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Das nächste Ziel der Wanderung bildet die alte Kirche von Salzböden. Auf dem Wege nach dort kommt man beim Abzweig der Straße nach Fron» hausen an einer Stelle vorüber, wo sich ehedem die Landwehr an der landgräflich-hessischen Grenze hinzog. Landwehren waren die im mittelalterlichen Deutschland oft üblichen Grenzbefestigungen, be- tehend aus einem mit dornigem Buschwerk besetzten Wall und breiten Gräben. Kilometerlang zogen sich

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Wir fahren mit dem Postauto nach Krofdorf. An der Hauptstraße beginnen die blauen Striche, die uns dem lieblichen Fohnbachtal (unterwegs hübscher Rückblick zum Gleiberg) aufwärts führen. In der Nähe des Forsthauses Waldhaus treffen wir das rote H des Hess. Rennwegs, dem wir nach links folgen. Wir steigen hinab nach dem anmutig im Verstale liegenden Krumbach und jenseits des Dorfes über einen schattenlosen, aber aussichts­reichen Höhenrücken nach Frankenbach. Von hier verfolgen wir vorerst die Straße nach Erda, die wir jedoch beim Beginn des Waldes verlassen, um zunächst an seinem Rande entlang in diesen ein­zubiegen. Prächtige Blicke auf den Dünsberg und seine Umgebung, später auf Hohensolms, bieten sich unterwegs dar. Nach geraumer Zeit erreichen wir die Philippstanne, wo wir auf schwarze Punkte stoßen, denen wir nunmehr nach links folgen. Wir kommen über das bewaldete Helfholz, genießen auf unserem Wege überraschende Blicke auf Königsberg

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Wenn man von Marburgs häh^n aus das Lahn­tal hinabschaut, so erregt dort, wo sich das Tal hinter Fronhausen wieder verengt, eine kahle weit ins Tal vorspringende Bergkuppe unsere Aufmerk­samkeit: der 297 Meter hohe Altenberg bei Oden­hausen. Zwar ist es nur ein Zwerg gegen den nicht weit davon aus dem Krofdorfer Wald jäh äufsteigenden Dünsbera, aber doch bietet er nach allen Seiten eine prächtige Aussicht und ist da er an der Grenze verschiedener Territorien liegt in früheren Zeiten von großer Bedeutung gewesen. Besonders bemerkenswert erscheint, daß der Altenberg die einzige Stelle in Deutschland ist, von der man zwei Universitätsstädte, Marburg und Gießen, erblicken kann.

Odenhausen, ein alter Herrensitz der Merenberger.

Schon beim Ueberschreiten der Lahnbrücke kurz nach Verlassen des Eisenbahnhaltepunktes Friedel- Hausen kann man bei einem Blick auf das Dorf Odenhausen den besonderen Charakter der dortigen Dorfkirche als frühere Wehrkirche erkennen. Sie liegt auf einem Hügel hoch über der Lahn, welche wie noch gut erkennbar früher dicht unterhalb dieses Hügels floß und im Laufe der Jahrhunderte

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Ausgangspunkt einer herrlichen Kammwanderung zu den Gipfeln des Rachel und des L u f e n lockt, haben wir sie hinter uns dann fahren wir von Eisenstein durch das Tal des weißen Regen über die Glashüttenstadt Zwiesel und das Land­städtchen Regen hinunter an den Gebirgs- und Waldrand nach Deggendorf, um einen der eindrucksvollsten und urwüchsigsten Eindrücke einer niederbayerischen Stadt zu genießen: das Bild von Deggendorf an der Donau. Es ist ein Ziel und zugleich ein Ausgangspunkt für weitere Unter­nehmungen. Denn nun könnten wir uns entweder nach Nordwesten wenden, um über Straubing und Regensburg und durch das malerische Altmühltal nach Nürnberg zu fahren, mir können aber auch die Richtung nach Sudwesten nehmen, geradeswegs über das reizende Barock­städtchen Landshut an der Isar und über Freising auf München zu. Noch verlok- kender ist jedoch die südöstliche Richtung, denn dort winkt Passau, die tausendjährige Grenzfeste, heute eines der Tore in das deutsche Land Oester­reich Dr. Buresch.

sich steinerne Grabdenkmäler des Johann Kaspar oon Rollshausen aus dem Jahre 1511 dessen Bruder Friedrich das alte Schloß Friedelhausen er­baute sowie von zwei Frauen und mehreren Kindern. Außer dem starken Wehrturm der Kirche hatten die in Salzböden ansässigen Bewohner in Kriegszeiten noch eine weitere Zufluchtsstätte in einer zweiten Burg, welche im Talgrund zwischen der SaWöde und dem Mühlgraben gelegen haben muß. Irgendwelche Mauerreste sind von ihr heute nicht mehr vorhanden. Eine Flurbezeichnung heißt dorthinter der Burg"; Nachgrabungen nach den Grundmauern der ehemaligen Burg könnten viel­leicht Aufklärung' über deren Lage und Größe geben. In einem Geschäftsbrief des Dirgilius Schwan, eines Bruders des durch den mittelalter­lichen Mordprozeß bekannten Hermann Schwan zu Marburg, wird 1527 ein Johann Schenk ju Schweinsberg als in Salzböden wohnhaft erwähnt. Alte Salzbödener Einwohner wissen noch wahrscheinlich aus mündlicher Ueberliöferung her­aus wie hier an der Grenze verschiedener Terri­torien der holzd'iebstahl und Salzschmuggel in früheren Zeiten blühten. Mele Bewohner aus den kurhessischen Dörfern wechselten über die Grenze in die großen Forsten des Krofdorfer Waldes hinüber und holten hier bei Nacht und Nebel etwa benötigtes Bauholz. Wohl aus steuerlichen Gründen rourtv hier auch viel Salz über die Grenze geschmugM

Rundblick vom Attenberg.

Auf bequemen Pfaden durch den Krofdorfer Wald und den von ihm zum Altenberg hinüberschwingen- den Bergsattel mit einer herrlichen Baumarupve von alten knorrigen und sturmzersausten Kiesein die Bäume stehen unter Naturschutz getanzte man bald zu dem durch einen trigonometrischen Punkt gekennzeichneten Berggipfel. Eine umfassende Rundsicht erschließt sich dort den Blicken. In west­licher Richtung ragt steil über den ausgedehnten Krofdorfer Wald aufstrebend der 500 Meter hohe Dünsberg, dieses Mächtige Bollwerk, das in vorgeschichtlicher Zeit Mit seinen drei starken Ring­wällen und seiner kunstvoll in die Verteidigungs­anlage mit einbezogenen Quelle Schutz und Siche-

Homberg (Oberhessen), das fast 1000- jährige Städtchen mit seinen zahlreichen Zeugen alter Baukunst. Im herrlichen Cbm* tal, in der Nähe schöner Buchen- und Tannenwälder gelegen. Be­liebt als Sommerfrische u. Wochenendaufenthalt. Gute Unterkunft. Prospekte durch das Verkehrsamt der Stadt Homberg.

öfters ihr Flußbett gewechselt hat. Das südlich von Marburg mehrere Kilometer breite Lahntal ist hier auf einige hundert Meter verengt und scheint früher wie aus alten Flurbezeichnungen hervorgeht sehr sumpfig gewesen zu sein. Urkundlich bezeugt ist an dieser Stelle eine Steinmühle. Rund um die alte den Kirchenbau umgebende Begräbnisstätte zieht sich eine Maueranlage in Eiform. Hinter dem bergseitigen Teil der Mauer ist noch eine mulden­förmige Vertiefung erkennbar, wahrscheinlich früher ein Wallgräben. Dicht nördlich der Kirche innerhalb der Mauer hat der verstorbene frühere Archiv­direktor Freiherr Schenk zu Schweinsberg im Jahre 1906 bis zu 1,60 Meter starke Grundmauern eines Turmes freiaelegt. Die Kirche selbst scheint in frühe­ren Jahrhunderten von größerer Bedeutung gewesen zu sein. An beiden Außenwänden des Schiffes sind noch zugemauerte Spitzbögen zu erkennen, die ver­muten lassen, daß hier einst.noch Anbauten am Kirchenschiff vorhanden waren. Im Kircheninnern erregt ein reich bemaltes Gestühl mit den Jahres­zahlen 1584 und 1711 unsere Aufmerksamkeit. Im 13. Jahrhundert ist eine Burg in Odenhausen ur­kundlich bezeugt. Es handelt sich um einen alten Herrensitz der Merenberger, der Nachfolger der Gleiberger. Der mauerummehr^ Kirchplatz und schließlich der starke ehemalige Lurglucm haben in

derartige Landwehren entlang. Hier und dort (z. B. in der Taunusgegend) sind noch Reste von ihnen erhalten geblieben. Die ebenfalls innerhalb einer Maueranlage in Ei form gelegene Salzbödener Kirche erregt durch die Massigkeit ihres Turmes unsere Aufmerksamkeit. Das Erdgeschoß des Turmes cheint ähnlich wie im Kirchturm zu Mardorf (Ebsdorfer Grund) früher als Kapelle gedient zu haben. Später hat man eine Wand des Erd­geschosses herausgebrochen und dort ein kleines Kirchenschiff angebaut. Vom Glockenstuhl des Kirch­turms aus hat man einen guten Ueberblick über das untere Salzbödetal. Im Kirchenschiff befinden

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Ferien vom 3d)!" ;

Das ist her Bayerische Wald. Schönheit ] und Unberührtheit der Natur, Einfachheit und Herz- > lichkeit der Menschen sind einige seiner unvergleich­lichen Eigenschaften. Die anderen finden Sie selbst ; bald heraus, wenn Sie erst dort wandern. Die . meisten Reisenden haben entweder gar keine oder eine ganz falsche Vorstellung von diesem herrlichen . Waldland und seinen Leuten.Wenn wirklich etwas dran wäre im Bayerischen Wald", sagte vor kurzem einmal so ein Allerweltskenner zu mir,dann wäre : es als Reiseland doch längst ebenso erschlossen wie Oberbayern oder der Schwarzwald." Dieser Mann bewies nur, daß er von der bayerischen Ostmark keine Ahnung hatte. Zudem schlug er sich mit seinen eigenen Worten, denn: eben weil die bayerische Ostmark noch so völlig jungfräulich ist als Reise­land, eben darum ist sie ja so schön. .

Es gibt im schönen deutschen Vaterland noch viele fülle Fleckchen Erde, in der Heide, an der Küste, in Masuren und in manchem kleinen Alpental, wo­hin Postautos und Eisenbahn nicht Vordringen. Aber nirgends gibt es mehr diese kilometerweiten Strecken Wald-Landstraßen, auf denen man stundenlang da­hinfahren kann, ohne einen Menschen oder ein Haus oder ein anderes Fahrzeug zu treffen. Nir­gends gibt es wieder solche Bergkuppen von denen der Blick in die weite übersonnte Runde schweifen kann, weit über Hügelwellen und bewaldete Täler, über Ströme und kleine Siedlungen, und nirgends gibt es diese riesigen Wälder von der Dunkelheit und Tiefe, wie in der bayerischen Ostmark. Wer mit dem Wagen die Landstraße nach Weiden einschlägt, ist schon nach weniger als einer halben Stunde mitten in diesem Zustand von Verzaube­rung, als sei er hinter dem blauen Vogel her- ge ähren, der ihn in das Niemandsland des Mär­chens lockte. Wechselnd durch Wald und Ackerland führt die überraschend gut? Straße.

Sehr bald wird der Reisende den Reiz dieses schönen deutschen Winkels herausgespürt haben. Wie die Landschaft, so sind die Menschen, still, nachdenk­lich, bescheiden, und wenn man ihnen näher kommt, von einer herzlichen, ja geradezu überschwenglichen Gastfreundschaft. Die Gasthäuser in den kleinen, schmucken Städten sind sauber, freundlich und billig. Immer wieder erlebt man die Ueberraschung, in neu eingerichtete und mit allen Bequemlichkeiten ausgerüstete Zimmer geführt zu werden, ohne daß ein überflüssiger und allzu städüscherKomfort' die Illusion der ländlichen Abgeschiedenheit zerstört.

Die Reihe der Städte, die wie versteckte Perlen in der Muschel der Waldgebirge ruhen, ist zu groß, um sie alle aufzuzählen. Allen, die inden Wald" reisen, muß jedoch geraten werden, die Grenz­fahrt zu machen, die sowohl im Auto als auch mit der Eisenbahn lohnend ist. Fährt man mit dem Wogen, dann empfiehlt es sich, von Bayreuth den Weg über Weiden, Vohenstrauß, Schönsee nach Waldmünchen zu nehmen, der durch den nörd­lichen, dem.Bayerischen Wald vorgelagerten Stein- mald führt und deshalb eine schöne Einleitung ist, weil er in langsamer Steigerung in die Eigenart und Einsamkeit dieser Gegend einführt. Burgen krönen die Kuppen rings in der Runde, in Pley- stein, das den Abstecher von der Hauptstraße mit einem zauberhaften Blick lohnt, begegnen wir zum ersten Male der Rosenquarzader, einem schmalen Gebirgsstock aus reinstem Quarz, der in einer durch den ganzen Wald hinlaufenden Verwerfuüg vieler­orts zutage tritt.

Waldmünchen liegt nun schon mitten drin. Die Eisenbahnfahrer erreichen es als Endstation, denn kaum 12 Kilometer weiter verläuft die tschechische Grenze. Die Fahrt oder Reise oder Wanderung geht von hier ab immer an der Grenze entlang, durch Städtchen von lieblicher Eigenart und Ver­träumtheit, die eine Entscheidung über längeres Verweilen in einer von ihnen schwer machen. Wald­münchen am Berghang mit alter Burg und neu­zeitlichem Schwimmbad auf der Südseite der Berg-

Berg Hoher Bogen hinübersieht. Nicht weit davon, ganz nahe der Grenze, das verschwiegene Neu- hütte, eine Zuflucht für Feinschmecker des Ferien­reisens, im herrlichsten Buchenwald. Auf dem Weg nach Furth im Walde umfährt man den Hohen Bogen", wenn man nicht versucht ist, hin­aufzusteigen, zieht weiter über Eschlkam und den verträumten Wallfahrtsort Neukirchen nach Lam, dem aufstrebenden, rührigen Kur- und Wanderort.

Hier muß man verweilen, um auf den Osser zu steigen, von dem die Sicht bis weit ins Land der Sudetendeutschen und hinüber zum Arber, Rachel und Lusen reicht. Damit sind auch die höch­sten Kuppen des Waldes aufgezählt, deren Bestei­gung jedem angeraten werden kann und von denen der Arber mit 1457 Meter der höchste ist. Dazu fährt man über den Brennspaß bis hinauf zum Arbersee und erlebt nun tatsächlich noch ein Stück wahrhaftigen Urwaldes, wie man ihn in dieser Kraft und Wildheit wohl kaum noch in Deutschland trifft.

Dom Arber hinunter nach Bayrisch Eisen­stein zieht es uns deshalb, weil es uns als

und den' Dünsberg und gelangen der ehemaligen Oberförsterei Strupbach gegenüber in das Tal. Die­sem abwärts gehend, jetzt ohne Zeichen, kommen wir auf die Landstraße und auf dieser nach un­serem Endziel Bieber. Wanderzeit 4V2 Stunden.

Göbelnrod Beltershain hoher Noll Weitershain Nieder-Ohmen

Von unserem Ausgangspunkt Göbelnrod wandern wir die Obstbaumallee nach Beltershain, überschrei­ten hinter dem Ort die Bahn LollarGrünberg und kommen über eine Erhebung mit hübscher Rundsicht nach Lumda. Jenseits des Dorfes erre.- chen wir in langsamem Anstieg den bewaldeten Hohen Noll (363 Meter), wo wir die von Gießen kommende blaue Punktmarkierung antreffen und dieser folgend auf schönen Waldwegen nach dem wohlhabenden, von Obstgärten umgebenen Dorf Weitershain mit guter Einkehr gelangen. Abwech­selnd durch Wald und Feld, durch eine landschaftlich reizvolle Gegend führen uns die Zeichen nach un­serem Endziel Nieder-Ohmen, das wir nach insge­samt fünfstündiger Wanderung erreichen.

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