Mittn>och.31.AugusN938
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
M.203 Zweites Blatt
Aus dem Reiche der Frau
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Mittelpunkt unserer oesamten Arbeitspolitik. Es soll im Rahmen dieses Artikels nicht
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Selbstgestrickte, praktische Wollklei- dung zum Herb st ko st üm 1938 schlagen wir heute vor.
Die Skizze zeigt in der Mitte zu einem sportlichen Rock aus grau-grünem, rauhem Cheviot einen Pullover mit langem Schoß aus flaschengrüner Wolle. Neu sind an ihm seine Länge, der Schlitz und die Passe. Die Aermel sind lang und haben zum Rollkragen passend schmale Umschläge. Alle Kanten sind rechts-links gestrickt, der Pullover selbst links.
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Die praktische, durchgeknöpfte Strickjacke links ist in einem Diagonalmuster aus grober, hellblauer Wolle gestrickt. Sie hat einen schmalen Stehbund und schmale Aermelaufschläge zu drei ausgesetzten Taschen.
Das Strickblüschen rechts ist in drei Farben (weinrot, blaugrau, dunkelblau) aus Angorawolle links ge/trickt. Es hat ein knöpfbares Passenteil, knöpfbare Aermelbündchen und eingeschlitzte Taschen. H.
„Ach. nur noch fünf Minuten...!"
Der tägliche Kampf um das Zubettgehen.
„Ach bitte, Mutti, nur noch fünf Minuten", bettelt Heinz, „es ist doch gerade so schön...!"
Was soll die Mutter tun? Ihr liebevolles Herz sagt ihr natürlich: „Gönn' doch deinem Kind noch ein bißchen Spiel im Garten, wenn der Sommerabend nach der Hitze des Tages gerate so erfrischend ist." Aber darf sie von der einmal getroffenen Anordnung „Punkt acht Uhr gehen die Kinder zu Bett" nun selbst abgehen? Soll man unerbittlich bleiben, oder darf sie den flehenden Kinderaugen einmal nachgeben?
Es ist merkwürdig, die Generationen haben sich abgelöst, Zeiten und Umstände haben gewechselt, Erziehungsformen, Ernährung, überhaupt alles ist anders geworden, nur eines ist geblieben: der Kampf der Kinder beim täglichen Zubettgehen.
Versuchen wir'doch einmal, nachsichtig zu sein und Heinz die erbettelten „fünf Minuten länger aufbleiben" zu erlauben. Was wird nun geschehen' Eines sollte sich jede Mutter bei einem solchen Versuch vorher klarmachen: Das Wunderkind, das bereits bei diesem ersten Erziehungsversuch sich nach fünf Minuten von allein meldet und dann mit einem Dankeskuß für die gütige Mutter, ohne noch ein Wort zu verlieren, allein ins Bett wandert, — das muß erst geboren werden. Bei den meisten Kindern wird nämlich dieses Experiment voraussichtlich vollkommen daneben gehen. Denn natürlich versucht Heinz, von der heute scheinbar gutgelaunten Mutter noch einmal fünf Minuten zu erbetteln. Und selbst freundschaftlich-ernstes mütterliches Mahnen: ..Geh' zu Bett, die Zeit ist längst überschritten!" stoßt auf Widerstand.
Das Mchijahr hat sich gut eingespielt.
Jungmädchen helfen in Stadt und Land.
In unserer Zeit, in der jeder arbeitsfähige Volksgenosse gebraucht wird, steht das Problem des zweckmäßigen Arbeitseinsatzes im
Arbeitskräften hat die Landwirtschaft, wobei Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Niedersachsen, Westfalen — um nur einige Gaue zu nennen — ganz besonders den Wunsch nach Zuteilung von Arbeitskräften äußerten.
In der Form des Einsatzes der Schulentlassenen steht das hauswirtschästliche Jahr an der Spitze. Vor allem bei der Werbung für den Einsatz in der Landwirtschaft oder in der ländlichen Hauswirtschaft zeigte es sich, daß das hauswirtschaftliche Jahr für sich wirbt, da den Eltern in dieser Form des Einsatzes chrer Kinder die Prüfung der Stellen, die Betreuung der Mädchen und vor allem der Schutz der Vierzehnjährigen vor Ueberanstren- gung am sichersten gewährleistet erscheint.
Eine Feststellung, die als überaus erfreulich bezeichnet werden muß, verdient in diesem Zusammenhang hervorgehoben zu werden. In Tausenden von Fällen hat sich, wie es ja auch in der Natur dieses Arbeitsverhältnisses ganz besonders begründet ist, ein ausgesprochen persönliches Ver - hältnis zwischen diesen jungen Mädchen und ihren Arbeitgebern entwickelt. Das ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, daß vielfach junge Mädchen an ländliche Arbeitsstellen vermittelt wurden, wo sie schon einmal als Ferienkinder der NS.- Volkswohlfahrt zu Gast gewesen waren, wo sie also die persönlichen Arbeitsver-Hältnisse bereits genau kannten.
Selbstverständlich werden die Arbeitsstellen, die vermittelt worden sind, genau durch die Arbeitsämter geprüft, so daß beste Gewähr dafür geboten ist, daß jedes junge Mädchen seinem Können und seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt wird.
Weiterhin hat es sich als segensreich erwiesen, daß diese jungen Menschenkinder, die sonst in Büros oder Kontoren kaum Gelegenheit hätten, sich für ihren künftigen eigenen Haushalt vorzubereiten, nun in der praktischen Arbeit, die sie bei den Bauern ober bei einer kinderreichen Familie leisten, Gelegenheit haben, die Haushaltskenntnisse sich anzueignen, die sie, wenn sie einen eigenen Haushalt begründens dann verwenden können.
Mit der Anordnung Hermann Görings ist auch die Berufslenkung der ^weiblichen Jugend auf eine ganz neue Grundlage gestellt worden. Sieht man von den für den Anfang notwendigen Einschränkungen ab, so beginnt in Zukunft die weibliche Jugend in Deutschland, auch soweit sie sich zunächst nicht für einen land- oder hauswirtschaftlichen Berus entscheidet, ihr Arbeitsleben mit land- und hauswirtschaftlicher Betätigung. Man geht nicht fehl in der Annahme, daß auf diese Weise erheblich mehr junge Mädchen den landwirtschaftlichen Beruf ergreifen werden, wenn sie dessen Vorzüge und Vorteile aus eigener Erfahrung kennengelernt haben. Ferner liegt es nahe, daß viele Mädchen sich einen Beruf wählen, dessen Ausübung in der Regel land- oder hauswirtschaftliche Erfahrungen verlangt, wie z. B. die pflegerischen und sozialen Berufe usw.
Zusammenfassend kann man sagen, daß jedes junge Mädchen, welches das weibliche Pflichtjahr abgeleistet hat, diese zwölf Monate nur als einen hohen Gewinn für sich buchen kann, denn * es hat in dieser Zeit Gelegenheit gehabt, wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse zu sammeln, die ihm sonst verschlossen geblieben wären, es hat vor allem einen Einblick in das Familienleben — sei es auf dem Land oder in der Stadt — getan. Und die Anerkennung, die es für seine Arbeit bei den Familien, bei denen es eingesetzt worden ift, gefunden hat, dürfte ihm der schönste Lohn sein.
Die Frau aus dem Laude...
... im Mittelpunkt des Lebens.
Die Maßnahmen, die in einer vor kurzem veröffentlichen Verordnung zur Förderung der Landbevölkerung angekündigt wurden, sind bereits wirksam. Die besondere Bedeutung, die sie gerade für öie Frau auf dem Lande besitzen, verdient noch einmal hervorgehoben zu werden. Die Föröe- rungsmaßnahmen stellen eine Anerkennung für die schwere und opfervolle Arbeit der Landstau dar. Die deutsche Landfrau hat ausgeharrt, und ihre gegenwärtige Arbeitsüberlastung rührt zum großen Teil her von der Abwanderung so vieler tüchtiger Arbeitskräfte vom Lande. Die Maßnahmen dienen daher auf vorbildliche Weise einer sinnvollen Bekämpfung der Landflucht.
Die Beihilfen, die zur Schließung einer Ehe und Gründung einer Familie auf dem Lande gewährt werden, werden dazu beitragen, das Landvolk noch mehr mit dem Boden zu verbinden und auch die Menschen, die heute aufs Land gehen, dort zu halten. Auf das Land kommen heute alle unsere Kinder, um dort der Bäuerin zu Helsen. Durch das Landjahr, den Mädellanddienst, den Arbeitsdienst und neuerdings auch durch das hauswirtschaftliche Jahr lernen sie das Land kennen, wie es wirklich ist, und lernen es lieben. An den Müttern der Stadt ist es gelegen, daß ihre Mädel auch zum Lande hinfinden. Sie sollten wissen, daß die Arbeitslast für die Landstau um so geringer wird, je mehr Arbeitskräfte auf das Land kommen, und sollten ihren entscheidenden Einfluß auf iljr Kind richtig ausnutzen.
Was für ein Leben führt nun die Frau auf dem Lande? Ist es nur ein Leben der Mühe oder auch eins der Freude? Schon für das tüchtige Landmädel, das als Lehrling im ersten Jahr der ländlichen Hausarbeitslehre steht, liegen Aufstiegsmöglichkeiten bereit. Hier fei nur an die Förderungsgemeinschaft für d i e Landjugend erinnert, die gerade jetzt ihren großen Aufschwung nimmt. Außerdem ermöglicht die zusätzliche Berufsschulung eine Weiterbildung neben der Lehre im Hinblick auf die vielfältigen Aufgaben als künftige Bäuerin oder Landarbeiterfrau. Im kommenden Winter wird diese Fortbildung weitesten Kreisen der Landmädel zugutekommen durch die Neuerrichtung von Arbeitsgemeinschaften „Bäuerliche Berufsertüchtigung" In Zusammenarbeit mit dem BDM.-Werk „Glaube und Schönhei t". Die lebendige Dorfgemeinschaft und die daraus erwachsende Freizeitgestaltung schaffen eine Gemeinsamkeit, wie sie für den jungen Menschen nicht schöner sein kann. Der Feierabend bringt wahre Freude nach des Tages Mühe.
Wenn das Mädel auf dem Lande heute heiraten möchte, so find ihm durch die neue Verordnung weitgehende Möglichkeiten gegeben, sich auch einen eigenen H a u s st a n d zu gründen unb. einzurichten. Durch, ben ausgedehnten Landarbeiterwohnungs- bau sinb zunächst einmal auch für ben Landarbeiter ausreichend Wohnungen vorhanben. Die Rückzahlung bes Ehestanbsbarlehens wirb auf Antrag für alle in der Landwirtschaft Tätigen zinslos gestundet. ZdR.
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Pf. und Pf. mehr, aber 1937
lichen, sondern lediglich von den weiblichen Berufen die Rede 'sein, wobei es selbstverständlich das Ziel ist und sein muß, die berufstätige Frau und vor allem naturgemäß auch die schulentlassenen Mädchen den ausgesprochenen weiblichen Berufen zuzuführen.
Da sich nach der Machtübernahme in einem von Jahr zu Jahr steigendem Umfang herausstellte, daß eine wesentliche Entlastung im Arbeitseinsatz der Land- und Hauswirtschaft notwendig war, erließ Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring als Beauftragter für den Vierjahresplan unter dem 15. Februar jene bekannte Anordnung, durch die das weibliche Pflichtjahr eingeführt wurde. In der Begründung zu dieser Anordnung hieß es unter anderem wie folgt: „Es war auf die Dauer nicht möglich, mit anzusehen, daß die Bauersfrau, der weibliche Kräfte fehlten, sich vom frühen Morgen bis zum späten Abend abplagte, ohne mit der Arbeit fertig zu werden; und ebenso war es nicht länger zu verantworten, daß Familien mit mehreren Kindern keine Hausgehilfinnen mehr finden konnten. Um hier die erforderliche Hilfe zu leisten, mußte auf die in der Frauenarbeit noch enthaltenen „stillen Reserven" zurückgegriffen werden."
Seit dieser Anordnung sind wenig mehr denn fünf Monate ins Land gegangen, und es kann mit Recht die Frage aufgeworfen werden, ob und inwiefern das Ziel, das sich Hermann Göring mit dieser Anordnung gestellt hat, erreicht und eine wesentliche Entlastung der Hausfrau — insbesondere in kinderreichen Familien — und der Bauersfrau erzielt werden konnte. Bei der Prüfung dieser Frage ergibt sich nun die erfreuliche Feststellung, daß, obwohl dieser Erlaß erst kurz vor Ostern verkündet wurde, die Dorbereitungszeit also recht kurz bemessen war, diese neue Maßnahme doch schon einen recht schönen Erfolg zu verzeichnen hat.
Die Zuteilung der Arbeitskräfte liegt selbstverständlich den Arbeitsämtern ob. Es sind in der Zeit vom 1. März bis zur Gegenwart schon Zehntausende von Mädeln untergebracht worden, wobei naturgemäß der Einsatz in den einzelnen Gauen verschieden ist. Einen sehr dringenden Bedarf an
AnsereErnährungiinSeplember
Von Or. Wolfgang Clauh.
Der Herrgott und i)ie jarte unermüdliche Arbeit des deutschen Bauern hMen uns in diesem Jahr eine hervorragende Getreideernte beschert. Wir können dies heute schon sagen, obwohl umfangreiche Druschergebnisse noch nicht vorliegen und somit auch noch nicht zahlenmäßig angegeben werden kann, wie groß die Ernte ausgefallen ist. Eine Fülle von Beobachtungen aus allen Teilen des Reiches über das Ernteergebnis bestätigen jedoch, daß es ausgezeichnet ist. Wir brauchen demnach im nächsten Jahr keine Sorge ulm das tägliche Brot zu haben. Wir werden unseren Bedarf aus eigener Erzeugung decken können, zumal wir erfreulich große Bestände an Brotgetreide aus dem vorigen Erntejahr in das neue übernehmen konnten. Diese günstige Versorgungslage mit Brotgetreide darf jedoch keinesfalls Anlaß dazu geben, mit dem Brot in Zukunft wem-- ger sorgfältig umzugehen als bisher. Bro t ist und bleibt kostbarstes Volksgut! Wir wissen nicht wie die Ernte im nächsten Jahr ausfallen wird. Je mehr wir in diesem Jahr mit dem Brot haushalten, desto ruhiger und sorgloser können wir mit der Brotoersorgung in den nächsten Jahren auch öann entgegensehen, wenn wir einmal eine Mißernte bekommen sollten. Je geringer unser Einfuhrbedars an Brotgetreide in ungünstigen Jahren ist, desto weniger können uns in Jahren schlechter Ernten die internationalen Getreidespekulanten jüdischen -ölutes in unsere Brotversorgung hineinreden
Der Parole „Kampf dem Verderb muß also besonders beim Brot auch weiterhin die grotzte Beachtung geschenkt werden. Darüber hinaus gilt es, nach wie vor neben dem Brot die Kartoffel m steigendem Maße zur Grundlage unserer Ernährung zu machen. Dem warmen Abendbrot unter bevorzugter Verwendung von Kartoffeln und Gemüse gebührt auch weiterhin eine bevorzugte unserem Küchenzettel. Die Mahnung, mit dem Brot sorgfältig und sparsam umzugehen, gilt in be onöe- rem Maße für das Weizenbrot, da die klimatischen Bodenverhältnisse für die Weizenerzeugung in Deutschland nicht so günstig sind wie für den Roggen. Volkswirtschaftlich erwünscht ist sogar eine Verlagerung des Verbrauchs vom Verzehr von Weizen- brot und Weizengebäck auf das Roggenbrot und insbesondere das Roggenvollkornbrot.
An Gemüsen kann für den September insbesondere Blumenkohl, Möhren, Tomaten We^-, Rot- und Wirsingkohl empfohlen werden. Diese Gemüsearten verdienen in den nächsten Wochen um |o größere Beachtung, als sie uns auch in erheblichem Maße als Ersatz für das knappe Obst dienen können. Die DbftDerforgung leibet nun emmal in diesem Jahr stark unter den umfangreichen Frostschäden, die zur Zeit der Blüte im Aruhiahr em- traten. Wir haben es hier mit dem Emstuß höherer Gewalt zu tun, der auch durch eine noch so sorgfältige Verteilung des Obstes auf die verschiedenen Teile des Reichs, die bereits angeordnet ist, nicht ausgeglichen werden kann. Wir müssen uns damit abfinden, daß der Obstertrag in diesem Jahr in Deutschland sehr erheblich hinter dem Bedarf Zurückbleiben wird. Auch die österreichische Obsterzeugung
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ist leider nicht in der Lage, für den Minderertrag i einen nennenswerten Ausgleich zu liefern. Auch ein i Ausgleich durch Einfuhren aus dem Auslande kann, obwohl hier das Menschenmögliche geschieht, nur in : unzulänglichem Maße gefunden werden. Dies ist keineswegs etwa nur auf Deoifenschwierigkeiten zu- - rückmführen. Es braucht nur darauf hingewiesen zu werden, daß die Hauptproduktions- und Lieferge- : biete für Apfelsinen noch immer zu dem bolschewistischen Teil Spaniens gehören und infolgedessen für uns ausfallen. Diese knappe Versorgung mit Obst hindert jedoch nicht, daß Marmelade auch weiterhin zum Verzehr empfohlen werden kann, denn wir besitzen hier erfreulicherweise reichliche Vorräte aus dem vergangenen Jahr. Bei der Herstellung mancher Speise wird sich das frische Obst durch Marmelade gut ersetzen lassen. Da wir nach wie vor gezwungen sind, mit Fett zu sparen, ist die ausreichende Versorgung mit Marmelade besonders zu begrüßen.
Bei der Befriedigung unseres Eiweißbedarfs haben im September Rindfleisch, frische Heringe, Salzheringe, Bücklinge, Marinaden, Buttermilch, Käse, insbesondere Harzer, Mainzer, Schimmelkäse, Limburger, Quarg und Trockenmilchpuloer iml Vordergrund zu stehen. Der seit Monaten angekün- *
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Nun allerdings muß die Mutter ihre Erziehungskunst unter Beweis stellen. Jetzt ist es mit dem Nachgeben zu Ende, dagegen heißt es für sie unter allen Umständen: das Kind zum Gehorsam und zur Würdigung der mütterlichen Liebe zu erziehen. Ob das mit Güte, mit Erklärungen ober mit Strenge, vielleicht sogar mit Strafe zu erreichen ist, muß jede Mutter selbst entscheiden. Denn nur sie weiß ja, wie sie „ihr Kind zu nehmen hat". Eine Strafe, etwa eine empfindliche Freiheitsstrafe, von jetzt ab acht Tage lang zehn Minuten vor acht Uhr ins Bett gehen zu müssen, sollte natürlich immer der letzte Ausweg fein.
Andererseits hüte sich jede Mutter dqvor, ihr Kind als unartig oder gar als hoffnungs^s zu bezeichnen, wenn solch ein erster Erziehungsversuch verunglückt ist. Im Gegenteil, die Mutter sollte nach einiger Zeit noch einmal Nachsicht zeigen und das Kind die erbetenen fünf Minuten länger aufbleiben lassen. Wahrscheinlich wird bann Heinz in Erinnerung an bie gemachte böse Erfahrung schon artiger sein. Allerbings barf sich die Mutter nickst wundern, wenn er auch diesmal noch versucht, die Sache etwas hinauszuschieben, indem er vielleicht an der Tür noch einmal zurückkommt, um den Eltern „aus Versehen" ein zweites Mal Gute Nacht zu sagen. Zu Bett gehen ist nun einmal entsetzlich schwer (denken wir doch an unsere eigene Jugend), und wenn Heinz jedesmal gehorsamer unb artiger wirb, so ist olles gewonnen. Denn biefer Kampf um bas Zubettgehen ist ja nur ein Beisviel von vielen Gelegenheiten, die der Alltag der Mutter bei der Erziehung ih'es Kindes bietet, und die alle nur das eine Ziel haben, junge, frohe und gesunde Menschenkinder zu erziehen, die, an Ordnung und Gehorsam gewöhnt, sich der Gemeinschaft einfügen. L.
digte Rückgang der Schweineanlieferungen infolge unzureichender Futterversorgung im Wirtschaftsjahr 1936/37 macht sich nunmehr stärker bemerkbar. Wir müssen deshalb jetzt stärker als bisher auf Rindfleisch zurückgreifen. Dank eines großen Rindvieh- beftandes und umfangreicher Einfuhren von Gefrierfleisch besteht hierzu ohne weiteres die Möglichkeit. Im übrigen ist sicher, daß diese Verknappung von Schweinefleisch nur vorübergehend ist, da bie Schweinebestände, wie bie Schweinezählungen erkennen lassen, bereits mieber im Steigen begriffen sind. Auch mit bem Kalbfleisch müssen wir in nächster Zeit etwas sparsamer sein, ba hier bie Auftriebe jetzt saisonmäßig rückläufig sinb. Bei Hammelfleisch ist ein gleichbleibenber Verbrauch möglich. Das gleiche gilt auch für Geflügel Vollmilch, Erbsen unb Linsen. Für ben verstärkten Derzehr können neben ben bereits genannten zahlreichen Nahrungsmitteln auch noch Haferflocken, Sago, Graupen, Kartoffelstärkemehl und deutsches Puddingmehl empfohlen werden. Da auch Zucker reichlich vorhanden ist und für einen verstärkten Verzehr empfohlen wird, ergeben sich auch hier eine Fülle von Möglichkeiten zur Bereicherung
। unseres Speisezettels.
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