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Nr. 228 (Elftes Blaff

188. Zahlgang / Donnerstag, 29. September 1958

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Die gerechte Forderung einer entschlossenen Nation.

Reichsminister Goebbels spricht in einer machtvollen Kundgebung im Berliner Lustgarten.

Berlin, 28. Sept. (DNB.) Den spontanen Kundgebungen in allen deutschen Gauen folgte am Mittwochabend im ßu ft garten das Treuebe­kenntnis der Berliner Bevölkerung, das sich zu einer vom Ernst der Stunde getragenen machtvol­len Demonstration für Führer und Reich, für Wahr­heit und Recht gestaltete. Nach der weltgeschichtlichen Rede hes Führers im Sportpalast sprach nun Gau­leiter Reichs-minister Dr. Goebbels zu seinen Ber­linern. In packenden, aufrüttelnden Worten führte er u. a. aus:

In einer ernsten und entscheidenden Stunde habe ich Sie hier zusammengerufen. Mit tiefer Erregung schauen Hunderte von Millionen der weiteren Ent­wicklung eines Problems zu, das in kürzester Zeit gelöst werden muß und auch gelöst werden wird. jBegeisterte Heilrufe.) Eine wogende Welle der Em­pörung geht durch das ganze Reich. Denn unser Volk weiß, daß es sich bei dem zur Debatte stehen­den Problem um eine. Frage der elementarsten völkischen Gerechtigkeit handelt.

Der amerikanische Präsident Roosevelt hat an den Führer ein Telegramm gesandt, in dem er seiner Meinung Ausdruck gibt, daß der Krieg und seine Folgen schrecklich seien. Das wissen wir Deutsche allzu gut. Denn wir haben als einziges Volk gegen die ganze Welt den schwersten aller Kriege durchge­standen. Aber wir sind der Meinung, daß der Frömmste nicht in Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefüllt. Im übrigen sehen wir ja, daß von Herrn Benesch und seinen Helfers­helfern gegen unsere sudetendeutsche Brüder der Krieg längst schon angefangen worden ist. Denn was ist das anders als Krieg, wenn man 3% Millionen Menschen nur ihres Volkstums wegen mit Terror, Blut und Verfolgung überzieht. (Stürmische Pfuirufe.)

Der Führer hat nun mit fester Hand in die weitere Entwicklung dieses Problems eingegrif­fen. Er hat der Welt klare, gerechte und hehre Forderungen vorgelegt. Darüber muß die Wett sich nun im klaren fein, es find das nicht die Forderungen eines Mannes, son­dern es find dasdieForderungenelner ganzen entfchloffenenNation! (Minu­tenlange begeisterte Heilrufe.) Die weit irrt sehr, wenn sie glaubt, es könnte bei uns ein zweites 2Hal eine Katastrophe wie am 9. November 1918 eintreten. (Stürmische Kufe: Niemals!) Wir find gewitzt geworden gebranntes Kind scheut das Feuer. Das neue nationalsozialistische Deutsch­land kennt kein paktieren in Ehrenfragen. Darin sind sich heute Führer und Volk ganz einig. Es ist für uns eine nationale Lhrenfrage, ob weiterhin 3'/- Millionen Angehörige unseres Volkstums vom tschechischen Staat tyrannisiert und kujoniert werden dürfen. (Jubelnde Zustim­mung.)

Wenn Herr Benesch in der vornationalsozialistl- schen Zeit Deutschland und die Welt hinters Licht führen konnte mit uns bringt er das nicht fer­tig. Herr Benesch wird zur Einhüllung der von ihm übernommenen Verpflichtung, den Sudetendeutschen das Selbstbestimmungsrecht zu gewahren ge­zwungen werden, s o oder so. (Stürmische Zu­stimmung.) Mit Ausflüchten ist hier nichts mehr getan, wir fordern Taten. Wir lassen uns den blutigen Terror gegen unsere Volksgenossen nicht mehr gefallen. Hinter den Forderungen unse­rer sudetendeutschen Brüder steht nicht nur eine Nation, sondern auch eine Wehr macht in Waffen. (Nicht endenwollende Sieg-Heil-Ruse.) Krieg oder Frieden, die Entscheidung darüber liegt jetzt allein in der Hand des Herrn Benesch. Der Führer hat gesprochen. Nun hat P ragd a s W o r t.

wir wissen ganz genau, was Herr Benesch will. Seine unverschämten Provokationen gegen das Reich sollen dazu dienen, Europa in einen schweren, blutigen Konflikt zu verstricken. (Pfui­rufe, empörte Zwischenrufe.) Er treibt diese Provokationen immer im Vertrauen aus Mos­kau ober im Vertrauen auf gewisse kriegshetze­rische Kreise in Paris ober in Conbon. (Cang- anfjaltenbe psuirufe.) Auf sich allein gestellt, würbe er bas niemals wagen. Er wagte, weil er glaubt gedeckt zu sein. Aber auch diese Deckung könnte eines Tages einmal verloren gehen.

Der.Führer fei Frontsoldat und wisse genau, was der Krieg bedeutet. Darum wolle er ihn nicht, aber er scheue ihn auch nicht, wenn eine Wellkoalition ihn Deutschland aufzuzwingen versuche, um noch einmal den Versuch zu machen, Deutschland für olle Beiten zu Boden zu schlagen. Die Welt sagt nun: Warum verhandelt ihr denn nicht mit uns. Seid bod) vernünftig. (Lachen.) Warum immer so laut, immer so aggressiv, warum schlagt ihr mit der Faust cuf den Tisch. Seid doch etwas ziviler, etwasde­mokratischer!" (Stürmische Heiterkeit.) Das kennen Dir. Das haben wir in Deutschland 15 Jahre lang cusprobiert. Mit welchem Erfolg indes, das wissen Dir, das hat niemand in Deutschland vergessen. Diese Zivilisten, die nur eine Aktenmappe cberke in Gewehr betrachten (große Heiterkeit), |::nb von der Well auch dementsprechend b e - p andelt -worden. (Stürmische Zustimmung der vunderttausende.) Und wenn man uns heute anders Gehandelt,- dann deshalb, weil man unsere

Macht achtet. (Erneuter stürmischer Beifall.) Es ist geradezu eine Ironie der Weltgerichte, daß wir heute mit der Demokratie in Konflikt geraten, weil wir einen der 14 Wilsonschen Punkte nun wirklich verwirklichen wollen. Wenn wir das bisher ver­suchten, sind wir immer schmählich betrogen worden. Diesen empörenden Zustand haben wir National­sozialisten geändert. T)er Führer hat eine st a r k e Wehrmacht aufgebaut, um damit die Nation zu verteidigen. (Lebhafter Beifall.) Unsere eigene Kraft ist auch in diesen Tagen unser bester Schutz.

Wir haben keine Angst, und man kann uns auch nicht unter Druck sehen: bann reagieren wir immer sauer. Aber mit aller Schärfe ver­treten wir unseren beutschen Rechts- stanbpunkt. Andere Völker können bas manchmal nicht verstehen. Das liegt baran, baß bie anderen Völker nicht so viel nationales Leib burchgemacht haben wie wir. Wir sind in un­serem nationalen Leid gehärtet worden. Darum erklären wir kategorisch und unabänder­lich: Wir wollen bie subetendeutschen Drüber unb ihr Laub zurückhabe n! (Stürmischer Beifall. Unb ich kann Sie auf bas bestimm­teste versichern: w i r bekommen bas auch, s o oberfo. (Erneuter stürmischer Bei­fall.) Die Lntscheibung barüber sieht nahe bevor;

vielleicht näher als man in Prag glaubt.

Die fiebernde Spannung, die über Europa liegt, ist in Wirklichkeit ein Stück Gesundungs­krise dieses kranken Erdteiles. Man darf so ein Fieber nicht scheuen, wenn man gesund werden will, und mir wollen gesund werden. Früher hat sich die Welt um uns gar nicht be­kümmert. Jetzt zeigt die Welt voll Spannung nach Deutschland. Jedermann weiß, hier wacht der Führer über den Interessen des Rei­ches. Auch das gegenwärtige Problem wird er lösen, und wieder stehn mir voll Vertrauen unter seinem Kommando. (Beifall.) Darüber gibt es in

Deutschland gar keine Debatte mehr. Wir sind der Ucberzeugung, daß in der Hand dieses Mannes das Schicksal des Reiches gut aufgehoben ist. (Ju­belnde Zustimmung.) Darum ermahne ich euch, meine . Berliner: Haltet Disziplin und habt Ver­trauen! (Stürmischer Beifall.) Zeigt der Welt das würdige Bild eines Volkes, das zu allem, menn es notwendig fein sollte, entschlossen ist. (Tosender Beifall.) Der Führer befiehlt, und mir folgen! So müßt ihr in diesen schicksalsschmeren Tagen leben­dige Träger eines neu erwachten deutschen Nalio- nalprinzips roerben. Dazu ermahne ich euch! Dafür müßt ihr leben und dafür müßt ihr kämpfen! In diesem Sinne geloben mir dem Führer Treue mit dem Ruf Adolf Hitler: Sieg-Heil!"

Minutenlanger tosender Beifall folgte der Rede. Nachdem die Rufe der Massen:Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" verebbt waren, verlas der stell­vertretende Gauleiter Görlitzer folgerndes leie» grammbes Gauleiters an den Führer:

Klein Führer!

3m Namen der im Berliner Lustgarten auf- marschierten hunberttausenbe gelobe ich 3hnen, baß unser aller Vertrauen in Ihre Staatsführung unerschütterlich ist, komme was immer kommen mag! Wir verbauten Ihnen ben neuen Staat in seiner stolzen Größe. Sie haben Deutsch- lanbs Ehre wieberhergestellt unb uns ein Leben mit stolzer Zukunftshoffnung roiebergegeben. Des­halb flehen wir in biefen schweren Stunben letzter Entscheibungen in unverbrüchlicher Treue vor Ihnen, bereit, bie Freiheit aller Deutschen erringen zu helfen. Wit dem ganzen Deutschlanb schwören wir: keine Not unb Gefahr soll uns je­mals Hinbern, uns zu Ihnen zu bekennen. Führer befiehl, wir folgen! Dr. Goebbels."

Die Hunderttausende nahmen diese Botschaft Ber­lins an den Führer mit unbeschreiblichen, minuten­langen Jubelstürmen auf.

Führer befiehl - wir folgen!" Begeisterte Treuekundgebungen im ganzen Reich.

Börlin , 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auch in den Abendstunden des Mittwoch haben in unge­zählten Städten des Reichsgebietes überwäl­tigende Kundgebungen der Treue z u Adolf Hitler stattgefunden. Millionen und aber Millionen haben am Vorabend der schicksalsschweren Besprechung der Staatsmänner in München ihrer Entschlossenheit Ausdruck gegeben, als Gefolgsmän­ner Adolf Hitlers für einen gerechten Frieden, für die Wahrung der deutschen Ehre und für die un­abwendbaren Rechte der schandbar geknebelten su­detendeutschen Brüder einzutreten. Den Treueschwur Führer befiehl, wir folgen!", gelobten am Mitt­wochabend auch viele deutsche Steiermärker, die i n Graz, der Stadt der Volkserhebung, angetreten waren. In den vordersten Reihen sah man d i L s u - betend rutschen Flüchtlinge. Gerade den Steierern, die nur zu sehr am eigenen Leibe see­lische und körperliche Not erfahren haben, weil sie sich ihr Bekenntnis zu Volk und Reich nicht nehmen ließen, ist das Verständnis für den gequälten Auf­schrei der Sudetendeutschen eigenes Erleben. Gau­leiter Uiberreither machte sich zum Dolmetsch des Vertrauens der Steiermärker zum Führer.

In Kiel gelobten 50000 Nordmärker zusammen mit den Gliederungen der Bewegung und Abord­nungen der Kriegsmarine und der Luftwaffe in einer Massenkundgebung dem Führer ihre Treue. Eine Feierstunde der ersten mecklenburgischen Gau- kulturwoche im Stadttheater zu Rostock gestaltete sich gleichfalls zu einem grandiosen Treuebekenntnis zum Führer. Gauleiter Hildebrand schloß seine packende Rede unter jubelnder Zustimmung mit den Worten: Was auch kommen mag, immer, Adolf Hitler, sind mir bei dir! 60 000 Teilnehmer sah tue Riesenkundgebung der Kriegsmarinestadt Wil­helmshaven. Hier sprach Gauleiter Roever über die Bedeutung dieser schicksalsschweren Stun­den und schilderte, oft von stürmischem Beifall un­terbrochen, die Entwicklung der letzten Wochen und Tage. In einer gewaltigen Kundgebung, wie sie Osnabrück in den letzten Jahren nicht mehr ge­sehen hat, stellten sich 25 000 Volksgenossen mit Be­geisterung hinter den Führer. Die erst in den Mit­tagsstunden angekündigte Treuekundgebung des Gaues Westfalen-Nord i n Münster hatte einen riesigen Zustrom zu verzeichnen. 10 000 lauschten gespannt den Worten des Gauleiters Dr. Meyer. Auch in den Städten des R u h r g e b i e t e s u n d am Niederrhein gab die Bevölkerung ihrem ent chlosfenen Willen zur letzten Einsatzbereitschaft für den Führer begeistert Ausdruck. In annähernd 20 Städten fanden solche Kundgebungen statt, die in einem einmütigen und feierlichen Treue schwur ausklangen. 24 Stunden nach der Riesenkundgebung fanden sich auch in den anderen größeren Städten des Grenzlandgaues Köln- Aachen Taufende von Mäbnern und Frauen zu­sammen. Die Aufmärsche wurden zu gewaltigen De­monstrationen der Einigkeit und des Vertrauens und der Treue zu Adolf Hitler. Der Gau Westfalen- Süd bekannte sich mit einer überfüllten Kundgebung in Dortmund und sechs Massenversammlungen

in anderen Gaustädten in echt westfälischer Treue zum Führer. In Koblenz marschierten Zehn- tausende in der NS.-Feierstätte am Schloß auf, um die Ansprache des Gauleiters Simon zu hören und voller Begeisterung dem Treuetelegramm an den Führer ihre Zustimmung zu geben.

Die Bevölkerung der Stadt Selbi. B. und ihrer Umgebung strömte auf dem Marktplatz zusammen. Der Kreisleiter wies darauf hin, daß gerade hier die Leiden und Verfolgungen der Sudetendeutschen mit stärkster Anteilnahme miterlebt werden. Sude­tendeutsche Flüchtlinge marschierten an der Spitze eines riesigen Fackelzuges.

40 000 Einwohner der Stadt Görlitz vernah­men auf dem Friedrichsplatz mit langanhaltendem Jubel die Mitteilung, daß der Führer einen letzten Versuch unternommen hat, der Welt den Frieden zu erhalten. Das schlesische Volk kennt durch die un­mittelbare Nähe des Sudetenlandes genau die un­sagbare Not der dort von Haus und Hof vertriebe­nen Deutschen, und es ist fein entschlossener Wille, ihnen zu helfen.

Belgien bekräftigt seine Unabhängigkeit.

Eine Rundfunkrede des Ministerpräsidenten Spaak.

Brüssel, 28. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Spaak erklärte in einer Rundfunkrede am Diens­tagabend: Während dieser Wochen einer schweren internationalen Spannung hat Belgien seineUn - abhängigkeitspolitik verfolgt und bekräftigt. Heute richten sich die dankbaren Gefühle der Belgier auf ihren König, der 'vor zwei Jahren klar den Weg aufgezeigt hatte, der befolgt werden mußte. Die seitherigen belgischen Re­gierungen haben gewollt, daß Belgien in West­europa seine traditionelle und fried­liche Rolle spiele. Alle ihre Anstrengungen gin­gen darauf hinaus, daß das belgische Gebiet nicht noch einmal das Schlachtfeld Euro­pas werde. Unsere großen Nachbarstaaten haben unsere Politik verstanden und haben sie gebilligt. Fran kreich und England zuerst haben uns ihre Hilfe im Falle eines nicht herausgeforderten Angriffs versprochen. Deutschland hat hierauf die Unverletzlichkeit unserer Grenzen und die Un­versehrtheit unseres Gebietes garantiert. Alle in diesen letzten Zeiten eingelaufenen Informationen gestatten uns zu sagen, daß diese Verpflichtungen, an denen wir nicht gezweifelt haben, einael) al­ten werden. Unsererseits sind wir entschlossen, un­ser Gebiet gegen jeden Angriff z u ver­teidigen und nicht zuzulassen, daß es als eine Durchmarschstraße benutzt wird. Unsere glänzende Armee ist heute wirklich der Pfeiler unse - rer Unabhängigkeit und gleichzeitig unsere große Friedensgarantie.

Oie Biererbefprechung in München.

Mussolini, Chamberlain und Daladier haben heuteeineAustPrache mit demFührer

Berlin, 28. Sept. (DNB.) Der Führer hat den italienischen Regierungschef Benito Musso­lini, den englischen Premierminister Neville Chamberlain, sowie ben französischen Minister- präsibenten Daladier z u einer Aussprache eingelaben. Die Staatsmäner haben bie Ein- labung angenommen. Die Besprechung wird am 29. September, vormittags, in München ftatt- finben.

Hierzu erfahren wir von unterrichteter Seite: ,

Sowohl von ber englischen, rote von ber französischen Regierung sinb heute neue Vorschläge zur Lösung ber tsche - cho-sloroakischen Krise unterbreitet roorben. In biefem Zusammenhang hat ber englische Pre­mierminister Chamberlain angeboten, zu einer persönlichen Aussprache erneut mit dem Führer zusammenzukommen. Gleichzeitig hat Mussolini seine Hilfe bei dec Suche nach einer sofortigen Lösung angeboten. Die tfchecho-sloroakische Krise bulbel schon im h i n- blick auf beutsche Vorbereitungen, keinerlei Aufschub mehr, fonbern bie Lage erforberl kategorisch eine sofortige Lösung. In Anbetracht bieser Sachlage unb ber Tatsache, bah bie bisherigen Vorschläge bec Situation nicht gerecht roerben, unb be­stimmt von betn Wunsche, noch eine letzte A n- strengung zurDurchführung ber frieb- lichen Uebergabe bes subetenbeutschen Ge­bietes an bas Reich zu machen, hat ber Führer bie Regierungschefs von Italien, Frankreich und Englanb zu einer persönlichen Aussprache eingelaben. Es ist zu hoffen, bah noch in letzter Stunde diese Aussprache zu einer Einigung über die sofort in Kraft zu tretenl/en Maßnahmen für bie von ber tschechoslowakischen Regierung zu­gesagte Uebergabe bes Subefenlanbes führen wird.

München in Erwartung der Gäße.

München, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die hauptstabt ber Bewegung steht heute vollkommen im Zeichen ber bevorstehenden Staatsmännerbe­gegnung. Schon in früher Morgenstunde schrniik- ken f i ch bie Straßen unb Plätze bec Stabt mit ben Fahnen bis Reiches. Der Hauptbahnhof erhielt eine schlich*.', roürbige Aus­schmückung. Die Aborbnungen ber ÖMieberungen marschierten schon frühzeitig zu ihren Sammel­plätzen. hinter ben Absperrketten warten schon um 8 Uhr Tausenbe auf bie Ankunft bes Duce aus Rom. Der Sonberzug mit Mussolini wirb gegen 11 Uhr auf bem Münchener Hauptbahnhof eintreffen. Gleich nach ber Ankunft roirb sich ber Duce ins Prinz-Earl- Palais begeben, wo er auch diesmal während feines Münchener Aufenthaltes Wohnung nehmen roirb. Der italienische Außenminister GrafLiano roirb im HotelVier Jahreszeiten" roohnen. Die Ankunft ber Flugzeuge mit bem englischen Pre­mierminister Chamberlain unb bem franzö­sischen Ministerpräsibenten D a l a b i e r roirb gegen 10 unb 11 Uhr auf bem Münchener Flughafen Oberroiefenfelb erwartet. Chamberlain roirb im R e g i n a - p a l a st - h o t eN roohnen, ber fran­zösische Ministerpräsibent im Hotelvier Jah­reszeiten".

Mussolinis Abreise.

Herzliche Verabschiedung in Rom.

Rom, 28. Sept. (DNB.) Der italienische Regie­rungschef Benito Mussolini ist am Mittwoch, 18 Uhr, im Sonderzug in Begleitung des Grafen Eiano nach München abgereift. Zur Verabschiedung des Duce waren auf dem Bahn­steig fast sämtliche Minister, darunter Parteisekretär Minister Starace und die drei Staatssekretäre der Wehrmachtministerien, ferner zahlreiche andere Vertreter von Partei und Staat sowie Botschafter von Mackensen mit den Mitgliedern der deut­schen Botschaft erschienen. Der Duce begrüßte Bot­schafter von Mackensen aufs herzlichste und ver­blieb mit ihm in angeregtem Gespräch bis zur Ab­fahrt des Zuges.

Mussolinis Ankunft am Brenner.

Brenner, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Am Donnerstag früh 6.08 Uhr traf Mussolini in Be­gleitung des Ministers des Aeußern, G r a f E i a n o, mit Sonderzug anderReichsgrenzeim Bahn­hof Brenner ein. Der Duce wurde im Zuge von bem ihm bis zur Grenze entgegengekommenen Stellvertreter des Führers, Reichsmi­nister Rudolf Heß, im Auftrage des Führers herz­lich begrüßt. Zur Begrüßung waren mit dem Reichs-