Ausgabe 
29.11.1938
 
Einzelbild herunterladen

I "5 o u r. I,KreuzM F Ve [^eitung l'ö r b r e" l»'i<f)enbe F'talns r5 ^ank. I^zrehun, eten. ü)lQn Idieser Er. [ f meint, Pen

P W6 ia d-vffchm v worben | gewisser« Mutigen lulaire" p die eng» 't* Bonnet legeben 1 um eine ' der Füh. mürbe bie sich nach

F voll. |UptyDetf r^ngs, per die präge bC5 ? in e Frage d«ch bl,

Ilein-Landwirte-Partel, der bürgerlichen Linken und ter Sozialdemokraten gegenüberstehen würden, so ! die ungestörte Regierungsarbeit JrnrLdys ge­schert erscheint. An den rechtsnational gesinnten Leit der Dissidenten-Gruppe wird in der Regierungs- preffe die Aufforderung gerichtet,, einzusehen, daß'sie stch in Gegensatz zu dem einheitlichen Willen des Staatsoberhauptes und der Nation gestellt habe inb daraus die einzig mögliche Schlußfolgerung zu neben, nämlich die Rückkehr in das rechtsnatio- mle Einheitslager.

Ein Miniftsrrat behandelte das Arbeitsprogramm ter bevorstehenden neuen Parlamentsession, in der He dringendsten Reformgesetze verabschiedet werden ollen. Die Billigung der Regierungserklärung durch He überwältigende Mehrheit des Parlaments wird jetzt als über jeden Zweifel erhaben betrachtet, nach­dem der Reichsverweser das Reformprogramm Jrn- rsdys restlos gebilligt und den Ministerpräsidenten eines Vertrauens versichert hat.

Japan und die Großmächte des Pazifik.

Erklärungen des japanischen Bize-Kriegsministers.

Tokio, 28. Nov. (Europapreß.) lieber das Verhältnis Japans zur Sowjetunion und zu Eng­land erklärte der japanische Vize-Kriegsminister T o - s o h in einer Rede vor den höheren Offizieren: Die sowjetrussischen Anstrengungen, die Kriegs­industrie und die Verkehrswege im Fernen Osten auszubauen, mühten unvermeidlich zu einem Kon­flikt mit Japan führen. Japan müsse gerüstet fein, da man damit rechnen müsse, daß Sowjetruß­land sich mit China vereinigen würde, um den Frieden im Fernen Osten zu zerstören, lieber die Haltung Englands sagte der Minister, die ge­legentlichen englischen Freundschaftsbezeugungen gegenüber Japan bezögen sich nur auf den Schutz der ausländischen Interessen in Cyina. Es bestehe auf englischer Seite gar nicht die Ab­sicht einer Zusammenarbeit mit Japan aus der Grundlage der geänderten Bedingungen im Fernen Osten.Paris hält sich an den Rockschößen der englischen Regierung fest", schloß er seine Rede, und Amerika will die vollständig veränderte Lage nicht anerkennen und klebt an den alten Verträgen".

Mole ner» rüstisch or» kichaslen ist großer Teil istisch Der«

völlig be* nächsten 24 ng unb nie werbe. Der Bereinigung, en Brief an in dem er e fein« Par- unb der So« bem geföhr- n sei, hält u empfehlen, mmfte zu n Kampf. reit fomme, gemalt uitö j bleiben? ik scheitere, m Eintracht i Frankreich ibe von den fferpräfibent cht verschlaf­et für einen sondern der

bes Mats, nahmezu« irben waren, Larmiltags- hfchulgebäube reiche Polizei -be auf drei telheit wurde ilungen sofon eine antt* überall Flog' VBulgarien inb über- iben kommen ilsien Häuser, ^lehren bul- Arbeiter uno lbgrunb der Vi, das W n."

fort

itfddrek«'

A\ W seine erM

Der

El"

Ls

»n ia*

n her SH * im»

bbealnne^

' r^"2 !

*2 W*

Kleine politische Nachrichten.

Der südafrikanische Verteidigungs- und HarHels- minifter Pirow ist von Mussolini in Audienz empfangen worden. Der südafrikanische Minister wird am Dienstagmittag sich über Paris nach Hol­land begeben.

Nachdem Reichsminister Dr. Frick bereits mit der kommissarischen Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Regierungspräsidenten in A u s s i g den Mini­sterialrat Krebs bestellt hat, hat er nunmehr zum kommissarischen Regierungspräsidenten in Karls­bad den Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Sebek 0 v - f k i) aus Reichenberg und zum kommissarischen Re- Sierungspräsidenten in Troppau den Rechts­anwalt Dr. Friedrich Z i p p e l i u s aus Teplitz- Echönau bestellt. Beide.waren bisher in der SDP. tätig.

Aus aller Welt.

Schweres Grubenunglück in Niederschlesien.

Waldenburg, 29. Nov. (DRV. Funkspruch.) 3m Haus-Heinrich-Schacht der Fuchsgrube bei Wal­denburg (Niederschlesien) entstand in der Nacht vom 28. zum 29. November in einem Zuleitungskabel Kurzschluß, hierdurch geriet die Grubenwand in Brand. Don dem daraus entstehenden Grubenbrand wurden 22 Bergleute abgeschnitten. Bei den sofort eingeleiteten Rettungsmaßnahmen konn­ten bisher neun Tote geborgen werden. Es muh mit dem Tod der übrigen 13 Bergleute gerechnet werden, die vermutlich in den starken Rauchschwaden erstickt sind.

Oer Prozeß gegen die Autoräuber Horn und Jteif.

In Mannheim begann vor dem Svndergericht die hauvtverhandlung gegen die beiden 18 und 19 Jahre alten Burschen, die am 13. November den Bäckermeister Müller aus Offenbach in seinem Auto in der Nähe von Heidelberg mit einem Ham­mer niederschlugen, durch hinzukommend-e Kraftfah­rer jedoch gestellt und später festgenommen werden konnten. Der schwerverletzte Müller wird im Hei­delberger Krankenhaus kommissarisch vernommen. Den Angeklagten Reif und Horn wird zur Last gelegt, sechsmal in räuberischer Absicht eine Auto­falle gestellt und in einem weiteren Falle einen Mordversuch begangen zu haben. Außerdem wirft die Anklage ihnen einen Einbruchsdiebstahl vor. Die Anklageschrift bezeichnet beide als ge­fährliche Gewohnheitsverbrecher. Die Vernehmung der Angeklagten gab Einblick in ein überaus un­erfreuliches Vorleben. Die beiden Angeklagten wur­den durch die Sachverständigen als voll verantwort­lich bezeichnet.

Revolveranschlag

auf den Rektor der Universität klauseaburg.

Am Montagnachmittag wurde in Klausenburg der Rektor der dortigen Universität Prpf. S t e f a - nescu-Goanga, der auch politisch tätig und Unterstaatssekretär im Unterrichtsministerium gewe­sen ist, auf offener Straße von zwei Unbekannten Überfällen und durch Revoloerschüsse schwer ver­letzt. Sein Zustand ist hoffnungslos. Ein Polizei­beamter, der die Täter festnehmen wollte, wurde dabei erschossen. Die Täter entkamen. Das Stadtviertel, in dem das Attentat geschah, wurde am Abend von Polizei und Gendarmerie streng ab* gelperrt und durchsucht. Es wurden zahlreiche Ver­haft u n g e n von Studenten in Klausenburg und ^eeren "^versitätsstädten Rumäniens oorgenom-

Bombenexplosion im Theater von Temesvar.

10 Tote, 32 Der letzte.

. Aus Bukarest wird berichtet, daß am Sonntag 9eater von Temesvar eine Bombe explodiert Berichten, die Reisende aus Temesvar er« Katteten, forderte das Attentat in dem Theater von in dem eine jüdische Schauspieltruppe gastierte, zehn Todesopfer und 32 Verletzte, cs wurden, diesen Berichten zufolge, zwei Bomben geworfen. Dadurch entstand eine Panik, die durch oas erloschen der Beleuchtungsanlage noch vergrö-

Das schweizerische Finanzprovisorium.

Von unserem ^.-Korrespondenten

Bern, November 1938.

Prüfstein der Demokratie"Bestandesprode der Demokratie"Bewährung der Demokratie" Bankerotterklärung der Demokratie" das sind einige wenige der vielen Schlagworte, die dem Leser schweizerischer Zeitungen in den letzten Wochen in bie Augen sprangen. Handelte es sich hierbei etwa um dieAbwehr fremder Einflüsse" ober gar um die berühmtegeistige Landesverteidigung", von der in ber jüngsten Zeit so viel die Rede ist? Nein, es ging um etwas^ durchaus Materielles: um die Ueber - gangslösung zur Sicherung der Bun­desfinanzen, die der Volksabstimmung unterbreitet wurde. Weder die in- noch die aus­ländischen politischen Ereignisse, weder die Aktion der Bundesregierung gegen die rechtextremistischen Split­tergruppen, noch das Judenproblem haben die Kam­pagne um das eidgenössische Finanzprovisorium in öen Hintergrund zu drängen vermocht.

Die Abstimmungsvorlage ist nur unter schweren Geburtswehen zustandegekommen. Im Jahre 1931 ist die Schweiz, mit einem Passivsaldo von 1,3 Mil­liarden Franken (im Vergleich zu einem Aktivum von 100 Millionen im Jahre 19141), von der Welt­wirtschaftskrise erfaßt worden. Der Rückgang der Ausfuhr, die steigenden Fehlbeträge der Schweize­rischen Bundesbahnen usw. erforderten erstmals seit der unmittelbaren Nachkriegszeit dringliche Maß­nahmen, die zuerst im Jahre 1933 in dem sogenann­ten Finanzprogramm I ihren Niederschlag fanden. Nach zwei Jahren war ein erweitertes Finanzpro­gramm notwendig Nr. II. Es sollte dasletzte" fein und für die Jahre 1936 und 1937 gelten. Die Abwertung des Schweizer Frankens im Herbst 1936 brachte wohl eine vorübergehende Erleichterung, nicht aber die Voraussetzungen für eine endgültige Bereinigung des Finanzproblems. Der Staatskredit jedoch konnte gehalten werden. Trotz gewaltiger Ausgaben konnte der Passivsaldo auf der erwähn­ten Höhe gehalten werden; er hat sich erst in den beiden letzten Jahren infolge der gesteigerten Mehr­ausgaben vergrößert. Eine wiederum alsendgül­tig" gedachte Neuordnung Finanzprogramm III scheiterte im Sommer dieses Jahres an einer ablehnenden Zufallsmehrheit im Nationalrat. Nun war es der alte Freisinn, der sich auf feine Führer­rolle von ehedem besann, und die Initiative zu einer zwischenparteilichen Verständigung ergriff. An die­sem Verständigungswerk beteiligten sich alle große Parteien, einschließlich der in der Regierung nicht vertretenen Sozialdemokratie. Man ging von der Erwägung aus, daß, wenn schon keine endgültige Lösung des Finanzproblems möglich erschien, we­nigstens das bis Ende 1938 geltende Finanznotrecht durch wenn auch vorübergehende Verfassungsbestim­mungen ersetzt werden sollte, und zwar für die Jahre 1939/41. Für den Augenblick aber handelt es sich darum, ein im Bundeshaushalt infolge der ge­steigerten Mehrausgaben drohendes Loch von 240 Millionen Franken zu stopfen.

Dies soll erreicht werden einmal durch die Ver­längerung der bereits bestehenden sog. Kri­senabgabe bis zur Einführung einer eidgenös­sischen Wehrabgabe zur Tilgung der außer- ordenllichen Aufwendungen für die militärische Lan­desverteidigung gemäß den seit 1933 bewilligten Krediten. Seit dem Jahr 1933 sind für diesen Zweck 432 Millionen ausgegeben worden. Die kommende Vorlage für die Verstärkung der Landesverteidigung und für Arbeitsbeschaffung erfordert weitere 2 0 0 M i l l i o n e n, die aus den ordentlichen Bun­desmitteln nicht gedeckt werden können, und durch dreijährige Tranchen von 70 Millionen aus dem neuen Finanzprogramm bestritten werden sollen.

ßert wurde. Auch die Beleuchtung der angrenzenden Straßen erlosch. Als vermutliche Täter wurden zwei Personen verhaftet, von denen eine in Frauenklei- Dung erschienen war. Wie später bekannt wurde, wollte bie jüdische Schauspielerin Sidi Thal mit ihrer Truppe ein Gastspiel in jiddischer Sprache aeben. Die Zuschauer dürften demgemäß nur aus Juden bestanden haben. Genaue Angaben liegen nicht vor, da die Polizei sofort alle Verbindungen mit Bukarest sperrte, so daß die Korrespondenten der Bukarester Zeitungen ihren Blättern nichts mit­teilen konnten. Erst im Laufe des Montag wurde die Tat in Bukarest bekannt. Sidi Thal hat das Gastspiel sofort abgebrochen und ist am Montag in Bukarest eingetroffen.

Ehrung deutscher Bergsteiger.

Für hervorragende Verdienste um die deutsche Kultur, insbesondere in Anerkennung der Förde­rung der Deutschen Akademie, wurde dem Führer des Deutschen Alpenvereins, Reichsstatthalter in Oesterreich, Dr. Artur Seyß-Jnquardt, die Ehrenmitaliedschast und das Große Ehrenzeichen der Deutschen Akademie verliehen. Paul Bauer, den stellvertretenden Führer des Deutschen Alpen­oereins, zeichnete die Deutsche Akademie aus dem gleichen Grunde, msbesonder auch für die Förde­rung des deutschen Ansehens in der Welt, mit ihrem Ehrenzeichen aus.

30 Jahre Reichsdeutsche Schule in Budapest.

Die Reichsdeutsche Schule in Budapest beging ihr 30jähriges Jubiläum. Der Feier im Un­garischen Theater wohnten Kultusminister Graf T e - le ki und Justizminister Tasnadi Nagy bei, ferner der deutsche Botschafter, der Lanoesleiter der NSDAP, und Vertreter des NS.-Lehrerbundes. Auch der bulgarische Gesandte war anwesend. Die Reichsdeutsche Schule in Budapest ist eine von Deutschland anerkannte Vollanstalt. Sie gliedert sich in eine vierklassige Vorschule und eine achtklassige Höhere Schule (Oberrealschule und Realgymnasium im Aufbau). Am 1. September waren 30 Jahre seit der Gründung vergangen.

Einslurzunglück in Portugal.

In Freamunde in der Nähe von Porto ereignete sich bei einer vom Nationalen Propaganda-Sekre­tariat veranstalteten Filmvorführung ein Unglück. Nach Schluß des ersten Films brach der Fußboden durch, so daß mehrere hundert Personen in das Erd­geschoß stürzten. Bisher wurden 13 0 Verletzte geborgen, von denen acht dem Krankenhaus zuge­führt werden mußten. Soweit bis jetzt ermittelt werden konnte, ist nur T o t e r zu beklagen.

Drei englische Flugzeuge verunglückt.

Von drei schweren Flugzeugunfallen, die insgesamt acht Tote forderten, wurde die englische Luftfahrt betroffen. Die Unfälle ereigneten sich durchweg auf der Orient-Linie. In Sllberhm Ferry bei Brisbane in Australien stürzte ein Am­phibien-Flugzeug ab, das fid) auf der Suche nach einem vermißten jungen Mädchen befand. Die ge­samte vierköpfige Besatzung wurde getötet. Das

Durch eine weitere Bestimmung erhält das Parla­ment bie vorübergehende Befugnis, im Rahmen des bisherigen Finanznotrechtes die erforderlichen Maß­nahmen zur Verbesserung der Finanzlage, zur Fe­stigung des Landeskredits und zur Erzielung eines sparsamen Staatshaushaltes zu ergreifen. Außer­dem soll das Parlament alljährlich bie Möglichkeit des Abbaus der gesetzlichen Subventio­nen, der eidgenössischen Besoldungen und Löhne prüfen. Schließlich wird in der Vorlage noch eine Erhöhung der jährlichen Ausgaben für bie Alters- unb Hinterbliebenen-Ver- ficherung von bisher 8 auf 18 Millionen festge­setzt.

Die Aussichten ber Vorlage erscheinen zunächst recht günstig, benn es mußte angenommen werben, daß ein Werk, zu bem sich alle maßgebenben Par­teien bekannten, ohne weiteres auch vom Volk mit überwiegender Mehrheit gutgeheißen werben müßte. Die drei großen bürgerlichen Parteien Freisinnige, Katholisch-Konservative unb Bauern haben denn auch ben Vereinbarungen ihrer Ver­treter ohne weiteres zugestimmt. Von vornherein ablehnend verhielten sich nur bie Extremisten Links unb Rechts. Man hatte aber roieber einmal bie Rechnung ohne ben Wirt gemacht. Bei ber entschei- benben Abstimmung über bie Verständigungsvor- lage in ber Herbsttagung ber eidgenössischen Kam­mern ließen bie Sozialisten das Werk, an dessen Zustandekommen sie sich doch beteiligt hatten, plötzlich im Stich unb enthielten sich der Stimme, weil einige ihrer nachträglich auf an­deren Gebieten erhobenen Forderungen nicht erfüllt worden waren. Als dann aber die Gewerkschaften in positivem Sinne zu ber Vorlage Stellung nah­men, machte bie Sozialdemokratie wiederum eine Wandlung durch und bequemte sich zu einer, wenn auch recht lahmen, Empfehlung der Vorlage. Diese neueste Wandlung steht offenbar in Zusammenhang mit Den Bemühungen der Sozialisten, für bie von ihnen längst erstrebte Regierungserweiterung nach Links wieder einmal ihre ,Hoffähigkeit" unter Be­weis zu stellen. Außerdem dürften sie eingefehen haben, daß ihre Spekulation auf die bürgerliche Nachgiebigkeit gegenüber ihren Sonderwünschen mißglückt war. Die sozialistische Parteileitung hat sich gezwungen gesehen, ihren Zustimmungsbeschluß als verbindlich für alle kantonalen Sektionen ber Partei zu erklären, um zu verhindern, daß dem Bundesrat eine Vorlage vor bie Füße geworfen wird, nur weil viele Bürger in Fragen, die mit ber Sache an unb für sich nichts zu tun haben, mit dem Bundesrat nicht einig gehen.

So steht es z. B. mit ber Einstellung der in ge- samteidgenössischen Belangen besonders empfind­lichen, immer stark förderalistisch eingestellten Westschweiz, wo immer noch die Abstimmung über das eidgenössische Strafgesetzbuch nachwirkt. Die Opposition der Westschweiz ist um so pikanter, als diesmal dort die Rechte unb bie Linke einig gingen, benn die westschweizerischen Sozialisten unter Führung ihres berüchtigten Scharfmachers Nicole haben oer zustimmenden Parteiparole nicht Folge geleistet. Gegen bas Finanzprovisorium erklärt haben sich auch noch Splitterparteien der Jung- bauern unb einzelne Demokraten. Bei der A b - st i m m u n g am 27. November haben sich 21 Kantone für die Vorlage ausgesprochen, nur der Kanton Genf war dagegen, insgesamt waren 508 000 Stimmen dafür und 194 000 da­gegen bei einer freilich nur geringen Wahlbeteili­gung von 58 Prozent. Das schweizerische Volk hat sich also in feiner überwiegenden Mehrheit hinter bie Regierung gestellt.

im Irak notgelandete Imperial Airways Flugboot Calpurnia" mürbe von einer Rettungsmannschaft vollkommen zerstört im Ramedi-See aufgefunben. Nach bem Bericht ber Rettungsmannschaft ist der Funker des Flugbootes tot, zwei weitere Besät- zungsmitglieber sind vrletzt, die übrigen werden vermißt. Bei Richmond in Australien verun­glückte eines ber drei englischen Bombenflugzeuge, bie vor kurzem einen Rekordflug von Aegypten nach Port Darwin durchführten. Das Flugzeug wurde zwar schwer beschädigt, jedoch konnte bie Besatzung gerettet werden.

Ileberschwemmungen

auf Celebes fordern 55 Todesopfer.

Riesenüberfchwernmungen, die bisher 55 Todesopfer gefordert haben, werden aus Celebes, einer der Sunda-Jnfeln, gemeldet. Die Ueberfchwemmungen wurden durch bie starken Re- genfälle ber letzten Tage hervorgerufen.

Wölfe in Jugoslawien.

Meldungen aus Vinkovici in Jugoslawien zufolge traten dieser Tage Wölfe auf; was auf einen strengen Winter schließen lasten soll. Den Raub­tieren fielen etwa 30 Schafe zum Opfer.

Silberklumpen von 90 Kilo Gewicht gefunden.

In den Silbergruben von Kongsbera (Norwegen) würbe der größte S i I b e r f u n b seit 1907 ge­macht. Man stieß auf einen Klumpen von 90 Kilo­gramm Gewicht. Vor einer Woche fand man einen Klumpen von 80 Kilogramm. Bisher hat man biefe ungewöhnlich großen Klumpen noch nicht geschmol­zen, man vermutet aber, daß sie ganz aus gedie­genem Silber bestehen.

Kunst und Wissenschast.

Rheinischer Literaturpreis 1938 für Heinz Steguweit.

Der Rheinische Literaturpreis, den in den letzten Jahren Heinrich L e r s ch , Josef Ponten unb Wil­helm Schäfer erhielten, würbe in diesem Jahre bem Kölner Dichter Heinz Steguweit zuerkannt. Der Lanbeshauptmann ber Rheinprovinz, Haake, feierte ben Dichter als Sprecher unb Mahner feines Volkstums, ber in feinem BuchDer Jüngling im Feuerofen" einen Roman von seltener Ueberzeu- gungskraft geschaffen habe.

Augusl-Euler-Gedächtnisslätle in Frankfurt.

Bei einem Treffen von 88 deutschen Dorkriegs- fliegern auf dem Feldberg im Schwarzwald aus Anttrß des 70. Geburtstages des ersten deutschen Flugzeugführers August Euler (Frankfurt a. M.) uberbrad)te Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs die Glückwünsche der Stadt Frankfurt. Er kündigte an, daß zum Andenken an das Eulersche Flugzeugwerk in Frankfurt, dem ersten derartigen Werk in Deutschland, eine August - Euler-Gedächtnis st ätte geschaffen werden soll.

Bunsch und jüdisch.

Wir haben in den letzten Wochen allerlei über Ansiedlungspläne zugunsten der Juden ge­hört. Vornehmlich war von Gebieten in Ueberjee die Rede. Dabei ist ziemlich übersehen worden, daß die Juden in den letzten Jahren in steigendem Maße im burischen Südafrika Fuß fassen konn­ten. Je mehr von diesen Blutsaugern ins Land kamen und bie bieberen Farmer nicht nur zu be­trügen suchten, sonbern auch bei jeder Gelegenheit über bie Löffel halbierten, desto großer wurde bie Abneigung ber seßhaften Bevölkerung gegen diese ewig herumziehenden Kinder Israels. Jetzt hat's gekracht. Es ist zu handfesten burischen Kund­gebungen gegen dieJuden gekommen, wo­bei eine Synagoge etwas abbekam, so daß die Polizei schleunigst alle jüdischen Kultstätten besetzte und sich auch sonst beeilte, bem unerwünschten Mi­schen Element zu Diensten zu sein. Auf das burische Vorgehen haben die Hebräer nun echt jüdisch ge­antwortet: sie haben ihre antifaschistischen Verbände mobil gemacht, die in Johan­nesburg über anständige und auf ihre Ehre be­dachten Buren herfielen, so daß im Verlaufe des Handgemenges zahlreiche Personen verletzt wurden.

Echt jüdisch war auch der unmittelbare Anlaß, der zur Entfaltung der Judenmacht in Südafrika führte. Juden hatten eine Burenfrau geschlagen, das setzte harte Worte bei ben empörten Buren, denen nun die jüdischen Hüter von Staat, Verfas­sung und Ordnung den Mund durch die von ihnen organisierte und auf den Plan gerufene Unterwelt zu stopfen suchte. Wir glauben, daß gerade dieses Verfahren in höchstem Maße geeignet ist. die Augen der bereits im Erwachen befindlichen Buren noch weiter zu öffnen. Ohnehin schwelt schon die Flamme der antijüdischen Bewegung überall, worüber All- juda wenig entzückt ist. Wenn man aber markt­schreierisch in der ganzen Welt die deutschen Maß- nahmen gegen die bei uns ansässigen Juden plaka­tiert in der Hoffnung, man werde die internatio­nale Öffentlichkeit gegen Deutschland aufwiegeln können, dann darf man sich nicht wundern, wenn die Völker draußen nachdenken und selbst dazu übergehen, bie Mischen Schmarotzer hin- und her- zuschütteln. Angesichts dieser Auswirkungen der jüdischen Deutschenhetze, die auf das Ausland so lehrreich wirkt, kann es uns nur recht fein, wenn man sich draußen Alljuda etwas näher ansieht und entsprechend behandelt. D. S.

philaniropen

auf fremde Rechnung."

Die Scheinheiligkeit ber Engländer ist zur Ge­nüge bekannt. Wo sie können, treten sie gouvernan­tenhaft auf, so sie meinen, sie müßten sich in fremde Angelegenheiten einmiscken, geschieht dies mit bem verlogenen Augenaufschlag einer verknöcherten Bet­schwester. Wie sehr die Briten auch anderen Völ­kern auf die Nerven fallen, geht aus einer ebenso amüsanten wie boshaften Glosse besWieczor Warszawski" hervor, ber ben Vorschlag machte, ben Titel des größten Antisemiten zu verteilen. Er hat auch bereits zwei hervorragende Anwärter bei der Hand: den englischen Minister- präfibenten Chamberlain und Sir Samuel Hoare, typische Vertreter der um das Judentum besorgten oberen Schicht ber Angelsachsen, wobei wir erklärend hinzufügen möchten, baß diese Sorge recht bedingt ist. Sie äußert sich, wie das von dem erwähnten polnischen Blatt unterstrichen wird, in schönen Worten über die Nächstenliebe ohne Rück­sicht auf Sprache, Abstammung und Rasse unb darin, daß England von den anderen Natio­nen verlange. Deren Politik müsse auf dem Funda­ment der christlichen Tugenden aufgebaut fein. Sich selbst nehme es aber aus. Die englische Haltung auf dem Gebiete der politischen Moral, so heißt es weiter, gleiche der eines Geizhalses, der mit den verschiedensten Mitteln fein ganzes Leben lang Schätze angefammelt fjabe, jetzt aber gerne ein Philanthrop und Apostel auf fremde Rechnung sein möchte.

Wir kennen diesePhilanthropen", die zu allen Zeiten nicht nur die unerfreulichsten, sondern auch die gefährlichsten Erscheinungen waren. Dazu ge­hören die Briten, die durch den Mund Chamber­lains und Sir Samuel Hoares verkünden ließen, daß das weite und leere englische Weltreich kaum noch Platz für die Juden habe und daß im übrigen durch eine Verstärkung bes Judentums die antisemitischen Strömungen in England nur noch verstärkt werden wurden. Das ist gelinde gesagt nacktester Antisemitismus, bem man lediglich als Feigenblatt die von den Engländern so oft und so schwer mißhandelle Humanität vor­klebt. DerWieczor Warszawski" ist boshaft genug, diePhilanthropen auf fremde Rechnung" daran zu erinnern, daß sie 1290 alle Juden aus England mit Mitteln vertrieben haben, denen gegenüber bie Maßnahmen Adolf Hitlers milde seien. Derarti­ges hören die Herrschaften jenseits des Kanals nicht gern, weil es sich um Wahrheiten handelt, von denen die englischen Pharisäer natürlich nichts wis­sen wollen. D. S.

Wetterbericht

Die vom Westen heranziehende Störungsfront hat in Nordwestdeutschland bereits verbreiteten Regen gebracht. Bei uns Dagegen wird mit kräf­tigem Luftdruckfall zunächst die absteigende Luft­bewegung noch verstärkt. Demgegenüber konnte es in Der Nacht zum Dienstag nochmals zu verbrei­teten Strahlungsfrösten kommen. Anschließend setzte in Den Niederungen vielfach Nebel ober Hochnebel ein. Mit dem Eindringen feuchter Meeresluft kann für die Folge vielfach nebliges und im ganzen etwas milderes Wetter erwartet werden. Nieder­schläge treten nur vereinzelt auf.

VorhersagefürMittwoch: Vielfach Nebel ober Hochnebel, sonst wolkig bis aufheiternd und im allgemeinen trocken. Nur vereinzelt leichter Nacht­frost. Winde um Süd bis West.

Lufttemperaturen am 28. November: mittags 7,2 Grad Celsius, abends 2,1 Grad; am 29. November: morgens2,6 Grad. Maximum 7,3 Grad, Mini­mum heute nacht3,6 Grad.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thy iot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber An­zeigen: Theobor Kümmel. 2). 21. X. 38: 10 013. Druck unb Verlag: Brühlsche Unioersitätsbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM>> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufsoreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.