlich wieder müde und grau aus.
,Hch werde jetzt zu Bortefeld fahren —" meinte er noch. „Er will mir eine Erklärung abgeben. Wir werden dann alles Nähere ja wohl erfahren. Vielleicht brauche ich die Aussage Ihrer Nichte nicht mehr, vielleicht ist überhaupt meine Arbeit schon zu Ende--"
„Sie haben jedenfalls Ihre Pflicht getan", meinte der alte Herr herzlich.
Schaubs Stirn blieb gefurcht. „Ich habe mich selten in so einer schwierigen Situation befunden, Herr Geheimrat! Es gibt kaum einen Menschen, den ich als Künstler und Charakter so schätze wie Bortefeld--Sie werden das begreifen können,
Sie kennen ihn ja noch mehr als ich. Versehen Sie sich in meine Lage: Man macht mir Mitteilung von dem Mordanschlag auf ihn, in meiner Eigenschaft als Beamter war ich verpflichtet, der Sache nachzugehen, um so mehr, als es sich ja zuerst um einen Mord zu handeln schien, denn der glückliche Ausgang konnte nicht vorausgesehen werden Jede Minute war kostbar. Seit acht Uhr arbeite ich ununterbrochen an dieser Sache, in der Hoffnung, den Uebeltäter zu finden. Ich muß Menschen verhören, die verdächtig erscheinen — — jetzt war alles umsonst, denn ich glaube, daß uns Bortefeld eine überraschende Aufklärung geben wird, würde er sich sonst — da er doch noch schwach und krank ist — so intensiv mit der Sache beschäftigen?"
Er reichte dem alten Herrn die Hand.
„Seien Sie nicht böse, wenn ich Ihnen Sorge machen mußte, Herr Geheimrat. Ich hoffe mit Ihnen, daß sich die Schuldlosigkeit Ihrer Nichte Herausstellen wird. Sie können mit ihr heimfahren
dahinkam, aber zu aufgeregt, darüber nachzudenken."
Sie sah immer noch an der Freundin vorbei. Dann sagte sie fast spöttisch:
„Ich habe den Revolver ausgenommen und auf den Schreibtisch gelegt. Das ist alles!"
Und plötzlich drehte sie sich mit der Gewandtheit einer Wildkatze herum, eine Frau mit einem Madonnengesichtchen und doch gereizt und aufgewühlt, gehetzt wie ein Tier, und schrie in den Raum hinein:
„Ich habe doch nicht auf ihn geschossen! Ich nicht!" Dann sank sie müde und kraftlos wieder auf den Stuhl zurück--
Was hieß das? Ich nicht? Schaub hatte ein feines Gefühl für wahren und echten Klang einer Stimme. Die Stimme war echt. Hier sprach die Wahrheit. Aber warum betonte sie so das: I ch nicht? War es nur Abwehr ober Verteidigung? Oder kannte sie den wirklichen Täter?
Er zuckte etwas resigniert die Achseln. Es war sinnlos, jetzt darüber nachzugrübeln. Er mußte in die Klinik, Bortefeld würde ihn aufklären, er durfte nicht weiter forschen. Und doch ließ ihn die Gewohnheit, allen Dingen bis auf den Grund zu gehen, noch eine letzte Frage tun:
"Wie kamen Sie denn eigentlich heute abend ins Sendehaus, Fräulein Coordt? Heute, als Sie Dr. Bortefeld besuchten? Waren Sie angemeldet?"
„Nein", kam die matte Stimme. „Ich kenne das Kammerquintett und traf die fünf Herren vor der Tür, bat sie, mich mit hineinzunehmen... sie taten es auch ohne weiteres — Und jetzt eben meldete ich mich bei dem Portier, er sandte mich sofort zu Ihnen..."
Kühl und beherrscht kamen jetzt die Worte aus dem Mund des jungen Mädchens Es lag wie ein Eiseshauch um ditz ganze kleine Gestalt. Geheimrat Nooelius betrachtete die Nichte mit sorgendem Blick. Cg war ihm, als sei Henny vor einer halben Stunde noch ein schwärmerisches und etwas phantastisches junges Mädchen gewesen und nun plötzlich ein leidgereiftes und erkenntnisbeschwertes junges Weib geworden--
„Sie können nun heimfahren, Herr Geheimrat!" meinte Schaub herzlich und drückte dem alten Herrn die Hand. „Ich rufe Sie dann noch an... wie verabredet ..."
Henny Coordt war langsam aufgestanden und auf den Onkel zugegangen. Sie zog den Mantel sehr eng um die schlanke Gestalt, als fröre sie schmerzlich.
„Wenn ich noch eine Auskunft geben soll..begann sie matt
genbe nur vor Sonn- und Feiertagen verkehrende Personenzüge von Gießen nach Frankfurt, ab Gießen 14.07 Uhr, an Frankfurt a. M. 15.24 Uhr, bzw. von Frankfurt a. M. nach Gießen, ab Frankfurt a. M. 15.32 Uhr, an Gießen 16.47 Uhr aus.
** Die Anmeldungen zu den höheren Schulen müssen am Mittwoch nächster Woche erfolgen. Die Aufnahmeprüfung für alle Schüler drei- und vierjähriger Grundschulbildung wird 4. März vorgenommen.
bürgen, daß Ihre Nichte mir morgen ________
füh^iche und einwandfreie Erklärung abgibt? Und daß sie für mich zu erreichen ist?"
wirkten Gefängnisstrafe von 40 Tagen zu einer Geldstrafe von 120 RM. zu verurteilen. Der Verteidiger beantragte Freisprechung.
Das Gericht verkündete folgendes Urteil: „Der ist schuldig der fahrlässigen Tötung nach § 221 Äds. 1 Str. G. B. in Tateinheit mit einer Übertretung der §§ 1.9.49 der Reichsstraßenverkehrsordnung und wird anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 30 Tagen zu ein^r Geldstrafe von 90 R M., Hilfsweise 30 Tage Gefängnis, verurteilt. Strafmildernd kam in Betracht, daß der Angeklagte nicht bestraft ist und sich nach dem Unfall in jeder Weise anständig verhalten hat und den Verletzten selbst ' —''
schuld an dem Unfall trifft.
notierten Papiere lagen meist 0,50 bis 1 v.H. freundlicher, größtenteils aber ohne Umsatz.
Der Freiverkehr lag heute sehr ruhig bei unveränderten Kursen. Tagesgeld ermäßigte sich um 0,25 v. H. auf 2,25 v. H.,
Abendbörse freundlich.
Die Abendbörse lag aus den hinreichend bekannten Gründen zwar sehr stisi, die fteundliche Tendenz setzte sich aber fort, was auch in meist leicht steigenden Kursen zum Ausdruck kam. Stärker erhöht waren in Anpassung an Berlin Schlickert mit 179,50 (178). Von anderen Elektrowerten blieben Gessürel beachtet mit 141,50 (141), ebenso gewannen Licht und Kraft 0,50 v. H. auf 132,50, während AEG. mit 121,25 unverändert lagen. Am Montanmarkt befestigten sich Rheinstahl auf 137,75 (137), Buderus auf 107,50 (107) und Verein. Stahl auf 111 (110,75). Sonst tarnen noch Westdeutsche Kaufhof mit 106,65 (106,25) und AG. für Verkehr mit 122,25 (121,50) fester zur Notiz. IG.-Farben blieben zu 152,50 voll behauptet, ebenso u. a. Scheideanstalt mit 209, Adlerwerke mit 108, Holzmann mit 148,50, Daimler mit
137,50 und Rheinmetall mit 134. Von Renten bröckelten Reichsaltbesitz und Reichsbahn-VA. je 0,25 v. H. ab auf 129,40 bzw. 123, während 6proz. IG.- Farben 0,13 v. H. gewannen auf 119,75. 4,5proz. Rhein. Giro-Zentrale R 6 gingen mit 99 um. Im Freiverkehr hörte man Kommunal-Umschuldung wie mittags mit 93,15.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 14. Fedr. Austrieb: Kälber 668 (gegen 777 am 7. Fedr.), Hämmel und Schafe 181 (288), Schweine 3282 (2879). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (5.4 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hämmel bl) 45 bis 50 (47 bis 50), b2) 40 bis 44 (43 bis 44), c) 31 bis 39 (35 bis 42). Schafe a) 42 (40 bis 42), b) 35 bis 38 (33 bis 38), c) 28 bis 32 (27 bis 32). Schweine a) 58,5 (58,5), bl) 57,5 (57,5), b2) 56,5 (56,5), c) 52,5 (52,5), d) 49,5 (49,5). Sauen gl) 57,5 (57,5). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel.
Ankere Leichtathleten vor neuen Ausgaben
Zwei reichsoffene Sportfeste in Gießen.
SezirkSschöffengericht Gießen.
Der £0 Jahre alte W. W. aus Kaichen wurde beschuldigt, am 10. November ■ 1938 einen Betrag Don 22 Mark unterschlagen zu haben, den er als Zivilangestellter einer Behörde einem erkrankten jungen Manne überbringen sollte. Um die Unterschlagung zu verdecken, quittierte er den Empfang bes Geldes in dem Quittungsbuch mit dem Namen des rechtmäßigen Empfängers. (Vergehen und Verbrechen nach §§ 246, 267, 268 StGB)
Der Vertreter der Anklage beantragte eine G e - fängnisstrafe von vier Wochen. Das Gericht erkannte, unter Annahme mildernder Umstände, dem Antrag des Staatsanwalts entsprechend. Straferschwerend kam in Betracht, daß der Angeklagte wegen Unterschlagung bereits mit einer Geldstrafe vorbestraft ist, strafmildernd die Jugend, daß er geständig war und das Geld inzwischen ersetzt hat.
Große Strafkammer Gießen.
Der O. B. in Trais-Münzenberg wurde beschuldigt, am 26. September 1938 beim Befahren der Grideler Straße in Butzbach die Geschwindigkeit seines Motorrades nicht so eingerichtet zu haben, daß er jederzeit auf kürzere Entfernung halten konnte. In diesem nach den Verhältnissen zu hohem Tempo versuchte er, den die Straße überquerenden August Steinbock auf den linken Seite der Fahrbahn zu überholen. Hierbei kam es zu einem Zusammenstoß, an dessen Folgen Steinbock am 3. Oktober 1938 verstarb. (Vergehen gegen § 222 Abs.1 Str.G. B.)
Schuß im Zunkhaus
Ein Roman von Altana Oberlin.
Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München.
deutschen Teilnehmer. Willi Walch kam auf den dritten, Rudi Cranz auf den vierten Platz.
Rudolf Caracciola noch schneller!
Am Dienstag in aller Frühe machte sich Caracciola von Berlin aus auf den Weg nach Dessau, doch war die Reichsautodahn noch vereist, ein Fehler, den die Sonne bald beseitigte. Eine Kehrmaschine fegte die Autobahn vom Flugsand rein und kurz vor Mittag war alles bereit. Caracciola startete mit dem stromlinienförmig verkleideten 3-Liter-Mercedes- Benz zum Angriff auf seine eigene, noch nicht eine Woche alte Bestleistung von 175,097 km st für den „stehenden" Kilometer. Der erste Versuch glückte: 177,522 km/st werden als neuer Klassenrekord in die Liste der Klasse D (2000 bis 3000 ccm) eingetragen.
„Diesmal war der Wind unangenehm", berichtete der Rekordfahrer nach seiner famosen Leistung. Der Wagen schwänzelte verschiedentlich, besonders beim Beschleunigen nach dem Schalten. Dennoch kam Ca- । racciola gut mit der rechten Fahrbahn aus. Der mit fünf Metersekunden wehende Nordwest drückte bei der Rückfahrt auf die Zeit, so daß Caracciola abermals startete. Diesmal klappte es jedoch mit der Zeitnahme nicht ganz. Wie ein Schiff die Bugwelle, so schob der Wagen ein Luftpolster vor sich her, es hob den sich dehnenden 29 Meter breiten Faden an, wodurch der Kontakt zu spät ausgelöst wurde.
Der Wind nahm noch an Schärfe zu und da man auch für die nächste Zeit kein günstiges Rekordwetter erwarten darf, entschloß sich Mercedes-Benz, seine Rekordversuche vorläufig abzubrechen. Die Ausbeute der Dessauer Rekordtage waren somit acht Bestleistungen, vier von Rudolf Caracciola auf dem 3-Liter-Mercedes-Benz und vier von Ing. Häberle auf Hanomag-Diesel.
Der Karl Wilhelm Heinrich Rückert wurde beschuldigt, in den Jahren 1936 und 1937 mit Kindern unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Der Angeklagte verstand es, die Kinder durch Versprechen von Geschenken an sich zu locken.
Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oes- । ftntlichkeit statt. Nach Wiederherstellung der Oef- ^fentlichkeit erging folgendes Urteil: „Der Angeklagte ist schuldig eines Sittlichkeitsverbrechens nach §176 Abs.l Z.3 Str. GB. in drei Fällen und wird deshalb als gefäbrlichre Gewohniheitsverbre- cher nach § 20 a Str. G. B. zu einer Gesamt- zuchthausstraf e von 3 Jahren und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Dem Angeklagten werden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt. Gemäß §20k 2l'bf. 1 Str. G. B. wird die Entmannung des Angeklagten angeordnet. Straferschwerend kam in
Der Vertreter der Anklage bean ragte, den Ange- Betracht, daß der Angeklagte schon mehrfach einklagten, der auch der Straßenverkehrsordnung zu- schlägig vorbestraft ist und daß er bis zum Schluß widergehandelt habe, an Stelle einer an sich ver- der Verhandlung hartnäckig leugnete.
Der Arbeitsplan für 1939 wurde dann in den Grundzugen festgelegt. Er bringt eine stattliche Zahl hochwertiger Veranstaltungen, von denen wir nachstehend diejenigen nennen, die für unser engeres Heimatgebiet in erster Linie in Frage kommen:
26. März: Waldläufe in den Kreisen; 14. Mai oder an Himmelfahrt: Bahnstaffeln in allen Kreisen (für die Kreise 8 und 11 gemeinsam in Bad- Nauheim); 21. Mai: Gaukampf Studentenmannschaft des Gaues Baden gegen den NSRL.-Gau Hessen; 3. und 4. Juni: Kreissportfeste (Kreismeisterschaften und volkstümliche Dreikämpfe), für den Kreis 8 in Gießen, für den Kreis 11 in Bad-Nau- beim; 11./12. Juni: Reichsoffenes Sportfest des Mto. Gießen; 17./18.Juni: Weidig-Bergfeft (gau- offen) in Butzbach; 24.Z25. Juni: Gaumeisterschaften (Manner und Frauen) in Kassel, in Verbindung da- nut Gaumeisterschaft im 10-Kilometer-Gehen und
— wenn es Sie beruhigt, rufe ich Sie nach der Unterredung mit Bortefeld noch an ..."
„Dafür wäre ich Ihnen allerdinas besonders dankbar..
*
Evelyn Kay saß neben Henny Coordt und versuchte, die Hände der Freundin, die diese verzweifelt vors Gesicht geschlagen hatte, sanft fortzuziehen.
,Henny", sagte sie ernst. „Sag uns doch, was war — sprich doch--was ist denn geschehen?"
Henny Coordt legte völlig verzweifelt den blonden Kopf auf die Tischplatte und schluchzte auf. Torsten stand unbeweglich und sah aufjie herab.
. Evelyn spürte eine merkwürdige Wandlung mit sich vorgehen. Das Gefühl des Mitleids und der Anteilnahme für die Freundin wurde schwächer, viel stärker beherrschte sie der Wunsch nach Aufklärung und Warheit, nach dem Wissen, wer es war, der Bortefeld angeschossen und so schwer verletzt hat, daß er da jetzt lag, schmerzend, im Fieber, todwund ...!
Hart kam ihre Stimme: „Henny — antworte mir! Sag mir — ich muß es wissen, warst du — hast du es getan?"
Veide hatten in der (Erregung nicht darauf geachtet, daß sich die Türe geöffnet hatte und Schaub mit Novelius auf der Schwelle standen.
„Ich hab dir den Revolver fortgenommen, weil du heute nachmittag so verzweifelt warst und immer wieder davon sprachst, wie schwer es dir sei, daß Bortefeld sich gar nicht mehr um dich kümmere. Ich nahm ihn dir fort, weil ich Angst um dich batte und dich vor einer Dummbeit schützen wollte — ich nahm den Revolver mit. ich zeigte ibn Bortefeld in einer Aussprache mit ihm, in einer heftigen Auseinandersetzung, und ich muß ibn dabei im Zimmer verloren haben, denn man fand nur noch die Hülse in meiner Tasche... Henny! Antworte mir, hast du den Revolver gesunden — — Er muß in seinem Zimmer gelegen haben... Hast du ihn gesunden?" Ihre Stimme verklang ganz leise — „Gefunden — — und benutzt?"
, Henny Coordt fuhr hoch, ihr tränenbenetztes Gesicht war totenbleich. Sie starrte die Freundin aus tiefen müden Augen an. Es war der ewig-alte jäh erschreckende Blick, mit dem eine Frau bekannte, daß eine andere wie sie um einen Mann fämpft. .
Ihre Lippen verzogen sich bitter. „Ach — ich verstehe jetzt--!" Eine unsägliche Müdigkeit lag
plötzlich auf dem hübschen Madonnengesichtchen. Dann sagte Henny Coordt, ohne die Freundin anzusehen.-
„Ich habe den Revolver bei Bortefeld gefunden, ja. Ich war ganz überrascht, auf welche Weise er
„Danke, Fräulein Coordt", meinte Schaub ruhig. „3d) werde ja in Kürze alles erfahren — Ihr Onkel wird Sie dann unterrichten--"
Auch Evelyn Kay war aufgestanden. Henny Coordt wandte sich langsam zu ihr zurück, ihr Blick umfaßte die schlanke Gestalt der Freundin bas braune Haar, das ernste blasse Gesicht. Mit einem seltsam fernen fremden Lächeln nickte sie bann.
„ßeb wohl, Evelyn!" sagte sie leise In Evelyns Gesicht schlug langsam eine brennenbe Röte. Es war ihr, als habe bie Freundin burch sie hinburch- gesck)aut, als fei sie aus Glas. — Sie spürte beut’ lich, es war ein Abschieb, der sich da vollzog — ein betontes Voneinandergehen. Es schmerzte brennend und atemraubend. Sie biß bie Zahne zusammen unb umfing noch einmal bie kleine zarte Gestalt, die ihr lange vertraut unb lieb war unb bie nun in ferne Weiten entrückte---
„ßeb wohl, Henny", gab sie leise zurück.
Schaub ftanb im Flur des Funkhauses unb sah auf seine Uhr, die er am Arm trug.
„12 Uhr?" murmelte er. „Und ich soll noch hin- fommen — ja, wirb man mich benn überhaupt noch zu ihm lassen?"
Es war still geworben in dem. sonst so lebendigen Haus. Nur an ber Tür bes kleinen Senbesaales stammte noch ein mattes rotes Licht mit ber sanften Sitte: „Ruhe!" und zeigte bie letzte Abendsenbung an. Sehr behutsam öffnete sich setzt gegenüber eine - ür, man schaute einen Moment lang in einen matterhellten Raum. Ein golben glänzenbes Cembalo flammte auf, ein schmaler Mensch saß daran, er hatte ein kluges Gesicht, bas er gerade bem Eettisten zuwanbte, ber sein Instrument enq ans Knie gepreßt hielt unb still vor sich hmblidte.' Eine große bunkelhaarige Frau mit großgeschnittenen intelligenten Zügen ftanb in ber Nähe, ihr herber Munb öffnete sich jetzt, ihr voller schwingenber Sopran setzte ein mit einer fast überirdisch leichten unb schwebenben Melobie. Mit zartem schwirrenden Klang schloß sich bas Cembalo an, nun legte auch bas Cello seinen bunklen Santtton um bie ruhige Melobie. ö
„Bach!" sagte Evelyn leise. „Es war bas besinnliche Nachtkonzert..."
schaub lauschte einen Augenblick lang bem klaren erfüllten Klang ber Melodie, fein geschäftiges Gesicht nahm einen Moment einen gelösten Ausdruck an.
Dann schüttelte er den schmeichlerischen Bann der Melodie ab.
^„Torsten, Sie können heimfahren! Ich brauche Sie nicht mehr. Unb Sie, Fräulein Kay?" Er sah Evelyns fragenben Blick.
(Fortsetzung folgt!)
Potsb. Bhf., ab Gießen in Richtung Berlin 7.54 Uhr, an Berlin 15.17 Uhr; ber V-Zug Berlin-Potsb. Bhf.—Gießen—Frankfurt a. M., ab Gießen in Richtung Frankfurt a. M. 22.26 Uhr, an Frankfurt a. M. 23.29 Uhr. Für Reifenbe nach Berlin ab G i e - ßen kommt bann als guter Tages-v-Zug der Zug ab Gießen 9.22 Uhr mit Umsteigen in Kreiensen, an Berlin 17.51 Uhr, für die Fahrt in umgekehrter Richtung wieder mit Umsteigen in Kreiensen, ber O-Zuq ab Berlin 12.46 Uhr, an Gießen 21.03 Uhr in Betracht. — Ferner fallen vom gleichen Täge ab sol-
Gießener Schlachtviehmarkt.
Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in ber Viehverstei- aerungshalle Rhein-Main in Gießen würben 12 Ochsen, 5 Bullen, 41 Kühe, 23 Färsen, 139 Kälber, 74 Schweine unb 2 Schafe aufgetrieben.
Preise: Ochsen 40 bis 45,5 Pf., Bullen 41 bis 43 Pf., Kühe 17 bis 43,5 Pf., Färsen 39 bis 44,5 Pf., Kälber 30 bis 65 Pf., Schafe 10 unb 37 Pf je Pfunb Lebenbgewicht. Für Schweine mürben je Kilogramm Lebenbgewicht folgenbe Preise bezahlt: Klasse a (150 kg unb mehr) 1,15 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,13 RM., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11 RM., c (100 bis 119,5 kg) 1,03 RM., d—f (unter 100 kg) 0,97 RM., gl unb i (fette Specksauen unb Altschneiber) 1,13 unb 1,11 RM., g2 unb h (anbere Sauen und (Eber) 1,01 RM.
Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber unb Schafe ausverkauft.
Abein-Mainiscbe Börse.
rNittagsbörse uneinheitlich.
orankfurt a. M., 14. Febr. Bei ber schwachen Beteiligung ber Kunbschaft zeigte bie Börse weiterhin eine bemerkenswerte Widerstandskraft. Die Grundtendenz am Aktienmarkt war trotz uneinheitlicher Kursbilbung recht freundlich, bie Umsätze erfuhren allerbings nirgends eine Ausdehnung. Im allgemeinen gingen die Abweichungen kaum über 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus, wobei .Besserungen


