Ur. 289 Drittes Blatt
nser
P. B.
Meta Brix
Roman von
CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN
B. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
g 69
72UD
»ar man bereits und anders als mit seinem Vor- tarnen wollte der Soldat nicht genannt sein, natur- ich wiederkommen. Danach zeigten ihm Mutter und Töchter den 5)of, die Scheune, die Stallung und ben Garten und sie freuten sich alle, daß er so ländlichen Sinnes mar und so kluge Urteile hatte.
Später schrieb Fritz rasch eine Karte heim: „Meine lieben Eltern! Wir hoben heute hier gerastet und ich vor wie zu Hause. Es sind lauter liebe Menschen um mich herum.' Es muß Euch viel in den Ohren
stücklich mären sie.
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
iewohner standen auf der Straße. Fritz kam zu ledern einzelnen und schüttelte ihm beide Hände. Als lie Zurückgebliebenen mieder in ihre Stube traten, Iahen sie sich einander in strahlende Augen, so
ceklungen haben, denn ich habe viel von Euch er* sohlt. Herzlichst Euer Fritz." Und alle, vom Großvater angefangen, schrieben ihre Grüße darunter.
In der Nacht rückte die Truppe ab, aber die Haus-
Aus der Stadt Gießen.
Quartierglück.
Es mar noch dunkel, aber die Hähne witterten schon Morgenluft und krähten sich ihre Weckrufe von Hof zu Hof kräftig zu, als die Truppe zu einem Rasttag in das Dorf einmarschierte.
Den Soldat, der das letzte Haus an der Hauptstraße als Quartier suchte, muteten die Hahnenschreie sehr vertraut und heimatlich an. So mar er manchesmal im Morgendämmern heimgekommen toenn er sonntags ausmärts bei einer Dereinsfeier ober Kirmes feine Geige gespielt hatte. Auch der warme Atem des Hauses, der ihn im Flur anwehte die Herzlichkeit der Frau, die so früh schon auf den Seinen mar und ihm das Bett gerichtet hatte somie Lie kleine saubere Stube mit ihrer Atmosphäre von behaglicher Geborgenheit maren mie zu Hause.
Als er aufmachte, schlug es Mittag, und er mußte sich erst überall genau umsehen, ehe er es endlich .glauben konnte, daß er das Daheimsein nur geträumt hatte. Doch fühlte er sich, obschon ihm der Name des Dorfes völlig unbekannt mar, durchaus nicht fremd. Die geräuschvollen Hantierungen und Gespräche aus der Küche her klangen vielmehr feinen Ohren mie langentbehrte Wohllaute. Dann flieg ein Dust zu ihm auf, der ihn geradezu berauschte: „Reibekuchen!" flüsterte er und sog mit tiefen Atemzügen den köstlichen Geruch von Knuspe- rigem ein, als wollte er nichts von ihm verloren Sehen lassen. Er sagte selbstverständlich mit großer reube zu, als man ihn zum Essen einlud. Kartoffel- pfannfucben und Apfelmus, das fei ja fein Lieblings- aericht. Die Frau, die am Herde stand, hatte ihre jebe Not, immer wieder etwas auf die rasch geleerte Platte zu bringen, denn ihr Mann, ihr Vater, $n>ei Mädchen und der Soldat aßen, als feien sie nicht satt zu kriegen. Sie selbst hatte sich ihren Teller luf den Herdrand gestellt, sonst märe sie wohl zu 'urz gekommen. Nach dem Essen erzählten die Männer und rauchten, mährend die Mädchen, eine Zehnjährige und eine Fünfzehnjährige mit leuchtenden Augen zuhörten.
Zum Nachmittagskaffee mußte Fritz, so bekannt
Stadttheater: 14.30 bis 17 Uhr „Der gestiefelte Mer". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Iohannis- l?uer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Alarm iuf Station III"; 14.30: Märchenvorstellung „Die Heinzelmännchen", „Der Wolf und die sieben Geißle in", „Kasper bei den Sioux-Indianern", „Kinder- leder". — Oberhessischer Kunstverein: 15 bis 16 Uhr lusstellung im Turmhaus am Brand.
Tageskalender für Sonntag.
Stadttheater: 14.30 bis 17 Uhr „Der gestiefelte later"; 19 bis 21.45 Uhr „Der Zigeunerbaron". — Nona-Palast, Seltersweg: „Johannisfeuer"; 13.30 Ihr: Märchenvorstellung <,Die Heinzelmännchen", Der Wolf und die sieben Geißlein", „Kasper bei den öioux-Jndianern", „Kinderlieber". — Lichtspielhaus, Zahnhofstraße: „Alarm auf Station III"; 13.30 Uhr:
Er war nicht für Umwege. Er wollte klar wissen, vas eigentlich geschehen mar. Er kämpfte gegen die Starrheit der Frau, die nur immer den Kopf schüttelte und keine Antwort gab.
Er bestellte die Grüße Warnkes. Er wurde Westlich wütend und schrie: „Herrgott, nun ant- Horten Sie doch endlich! Wissen Sie denn nicht, bifj ich Ihr Freund bin?"
,Hch bin ganz allein auf der Welt", sagte Luise. 5)r Gesicht zuckte.
Der kleine Zeichner sah sich um. Hier im Zimmer Ich es nicht sehr aufgeräumt aus. Da stand und kg dies und das herum. Es sah so verwirrt und der Ordnung gekommen aus, wie diese Frau 'igt verwirrt und aus der Ordnung gekommen war.
„Eigentlich könnten Sie mir einen Stuhl an- Mieten, Luise Dornkctt", sagte Brehm. „Und eine Mfe Kaffee könnten Sie uns auch bereiten. Dann tollen wir weiter reden."
„Lassen Sie mich in Frieden, Brehm , fapte Stift hartnäckig. „ Ich habe Sie nicht gerufen.
Der Blick des Zeichners wurde schärfer. Er sah m bom Schreibtisch hin und stand auf. Luise schien st glauben, daß er nun endlich gehen würde.
Aber er sah sie nur sehr aufmerksam an, dann tot er mit einem Sprung an ihrem Schreibtisch Uld nahm die Waffe auf, die da lag, und schob jte in die Tasche. . , f.
Und dann nahm er Luise bet den Schultern ... Mz sanft ... unb führte sie zu dem kleinen Sessel, ^ise und erschüttert sagte er: „So also sieht vas 8ib ... das nennen Sie Frieden ..."
Mit einem wehen Laut sank sie zusammen und De*barg das Gesicht in den Händen.
3n einem langen Schweigen ließ Brehm sie zur Ne kommen. Endlich ließ sie die Hande vorn Ge- $6.1 sinken und starrte wieder vor sich hm. Dann P-ad) sie ... sprach sich alles von der Seele, öte "cgte sich nicht an ... sie verteidigte sich nicht. Sie Mahlte nur. Und es war jetzt ganz gleich, ob einer Mitleid für sie empfand oder Verachtung
Was ging das alles fte noch an?.
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhchen)
Aufruf!
vom 11
Jeder beweist am kommenden Sonntag, daß er die geschichtliche Bedeutung unserer Zeit begriffen hat.
Der Haltung unserer Truppen stellen wir die Geschlossenheit und Bereitschaft der inneren Front zur Seife!
Spendet deshalb am kommenden Opfersonnlag außer dem für diesen lag vorgesehenen Opfer eine Barspende, die mindestens dem Werte eines Weih- nachtspaketes entspricht!
Gaubeauftragter für das Kriegswinterhilfswerk.
Die Opfersonntage des diesjährigen Kriegswinter- hilfswerkes sind Ausdruck unserer nationalen Solidarität.
Da in diesem Winter die im Gau Hessen-Nassau übliche Weihnachtspaketeaktton des winterhilfs- tverfes wegen der Vezugfchelnpflicht unterbleiben muß, ergeht der Appell, am kommenden Opfersonnlag mit der Spende auch die früheren Aufwendungen für die Weihnachtspaketeaktton zu entrichten.
Der Opfersonntag des Monats Dezember muh fo alle anderen Sammlungen übersteigen.
Märchenvorstellung „Die Heinzelmännchen", „Der Wolf und die sieben Geißlein", Kasper bei den Sioux-Indianern", „Kinderlieder". — Obst- und Gartenbauverein, Gießen: 15 Uhr im „Burghof" Versammlung. — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 und 14 bis 16 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Alpenverein, Sektion Gießen: 16 Uhr Restaurant „Hindenburg", Vortrag Dr. A. Kaufmann: „Fahrten durch Dalmatien und Bosnien".
Stadttheater Gießen.
Samstag, 9. Dezember 1939: Am heutigen Samstagnachmittag wird das Weihnachtsmärchen ,'Der gestiefelte Kater" zmn ersten Male wiederholt. Spielleitung: Karl Dolck. Musikalische Leitung: Richard Boeck. Die Tänze sind einstudiert von Thea Maaß.
Am morgigen Sonntagnachmittag wird das Märchen „Der gestiefelte Kater" wiederholt. Spielleitung: Karl Dolck. Musikalische Leitung: Richard Boeck. Tänze: Thea Maaß. Bühnenbilder: Karl Löffler. Am Sonntagabend wird die Operette „Der Zigeunerbaron" von Joh. Strauß wiederholt. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Spielleitung: Harry Grün et e. Bühnenbilder: Karl Löffler. Chöre: Richard Boeck. Tänze: Thea Maaß. Außer Miete.
Dienstag, 12. Dezember: „Der Zigeunerbaron",
Sie hatte auf eine furchtbare Weise den einzigen Menschen verloren, dem sich ihr Herz in reiner Liebe ... in nie gekannter, reiner Liebe zuwenden wollte ... schon zugeneigt hatte.
Sie hielt ganz still, als Brehm ihr den Sessel bequemer rückte, ihre Füße aufhob und auf einen zweiten Sessel legte, so daß sie besser ruhen konnte. Er ging an die kleine Vitrine und fand da eine Flasche Wein. Er goß ihn in ein Glas und gab es ihr.
„Und dann, als er sah, daß sie ruhiger geworden war und stiller ... still in einer sanften Traurigkeit, nicht in Starrheit wie zuvor ...da sprach er. Daß sie glauben sollte, daß er ihr bester Freund wäre. Und daß er natürlich für sie eintreten wollte.
Er lachte ein wenig, als er sagte: „Ich würde Sie von der Stelle weg heiraten, Luise! Aber das darf ich Ihnen gar nicht zumuten. Ich paffe ja nicht zu Ihnen, und muß mich schon damit abfinden."
Sie hob die Hand und strich über die seine: „Beppo, Sie lieber Mensch ..."
„Schon gut. Aber einen anderen Rat habe ich für Sie: Schließen Sie die Bude hier ebenso schnell zu, wie Sie das vor ein paar Jahren in Wien gemacht haben, und kehren Sie zum Film zurück. Soviel ich weih, wurden Konni wieder mehrere große Filme angeboten. Und der Deibel soll mich holen, wenn nicht gerade diese schweren Erlebnisse für Sie ein Segen werden! Dadurch sind Sie gewachsen, Luise — innerlich gewachsen."
„Auf diese Erfahrungen hatte ich herzlich gern verzichtet", sagte Luise bitter.
Diese Erfahrungen werden Sie erst richtig befähigen, wirkliche menschliche und tragische Rollen ganz auszuschöpfen."
Luise wollte sich wehren. Sie schloß die Augen. Aber der Gedanke, den Brehm ausgesprochen, setzte sich fest und lockte. Lockte wie ein ferner, tröstender Traum...
Ja, dachte sie, es müßte schön sein, alles zu ver- qessen und sich im Spiel zu verlieren — alles hier abzuschütteln und zu glauben, es wäre niemals ge-
Mer dann waren die schnell geformten Bilder einer neuen Zukunft wieder fort.
Es geht nicht, Beppo Brehm", sagte sie. „Ich weiß, daß ich nicht mehr zu den Hettfelds zuruck- Fehren kann. Es ist alles aus ...
Wie denn?" fragte der Zeichner. "Und das kleine Ding hier?" Er hob die Waffe aus der Tasche und hielt sie auf der Hand. „Dann war doch wohl auch alles flU5
„Ja", nickte Luise. „Dann wäre auch alles aus gewesen. Aber Sie haben mich ja wieder aufgeweckt!"
Sie zog die Füße von dem Sessel und saß aufrecht. „Ich muß mit Matthias Heitfeld sprechen. Er muß wissen, wie alles zusammenhängt. Ich will ihm schreiben und ihn bitten, daß er mich zu einer Aussprache empfängt."
„Haben Sie das nötig, Luise? Dahin zu gehen, wo man Sie hinausgewiesen hat?"
„Sie sagen das nicht ganz richtig, Beppo. Ich bin doch schuldig. Ich hätte eher sprechen müssen. Und dann ist es nötig, weil in dem Hause dort noch jemand ist, der erfahren muß, daß ich nicht in dem Sinne schuldig bin, wie er glaubt. Er soll das wissen, obwohl er mich nicht anhören wollte."
„Sie meinen den Doktor Heitfeld?"
,Za", sagte Luise und konnte es nicht hindern, daß ihr die Tränen über die blassen Wangen flössen. Sie kehrte ihr Gesicht ab.
„Doktor Heitfeld ... ihn also lieben Sie..."
„Ja."
Nun bekam ihr Gesicht wieder den verschlossenen Ausdruck.
Beppo Brehm fragte nichts weiter. Er wollte jetzt handeln. Er wollte sich mit Konni verbinden. Dann würden sie Luise schon hier herausbekommen.
„Wollen Sie mir versprechen, Luise, jetzt ruhig und ganz vernünftig zu sein? Ich komme morgen wieder zu Ihnen."
Sie nickte: ,Ha, Beppo. Und ich danke Ihnen. Sie sind so gut."
„Ein guter Freund, Luise. Das will ich Ihnen fein. Und das sollen Sie wissen."
Er stand neben ihr.
„Ja ,.." Sie lehnte ihren Kopf gegen seinen Arm und nEe: „Ein guter Freund ..."
Sie fühlte die Wärme, sie hörte die beruhigenden Worte. Sie war nicht mehr ganz allein.
Am Sonntagmorgen war Beppo Brehm wieder bei Luise. Sehr eilig. Sehr geschäftig.
„Fertigmachen, Luise! Wir fahren gleich zum Flugplatz. Wir starten mit meiner .Libelle nach Wien. Konni läßt tausend Grüße bestellen und erwartet uns dringend."
„Ja ... aber ..sagte Luise überrascht.
,Kein Aber", entschied der kleine Zeichner. „Fer- tigmachen, beste Freundin!"
Luise überlegte nur einen Augenblick. Dann hob sie den Kopf. Gut. Fertigmachen. Zurück nach Wien. Dort war nicht nur Konni Brehm, der getreue, führende Mitarbeiter ... dort war auch Balthasar Jäckel, der immer Gütige und Hilfsbereite.
Doktor Heitfeld mußte seinen Vater von dem Vorgefallenen benachrichtigen. Telephonisch wollte er
Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Spielleitung: Harry Grüneke. 11. Darstellung der Dienstag-Miete.
Mittwoch, 13. Dezember: „Der gestiefelte Kater" (Nachmittagsvorstellung) Weihnachtsmärchen. Musikalische Leitung: Richard Boeck. Außer Miete.
Freitag, 15. Dezember: „Die lustigen Weiber von Windsor , komische Oper von Otto Nicolai. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Harry Grüneke. 12. Vorstellung der Freitag-Miete.
Samstag, 16. Dezember: „Der gestiefelte Kater" (Nachmittagsvorstellung) Weihnachtsmärchen. Spielleitung: Karl Volck. Musikalische Leitung: Richard Boeck. Außer Miete.
Sonntag, 17. Dezember: 5. Morgenveranstaltung „Weihnachtmorgenfeier". Leitung: Gerhard Reuter. Musikalische Leitung: Richard Boeck.
„Der gestiefelte Kater" (Nachmittagsvorstellung). Weihnachtsmärchen. Spielleitung: Karl Volck. Musikalische Leitung: Richard Boeck. Außer Miete. — Zum letzten Male „Gasparone", Operette von Karl Millöcker. Musikalische Leitung: Richard Boeck.
„Moderne Cuffffreitfräfte
als ausschlaggebende Grundlage der Wehrpolitik."
Das Deutsche Volksbildungswerk, das schon oft hochinteressante Vortragsveranstaltungen vermittelte,
*) Bei der Brotzuteil ung für Kinder über 6 Jahre besteht folgende Anordnung: Kinder von 6 bis 10 Jahren erhalten pro Woche 1700g 93rot oder 1200g Brot und 375g Mehl, Kinder über 10 Jahre gelten als Normalverbraucher, d. h. sie erhalten wöchentlich 2400 g Brot oder 1900 g Brot und 375 g Mehl.
Lebensrnittel
Normalverbraucher
Gramm
Schwerarbeiter
Gramm
Schwerstarbeiter
Gramm
bis 3 Jahre Gramm
Kinber
3—6 Jahre Gramm
6—14 Jahre Gramm
Brot..............
2400
2900
3900
1100
1100
•) Siehe
Fleisch ob. Fleischwar.
ober
1900 g Brot u. 375 g Mehl
und
500 g Brot od.375gMehl sowie für jed bezeichnete 50 g
unb
500 g Brot ob.375gMehl en mit a u. b n Abschnitt Brot
ober
600 g Brot u. 375 g Mehl
ober
600 g Brot u. 375 g Mehl
Fußnote
500
1000
1200
250
250
500
Butter.............
125
125
125
125
125
200
Margarine ob. Oel...
62,5
102,5
102,5
—
Schmalz ob. Speck...
—
62,5
250
—
—
——
Käse ..............
62,5
62,5
62,5
62,5
62,5
62,5
ober
ober
ober
ober
ober
ober
Vollmilch..........
nur für werben Mütter, Wöchr bie Dauer vor ferner für besor
125 g Quarg
125 g Quarg
125 g Quarg
125 g Quarg
125 g Quarg
125 g Quarg
% Liter, )e u. stillende letinnen für
6 Wochen, tbere Berufe
% Liter
y2 Liter
% Liter
Marmelade.........
100
100
100
100
100
100
Zucker.............
Eier...............
od. 40g Zucker
ob. 40g Zucker
ob. 40g Zucker
ob. 40 g Zucker
ob. 40 g Zucker
ob. 40g Zucker
250
nach Aufruf
250 nach Aufruf
250 nach Aufruf
250 nach Aufruf
250 nach Aufruf
250
nach Aufruf
Mit kranken Zähnen Ifr man nur ein halber Mensch. Richtige, gewissenhafte Zahnpflege schützt vor Zahnerkrankungen.
das nicht tun. So flog er an dem gleichen Sonntag morgen, an dem Beppo Brehm mit Luise in der „Libelle" unterwegs war, mit dem fahrplanmäßigen Vormittagsflugzeug nach Frankfurt. ML dem Auto traf er noch vor Tisch in Orb ein. Und als Matthias Heitfeld von einem behaglichen Dortisch-Spaziergang tarn, sah er auf der Terrasse feinen Sohn.
Waldemar kam dem Vater auf halber Treppe entgegen. Er reichte ihm grüßend die Hand: „DU siehst prachtvoll aus, Vater!"
Die Begrüßung sollte fröhlich klingen, aber das helle Gesicht des Jüngeren konnte die ernste Stimmung nicht verbergen. Und wenig später wußte Matthias Heitfeld, was sich in Berlin ereignet hatte.
Er war betroffen. Er sagte: „Aber das gibt ja ein großes Unheil!"
„Man weiß nicht — sind nun Abschriften von den Rezepten genommen worden oder nicht", erwiderte der Sohn.
Der alte Herr schüttelte den Kopf. Das meinte er nicht. Er dachte an Luise Dornkctt. Ihm fiel jene erste Begegnung mit Zaduk ein, auf der Ausstellung, und die Verwirrung der Frau damals. Aber er konnte an eine Schuld nicht glauben.
Sie fuhren in Matthias Hettfelds Zimmer hinauf. Da sprachen sie weiter. Heitfeld gab zu bedenken: „Du hast vielleicht im ersten Zorn entschieden, Waldemar! Schließlich ist dein Verdacht durch nichts begründet. War eine fristlose Entlassung wirklich notwendig?"
„Alles ist doch sonnenklar", sagte der Doktor empört. „Ich habe in dem Telegramm den Beweis, daß die drei ... Zaduk, Moraoitzky und Frau Dom* tat ... sich kennen und zusammenarbeiten. Und außerdem hat die Frau alles zugegeben. Alles. Zaduk hatte sich mit Moraoitzky in Verbindung gesetzt. Er will das Geheimrezept für unser .Inkognito'. Die Dornkctt sollte es beschaffen."
„Sollte ...", betonte Matthias Heitfeld. „Und hat sie sich auch dazu bereit erklärt?"
Der Sohn zuckte die breiten Schultern. „Natürlich will sie das nicht getan hoben! Gott bewahre! Sie wollte vielmehr aufpaffen, daß der saubere Plan nicht gelang. Hübsche Ausrede!"
„Unt> wenn das keine Ausrede wäre?"
Der Doktor wurde ungeduldig. „Es wäre bU allerselbstverständlichste Pflicht der Frau gewesen, mit uns zu sprechen ... sofort, als sie von dem Plan erfuhr!" sagte er erbittert. „Statt dessen hat sie mich überredet, Moraoitzky für die Firma zck engagieren!"
(Fortsetzung folgt)
y./w. Dezember 1939
Gauletter Sprenger spricht in Gießen.
Die von den Ortsgruppen Gießen-Süd und Gle^ ßen-Ost ursprünglich für den 6. Dezember geplante große öffentliche Kundgebung ist auf Wunsch des Gauleiters auf den 13. Dezember verlegt worden, da Gauleiter Sprenger Wert darauf legt, in unserer Stadt zu den Volksgenossen zu sprechen. Die große Kundgebung mit dem Gauleiter? findet also am kommenden Mittwoch, 13. Dezember, in der Neuen Aula der Universität statt Ls wird erwartet daß aus allen! Familien unserer Stadt zum mindesten der Mann oder die Frau erscheint; alle Volksgenossen sind zN dieser Kundgebung herzlich eingeladen. Näheres wird Anfang der kommenden Woche noch bekannt gegeben.
bringt am kommenden Montag, 11. Dezember, in der Aula der Universität wieder einen Lichtbilder« oortrag, der dem Interesse vieler Volksgenossen be« gegnen dürste. Oberstleutnant Ritter, der feil! 27 Jahren der deutschen Fliegerei angehört und den Weltkrieg als Führer einer Feldfliegerabteilung mitmachte, wird in einem Vortrag die umwälzenden Einflüsse der Luftwaffe in wehrpolitischer, wehr* geographischer, geopolitischer und wirtschaftspolitischer Beziehung umreißen und einen aufschlußreichen Einblick in die Materie geben, die in der Gegenwart zu so bedeutender Wirkung gekommen ist. Eine Reihe von Lichtbildern wird den Vortrag ergänzen«
Ein Zünfundachtzigjähnger.
Am morgigen Sonntag kann unser Mitbürger August Bender, Mühlstraße 26, in körperlicher und geistiger Frische feinen 85. Geburtstag feiern« Der Hochbetagte, der jahrzehntelang im Dienste der! Reichsbahn stand, geraume Zeit im Bahnhof Gießen und dann im Bahnhof Hungen Dienst tat und häufig als Zugschaffner die Strecken Hungen- Friedberg und Gießen—Gelnhausen fuhr, nimmt noch regsten Anteil an den Ereignissen unserer Zett. Seine Milttärdienstzeit verbrachte er beim


