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berg, Richard Strauß und Tullio Sera­fin o. Serenaden, Mozarts Requiem und c-moll= Messe unter Meinhard von Zollinger vervoll­ständigen den musikalischen Teil des Programms. An Schauspielen sind vorgesehen:Diel Lärm um nichts" in der Felsenreitschule und im Stadt­theater MolieresDer Bürger als Edel- m a n n" mit der Musik von Richard Strauß, beide Werke unter der Leitung von Heinz Hilpert.

Zehn Jahre deutscher Mannerchor von Mailand.

Der deutsche Männerchor von Mai­land, Mitglied des Deutschen Sängerbundes, be­ging das Fest seines zehnjährigen Bestehens mit einem großen Iubelkonzert, dem unter Mitwirkung der Sopranistin Hilde Wesselmann (Wupper­tal) ein großer Erfolg beschieden war. Der schön geschmückte Festsaal der deutsch-italienischen Kultur- gesellschast war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Männerchöre von Bruckner, Schubert. Strauß und die Volkslieder sowie die Lieder für Sopran von Beethtzven und Schumann wurden mit größtem Beifall ausgenommen.

Aus aller Welt.

0er Prozeß

gegen den Massenmörder Weidmann.

Dor dem Schwurgericht in Versailles begann der Prozeß gegen die sechsfachen Mörder Weidmann, Million und Gen. Die Angeklagten sind beschul­digt, 1937 eine amerikanische Tänzerin, einen Auto­chauffeur, einen Häusermakler, eine Zimmervermie­terin, ein elsässisches Dienstmädchen und einen Ju­den ermordet und beraubt zu haben. Weid­mann, der schon in Deutschland mehrere Monate hinter Gittern saß und schließlich, als er keine Mög­lichkeit zu weiteren Schandtaten mehr sah, emi­grierte, lockte mit Unterstützung seines Komplizen Million die Opfer unter irgendeinem Vorwand in eine von ihm bei St. Cloud gemietete Villa. Dort töteten sie die Opfer durch einen Revoloerschuß in den Nacken und beraubten sie.

Die Verteidiger versuchten mehrmals, die Vorfälle zu mystifizieren. Durch geschickte Fragestellung, aus die der Mörder in absichtlicher Verschlossenheit keine Erläuterungen geben wollte, versuchte die Verteidi­gung den Eindruck zu erwecken, als ob sich ein geheimnisvoller Mann in der Villa versteckt ge­halten habe, den Weidmann durch die Reooloer- schüsse im Augenblick seiner Verhaftung warnen wollte, und dem es infolgedessen auch gelungen sei, durch ein rückwärtiges Fenster die Villa ungesehen zu verlassen. Die Geschichte von dem geheimnis­vollen Unbekannten, dessen Namen Weid­mann nicht angeben wollte, stieß jedoch bei dem Publikum und den Vertretern der internationalen Presse auf allgemeine Skepsis.

Später gab Weidmann aber mit zynischer Ruhe zu, den Kraftwagenfahrer L e f o b r e ermordet zu haben, um sich in den Besitz seines Bargeldes zu setzen. Auch die Ermordung des Hausierers Fromme gab Weidmann sofort zu. Die Mit­angeklagte Colette T r i c o t beschuldigte einen bis­her aus der Affäre gelassenen Zeugen namens M o u l y der Beihilfe am Mord des Agenten L e - s o b r e. Der Rechtsanwalt Weidmanns fragt Weid­mann:Ist Mouly ein Mörder?"Nein", antwortet Weidmann mit fester Stimme.

Darauf kam der Mord an der jungen ameri­kanischen Tänzerin Ioan de K o v e n zur Sprache. Sie war mit einer Tante zur Weltausstellung nach Paris gekommen, hatte in der Vorhalle eines Hotels einennetten" jungen Mann Weidmann kennengelernt und sich schon nach kaum zweitägiger Bekanntschaft mit ihm in der Villa Vouloie getrof­fen. Weidmann hatte sein Opfer erwürgt und im

Garten verscharrt. Die Beute^war nicht sehr^groß: ein wenig Bargeld und ein Scheckheft. Die Schecks konnte Weidmann mit gefälschter Unterschrift all­mählich in Pariser Kaufläden absetzen. Don der über das Verschwinden der jungen Amerikanerin besorgten Tante, Frau Sackheim aus Boston, versuchten Weidmann und sein Mitangeklagter Mil­lion nach Art amerikanischer Gangster ein Lösegeld zu erpressen, obwohl das Opfer schon tot war. Weidmann ist geständig, versuchte aber, auch Mil­lion zu belasten.

General von Staabs 80 Jahre alt

General der Infanterie Friedrich Hermann van Staabs, der seit 1919 seinen Wohnsitz in Kassel hat, konnte seinen 8 0. Geburtstag begehen. Der Jubilar, der sich noch im Besitz voller geistiger und körperlicher Frische befindet, ist Ritter des Pour le merite mit Eichenlaub. Der hochverdiente General hat während des Weltkrieges an verschiede­nen Fronten gekämpft.

Eilzug fuhr in einen Daulrupp.

Der von Dortmund nach Köln verkehrende Eilzug fuhr bei Mühlheim-Eppinghofen in einen Bautrupp,

der mit Gleisarbeiten beschäftigt war. Fünf Ar­beiter wurden getötet, einer schwer und ein an­derer leicht verletzt. Soweit bisher festgestellt werden konnte, sind die Warnungssignale des Auf­sichtsbeamten des Lautrupps rechtzeitig gegeben worden. Die Arbeiter sind aber wohl nicht frühzeitig genug aus dem Gleis getreten. Der Eilzug ver­kehrt auf der dort stark geneigten Strecke mit gro­ßer Geschwindigkeit.

Deutsches Flugzeug in Italien abgestürzt.

Am 11. März ist ein deutsches Flugzeug 23 Kilo­meter südöstlich Ferrara in Italien abgestürzt. Von den Insassen kamen fünf ums Leben, wäh­rend zwei unverletzt blieben. Die Untersuchung über die Ursache des Unglücks ist noch nicht abgeschlossen.

Warenhausbrand in Utrecht.

In Utrecht brach in einem Warenhause, das an einem der verkehrsreichsten Punkte der Stadt ge­legen ist, G r o ß fe u e r aus. In kurzer Zeit stand das Gebäude in Flammen. Vierhundert Personen, die sich in dem Warenhaus befanden, konnten in Sicherheit gebracht werden. Das Gebäude ist voll­kommen ausgebrannt.

Lin Kämpfer für Wahrheit, Recht und Vaterland.

Zum H2S. Todestage Friedrich Friesens am 4 5. März.

Von Jan Stammel.

Turner ziehn froh dahm..." So fingen heute noch die Turner und denken wohl kaum daran, daß dieses Turnwanderlied vor genau hundertfünfund­zwanzig Jahren von dem Dichter und Turnfreund Ferdinand M a ß m a n n gedichtet wurde und seit­dem nach der MelodieFahret hin" gesungen wird. Wie aus einem zeitgenössischen Bericht hervorgeht.

hat Ferdinand Maßmann sein sangbares Lied ge­schrieben in Erinnerung an den am 15. März 1814 gefallenen Mitkämpfer Jahns, Karl Friedrich Friesen, der unter den Wiedererweckern des deutschen Turnens mit an erster Stelle genannt zu werden verdient.

Karl Friedrich Friesen wurde am 27. September 1785 zu Magdeburg geboren und befaßte sich schon früh mit allen damals bekannten Turn- und Sport­arten; daß er darüber jedoch auch seine wissenschaft­liche Ausbildung nicht vergaß, beweisen seine sehr guten Zeugnisse, auf die hin er bereits 1805 nach Berlin gehen und an der dortigen königlichen Bau­akademie das Studium beginnen konnte. Wo sich

deutschgesinnte Gruppen zusammenfanden, war Friesen dabei. Als im Jahre 1807 Fichte im Großen Saale der Akademie Unter den Linden feine flammendenReden an die deutsche Nation" hielt, war Friesen einer der eifrigsten Hörer; er schrieb die Kernsätze auf kleine Zettel und verteilte sie unter Gleichgesinnten alsbeherzigenswerte Mahnworte". Eines der schönsten Worte Achtes hing über seinem Studiertisch:

Geben wir der Freiheit eine Zuflucht im Innersten unserer Gedanken so lange, bis um uns herum die neue Welt emporwachse, di; da Kraft habe, diese Gedanken auch äußerlich darzustellen!"

Von den vielen tiefen Worten Fichtes hatten diese den tiefsten Eindruck in Friesen hinterlassen. Als er einige Jahre später als Lehrer an der Plamann- schen Knabenschule wirkte, war es sein Haupt- beftreben, die ihm anvertraute Jugend im Geiste dieses Wortes, das heißt, nicht nur geistig, sondern auch körperlich aufs beste auszubilden. Durch seine anziehende äußere Erscheinung, sein liebenswürdiges Wesen und sein vielseitiges Wissen gewann er sich die Herzen aller, die mit ihm zusammentrafen; den Schülern war erder Lehrer unter den Lehrern".

Bei einer Festlichkeit in der Plamannschen Knabenschule wurde Friesen auch mit dem Turn­vater Friedrich Ludwig Jahn bekannt und schloß bald eine herzliche Freundschaft in ihm. Jahn er­kannte in dem um sieben Jahre Jüngeren einen ethisch wertvollen Kameraden,an Leib und Seele ohne Fehl, voll Unschuld und Weisheit, beredt wie ein Seher; eine Siegfrieösgeftalt, von großen Gaben und Gnaden, den jung und alt gleich lieb hatte, ein Meister des Schwertes auf Hieb und Stoß, kurz, rasch, fest, fein, gewaltig und nicht zu ermüden, wenn seine Hand erst das Eisen faßte, ein kühner Schwimmer, betn kein deutscher Strom zu breit und zu reißend: ein Reiter, in allen Sätteln gerecht; ein Sinner in der Turnkunst". Bald war Friesen Jahns tüchtigster Mithelfer, und nicht nur im Praktischen, swidern auch dort, wo dergroßen Sache der deut­schen Turnkunst" mit Wissen gedient werden mußte; so half er vor allem dem Freunde bei der Suche nach deutschen gemeinverständlichen Bezeichnungen für die Geräte und die Uebungen, z. B.Reck",

Riege",Hocke",Grätsche",Kehre' oder Wende". Darüber ist in Jahns 1816 erschienenen .Deutschen Turnkunst" noch manches nachzulesen.

Um 1813 gründeten deutsche Männer den Deutschen Bund", der die Befreiung des Vaterlandes aus der Knechtschaft mit vorbereiten half; die Aufgabe dieses Bundes, dem Jahn und Friesen sofort beitraten, wurde gekennzeichnet in dem Satz:Fleckenlose Reinheit im Leben, Sorge für guten Namen, Erwerben allgemeiner Achtung durch folgerechte Denkart und Handlungsweise, sich zum Kämpfer weihen für Wahrheit, Recht und Vaterland wider alle und jede Ausländerei reden, lehren und handeln, das Volkstum beleben, die Willenlosigkeit benehmen und alle Hirngespinste von Volksohnmacht und Feindesübermacht überhaupt deutsch werden und bleiben." Unter den ,,Deutsch- Bündlern" war Friesen einer der eifrigsten; da­neben blieb ihm noch Zeit, in der Plamannschen Schule das Fechten einzuführen, eine Schwimm- schule zu gründen und das Pferdeturnen (Pferde- springen) zu fördern; zudem hatte er imTurn- tünftleroerein" das wichtige Ordneramt _ inne. Und schließlich gehen auf ihn und Jahn die frühesten Anregungen zum Zusammenschluß der deutschen Studentenbünde zurück.

Als in Breslau zur Bildung freiwilliger Jager­korps aufgerufen wurÄe, waren auch die Turner dabei, Jahn und Friesen unter den ersten. Mit dem Lützowschen Freikorps rückten sie ausunter den Fahnen der Freiheit". Ein halbes Jahr nach Theo- dar Körners Heldentod traf den Freiwilligen Karl Friedrich Friesen in den Ardennen die Kugel eines Franktireurs. Am Abend des 15. März 1814. Ernst Moritz Arndt sagte von dem Toten in einer Trauerrede,er war eine Blume schöner Hoffnungen für das Vaterland, das fein einziger und höchster Gedanke war".

Wetterbericht

Mit der Umstellung der Großwetterlage auf eine Nordweftftrömung drängen einzelne vom Atlantik ausgehende (Störungen wieder nach Deutschland vor. Eine solche hat unser Gebiet in den frühen Morgen­stunden des Dienstag unter leichten Schneefallen überquert. In der Folge werden noch weitere flache Randstörungen nach Deutschland vorstoßen und meist zu unbeständigem Wetter Anlaß geben.

Vorhersage für Mittwoch: Wolkig bis bedeckt, zeitweise leichte Aufheiterung, weiterhin Nie­derschläge möglich, lanafam ansteigende Tempera­turen, nachts stellenweise noch leichter Frost, nord­westliche Winde.

Vorhersage für Donnerstag: Unbestän­diges, nicht ganz niederschlagsfreies Wetter.

Lufttemperaturen am 13. März: mittags 2,3 Grad Celsius, abends0,2 Grad; am 14. März: morgens 1,4 Grad. Maximum 3,1 Grad, Minimum heute nacht 0,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. März: abends 3,3 Grad; am 14. März: morgens 2,9 Grad. Niederschläge 0,3 mm. Sonnenscheindauer 4,7 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei R. Lange, K-G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 W-, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis­liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Prächtig sieht er aus! - Kennen Sie ihn? Der Eisvogel

ist Mittelpunkt des neuen Tier-Romans:

Die Geschichte eines Eisvogels von Kurt Knaak

157 Seiten mit 12 künstlerischen Tert- Zeichnungen von Erich Schröder, Berlin Leinenoand mit mehrsarb. cyscrn o Schutzumschlag.....Jl JJl. J,-

Nur wenigen Naturfreunden ist es ver gönnt, oen Eisvogel diesen prächtigen, gefiederten Fischer - in der Natur au beobachten. Der Versager hat ihn in seinem Daseinskampi, bei der Fischiagd. im Spiel triebbalten Leben» und bet der Auszucht der Jungen belauscht und lägt uns tn unterhaltsamer und anschaulicher Sprache dieses ganzen bunten Vogel- lebens teilhasttg werden.

Zu beziehen durch lebe Buchhandlung.

Hugo Bermühler Verlag SerIhvßid)terfeH)e

Giefcen, den 14. März 1939.

1825V

Für die wohltuende Anteilnahme und zahlreichen Kranzspenden beim Heimgang unseres lieben Ent­schlafenen danken wir herzlichst Besonderen Dank Herrn Pfarrer Wißmann für seine trostreichen Worte sowie der Bäcker-Innung, dem Ruderklub Hassia und der Altersvereinigung 1872 1922 für die letzte Ehre.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Frau Karoline Müller, geb. Müller.

3cfj 6in 37 ZJafjre alt in Wetzlar ansässig und suche zwecks Gesellig­keit für SamstagISonntags vornehme geäildete Dame. Spätere 3Ceirat nicht ausgeschlossen. Sfirenwörtlid)e Ver­schwiegenheit zugesichert. Zuschriften unter 1833D an den Gieß- Anzeiger.

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Ebern nur Zeugnis, obldiriften dem Be­werbungsschreiben bei- legen - Lichtbilder unoBewerbungsunter- ^gen müssen zur «er- »eidung oon Berlusteu aus der Rückseite No­men und Anschriil

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