Ausgabe 
9.6.1939
 
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Vier Monaie im Lande der Repiilien.

Erfolgreiche deutsche Expedition nach Santo Domingo.

Soeben ist Dr. Robert Mertens vom Natur- nurfeum Senckenberg in Frankfurt von einer vier­monatigen Expedition zurückgekehrt, die die Deut­sche Forschungsgemeinschaft, Berlin, und die Sen- ckenbergische Naturforschende Gesellschaft Frankfurt dem deutschen Gelehrten nach Santo Domingo, dem Lande der Reptilien, ermöglicht hat. Mit vielen Kisten, Koffern und sonstigen Behältern kam Dr. Mertens in Frankfurt an. Er konnte die größte Sammlung dominikanischer Kriechtiere, die cs in der Welt gibt, für Deutschland Zusammentragen. Die Sammlung wird, wenn die wissenschaftlichen Forschungen und Untersuchungen beendet sind, dem Naturmuseum Senckenberg eingegliedert.

Das Land der größten Gegensätze.

Die zwischen Cuba, Portorico und Jamaica ge­legene Insel Santo Domingo ist die zweitgrößte der Antillen. Politisch zerfällt sie heute in zwei Teile, den westlichen Teil, der die Negerrepublik Haiti umfaßt, und die größere selbständige Mu- latten-Republik Santo Domingo im östlichen Teil der Insel. In der Entdeckungsgeschichte Amerikas spielt - Santo Domingo eine besondere Rolle. Die Insel wurde 1492 von Kolumbus entdeckt und Hispaniola genannt. An der Nordküste der Insel gründete er die erste europäische Niederlassung in Amerika. Die Insel war abwechselnd in franzö­sischem und spanischem Besitz, bis sie 1822 die Repu­blik Haiti bildete, von der sich der östliche Teil 1849 als eigene Republik Santo Domingo abtrennte.

Die Insel, die überwiegend spanische Kultur hat, gehört heute noch zu den zoologisch interessantesten, aber kaum erforschten Gebieten der Erde. Dr. Mer­tens hatte den wissenschaftlichen Auftrag, be­stimmte, bisher in ihrer Lebensweise unbekannte Tiergruppen zu erforschen. Es handelte sich dabei um die Tiergruppe der niederen Wirbeltiere, die in überreichem Maße und kaum verbildeten Formen auf Santo Domingo vorkommen. Man hat die Insel daher mit Recht als das Land der Reptilien be­zeichnet. Größere Tiere wie Affen, Löwen, Ele­fanten fehlen auf der Insel vollkommen. Das mag seinen Grund darin haben, daß es in der Welt nirgends sonst so gegensätzliche Landschaften gibt. Außer durch die Trockensteppe, in der Säulen­kakteen und kandelaberartige Kakteen wachsen, reiste der deutsche Forscher durch tropische Gebiete mit dem üppigsten Tropenwuchs. In unmittelbarer Nähe erheben sich steile Gebirge bis zu 3000 Meter Höhe, die wieder von mittelgebirgigen Landschaften mit europäisch anmutenden Kiefernwäldern abgelöst werden.

Das deutsch-dominikanische Tropeninstitut.

Der Hauptstadt der dominikanischen Republik, Ciudad Trufillo, die nach dem Präsidenten Tru­jillo, der die 1930 von einem Orkan völlig ver­wüstete Stadt in kurzer Zeit wieder aufbaute, ge­nannt ist, besitzt nicht allein die älteste Universität auf amerikanischem Boden mit einer medizinischen, juristischen und philosophischen Fakultät, sondern auch das mustergültige deutsch-dominikani­sche Tropenforschungs-Jnstitut, das von der dominikanischen Republik und der Deut­schen Forschungsgemeinschaft, Berlin, getragen wird. An dem Institut sind neben eingeborenen und ame­rikanischen Gelehrten vor allem deutsche Zoologen,

Botaniker, Landwirte und Geographen tätig. Das neuzeitlich eingerichtete Forschungsinstitut besitzt neben seinen technisch hervorragenden Laboratorien und Apparaten auch ein Motorboot und einen Kraftwagen, die Dr. Mertens zur Verfügung ge­stellt wurden und ihm seine Arbeit außerordentlich erleichterten.

Mit tausend Reptilien heimgekehrt.

Da jede der gegensätzlichen Landschaften auf der Insel ihre eigenen Tiere hat, mußte Dr. M e r t e n s die ganze Insel bereisen. Santo Domingo hat keine Eisenbahn. Soweit Landstraßen ins Innere des Landes führen, benutzte der deutsche Forscher den Kraftwagen, die übrigen Wege mußte er mit dem Maultier zurücklegen. Auf seinen Reisen fand Dr. Mertens sowohl seitens der deutschfreundlichen Bevölkerung, wie auch vom Kulturminister freund­liche Unterstützung. So konnte er die ganze Insel durchforschen und dabei Formen von Eidechsen und Fröschen finden, die bisher in der Welt noch nicht bekannt waren. Daneben wurden von dem deutschen Forscher alle Reptilien der Insel zum Teil lebend gefangen, zum Teil in gefährlichen Jagden erlegt. Die zahlreichen Behälter, die jetzt in Frankfurt angekommen sind, bergen 1000 Tiere, darunter Schlangen, Krokodile, Eidechsen, Schild­kröten, Frösche und viele andere Kriechtiere. Die größten Reptilien, die auf der Insel vorkommen, sipd Krokodile und die sehr seltenen Nas­horn-Leguane, von denen Dr. Mertens eben­falls drei Exemplare mitgebracht hat. Selbstver­ständlich finden sich auch Krokodile der verschieden­sten Art unter dem lebenden Gepäck des Forschers. Es ist die größte Sammlung dominikanischer Rep­

tilien, die je vcm einem Forscher zusammenbebracht wurde. Das Naturmuseum Senckenberg und Darüber hinaus die deutsche zoologische Wissenschaft hat mit dieser Sammlung eine wertvolle Bereicherung er­fahren. Mr-

Heranbildung von Facharbeitern.

Der Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium Dr. Syrup erklärt imBierjahresplan", die Auf­gabe der Betriebsführung beginne beim Nachwuchs und bei der Frage der Heranbildung von Facharbeitern. Das kommende Berufsausbu- dungsgesetz werde eine völlige Neuordnung dieser Berpflichtung der Betriebsführer besonders unter­streichen. Nicht rücksichtsloses Abwerben von Ar­beitskräften' durch ungesunde Locklöhne sei die Kunst im Arbeitseinsatz, sondern die verantwortungsbe­wußte Heranbildung eines ausreichen­den Facharbeiterstammes. Nur derjenige Betrieb, der es verstehe, in seiner Gefolgschaft den Gedanken der Betriebstreue zu wecken, schaffe die Voraussetzung zur Erfüllung dieser Aufgabe. Die Berufsausbildung umfasse auch die ständige berufliche Weiterbildung der bereits im Betrieb befindlichen Kräfte und die zusätzliche Aus­bildung von meist aus berufsfremder Arbeit zur Verfügung gestellten Kräften. Auch der richtige An­satz jeder einzelnen Arbeitskraft nach ihren persön­lichen und fachlichen Fähigkeiten sei entscheidend für die Erfüllung des Betriebszwecks. Wenn die eigene Einsicht der Beteiligten nicht ausreiche, würden die Rückwirkungen der Dienstverpflichtungen dazu bei­tragen, das gewünschte Ziel zu erreichen.

Heffen-naffauische Studenten im Ernteeinsatz 1939.

NSG. Die Studentenbundsgruppen des Gaues Hessen-Nassau nehmen in diesem Sommer geschlossen am Ernteeinsatz an der polnischen Grenze teil. Es

ist dies der größte Einsatz der Hessen-Nassauer Studenten. Wahrend in den vergangenen Jahren anfänglich nur wenige Idealisten an die polnische Grenze zum Landdiensteinsatz gingen, wurden dar­aus bei den nächsten Einsätzen einige^hundert ötu= denken und im letzten Jahr tausend ötuöenten unö Studentinnen. In diesem Jahr werden es mehrere tausend Studenten und Studentinnen lein, die den Bauern an der Grenze die Ernte einbringen Helsen bzw. der mit Arbeit überlasteten Bäuerin im Haus­halt helfen.

Wie wir von der Gießener Studentenschaft er­fahren, nehmen an dem Ernteeinsatz auch zahlreiche hiesige Studenten teil. Der Ernteeinsatz wird für die Studenten als Ehrenpflicht erachtet! Der Melde­schluß ist auf den 13.' Juni festgesetzt. Mit dem Ernteeinsatz soll bereits am 15. Juli begonnen wer­den. Die jüngeren Studenten werden in der rform des Landdienstes mithelfen. Für sie ist Meldeschluß­termin der 20. Juni. Es steht bereits fest, daß 60 hiesige junge Studenten im Landdienst in Groß- Strelitz (Oberschlesien) eingesetzt werden.

Weitere 90 Millionen für den Bau von Volkewohnungen.

Berlin, 8. Juni. (DNB.) Der Reichsarbeits­minister hat erneut 90 Millionen Reichs­mark Reichsmittel für die Gewährung von Reichs­darlehen zum Bau von billigen Miet­wohnungen, sogenannten Volkswohnungen, zur Verfügung gestellt.' Insgesamt sind bis jetzt für diesen Zweck 300 Millionen Reichsmark Reichsmittel ausgeschüttet worden.

Mit Rücksicht darauf, daß die Baukosten in ein­zelnen Bezirken des Reiches verschieden hoch sind, hat der Reichsarbeitsminister gleichzeitig die Be­willigungsbehörden durch besondere Dienstanweisung ermächtigt, je nach den örtlichen Verhältnissen Aus­nahmen von den festgelegten Bestimmungen zuzu­lassen.

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Der Führer besichtigte das Volkswagenwerk.

Der Führer stattete am Mittwoch unerwartet dem im Bau begriffenen Volkswagenwerk in Fallersleben einen Besuch ab. Bei dieser Gelegenheit tonnte er sich von dem gewaltigen Fortschritt der Arbeiten überzeugen, der im Laufe eines einzigen Jahres erzielt wurde. Unser Bild zeigt einen umfassenden Ueberblick über das Riesenausmaß des Werkes, so, wie es sich dem Führer darbot. (Presseamt DAF. Schcrl-M.)

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Samstag, den 10. Juni, ab 21 Uhr:

im Gasthaus ..Zum kühlen Grund**

in Wieseck

ausgef. vom Handharmonika-Klnb Gießen, unter Leitung von Musiklehrer H. Nnrtsch, Marburg Anschließend Tanz. Unkosterrbeitrag50Pf. 02847

Arbeitsvergebung.

Für den Neubau der Gebäude für den Mittel­markt in Gießen sollen auf Grund der Reichsverdin­gungsordnung folgende Arbeiten vergeben werden.

1. Erd- und Maurerarbeiten.

2. Kanalbauarbeiten.

Dia Unterlagen find beim Stadtbauamt Aster weg 9 abzuholen.

Die Angebote sind bis zum

Donnerstag, dem 15. 3uni 1939, vorm. 10 Uhr, einzureichen.

Gießen, den 8. Juni 1939. 4173D

Der Oberbürgermeister.

Stadtbauamt. I. A.: G r a v e r t.

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Bekanntmachung.

Heugras-Versteigerung der Stadt (Ziesten.

llionfag, den 12. Juni 1939, soll das Heugras von den ftädtisck)en Wiesen öffentlich versteigert werden, und zwar:

Um 8.30 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) von den Wiesen in der Gemarkuna Großen-Buseck, sowie der Wiesen am Bügeeck und Schindcrseck.

Um 9.15 Uhr (Zusammenkunft au der Anneröder Straße) von den Wiesen im Utersbrunnen.

Um 10 Uhr (Zusammenkunft in der Restauration Zur Stadt Lich", Licher Straße 59) von den Wiesen im Heegstrauch, Ohleberg, am Weiher, von den Wiesen int Wicsecktal an der Eselswiese, Z Wiesen beim Schlachthof, sowie drei Wiesen in der Schwarz- lad).

Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen wünschen, wollen sick; an den Wiesenmeister Klos, Bückingstraße 4, wenden.

Gießen, den 5. Juni 1939. 4I69A

Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus.

Landschanshund Volkstum D.Heimal

Sonntag, 11. Juni, vormittags 9 Uhr

Führung

durch die Milchzenlralo GioSon

Treffpunkt vor der Milchzentrale t Gebr. Grieb). Am Pfarrgarten. ,176d

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Älbeitsvergebung^

Für den Neubau eines Rentnerheimes der Ge­meinnützigen Wohnungsbau-G.m.b.H., Gießen, sollen folgende Arbeiten vergeben werden:

1. Erd-, Maurer- und Betonarbeiten.

2. Spenglerarbeiten.

3. Dachdeckerarbeiten.

Zeichnungen und Bedingungen liegen bei dem Architekten Fischer, Seltersweg 85, offen. An­gebotsvordrucke können dort in Empfang genommen werden.

Angebote mit entsprechender Anschrift sind späte­stens bis

Donnerstag, den 15. 3uni 1939, vorm. 11 Uhr, beim Stadtbauamt, Asterweg 9, einzureichen.

Gießen, den 8. Juni 1939. 4174V

Der Oberbürgermeister.

Stadtbauamt. I. A.: Gravert.

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