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Kämpfe des Nachmittags vor 2000 Zuschauern

Weller

Aus -er Gtadi Gießen

fprunglciftung (5,86 Meter) gab. Bei den Würfen waren Sieg und Plätze am härtesten umstritten. Etwas überraschend wurde das Kugelstoßen von Scharführer Müller (Pi 1/116) gewonnen, der­selbe war allerdings auch später beim Diskuswerfen an erster Stelle. Seine Leistung darin wurde dann aber durch Scharführer Niemann innerhalb der Altersklasse I. übertroffen. Als guter Wurfathlet entpuppte sich SA.-Mann Deuker (21/116), der das Steinstoßen und das Speerwerfen an sich brachte. Im Handgranatenweitwurf wurde Schar-

Schlußmann der Studenten ließ die SA. zum Siege, allerdings zu einem wohlverdienten Siege, kommen. Die Flieger lagen um etwa 60 Meter zuruck. Mit diesem Siege sicherte sich die SA. den Wanderpreis des Standartenführers.

führ-r Harbach (15/116) glücklicher Sieger

Die Staffeln hatten cs wieder in sich! In 4X100 Meter-Staffel hatten sich für den Endlauf quali­fiziert: 11/116, 13/116, 21/116 und Reitersturm 6/147. Es gab einen Kampf auf Biegen und Bre­chen, bei dem die 11er durch gute Wechsel und ihren starken Schlußmann ihren Dorjahrssieg wiederholen konnten. Eine interessante Angelegenyeit war auch die 6X100 Meter-Sonderstaffcl für Plomere'' Nach­richter und Marine-SA., bei der der Pi 1/116 den Vogel abschoß.

Siegerehrung.

Den Abschluß des Großkampftages bildete die Siegerehrung auf dem Unioersitätssportplatz. Die gesamte SA. des Standortes marschierte einschließ­lich der Wettkämpfer und des Fahnenblocks auf und bot in ihrer großartigen Geschlossenheit und saube­ren Ausrichtung einen vorzüglichen Anblick. Vor der Terrasse tagen auf einem langen Tisch die zahl­reichen gestifteten schönen Ehrenpreise aus, die nun durch Obersturmführer Muth unter Glückwunsch und Händedruck den einzelnen Wettkämpfern bzw. den Mannschaftsführern überreicht wurden. In kur­zen Worten Umrissen dann Obersturmführer Muth und Brigadeführer Schwarz die Bedeutung der wehrsportlichen Betätigung der SA., die großen Aufgaben um die vor- und nachmilitärische Aus­bildung, sie wiesen hin auf die Bedeutung der SA. in der Kampfzeit und in der Gegenwart, und Brigadeführer Schwarz schloß die Feier mit Worten des Gedenkens des Führers.

Ein eindrucksvolles Schauspiel bot dann der an­schließende Vorbeimarsch der SA. des Standorts und der Wettkämpfer in der unteren Kaiserallee, die sich für diesen Zweck als hervorragend geeignet erwies. Der Standarten-Sporttag in feiner Gesamt­heit war ein großartiger Erfolg.

Die Ergebnisse:

Mannschaftskämpfe.

Einladungshindernisstaffel: 1. SA.- Standarte 116 5:22,4 Min. 2. NS.-Studentenbund Gießen 5:24,6 Min.; 3. Luftwaffe (Fliegerhorst Gießen) 5:55,7 Min.

Wehrmannschaftskampf: 1. 12/116 302,8 Punkte; 2. III/116 173,8 Punkte.

Rad fahr streife: 1. Na. 116 389 P.; 2. 1/116 335 P.; 3. 3/116 313 P.; 4. Pi. 1/116 284 P.; 5. 11/116 264 P.

Mannschaftsfünfkampf: 1. 14/116 102 Punkte; 2. Na. 116 30 Punkte.

Hindernis st affe l: 1. Pi. 2/116 11:38,2; 2. 13/116 11:55,2; 3. 24/116 12:21,8; 4. 4/116 12:26,0 Min.

6X100-Meter-Son der staffel: 1. Pi. 1/116 1:35,5; 2. Na. 116 1:38,0; 3. Rei. 6/116 1:38,4; 4. Marine-SA. 11/34 1:39,4; 5. Pi. 2/116 1:40,0; 6. Pi. 3/116 1:43,0 Minuten.

Tauziehen für Reservestürme: 1. 25/116; 2. 42/116.

Deutscher Mehrkampf: A=ÄL: 1. Rottens. Ernst Hasselbach, 1/116, 75 P.; 2. Rottens. Ernst Kälberer, 22116, 69 P.; 3. Rottens. Adolf Erns­bach, Na. 116, 67 P. 6-Kl.: 1. Rottens. Hch. Becker, 1/116, 43 P.

Einzelkämpfe.

Weitsprung: A-Kl.: 1. Rottens. Wich. Moos, 2/116, 5,52; 2. Rottens. Franz Koch, 11/116, 5,50; 3. Sturmm. Otto Schneider, 4/116, 5,35 Meter. 6-Kl.: 1. Scharf. Aug. Niemann, 11/116, 5,86; 2. Sturmm. Otto Köster, 44/116, 4,72 Meter. O-Kl.: 1. O.-Scharf. Ernst Bode, Pi. 3/116,4,78; 2. Sturm­mann K. Wagner, Pi. 3/116, 4,51 Meter.

Hochsprung: A-Kl.: 1. Rottens. Wilh. Moos,

2/116, 1,55; 2. Sturmm. Otto Schneider, 4/116, 1,53;

3. O.-Scharf. Otto Lindenstruth, Rei. 6 147 1,51 Meter. 6-Kl.: 1. Rottens. Otto Dietz, 2/116, 1,39 M^ter OKI.: 1. Rottens. Hermann Hofmann,

Meter; 3. Trupps. Ludw. Henkelmann, Pi 1/116, 60,55 Meter. . t

100-Meter-Lauf: A - K l.: 1. Rottenf. Franz Koch, 11116, 12,1 SA; 2. Rottenf. Wilh. Moos, 2/116, 12,2 Sek.; 3. Rottens. Karl Becker, 21/116, 13,1 Sek. - 6-Kl. : 1. Scharf. Aug Nie­mann, 11/116, 12,4 Sek.; 2. O.-Scharsi yr. Bickel, 24 116, 13,6 Sekunden. OKI.: 1. 0--Sa;aA Ernst Bode, Pi 3/116, 14,4 Sek.; 2. Sturmm. K. Wagner, Pi 3/116, 14,7 Sek. _ m ,

200-Meter-Lauf: A-Kl.: 1. Rottens. Franz Koch, 11/116, 24,1 Sek.; 2. SA^-Mann Karl Becker, 21/116, 26,2 Sek.; 3. Scharf. Arthur Butz, 11/116, 26,4 Sek. 6-Kl.: 1. Schars. Aug. Nie­mann, 11/116, 25,2 Sek.; 2. O.-Scharf. Fr. Bickel, 24/116, 30,2 Sek. m .

4 0 0 - Meter - Lauf: A-Kl.: 1. Rottenf. Franz Koch, 11/116, 55,3 Sek.; 2. Rottenf Sieg­fried Clarius, 11/116, 57,2 Sek.; 3. Rottens. Willi Glagow, 11/116, 62,1 Sek.

3000-Meter-Laus: A-Kl.: 1. Sturmm. Wilh. Rieb, 1/116, 10:03,4 Min.; 2. Rottenf. Theo Reis, 44/116, 10:30,0 Min.; 3. Trupps. Wich. Nick­las, 22/116, 10:46,8 Min. 6-Kl.: 1. Scharf. Rich. Eichner, Pi 3/116, 12:10,0 Min.; 2. Schars. H Lüttjohann, Pi 3/116, 12:33,0 Min. C = ÄI.: 1. Schars. Rich. Hahn II. 25/116, 11:48,0 Min.; 2. Rottenf. Hch. Felsing, 24/116, 12:00,0 Min

4X 100-Meter-Staffel: 1. SA.-Sturm 11/116, 50,2 Sek.; 2. SA.-Sturm 21/116, 50,6 Sek.; 3. SA.-Reiterstandarte 147, 51,7 Sek.

Schieß-Wettbewerbe.

KK. - Schießen: 1. O.-Scharf. Robert Schäfer, 43/116, 91.R.; 2. O.-Truppf. Friedr. Jakpb, 12/116, 85 R., 3. Scharf. Karl Jakob, 11/116, 84 R., 4. Rottenf. Hch. Ludw. Haas, 26/116, 81 R.; 5. Som­merkorn, 11/116, 79 R.

Pistolenschießen: 1. Rottenführer Klingel-- höser, 15/116, 92 R.; 2. Schars. Schmidt, 25/116, 89 R.; 3. Rottenf. Balser, 15/116, 86,R.

Nachsendung der Postsendungen in die Sommerfrische.

Urlaubs- und Reisezeit stehen bevor. Zu den Reiseoorbereitungen» gehört auch die Regelung der Postnachsendung, denn selbstverständlich wünscht jeder die nach der ständigen Wohnung gerichteten Postsachen am fremden Ort richtig und rechtzeitig zu erhalten. Am zweckmäßigsten sichert man sich die regelmäßige Nachsendung dadurch, daß man sie bei seinem Zustellpostamt rechtzeitig beantragt. Man bedient sich hierfür des von der Post ausgegebenen FormblattsNachsendungsantrag". Dessen Vordruck berücksichtigt die verschiedenen glich Zeiten der Nachsendungen und fährt so dem Antragsteller vor Augen, was er bei Abfassung des Antrags zu be­achten hat. Unbedingt notwendige Angaben find: Vor- und Zuname der Person, deren Sendungen nachgesandt werden sollen, die bisherige Wohnung, 'die neue Anschrift und die Geltungsdauer des An­trags. Soll der Antrag auch für die Familienmit­glieder gelten, so sind auch diese zu nennen. Die Wohnung am Aufenthaltsort ist so genau wie mög­lich nach Straße, Hausnummer, Stockwerk, Ver­mieter usw. anzugeben. Sind bei Stellung des Antrags nähere Angaben nicht möglich, so sollten sie dem Postamt des Aufenthaltsorts möglichst bald mitgeteilt werden. Kann man die Geltungsdauer des Nachsendungsantrages nicht im voraus be­stimmt begrenzen, so muß rechtzeitig vor der Rück­reise das nachsendede Postamt verständigt wer­den, von wann an die Nachsendung einzustellen ist. Wenn bestimmte Arten von Sendungen von der Nachsendung ausgeschlossen und in gewöhnlicher Weise zugestellt werden sollen, z. B. Ortssendungen, ist dies in dem Antrag besonders anzugeben. Solche Sonderwünsche werden von der Post berücksichtigt. Telegramme kann man sich telegraphisch ober brief­lich nachsenden lassen. Paketsendungen unb Wert­briefe werden nur nach gesandt, wenn es in dem Antrag ausdrücklich verlangt ist. Die Nachsendung

Harbach Heil

Knauß Schmitz

Dambmann Hasselbach

Buß Rausch

Velten Fett

Den Höhepunkt des Sporttages der SA.-Stan- darte 116 brachte der Sonntagnachmittag, der eine Fülle der anregendsten und schönen Kampfe ver­mittelte. Der Universitätssportplatz nahm sich im Schmuck vieler Fahnen prächtig aus und schon zu Beginn füllte eine stattliche Menschenmenge die Terrassen. Der Nachmittag war insbesondere den Entscheidungskämpfen in verschiedenen Laufen und Staffeln gewidmet. Ferner sah man ein Fußball­spiel.

Lustwaffe SA.-Standarte416 3:5

Mit großem Interesse sah man diesem Kampfe entgegen. Das Spiel wurde von folgenden Mann­schaften bestritten: Luftwaffe: Raab

Lutz Höpp Paul Netzky Müller Speckmann Pertalon Rose Lokolowsky Hasselend

25/116, 1,22 Meter.

Kugelstoßen: A-Kl.: 1. Scharf. Franz Mul­ler, Pi. 3/116, 11,05; 2. O.-Scharf. Otto Linden- flruti), Rei. 6 147, 10,73; 3. SA -Mann Hans Deu­ker, 21/116, 10,10 Meter. 6-Kl.: 1. Rottenf. Otto Dietz, 2/116, 10,61; 2. Schars. 2lugust Niemann, 11/116, 9,91; 3. Sturmm. Karl Sell, Rei. 6/147, 9,72 Meter. OKI.: 1. Scharf Adolf ©teUer, 25/116, 8,32; 2. Trupps. Adolf Bocher 2o/116, 8,66; 3. Rottenf. Ludw. Schneider, 25/116, 7,52 Meter

Steinstoßen: A-Kl.: 1. SA.-Mann Hans Deuker, 21/116, 6,76; 2. O.-Scharf. Otto Linden- struth. Rei. 6/147, 6,74; 3. Scharf. Otto Spruck, Rei. 6'147, 6,10 Meter. 6-Kl.: 1. Stuvmm. Karl Sell Rei. 6/147, 5,83; 2. Rottenf. Wilh. sockel, 25/116, 5 Meter. OKI.: 1. Scharf. Adolf Stel­ler, 25/116, 6,23; 2. Trupps. Adolf Böcher, 25/116, 5,72 Meter.

Speerwerfen: A-Kl.: 1. SA.-Mann Hans Deuker, 21/116, 43,85; 2. Scharf. Arthur Butz, 11/116 31,75; 3. Rottenf. Siegsr. Clarius, 11/116, 29,30 Meter. 6-Kl.: 1. Rottenf. Otto Dietz, 2/116, 40,88 Meter.

Diskuswerfen: A-Kl.: 1. Scharf. Franz Müller, Pi. 1/116, 28,54; 2. Rottenf. Franz Koch, 11/116, 27,29 Meter. 6-Kl.: 1. Scharf. August Niemann, 11/116, 29,78; 2. Sturmm. Karl Sell, Rei. 6/147, 27,96 Meter.

Handqranatenweitwurf: 6-Kl.: 1. Rot­tens. Otto Dietz, 2/116, 54,80 Meter; 2. Scharf. Aug. Niemann, 11/116, 51,95. C-Kl.: 1. SA.- Mann Adam Heß, Rei 6/147, 45,10 Meter; 2. O.- Scharf. Ernst Bode, Pi 3/116, 44,65 Meter. A-Kl.: 1. Scharf. H. Harbach, 15/116, 61,29 Meter; 2. SA.-Mann Kurt Wagner, 44/116, 60,92

anderer Sendungen als Paketsendungen und Wert­briefe ist gebührenfrei. Für Ortsbriefe und Orts­postkarten wird bei Nachsendung über den Orts- gebührenbereich hinaus nur der Unterschied zwischen der Orts- und der Ferngebühr nacherhoben. Zei­tungen, die bet der Post bestellt sind und in der Sommerfrische weiter bezogen werden sollen, kön­nen dahin überwiesen und nach beendigter Reise nach dem ständigen Wohnort zurücküberwiesen wer­den. Dem Ueberweisungsantrag ist die Gebühr von 40 Pf. für jede Zeitung beizufügen. Zulässig ist auch die Ueberweisung von Zeitungen, die beim Verleger bestellt sind. Auf die Reise sollte man auch ein vollgültiges Ausweispapier mitnehmen, damit bei der Aushändigung der Sendungen, insbeson­dere solcher, für die die Post keine Gewähr leistet (z. B. Geld-, Wert-, Einschreib- und Paketsendun- gen), keine unliebsamen Weiterungen entstehen. Wer fein solches Papier besitzt, lasse sich vom Post­amt eine Postausweiskarte ausstellen. *

Dornotizen.

Tageskalender für Ittonfag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Grenzfeuer". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Marguerite: 3". Gas-Backabend, 20.15 Uhr, im Cafe Leib.

NSV., Ortsgruppe Gießen-Nord.

In der Zeit vom Dienstag, 6., bis Donnerstag, 8. d. M., wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Nord die Pfundsammlung (Lebensmittelopferring) für den Monat Juni Durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, anstelle der Pfundspende Geld zu geben.

NSV., Ortsgruppe Gießen-Süd.

Von Montag, 5., bis Mittwoch, 7. Juni, findet die Lebensmittel-Opferringsammlung für den Mo­nat Juni durch die NS.-Frauenschaft im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd statt. Die Einwohner-

SA.-Standarte 116:

Das Spiel begann mit einer merklichen Über­legenheit der SA. Nach anfänglichem Tasten der beiden Mannschaften nach den schwachen Punkten gelang es den SA.-Kameraden bereits in der 10. Minute, durch geschicktes Freistellen im Sturm ein schönes Tor zu erzielen. 5 Minuten später konnte sogar auf zwei Tore erhöht werden. Der Tormann der Luftwaffe war zu weit herausgelaufen und gab dem gegnerischen Stürmer Gelegenheit, ziemlich mühelos einzuschießen. Durch geschickte Zu­sammenarbeit im Sturm wurde das dritte -tor für die SA. fällig, die sich bei weitem besser fand als die Kameraden der Luftwaffe. Die SA. war immer etwas rascher am Ball. Die Heb erlegen!) eit der Braunhemden sand aber noch deutlicheren Ausdruck. Das Halbzeitergebnis lautete 5:1. Man glaubte all­gemein an eine eindeutige Niederlage der Flieger. Es kam aber anders! Die SA. ließ in der zweiten Halbzeit bedenklich nach und gab dem Gegner damit mehr freies Feld. Die Flieger nützten die Schwäche­periode des Gegners aus und verkürzten durch zwei tadellos eingeleitete Tore auf 5:3. In der Folge gab es dann ein gleichmäßig verteiltes Mittelfeldspiel, bei dem aber nichts Außerordentliches mehr zu sehen war. Die Hitze des Tages setzte den Mannschaften mehr und mehr zu. So blieb es denn bei dem Ergebnis von 5:3 Toren für die SA. Das Ergebnis entsprach dem Kräfteverhältnis.

SintadungS-Hindernissiaffel.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags fanden die Hindernis staffel über 20 X V2 Runde und die Einladungs-Hindernisstaffel, an der je eine Mannschaft der Luftwaffe, des NS.- Studentenbundes und der SA. teilnahmen, Aufmerk- samksik. Besonders die Einladungs-Hindernisstaffsl nahm einen hochdramatischen Verlauf. Nachdem die SA. über eine lange Strecke eindeutig im Vorteil lag, ging der Vorsprung durch eine schlechte Wand- überwindung fast ganz verloren, so daß die Studen­ten aufholen konnten und sie auf den vorletzten 200 Meter Brust an Brust mit den SA.-Kameraden lagen. Fast gleichzeitig gingen die beiden letzten Läufer die letzte Wand an, und nur die um Bruch­teile langsamere Ueberwindung der Wand durch den

Held Marko. s

Von Vuk Karadschiisch. p

Vuk Karadschitsch, der Freund Goe- k khes, ist der Begründer der heutigen ser­bischen Schriftsprache. Seine ganze Liebe i gehörte der reichen dichterischen Volksüber- 1 lieferung der Jugoslawen, die er sammelte < und neu gestaltete. Der kleine Beitrag ver- 1 dient im Hinblick auf den jugoslawischen : Staatsbesuch in Berlin besonderes Interesse. 1 Es gibt keinen Serben, der nicht den Namen des .

Königssohnes Marko kennt. Man erzählt, daß Marko viel stärker war als alle vor ihm und nach ihm. Er warf den Speer mit einer Hand, und der war sechsundsechzig Oka schwer.

Als Kind war ich einmal im Kloster Kruschedol, wo Marko mit einer Hand einen Ochsen aufhob und herumtrug. Ein Volkslied erzählt, wie er ein Stück härtestes Holz in die Hand nahm und zerdrückte; es ging entzwei.und zwei Tröpfchen Wasser kamen heraus. Ohne Wein konnte Marko es nicht aus­halten, und weil er so kräftig und. stark war, konnte er sehr viel vertragen.

Von seinem Pferd Scharaz, das heißt der Scheckige, erzählt man, daß eine Fee es ihm ge­schenkt habe. Andere sagen, daß er es irgendwo kaufte. Ehe er zu diesem Scharaz kam, besaß er viele Pferde, aber keines konnte ihn tragen. Da sah er irgendwo diesen Schecken, und es schien ihm, daß aus ihm ein gutes Pferd werden könnte. Er packte es beim Schwanz, doch es rührte sich nicht. Da kaufte er es und lehrte es Wein trinken.

Vom Tode des Marko Kraljewitsch erzählt man mancherlei. Einige sagen, daß ihn ein Fürst Mirt- scheta vom Volke der Karawlachen im Dorf Rowine mit einer goldenen Kugel in den Mund schoß, als die Türken mit den Karawlachen kämpften. Andere erzählen, daß sein Pferd Scharaz in einer Schlacht in einen Donausumpf geriet und daß Rotz und Mann dort den Tod fanden. In Krajina Negotinska erzählt man, daß dieser Sumpf irgendwo in der Nähe von Negotin bei der Quelle Karitschina war. Noch jetzt ist dort ein Moor, und von den dortigen Ruinen einer alten Kirche behauptet man, sie stünden auf Markos Grabe. Andere wiederum berichten, daß einst in einer Schlacht soviele Männer fielen, das; Krieger und Pferde im Blute schwammen. Marko streckte die Hände empor zu Gott und sagte:O (Sott, was soll ich tun?" Da erbarmte sich (Sott, und auf wundersame Weise gelangten-er und fein Pferd in eine Felsengrotte, rob sie jetzt noch leben. Dort stieß er fein Schwert in einen Stein, legte sich nieder und schlief ein. Und er schläft noch heute. Vor dem Scha­raz wächst ein wenig Moos, von dem er ab und zu

ein Maul voll frißt, und das Schwert löst sich lang­sam aus dem Stein. Wenn Scharaz das Moos auf- geftessen hat und wenn das Schwert aus dem Stein heraus ist, dann wird Marko wieder erwachen und dann kommt er wieder in die Welt.

Es gibt aber auch welche, die erzählen, daß Marko in die Grotte floh, als er zum ersten Male ein Ge­wehr sah und es näher betrachten wollte. Er wollte erfahren, ob das Gewehr wirklich fo fei, wie man von ihm berichtete, und dabei schoß er sich durch die Handfläche. Da sagte er:Jetzt hilft kein Heldentum mehr, da jetzt schon der schlechteste Rost den besten Helden töten kann!"

Das Ende eines Hechtes.

Von Hans uten Loosen.

Wo am Südende des großen Sees Schwarz­pappeln, Elsen und Birken sich spiegeln, Weide und Faulbaum mit hochgezogenen Wurzeln ins Wasser steigen, da hat sich das Reth bis zu Mannestiefe vorgewagt. Zwei schwimmende Inseln aus Wurzel­werk von Seggen, Binsen, Schierling, Ampfer, Farnen, Schilf und sauren Gräsern gebildet, ein­zelne Rohrhorste tragend, sind, je nach der Wind­richtung, das offene oder geschlossene Tor zu einem Reich, Das in pflanzlicher und zoologischer Hinsicht eine Welt für sich ist. Ein Binsenstrich, eine reiche Seerosenzone, ein Laichkrautrevier, Das strotzt in Dichte und Wandlung Der Formen; flutende Hänge von Wasserpest und Hornblatt; Dazu Algengewim­mel in jeder Farbe und dicke Schleier springender, hüpfender Planktonfauna das ist das Paradies aller Flossenträger, dessen Bestand und Reichtum begründet ist in einer warmen Quelle, die Das Ge­frieren des Wasserspiegels bis in den Jul hinein verhindert.

Hier lebt seit Wochen Die urige Hechtin, die sich allerorten spüren, doch niemals fangen läßt. Alle­mal, wenn die großen Stürme im Herbst das Wasser voll Blasen schlagen, hat sie sich in diesen überwindigen Schlupf zurückgezogen. Hier ist gut sein für Die grobe Schnokin; Karauschen und Bleie, Schuster, Zährten, Marienfische, Maiblecken, Schwarzbäuche und was man sich nur wünscht, Das wimmelt in Den Griepenstengeln, steht im Moder, treibt und, spielt und frißt und wird gefressen. Manchmal ist es fast zuviel des Guten. Dann mutz einer Der Frösche, Die hier auch lange wach sind, zur Abwechslung Daran glauben.

Eden hat Die Hechtin solchen aufgeblasenen Ge­sellen beim Sprungbein gepackt. Sie ist in das Wurzelbett zurückgesunken. Den Bauch im Schlamm, Die Flossen aufgestützt, den Rückenstrayl gemächlich

angelegt, verharrt sie mit entspannten Muskeln I chlafend, so täuschend ähnlich ihrer Unterlage, Daß ie für Die Umgebung fast verschwände, wenn nicht die Augen wären, diese lidlosen, starren Lichter, dieses grünlich-gelbe Leuchten in den Blicken aller Räuber ...

Just um die Zeit, als draußen sich Die Fischer beim Netzeheben die Augen aussehen, ob unter allen Silberschuppigen nicht dieser eine braune, gehaßte Fisch zu finden ist, verspürt Die Riesin etwas wie Hunger. Dem ist abzuhelfen! Es fahren vor und hinter und über und neben ihr so viele feiste Happen durch Die Flut, Daß außer einem Maul- auffperren keine Arbeit nötig ist, um platzevoll zu werden. Aber sie ist kein Fresser, sondern Jäger.

Es ist ihr Stolz, Das Beste weidgerecht zu schla­gen. Um Stipperlinge, die in ihrer Nähe tanzen, und Schneider, welche unter einer Wurzel flümern, lohnt es keine Anstrengung. Jetzt aber schiebt ein gelblichweißer Körper durch Den Schwandet. Die grauen Flossen und das schiefe Maul verraten seine Art. Eine Brasse ist's. Gewicht Drei Pfund. Die Hechtin liega wie tot im Bett. Nur Die Lichter und Das Zittern, Das manchmal über ihren Rücken läuft, lassen ahnen, wie sehr sie auf Dem Posten ist. Jetzt stellt Die Brasse sich kopfunter unD kommt näher. Da packt Die Räuberin Die Gier. Noch liegt ie wie ein Stock, doch Die Rückenflosse kommt chon in Bewegung, floppt auf und zu. Nun hebt ie sich auf ihren Rudern. Die Muskeln straffen sich. Der Rücken wird gerade wie ein Pfeil. Jetzt ein Schraubenschlag Des Schwanzes, sie schießt. Die Kiefern fpcrrenD, hoch.

Urplötzlich hat Der Blei den Feind erkannt und wirft sich zur Seite. Um Haaresbreite stößt Die Räuberin vorbei, und der geschrammte Fisch saust in Den Schlamm. Die Hechtin, jedes Ruder abge- spreizt, glotzt einen Augenblick, Dann läßt <ie sich mit krummem Buckel, zornig mit dem Rachen schnappend, enttäuscht zu Boden sinken. Wie kann man eine Beute verfehlen? Wieder wartet sie mit angezogenen Rudern im Wurzelbett ...

Es geht auf Den Abend zu. Alle Wasserwesen kriegen schwarze Schatten. Wenn über Nacht nicht Die Gedärme vor Hunger schnurren sollen, hilft alles nichts, sie muß noch einmal jagen. Mit einem Male erscheint am Wasserspiegel Der ungewisse Umriß eines Fisches. Erst steht er still, Dann sinkt er auf Den Schwandel. Nun schwimmt er hin und her. Eine Rvddow ist's, das sieht man an Den feuerroten Flossen. Der Hecht geht in Lauerstellung. Langsam ranzt Die Beute her. Wo ist sie jetzt? Verschwunden? Nein? Da ist sie wieder! Wirklich eine RodDow. Wie sie taumelt? Ein kranker Fisch. Man nimmt sonst nicht, was schon ein anderer schlug, allein zur Nacht, und wenn Der Hunger quält

Mit einem Satze schnellt Die Räuberin empor, schnappt zu und würgt Die Beute hinunter. Sie schluckt und schluckt, verhofft und will zur Seite Drehen. Es geht nicht. Weshalb? Es hindert sie etwas, es ist da eine Kraft vorhanden. Die eine andere Richtung erzwingen will. Jrn selben Augen­blick wird die verschlungene Roddow lebendig, reißt, zerrt und zieht und bohrt mit spitzen Stacheln; soll Die Räuberin nicht Daran ersticken, muß sie folgen. Doch indem sie nachgibt, reißt Die Kraft stärker, stachelt Der verfluchte Bissen wie Die Hölle und Droht ihr Das Geschlinge aus dem Leib zu brechen. Sie strudelt mit Den Rudern: halt! Es wird nicht Halt! Sie schießt hin und her, stemmt sich, fährt nach oben, stürmt nach unten. Das Wasser schäumt. .Bon ungeheuren Schmerzen gepeitscht, saust Die Verlorene um einen Griepenhorst herum und kann zum ersten Male dem Tod am anderen Ende ein Schnippchen schlagen Denn Das weiß sie jetzt. Daß dieser Gegenspieler, diese fürchterliche Macht, Die sie aus ihrem Elemente reißen will, Der ToD ist. Wenn nur Die Wurzeln eine kurze Weile halten. Daß sie Atem schöpfen, Kräfte sammeln kann. Das verräterische Ding zermalmen. Das ihr in Den Hecheln sitzt.

Da zerrt es wieder, und der "vermaledeite Bissen brennte und sticht im Schlund. Wenn nur Die Griepenstengel halten! Sie halten.

Du hättest trauten müssen, ehe du einroarfft", sagt Das Mädchen. Der Angler lacht.Und mir Den Fisch vergrämen? Hier, faß mal zu! Ich will hinein bis zu Der Stelle, wo ich angeknotet habe. Die Seide hält den Zug nicht aus. So, jetzt hab ich Den Stahl. Nun wird er kommen. Nimm nach Dir Die Schnur! Ich habe ihn." Der Fischer hat Das Rufen gehört und ist vom anderen Ende Des Sees herbeigeeilt. Das Taglicht verschwindet. Es grum­melt auf Den Bergen. Um Die Wälder hängt Der Flor. Die Wiesen Dampfen, und das Wasser nebelt. Da gibt Der zähe Pflanzenwirrwarr endlich nach und der Fang fliegt an Land.

Da ist der Bursche!" Der Fisch, als ihm das Wasser fehlt, macht noch ein paar grobe Schläge in seiner Angst. Rasch nicken sie ihn ab.Ein Un­geheuer", meint Der Fischer.Der zieht feine zwan­zig, Dreißig Pfund!"Schade, ich hätte nicht Die Trolle nehmen sollen", spricht Der Junge leise. Dann hätte ich ihn wieder losgelassen. Aber mit der Trolle wäre er verludert. Diesen mächtigen Kerl würde ich, wenn ich könnte" -

Am Himmel schießt ein letztes Glühen zum Zenith. Ein rotes Glänzen überläuft. Den Leib Der Hechtin. Das Mädchen kann es uiast unterlassen, leise mit Den Fingern drüber hinzufahren-Schade! Die Welt wird ärmer, wenn Das ausftirbt."