ihr Mann häufig Wurst, und Fleischwaren mitbrachte, und zwar derart, daß sie annehmen mußte, daß er diese nicht auf rechtmäßige Weise erworben hatte. Um sich nicht etwa selbst der Hehlerei schuldig zu machen, ging sie zu der Polizei und teilte dieser ihren Verdacht mit. Die daraufhin angestellten Ermittlungen führten dann zur Aufdeckung der Diebstähle. Da der Angeklagte hartnäckig leugnete, er auch schon vorbestraft war, mußte er eine strenge Strafe erhalten. Strafmildernd kamen nur der geringe Wert der entwendeten Gegenstände und die schlechten häuslichen Verhältnisse in Betracht.
Gleichfalls wegen Diebstahls hatte sich noch der
W. Z. aus Gießen zu verantworten. Der Singe» klagte, der als Verlader am Güterbahnhof tätig war, hatte in drei Fällen im Frühjahr Zigarettenpakete aufgemacht und aus ihnen Packungen, entwendet. Einmal nahm er eine erhebliche Mentze Zigaretten an sich, in den beiden anderen Fällen handelte es sich nur um 'kleinere Mengen. Der Angeklagte, der im vollen Maße geständig war und auch noch nicht vorbestraft ist, wurde wegen schweren Die b st ahls au 3 Monaten Gefäng - n i s und für jeden der beiden Fälle der Genuß- mittelentwendung zu je 2 Wochen Haft verurteilt.
Gebietsvekdunkelung vom 4. bis Olt 1938.
Das Kreisamt Gießen teilt mit: Auf Anordnung des Luftgaukommandos findet in den Nächten vom 4./5. und 5./6. Juli d. I. eine T o t a l v e r - dunkelung der Kreise Gießen, Büdingen, Schotten, Friedberg und der angrenzenden preußischen Gebietsteile statt. Die Verdunkelung beginnt mit dem Einbruch der Dämmerung und endet mit Anbruch des Tageslichts, er st reckt sich also jeweils über die ganze Nacht. An der Bevölkerung wird es liegen, nunmehr zu zeigen, ob sie durch die Uebungen des Vorjahres und insbesondere des vergangenen Winters so weit geschult ist, daß eine wirksame und totale Verdunkelung des gesamten Uebungsgebietes erzielt wird. Dazu gehört, daß jeder Haushalt, jeder öffentliche und private Betrieb, jeder Wegbenutzer und jeder im Kontrottdienst Tätige sich luftschutzmäßig verhält, d.h. zu seinem Teil dafür sorgt, daß kein unzulässiger Lichtschein die Dämmerung oder die Dunkelheit erhellt und zum Verräter wird. Die Bevölkerung des Kreises Gießen wird aufgefordert, schon jetzt alle Maßnahmen zu treffen, um einen reibungslosen Ablauf der Verdunkelungsübung in den beiden angegebenen Nächten (Montag/Dienstag und Dienstag/Mittwoch nächster Woche) sicherzustellen. Förmliche Alarmierung erfolgt nicht mehr, da die Verdunkelung automatisch mit der Dämmerung
einsetzt. Besondere Aufmerksamkeit wird diesmal der Verdunkelung der Gaststätten, der Schlafzimmer, Dachstuben und Aborte zuzuwenden sein. Der Verkehr aufder Straße ist auf ein Mindest- maß zu beschränken. Nur solche Personen, die beruflich notwendige Gänge zu machen haben, wie Aerzte und Hebammen sowie Arbeitnehmer, die zur oder von der Arbeitsstätte gehen müssen, dürfen sich auf der Straße aufhalten. Kraftfahrer haben innerhalb der Ortschaften mit Schlitzkappen und nach oben abgeblendetem Schlußlicht zu fahren; außerhalb darf mit Standlicht gefahren werden. Radfahrer und Fuhrwerke haben ebenfalls ihre Beleuchtung abzublenden (nicht auszulöschen!). Die Kontrollposten sind mit Weisung versehen, alle un- vorschriftsmäßig beleuchteten Fahrzeuge usw. festzuhalten. Von Betrieben, die über Nacht arbeiten, wird erwartet, daß sie sich besonders sorgfältig auf die Verdunkelung vorbereiten. Da sich auch die Dienststellen und Anlagen der Reichsbahn, Reichspost, Wehrmacht und Reichsautobahnen der Verdunkelung anschließen, wird der wünschenswerte volle Erfolg nicht ausbleiben, wenn jeder Volksgenosse die ihm bekannten Verdunkelungsanordnungen verständig und willig befolgt, Eigenwünsche im Interesse des Ganzen zurückstellt und es nicht darauf ankommen läßt, polizeilich gemaßregelt zu werden.
Heimatgeschichte
als Mittel zu politischer"
'XV
illeusbildung
Wetterau-Museum Friedberg vor der Wiedereröffnung.
Friedberg, 28. Juni. Das Wettsrau-Museum in Friedberg, zwischen Liebfrauenkirche und Hallenschwimmbad, wird soeben einer gründlichen Erneuerung unterzogen, von außen und innen. Mit der Wiedereröffnung Ende Juli ist Friedberg um ein schönes Gebäude reicher — 80 Meter Straßenfront! — und um eine Sehenswürdigkeit, die der stolzen Vergangenheit der alten Reichsstadt entspricht, aber auch ein Denkmal sein soll der Heimatpflege im Dritten Reiche. Stadtarchiv und -bibliothek nehmen noch in der laufenden Woche den Dienstbetrieb wieder auf. Die heimatkundlichen Sammlungen, Haagstratze 16, künden die Vergangenheit von Friedberg und der Wetterau von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart und sind ein allgemein anerkannter Brennpunkt für Wissenschaft, Sippenforschung, Schulunterricht und Volksbildung. Das Wetterau-Museum zählt über 4000 Besucher, das Stadtarchiv mehr als 1000 Benutzer an Ort und Stelle alljährlich. Hinzu kommt der Leihverkehr der Stadtbibliothek. Stadtarchiv und -bibliothek buchen rund 2000 Postausgänge im Jahr. Die nur 12 000 Einwohner zählende Kreisstadt Friedberg steht mit ihrem Aufwand für Heimat
pflege einzigartig da. Nicht nur der Zustand der Straßen und Häuser, sondern auch die Art; wie eine Stadt ihre Vergangenheit ehrt, bleibt ein untrüglicher Maßstab für den Geist, der sie beseelt.
Ü-nd wenn es wahr ist, daß eiste Stadt ohne Geschichte in Buchform dasteht, wie ein Mann ohne Ausweis und Ahnenpaß, dann darf Friedberg mit berechtigtem Stolz darauf Hinweisen, daß sein zur Zeit im Buchhandel erhältliches Schrifttum eine dreistellige Zahl ausmacht. Verdolmetscht ist hier die Sprache verkrusteter Scherben und vergilbter Handschriften als Mittel zu politischer Willensbildung. Denn die Zukunft ersteht aus Vergangenheit und Gegenwart, und ohne Ehrfurcht vor der Geschichte verkümmert die Seele eines Volkes. Geschichte ist — so sagt der Führer — die Lehrmeisterin für die Zukunft und für den Fortbestand des eigenen Volkstums. Und die Heimatmuseen, -archive und -bibliotheken sind ewige Quellen für Idealismus, Vaterlandsliebe, Nationalstolz und ein Ansporn, es den Altvorderen gleichzutun im Kampf ums Dasein, bzw. aus ihren Erfahrungen zu lernen. Professor Ferdinand Dreher.
Aus her engeren Heimat.
Von einem Lastkraftwagen überfahren und tödlich verletzt.
Friedberg, 28. Juni. (Lpd.) Auf der Kaiser- straß? ereignete sich ein schwerer Derkehrsunfall. Ein von auswärts kommender Kraftwagen fuhr einen Mann an und verletzte ihn dabei so schwer, daß er kurz nach seiner Einlieferung in das Bürger- Hospital feinen Verletzungen erlag.
Landkreis Gießen.
- W i ß m a r, 28. Juni. Der Waldweg am Reitzen- steinerwald, als Hauptholzabfuhrweg benutzt, wird in der Richtung nach Salzböden ausgebaut werden. Mit der Arbeit ist bereits begonnen worden.
Kreis Schotten.
q. Schotten, 27. Juni. Einer der größten industriellen Betriebe in unserer Stadt ist das Sägewerk Neumann. Gegründet wurde es im Jahre 1800 von Balthasar Neumann, zunächst als Zimmergeschäft. In den 80er Jahren wurde ein ©agemerf ungegliedert, das immer mehr vervollkommnet wurde. Etwa 30 Arbeiter zählte der Betrieb vor Beginn des Weltkrieges. In der Nachkriegszeit nahm das Werk einen steten Aufschwung, bis sich der Betrieb derart vergrößerte, daß eine Verlegung notwendig wurde. Durch Entgegenkommen der Stadt wurden etwa 12 Morgen Ge
lände an dem Spießwald zur Verfügung gestellt, das Werk mit einer großen Sägehalle, mehreren Gattern, Hobelmaschinen und dergleichen ganz modernen maschinellen Einrichtungen erbaut. Am vergangenen Samstag wurde das Werk feierlich eingeweiht. Betriebsführer Wilhelm Neumann begrüßte die Gäste, Vertreter der Behörden und Organisationen und die gesamte Belegschaft, wie auch alle.Handwerker, die am Bau mitgearbeitet haben. Er gab einen geschichtlichen Ueber- blick über die Entstehung des Werkes und stattete allen Mitarbeitern den Dank ab. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte Bürgermeister Menget, ein Vertreter der Marktvereinigung des Holzgewerbes, ebenso des Gaufachamts für Holz von der DAF.-Gauwaltung, Kreisobmann Schneck der DAF., übermittelten Glückwünsche, ebenso auch Ortsgruppenleiter Zeschky. Nach der Feier wurde das Werk eingehend besichtigt.
Kreis Alsfeld.
oo Deckenbach, 28. Juni. Dieser Tage waren es 25 Jahre, daß Frau Luise Braun, Ehefrau des Heinrich Braun, von hier, für beide Gemeinden Deckenbach und Höingen, das Amt als Hebamme versieht. In dieser Zeit bis zum heutigen Tag hat sie bei 233 Geburten geholfen. Die Gemeinde Deckenbach ließ ihr durch den Bürgermeister eine Ehrenurkunde überreichen.
Wirtschaft.
Erzeugerpreise für deutsche Speise- Frühkartoffeln festgelegt.
NSG. Der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft hat mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichskommissars für die Preisbildung für deutsche Speise-Frühkartoffeln in der Zeit vom 27. Juni dis 2. Juli 1938 folgende Erzeugerfestpreise je 50 kg netto ausschließlich Verpackung frachtfrei Empfangsstation festgesetzt:
für weiße, rote, blaue Sorten 5,70 RM.;
runde gelbe Sorten 6,10 RM.;
lange gelbe Sorten 6,50 RM.
3m übrigen gelten die Bestimmungen der Anordnung Nr. 1/38 der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft vom 14. Juni 1938. Diese Anordnung tritt am 27. Juni 1938 in Kraft.
Gießener Schlachtviehmarkt.
Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoiehverteilungsmarkt) in der Viehverstei- aerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 6 Ochsen, 6 Bullen, 15 Kühe, 24 Färsen, 122 Kälber, 246 Schweine, 2 Schafe aufgetrieben.
Preise: Ochsen 42 bis 44, Bullen 41 bis 42, Kühe 22 bis 38, Färsen 28 bis 43, Kälber 15 bis 04, Schafe 41 Rpf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr 1,12 Reichsmark, Klasse bl 135 bis 149,5 kg) 1,10, Klasse b2) (130 bis 134,5 kg) 1,08, Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,04, Klassen d bis f (unter 100 kg) 0,98, Klasse gl (fette Specksauen) und h (Altschneider) 1,06, Klasse g2-(andere Sauen) und h (Eber) 1,02 Reichsmark. Marktverkauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber und Schweine lebhaft; ausverkauft.
Bhein-Mainische Börje.
INiltagsbörse lebhafter und freundlicher.
Frankfurt a. M., 28. Juni. An der Börse voll- zog sich ein Stimmungswechsel zur festeren Grundstimmung und etwas lebhafterer Umsatztätigkeit. Dor allem gaben die zuversichtlichen Ausführungen in der Hauptversammlung der Klöckner-Werke zunächst dem Montanmarkt und darüber hinaus der Gesamtbörse eine stärkere Anregung. Dem gestrigen Ansätze zu einer leichten Erholung folgend, waren auf zahlreichen Marktgebieten auch wieder etwas mehr Kaufaufträge vorhanden, so daß das immer
noch vorliegende Angebot aus der bekannten Quelle bereitwilliger Aufnahme fand. IG. Farbenindustrie hatten eine Anfangssteigerung um 0,75 v. H., es folgten weitere 0,25 v. H. Uedrigens waren auch bei zahlreichen anderen Spitzenwerten im Verlaufe noch leichte Steigerungen vorhanden. Insgesamt erhöht waren Klöckner um 1,25 o. H., Rheinstahl um 0,50 v. H., Verein. Stahlwerke um 0,75 v. H. Von Bau- werten glichen Holzmann ihren gestrigen Verlust mit einer Steigerung um 2,25 v. H. wieder völlig aus. Am Elektromarkte zogen Lahmeyer 1 o. H., Licht und Kraft 1,50 v. H., Felten 0,25 v. H. an. Don Chemiewerken erholten sich Metallgesellschaft um 2 v. H., Rütgers um 1,75 v. H. Auch Motorenwerte etwas lebhafter, wobei Daimler 0,75 v. H., Adlerwerke 0,50 v. H. anzogen. Im einzelnen gewannen Rheinmetall 1 v. H., VDM. 0,50 v. H., Conti Gummi 2 v. H., Bemderg, Westdeutsche Kaufhof je 0,75 v. H., AG. Verkehrswesen 1,13 v. H. Schwächer lagen noch Allgem. Lokal und Kraft um 0,90 v. H., Aschaffenburger Zellstoff 0,50 v. H., Reichsbank 0,25 v. H.
Im Gegensatz zu Aktien waren Renten noch unverändert still, sie hatten auch keine wesentlichen Kursveränderungen. Allerdings Altbesitz - Anleihe 131,45 (131,65) v. H. Kommunal-Umschuldung wieder 95,95.
Im weiteren Verlaufe hielt die Festigkeit der Börse an und bradjte vereinzelt gegenüber den ersten Kursen noch Steigerungen. So gewannen u. a. Klöckner nochmals 0,50 v. H., Bemderg weitere 0,75 v. H., Rheinmetall 0,50 v. H., IG. Farbenindustrie blieben mit 156,50 sehr gut gehalten. Frei- verkehrswerte z. T. fester, so Ufa um etwa 1 v. H.
Auch der E i n h e i t s m a r k t verzeichnete vielfach Kurserholungen, ein Zeichen der vergrößerten Nachfrage aus der Bankenkundschaft. Der Rentenmarkt konnte im Verlaufe der Börse kaum eine Aenderung aufweisen. Pfandbriefe lagen weiterhin lehr still und im Kurse unverändert. Auch Jndustrie- Ooligationen gut gehalten. Die Börse schloß ruhig bei behaupteter fester Grundhaltung. Tagesgeld etwas knapper, es wurden erhebliche Beträge aus dem Markt genommen, der Satz blieb aber noch 2,25 v. H.
Abendbörse weiter freundlich.
Die freundliche Grundstimmung der Mittagsbörse hielt auch an der Abendbörse an. Bei allerdings weiterhin nur kleinsten Umsätzen lagen die meisten Papiere auf Mittagsbasis gehalten. IG. Farbenindustrie 156,40, Metallgesellschaft erhöhten sich gegenüber dem Mittagsschlußkurs um 1 v. H. auf 131, zur Einheit notierten sie sogar 131,50. Renten weiter sehr ruhig und ohne wesentliche Veränderung. Kommunal-Umschuldung härte man mit 96. Im einzelnen notierten IG. Farbenbonds 131,13, Adlerwerke 113,75, Bemberg E 138,50, Betula 161,50, Daimler 138,50, Demag 147,50, Deutsche Erdöl 137,75, Scheideanstalt 235, Deutsche Linoleum 156,50, Licht und Kraft 139,50, IG. Farben 156,40, E 156,25, Faber & Schleicher 88, Gesfürel 145, Lanz 181, Laurahütte 17,75, Lindes Eis 168,50, Mannesmann 112,40, Metallgesellschaft 131, E 131,50, Rheinmetall 141,50, E 141,50, Rheinstahl 142,50, Schösferhof- Binding 188,25, Stempel 104, Schuckert 175,50, Verein. Stahlwerke 107,65, Adca 102,90, Commerzbank 113,75, Deutsche Bank 120,25, Dresdner Bank
111,65, Reichsbank 194,50, Reichsbahn - Vorzüge 124,40, Frankona 100er 127.
Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt.
Frankfurt a. M., 28. Juni. Arn Obst- und Südfrüchtemarkt ist das Angebot von Erdbeeren bester Güte nicht ausreichend, während mindere Qualitäten genügend angeboten sind. Geringes An» gebot haben weiterhin Kirschen, Himbeeren, Johannisbeeren sowie Stachelbeeren. Erdbeeren konnten gut verkauft werden, die übrigen Arten konnten teilweise wegen zu hoher Preise nur schleppend abgesetzt werden. Aus dem Ausland lag etwas stärkeres Angebot von Pfirsichen, aber geringes von Kirschen, vor. Bananen ausreichend, Zitronen knapp. Der Absatz war lebhaft bei festen Preisen. Der Gemüsemarkt hatte ein gutes. Angebot von Blumenkohl, Karotten, Gurken, Kohlrabi, Rhabarber, Kopfsalat und Wirsing, ein ausreichendes in Spargel, Tomaten und Weißkraut, aber nur knappes in Spinat, Bohnen, Rotkraut und Frühkartoffeln zu verzeichnen. Erbsen hatten ein Ueberangebot. Das Geschäft war für alle Sorten lebhaft. Die Preise lagen bis auf wenige Ausnahmen fast unverändert, Erbsen allerdings merklich geringer. Aus dem Ausland war reichliches Angebot für Bohnen und Tomaten vorhanden, auch Gurken waren ausreichend angeliefert. Der Absatz war gut bei festen Preisen. Im einzelnen erzielten Blumenkohl 100 Stück 15 bis 50 RM., Bohnen (Treib) 50 kg 50 bis 60, Erbsen 50 kg 12 bis 18, Karotten 100 Bdl. 8 bis 10, Gurken 100 St. 10 bis 40, Kartoffeln (Erstlinge) 50 kg 8, Rhabarber 50 kg 6 bis 8, Kopfsalat 100 (5t. 5 bis 13, Spargel (je nach Sorte) 50 kg 14 bis 44, Spinat 16 bis 25, Tomaten 45 bis 80, Wirsing (Früh) 9 bis 12. Banen 12,5 kg 7,05 bis 7,95, Erdbeeren (je nach Sorte) 50 kg 28 bis 46, Johannisbeeren 35 bis 40, Himbeeren 42 bis 70, süße Kirschen 30 bis 55, Kirschen (sauer) 40 bis 45, unreife Stachelbeeren 25 bis 30, reife Stachelbeeren 35 bis 40 RM.
Frankfurter Schtachtuiehmarkt.
Frankfurt a.M., 28.Juni. Auftrieb: Kälber 703 (am letzten Dienstag 733), Hämrnel und Schafe 103 (70), Schweine 3368 (3743). Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (54 bis 59), c) 47 bis 50 (43 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Lämmer und Hämrnel b2) Weidemasthämmel 47 bis 48 (48 bis 52), c) 42 bis 45 (40 bis 45), d) 35 bis 39 (35 bis 38); Schafe a) 38 bis 42 (38 bis 42), b) 33 bis 35 (34 bis 37), c) 2-5 bis 30 (28 bis 32). Schweine a) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 50 (50), gl) Sauen 54 (54). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämrnel und Schafe mittel.
Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren: Beschickung: 656 Viertel Rindfleisch, 546 halbe Schweine, 57 ganze Kälber, 25 ganze Hämrnel, 7 Kleinvieh. Es notierten je 50 kg in RM.: Ochsenfleisch a) 80, Bullenfleisch a) 77, b) 66, Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54, Färsenfleisch a) 80; Kalbfleisch 1. Qualität 81 bis 97, 2. Qualität 75 bis 80; Hammelfleisch b) 76 bis 90, c) 65 bis 75; Schweinefleisch b) 73. Fettwaren, roher Speck unter 7 cm, 78; Flomen 80. Marktverlauf: lebhaft.
S.Ji.-tfpoit
Saugruppenlehrgang für Basketball in Gießen.
In der Zeit vom 30. Juni bis 3. Juli hält das Reichsfachamt Handball und Basketball einen Gaugruppenlehrgang für die Gaue 9, 10, 11, 12 und 13 in Gießen ab, der unter der Leitung von Reichslehrer M u r e r o steht. Wenn das Reichsfachamt Gießen dafür gewählt hat, so deshalb, weil die Gießener Basketballgemeinde äußerst rührig ist und die Vorbereitungen gern übernommen hat.
Aus jedem Gau werden 7 bis 8 Mann töilneh- men und zwar in erster Linie die Mannschaften, die das Breslauer Turnier besuchen; im Gau Hessen ist es der Männerturnverein Gießen. Der Lehrgang findet statt auf den früheren Tennisplätzen hinter der Liebiashöhe, die die Stadt Gießen in dankenswerter Weife den Gießener Basketballern' zur Verfügung stellte. Reichslehrer Murero hat die Aufgabe, die Mannschaften taktisch und technisch zu schulen und sie für Breslau kampffertig zu machen. Ein Turnier am Lehrgangsende soll die Spielstärke der einzelnen Gaue vergleichen.
Gportappell der Betriebe.
Lin Aufruf des Reichssportführers.
Für den vom Sportamt der NSG. „Kxaft durch Freude" ins Leben gerufenen „Sportappell der Betriebe", an dem sich die männlichen Gefolgschaftsmitglieder der nach ihrer Belegschaftsstärke in Klassen eingeteilten Betriebe beteiligen können (vorgesehen sind ein Wettbewerb des guten Willens mit drei sportlichen Uebungen, der Wettbewerb de» Mannschaft als Mannschaftsdreikampf und schließlich die Bewertung der Größe der Betriebssportgemeinschaft) hat der Reichssportführer von Tschammer und Osten nachstehenden Aufruf erlassen:
„Der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat am 11. Juni 1938 auf meinen Vorschlag den Sportappell der Betriebe verkündet. Ich rufe hiermit alle deutschen Betriebsführer auf, diesen Appell für das Jahr 1938 in der Zeit vom 1. August bis 30. September durchzuführen. Der Sportappell soll zu einer machtvollen Kundgebung für den Gedanken der Leibeserziehung werden. Er soll auch den letzten, noch abseits stehenden Volksgenossen sportlicher Betätigung zuführen und damit gleichzeitig einen Ueber- dlick über die körperliche und gesundheitliche Verfassung der Schaffenden geben.
Ich bin überzeugt, daß die erstmalige Durchführung dieses Appells ein bedeutsamer Meilenstein auf dem Wege zum hohen Ziel „Ein Volk in Lei- besübungen" sein wird. Von Tschammer und O st e n , Reichssportführer."
Fußball in bet Hiilef-Iua'end.
Gefolgschaft 2/116 — Gefolgschaft 3/116 1:2 (0:0).
In diesem Spiel verlor die ersatzgeschwächte Mannschaft der ®efolgfd}aft 2/116 recht unglücklich mit 2 :1. Nach ausgeglichenem Spiel in der ersten Halbzeit spielte die Gefolgschaft 2 116 in der zweiten Halbzeit stark überlegen und konnte 20 Minuten vor Schluß den verdienten Führungstreffer erzielen. Die Gefolgschaft 3/116 ließ sich jedock) nicht entmutigen und errang durch ein Mißverständnis in der gegnerischen Verteidigung den Ausgleich. Bei diesem Stande bekam die Gefolgschaft 2/116 einen Handelfmeter zugesprochen, der aber nicht verwertet wurde. Man wollte sich schon mit diesem unentschiedenen Ergebnis zufrieden geben, als der linke
Verteidiger der Gefolgschaft 2/116 über den Ball schlug und damit dem Halblinken der Gefolgschaft 3/116 die Gelegenheit zum Torschuß^ gab. Während die Gefolgsä)ast 3/116 großen Eifer zeigte und in ihrem linken Verteidiger einen überragenden Spieler hatte, vermißte man bei der Gefolgschaft 2/116 das gewohnte aufopfernde Spiel.
900 Nennungen zum Bad-Nauheimer Beit- und Fahrturnier.
Das Bad-Nauheirner Reit- und Fahrturnier hat mit 900 Meldungen eine Rekordbesetzung aufzuweisen. Die Veranstaltung, die im Zusammenwirken mit dem IX. Armeekorps und der SA.- Gruppe Hessen durchgeführt wird, übertrifft damit das letztjährige Turnier um das Doppelte. Außer bekannten Privat ft ällen wird die SA.» Gruppe mit ihrem besten Material vertreten sein; auch die Wehrmacht wird mit ihren ersten Reitern an dem Turnier teilnehmHi.
Gpielvereinigung 1926 Leihgestern.
Leihgestern fomb. — Heuchelheim komb. 5:0 (1:0).
Zum Abschluß der Saison 1937/38 konnten die Mannschaften der Spielv^reinigung 1926 Leih» gestern noch Siege erringen. Die Jugendmannschaft, die seit langer Zeit wieder einmal ein Spiel bestritt, konnte trotz Ersatz ihre Gäste aus Heuchelheim Der» dient mit 6:1 (4:1) schlagen.
Alsdann maßen zwei kombinierte Mannschaften beider Vereine die Kräfte. Leihgestern mußte ohne Arnold, Krämer, Velten, Laux I. und Väth antreten, tarnen also mit Dutenhöfer, Brückel, Laux II.;
Wer seine Pflichten als Verkehrsteilnehmer verletzt, handelt gewifsenlos gegen sich selbst — und gegen fein Volk.
H
Wedemann, Funk, Textor; Martini, Schäfer, Krick, Heß und Sommer. Auch Heuchelheim mußte eine kombinierte Mannschaft stellen, da ebenfalls Spieler für die Kreisauswahl abgestellt waren.
Sofort nach Spielbeginn gingen die Gäste vor das Tor der Einheimischen. Die Hintermannschaft war aber allen Angriffen gewachsen und konnte das Tor reinhalten. Etwa Mitte der ersten Halbzeit konnte Leihgestern trotz dem Gegenwind durch Sommer in Führung gehen. Nach der Pause, mit dem Wind als Bundesgenossen, waren die Heih- gefterner tonangebend und nur durch mangelnde Schußvermögen der Leihgesterner Stürmer konnte der Vorsprung vorerst nicht vergrößert werden. Erst etwa Mitte der 2. Halbzeit konnte Heß durch zwei Tore das Resultat auf 3:0 stellen. Wenig später hieß es durch Schäfer 4:0 und Heß stellte kurz vor Schluß durch einen schönen Schuß das Endergebnis her.
Leihgestern bot erst nach der Pause ein gutes Spiel. Dutenhöfer hielt die wenigen schweren Schüsse der Gäste gut, und die Verteidigung war ihrer Aufgabe gewachsen. Die Läuferreihe liefert* ihr gewohnt gutes Spiel und der Sturm hatte erfi nach der Pause feine große Zeit. Die Gäste finge» ganz gut an, dann aber machte sich der Ersatz mehr und mehr bemerkbar.


