Ausgabe 
5.9.1939
 
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Ur. 201 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Dienstag. 5. September 1939

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Eine polnische Division aufgeneben.

Oer Feind flieht aus dem oberschlesischen Industriegebiet. Oie Graudenzer Befestigungen genommen. - 40 polnische Flugzeuge abgeschossen. - Mlawa von ostpreußischen Truppen im Sturm genommen. Englischer Lustangriff auf Wilhelmshaven und Euxhaven vereitelt.

Berlin, 5. Sept. (DNB.- Funkk-rmh.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Das deutsche Heer trug am 4. September trotz des feindlichen Widerstandes den Stoß unauf­haltsam weiter vor. Der Gegner geht stellen­weise in Unordnung und schwer erschüt­tert zurück. Gefangenen- und Beutezahten meh­ren sich, sie lassen sich zur Zeit noch nicht übersehen. Die 7. polnische Division wurde südostwärts Tschenstochau auf gerieben und der D ivi- sionsstab gefangen.

3m Süden wurde in scharfem Nachdrängen d i e Berfolgumg auf Krakau fortgesetzt, der Sakwa-Abschnitt und W a d o w i t, weiter nördlich 3aworzno genommen.

3n der Nacht räumte der Feind das oberschlesische Industriegebiet. Bei Sieradz wurde der Uebergang über die Warthe erzwungen.

3m Norden versuchte die umklammerte polnische Korridor-Armee in verzweifel­ten Linzelaktionen den eisernen Ring zu sprengen. Seit gestern häufen sich die Anzeichen der be­ginnenden Erkenntnis über die hoff­nungslose Lage. Die Befestigungen in Graudenz wurden genommen.

Die bei und südlich Kulm unter den Augen des Führers und Obersten Befehlshabers über die Weichsel gesetzten Truppen sind auf dem Ostufer im raschen Vordringen.

Bei W la wa nahmen die ostpreußischen Trup­pen in scharfem Kampf Wann gegen Wann die Stadt und die dortigen Befestigungen. Der ge-

Montag morgen haben erstmalig Truppen aus dem Reich aus dem Landwege ostpreuhischen Boden er­reicht.

Grauenhafte polnische Mordtat.

Berlin, 4. Sept. (DNB.) Nach einer Truppen­meldung ist nördlich Mlawa die Leiche eines'deutschen Fliegeroffziers gesun­den, der anscheinend aus einer beschädigten Ma­schine mit F a l l s ch i rm abgesprungen ist. Es wurde festgestellt, daß diesem Offizier die Augen ausgestochen wurden und daß zahl­reiche Schädelverletzungen vorliegen. Mit Sicherheit kann angenommen werden, daß der Fliegeroffizier wehrlos in die Hände polnischer Frank­

tireurs fiel und von diesen in derart bestialischer Form ermordet wurde.

Barvarische Zerstörungen der fliehenden polnischen Truppen. Die deutsche Luftaufklärung hat festgestellt, daß die polnischen Truppen auf ihrem Rückzug große Teile der Provinz Posen in Brand gesteckt haben. Die Dörfer und Gehöfte unserer volksdeutschen Brüder stehen in Hellen Flam­men Bis in die jüngste Zeit haben die Polen die Stirn gehabt, zu behaupten, Träger und Verteidi­ger der europäischen Kultur gegengermanische" Barbarei zu sein. Ihr unmenschliches Verhalten straft sie Lügen.

Fünf englische Bomber abgeschoffen.

Erfolgloser Vorstoß englischer Bombenflugzeuge nach Wilhelmshaven und Cuxhaven.

Wilhelmshaven, 4. Sept (DNB.) Gegen 18 Uhr griffen englische Bombenflugzeuge neuester Bauart die Orte Wilhelmshaven uno Lur- haven an. Die Bombenabwürfe richteten k e i r. » n Schaden an, da sie im st ä r k st e n Abwehr­feuer stattsanden. Von insgesamt 12 angrei­fenden Flugzeugen wurden allein fünf abge­schossen. Die Angreifer versuchten, sich in süd­westliche Richtung dem Flakfeuer zu entziehen und nahmen Kurs auf holländisches Ho­heitsgebiet.

Dazu teilt die deutsche Gesandtschaft in Den Haag mit: Der holländische Rundfunk verbreitete am Wontagabend die Weldung, daß deutsche Flug­zeuge die holländische Grenze überflogen hätten. Diese Weldung entspricht nicht den Tat­sachen. Ls ist festgestellt worden, daß es sich bei diesen Flugzeugen um die englischen Lang­streckenbomber handelte, die sich nach ihrem ergebnislosen Angriff auf Wilhelmshaven durch Ueberfliegen holländischen Hoheits­gebietes baffen reff en können. Ueber die hälffe der an dem Bombenüberfall auf Wil­helmshaven und Luxhaven beteiligten englischen Flugzeuge war durch deutsche 3äger und Flakartil­lerie vernichtet worden.

Gegen die englischeLüge.

Das Deutsche Reich hat, sobald die politische Spannung der letzten Tage Formen annahm, die kriegerische Verwicklungen voraussehe-n ließen, allen nicht daran beteiligten Nachbarstaaten noch einmal in feierlicher Form versichert, daß es ihre Neutralität streng respektieren werde und es hat alle Maß­nahmen getroffen, daß diese Richtschnur auch von allen Teilen der deutschen Wehrmacht strikt befolgt wird. England ist der deutschen Neutralitäts­erklärung nur sehr zögernd gefolgt. Im Haag, der niederländischen Hauptstadt, erfolgte eine entspre­chende Demarche zum Beispiel erst, als die hollän­dische Oeffentlichkeit ihr höchstes Erstaunen über das Ausbleiben einer englischen Zusicherung ausge­drückt hatte. Aber wie unaufrichtig das britische Versprechen, die Neutralität Hollands zu achten, von vornherein war, das zeigt, daß schon die ersten Kriegshandlungen Englands, der Bombenüberfall auf Wilhelmshaven und Cuxhaven, unter flagran­ter Verletzung der Neutralität Hollands durch Ueberfliegen holländischen Hoheits­gebietes durchgeführt wurde, nachdem vorher schon englische Flugzeuge über holländisches Gebiet hinweg die Reichsgrenze überflogen hatten, um hier einige lächerliche Flugblätter abzuwerfen. Noch schwerer zu bewerten ist der Bombenüberfall auf die dänische Stadt Esbjerg, der ohne jeden Zweifel ebenfalls auf das Konto der britischen Luft- maffe geht, da, wie einwandfrei feftgefteUt worden ist, sich' kein deutsches Flugzeug über der dänischen Halbinsel Jütland befunden hat. Alle diese Vorfalls kaum 24 Stunden nad) Eintritt Englands in den Kriegszustand zeigen hinreichend, wie wenig Eng­land gewillt ist, die Neutralität dritter Mächte zu. achten.

Das entspricht alter englischer Tradition genau so wie die schändliche Greuelhetze, die unter Leitung des britischen Jnformationsministeriums bereits jetzt in den neutralen Ländern entfaltet wird, um die Oeffentlichkeit und Regierungen dieser Lander gegen Deutschland aufzuputschen. Die vom britischen Informationsministerium mit einem geradezu ver­brecherischen Zynismus in die Welt posaunte Nach­richt von der angeblichen Torpedierung eines britischen Passagierdampfers westlich der Hebriden, der der westlichen Küste Schottlands

schlagens Feind weichf nach Süden.

Die Kriegsmarine haf die Sicherungsmaß- nahmen für die deutsche Küste planmäßig durchge- ßührf.

Die Luftwaffe beherrscht den Lustraum. 4 0 polnische Flugzeuge, darunter 15 einzeln im Luftkampf, wurden abgeschossen. 3n zu­nehmendem Wahe wird durch die Luftangriffe a u f feindliche Marsch- und Eisenbo-Hnko- lonnen ein planmäßiger Rückzug des Gegners vereitelt.

An der Nordseeküste griffen gegen 18 Uhr englische Kampfflugzeuge modernster Bauart Wilhelmshaven und Luxhaven sowie die in den Flußmündungen liegenden See­skreitkräfte an. Die 3agdslieger- und Flak- Abwehr von der Kriegsmarine und der Luftwaffe setzte so frühzeitig und wirksam ein, daß der An- jriff auf Luxhaven überhaupt ver­eitelt wurde, während die Bombenabwürfe in Wilhelmshaven keinen Schaden an­richteten. Von den angreifenden Flugzeugen wurden mehr als die Hälfte abgescho'.'en.

3m Flughafen Lodz

15 polnische Flugzeuge vernichtet.

B e r I i n, 5. Sept. (DNB.) Am Montagnachmit- tag wurden bei einem Luftkampf in der Nähe non Lodz von einer einzigen deutschen Jagdstaffel Her Bomben- undzweiIagdflugzeuge b er Polen abgeschossen. Darauf versuchte !ter dort auf der Erde befindliche polnische Flieger- verband, seinen Flughafen beschleunigt zu verlassen. Ein Teil der deutschen Jagdflieger griff He ft artend en Flugzeuge an. Neun pol= rtfdje Maschinen blieben kampfunfähig am Joden. Die deutsche Jagdstaffel, die somit insgesamt 15 polnische Flugzeuge vernichtete, kehrte ohne 3 e r l u ft e heim.

In Südpolen bereits 15000 Gefangene gemacht.

Berlin, 5. September. (DNB.Funkspruch.) Die Auswirkungen des raschen Vorgehens unserer Gruppen im Osten machen sich immer stärker be­merkbar. Die in Südpolen und ostwärts Schlesien weiter rasch vordringenden Truppen machten tereits 1 5000 Gefangene. Dem von Kra- iau und nördlich davon teilweise in völliger Unordnung zurückgehenden Gegner wird dichtauf gefolgt.

Ostrowo, Krotoschin und £iffa in deutscher Hand.

Durch das schnelle Zufassen der deutschen Truppen wurde der Pole verhindert, feine aus (Befangenem cusfagen bestätigte Absicht durchzuführen, die aus- «baute Warthe-Stellung zu halten. O st r o w o, Lrotofchin und ßiffa find in deutscher Hand.

Deutsche Truppen erzwingen im Angesicht des Führers den Weichselübergang bei Kulm.

Führerhauptquartier, 4. Sept. (DNB.) Der Führer, der gestern abend von Berlin aus an die Ostfront abgereift ist, begab sich heute vor­mittag zu seinen Truppen, die im Kor­ridorgebiet den Durchbruch durch die polnische Front vollendeten und ganze polnische Truppenteile völlig eingekreist haben.

Der Führer traf nckch mehrstündiger Fahrt entlang den marschierenden Truppen kurz nach Wittag an der Weichsel südlich von Kulm ein, wo soeben deutsche Truppen den Uebergang über den Fluß erzwun­gen hatten. Der Führer wurde bei seiner Fahrt an die vorderste Front von den Soldaten des nationalsozialistischen Deutschlands über- all stürmischbegrüßt. Besonderen 3ubel löste sein Eintreffen bei ben Tt uppen bet ersten Linie aus, die den weichselübergang im Angesicht des Führers durchführten, bis auf die gegenüberliegenden Kulmer höhen vor­fließen und damit die beherrschenden Positionen für den weiteren Vormarsch sicherten.

Auch die gesamte Bevölkerung des west- preußischen Landes drängte sich auf allen Straßen und Dörfern, die er passierte, zusammen, um ihm für ihre endliche Befreiung aus zwanzig­jähriger Knechtschaft und Verelendung aus über­vollem Herzen zu danken. Man sieht, daß die Haken­kreuzfahnen, die nun froh im Winde flattern, erft vor wenigen Stunden hergestellt wurden. Sträuße von Astern und Dahlien werden dem Führer ge- reicht. Frauen und Kinder danken ihm mit Tränen in den Augen für die schnelle Hilfe.

Es gelang den polnischen Unterdrückern mcht mehr, die deutschen Bauernhöfe und Bauerndörfer, die deutschen Städte zu sprengen und einzuaschern. Nur einige Eisenbahn- und Fluß- brücken sind von ihnen gründlich gesprengt worden, aber schon sind unsere Pioniere dabei, Notbrücken aufzurichten. Wir selbst passieren mehrfach bereits fertiggestellte Notbrücken. Diese polnischen Sprengungen haben den deutschen Vor­marsch nicht aufhalten können, der mit einer ge­radezu unglaublichen Wucht vorwärtsgetragen wurde. Die polnische Armeeführung wurde hier völlig überrascht. Man sieht rot-weiß gestrichene Schilderhäuser, die die höheren polnischen Kom­mandostäbe kennzeichneten, umgeftürzt im Straßen­graben. Die polnischen Kommandotafeln hangen zum Teil noch an den Häusern, die von den Polen zur Unterbringung ihrer Stäbe beschlagnahmt wor­den waren. ....

Wir hören den ganzen Tag über nicht ein einziges Wort polnisch. Urdeutsch ist dieses Land, urdeutsch sind seine Bewohner. Wir passieren Krone an der Brahe, auch hier von der Bevölkerung lubelnb begrüßt. Noch vor kurzem wurde hier gekämpft. Jetzt rumpeln schon wieder die Milchkarren durch die Straßen, um die Bevölkerung zu versorgen. Brau­

send dröhnt dasheil Hitler!" dem Führer ent­gegen. Bei einem kurzen halt erzählen uns die Be­wohner, daß die Polen vor ihrem Abzug die Führer der Volksdeutschen aus der ganzen Umgegend z u - fammentrieben, um sie mit sich i n s In - nere Polens zu schleppen. Sie berichten von entsetzlichen Greueltaten in den letz­ten Tagen, von Vergewaltigungen deutscher Mäd­chen, und sie erzählen endlich unter Tränen in den Augen, daß die Polen vor ihrem Abmarsch die deutschen Geistlichen aus ihren Häusern holten und sie kurzerhand erschossen.

Von Prust aus erreicht dann der Führer d i e Weichsel. Dor wenigen Stunden erst sind die ersten Truppen über den Fluß herüber, haben sich auf Gummifloß en den Uebergang erkämpft und die gegenüberliegenden höhen besetzt. Jetzt, gerade als der Führer eintrifft, wird mit dem Uebergang starker Kräfte begonnen. Links voraus auf der höhe liegt die Stadt Kulm. Deutlich find auf ihren Türmen weiße Fahnen der Kapitulation zu erkennen.

Längere Zelt verweilt der Führer auf einem Hügel, bet eine weite Sicht in die Weichsel- niederung erlaubt, und beobachtet aufmerksam das Vorrücken der Truppe. Rafch hat sich die Kunde feiner Ankunft verbreitet. Alles was im Augenblick abkommen kann, eilt herbei. Bald ist der ganze Hügelhang von jubelnden Sol­daten erfüllt, die ihrem Obersten Befehlshaber eine große Huldigung im Angesicht des Fein­des darbringen. Brausend tönen die Heilrufe durch die klare Sommerluft weit über die Weichsel hinüber.

Der Führer bei seinen Truppen der Führer in der vordersten Front: Das ist für alle die Ge­wißheit des Sieges, hinter ihm aber liegt schon der Friede, der Friede, den dies nun befreite west- preußische Land zwei Jahrzehnte lang entbehren mußte und den es nun unter der Fahne des Füh­rers gefunden hat.

Tarnowitz begrüßt die deutschen Befreier.

Nach der Besetzung von Tarnowitz, das als unmittelbare Grenzstadt besonders stark unter dorn polnischen Terror zu leiden hatte, begrüßte unendlichex Jubel der volksdeutschen Be­völkerung die deutschen Soldaten. (Scherl-Bilderdienft. ~ hartmanE.)

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