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Vortragsabend im ASD.-Dozentenbimd

tremrng erkrankter Familienmitglieder. Anmeldun­gen nimmt die Ortsfrauenschaftsleiterin entgegen.

c^) Beuern, 28. April. Die hiesige Milchab- satzgenossenschaft hielt bei Gastwirt Ranft rhre Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Ludwig Stein begrüßte die Teil­nehmer. Direktor Ranft erstattete den Geschäfts­bericht. Dem Bericht war zu entnehmen, daß sich die Mischablieferung in stetigem Steigen befindet. Es wurden im vergangenen Jahre 332 000 Liter Milch (gegenüber 293 000 Liter im Vorjahre) abqe- liefert. Der Gesamtwert betrug 29 000 Mark (24 000 Mark im Vorjahre). An Magermilch wurden 313 000 Liter, an Butter 45 Zentner zurückgenom­men: im Ort verblieben 18 000 Liter Vollmilch. Der durchschnittliche Fettgehalt der Milch betrug 3,4 vom Hundert, der durchschnittliche Preis je Liter 13,6 Pfennige. Rechner Schwalb gab anschließend die Bilanz bekannt. Die Unkosten betrugen 432 Mark. Der Reingewinn beläuft sich auf 92 Mark. Dem

Niederkleen, 3e-Preis; Friedrich Schäfer, Lützel­linden, 3k-Preis.

Wert kl ässe Illa: Karl Reuter, Niederkleen, und Friedrich Bork, Lützellinden, je eine Anerken­nung.

Amtsgericht Gießen.

Der K. B. aus Krofdorf hatte wegen fahrlässiger Körperverletzung und Übertretung der Reichs- siraßenverkehrsordnung einen Strafbefehl über 80 Mark erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Die Hauptoerhandlung ergab, daß K. B., gls er eines Abends in der Krofdorfer Straße mit seinem Motorrad fuhr, hinter der Straßenlampe einen dunklen Punkt zu bemerken glaubte und an­nahm, daß dort ein Hindernis fei. Um dieses ver­meintliche Hindernis zu vermeiden, fuhr er auf den Bürgersteig und verletzte dabei zwei Frauen. Nach dem Unfall kümmerte er sich nur um sein Motor­rad und fuhr nach zwei Minuten, ohne sich im ge­ringsten um die von ihm verletzten Frauen zu kümmern, fort. Dies Verhalten grenzte schon an Führerflucht. Es blieb daher bei der im Straf, befehl ausgesprochenen Strafe.

Der H. Sch. aus Mainzlar hatte einen Straf- b e f e h l i n H ö h e v o n 2 0 M a r k erhalten, weil er seinen 15jährigen Sohn ohne Genehmigung auf einer Zugmaschine fahren ließ. Gegen diesen Straf- befehl legte er Einspruch ein. Da er dabei die vor- geschriebene Frist nicht wahrte, wurde dieser ver­worfen.

Wegen Unterschlagungen ins Gefängnis

* Limburg, 28. April. Vor der Großen Straf­kammer am hiesigen Landgericht wurde das Ur­teil gegen den früheren Amtsrentmeister Goebler von Krofdorf gefällt. Die Gerichte, selbst die' höchsten Instanzen, hatten sich schon mehrfach mit dieser Sache zu beschäftigen. Die Anklage warf dem Angeklagten Unterschlagung, Untreue und Buch- fälschung vor. Für die Verhandlung waren 17 Zeu­gen und 5 Sachverständige geladen. Die Verhand­lung nahm zwei Tage in Anspruch. Der Angeklagte hatte, wie sich aus der Beweisaufnahme ergab, ver­schiedentlich Gelder eingenommen, die er als Ein­nahme nicht verbucht und mutmaßlich in feine Tasche hatte fließen lassen, wohl aber diese Gelder als Ausgabe verrechnete. Der Angeklagte machte als Entschuldigung angegriffene Gesundheit geltend, er wollte sich auf nichts besinnen und erinnern können und glaubte, die Unregelmäßigkeiten darauf schieben zu können, daß die Kasse mit zu wenig Personal besetzt gewesen sei. Der zugezogene Arzt ließ in einem Gutachten keinen Zweifel darüber, daß der Angeklagte als voll verantwortlich zu betrachten sei. Das Gericht kam zu der Auffassung, daß, wenn der Angeklagte tatsächlich einigemale Geld zugelegt habe, um die Kasse wieder notdürftig in Ordnung zu bringen, dies nur geschehen sei, um seine unüber» ehbar gewordenen Machenschaften zu vertuschen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnis strafe von einem Jahr, sowie zu 5 0 0 Mark Geldstrafe. Es wurde Haft­befehl erlassen.

Waldbrandbekämpfungsübung im Gießener Gtadiwald.

Appell an alle:

Raucht nicht im Walde und zündet in der Nähe der Karsten keine Feuer an!

Aus der engeren Heimat.

Die Gauhauptstadt holt ihren Maibaum ein.

LPD. Frankfurt a. M., 28. April. Am Dienstag wurde in den Wäldern Oberhessens, bei Ehringshausen, eine 35 Meter hohe Fichte gefällt, die am Donnerstag nach Frank- furt überführt worden ist. Der Stamm ist bis auf einen kleinen Wipfel von Aesten und Rinde befreit und leuchtet blendend weiß. Von dem Kreiswalter der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" und mehreren hundert Werkscharmännern mit Kapelle und Fahnen wurde der Frankfurter Maibaum in den Abendstunden des Donnerstag am Güterbahn- haf abgeholt und zum Römerberg geleitet. Der ganze Weg war von vielen Volksgenossen umsäumt, die alle den Einzug des Maibaumes sehen wollten' Auch der Römerberg war dicht mit Menschen be­setzt, als der Zug der Werkscharen mit dem Mai­baum eintraf. Vor dem Portal des Römers über­gab Kreiswalter Licht den Baum in die Obhut der Stadt. Für die Stadt übernahm Stadtrat Dr. S ch ö n b e i n mit kurzen Worten den Baum, der ein Sinnbild der Freude fein solle, und der seinen Platz an einer Stätte fyabe, die durch Jahrhunderte hindurch Feste und festliche Ereignisse vieler Art habe schauen können.

Wegen Tierquälerei bestraft.

Im Laufe des Sommer-Semesters 1938 veran- ftaltet der NS.-Dozentenbund der Universität Gie­ßen, der die Gemeinschaft aller Dozenten und Assi­stenten umfaßt, eine Vortragsreihe, an der neben Öen Führern der Partei und ihren Gliederungen die Vertreter der Wehrmacht und der Behörden teil­nehmen. Aus ihrem engeren Fachgebiet werden Mit- glieder des Gießener Dozentenbundes und auswär­tige Gäste Fragen und Probleme behandeln, die heute im Brennpunkt unserer Belange stehen und im Sinne der weltanschaulichen und politischen Aus- ricktung von Bedeutuna sind.

Außerdem wird im Laufe des Semesters in Zu­sammenarbeit mit der Kreisleitung Wetterau (Abtlg. Volksbildungswerk) eine Vortragsreihe beginnen^ die allen Volksgenossen Gelegenheit geben soll, die Dozenten und Assistenten der Universität innerhalb ihrer Institute kennenzulernen. An Hand von Ex­perimenten und Vorweisungen wird in allgemein­verständlicher Form einem großen Hörerkreis Ein­blick gegeben werden in die besonderen Forschungs­gebiete der einzelnen Institute.

Zum ersten Vortragsabend des Semesters hatte der Dozentenbund für den gestrigen Donnerstag

Wegen Meuterei vor der Großen Strafkammer

Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Dem Antrag des Vorstandes, die örtliche Genossenschaft aufzulösen und sich der Hauptgenossenschaft Geilshausen an- zuschließen, wurde z u g e st i m m t. Der ört­liche Hofmilchoerkauf wird ab 1. Mai eingestellt und ist für die Zukunft verboten. Ludwig Döring hat die Milchverteilung übernommen und muß in Zu­kunft mit der Molkerei Geilshausen abrechnen. Nachdem verschiedene Fragen beantwortet worden waren, sprach Tierzuchtinspektor Kob (Gießen) über Fragen der Tierzucht und der Milchkontrolle. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Ludwig Stein schloß sodann, die letzte Versammlung der Milchab- satzgenossenschaft Beuern.

* Grünberg, 29. April. Am gestrigen Don­nerstagnachmittag fuhr hier ein 13 Jahre alter Junge mit dem Fahrrad gegen einen Per­sonenkraftwagen aus Frankfurt. Der Junge erlitt dabei einige Kopf- und Knieverletzungen. Im übrigen verlief der Vorfall noch glimpflich.

D Watzenborn - Steinberg, 29. April. Morgen, Samstag, feiert der Landwirt und Weiß- binbermeifter Johannes Sommer VIL, Ludwig- ftrafje 14, in bester geistiger und körperlicher Frische feinen 7 0. Geburtstag. Als Direktor des Land- ' wirtschaftlichen Konsumvereins amtierte er in den Jahren von 1915 bis 1934. Der GesangvereinGer­mania", in dessen Reihen er heute noch als aktiver Sänger steht und von dem er bereits im Jahre 1936 anläßlich seiner 50jährigen Sängertätigkeit geehrt wurde, wird fein verdientes Mitglied an sei­nem Ehrentag mit einem Ständchen beehren. Der Jubilar ist langjähriger Bezieher des Gießener An- Zeigers. Unseren herzlichen Glückwunsch zum 70. (Ge­burtstag.

Nundfunkprogramm

Samstag, 30. April.

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nach­richten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. Danziger Landesorchester. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland Kinderland. Gesunde Ehen Gesundes Volk. 10: Schulfunk. Nur wer gehorchen lernt, kann später befehlen. Hörszenen. 11.40: Blühende ©arten... 12: Mittagskonzert. Österreichische zeitgenössische Orchestermusik. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags- konzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: An­trittsbesuch der neuesten Schallplatten. 15: Bilder- buch der Woche. 15.30: O du schöner Westerwald. BDM.-Mädel fingen und erzählen. 16: Des Som­mers und des Maien, des wollen wir uns freuen. Frühlingsklänge für Orchester, Chor und Tanz- kapelle. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.50: Sportschau des Tages und für den Sonntag. 19: Nachrichten. 19.10: Die SA. der Westmark spielt auf. 20: Geister der Heiterkeit weckt Willy Reichert! 22: Nachrichten. 22.30: Sie- gerverkündigung und Abschlußbericht von dem deutschen Fliegerhandwerkerwettbewerb in Königs­berg. 22.40: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 1: Nachtmusik.

Am Dienstag wurde auf dem Exerzierplatz an der Licher Straße eine Waldbrandbekämpfungs- ubung durchgeführt, zu der Vertreter der Forst- abteihmg der Landesregierung, der Polizei, des Reichsarbeitsdienstes sowie zahlreiche Forstbeamten der Forstbezirksgruppe Gießen erschienen waren.

Der Leiter der Hebung, Forstassessor Dr. Scho­ber, hielt vor Beginn der Uebung einen kurzen Vortrag über Entstehung, Verhütung und Bekämp­fung von Waldbränden. Er wies insbesondere dar­aus hin, daß nach der Statistik 60 v. H. aller ent- ftehenden Waldbrände auf fahrlässiges Verhalten der Bevölkerung zurückzuführen sind. Aus diesem Grunde werden in den Forstämtern Gießen und Schiffenberg regelmäßig Wald brand st reisen von SA.-Männern durchgeführt, die ange« wiesen sind,

unnachsichtig jeden zur Anzeige zu bringen, der in der Zeit vom /. März bis 31. Oktober im Wald oder in gefährlicher Nähe des Moldes raucht oder Feuer anzündet.

Die Brandübung begann mit dem Anzünden des reichlich auf den Abtriebs flächen lagernden Fichten­reisigs. Infolge der trockenen Witterung und des lebhaften Windes verbreitete sich das Bodenfeuer mit außerordentlicher Schnelligkeit. Ein Zug der Arbeitsdienstabteilung 5/222 wurde sofort zur Ve- kämpftma eingesetzt. Dank des tatkräftigen Ein­greifens der Löschmannschaft wurde das Feuer bald von der Seite her erfolgreich bekämpft und ein

weiteres Umsichgreifen durch Ausschlagen mit Fichtenreisern, Uebereröen des Feuers und Anlegen von Wundstreifen (Streifen, von denen der Boden- überzua entfernt wurde) verhindert.

Nachdem dieser Brand als gelöscht anzusehen war, wurde ein zweites Bodenfeuer hervorgerufen, das durch Uebergreifen auf eine künstlich errichtete Fichtendickung wm Stamm- und Wipfelfeuer wurde. Außer der seitlichen Bekämpfung wurde noch entgegen der Windrichtung ein zweites Gegen- feuer entzündet. Der Brand kam hier zum Er­löschen, nachdem das mit der Windrichtung laufende Schadenfeuer das Gegenfeuer erreicht hatte.

Schon diese Waldbrandbekämpfungsübung zeigte, mit welcher Geschwindigkeit und Hefttgkeit ein Bodenfeuer aus kleinen Anfängen sich zu einem verheerenden Waldbrande entwickeln kann und daß nur rasches und tatkräftiges Eingreifen große Katastrophen verhindern kann.

Die Bevölkerung sei daher an dieser Stelle noch­mals eindringlich auf diese Gefahr hingewiesen, die unserem wertvollen Volksvermögen, dem deutschen Walde droht.

Es muß erwartet werden, daß jeder Volks­genosse sich verantwortlich fühlt für die Erhaltung unserer Wald bestände und unbedingt im Wald und auch auf den durch den Wald führenden Straßen und Wegen jeg­liches Rauchen und Hantieren mit Feuer unterläßt!

Am heutigen Freitagvormittag begann vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Gießen die Verhandlung eine$ Strafprozesses, die im Zucht- fyaus Marienschloß in Rockenberg durchgeführt wird.

Die auf Meuterei lautende Anklage richtet sich gegen den bereits 17mal vorbestraften Heinrich H u n ft o cf aus Langula, gegen den bereits llmal vorbestraften Jakob Kaffitz aus Karlsberg und gegen den zweimal vorbestraften Otto Nagel aus Gambach.

Der Anklage liegen folgende Vorgänge zugrunde: Die drei AckgeklaKen waren in Gemeinfchaftshaft in einer Zelle des Zuchthauses Marienschloß unter­gebracht. Sie brachten es fertig, in der Nacht vom 8. auf 9. Juni 1937 gemeinschaftlich aus dem Zuchthaus auszubrechen. Um dies zu ermöglichen, hatte Hunftock zunächst mit einer kleinen Feile ein Stück Federstahl fägenartig eingekerbt und dann an gefangen, mit diesem die Gitterstäbe in der Zelle Zu durchsägen. Am 8. Juni fertigte er nach Ein­bruch der Dunkelheit aus Brettern von seinem Bett und aus Schnurresten eine kleine Leiter an. Mit Hilfe eines Schemelbeines brachen die drei dann die Gitterstäbe heraus, kletterten gegen 3 Uhr aus dem Zellenfenster und fprangen auf den Hosi Mittels der kleinen fetbftangefertigten Leiter klet-

terten sie auf die hohe Zuchthaus mauer und ließen sich auf der anderen Seite der Mauer herunter.

Um sich Kleider und Lebensmittel zu verschaffen, gingen die Angeklagten in das Elternhaus des Nagel in dem von dem Zuchthaus nicht allzu weit entfernten Gambach. Von dort flüchteten sie in die Gegend des etwa 17 Kilometer von Rocken­berg entfernten Li ch, wo sie sich bis zu ihrer Festnahme am 12. Juni 1937 in den Wäldern auf­hielten, und von wo aus sie mehrere Diebstähle unternahmen. Bei diesen stahlen sie Lebensrnittel im Werte von etwa 300 Mark. Bei der Ausfüh­rung der Diebstähle brach H u n st o ck immer ein unö reichte die gestohlenen Sachen dem draußen stehenden Kaffitz zu, während es Aufgabe des 9t a g e I war, achtzugeben, ob jemand kam.

Am 12. Juni wurden die drei gesehen; um ihrer habhaft zu werden, wurden nicht nur Gendarmerie und Kriminalbeamte eingesetzt, sondern auch Ar­beitsdienstabteilungen und SA. herangezogen. Die Angeklagten setzten sich bei ihrer Festnahme zur Wehr, und Hunstock brachte einem SA.-Mann mit einem Knüppel eine klaffende Wunde am Kop bei, die ärztliche Behandlung erforderlich machte.

Ueber den Verlaus der Verhandlung werden wir noch berichten.

Landkreis Gießen.

S A l t e n - B U s e ck, 28. April. In die Schule ausgenommen wurden an Ostern 20 Kinder, 12 Knaben und 8 Mädchen.

gfs. Heuchelheim, 28. April. In unserer Gemeinde beginnt der Mütterdienst im Deutschen Frauenwerk in den nächsten Tagen meinen Lehrgang in Gesundheitslehre und häuslicher Krankenpflege. Mögen auch die älteren Frauen diese Gelegenheit ergreifen, sich ein Wissen und Können anzueianen, das jede Hausfrau und Mutter verwenden kann. Durch gesunde Lebens­weise und richtige Kost mancherlei Krankheiten ver­hüten ist ebenso wichtig, wie die sachgemäße Be­

in das Studentenheim eingeladen. Nach Eröffnung und Begrüßung durch den stellv. Dozentenbunds- sührer, Pros. Dr. Hummel, sprach der Anatom der Universität Gießen, Pros. Dr. Elze, über: Andreas Vesalius". In kurzen Zügen wiederge- geben, führte der Redner u. a. aus: Andreas Veja- lius (1514 bis 1564) war Professor der Anatomie und Chirurgie in Padua, dann Leibarzt Kaisers Karl V. Im Jahre 1543 erschien sein Hauptwerk Sieben Bücher vom Bau des menschlichen Kör­pers", durch das er die heutige Naturwissenschaft und Medizin begründete. Bis dahin herrschte un­eingeschränkt das von der Kirche geradezu zum Dogma erhobene Lehrgebäude des pergamenischen Arztes Galen (2. Jahrh. n. Chr.). Eigene Unter­suchungen und Beobachtungen der Natur kannte man nicht. Hier hat Vesalius grundsätzlichen Wan­del geschaffen, die Fesseln des unbedingten Autori­tätsglaubens gesprengt und die neue, bis heute ge­übte Forschungsweise begründet. Luther erkämpfte die Freiheit des Glaubens und des Geistes, Vesal die Freiheit der Wissenschaft. So verdankt die Menschheit flroei deutschen Männern eine neue gei­stige Welt.

Lpd. Herborn, 28.April. Dor dem Amtsge­richt hatte sich ein Einwohner aus Guntersdorf we­gen Tierquälerei zu verantworten. Der An­geklagte stand in einem gespannten Verhältnis zu feinem Nachbar. Um feinem Unwillen Luft zu machen, schien ihm ein Huhn, das sich in seinen Pferch verlaufen hatte und das dem Nachbar ge­hörte, gerade recht. Er schlug auf das Tier «in und verletzte es so sehr, daß es kurz danach verendete. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Wochen Haft. Es wies in der'Ur­teilsbegründung darauf hin, daß wehrlose Tiere heute unter dem ganz besonderen Schutz des Staa­tes stehen und daß derart unverschämte Tierquäle­reien rücksichtslos geahndet werden müßten.

Schwerer Autounfall bei Fulda.

Zwei Tote, ein Schwerverletzter.

LPD. Fulda, 28. April. Trotz ausdrücklichen Verbotes des Kraftwagenbesitzers wollte am Mitt­woch gegen 22 Uhr ein Autofahrer vier Arbeiter nach einer R i ch t f e st f e i e r in chre in der Nähe von Fulda gelegenen Wohnungen fahren. In dem bei Fulda gelegenen Dorf Kohlhaus ftreifte das in schneller Fahrt befindliche Lieferauto einen Lastkraftwagen mit Anhänger. Die vier Arbeiter Murßen bei dem Zusammenprall auf die Straße feschtendert. Zwei von ihnen waren auf der Stelle ot, während ein dritter in schwerver­letztem Zu st and ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Der Fahrer des Lieferwagens wurde verhaftet.

1. Zährlings-Schafbockversteigerung in Dillenburg.

An Stelle der für den 5. Mat vorgesehenen Zen- tral-Schafbockauktton in Gießen, die aus seuchen­polizeilichen Gründen verlegt werden mußte, fand nun am Donnerstag im Landgestüt in Dillenburg die erste Zuchtbock-Versteigerung des Landesverban­des der Schafzüchter in Hessen und Nassau statt. In erster Linie waren Jährlingstiere aus den Krei­sen Wetzlar, Biedenkopf und dem Dillkreis aufge­trieben, vorwiegend Tiere aus den Herdbuchzuchten. Das a'ufgetriedene Material an Vatertieren des deutschen schwarzköpfigen Fleischschafes entsprach dem mittleren Durchschnitt. Das beste Tiermateriql war aus den Zuchten der Genossenschaftsschäfereien Lützellinden und Niederkleen vorgeführt.

Arn Vortage der Veranstaltung hatte eine Bei­ratssitzung des Landesverbandes der Schafzüchter Hessen-Nassau stattgefunden, in der der Derbands- vorsitzende, Domänenpächter Philipp Schuster (Häuserhof) dem frühzeitig verstorbenen Geschäfts- fthrer des Verbandes, Tierzuchtdirektor Dr. Otto Wagner (Gießen), einen herzlichen Nachruf wid- dete. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden organisatorische und züchterische Maßnahmen zur Förderung der Zucht des deutschen schwarzköpfigen Fleischschafes besprochen.

33 Tiere standen zum Verkauf und fanden rest­losen Absatz. Bei flotten Geboten wurden gute Tagespreise erzielt. Das mit dem Spitzenpreis aus­gezeichnete Tier des Züchters Friedrich Lenz (Lützellinden), das auch den Ehrenpreis der Lan­desbauernschaft erhielt, wurde zu dem höchsten Ta­gespreis vom Tierzuchtamt Biedenkopf als Sta- tionstier gesteigert. Die Spitzentiere erreichten nam­hafte Preise, der Durchschnittspreis betrug bei einem Gesamtumsatz von etwa 7500 Mark 235 Mark.

Werlklasseneinleilung und preisverleilung.

Der W e r t k l a s s e I wurden zugeteilt und gleich- zeitta mit den nachfolgenden Preisen ausgezeichnet: Friedrich Lenz, Lützellinden (Kreis Wetzlbr), la-Preis und Ehrenpreis der Landesbauernschaft; Wilhelm Gatzert, Niederkleen (Kreis Wetzlar), Id-Preis und Ehrenpreis des Landesverbandes der Schafzüchter; Johs. Bork, Lützellinden, le-Preis.

Der Wert kl affe Ila zugeteilt und mit nach­folgenden Preisen ausgezeichnet: Friedrich Schmidt, ' Lützellinden, 2a-Preis; Johs. Meier IV., Nieder­kleen, 2b-Preis; Heinrich Rücker, Niederkleen, 2c- Preis; Heinrich Beppler, Niederkleen, 2cI-Preis.

Wert klasse Ilb: Wilhelm Glaum, Nieder­kleen, 3a-Preis; Heinrich Altenheiner, Lützellinden, 3d-Preis; Johs. Spieß, Niederkleen, 3-o-Preis; Wil­helm Glaum, Niederkleen, 36-Preis; Heinr. Ohly,

fiartoffoihrü'm olhuchon

Pr.Oetkßfs "Backpulver

300 g IDeijenmehl

1 Päckchen Dl Oether's .Batkin" 125 g gekochte gerüb. Kartoffeln 50 g fjaferflodwo

150 g Zucker

1 Ei

1 Päckchen Dl Oetkers OanillinjuAer

1 fläfchchen Dl Oetker*» Rum-flromo

75 g Butter

200 g Marmelade oder 500 g Apfel jum füllen

fDehl and ,Backen" werden -emifckt. in eine SAuffel gesiebt und mit den geriebenen Kartoffeln und fiaferflocken vermengt. In die Mitte wird eine Vertiefung gemacht; Zucker, Ei und Bewürbe werden hineingegeben und ju einem Brei verrührt. Man gibt die zerlassene (handwarme) Butter hinzu und 3 erb täfelt den Teig mit den ßänden zu kleinen Krümeln. Die ßälste davon füllt man in eine gefettete Springform, gibt Marmelade oder gefchältt geraspelte Apfel darauf und den Reß der Krümel darüber. llock;eit: 35-45 Minuten bei -ater Mittelhihe. Sine auofchneldent