Ausgabe 
29.8.1938
 
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Prag. 27. Aug. (DKB.) Der deutsche Ge-

lanbtein v'teg Hal heule der gchecha-slowaklschen die l-Pe , Entwicklung melden"

Regierung eine v c r b ° ln ° le überreicht, die einen ^.^Sorrelpandent non Preß Assacl

Der

London, 29. Aul

liche Minister teilnehmen.

Kunst und Wissenschaft.

3m Geiste Goethes und Shakespeares

Unterredung Runcimans mit Henlein

Der Führer der Sudetendeutschen dringend herbeigerufen.

scharfenprole st zu der ungeheuerlichen Beleidigung deutscher Soldaten durch eine Veröffentlichung unter dem TitelDas waren nicht Soldaten, sondern Vieh- in dem tschechischen BlattRloravskoslefzki Denik- enthält.

In der Verbalnote wird eine entsprechende

L o n d o n , 27. Aug. (DNB.) Amtlicherseits wurde am Samstag in dem tschechisch-sudetendeut­schen Konflikt geäußert, daß man in London die versöhnliche Haltung begrüße, die die Ische- 'cke Regierung dadurch gezeigt habe, da'

deutsche Ordner von der Menge an- gefallen. Der eine von ihnen erhielt einen Faust- schlaq ins Gesicht und erlitt Abschürfungen. Der intervenierende Beamte der Polizei,Dr. Magien, fand sich mit der Wache sogleich an Ort und Stelle ein und wurde dabei von dem sich zur Wehr I setzenden Ordner unabsichtlich mit der Faust unter das Auge geschlagen. Ein zweiter" Vorfall ereignete sich in einer Seitengasse in Leitmeritz, die em Ord­ner auf seinem Motorrad durchfuhr. Rach Aussagen von Zeugen deutscher Nationalität wurde der sudetendeutsche Ordner vom Motorrad gerissen und geschlagen.

Soweit die amtliche Mitteilung, die also zugibt, daß die S u d e t e n d e u t s ch e n von den Tschechen bzw. politischen Gegnern üb er fall en wurden. Aus leitenden Kreisen der SDP. wird dazu gemel­det- Große Teile der deutschen Bevölkerung von Leitmeritz hatten sich lange vor der angesagten An­kunft Konrad Henleins auf dem Marktplatz versam­melt. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es kleinere Reibereien, als Gruppen tschechischer Kom­munisten durch Pfeifen und aufreizende Zurufe die Ordnung zu stören versuchten. Kaum rollte die Wagenkolonne an, da setzten die Kommunisten nut einem Pfeifkonzert ein, das aber in den jubelnden Heil'-Rufen der tausendköpfigen Menschenmenge unterging. Sobald aber der Beifall auch nur etwas abebbte, setzten die tschechischen Störenfriede erneut mit dem Pfeifen und Johlen ein, das dann ledes- mal wieder durch brausende Heil!-Rufe der deut- chen Bevölkerung übertönt wurde. Als die Kom­munisten außerdem gegen die Absperrkette der su­detendeutschen Ordner drängten, setzte die Polizei Gendarmerie an, die eine weitere Absperrkette vor der Ordnergruppe bildete und so die Tschechen rückdrängte. Unter den Aufruhrern befanden sich auch einige Soldaten, die aber durch einen Offizier zur Ruhe gebracht und vom Platz ver­wiesen wurden.

Aus Böhmisch-Leipa wird gemeldet: Die Ausfahrt Konrad Henleins aus Bömlsch-Leipa war ein neuer Triumphzug durch die festlich geschmückte Stadt. Labei kam zu einem bezeichnendLn 3n>u

dessen Mittlerstellung zwischen Goethe und Shake­speare unverkennbar ist. Professor Beutler gab ein fesselndes Bild des Schweizer Malers, den Goethe nie persönlich kennenlernte, doch zu dem er über Lavater und Bodmer in freundschaftliche Beziehun­gen trat. In dieser Freundschaft begegneten sich ver- wandte Geister, die Doppelbegabung des Dichters und Malers, die ihr Schaffen befruchtete.

Uebergabe des Goethe-Preises an Hans Carossa.

Don zuständigem Seite verlautet, daß die Minister - Äder

wäge, müsse sich das vergegenwärtigen.

Die britische Regierung hat ihren Einfluß im tschecho-slowakischen Streit auf beiden Seiten ein­gesetzt mit dem Ziel, Vernunft bei den Bemühungen zur Erzielung einer Lösung zu üben. Wir glaubten, es wäre von Nutzen, wenn wir den Parteien den Dienst eines Mannes zur Verfügung stellten, der als Staatsmann Erfahrung hat und auch in Fra­gen, wo man als Prüfer und Vermittler handeln muß. Diese Anregung ist von beiden Parteien be­grüßt worden, und Lord Runciman hat sich bereit erklärt, sich zur Verfügung zu stellen. Er ist kein Schiedsrichter und auch kein Richter, er ist ein Vermittler und ein Freund. Die gu­ten Wünsche der ganzen Welt, die erkennt, wie viel von seinem Erfolge abhängt, bealeiten Lord Runci­man bei seiner Vermittlungsausgabe, deren er sich zum Wohle der Oeffentlichkeit unterzogen hat.

Lord Runciman ist in Prag nicht als Ver­treter der britischen Regierung, son­dern als Vertreter aller, die Gerechtig­keitwünschen und Frieden lieben. Ich bin überzeugt, daß alle vernünftigen Menschen in jeder Nation ihn zu unterstützen und nicht in sei­nen Bemühungen zu hemmen suchen müssen, um die verschiedenen Elemente des tschechischen Pro­blems einer gerechten Lösung zuzuführen.

Einstweilen ist es nicht nut unsere pflicht, son­dern die aller und alle sind am Weltfrieden interessiert nichts zu tun. was eine zufrie­denstellende Lösung gefährden könnte. wir hoffen fest, daß, wenn der richtige Geist herrscht, sich eine friedliche Regelung, die legitime Inter­essen und Ansprüche ausgleicht, bei Geduld und gutem Willen erreichen lassen sollte.

g. (DNB.) Amtlich wird mit- berlain in Anbetracht der

Abschließend erklärt Garvin, es stehe außer Zwei­fel, daß die Verhältnisse in der Tschecho-Slowakei zu einer sehr ernften Lage hinneigten. Die Zu­kunft der deutsch-englischen Beziehungen stehe auf dem Spiel und damit das Schicksal der ganzen Welt.

Seltsame Ansichten in London.

diplomatische Korrespondent von Preß Association schreibt, es sei sehr gut möglich, daß, wenn sich die Lage nicht bessere, ein voller Kabinett s r a t für Anfang September einberufen würde. Man hoffe, bis Dienstag im Foreign Office die Reaktion in den europäischen Hauptstädten auf die Simon- Rede sowie Hinweise darauf zu erhalten, ob die Sudetendeutschen in Beantwortung derneuen tschechischen Vorschläge" eine versöhnlichere Haltung einnehmen würden oder nicht. Sollte Henlem das Hodza - Ange bot zurückwetsen, dann sei der | kritische Augenblick gekommen, den die britische Re­gierung schon immer befürchtet habe.

Im Mittelpunkt des politischen Interesses der Londoner Presse steht weiterhin die Lage m b e r Tschecho-Slowakei. Auch die Sonntags­blätter sehen die Situation als z u g e s p i tz t an. In auffälliger Einseitigkeit bemühen sie sich fast ausnahmslos, die Schuld für das Scheitern der bisherigen Verhandlungen den Sudetendeut­schen in die Schuhe zu schieben, und es wird auch deutlich der Versuch erkennbar, die Sude- tendeutsche Partei mehr oder weniger unter Druck zu setzen. Ueber die wahren Schul­digen, die Tschechen, wird kein Wort verloren.

Englands Berliner Botschafter in London.

London, 28.Aug. (DNB.) Der britische Bot­schafter in Berlin, Henderson, traf am Sonn- tagnachrnittag mit dem Flugzeug aus Berlin kommend in London ein. Er wird, wie Preß Association meldet, am Montagvormittag Lord H a - lisax Bericht erstatten.

Vorher führte Sir John Simon in seiner Ansprache aus, er habe Chamberlain wieder völlig gesund ange­troffen. Die Außenpolitik der Regierung bezeichnete Simon als positive Friedenspolitik. Hinter uns liegt ein Jahr großer Sorge und großer Schwierigkeiten. In. nichts hat r ch Cham­berlains Führung aber mehr ausgezeichnet als m seinen und Lord Halifax' entschlossenen Bemühun­gen, die Spannungen zu verringern und die Be­friedung zu fördern. Ich weise Ansichten, gewisser Kreise völlig zurück, daß ein Krieg un­vermeidlich sei, oder daß gewisse Länder unsere Feinde sein wußten. Ich möchte lieber die Ansicht proklamieren, daß, wenn alle beteiligten Nationen ihr Aeußerstes,bei­trügen, Konflikte zu beseitigen, und wenn alle Staa­ten versuchten, in einem fairen Geiste Schwierigkei­ten zu lösen, daß dann ein Krieg niemals unver­meidlich ist. Der Einfluß Englands wird immer auf der Seite des Friedens in die Waagschale geworfen werden."

Im Lause seiner Ausführungen erklärte Schah- kanzler Simon weiter, es gebe in Europa große Länder mit einem Regierungsfyftem. das sich von dem englischen sehr unterscheide. Das fei aber kein Grund dafür, daß man die eng­lische Außenpolitik so führen solle, als ob eine Freundschaft mit diesen Staaten eines anderen politischen Systems unmöglich wäre.

artige Verpflichtungen übernommen haben. Es würde unmöglich fein, zu sagen, wo dieser Krieg enden würde, und welche Regierungen in ihn ver­wickelt werden könnten. Der unausbleibliche Druck der Tatsachen könnte sich als härter denn normale Erklärungen erweisen, und in diesem Falle würde es wohl im Rahmen des Wahrscheinlichen liegen, daß andere Länder außer den am urspünglichen Streit beteiligten Parteien selbst unmittelbar verwickelt würden. Das trifft besonders auf den Fall zweier Länder zu wie Großbritannien und Frankreich, die durch enge Freundschaft verbunden sind, gemein­same Interessen haben, den gleichen Idealen demo­kratischer Freiheit ergeben und entschlossen sind, diese aufrechtzuerhalten.

England muß unparteiisch sein."

Vernünftiges englisches Urteil.

Englands Stellung zum tschecho-slowakischen Problem.

Keine Aenderung gegenüber dem 24. März. England wünscht friedliche Regelung

Deutscher Protest gegen tschechische Greuetttige

Eine dritte Steile hat die Hand im Spiel.

schenfall. Zwei PragerAutos fuhren unmittel­bar vorher durch die Stadt und rissen mit Stangen die Spruchbänder und Blumengirlan- den herab. Sie fuhren zu diesem Zweck ohne Rücksicht auf die Menge verschiedentlich auf die ! Gehsteige. Die Gendarmerie untersucht den Vorfall.

Tschechische Soldaten beleidigen Henlein.

P r a g, 28. Aug. (DNB.) Als Konrad Henlein auf seiner Besichtigungsfahrt durch Nordböhmen die Ortschaft Fohlen passierte, nahm eine Gruppe von tschechischen Soldaten, die dort in einer Wachtstube an der Straße einquartiert sind, hart an der Straße Aufstellung (!) und rief Konrad Henlein Beleidigungen zu. Die Schmäh­rufe wurden stenographisch festgehalten und werden zur Unterlage einer Interpellation an die Prcm Regierung gemacht werden.

geteilt, daß Cham........... -- >

internationalen Lage am Montag nach

London zurückkehren und Mit verschiedenen Mini- stern und Sachverständigen Besprechungen fuhren wird. Am Dienstagvormittag 11 Uhr wird.ein Kabinettsrat stattfinden, an dem fast famt=

Prag, 29. Aug. (DNB.) Während Konrad H e n- I e i n am Sonntag eine Besichtigungsfahrt durch den Wahlkreis Teplitz-Schönau machte, erreichte ihn Die Nachricht, daß Lord Runciman den Wunsch habe, ihn dringend zu sprechen. In Anbetracht der außerordentlichen Dringlichkeit des Ersuchens um) der zur Entscheidung stehenden Fragen entichlotz sich Konrad Henlein, seine Besichtigungsfahrt abzubre­chen, um am Nachmittag mit Lord Runciman zu- sammenzutreffen.

Konrad Henlein ist am Sonntag um 17 Uhr auf Schloß Rothenhaus bei Görkau eingetragen. Wenige Minuten später fuhr auch der Wagen Lord Runcimans vor. Die Unterredung, die im Bei­sein des Mitarbeiters Lord Runcimans, Afhton- Gwatkin, stattfand, dauerte über eine Stunde. Ueber den Inhalt der Unterredung ist nichts be­kanntgegeben worden. Lord Runciman traf um 21 Uhr wieder in Prag ein, während Konrad Hen­lein nach Teplitz-Schönau fuhr.

Wüste Ausschreitungen tschechischer Kommunisten.

Pfeifkonzert der Tschechen gegen Henlein.

Prag, 28. Aug. (DNB.) Wüste Vorfälle haben sich am Wochenende in Leitmeritz zugetragen. Wie amtlich berichtet wird, traf am Samstag­abend Konrad Henlein mit seiner Begleitung in Leitmeritz ein. Auf dem Marktplatz hatten f ch etwa 4000 Personen angesammelt, von denen etwa der vierte Teil Tschechen waren. Henlem wurde vom Bürgermeister der Stadt und von Den Amtsträgern der SDP. willkommen geheißen. Während dieser Begrüßung", so heißt es m dem amtlichen tschechischen Bericht u. a. weiter, "brachen die Angehörigen des gegner i s chi e n Lagers in Pfui ! - Rufe aus Die Polizei konnte nur mit Mühe die Ruhe und Drbnung auf­rechterhalten. Als die auf dem Marktplatz Ver­sammelten auseinandergingen, kam es zu nemen ZuiaMüenjtößey. DaLei lvllkdeü jllvLtLüs

London, 28. Aug. (DNB.) Im konservativen Observer" befaßt sich Garvin mit der Tschecho- Slowakei. Wahre staatsmännische Kunst, ,o schreibt er, müsse vor allem zwei Ziele im Auge haben: Weitmöglichstes Abstimmen der deutschen und der tschechischen Forderungen und über dieses Ziel hin­aus Einsatz aller Kräfte, um bessere, nicht schlechtere Beziehungen zwischen Deutschland und England herbeizuführen. Tue man dies nicht, bann würde die Tschecho-Slo­wakei auch weiterhin eine Eiterbeule im Körper Europas sein.

Zur Simon- Rede übergehend, mein Garvin, man habe die Wiederholung vonErmahnungen an Deutschland" einfach nicht mehr nötig, wenn man den Tschechen nicht ein Gleiches sage. Es würde viel besser gewesen sein, wenn man sich auf nichts eingelassen hätte. Stattdessen sei man eng­lischerseits' durch den falschen Alarm vom 21. Mai hereingezogen worden, als Praa mo­bilisierte und gleichzeitig Deutschland dessen am

schuldigte, eine Anschuldigung, die völlig unberech­tigt gewesen sei. Damals habe man England zu ein­seitigen Vorstellungen in Berlin veranlaßt. Eng^ lands Aufgabe sei es, unparteiisch gegen­über den Tschechen und Deutschen in jener in Ver­sailles zusammengeschusterten Repu - blit zu sein. Wie aber könnten die englischen Linksparteien heute dieses künstliche Gebilde jener blinden Staatsmannkunst von Versailles entschul- bigen? Eine solche Haltung verstärke nur die Ab- wehrbereitschaft des Deutschtums. Es gebe keine wirkliche Garantie für den zukünftigen Frieden, so­lange den Sudetendeutschen mcht eine w i r k- liche Selbstregierung zugestanden werde.

Die Stadt Frankfurt a. M. hatte am Sonntag die Mitglieder der Goethe-Gesellschaft, der Deutschen Shakespeare - Gesellschaft und des Freien Deutschen Hochstifts zu einer Feierstunde zusammengerufen, in der dem dies­jährigen Träger des Goethe-Preises Dr. Hans Ca­ro f s a die Verleihungsurkunde überreicht werden sollte. Der Einladung waren über 600 hervor­ragende Persönlichkeiten aus aller Welt gefolgt, namentlich aus England, Amerika und Italien. Bürgermeister K r e m m e r, der die Gäste begrüßte, gab ein Bild vom Wirken Carossas, das dessen tiefe Wesensverwandtschaft mit Goethe herausstellte.

Sichtlich bewegt nahm Dr. Carossa die Ver­leihungsurkunde aus den Händen des Bürgermei­sters entgegen, um dann, nachdem Coda Wackers von der Frankfurter Oper zwei Lieder Caroffas zum Vortrag gebracht hatte, selbst über sein Ver­hältnis zu Goethe zu sprechen, der seit seiner Schul­zeit ihm ein leuchtendes Vorbild gewesen fei. Die großen Ereignisse des Weltkrieges hätten eine Zeit lang Goethe hinter anderen Dichtern zurücktreten lassen. In der geistigen Leere nach dem Weltkrieg sei der Einfluß Goethes aber von Jahr zu Jahr stärker geworden.

Die B e r 1 e i h u n g s u r k u n d e für den Goethe- preis hat folgenden Wortlaut:Die Stadt des deut­schen Handwerks Frankfurt a. M. verleiht den Goethepreis des Jahres 1938 an den Dichter Dr. Hans Caroffa. Die Ehrung gilt gleichermaßen dem Kämpfer für deutsche Art und deutsche Kultur wie dem Dichter der Stille, in dessen reifen zucht- vollen Werken sich das geistige Erbe Goethes in edlen Formen verkörpert. Hans Carossa hat in fei­nem Beruf als Arzt und in seinem dichterischen Schaffen stets dem goethischen Vorbild nachgestrebt: Bekenner, Dichter und Gestalter des Lebens zu sein.

Frankfurt a. M., den 28. August 1938.

Dr. Krebs, Oberbürgermeister und Preußischer Staatsrat.*

Was die englische Wiederaufrüstung betreffe, so löse diese bei anderen Nationen kein Mißtrauen aus, weil alle Welt wisse, daß die eng­lischen Waffen niemals für einen Angriffszweck be= nutzt würden. Ferner wisse man, daß GngianoJia) aus dem Grund stark mache, barmt es selbst sicher sei und somit auch ein sicherer und wirksamer Frie­densfreund. Alle Bemühungen der britischen Re­gierung seien auf die Stärkung der Frie- bensgrunblage gerichtet und auf die An­nahme des Prinzips der Erörterung unb Der Ver­nunft in Der Regelung internationaler Differenzen. Der Beginn eines Konfliktes fei wie der Beginn eines Feuers mit starkem Winbe. Beim Ausbruch könne es vielleicht noch begrenzt werden. Wer aber könne sagen, wieweit es sich ausdehnen wurde, ober wie viel man aufbieten müsse, um es zu wichen.

Simon meinte bann, inbem er auf die Genfer Liga zu sprechen kam, baß das Ideal der Liga, die Ersetzung der Gewalt durch Vernunft, gut |ei. Abschließend' betonte er, daß England immer bereit sein werde, seinen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Friedens zu liefern.

Chamberlains Erklärung vom 24. März

Chamberlain hatte am 24. März erklärt, England könne nicht garantieren, die T sich e ch o - Slowakei im Angriffs- falle automatisch Z u unterstütz en. Ferner könne es ebenso Frankreich gegenüber sich nicht zu voller militärischer Hilfe verpflichten, falls Paris feinen Verpflichtungen hinsichtlich des französisch-tschechischen Vertrages nachkommen würde.

Chamberlain hatte dann aber dieser Erklärung noch folgendes hinzugefügt: Wo Krieg und Frieden Oen werden, geht es nicht allein um legale chtungen. Sollte ein Krieg ausbrechen, dann würde es unwahrscheinlich sein, daß m auf Um luidußflU fctoto toM ÄS

Jm Frankfurter Römer versammelten sich die Gäste der Goethe- und der Shakespeare-Gesellschaft sowie des Freien Deutschen Hochstiftes zur Vorfeier von Goethes Geburtstag. Die Teilnehmer waren in großer Anzahl erschienen, um dem Fest- oortrag von Universitäts-Professor Franz Koch (Berlin) überVergangenheit und Gegenwart in npuilIKK ulK Eins" beizuwohnen. Die gemeinsamen Tagungen

IiJ die P r o k 1 a m a Sudetendeutschen bis- allein als Ehrung, sondern sie sei der Universität

h5°ge'üb^bewund-rnsw°rte Disziplin Nachlassen Ul-ich -in- Verpflichtung, ben Geist Goethe- wei- könnte. Im Namen der beteiligten Gesellschaften dankte

Professor Deetjen. Die Stadt Goethes sei aus der Geschichte des deutschen Shakespeares-Kultes nicht wegzudenken, habe doch die erste Shakespeare- Feier einst im Geburtshause Goethes stattgefunden, wobei der junge Wolfgang selbst die Festrede hielt. Heute vereinigten sich die beiden großen, in Wei­mar beheimateten Gesellschaften zu einer Huldigung an die großen Genien, an deren geistiger Schöpfer­kraft sich die Besten der Welt erquickt haben.

Professor Beutlers Vortrag würdigte Leben und Wirken des Künstlers Johann Heinrich F u ß 1 i.

Bestrafung der Schuldigen und Siche­rung dafür verlangt, daß in Zukunft derartige be­leidigende Veröffentlichungen nicht mehr möglich sind.

Wie wir zu dem Schmähartikel in derMorav- fkosteszki Denik" erfahren, handelt es sich zweifellos um eine planmäßig betriebene Vergiftung der Atmosphäre von tschechischer Seite, denn es ist auffallend, baß bas tschechische Blatt Pozor" (auf beutfchAchtung"), bas in Olmutz erscheint, ben gleichen Text biefes Machwerks ver­öffentlicht. Da das letztere Blatt einem anderen Ver­lag gehört, muß die Herstellung und Verbreitung dieses Greuelartikels von einer britten Stelle betrieben worben fein.

Kabinettsrat in London.

Einseitig gegen die Sudetendeutschen.

London, 27. Aug. <DNB.) Schatzkanzler Sir John Simon hielt am Samstagnachmittaa in Sanart (Süb-Schottlanb) seine angetunbigte Rede über bie politische Lage. Wie vorauszusehen war, ging er babei auch auf bie Einstellung Eng- lands zur TIchecho - Slowake, cur Er«r- klärte, bie Stellungnahme Englanbs sei in ber Rebe bes Premierministers im Unterhaus am 2 4. Marz in vollem Umfange unb Zutreffend bargelegt wor­ben. Simon stellte hierzu fest:

Diese Erklärung trifft auch heute noch zu. An ihrem Inhalt ist nichts zu ändern, auch nichts hinzuzufügen.

Um eine Losung für bie Gegensätze in ber Tschecho-Slowakei zu finben, mußten alle Beteiligten Beiträge liefern. Die Regierung erkennt an, daß in ber Tschecho-Slowakei ein wirkliches Pro­blem oorliegt, das dringend ber Lösung bedarf. Wir sind überzeugt, daß, wenn auf allen Seiten guter Wille vorliegt, es möglich sein sollte, eine Lösung zu finden, die allen berechtigten Jnter- es en gerecht wird. Es ist nicht notwendig, die Wich­tigkeit einer solchen friedlichen Lösung zu unterstreichen, denn in der modernen Welt gibt es für die Rückwirkungen bes Krieges feine Grenzen. Gerade der Fall der Tschecho- Slowakei kann aber für die Zukunft Euro­pas so kritisch sein, daß man sich unmög­lich eine Begrenzung des Aufruhrs vor stell en könnte, den ein Konflikt Hervorrufen könnte. Jeder in jedem Lande, der die Folgen er-

Aus aller Wett.

LZ 130 vor der Vollendung.

Das LuftschiffL Z 1 3 0" geht auf der Werft in Friedrichshafen feiner Vollendung entgegen. Das zu­nächst auf Grund der amerikanischen Zusage für Helium-Füllung vorgesehene Schiff ist mit gering­fügigen Umbauten für Wasserstoff-Füllung abgean- bert. Vor allem sind nach den bei derHindenburg"« Katastrophe gemachten Erfahrungen Sicherheitsmaß­nahmen getroffen, die das Auftreten von freiem Wasserstoffgas im Luftschiff verhindern und die 3ünx dungsmöglichkeiten ausschalten.LZ 130" wird seins Probefahrten etwa Mitte September aufnehmen.

Gründung

einer Reichsaulobahn-Rastställen-G. m. b. H.

Zum Betrieb der an den Reichsautobahnen zu er­richtenden Raststätten, deren erste am Chiemsee dek Oeffentlichkeit übergeben wurde, wurde bie R e i ch s- autobahn - Raststätten - G.m. b. H. mit dem Sitz in Berlin gegründet. Die Gesellschafter sind zu 51 v. H. das Deutsche Reich, vertreten durch den Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, ferner die Deutsche Arbeitsfront und der Reichs« Kraftwagen-Betriebsverband.

Entsetzliche Bluttat in Stuttgart.

Samstag nacht wurde die Stuttgarter Kriminal­polizei benachrichtigt, daß in dem Hause bei bed Meierei Nr. 1 ein Brand ausgebrochen fei. Detz