ZahreslagiW der Knegerkameradschast 1874
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„So, so? Nun, ja!" erwiderte Herr verlegen. Ihn setzte diese Eröffnung nur Erstaunen. Er hatte derartiges geahnt, ster Gieseke ist Ihr Vater?"
Sie nickte.
„Haben Sie gar keine Beziehungen Ihrer Familie?"
stehen. Es riecht nach Mann, nach Tabak, nach kräftiger Seife, auch etwas nach angebrannter Milch riecht es, und ein Spirituskocher steht mitten auf der Tischdecke. Ein Buch treibt sich daneben herum, eine angebissene Semmel und ein Kragenknöpfchen. Also so wohnte Georg! Hm! Und das dort roar sein Bett, über das er immer schimpfte, weil es
Stirn glättete sich.
Es kam ihr schließlich zum Bewußtsein, daß sie höchst unschicklich in einem fremden Zimmer stand, im Zimmer eines Mannes noch dazu. Sie verzichtete auf Schriftliches und ging schnell hinaus. Eine Minute später begegnete sie ihrem Freund vor der Badeanstalt. Sie begrüßte ihn förmlich, weil natürlich wieder das halbe Seesham Zuschauer spielte, und erst ein wenig später gelang es ihr, Holl in eine alte Fischerhütte zu ziehen, um mit ihm allein zu sein. Wenn man sie hier überraschte, konnten sie so tun, als suchten sie sich einen Kahn aus.
„Ach, Schorschi, das ist ejn Elend mit uns beiden", seufzte sie, noch ein wenig atemlos von den vorangegangenen Küssen. „Sinnier sind Leute um einen «herum. Ich werde noch verrückt. Du, ich Habe nur
Borbild für unteren Einsatz.
NSG. In Ehrfurcht gedenken wir am kommenden Sonntag auch im Gau Hessen-Nassau der im Weltkrieg gefallenen Soldaten und der meuchlings ermordeten Kämpfer der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung. An diesem Märzsonntag wird uns allen die Größe des Opfers, das die toten Helden des großen Völkerringens und die toten Kämpfer Adolf Hitlers für die Freiheit Deutschlands und damit für jeden von uns gebracht haben, wieder besonders bewußt. Mit dem ihnen selbstverständlichen Pflicht- bewußtsein haben sie sich für die Ehre ihres Vaterlandes eingesetzt, jedes Opfer auf sich genommen und schließlich auch ihr Leben, das Höchste, was sie besaßen, für Deutschland hingegeben.
Wenn wir am Sonntag an ihren Gräbern stehen, so soll uns keine Trauer und Verzweiflung erfassen. Auf diese Besten der deutschen Nation wollen wir stolz sein. Für alle Zeit sollen sie uns als leuchtendes Vorbild vorangeheu und uns mahnen, daß für die Größe des Vaterlandes kein Opfer groß genug sem kann. So werden wir über ihre Gräber hinaus geloben, ihnen die Treue zu halten und ihre Opfer und Einsatzbereitschaft zu unserem Bekenntnis für Führer und Volk zu machen. ,
Der Opfertod der Millionen bester deutscher Menschen ist für uns Verpflichtung und zugleich Vorbild für unser Handeln und Tun im Dienst für unser Vaterland. An ihrem Opfer wollen wir unser Opfer für das Volk messen. Daran wollen wir denken, wenn am kommenden Sonntag die Helfer und Helferinnen für das WHW. zu uns kommen und uns um ein Opfer bitten. Dieser letzte Eintopfsonntag im
von Tinfer schwach in „Hausmei-
überreicht.
Nachdem der Kameradschaftsführer alle ausgezeichneten Kameraden beglückwünscht hatte, erstattete der Schriftführer Heinrich Lutz den Jahresbericht, der ein Spiegelbild der Arbeiten im Dienste der alten Soldaten bot. Die Gießener Kameradschaft hat in verschiedenen Appellen und Besprechungen die Kleinarbeit geleistet. Bei der WHW.-Straßensamm- lung setzten die Kameraden rund 3000 Abzeichen um, auch am „Tag der Wehrmacht" und bei verschiedenen anderen öffentlichen Veranstaltungen, u. a. an der Großkundgebung der NSDAP., dem 125jährigen Regimentsjubiläum der 116er und an der Langemarck-Feier roar die Kameradschaft beteiligt. Das Fechtroelen erbrachte durch die Förderung von Kamerad Schneidmüller 157 RM., die Altme- terialsammlung zeitigte gute Erfolge, 14 Anträge auf Unterstützung bedürftiger Kameraden wurden bearbeitet und 623 RM. wurden Kameraden' für Kuraufenthalte bewilligt. Dem bisherigen Kameradschaftsführer Trümpert wurde besonderer Dank ausgesprochen und zu seinem Nachfolger Kamerad Stroh bestimmt. Der Mitgliedsstand von 360 Kameraden hat sich nicht verändert.
liebsten möchte ich gar nicht leben. Aber dan'n denke ich mir wieder, andere Mädchen müssen dasselbe durchmachen und zerbrechen nicht daran.
innige Grüße!
Deine betrübte kleine
Anna Schwiebus."
Maxie hielt mit hochgezogenen Brauen und spitzen Fingern dieses Bruchstück eines Briefes von sich weg und nahm ihre Unterlippe zwischen die Zähne. Wer war Anna Schwiebus, die Holl so vertraulich mit „lieber Georg" anredete, die chm „innige Grüße" sandte und die rosa Briefpapier mit schnäbelnden Tauben benutzte? Schade, daß das Datum fehlte! Maxie legte dös Streifchen unbehaglich in das Buch zurück; die Lust zum Schreiben roar ihr plötzlich vergangen. Sie roar geneigt, diese rührseligen Zeilen für das Fragment eines Abschiedsbriefes zu halten, den irgendeine kleine Dingsda dem Dr. Holl vor der Venedig-Sache oder kurz nachher geschickt hatte. Ging in Ordnung und wurde auf Konto Vergangenheit gebucht. Erledigt. Maxies gerunzelte
sah ihn streng an.
Er zog sie statt jeder Antwort an sich und verschloß ihr mit einem Kuß den Mund.
„Also Donnerstag. Abgemacht? Ich freue mich riesig und werde schon altes richten. Denk mal, volle zwölf Stunden allein! Nur wir zwei. Du, das ist ganz unvorstellbar!" flüsterte sie glücklich.
„Herrlich muß es werden", stimmte er ihr bei und nahm sie rasch noch mal in feine Arme. Plötzlich hörte sie Schritte. Ein altes Ehepaar wollte sich einen Kahn mieten.
Das Mannderl war wieder gesund. Bei Kindern geht so etwas rasch, ein paar Tage richten da viel aus, wenn nur eine harmlose Angina dahinterfteckt und nicht gleich eine gefürchtete Diphtherie. Zwar roar der Bub noch etwas blaß und unsicher auf den Beinen, aber mit seinem Radlrutsch verursachte er einen solchen Höllenlärm im Zimmer, daß feine Mutter ihn zankend ins Freie schickte, wo die Sonne zufällig mal wieder guter Laune war. Hier war es, roo Tinfer den Buben aufgabelte, eine knappe Besprechung mit Paula hatte und anschließend die beiden in seinen bequemen Wagen packte, um mit ihnen nach München zu fahren. Tinfer hatte diesen Versöhnungsplan ausgeheckt^ nun führte er ihn auch durch.
In der Stadt lud er Mutter und Kind in einem hochfeinen Lokal ab und spendierte Kaffee und Kuchen. Das Mannderl hatte die Nase voll Schlagrahm und kam vor lauter Bewundern nicht recht zum Essen. Die Paula lächelte vor sich hin, was mehr
„Der Mutter schreibe ich hin und wieder; aber ,cr‘ darf es nicht wissen."
„Ich kenne Ihren Vater gut. Ordentlicher Mann, ober ein Dickschädel erster Klasse. Ich habe einen Einfall, Fräulein Paula! Wenn das Mannderl wieder auf dem Damm ist, bringen wir den Bub und den Alten zusammen. Lassen Sie mich nur machen. Man muß doch etwas unternehmen."
Paula zuckte verzagt die Schultern.
„Es ist alles so schwer und so verfahren. Das ganze Leben ist so schwer", seufzte sie und hatte wieder ihr verzweifeltes, bitteres Gesicht.
*
Maxie Hegemann trat aus dem Hotel, späte umher und schielte zum ^Iieseke-HÜuschen hinüber. Paps und das Fräulein ahnten nichts von diesem Ausflug. Sie promenierten unter Holls Fenster vorbei, pfiff, wie verabredet, ein paar Takte aus „Carmen" und überlegte, ob sie nicht doch besser Steinchen nach oben werfen sollte — aber Holl ließ sich nicht blicken.
Da faßte sie rasch einssn Entschluß, huschte ins Haus und stieg die Treppe empor. Dort, wo sie Holls Tür vermutete, pochte sie an. Nichts. Sie hatte ziemliches Herzklopfen, als sie die Klinke niederdrückte; aber das verlor sich, als sie eine Weile im fremden Zimmer stand. Komisches Gefühl, so mutterseelenallein als Mädchen in einer Männerbude zu
Küche mit ihren neuzeitlichen, blitzblanken Einrichtungen. Mit einem Wort: alles ist hier auf der Höhe. *
So bürfte es denn wohl keinem jungen Manne schwer werden, bei der Fli e g e r ro a f f e s e t - nen Wehrdienst für Führer, Volk und Va erfand zu leisten. Hier dient er bei einer der interessantesten Waffen unserer Wehrmacht, und er ist in seiner ganzen Lebensweise so vortrefflich aufgeho- ben, wie es wohl den meisten zu Hause nicht Geschieden sein dürfte. ”•
einmal ab?" fragte Georg.
„Ach, nichts! Gelt, du liebst nur mich mand anders?" fragte sie auf den Zehenspitzen
Beim Betreten des Untereffixiers= und des Mannschaftsspeisesaales, die mit schönen, geschnitzten Modeln, prächtigen Beleuchtungskörpern, über mannshohen Fenstern mit bunten Gardinen und 3ablrei= chen Bildern ausgestattet find, kann man — besonders bei der abendlichen Beleuchtung — ofyne weiteres einen Vergleich mit einem Festsaal Ziehen, der durchaus zugunsten dieser Speisesäle unserer Flieger spricht. In Gießen wüßten wir diesen Speisesalen nichts gleichartiges zur Seite zu stellen Sehr gemütlich und mit feinem Geschmack gestaltet ist auch die Kantine. Ein Schmuckstück für sich die große
des Kreisschießwartes H a n f f -überreichte Kamerad Wagner die Schießauszeichnungen an die Kameraden Georg und Willi S ch i l l i. n g, A p p e l und Willi Georg für den Sieg bei den Kreismelster- fchasten. Die große Kyffhäufer-Ehrennadel konnte er dem Kreisschießwart 5) anff und dem Kameraden Fleck, die goldene Ehrennadel an die Kameraden Go kd buch, Glebe und Lehr- mund, die silberne an die Kameraden Hugo Hartmann,^ Herrmann und Saturn, die bronzene an die Kameraden U l r l ch und N ch m l 11 üb erreichen. .. ,
Kameradschaftspfleger Trümpert gab einen umfassenden Bericht über die Entwicklung des Sozialwesens, das jetzt in der Deutschen Krieger- Wohlfahrts-Gemeinschaft eine Krönung erhält. Er hob die segensreiche Arbeit dieser Organisation im NSRKB. hervor und appellierte an das Kameradschaftsgefühl jedes einzelnen, hier mitzuhelfen, damit manche Not gelindert werden kann. Er hob hervor, daß das jetzt in Hessen als Neuerung emgefuhrte Fechtwesen bereits gute Anfänge zu verzeichnen hat und daß Kamerad Schneidmüller für feine Erfolge mit einer Ehrenurkunde belohnt werden konnte.
Kameradschaftsführer Stroh dankte allen seinen Mitarbeitern und forderte zu weiterer treuer Mitarbeit im neuen Jähr auf. Am Reichskriegertag in Kassel Anfang Juni wird die Kameradschaft durch einige Kameraden vertreten fein. Anläßlich des Heldengedenktages am nächsten Sonntag wird die Kameradschaft am Kriegerdenkmal am Marktplatz einen Kranz niederlegen und sich an der Feier auf dem Trieb beteiligen. Die Sommerarbeit soll mehrere Vorträge bringen. Um einen sehnlichen Wunsch der alten Soldaten zu erfüllen, ist eine Fahrt zum Kyffhäuser-Denkmal geplant. Für die Uniformierung ist ein größerer Betrag zur Verfügung gestellt worden.
Die Kriegerkameradschaft von 1874 im RS.- Reichskriegerbund hielt am gestrigen Donnerstagabend im „Burghof" ihre 65. Jahreshauptversammlung ab, die durch eine musikalische Umrahmung der Kapelle Krengel verschönt wurde. Nach dem Einmarsch der Fahne begrüßte Kameradschaftsfuhrer Rektor Stroh die Kameraden. In einem Rückblick auf das Jahr 1938 führte er zwei Ereignisse an, hie die Herzen der alten Soldaten mit Stolz erfüllen: die Schaffung Großdeutschlands und die des NS.- Reichskriegerbundes als der einzigen Organisation aller alten Soldaten. In den Dank an alle diejeni- gen, die dem Bunde die Treue gehalten haben, schloß er die 13 Kameraden, ^runter den letzten der Altveteranen von 1870/71 Wilhelm Bourgois ein, die in letzter Zeit verstorben sind. Die Kameraden erwiesen ihnen sowie den Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung die Ehrenbezeigung. Eine Reihe verdienter Kameraden wurde ausgezeichnet. Für besondere Verdienste rourben Kreisschießwart Albin Klein, Karl Kopp, Robert M e u s e r und Wilhelm M ü l l e r zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Ehrenurkunde für 25jährige Mitgliedschaft erhielten die Kameraden Heinrich Benner, Karl Georg, Heinrich Schwarz uiib Karl Krämer; die Ehrenurkunde für 40jährige Mitgliedschaft wurde den Kameraden Dr. Schäffer, Adolf Kalb Henn, Karl Grün und Johannes Heß zugedacht, die gleichzeitig ein Bild des Führers ausgehändigt erhielten. Das Kyffhäuser- Ehrenzeichen II. Klasse wurde den Kameraden Heinrich Lutz, Kcknrad Wenzel, Karl Weller, Wilhelm Naumann und Georg Bormuth
Nomon von Walther kloepsser.
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16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
depots, einem Feldwebel, die hundertprozentige Sicherheit des Fallschirms besonders hervorgehoben wird, ein Versager bisher jedenfalls noch nie zu I verzeichnen war. Etwa drei Sekunden nach dem Absprung vom Flugzeug muß der Flieger den Reißverschluß aufreißen, weil er dann soweit vom Flugzeug entfernt ist, daß der Fallschirm sich nicht im Flugzeug verfangen kann. Dann vergehen noch etwa zwei bis drei Sekunden, bis der Fallschirm sich vollkommen geöffnet hat. Mittlerweile ist der Flieger etwa 150 Meter gefallen, und nun pendelt er, in ben Traggurten seines Fallschirmes hängend, der alten Mutter Erde zu. ,
Neben dem Fallschirm gehört zu jedem Flieger auch seine S a u e r st o f f - A t e m m a s k e, Die bei Flügen in einer öhe von 4000 Meter ab benutzt werden muß. Fallschirme und Sauerstoff-Atemmasken müssen von dem Personal des Fallschirmdepots in sorgfältiger Arbeit jederzeit verwendungsbereit gehalten werden.
Wir begeben uns anschließend zu den Arbeitsräumen der Wetter stelle. Von hier aus hat man einen weiten Rundblick über den großen Start» und Landeplatz. Landkarten und Wetterkarten, dazu die verschiedenen Apparate, geben diesen Räumen ein besonderes Gepräge. An einer Wand sehen wir innerhalb einer großen runden Scheibe andauernd kleine, kreisrunde Lichtsi^nale aufleuchten, die von dem Windmesser auf dem Dache des Gebäudes aus- gelöst werden; diese Signale zeigen die jeweils herrschende Windrichtung an.
Der Dienst auf der Wetterstelle ist außerordentlich verantwortungsvoll, denn von den Berechnungen und den Wetterangaben dieser Dienststelle hängt bis zu einem hohen Grade die Sicherheit der fliegenden Maschine und damit das Leben der Besatzung ab. Die Wetterstelle erhalt auf dem Funkwege die Wettermeldungen aus allen Gegenden des Reiches, wie auch im internationalen Wetterdienst die Meldungen des sog. „großen Wetters" in allen Ländern Europas. Ihrerseits gibt die Gießener Wetterftelle die Meldungen über das hiesige Wetter an die anderen -Stationen ab. Der Austausch der Wettermeldungen innerhalb des Reiches erfolgt halbstündlich und stündlich, der internationale Wetterdienst geht alle vier Stunden vor sich. Die Wetterprognosen, die für 24 Stunden Gültigkeit haben, werden zu etwa 60 bis 80 v. H. stets von der Wetterentwicklung bestätigt. Durch diesen Nachrichtenaustausch ist die Wetterstelle jederzeit in der Lage, den Fliegern das für ihre Flugstrecke in Betracht kommende Wetter genau
aus Erziehung und Höflichkeit geschah denn aus innerer Heiterkeit, unb schlug sich im Hinblick auf die geplante Unternehmung mit schweren Bedenken herum. Paula hatte vorhin bescheiden nach dem Hefegebäck gegriffen, aber Tinser hatte in seiner beweglichen unb lauten Art das nicht zugegeben. „Weg mit bem Nußzopf! Nußzopf bekommt ihr zwei auch in Seesham." Unb er hatte ihnen eine Holländer Kirschtorte auf den Teller geschoben. Nach dem Kaffee baute er um Paula ringsum Lesezirkelhefte auf unb ermunterte ben Knaben:
„Komm, Bub, wir gehen jetzt zu deinem Groß^ vater. Und Sie, liebe Paula, halten ben Daumen.
Sie sah ihn flehenb an.
„Nur Mut, es wirb schon schief gehen", tröstete er unb nahm bas Mannderl bei ber Hanb.
„Warum tun Sie das eigentlich an uns, Herr von Tinser?" fragte Paula leise.
„Weil es mir Freud macht. Weil ich sehen möchte, ob man diesen hartgesottenen Großvater nicht weich friegen kann. Weil Sie unb ber Bub mich dauern — ein Haufen Gründe, nicht wahr? Haben mir sonst noch was? Nein? Dann wollen wir's angehen. Komm!" , .
Fragt die aber spaßig! dachte er im Wagen. Warum sollte ich es benn sonst tun? Dann gab er dem Kinb ein paar Verhaltungsmaßregeln, jedoch nicht zu viele, um seine Unbefangenheit nicht zu trüben.
„Ist er arg bös, der Großvater?" meinte das Mannderl nach einer besinnlichen Pause.
„Aber keine Spur! Der kann sogar sehr nett sein. Nur hat es früher zwischen dir unb deiner Paula- Mama einmal Streit gegeben, unb seit der Zeit bockt er."
„Meinen S' nicht, bah er mich haut?" fragte bas Mannderl zweifelnb. .
„Aber, Dummerl, roo denkst du benn hin?! Ich sag's ja, du brauchst nur freundlich unb artig zu sein."
Das Mannderl seufzte tief auf und dachte angestrengt nach. Dann putzte es sich die Nafe, damit wenigstens da kein Anlaß zu Klagen sei.
Zehn Minuten später waren sie im Werk. Es roar unter Mittag. Sie fragten nach dem Hausmeister, unb es hieß, er sei brüben im Tiergehege. Sie gingen langsam Darauf zu.
„Tag, Herr Baron."
„Tag, Herr Gieseke."
„Was hoben Sis benn da für eine Begleitung?
[ forschte ber alte Mann unb griff dem Mannberk i unters Kinn.
(Fortsetzung folgt!)
Winterhllsswer« 1938/39 soll uns im Gedenken an unsere toten Kameraden besonders bereit srnd-n, ür unser Vaterland das zu geben, wozu wir in der
Durch Opfer ist unser Reich groß und stark geworden. Durch Opfer wollen wir weiter dafür sorgen, daß unser Volk ewig stark und gesund bleibt. Bekenne ich deshalb am letzten Eintopfsonntag Mer Volks- genösse unseres Gaues zu der Parole, daß nicht der seine Pflicht erfüllt, der eine Spende in die Hand des Sammlers gibt, sondern der ein wirklich spürbares Opfer für fein Volk bringt.
WHW. Ortsgruppe Gießen-Ost.
Belr.: Whlv.-psund-Spende.
Montag, 13., unb Dienstag, 14. d. M„ wird im Bereich unserer Ortsgruppe die Pfundsammlung durch die NS.-Frauenschaft durchgeführt. Es wird gebeten, die Pfunbspende bereitzühalten unb den Inhalt auf bem Päckchen außen sichtbar zu ver- merken.
Oeffentliche Sitzung der «atsherren.
Am kommenden "Donnerstagnachmittag findet im Stadthaus, Bergstraße, eine öffentliche Sitzung der Ratsherren statt, die sich mit einem Nachtragshaus- halt für 1938, einer neuen Wertzuwachssteuersatzung und dem Fluchtlinienplan für die Randstraße am Sportgelände beschäftigen wird.
Tiefer Ton — hoher Ton!
Jener- unb Luftschuh-Sirenen probeweise in Betrieb.
In Ergänzung unserer Mitteilung über die am morgigen Samstag in der Zeit von 10 bis 12 Uhr stattfindenden Sirenenproben wird uns von der Städtischen Feuerwache mitgeteilt, daß sowohl die Feueralarm-Sirenen wie auch die Luftschutz-Sirenen einer Prüfung unterzogen werden. Zur Kenntnis der Unterschiede fei erwähnt, daß die Feuer-Sirenen mit tiefem Ton zuerst erklingen werden, und an- chließend die Luftschutz-Sirenen mit Hellem Ton in Betrieb gesetzt werden. Der Bevölkerung wird empfohlen, diese Unterschiede im Klang der Sirenen im eigenen Interesse zu beachten unb im Gedächtnis zu behalten. Also Feueralarm-Sirene tiefer Ton — Luftschutz-Sirene hoher Ton.
Selbständige Handwerker beachtet die Kürzungsmöglichkeit der Wartezeit.
Von den Handwerksmeistern, die durch die neue gesetzliche Altersversorgung versicherungspflichtig ge- worden sind, haben die älteren vielfach den Wunsch, ihre Wartezeit zu verkürzen und nach möglichst kur- zer Wartezeit eine höhere Rente zu erhalten. Das Sozialamt der DAF. macht hierzu darauf aufmerksam, daß in der Angestelltenversicherung schon von früher her ein Einkaufsrecht besteht, das es ermöglicht, die Wartezeit nach vorhergehender ärztlicher Untersuchung durch Beitragsnachentrichtung abzukürzen. Das Einkaufsrecht ist gelegentlich der Einführung der Versicherungspflicht für die selbständigen Handwerker erheblich erweitert worden. Es kann jeder selbständige Handwerker bis zum 31. Dezember 1941 für die Zeiten, in denen er selbständig roar, ohne vorherige ärztliche Untersuchung Beiträge nachentrichten. Dadurch leben die etwa früher erworbenen Rechte aus ber Invalidenversicherung sofort wieder auf Ferner wird damit erreicht, daß die Wartezeit erheblich gekürzt wird und eine Erhöhung der zu erwartenden Rente rasch erfolgt. Es wird den älteren Handwerksmeistern empfohlen, im Jnteresie einer schnellen und ausreichenden Sicherstellung von diesem Recht der Nachentrichtung von Beitragen Gebrauch , zu machen. Die geauen Durchführungsoorschriften hierzu sind in Kürze zu erwarten.
Vorsicht beim Genuh von Enteneiern.
Verschiedene Fälle von Erkrankungen von Men- scheu durch den Genuß nicht oder unvollständig ge- kochter Enteneier in der letzten Zeit geben Veranlassung, noch einmal darauf Hinzuwelsen, daß bei dem Genuß von Enteneiern größte Vorsicht an den Tag gelegt werden muh. Nach einer Verordnung des Reichsinnenministers vom 24. 7. 1936 dürfen Enteneier nicht roh oder weichgekocht verzehrt werden oder zur Herstellung von Puddingen, Mayou-
einen Augenblick Zeit, Ich bin denen im Hotel nur ausgerückt, um dich endlich wiederzuseheu. Wie geht es bir? Ein bissel schmal schaust du aus, finde ich. Aber das steht dir gut. Das ist schon eine blöde Sommerfrische, eine blöde. Regen, Zuschauer, Jus- Wasser-Fallen, Bettliegeu — aber ich habe einen Plan. Wir fahren am Donnerstag zu zweit nach Gatterse-e. Magst du? Den Wagen kriege ich von Tinser. Bei Regen — toi, toi, toi! — schlagen wir dar Verdeck hoch. Daun kann uns der Regen gern haben. Kennst du Gattersee? Au, fein! Liegt ganz versteckt, kommen kaum Fremde hin, kennt uns niemand, unb die Wirtin ist eine prachtvolle Frau mit Verständnis für Liebesleute. Wir fahren in der Frühe weg und haben bann ben ganzen Tag vor uns. Offiziell fahre ich zu einer Freuubiu, bie mich kürzlich eingelaben hat, inoffiziell fitze ich mit Schorschi zusammen, unb wir benehmen uns Turteltäubcheu..."
„Was ist benn los? Warum brichst bu
Den Kassenbericht legte der Rechner Hugo Hartmann vor, aus bem eine gesunde finanziell« Entwicklung zu erkennen roar. Auf Antrag des Rechnungsprüfers Hönig wurde dem Rechner Entlastung erteilt.
lieber das Schießwesen berichtete Schießwart Merlau, ber von schönen Erfolgen berichten konnte. So konnte eine Mannschaft beim Dolks- schießeu bes Schützenvereins ben zweiten Platz belegen. Auch beim Kreiswettschießen errang eine Mannschaft mit 446 Ringen in ber Klasse A ben zweiten Platz, unb weitere 6 Kameraben wurden im Eiuzelwettbewerb mit Ehrungen bedacht. Kamerad Merlau gab die Bedingungen für das Pflichtschießen bekannt unb ermunterte bie. Kameraben, sich rege am Schießen zu beteiligen. In Vertretung1
Tja, ba werden wir nun halt eine Botschaft hinterlassen müssen, einen Treffpunkt aufschreiben, dachte Maxie unb sah sich nach Papier unb Bleistift um. Bleistift war da, aber wo war Papier? Ihr suchender Blick fiel auf den rosaroten Streifen, der zwischen den Buchseiten hervorlugte. Sie schlug das Buch auf unb nahm den Papierftreifen heraus. Er war vorn beschrieben, hinten leer. Zwei weiße Täubchen schnäbelten lustig aus rosarotem Untergrund. Wirb nicht so kostbar fein, ber Fetzen, dachte sie unb las aus Gewissenhaftigkeit:
„Lieber Georg!
Ich schreibe Dir diese Zeilen unter Tränen, und Du wirst' Dir wahrscheinlich denken können, warum. Oder solltest Du
anzugeben.
Jeder Flieger ist verpflichtet, vor jedem Flug, ganz gleich ob Fernflug oder Platzslug über dem Horst, sich auf ber Wetterstelle bie Wetterangaben unb -Beratung abzuholen. Für Fernflüge wirb ihm auf dem „Wetterberatungsschein" das für seine Strecke gemeldete Wetter mit eingehenden Angaben über Wolkenbildung, Höhenwind, Dunst oder Nebel, Bodensicht ober Mangel an Sichtmöglichkeit usw. schriftlich genau an die Hand gegeben, damit er auf allen Etappen des Fluges jederzeit über die Witterungsverhältnisse völlig im Bilde ist. Kein Flug darf ohne diese vorhergehende Streckenberatung angetreten werden. Dadurch ist es möglich, von vornherein viele Gefahrenquellen auszuschalten. Darin liegt ja auch der eigentliche Sinn der fortdauernden Heber» roachung des Wetters.
Wir schauen uns. weiter in ben Flugzeughallen um. Staunend und bewundernd stehen wir vor den mächtigen unb doch so schnittigen Maschinen. Es ist ein besonderes Erlebnis, diese Waffe unserer Flieger, die wir bei den schneidigen Flügen oft über der Stadt sehen, einmal aus nächster Nähe betrachten zu können. Und wiederum erfüllt uns beim Anblick dieser Flugmaschinen das erhebende Gefühl unterer starken deutschen Wehrhastigkeit und der dadurch für Volk und Reich gewährleisteten Sicherheit.
Dann begeben wir uns zu einem ber großen Unterfunftsgebäube unserer Flieger. Was man in bem Sammelbegriff „schönes Wohnen" umfaßt, ist hier gegeben. Freundliche, hohe Stuben, schöne Ausstattung, gute Beleuchtung, Rabio, weite Korridore, ausgezeichnete Waschräume unb Duschen, neuzeitliche Toiletten, breite Treppenhäuser — kurzum jeder einzelne Bau ist gewissermaßen ein Schmuckstück. ______________________________


