Einzelbild herunterladen

Nr. 128 Zweites V!M

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Montag. 5. Zum 1939

SA.-Wehrsp-rt - Dienst für Deutschland.

Der Sporttag der SA.-Siandarte 116 ein großer Erfolg.

«4

A ' . ,

*- . M» .1

.....

I

4

w

f

U ? ::

HW

« "

ME

i> ", . B " &* l :

r **

" . E E MM

; ,x/ /

Augenblicksbild von der Einladungs-Hindernisstaffel.

Ausgezeichnete Leistungen gab es in den leichtathletischen Kämpfen.

Die Mannschaft des Sturmes 14/116 gewann den Mannschafts-Fünfkampf.

Pioniere beim Brückenbau am Schwanenteich.

Alte Soldaten fahren nach Kassel

Biele Sonderzüge passieren den Gießener Bahnhof

Der Welikampssonniag

an den Brigadeführer und dem Abschreiten der Front durch den Brigadeführer hielt Obersturm­führer Muth (der sich um die Vorbereitung des Sporttages außerordentlich verdient machte) eine von großem Ernst getragene Ansprache, in der er der hohen Verpflichtung Ausdruck gab, die der SA. durch die Uebertragung der vor- und nachmilitä­rischen Erziehung geworden ist. Er forderte dazu auf, daß jeder Kamerad sich der hohen Bedeutung des bevorstehenden Sporttages bewußt sein möge, weil solche Tage die geleistete Arbeit überschauen ließen und zeigten, was noch erreicht werden müsse. Er forderte die Wettkämpfer zur Ritterlichkeit und zur Achtung der Gesetze des Wettkampfes auf. So­dann brachte ein Kamerad die Eidesformel zur Ver­lesung, die von einem anderen Kameraden als dem Sprecher der vielen Wettkämpfer aus der Reihe heraus nachgesprochen und bekräftigt wurden. Nach einem Sinnspruch und nach einem Liede, vom Musikzug der SA -Standarte 116 (Leitung: Musik­zugführer Obstfelder) gespielt, fand die Feier mit dem Gruß an den Führer und den Nationalhymnen ihren Abschluß. An der Feier nahmen zahlreiche Ehrengäste aus dem Kreise der Partei, der Behör­den und der Wehrmacht, insbesondere der Luftwaffe, teil.

Die Wettkämpfer marschierten nach der Vereidi­gung nach der Bergkaserne zurück, um dort in das Quartier zu gehen. Sämtliche Sturmführcr der Standarte nahmen ebenfalls in der Kaserne Quar­tier.

(Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Die Kameraden aus Stadt und Kreis Gießen vor der Abreise nach Kassel. Im Vordergrund linfs: Kreiskriegerführer Dr. Monnard (Gießen). (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

waren, um die Kassel-Fahrer zu verabschieden, wäh­rend gleichzeitig andere Fahrtteilnehmer aus dem Kreise Gießen sich hier dein Transport anschlossen, insgesamt waren es etliche hundert Mann, die in Gießen den Sonderzug bestiegen.

Im Verlause des gestrigen sonntags passierten zwei Sonderzüge aus Richtung Kassel bzw. Köln, letzterer als Brieftaubeii-Sonderzuq nach Friedberg bestimmt, den hiesigen Bahnhof. Am heutigen Mon­tag werden im Laufe des Tages fünf Sonderzüoe von Kassel her hier durchfahren, im Laufe der kom- menden Nacht werden ihnen, ebenfalls von Kassel her, weitere acht Sondcrziige folgen. Die Kameraden aus Gießen und Umgegend werden mit einem Son­derzug in der kommenden Nacht von Kassel noch hier zurücktehrcn.

begaben sich auch die alten Soldaten des NS.-Reichs­kriegerbundes alis Stadt und Kreis Gießen sowie aus den benachbarten preußischen- Kreisen in ge­schlossenem Transport vom Bahnhof Gießen' aus nach-Kassel. Unter Führung des Kleist!iegcrführers Dr. Monnard stiegen allein 60 alte Soldaten aus der Stadt Gießen in den Zug ein, zu denen in Lollar noch eine weitere Gruppe aus Lollar und dem Lumdatal hinzukamen. Die alten Krieger waren sichtlich begeistert von dem großen Erleben, das ihnen bevorstand, zumal mittlerweile bekanntgewor- den war, daß der Führer nach Kassel tomnien werde, um seine alten Frontkameraden persönlich zu be­grüßen. Vor jtnö während der Absoze! der 6-ieße- ner alten Soldaten herrschte vor und in dem Bahn­hof lebhafter Betrieb, da Kameraden gekommen

Hebung zu zeigen und zu bewerfen, welche Arbeit in den Pionierstürmen geleistet wurde. Zum vor­gesehenen Zeitpunkt hatten sich bereits viele Zu­schauer eingefunden, die gespannt der Arbeit harr­ten, die von den SA.-Pionieren geleistet werden sollte. Material für den Bau einer schwimmenden Brücke lag bereit und nachdem dem Sturmbann­führer Bender Meldung der angetretenen Mann­schaft erstattet war, wurde sofort mit großem Eifer an die Arbeit gegangen. Stangen wurden durch Rundhölzer untereinander verbunden, zusam­mengenagelt und dann noch mit starken Seilen ge­sichert, schließlich wurden dann noch große leere Benzin- und Asphalttonnen mit Hilfe oon Metall­bändern am Holzgerüst befestigt und damit in vie­len einzelnen Teilen der Tragkörper der Brücke hergestellt. Diese Tragkörper würden noch mit star­ken Bohlen belegt und dann Stück für Stück der Brücke in das Wasser gelassen und zum anderen Ufer geschlagen. Die Pioniere waren mit großem Eifer dabei und von den vielen, planmäßig ein­gesetzten Händen wurde eine tadellose Arbeit ge­leistet. Die Brücke, die nach gut einstündiger Ar­beit fertiggestellt werden tonnte, nahm sich auf dem Wasser sehr gut aus und bewies eine erheb­liche Tragkraft. Der Arbeit selbst wurde von den Zuschauern die ungeteilte Aufmerksamkeit zuteil. Aus eine angenehme Wei'e wurde diese Schau­übung noch durch musikalische Darbietungen des Musikzuges der SA.-Standarte 116 bereichert. Mehrere hundert Zuschauer gewannen bei dieser Hebung einen vorzüglichen Einblick in die Arbeit der Pioniere unserer SA.

Der 20-Kilometer-GepäckmarW.

Für den 20-Kilometer-Gepäckmarsch vom Hofe der Standarte aus hatten drei Stürme gemeldet. In kurzen Abständen wurden die Mannschaften, die aus einem Führer und 36 Mann bestanden, auf den Marsch geschickt. Der 2$eg führte über Rödgen Großen-Buseck Alten-Buseck bis ctroq 2 Kilometer vor Daub ringen und über Wieseck

querfeldein zur Sandgrube in der Nähe der frühe­renWaldesluft" zurück. Bei den nicht immer ein­wandfreien Wegen und der frühzeitig einsetzenden Hitze stellte der'Marsch große körperliche Anforde­rungen, denen sich die Mannschaften aber gewachsen zeigten. Sie zeigten gute Haltung und förderten durch Marschlieder die Mannschaftsdisziplin, so daß sie geschlossen zum Endziel, der 250-Meter Kamps- bähn gelangtem Am Eingang der Sandgrube be­zogen sie Deckung und mußten aus dem Liegen heraus auf Kommando im Laufschritt einen Gra­ben überspringen und dann über ein Sprung- und ein Drahthindernis hinweg. Schwieriger war das Kriechhindernis zu nehmen', das einige Zeitverluste brachte. Aus der Bodenlage heraus erfolgte schließ­lich der Handgranatenzielwurf. Dabei wurde die Anzahl der in einen Kreis zu werfenden Hand­granaten gewertet. Den Abschluß bildete das 50-Meter-Kleinkaliber-Schießen auf die kleinen Klappscheiben, das nach den ausgestandenen Stra­pazen größte Ruhe und Selbstbeherrschung erfor-

Für einen großen Teil der Wettkämpfer, vor flUcm für diejenigen Mannschaften, die für den Gepäckmarsch und für die Radfahrstreife auf Strecke gehen mußten, wurde sehr zeitig geweckt. Schon um 5 Hhr muhte der Schlaf abgebrochen werden. Diese Maßnahme war von vornherein zweckmäßig, denn es war für den Sonntag mit einem heißen Tag zu rechnen, und je früher die Mannschaften sich auf den Weg machten, desto besser war es für sie. Wenig später war auch für die anderen Wett kämpfer die Nacht um, und es dauerte nicht lange, da war der Hniversitätssportplatz von einer regen sportlichen Betriebssamkeit erfüllt. Es galt, die ver­schiedenen Hebungen für die Wehrwettkämpfe und für die Wehr-Mannschaftskämpfe durchzuführen, gleichzeitig mutzten auch die Vorentscheidungen für die zahlreichen leichtathletischen Wettbewerbe fallen. So konnte man die Einzelkämpfer beim Hoch- und Weitsprung, beim Kugel- und beim Steinstoßen, beim Speer- und beim Diskuswerfen, wie auch beim Laufen über die verschiedenen Strecken beobachten. Auch Staffeln wurden gelaufen, so daß es für die Zuschauer, die sich schon in den Morgenstunden ein­fanden, immer etwas zu sehen gab. Die Schützen marschierten nach dem Schießplatz der SA. an der Hardt und lagen im Wettkampf um die besten Lei­stungen im Kleinkaliber- und im Pistolenschießen. Die Schwimmwettkärnpfe für den Mannschaftsfünf­kampf waren schon am Donnerstag im Volksbad ausgetragen worden. Um die Mittagsstunde traten die Reserve stürme zum Kampf im Tauziehen an. Zu den Wettbewerben wurde in verschiedenen Alters­klassen (A=, B= und E-Klasse) gestartet. Die Leistun­gen der älteren Kameraden erfuhren damit eine gerechte Würdigung.

Echauübung der Pioniere.

Der Sonntagvormittag brachte im Rahmen des Sporttages der SA.-Standarte 116 eine Hebung besonderer Art. Ein Sturm der Pioniere der SA - Standarte trat um 10 Uhr am Schwanenteich in den Eichgärten an, um dort eine großangelegte

Der über langen Zeitraum hinweg und in vieler Kleinarbeit sorgfältig vorbereitete Sporttag der SA.- Standnrte 116 gestaltete sich in mehr als einer Hin­sicht zu einem großen Erfolg. Zn nachdrücklicher Weise wurde mit der großen Sportveranstaltung bewiesen, daß die SA. ihrer großen und verpflich­tenden Aufgabe einer sportlichen und wehrsport­lichen Erziehung auf der breiten Basis der Arbeit in vielen Stürmen gerecht wird. Ferner brachte der Sporttag eine Reihe hervorragender sportlicher Ergebnisse-, außerdem nahm die Bevölkerung un­serer Stadt, besonders am gestrigen Nachmittag, regen Anteil an den Wettkämpfen, so daß die Wett­kämpfer für ihre Leistungen ein dankbares Echo fanden. Gleichzeitig wurde der Oeffentlichkeit mit diesem Sporttag eine Gelegenheit gegeben, sich von der Arbeit, die in der. auf dem Gebiete der Erhaltung und der Forderung der Wehrkraft un­seres Volkes geleistet wird, zu überzeugen. Ideales Wetter begünstigte die Veranstaltung. Dem eigent­lichen Wettkampftag ging am Samstagabend eine feierliche Vereidigung

auf dem Vrandplatz voraus. Der Brandplatz war geschmückt. Diele Fahnen flatterten im abendlichen Wind. Auf hohen Podesten standen Feuerschalen, und nachdem die SA., insbesondere die Wettkämp­fer, unter klingendeist Spiel aufmarschiert waren, liefen 50 Läufer im schmucken Sportdreß auf den Platz und verschafften der Stätte der Feier mit dem Lichte ihrer Fackeln einen stimmungsvollen Rahmen. Nach der Meldung der angetretenen Mannschaften

Am Samstag herrschte den ganzen Tag über im Bahnhof Gießen Hoch­betrieb. Neben den plan­mäßigen Zügen wurden noch eine große Anzahl Sonderzüge gefahren, so daß wieder einmal an alle Beamten und Ange­stellten unseres Bahnhofs hohe Anforderungen ge­stellt wurden, die in ge­wohnt präziser Art ihre Erfüllung fanden. Ins­gesamt passierten am Samstag im Laufe des Tages 22 Sonder- z ü g e den Bahnhof Gie­ßen, denen im Laufe der Nacht zum Sonntag noch zwei weitere Sonderzüge folgten. Während des samstags fuhren allein 12 S o n d e r z ii g e, von Richtung Frankfurt her- kommend, aus Bayern, Baden, aus der Pfalz, von Saarbrücken mit) aus dem südlichen Teile Hessens, in Richtung Kassel zum Neichskrie- gertag hier durch.

Mit einem Sonderzug von Frankfurt a. M. aus

derte. Bei diesen Hebungen erreichte die Mann­schaft des Sturmes 12/116 die beste Gesamt­wertung.

rs-Kilometer-IZadfahrstreife.

An der 25-Kilometer-Nadfahrstreife beteiligten sich fünf Streifen zu je acht Mann und einem Führer Die Fahrt führte in der Richtung nach Steinbach und von da zur Hohe 231. Zn deren Nähe mar ein Graben mit Wasser zu durchqueren, eine Ausgabe, die nicht einfach war, weil dabei das Fahrrad getragen werden mußte. Schließlich war ein Zaun zu überspringen und in der Nähe der Ganseburg wurde nach den Kopfsallscheiben ge­schossen und die Handgranatenübiing ausgeführt. Nach der Karte mußten dann 10 Kilometer gefahren werden. Heber Oswaldsgarten führte die letzte Strecke zum Schießstand an der Hardt, bei der Die letzte Schießübung auszuführen war.

Mamischastsfünfkampf.

Hm 8 Hhr wurde auf dem Hniversitätssportplatz der Mannschaftssünfkampf begonnen. Die Abwick­lung dieser Hebungen ging sehr schnell vonstatten, da mehrere Hebungen zugleich ausgeführt werden konnten. Der Mannschaftsfünfkampf setzte sich aus einem 400-Meter-Hindernislauf, bei dem ein Gra­ben und Spanische Reiter zu überspringen, eine Wand zu überklettern und ein Zaun und ein Holz­stoß zu nehmen und schließlich ein Kriechhindernis zu bewältigen war. Der 100-Meter-Lauf brachte spannende Momente. Schließlich mußte ein Hand­granatenweitwurf cnisgeführt werden. Sehr große Änforderungen stellten der 3000-Meter-Lauf und das Kleinkaliberschießen, das auf dem Schietzstand am Schützenhaus abgetragen wurde. Den Sieger stellte die Mannschaft des Sturmes 14/116.

Oie leichtathletischen Wettbewerbe.

Der Leichtathletik war natürlich im Programm des Standartensportfestes breiter Raum gegeben. Es wurde in drei Klaffen gestartet: Klasse A: SA.- Männer bis zu dreißig Zähren; Klasse B: SA.- Mcinner von 30 bis 40 Zähren; Klasse C: SA.- Männer über 40 Zähre. Die Wettbewerbe wurden unter Oberleitung von Obertruppführer Küthe flott abgemickelt und brachten spannende Kämpfe. Ein großer Teil der Entscheidungen sand bereits am Vormittag statt. Wie nicht anders zu erwarten war, konnten sich die auf leichtathletischem Gebiet bekannten Männer des öfteren in' die Siegerliste eintragen.

So belegte Rottenführer Koch (11/116) über 100, 200 und 400 Meter jeweils die ersten Plätze. Wäh-> rend er in den 200 und 400 Meter verhältnismäßig sicher siegte, konnte er bei der kurzen Sprintstrecke erst in den letzten Metern den Rottenführer Moos (2/116) niederringen. Die 100 Meter der Klasse B und C standen im Zeichen von Scharführer Nie­mann (11/116) bzw. von Oberscharführer Bode (Pi 3/116). Die Langstrecke (3000 Meter) hatte viele Bewerber gefunden, die den Lauf trotz der Hitze gut durchstanden. Einen klaren Sieg erfocht hier der Sturmmann Rieb (1/116), der nur wenig mehr als 10 Minuten brauchte. Eine anerkennenswerte Lei­stung vollbrachte auch über diese Distanz Scharführer Hahn II (25/116) von der Altersklasse II., der unter der Zwölfminutengrenze blieb. Zn den Sprün­gen (Hoch- und Weitsprung) war Rottenführer Moos (2/116) tonangebend, allerdings muß be­merkt werden, daß es in der Altersklasse I. durch Scharführer Niemann (11/116) die beste Weit-

9