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Nr. 75 vierter Blatt

Mittwoch. ZV. März 1938

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Aus dem Reiche der Krau.

Die Volkspflegerm.

Ein schönes Lebenswerk

Durch den ständig zunehmenden Ausbau des Gesundheitswesens und die immer größer werden­den Aufgaben der NS.-Dolkswohlfahrt ist die Ausbildung von Volkspflegerinnen eine der dringlichsten Forderungen innerhalb der sozialen Berufe geworden, zumal die Zahl der zur Verfügung stehenden Volkspflegerinnen im Hinblick auf die zu erfüllenden Aufgaben bei weitem nicht ausreicht. Die angehende Volkspflegerin (früher Fürsorgerin oder Wohlfahrtspflegerin) erhält ihre Ausbildung in den sozialen Frauenschulen für Volkspflege, in der öffentlichen und freien Volks­pflegearbeit auf den Gebieten der Gefundheits-, Wirtschafts- und Berufsfürforae sowie in der Jugendwohlfahrtspflege. Während der Ausbildungs­zeit werden den Schülerinnen einerseits die theore­tischen und praktischen Kenntnisse vermittelt, die notwendig sind, um allen Anforderungen aus der sozialen Praxis heraus gerecht werden zu können, zum anderen hat die Ausbildung das Ziel, der Schülerin in der nationalsozialistischen Auffassung von der Wohlfahrts- und Gesundheitspflege die Grundlage zu geben, von der aus ihr späteres Wirken bestimmt wird.

Vorbedingung für den Beruf der Volkspflegerin ist der Nachweis einer abgeschlossenen Fach­bildung, z. B. als Kranken- oder Säuglings- Pflegerin, Kinderpflegerin, Kindergärtnerin oder Hortnerin. Aber auch eine vierjährige Berufstätig­keit wird als Fachausbildung gewertet. Die Aus­bildung dauert zwei Jahre. Die praktische Aus­bildung -erfolgt unter Anleitung einer staatlich an­erkannten Volkspflegerin in den Dienststellen der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege. Während der Ausbildungszeit wohnen die Schülerinnen in Kameradschaftsheimen. Die Ausbildungskosten be­tragen einschließlich Wohnung und Verpflegung 65 bis 90 Mark monatlich. Können die Kosten ganz oder teilweise nicht aufgebracht werden, besteht die Möglichkeit von Stipendien. Zur Zeit verfügt die NS.-Volkswohlfahrt über Ausbildungsstätten in Königsberg, Stettin, Thale (Harz), Dresden-Blase­witz, Gelsenkirchen sowie Blumberg bei Berlin. Nach abgelegtem Staatsexamen muß die Volkspflegerin vorerst ein Jahr als Praktikantin arbei­ten, um ihre Eignung für diesen Beruf zu beweisen. Erst dann erhält sie die staatliche Anerkennung. Jedoch besteht schon während der Praktikantinnen­zeit die Möglichkeit, gegen Besoldung tätig zu sein. Die Wirkungsmöglichkeiten der staatlich anerkannten Volkspflegerin sind groß und vielseitig: in Jugend- und staatlichen Gesundheitsämtern, im Reichsmütter­dienst, in großen Industrieunternehmen als Be­triebsfürsorgerin oder soziale Betriebsarbeiterin, in Arbeitsämtern als Arbeitsvermittlerin und Berufs­beraterin und schließlich in Fachbüchereien und Archiven für wissenschaftliche Arbeiten.

Von besonderer Bedeutung ist die Arbeit der Volkspflegerin in der NS. -Volkswohlfahrt. Hier wird sie vor allen Dingen als Fachkraft inner­halb der Aufgabengebiete der Familienhilfe (Hilfs­werkMutter und Kind"), der Jugendhilfe, des Tuberkulosehilfswerkes usw. eingesetzt,'bei den Gau­amtsleitungen der NSV. als Leiterinnen der Unter­abteilung Familienhilfe, als Sachbearbeiterin in der Fürsorge für werdende Mütter und Wöchne­rinnen, in der Säuglingsfürsorge oder als Heim­leiterin. Außer den entsprechenden Arbeiten hat die Volkspflegerin bei den Kreisamtsleitungen der NSV. die Aufgabe, die HilfsstellenMutter und Kind" zu organisieren, in den Ortsgruppen zu über­wachen und die Verbindung zu Wohlfahrtsämtern, Parteidienststellen usw. herzustellen. Darüber hin­aus liegt in ihren Händen die fachliche Unterweisung aller ehrenamtlichen Kräfte.

Die Aufgabe der Volkspflegerin ist somit nicht nur Kampf gegen alle soziale und volkswirtschaft­liche Not, gegen gesundheitliches und sittliches Elend, sondern eine ausgesprochene Aufgabe der Menschen- führuna, eine Lebensaufgabe, die die besten weib­lichen Kräfte wachruft und sich auswirken läßt im Dienste an unserem Volk.

Neuzeitliche Behandlung des Fußbodens.

Von Käthe Mielenz

So wie die SoldatenRevier reinigen" und die MatrosenDeck scheuern", werden wohl nur die Bauersfrauen ihre weiß gescheuerten Dielen be­arbeiten. Ein gestrichener, parkettierter oder mit Linoleum belegter Fußboden erwartet eine andere Behandlung. Tägliche und von Zeit zu Zeit gründ­liche Reinigung verlangen auch diese Fußböden, nicht nur aus Gründen eines gepflegten Aussehens, sondern auch der Gesundheit. Will die Hausfrau diese Arbeit mit einem Mindestmaß an Zeit-, Kraft- und Geldaufwand erreichen, so wird sie gewisse Grundregeln nicht außer acht lassen dürfen. Natürlich ist der Verbrauch an Reinigungs­und Pflegemitteln für die einzelnen Fußbodenarten und je nach dem Grad ihrer Verschmutzung ver­schieden.

Die tägliche Pflege des gestrichenen und lasierten Holzfußbodens erfordert ein Abfegen mit Mop oder Besen und das Nachpolieren mit einem sauberen Friestuch, da er meist leicht ge­wachst ist. Bei gründlicher Reinigung wird er mit lauwarmeckl Wasser, dem man nötigenfalls eine schwache Kernseifenlösung zusetzt, nicht zu naß auf­gewischt und mit einem gut ausgewrungenen Scheuertuch trocken gerieben. In gleicher Weise werden auch Linoleum, Stragula und Balatum gereinigt. Niemals dürfen diese Böden mit Wasser überschwemmt werden. Auch darf man nicht heißes Wasser, Schmierseife und Soda ver­wenden, da sie auf Farbe, Holz und Bodenbelag zerstörend wirken. Statt eines Borstenschrubbers verwendet man besser einen Gummischrubber, der sowohl Scheuertuch wie Fußboden schont. Ist Lino­leum stark verschmutzt, so hilft eine Abreibung mit Terpentinersatz. Man gießt ihn nicht auf den Fuß­boden, sondern sparsam auf den Lappen, mit dem sich alle Streifen und Flecke leicht abreiben lassen.

Auf den völlig trockenen Fußboden wird dann Bohnerwachs aufgetragen, jedoch nur hauch­dünn, denn ein zu dicker Auftrag macht den Boden blind und läßt jeden Fußtritt erkennen. Kein Wun­der, wenn sich das überschüssige Wachs aus den

Unsere Ernährung im April.

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Mit dem Beginn des Frühlings deckt uns die Natur den Tisch wieder vielgestaltiger als in den letzten Wintermonaten. Das gilt zunächst für das Gemüse. Gewiß dürfen wir im Hinblick auf das verhältnismäßig rauhe Klima in unserem Vater­land 'auch jetzt die Anforderungen noch nicht Über­spannen. Neben dem Weißkohl, Wirsingkohl, den Kohlrüben und den Karotten stehen aber doch im April auch schon wieder Salat und Spinat so aus­reichend zur Verfügung, daß sie uns mehr zu sein vermögen als nur seltene Beigabe. Wenn so beim Gemüse die Frühlingsboten sichtbar werden, müs­sen wir uns beim Obst noch oder vorläufig sogar erst recht in Geduld fassen. Die Restbestände an Aepfeln aus der Ernte des Vorjahres und aus der Einfuhr nähern sich schnell ihrem Ende, und bis Beerenobst neuer Ernte an den Markt kommt, hat es noch gute Weile.

Das Frühjahr wird uns aber vor allem mit gro­ßer Wahrscheinlichkeit riesige Mengen an Seefischen bringen. Die Fischdampfer, die Ende des Winters infolge schwerer Stürme beim Fang sehr gehindert waren und zeitweise nur geringe Erträge anlandeten, können nunmehr besonders an der nördlichen Küste Norwegens große Fischmen-

Teppichen wiederfindet. Sparsamer ist festes Boh­nerwachs, das auch wachshaltiger ist als das flüssige. Bohnerwachsaufträger mit langem Stiel ersparen der Hausfrau den Kniefall. Wo er zur Reinigung von Ecken und Scheuerleisten dennoch unvermeidlich ist, können elastische Knieschoner angeschnallt wer­den. Das Aufspritzen flüssigen Bohnerwachses ist nur bei sehr großen Flächen oder völlig ausge­räumten Zimmern angebracht, weil sonst Tapeten, Polstermöbel und dergleichen mit bespritzt werden. Auch darf hinterher kein Spritzstreifen zu sehen sein.

Zur gründlichen Reinigung des Par­ketts darf man niemals Wasser, Seife, Soda oder andere säurehaltige Mittel verwenden, da sonst das Holz vergraut. Schlecht behandeltes Parkett, das vorher geölt oder gescheuert wurde, kann sein gutes Aussehen nur durch Abziehen mit der Klinge wiedererlangen. Um vom üblich verschmutzten Par­kettboden die Wachsschicht zu entfernen, muß man ihn abspänen. Diele Hausfrauen ziehen dieser mühe­vollen Arbeit das Scheuern mit einer Pflanzen­faserbürste und Terpentinersatz vor. Der gelöste

Schmutz wird dann mit Putzwolle oder einem weichen Lappen ausgenommen. Erst auf den völlig trockenen Boden wird festes Wachs dünn aber kräftig aufgerieben und nach einigen Stunden mit dem Bohnerbesen erst längs, dann quer der Holz­faser gebürstet. Zum Blankpolieren legt man noch ein Fries- oder Flanelltuch unter den Blocker. Wiederholt man Bürsten und Polieren wöchentlich zwei- bis dreimal, behalten alle gewachsen Böden bis zur nächsten Reinigung ihren Glanz. Nur gutes Bohnerwachs läßt sich leicht verreiben und trocknet bei richtigem, dünnem Auftrag schnell genug, um ein Ausrutschen zu vermeiden.

Die Reinigung der Fußböden in Wirt­schaftsräumen ist ohne Seisenwasser nicht denkbar. Damit Steinfußböden, wie z. B. Terrazzo und Fliesen, ihren Glanz behalten, dürfen keine scharfen Seifenlaugen verwendet werden. Eine ein­zige Mißhandlung mit Salzsäure verdirbt sie für alle Zeiten, da die Glasur aufgerauht wird und so der Stein jeder Verschmutzung preisgegeben ist. Auch der Steinfußboden wird zweckmäßig von Zeit zu Zeit leicht gewachst.

Was sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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Von den heute gezeigten neuen Hutformen im Frühjahr 1 9 3 8 zeigt Skizze 1 zum grauen Schneiderkleid einen schwarzen, glänzenden Stroh- hut mit hohem Kopf und einer Bandgarni­tur aus Schottentaft in blauweißrot.

Der kleine, grade Herren st rohhut (Bild 2) aus hellbraunem, grobem Geflecht hat ein breites, braunes Ripsband mit seitlicher Schleife.

Für junge Mädchen ist die dunkelblaue S t r o h s ch u t e (Bild 3) mit der seitlichen Schleife

zum Binden aus blauem Ripsband und der altrosa Blütenranke.

Besonders für ältere Damen eignet sich der kleine Bolerohut (Bild 4) aus dunkelbrau­nem, feinem Perkalstroh mit der braunen Rips­bandschleife und dem kurzen Schleier.

Aus schwarzem E x o t e n st r o h ist der große H u t (Bild 5) mit dem flachen Kopf und dem durch den Rand gezogenen K i n n b a n ö aus schwarzer, starrer Lackseide. Der Rand ist mit Lackseide eingefaßt. H.

Erste Hilfe bei h äuslichen Unfällen

Von M Oihrberg-Bang.

Die meisten Unfälle im Haushalt entstehen durch Verbrennungen. Dabei ist grundsätzlich nur eines zu beachten: Brandwunden dürfen nie mit Wasser gekühlt werden. Man belege sie dagegen mit einem weichen, mit Oel oder Vaseline bestrichenen Leinenläppchen. Am besten stillt jedoch eine Brand­binde den.Schmerz. Vor allem dürfen unter feinen Umständen entstehende Blasen aufgestochen werden, da leicht eine Blutvergiftung dadurch eintreten kann.

Auto- und Eisenbahnfähren ist für Kinder eine herrliche Sache. Für die Mütter sieht sich bas schon anders an. Denn leider ist das Mittel noch nicht ge­funden, das unsere kleinen Reiselustigen davor schützt, daß ihnen einmal etwas ins Auge fliegt. Niemals darf man dann drücken oder reiben. Das Brennen und Tränen wird unerträglich, trotzdem Hände weg! Die einzige Hilfe bringt ein feuchter Wattebausch oder, wenn man ihn nicht zur Hand hat, ein sauberes Taschentuch, mit dem man am Lid entlang den Fremdkörper nach dem inneren Augenwinkel hin zu streichen versucht. Ist alles Tun vergeblich, verbinde man am besten das Auge und suche einen Arzt auf.

Auch starkes und anhaltendes Nasenbluten versetzt allzu liebevolle Mütter schon in Aufregung. Ein Stoß oder Fall oder heftiger Schnupfen ist meist die Ursache. Nasenbluten ist in kurzer Zeit zu stillen, wenn man ein in Essigwasser getauchtes, weiches Tuch vor die Nasenlöcher preßt. Immer wirkungsvoll bleibt natürlich blutstillende Watte und Kopf tief legen.

Und was machen wir mit dem Splitter, der vorwitzig in die Haut eingedrungen ist? Nur keine Stecknadeln oder Fingernägel zum Ausdrücken be­nutzen. Das Sicherste ist eine vorher ausgekochte Pinzette, die man allerdings selten zur Hand hat, ersetzt durch die in Alkohol gereinigte Nähnadel.

Bei Verletzungen, z. B. aufgeschlagenen Knien, soll ein Auswaschen mit Wasser möglichst unterblei­ben. Höchstens 21btupfen mit verdünnter esiigjaurer

Tonerde. Ist eine Arterie getroffen, und tritt eine spritzende Blutung auf, muß das betreffende Glied oberhalb der Wunde abgebunden werden.

Die praktische Schürze.

Von Annemarie Beck

Die Schürze spielt wieder eine große Rolle im Leben der Hausfrau. Die moderne Hausfrau, häufig ohne Hausgehilfin sich selbst überlassen, ist genötigt, von früh bis spät fix und fertig angezogen zu sein.

Da ist es notwendig, über dasangezogene" Kleid eine praktische Schürze zu ziehen, Die schnell zu­ll nd aufgebunden oder abgestreift ^werden kann, die beim Arbeiten nicht stört, was bei schlechtem Sitz oder unpraktischen Formen leicht vorkommt. Man denke an die ständig rutschenden Achselträger, an die verknoteten Bänder.

Der Stoff ist sorgfältig auszuwählen. Ein billiges Gewebe lohnt nicht die Anfertigung. Die 3) a u s » schürze, die so viel aushalten muß, soll aus festem Material hergestellt werden, das häufig gewaschen werden kann, ohne unansehnlich zu werden. Es darf nicht einlaufen, die Farbe nicht verblassen. Indanthren, d. h. lüft-, wasser- und lichtecht eingefärbte Stoffe eignen sich am besten für die Hausschürze.

Aermel schürzen müssen sehr gut gearbeitet sein, wenn sie brauchbar sein sollen. Meist sind sie unbeliebt, weil sie die Bewegungen hindern. Man hat oft das Gefühl, ein Kleid über dem anderen zu haben: sie wärmen auch zu sehr, und in eiligen Fällen kommt man ohne Hilfe aus der Kleider­schürze nicht heraus.

Viel zweckmäßiger ist neben der Wickelschürze eine andere bequeme Form. Sie läßt den Rücken frei. Statt der Achelträger wird ein runder Kragen über den Kopf gezogen, im Taillenschluß hält ein Gürtel mit Knopfverschluß die Schürze zusammen. Die praktische Schürze soll m ö g l i ch ft wenig Knöpfe haben und auch nicht zu reich garniert sein.

Deine Stimme dem Rubrer

denn er hat die von der ganzen Welk bewunderte NS.-Volkswohlfahrt mit ihrem Winter­hilfswerk ins Leben gerufen. Durch freiwillige Spenden der Nation sind bislang zwei Milliarden Reichsmark zusammengekommen, ist Sorge dafür getragen, daß allen, die noch einer Unterstützung bedürfen, geholfen werden konnte und weiter ge­holfen wird, ist Hunderllausenden von Müttern und Kindern ein wohlverdienter Erholungsurlaub zuteil geworden, der ihnen Kraft und Mut gegeben hat für den Alltag.

gen erbeuten. Stets pflegen um diese Jahreszeit die Fische, die sich im besten Ernährungszustand befinden, die flachen Gewässer aufzusuchen, um sich zu Laichschwärmen zu vereinigen. Hinzu kommt, daß die Frühjahrsfischerei in diesem Jahr mit einer auf das modernste ausgerüsteten Flotte und mit einer größeren Anzahl von Fischdampfern als in den letzten Jahren wahrgenommen wird. Diese gro­ßen Anlandungen von Seefischen geben eine will­kommene Möglichkeit, unsere Lebensmittelversorgung auf anderen Gebieten zu entlasten. Vor allem sollte durch eine Verstärkung des Seefisch Ver­zehrs in den nächsten Wochen eine Vermin­derung des Schweinefleischverbrau­ches herbeigeführt bzw. ermöglicht werden. Die Hausftau kann dieser Forderung um so leichter entsprechen, als jetzt auch die Kleinverkaufspreise für Fisch so niedrig liegen, daß sie einer Steige­rung des Verbrauchs nicht mehr im Wege stehen. Im übrigen steht nicht nur Kabeljau, sondern auch Seelachs und Rotbarsch reichlich bereit, so daß die Möglichkeit gegeben ist, für genügend Abwechslung in der Fischkost zu sorgen. Dies ist um so mehr der Fall, als auch noch große Bestände an Salzherin­gen vorhanden sind, deren Verbrauch vor Beginn der neuen Heringssaison dringend erwünscht ist, um die geplante Neuordnung des Salzheringmarktes, die mit Beginn der neuen Fangsaison einsetzen soll, zu ermöglichen. Der Appell, den Fischverzehr jetzt durch die E inlegung eines zweiten Fisch-- t a g e s in jeder Woche zu erhöhen, wird um so mehr Verständnis finden, als nunmehr Hammel­fleisch nicht mehr fo reichlich geliefert wird wie in den letzten Wochen.

Im übrigen ist festzustellen, daß die in den ver- gangenen Wochen betriebene Werbung für einen verstärkten Verzehr von Hammelfleisch durchaus er­folgreich war. Die Nachfrage stieg teilweise so be­trächtlich, daß es nicht möglich war, sie voll zu be­friedigen. Soweit der Ausfall von Schweinefleisch nicht durch einen verstärkten Verzehr von See­fischen und Heringen ausgeglichen wird, farjn nun­mehr also nur noch auf Rindfleisch und Kalbfleisch zurückgegriffen werden. Diese beiden Fleischarten sind auch weiterhin reichlich vorstanden. Selbstver­ständlich gilt die^ auch nach wie vor für Quarg, Eiweißkäse, Limburger und Buttermilch. Eiweiß­haltige Nahrungsmittel stehen also im April so reichlich zur Verfügung, daß jeder Bedarf gedeckt werden kann. Auch über einen Mangel an kohle­hydrathaltigen Nahrungsmitteln werden wir uns im April nicht zu beklagen brauchen.

Immer wieder muß jedoch daran erinnert werden, daß es volkswirtschaftlich erwünscht ist, die Kar­toffel in noch stärkerem Maße als bisher zur Grundlage der Ernährung unseres Volkes zu machen. Dabei ist keineswegs nur an den Verzehr von frischen Kartoffeln in der verschiedensten Zu­bereitung gedacht, sondern in mindestens dem glei­chen Maße auch an eine stärkere Heranziehung der aus Kartoffeln hergestellten Erzeugnisse, wie Sago und Kartoffelmehl. Das Kartoffelmehl kann in der Küche in viel größerem Umfange als es bis­her der Fall war, das Weizenmehl ersetzen, ohne damit den Ansprüchen hinsichtlich des Geschmacks auch nur die geringsten Zumutungen zu machen. Für die Herstellung der erwünschten warmen Mit­tags- und Abendmahlzeit steht außerdem neben der Kartoffel, den Kartoffelerzeugnissen und den ver­schiedenen Gemüsearten auch'reichlich die Hafer- flocke und die Graupen zur Verfügung.

Dem verstärkten Verzehr von kohlehydrathaltigen Nahrungsmitteln sollte die größte Aufmerksamkeit vor allem aber im Hinblick darauf geschenkt wer­den, daß wir uns volkswirtschaftlich nach wie vor mit einem verminderten Fettverzehr begnügen müs­sen. In diesem Zusammenhang verdient in? übrigen beachtet zu werden, daß der Fettverbrauch in dem jüngsten Teil des Deutschen Reichs im Lande Oesterreich, mit 15 bis 16 Kilogramm je Kopf und Jahr um 7 bis 8 Kilogramm niedriger ist als im alten Reichsgebiet. Unsere österreichischen Brüder können wir uns nTfo auch in dieser Hin­sicht als Vorbild nehmen. Eier werden jetzt reich­licher aus eigener Erzeugung, der Jahreszeit ent­sprechend, an den Markt gebracht. Da unsere Erzeu­gung insgesamt jedoch noch nicht ausreicht, um den Bedarf während des ganzen Jahres voll zu decken, können wir auch jetzt nicht in unbegrenzter Mengs Eier essen, da gleichzeitig die Vorräte gebildet rocr* öen müssen, die zur Deckung des nun einmal vor» handenen Winterbedarfs benötigt werden.