Ausgabe 
7.1.1939
 
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Nr. 6 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefjen)

7./8.Zanuar 1939

Aussetzung, | unserer großen Vergangenheit, ichte und I ---------

sache für die

Unerschütterlich haben die Männer des Viersahres-

O e Ko" le.

Neue Voae>>lchoebi''t-.

zjen uu'-utuujjijniu. '-'**/**----1< m

feftigten Damm aus, der den Kanal gegen Ser.

jZEen,Frösteln,rauherHals, .^eiserkeit,Scknuvfen,Kovsscbmer;en sind sehr oft die Anzeichen beginnender Erkältung, die bei Vernam- lösnaung leicht aur Grinne führen kann. Es ist des- ha'h ratsam, sofort folgende Schnellkur amuwenden :

Kur; vor dem Zubettgehen moalichtt beiß zwei­mal ie einen Eklöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker mit etwa der doppelten Ntenge tomenden Wassers gilt verrührt trinken: Kinder die Halste. Zur Nachkur und zur Vermeidung von Nuckfallen nehme man am besten noch einige Tage die halbe Menge oder füae dem Tee jeweils einen Schulz Klosterfrau-Melissengeist zu.

Sie erhalten Klosterfrau-Melissengeist in der blauen Original-Packung mit den drei Nonnen m Apotheken und Drogerien m Flaschen zu RM. 2.80, 1.65 und.90.

sen Zweck.

Auf den Inseln des Seekanals Haben sich die ge­fiederten Bewohner schon längst an das Getute und das Kielwasser der vorüberziehenden Dampfer ge-, wohnt. In großen Mengen brüten dort Sprosser und Rotkehlchen. Auch der ostpreußische Charakter­vogel, der wundervoll gefärbte Kamingimpel, der westlich nur bis Pommern vorkommt, hat hier eine Htornat gefunden. Die Rohrsänger in ihren vielen Abarten nisten hier, und wenn im Mai oder Juni ein Sümmchen wie das einer Heuschrecke ertönt, dann ist das der Hausschwirl, denn die Heuschrecke zirpt ja erst im August. Kibitze, Wasser- und Bleh- hiihner, Regenpfeifer, die verschiedensten Entenarten und Fischreiher sind ständige Gäste. Auch Raub­vögel kreisen über den Inseln, der Schreiadler und manchmal auch der seltene Seeadler. Anfang Marz

sandung vom Haff her schützt. Dieser Damm wurde dann wieder vielfach durchstoßen, damit die Fischer­kähne Durchfahrt haben. So wandelte sich der Damm in die Inselkette.

Unbewohnt liegen sie da, diese Eilande, von Busch und Baum dicht bestanden, von den Wellen des Haffs umspült. Nichts stört ihre Einsamkeit, und deshalb sind diese Inseln zu einem Vogelpara­di e s geworden, das seinesgleichen sucht im deut­schen Vaterland. Ostpreußen ist ja von jeher eine der vogelreichsten Provinzen des Reiches, und es vermag in Feld und Wald noch zahlreiche Nist- und Brutgelegenheiten zu bieten. Aber bei der jetzigen intensiven Bodenkultur werden diese Hausungen doch immer seltener, und daher ist die Provinzial­verwaltung bemüht, gewisse geeignete Gebiete für die heimische Pogelwelt frei zu halten. Diese ost- preußischen Vogelschutzgebiete haben es vielfach zu internationaler Berühmtheit gebracht, so das auf dem Draulensee bei Elbing und auf den Masurischen Seen, der Mövenbruch bei Rossitten und das Vogel­paradies Guja am Nordenburger See.

3m Frühjahr sollen nun auch die Inseln des Königsberger Seekanals zum Vogelschutz ge- b i e t erklärt werden. Es ist ferner geplant, auch die Stauteiche der Königsberger Wasserversorgung zu solchen Naturschutzgebieten zu machen. Sie liegen weit außerhalb der Stadt in verträumter Stille und binnen sich mit dem dichten Baum- und Unterholz- bestand ihrer Ufer gleichfalls ausgezeichnet für die-

Cle, wie Nahrungsfreiheit, Rohstoff- i Nicht verbrennen, sondern um wandeln ist cremen u|iu. Dinge, die schon zu bekannt sind,! mithin das große Leitwort bei der Kohle, und wo nm hier noch einmal aufgewühlt werden zu müssen.: e5 mit der Umwandlung in Strom nicht getan ist, *- hilft die chemische. Bei der schon lange üblichen

und i)eu*e im breiten Publikum wenig mehr be­achteten Verkokung der Kohle ergeben sich

Gliedes seines Volkes .und eines Kindes feiner Zeit.

Daß diese grundsätzlichen Erkenntnisse sich nur langsam durchsetzen und daß noch hier und da das Phantom einerobjektiven" Wissenschaft, die nichts mit Politik zu tun haben dürfe, herumgeistert, das liegt an der Zählebigkeit von Ideen, die durch eine ältere Generation von Wissenschaftlern ins Volk getragen sind und sich nur langsam in die neue Richtung des jungen Vortrupps wenden. Um so begrüßenswerter ist es, wenn eine solche Gemein­schaft von Pionieren der neuen WisseNschaftsiehre einmal aus der Stille der Studierstube mit den Fragen, den Methoden und den Ergebnissen ihrer Arbeit vor eine breitere Oefsentlichkeit tritt, wie das im Bezirk der Geschichtswissenschaft vor kurzem auf der Jahrestagung des- Reichsinstituts für Geschichte des ü e u e n D e u t s ch 1 a n d s in Berlin geschehen ist. Aus den Vorträgen, die an drei Tagen von den Mitgliedern des IOstituts gehalten worden sind, ließ sich sehr aufschlußreich verfolgen, wie die Arbeiten aus den verschiedensten Perioden der deutschen Geschichte und des abend­ländischen Geisteslebens überhaupt bereits auf dem Grundriß eines neuen, einheitlichen Geschichtsbildes stehen und doch mit der strengen Verantwortung gegenüber der Wahrheitspflicht desProfessors", des Bekenners, geleistet werden.

Ln''NiL^>7N°7ur7°nd^7L- ch°Änd ichuf kommen ÄnMwan aarubcr undder Au, der WÄSEKSZ BSsBE: Den ausgebaqqerten Schlick warf man zu einem be- hurtigem Flugchchl°g__._____

t nut hör hon Sicinal aeaen Ver-

(Sin kleiner Advokat w^d berühmt.

Von Franz Paul.

Dor dem Obersten Gerichtshof von Arras fand im Jahre 1781 ein Prozeß statt, der einen kleinen, bis dahin ganz unbekannten Advokaten über Nacht zu einer Lokalberühmtheit machte. Der Kläger, feines Zeichens ebenfalls Rechtsanwalt, als solcher aber bereits hochgeschätzt und angesehen, hieß De Dlissery de Bois-Vale, und war in dem nahen Städtchen Saint-Omer zuhause. Es ist heute nicht mehr bekannt, was den Maitre Bois-Dale veran­laßt haben mag, einen der ersten Blitzableiter in* Frankreich auf fein Häuschen zu fetzen. Jedenfalls tat er es, und da große Erfindungen zu allen Zeiten von der Mitwelt verkannt, verspottet oder gar ge­fürchtet wurden, hetzte sich der fortschnttsfreundliche Maitro mit dem eben erfundenen Blitzableiter seines Zeitgenossen Benjamin Franklin die Behörde

politische Wiffenschafi

23on Johannes Jacobi

Kohle und Metalle im Vierjahresplan

Von Dr. Erich 3R Keilpflug.

Dort, wo der Pregel ins Haff mündet, beginnt ber Seekanal, der mitten durch das flache Hass Königsberg mit seinem Seehafen Pillau verbindet. Die westliche Seite dieser Fahrrinne bis zum Fifth- hausener Wiek wird begleitet von malerischen In­seln, die sich wie zu einer Perlenkette üusammen-

di seh e und antike Umdeutungen der Sage, christ- lieh-spät antike Weltuntergangsstimmung und litera­rische Wandermotive der deutschen Kaisergestalt be- . mächtigt und sie mit dem Schreckgespenst des Antichrist verbunden haben. Während für die frühere Forschung die'se Seite durchaus im Vor­dergrund gestanden hat, muß bei einer genauen Nachprüfung feftgefteUt werden, daß der Kaiser­mythos um Friedrich II. ebenso wie einst die mit denselben Motiven der Bergentrückung und Füh­rerschaft im Totenheer verbundene Mythifizierung Dietrichs von Bern oder der Sagenkreis um Karl den Großen der mythischen Anschauung vom ger­manischen Königstum entsprungen ist. Diese Auf­fassung lebte im Volke fort und drängte im 13. Jahrhundert, als die gesamte altgermanifche Heldendichtung plötzlich aus dem Dunkel auttauchte, zu einer neuen und letzten mythischen Schöpfung aus altgermanifcher Ueberliefenung, die erst mit dem Ende des Stauferreiches und dem Regie­rungsantritt der Habsburger abgebrochen ist.

Diesen Durchbrüchen des germanischen Geschichts­bildes gilt es, auch in her deutschen Geistesge- schichte nachzuspüren. Sie zeigen sich zu allen

l Zeiten. Es läßt sich z. B., wie Prozessor Krieck ausführte, geradezu ein Drama zwischen dem ur­sprünglich deutschen Denken und den fremden Ein­flüssen in der Seele überragender Persönlichkeiten verfolgen. In Männern wie Pufendorf, Leibniz ober König Friedrich Wilhelm I. von Preußen, in Paracelsus, Kepler und Jakob Böhme den Professor H. A. G r u n s ky in einem besonderen Vortrag als den Schöpfer der germanischen Meta­physik des Willens völlig neu umriß find solche

Durchbrüche germanischer Art ganz deutlich in ihrem Ringen' mit den überlagernden Mächten zu beobachten. Am spannendsten und ausgeprägtesten ist dieser Kampf vielleicht verlaufen in der Per­sönlichkeit des großen Historikers aus dem 19. Jahr­hundert, in Leopold von Ranke. Während

1 auf der einen Seite feines Geschichtsbildes ein christlicher Humanismus steht, mit einem theolo-

; gischen Schöpfungsmythos als . einem eschatologifchen Ende der Geschichte

einer Nachkonstruktion der göttlichen Vorsehung in einem Stufenschema, weist dieTendenzen"- Lehre dieses Historikers doch mit ihren göttlichen Eingriffen in die Geschichte das Schema der Kau­salität und den Geschichtsrationalismus Hegels in die Schranken. Mit der Herausarbeitung der schöp­ferischen Elemente, wie der nationalen Volksper­sönlichkeit und des durch die Tat berufenen Füh­rers, als gestaltende Mächte der Geschichte bricht im Werk 'dieses Historikers eine instinktive Aust lchnung des germanischen Grundgefühls gegen, die rembe Auffassung vom kausalen Walten eines mechanischen Weltgeistes hervor

Wenn die Revolution Adolf Hitlers in ihrer geistigen Ausprägung als Aufitand gegen Mate­rialismus und Humanitätsideologie auch dem ger­manischen Weltgefühl zu seinem endgültigen Durch - druck) im deutschen Lebensraum verholsen hat, so hieße es doch, die Ausgaben einer politischen Ge­schichtswissenschaft völlig falsch verstehen, wollte man mit erhobenem Zeigefinger der deutschen Ver­gangenheit Zensuren erteilen und aus einer Ueber= spannung der wertenden Darstellung einfach ganze Epochen, große Persönlichkeiten und zeitweilige Tendenzen unserer Geschichte alsfalsch" ableh­nen. Eine neuegrostdeutsche Geschichtskunde", wie sie Professor Kleo Pleyer (Königsberg) skizzierte, muß gerade die Bewältigung der Spanungen, die sich aus den Gegensätzen des mitteleuropäischen Raums, der Rassen' und der Konfessionen ständig ergeben haben, als die großartige Leistung der deutschen Volksgeschichte verstehen und bejahen. Denn das ist schließlich das entscheidende Kriterium für die politische Wissenschaft, ob sie mit der nur teilweisen Neubeleuchtunq einzelner Geschichtsab- . schnitte ein geistiger Aufstand bleibt, oder ob sie die universal gestaltende Kraft entwickeln wird, die : deutsche Lebensgeschichte in ihrer gesamten volkifch- - erdräumlichen Ausdehnung zu erfassen in einer i neuen geiftigen Gesamtschau aller völ- i kischen, staatlichen, dynastischen, wirtschaftlichen, kul- = turellen, religiösen und sozialen Erscheinungen

fammer ein Uim, -------,___

aufgetragen wird, selben Blitzfanger binnen 48

Stunden zu entfernen, weil dieser geeignet sey

bemie uns alle hier anstaunen werden wie vorsint­flutliche Tiere, die die primitivsten Gesetze der mo­dernen Wissenschaft noch immer nicht kennen! Und abermals schwemmte eine Sturzflut von Hohn und Spott die schüchternen Einwendungen der Gegenseite weg, und bann schloß der Beauftragte des Maitre Bois-Dale:Meine Herren Richter! Ich rufe Ihre Einsicht, Ihre Gerechtigkeit und Ihre Autorität an Sie werden die beleidigte Dernunft rächen! Auf solche Weise werden Sie ganz Europa einen neuen Beweis Ihrer Hingabe an den Fortschritt der Wis- schenschast liefern. Sie werden genau überlegen, was Tür Vorurteile gegen den französischen Geist das Benehmen meiner Gegner im Auslande zu er­wecken vermag. Ich bin sicher, daß mir gegenüber jeder Aeußerung ober der Böswilligkeit dieser Leute das Denkmal Ihrer höheren Einsicht, Ihres un­beugsamen Gerechtigkeitssinnes und Ihrer wahren Liebe zur Wissenschaft aufrichten können!"

Als sich nach diesen Worten der kleine zierliche Mmn mit der fliehenden Stirn setzte, geschah etwas in Arras noch nie Dagewesenes. Wie ein Mann er­hob sich das gesamte Auditorium und brach in spon­tanen Applaus aus. Nur mit Mühe erreichte der Richter wieder Ruhe, und nach kurzer Zeit wurde das Urteil verkündet, das das Oberste Gericht des Kreises Arras einstimmig gefällt hatte: Boi^-Bale durste feinen Blitzableiter wieder aufmontieren!

So blieb dem Städtchen Saint-Omer und dem Gericht von Arras eine große Blamage erspart und ein kleiner, unbekannter Advokat hatte über Nacht seinen Ruf gegründet. Dieser Ruf hielt lange an. Am 2. Mai 1789 fuhr der kleine Advokat als Ab­geordneter des dritten Standes nach Pans Dort wurde er fünf Jahre später, am 28. Juli 1794, m den Wirren der Revolution guillotiniert. In der Weltgeschichte aber ging der kleine Advokat aus Arras ein als Maximilian Robespierre.

richtiger Anwalt gewesen, weny er nicht sofort Be­rufung eingelegt hätte. Aber auch in diesem zwei­ten Verfahren hatte er kein Glück: das Urteil des ersten Gerichtes wurde vollinhaltlich bestätigt.

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geradezu sensationell.

Die Eigenschaft des elektrischen Fluidums, woraus das System des Franklmschen Blitzableiters beruht, ist wahrscheinlich außerhalb von Saint-Omer kein Geheimnis mehr", rief er mit schneiden m Spott, der allerdings nur dem gegnerischen An­walt und nicht den Richtern 3U gelten schien.Nicht einmal für-den borniertesten Menschen. Es ist em elementares Prinzip, das heute jedem Gebildeten geläufig ist. Wer daran zu zweifeln wagte, mutzte als absolut ungeeignet erachtet werden in Dingen des öffentlichen Lebens mitreben zu bingm- D beste Art, seinen Namen für immer lächerlich zu machen, wäre die, in einem Buche über ^,^tiir- lehre ein System vorzuschlagen, wie es der Richter der ersten Instanz verteidigt hat!' Und in diesem Tone ging es weiter, fast eine Stunde lang. Der Anwalt der' Gegenseite war schon ganz klein geworden. Schließlich raffte er aber sich doch auf und brachte den Antrag ein,von den Mitgliedern der Pariser Akademie ein Gutachten emzuholen , da doch dem

stellt. ;,vrXk I

Damit ist die zweite Grundfrage der pokmschen Historie berührt: Mag die Forschung noch so leiben« schaftslos und fachlich gewesen fern, in der dar­stellenden Verarbeitung der Ergebnisse ist der Wissenschaftler niemals frei von subjek­tiver Wertung. Diese aber ist bedingt durch die politische Situation im weitesten Sinn', in ber er sich als Mensch seiner Zeit, als Träger einer bestimmten Weltanschauung be- fiubet.. Dievoran sfetzungslole Geschichtswissen­schaft" war ein Trugbild. Denn bie Voraussetzungs^ losigkeit selbst war schon eine unbewiesene Voraus­setzung. Somit ergibt sich als Charakteristikum der politischen Wissenschaft ihre stofstich-thematische und ihre erkenntnistheoretiscke Bindung an die Eristenz- situation des wissenschaftlichen Menschen als eines

an den Hals. ,

Natürlich hatte imaufgeklärten" 18. Jahrhun­dert niemand mehr den Mut, zu behaupten, daß in dem Stück Draht mit der blanken Spi^e ber-teufel wohne. Daß aber dieser sogenannteBlitzsanger zumindest ein Werkzeug der Hölle sei und seinem Besitzer zu illuftrem Verkehr mit dem leibhaftigen Gottseibeiuns nebst einer Anzahl hübscher Hexen diene, davon war die halbe Bevölkerung von Saint- Omer fest überzeugt. Da das Jahrhundert aber, wie gesagt, schon sehr aufgeklärt war, begnügten sich öie besorgten Anrainer unseres Maitre damit, von einem willfährigen Advokaten im benachbarten St. Hiver einen Schriftsatz verfertigen zu lassen, in dem aus­geführt wurde, daßder am Hause Bois-Vale an­gebrachte Blitzfänger ein lebensgefährliches, ganz und gar nicht ausprobiertes Gezeug sey, mol ge­eignet, die umliegende Nachbarschaft in größtmög­licher Weys zu erschrökken, indem durch die Ab­lenkung des Blitzes, feynes Feuers und des dazu­gehörigen Dunnerschlags sowol Menschen als auch Vieh und Liegenschaften des Orts in grober Weys

Wie^ma>?sieht, fand der Advokat aus St Hwer den richtigen Ton für fein reaktionäres Unterneh­men, und tatsächlich erreichte er vor der ersten Straf-

Der Vierjahresplan hat in überzeugender Weife die Ansicht bekräftigt, daß die Verbrennung der Kohle unter dem Dampfkessel nach Möglichkeit zu vermeiden ist Wie man die Kohle künftig im Verkehrswesen eiyzusetzm ge­denkt, das zeigen sehr deutlich die großen Elek- trifizierunaen der Reichsbahn, wie etwa ü\'c der Strecke NürnbergHalle, die sich in Er­mangelung von nahe gelegenen Wasserkräften zum großen Teil auf das . mitteldeutsche Braunkohlen­gebiet stützt, wo die Kohle unmittelbar an d e r Grube über Dampf in Elektroenergie um­gewandelt werden kann. Diese Verwendung von elektrisierter Kohlenenergie" vermeidet das Hin- unb Hertransportieren der Kohlen von den Gruben

So sehr sich dte einzelnen Referate in ihrem stofflichen Fragenkreis und ihrem zeitlichen Ansatz­punkt unterschieden, so klar zog sich durch fast alle Darlegungen das Suchen' nach der We- sensbestimmung der germanischen Seele und ihrer geschichtlichen Funktionen, so sichtbar trat aus 'den meisten Untersuchungen die Vision von der Ganzheit der germanischen Seele hervor, die bis in ihre späteren geschichtlichen Brechungen und Fremdüberlagerungen hinein ver­folgt wurde. Worauf es dnbei an kommt, d as ging sogar aus einem scheinbar so entlegenen Vortrag hervor, wie ihn Professor Hans Bogner (Freiburg) über den Seelenbegriff der griechischen Frühzeit hielt. Dem Gelehrten kam es nicht daraus an, eine zur Gegenwart beziehungslose Studie jener ferner Menschheitsepoche zu liefern. Er zeigte vielmehr in der Geschichte eines arischen, auf das deutsche Geist esseben so einflußreichen Volkes, wie es die Hellenen waren, eine völlige U eb er ei nft-imm u ng der natürlichen Anlagen mit den geltenden Wer­tungen, eine Zeit, in der die Seele oder das per­sönliche Ich aus dem Einzelnen in die ihm zu­gehörige Gemeinschaft als dem übergeordneten

Der Begriff einer poliÜfchen Wissenschaft war dem 19. Jahrhundert ein Stein des Anstoßes. Eben- , sowenig wie die Kunst etwas mit Politik zu tun | haben sollte, durfte nach den Satzungen des Ratio- | nalismus eine Verbindung zwischen Politik und ; Wissenschaft bestehen, falls nicht die Wissenschaft ihr Ansehen verlieren wollte. Diese Anschauung ge­hört zu einer Zeit, in der die Politik ein ,Aach neben anderen war. Solange die Politik lediglich das Advokatengeichäft bedeutete, einen Ausgleich zwischen verschiedenen Jnteressentengruppen in der Richtung des geringsten Widerstandes vorzuneh­men, mochten freilich andere Bezirke gemeinschaft­lichen Handelns und Denkens, wie die Wirtschajt, die Kunst oder die Wissenfchast. als gleichberechtigt oder übergeordnet gelten. Seitdem jedoch der Be­griff des Politischen durch die nationalsoziali'stlsche Volks- und Staatsführung neu geprägt worden ist, befinden sich auch die scheinbarenNachbar­disziplinen" der Poliük in einer veränderten Si­tuation. Heute gilt uns Politik als die Zusammen­fassung aller in Blut und Geschichte schlummern­den Kräfte des Volksganzen und deren von einem einheitlichen Willen gelenkter Einsatz zur organi­schen zielstrebigen Entfaltung in der Gegenwart. Politzk ist damit aus einer neutralen Verwaltungs­aufgabe zur A k t io i e r u n g einer Weltan­schauung geworden, die stets das Ganze vor Augen hat und nur das Ganze will. Damit find auch Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und alle an­deren Disziplinen des Geistes und der Organisation ihrer wertungfreien Eigengesetzlichkeit beraubt und zu Teilfunktionen des Volksganzen geworden. Die Weltanschauung der Politik ist auch die Weltanschauung der Wissenschaft.

Es wäre nun ein Trugschluß, zu behaupten, daß aus diese Weise die Ergebnisse jeder wissen­schaftlichen Forschung vorweg genommen seien und ein neues Zeitalter der Scholasük an­brech en müsse. Frei ist nach wie vor die strenge Facharbeit der Untersuchung. Auf den Bah­nen bester Heb erlief er ung der kritischen Wahrheits­findung, die von jeher den Ruhm der deutschen Wissenschaft begründet hat, geht die Forschung ihren Ergebnissen entgegen. Neu sind nur die Ausgangsituation und die Wertung der Ergebnisse. Vor dem Eintritt in die Ar­beit gilt es, das Thema festzulegen. Hier aber muß sich die weltanschauliche Bindung des Wissen­schaftlers an die Polis, an die Gemeinschaft des Volkes und seine brennenden Lebensfragen zeigen. Es ist z. B. ein - grundlegender Unterschied, ob der Historiker bestrebt ist, am Kaisermythos des deut­schen Mittelalters die Nachwirkungen jüdischer oder spätantiker Legenden aufzuzeigen und als die Leistung jenes Geistes zu feiern, oder ob er den Anteil des germanischen Königsmythos an dem Kaiserbild dieser Zeit herauszuschälen und damit bi-e wenn auch verdeckte Kontinuität der germanisch-völkischen Heb erlief erung darzu- stellen' sich bemüht. Beide Wege sind gangbar und müssen beschritten werden. Entscheidend für btoi Rang des politischen Historikers im neuen Sinn ist es aber, wohin er den Akzent der Darstellung setzt, welchen der beiden Gesichtspunkte er voran

einigen wirtschaftlichen und technischen Erkennt- der elektrischen Lokomotiven eine bedeutend e.nigen win,cya,l ) , . Durchführung des dichtere Zugfolge. Auch auf den Steigungen

Dieriahrespl'anes gekommen ist. Aus diesen Er- in den Gebirgen Mitteldeutschlands sind elektrische, uie y>eiunujre ur» WuWu scihrunaen haben sich gewisse Tendenzen gebildet/Maschinen ungleich überlegen, wozu noch kommt,

ordentlich wichtig, als diese mdmiduelle Seelen- einmal zu betrachten nicht uninteressant sein daß man heute schon Typen baut d'e dem Dresel Vorstellung die Voraussetzung für das Christentum Diese Tendenzen sind natürlich etwas gänz- j motor-Triebwagen an Schnelligkeit durchaus eben­

bildete, unter dessen Einfluß bann ein 3mWnalt nd),anbere5t Q[5 bie dem Vieriahresvlan zugrunde bärtig sind.

/zwischen den natürlichen Anlagen und den Glau- ^eqen])en Qjc{e, wie Nahrungsfreiheit, Rohstoff- Nicht verbrennen, sondern ummanbeln ist bensüberzeugungen entstand, der wiederum du! Ur- f Dinge die schon zu bekannt find, mithin das

!>°ch< für Me Idtfam? ©tfrodrnMt' bts «wuHdyen .....

Lebens bildet. Daß aber auch auf germanisch"m unerschütterlich haben die" Männer des Bierjahres- , Boden eine völlige Uebereinstlinmung zwttchm.s biefe $;?(e verfolgt und werden sie, zum

Weltbild und Gtochichtsbild Jcbon einmal erreich & Volksgemeinschaft, weiter verfolgen.

! worden ist, das wies Professor Dr. Ernst Krieck '

(Heidelberg) an den NoiL>germanen auf Island für1 Ä "

die Zeit zwilchen 1120 und 1250 nach.

Die Aufgabe der politischen Geschichtswissenschaft ist es nun, aus dem Wütblld, das der National­sozialismus geschahen hat, ton neues G e - s ch i ch t s d i l d zu schaffen, das als die Tri"bi'der der historischen Dynamik jene Mächte sichtbar macht, die auch unter der Fremdüberlaaerung und im Zustand der G"broch"nheit stets wc'ter gewtot Haben: die Rasse, das Volk, die gestattende Fuh- rerpersönlichkeit, der Mnthos usw Der Ansatz- minkte für tone solche Neudeutuna unserer Ge­schichte gibt es genug. Professen Otto H ö f l e r (München) zeigte z. B. an dem Mythos um Kai - fer Friedrich II., der nach dem Volksalanben des 13. Jahrhunderts in einen Berg entrütft sei und von dort wiederkommen werde, wie sich ju-

Doch Bois-Dale entweder wahrhaft helden­mütiger Verfechter des menschlichen Fortschritts oder möglicherweise auch nur gereizter Querulant ließ nicht locker. Er berief abermals, und zwar an öie höchste Instanz, an bas Oberste Gericht m Arras. Da er aber allein nicht mehr die nötigen Nerven zur Führung des Prozesses hatte, betraute er mit einer Vertretung vor Gericht eben jenen unbekann- en Advokaten aus Arras, von dem am Anfang un­serer Geschichte die Rede war. Dieser, em kleiner, aber zäher Bursche mit strohblondem Haar und sehr hellen, scharfen Augen, stürzte sich chit Feuereifer m den Prozeß. Schon die ersten zwei Verhandlungs- tage zeigten dem Volk von Arras, daß es ba einen Burger ganz ungewöhnlichen Formats in Jemen Mauern beherberge, und als er nun am dritten Tage sein Plädoyer hielt, waren die Richter ebenso hingeris en wie die Zuhörer. Sem uberschaum'ndes temperam-nt ließ ihn fast schön erschemen, und die logische Schärfe und der zündende Witz feiner Rebe wirkten in dem sonst so verschlafenen Genchtssaal

Es ist keineswegs Aufgabe dieses Aufsatzes,!zu den Stätten des Verbrauchs, das die Reichs- utyuuyx ----nkv i etuja die Produktion und Verwendung von Kohle) bahn ganz unnötig, Nicht ""r. mtoArsmaßig, jon

Ganzen verleat war. In biefem Zustand stellen ÖQ5 Verhältnis der Derwen-! dern auch wirtschaftlich belastet. Abgesehen von

sich uns die Menschen Homers bar Charakterfttlsch, b von Leicht- und Schwermetallen ziffernmäßig d»m erhöhten Nutzeffekt, den die Koh e auf biefe für den neuen Begriff des Politischen war dann b § ttgen Vielmehr ist hier nur die Rede von Weise gibt, gestattet das schnelle Anzugsvermogen der Nachweis, daß mit dem staatlichen Zerfall auch! c;nAenti tSrfpnnf: ber elektrischen Lokomottven eine bedeutend

die Seele aus einem Organ der Gemeinschatts- denen man bei

werte ein individuelles Selbst wurde Das ist für Woyi^hri><sn[nnp5 oefommei die Gtochichte des deutschen Welens nttofern außer- t