Augen beobachtet.
Bernd Rosemeyers Schicksalssahrl
So bestätigte der neue Rekordfahrer noch einmal die schon aus den gestoppten Zeiten hervorgehende Tat- jache, daß der Mercedes-Benz nun ohne jeden Tadel auch bei höchster Geschwindigkit wie ein Brett auf
Caracciola vor seiner erfolgreichen Fahrt.
(Scherl'Bilderdienst-M.)
der Bahn liegt und so die Kräfte des Motors voll nutzbr gemacht werden können. Auf der Rückfahrt traf Caracciola pbrigens auf der rechten Straßenseite stellenweise Rauhreif an, so daß er sich scharf links halten mußte, um nicht ins Schleudern zu geraten.
Oberingenieur Neubauer entschloß sich daraufhin, die Versuche vorläufig abzubrechen und am Montag der kommenden Woche mit neuen Fahrten zu beginnen.
Die Auto-Union ist da!
Kaum hatte Mercedes-Benz seine erfolgreicken Rekordfahrten abgebrochen, da setzte sich auch schon Bernd Rosemeyer an das Steuer seines ihm wohl- vertrauten Auto-Union-Rekordwagens, um gleichfalls die Jagd nach den Rekorden aufzunehmen. Schon nach der ersten Probe erklärte er, daß der scharfe, böige Südwest ihn beinahe von der Straße gedrückt habe. Trotzdem startete er ein zweites Mal, und diese neue Fahrt sollte seine letzte werden.
Schon war Bernd nahe dem Ende der Meilenmeßstrecke und befand sich gerade in höchster Geschwindigkeit, als der Wagen am Kilometer 9 unweit der Zubringerstraße Langen-Mörfelden von einer scharfen Seitenböe, die zwischen zwei nur wenige Meter getrennt liegenden Waldstücken Durchschlupf gefunden hatte, erfaßt und auf den Mittelstreifen der Bahn gedrückt wurde.
Rosemeyer versuchte den Stoß durch Gegensteuerung abzufangen, übersteuerte den dahinra- fenden Wagen aber und überschlug sich. Bernd flog beim Ueberschlagen des Fahrzeugs aus dem Führersitz in den an der Bahn entlang führenden Wald und zog sich bei dem wuchtigen
18=km«£ang(auf: Italiener in Front.
Deutscher Erfolg in der Kombination.
Die II. Internationale Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen stand am Freitag im Zeichen des harten Kampfes auf der 18-Kilometer-Langlauf- trecke. Eine kleine Sensation war das vorzügliche Abschneiden der italienischen Speziallangläufer, deren geschlossene Front nur der Norweger Bjarne Iversen zu durchbrechen vermochte. Giulio Gerardi gewann das schwere Rennen in der ausgezeichneten Zeit von 1 :09,53 Stunden vor einem Landsmann Vincenzo Demetz. Dritter wurde )er Norweger Iversen, und auf den nächsten Plätzen olgten weitere fünf Italiener. Der beste Deutsche war Altmeister Herbert Leu p old, der sich als Elfter unserem Nachwuchs noch klar überlegen zeigte. Gut sind die Aussichten der deutschen Bewerber noch in der nordischen Kombination. Hinter dem Norweger H e g g e n, der in 1 :14,30 den ersten Platz belegte, stehen die Münchener Hans Hieb.le und Albert Burk auf dem zweiten und dritten Rang. Nach dem Norweger Olav Lian folgen fünf weitere Deutsche, so daß wir beim Sprunglauf am Samstag auf der Kleinen Olympia-Schanze unbedingt einige gute Dorder- plätze sicher haben sollten.
Ununterbrochen hielt vom Donnerstag bis zum Freitagmorgen der Flockenwirbel an. Erst als in der Frühe die Sonne durchbrach, hatte der weiße Segen ein Ende. In einer unvergleichlich schönen Winterlandschaft hatte der Schlesier Günther Adolph die schwere Aufgabe, den 90 Läufern den Weg zu zeigen. Start und Ziel der achtzehn Kilometer befanden sich im Skistadion. Aehnlich der olympischen Strecke, führte der Weg am Kankerbach entlang, am Wamberg vorbei bis zum Hirzeneck als Wendepunkt. Hier war vorher mit 926 Meter Höhe die größte Steigung zu überwinden. Zurück ging es wieder am Wamberg entlang und dann in kleinen Schleifen dem Ziel entgegen. War im Tal der Schnee noch feucht und pappig, so gab es in den höheren und kälteren Lagen eine sirnige und schnelle Loipe, wodurch teilweise sehr gute Zeiten herausgeholt werden konnten An der Spitze lag bald der Italiener Eompagnoni. doch sein im Mittelfeld gestarteter Landsmann Gerardi hatte schon beim Kilometer 6 die weitaus beste Zeit herausgelaufen. Unangefochten siegte Gerardi dann
die täglichen Beobachtungen immer wieder. Dabei ist der Faktor der wirtschaftlichen Stärkung dieser Städte und ihrer Umgegend durch die Garnisonen nicht allein ausschlaggebend, sondern es kommen auch die vielfältigen Bindungen hinzu, die besonders zwischen den alten Soldaten und den jungen Kameraden der aktiven Wehrmacht bestehen, ebenso die Gemeinsamkeit des Marschweges und der Zielsetzung für die Organisationen der Partei und für die Wehrmacht. Wir können also auch nach oieser Richtung hin mit dankbarer Freude Rückschau halten auf die verflossenen fünf Jahre.
Dieser starke wirtschaftliche Aufbau auf der ganzen Linie hat sich natürlich auch auf die Verhältnisse der Gemeinden fruchtbar ausgewirkt. Wo vor fünf Jahren noch größte Bedrängnis der Gemeindefinanzen und schwere Lasten der Sozialfürsorge an der Tagesordnung waren, ist heute eine ganz erhebliche Erleichterung der Lage zu verzeichnen. Die Gemeinden haben wieder ausgeglichene Haushaltsvoranschläge, die bei ihrer Durchführung auch em- gehalten werden und bisher z. B. in Gießen alljährlich mit einem annehmbaren Ueberfchuß abschlossen. Die Schuldentilgung geht in planmäßiger Weise vor sich. Neue Aufgaben der Gemeindearbeit wurden allenthalben mit Tatkraft in Angriff genommen und in gedeihlicher Weise durchgeführt. Dabei wurden in zahlreichen Fällen bisher Aufgaben erfüllt, auf deren Lösung seit Jahren vergeblich gehofft wurde. Beispielsweise sei Hier daran erinnert, daß unser Gießen in den letzten fünf Jahren eine starke bauliche Vergrößerung erfahren und eine Reihe weiterer verheißungsvoller Projekte mit tatfreudiger Kraft in Angriff genommen hat. Hand in Hand mit diesem Aufbau vollzog sich auf der anderen Seite während der letzten fünf Jahre aber auch ein Abbau, der jedoch in seiner Wirkung ein erfreuliches Stück Aufbauarbeit darstellt: nämlich ein durch die gedeihliche Entwicklung des Arbeitseinsatzes ermöglichter Abbau der Wohlfahrtslasten. Dafür einige Zahlen aus der Stadt Gießen: Hier zählte man im Jahre 1933 an Wohlfahrtserwerbslosen 341 Parteien, im Jahre 1934 waren es nur noch 183, im Jahre 1935 sank die Zahl auf 135, ein gewaltiger Abstieg kam im Jahre 1936, wo die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen-Parteien auf 17 fiel, und im Jahre 1937 ging diese Zahl sogar auf 3 Parteien zurück.. Diese Entwicklung redet eine überwältigende Sprache. Auf der anderen Seite konnte der Personenkreis in der Kleinrentnerhilfe stark erweitert werden, so daß von der Stadt Gießen am 1. Januar 1935 insgesamt 201 Parteien mit 238 Köpfen, im Jahre 1936 zusammen 208 Parteien mit 245 Köpfen und 1937 insgesamt 217 Parteien mit 257 Köpfen dieser Förderung zuteil werden konnten; durch Todesfälle trat im Jahre 1937 ein gewisser Rückgang ein, so daß am 1. Januar 1938 noch 206 Parteien mit 245 Köpfen vorhanden waren; durch neue gesetzliche Bestimmungen, die am 1. Januar 1938 in Kraft getreten sind, ist eine Erweiterung des bezugsberechtigten Personenkreises eingetreten, so daß heute, vier Wochen nach Inkrafttreten dieser Bestimmungen, bereits wieder 210 Parteien mit 250 Köpfen irrt Genuß dieser Vergünstigung sind. Das städtische Wohlfahrtsamt hat u. a auch auf dem Gebiete der Kinderbeihilfen für kinderreiche Familien eine sehr segensreiche Tätigkeit entfalten können, indem cs vom September 1935 bis heute rund 300 Anträge zu bearbeiten hatte. In gleicher Weife auf» bauend war die Arbeit des Wohlfahrtsamtes auf dem Gebiete der Wohnungsbeschaffung für wirtschaftlich schwache Familien, von denen seit 1933 rund 200 in den von diesem Amt veranlaßten Wohnungsbauten untergebracht werden konnten. Neben diesen wichtigeren Vorgängen der Wohlfahrtsarbeit hat diese städtische Dienststelle aber noch auf vielen anderen Gebieten ihres Wirkens in fruchtbarster Weise Aufbauarbeit leisten können. Und wie in der Stadt Gießen, so war es ähnlich auch in den Kreisen und in den übrigen Städten unserer oberhessischen Heimat.
So sehen wir denn überall kräftiges, fruchtbares Aufwärtsstreben unserer Volksgemeinschaft. Der Führer hat uns auch für den Bereich unserer engeren Heimat die Wege gewiesen und die Bahn von vielen Hemmungen und Hindernissen befreit. Ueberall sehen wir lebhaftes Regen aller Kräfte, ständig zunehmende Erstarkung aller öffentlichen und wirtschaftlichen Faktoren. Dazu ist die hilfsbereite Kraft aller Volksgenossen weiterhin unablässig bemüht, in tatfreudigem Einsatz überall da Hilfe zu leisten, wo sie zum Gedeihen des Ganzen und zur Stärkung schwerringender Glieder der Volksgemeinschaft am Platze ist. Angesichts dieser außerordentlich erfreulichen Merkmale können wir auch in unserer oberhessischen Heimat den morgigen fünften Jahrestag der Machtübernahme durch den Führer mit Freude begehen und dabei unserem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler unseren Dank bekunden mit dem festen Vorsatz, weiterhin m Treue auf dem Wege zu marschieren, auf dem er uns richtung- und zielweisend vorangeht. B.
S.Jl.-fport
Caracciola fährt 432,692 Kmfld
Anprall gegen die Bäume Verletzungen zu, ble feinen sofortigen Tod zur Folge hallen.
Der schnell herbeigeeilte Rennarzt Dr. Gläser konnte nicht mehr helfen. Das führerlos gewordene Fahrzeug war, sich unter lautem Krachen mehrfach überschlagend, indessen der wenige hundert Meter vorausliegenden Brücke zugerast und dort zerschellt. Die Uhren zeigten 11 Uhr und 47 Minuten an.
Erschütternd vernehmen die Freunde Rosemeyers — und sie waren weit über die Grenzen des Vaterlandes hinaus zahllos, daß ihr Bernd nicht mehr ist. Unfaßbar, daß dieser echte deutsche Junge, dem ein unverwüstlicher, aus dem Herzen kommender Frohsinn über alles hinweghalf, dieser verwegenste aller Rennfahrer nie mehr wieder in seinen geliebten Rennwagen auf den berühmten Strecken für Deutschlands Farben kämpfen und siegen kann. Auf der Höhe des Ruhmes stehend, ist Bernd Rosemeyer seinem Freund und Markengefährten Ernst von Delius nachgefolgt. Zwei schwere Verluste haben der deutsche Äutosport und b’c Auto-Union zu beklagen.
auch in 1:09,53 Stunden vor seinem Landsmann Demetz und dem Norweger Iversen. Der als Neunter in 1:14,30 einkommende Norweger Heggen nimmt den ersten Platz in der Kombination ein.
Eisschießen auf dem Rießersee.
Im Rahmen der Wintersportwoche fanden auf dem Rießersee die Wettbewerbe im Eisschießen statt. Das Mannschaftsschießen der Männer für Nationalmannschaften gewann Oesterreich I mit Note 3,611 gegen Deutschland III (2,300), Deutschland I (1,681) Deutschland IV, Oesterreich II und Oesterreich III. Bei den nationalen Wettbewerben siegte Engel (Straubing) im Einzelschießen für Männer mit 23 Ringen vor Manche (Oberstdorf), und bei den Frauen belegte Frl. Krauß (Zwiesel) mit 19 Ringen den ersten Platz, Frau S e i f f e r t (Rießersee) wurde mit 12 Ringen Zweite.
Gchmelmqs Abschluß-Training.
Am Freitag, dem letzten offiziellen Trainingstage vor dem Hamburger Großkampf, zeigte Max S ch m e I i n g in Friedrichsruh die gewohnte Arbeit. Zunächst stand er zwei Runden gegen den Krefelder Jakob Schönrath und anschließend gegen den Mannheimer Hermann K r e i m e s. Der Exwelt- meister hielt sich dabei jeweils in der ersten Runde etwas zurück, um in der zweiten stärker aus sich herauszugehen, wobei er beidhändig harte Schläge anbrachte. Kreimes setzte ihm etwas zu, mußte aber dafür ebenso wie Schönrath ziemlich viel einstecken. Den Schluß bildete wie üblich Schattenboxen und die Arbeit an Sandfack und Birne sowie eine sehr schwierige Bodengymnastik.
Der Gesamteindruck war auch am Freitag der, daß sich Schrneling in ganz hervorragender Form befindet und mit Zuversicht dem Sonntag entgegensetzen kann.
„Der moderne Skilauf."
Das Institut für Leibesübungen an der Universität Gießen und der Skiklub Gießen veranstalten gemeinsam am Mittwoch, 2. Februar, 20 Uhr, in der Neuen Aula der Universität eine Skifilmvorführung. Der erste Film „Der moderne Skilauf" ist ein Sport- und Lehrfilm in acht Teilen. Ein systematischer Aufbau von den ersten Anfängen des Skisäuglings bis zu der höchsten Kunst des Tempo-
Führertagung der AAO.-Gruppe 222 in Dillenburg.
In der Zeit vom 24. bis 26. Januar fand im Schloßhotel in Dillenburg in Anwesenheit des Ar- beitsgauführers, Oberstarbeitsführer Neuerburg, eine Tagung der Führer der RAD.-Gruppe 222 Dillenburg statt.
Die Tagung diente einmal der Verwertung der an der Front bisher gesammelten Erfahrungen und der gleichmäßigen Ausrichtung in allen Dienstgeschäften in den Abteilungen, zum anderen der kameradschaftlichen Zusammenkunft und Aussprache aller Führer des Gruppenbereiches 222
Am 24. Januar fand als Auftakt der Führertagung eine von Oberstfeldmeifter Ehr» st mann zusammengestellte und von Arbeitsmännern der RAD.-Gruppe 1/222 durchgeführte Feierstunde „Fri- dericus" im Gloria-Palast-Lichtspieltheater Dillenburg statt, zu der der Arbeitsgauführer mit sämtlichen zur Tagung anwesenden Führern der Gruppe 222, die Vertreter der Partei, an ihrer Spitze Kreisleiter Thiele, Bürgermeister S ch i e b e ck, sowie die Führer der SA.-Standarte 88, der HI., sämtliche Vertreter der staatlichen und kommunalen örtlichen Stellen erschienen waren. Diese Feierstunde war dem Gedenken Friedrichs des Großen gewidmet, dessen Geburtstag sich an diesem Tage zum 226. Male jährte.
Am 25. Januar, abends, vereinigten sich die Führer mit ihrem Arbeitsgauführer in den Sälen des Schloßhotels zu einem kameradschaftlichen Beisam- meutern bei Musik und Kleinkaliberschießen, um sich von den anstrengenden Stunden der dienstlichen Besprechungen und Aussprachen zu erholen.
Die Tagung, die für die Führer wieder neue Gedankeü und Richtlinien brachte, sand nach einer Führung durch die Gruppenverkstatt (Schneiderund Schusterwerkstatt) ant 26. Januar ihren Ab» schluß.
[ Inzwischen aber hatte bereits ein Gerücht, das schon in den frühen Morgenstunden aufgetaucht war und sich hartnäckig behauptete, feste Gestalt und Wirklichkeit angenommen: Auch die Auto-Union wird noch am gleichen Tage mit neuen R e - kordversuchen aufwarten. Schon vom frühen Morgen an hatte Auto-Union-Rennleiter Feuer- eisen die Versuche der „Konkurrenz" mit kritischen
schwungs wird vor den Besuchern abrollen. Zeck- lupenaufnahmen zeigen jede Entwicklung des Sn» laufes bis zur Skiartistik. Der zweite Film zeigt „Deutsche Ski- und Heeresmeisterschasten des vergangenen Jahres" in Altenberg im Erzgebirge. Im letzten Film „Skisrtihling in der Brenta oder „Eine Fuchsjagd im Krirnler-Tauern wird der Zuschauer Landschastsbilder des Hochgebirges sehen und eine Fuchsjagd auf Schneeschuhen miterleben können.
Wirtschaft.
Fwd. AG. Buderussche Eisenwerke, Wetzlar. Die Buderusschen Eisenwerke AG. in Wetzlar haben die Gewerkschaft Hofwald mib dem Sitz in Wetzlar übernommen. Diese Gewerkschaft beschloß ihre Umwandlung durch Übertragung des Vermögens unter Ausschluß der Abwicklung auf Buderus. Dieser Beschluß wurde vom Oberbergamt in Bonn bestätigt.
LPD. Neue Höchstpreise für Hafer- flocken, Graupen und Malzkaffe in Hessen. Mit sofortiger Wirkung hat die Stelle für Preisbildung beim Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — auf Grund des Runderlasses Nr. 162/37 des Reichskommissars für die Preisbildung für das Gebiet des Landes Hessen angeordnet: Für den Kleinverkauf von Erzeugnissen der Schälmühlen- und Kaffeeersatziüdustrie m loser Form werden folgende Verbraucherhochstprelse je V2 Kilogramm festgesetzt: für Hafernährmittel (Haferflocken, Hafermehl, Hafermark, Hafergrütze usw.) 29 Pf.; für Gerstennährmittel (Graupen, Grütze, Flocken) C 0 — 5/0 28 Pf., C I und CII 27 Pf., CIII und C IV 25 Pf., CV und CVI 23 Pf.; für Malzkaffee 29 Pf. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehende Verbraucherhöchstpreisfestsetzung werden auf Grund des Gesetzes zur Durchführung des Vier- jahresplanes vom 28. Oktober 1936 und der Neu^ ordnung über das Verbot der Preiserhöhung vom 26. November 1936 verfolgt.
Bhein-Mainische Börse.
Blittagsbörfc freundlich.
Frankfurt a. M., 28. Jan. Für die heutig Börse lag eine Reihe von Anregungen vor, so daß die Haltung etwas freundlicher war. Die Jahresabschlüsse von Siemens und Berliner Handelsgesell- schäft sowie die leichte Dividendenerhöhung bei der Hamburger Hypothekenbank hinterließen einen günstigen Eindruck. Indessen war der Auftragseingang aus dem Publikum weiterhin klein, und auch die Berufskreise übten mit Rücksicht auf den Ultimo Zurückhaltung, so daß sich die Umsatztätigkeit gegenüber den stillen Vortagen kaum gebessert hat. Wenngleich sich die Kurse am Aktienmarkt über- . wiegend nach oben entwickelten, so hielten sich die Steigerungen in engen Grenzen, da vom Berliner Platz größere Liquidationsoerkäufe einer Privatbank vorgelegen haben. IG. Farben setzten zunächst 0,25 v. H. niedriger ein mit 159,75, erholten sich dann auf den Vorabendstand von 160. Kleine Abgaben erfolgten ferner in Autowerten, von denen BMW. 0,50 v. H. und Daimler 0,75 v. H. nach- gaben, während sich Adlerwerke mit 118,50 behaupteten. Etwas niedriger lagen ferner Moenus Maschinen mit 124 (125), dagegen Demag 0,75 o. H. höher mit 146,50. Am Montanmarkt stellten sich vorwiegend Erhöhungen bis 0,50 v. H. ein, Mans- selber nach Pause 3,25 v. H. fester mit 157,25. Elektrowerte lagen vorläufig noch sehr ruhig, jedoch meist mäßig fester, Schuckert 179 (178,75). Siemens etwa 212,50 (212). Im einzelnen kamen Reichsbank mit 211 (210), Conti Gummi mit 192,75 (191,50) und VDM. mit unverändert 176 zur Notiz. Don Bauwerten Holzmann 2 v. H. höher mit 157.
Der Rentenmarkt war weiterhin fest veranlagt, die Umsätze hielten sich allerdings infolge des Materialmangels in engen Grenzen. Ebenso zeigten die meisten Kurse kaum eine Veränderung. Reichsaltbesitz 130,13, Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. höher mit 129,65, ferner Kommunal-Umschuldung 95,20, 4 v. H. Rentenbank-Ablösung 94,15, Städte- Altbesitz 134,75. Am Pfandbriefmarkt wurden Kom- munal-Obligationen der Franks. Hyp.- und Franks. Pfandbrief-Bank sowie der Meininger Hyp.-Bant um 0,25 v. H. heraufgesetzt auf 99,50. Auch Liquidationspfandbriefe lagen fest und höher, am meisten Nass. Landesbank mit 102,13 (101,80). Von Goldpfandbriefen wurden Franks. Hyp. mit 50 v. H. repariert bei unverändert 100. Stadtanleihen lagen ruhig, niedriger die beiden Darmstädter. Jndustrie- ObligaUonen schwankten bis 0,25 v. H. Von Staatsanleihen gingen 5,50 v. H. Pounganleihe auf 107,13 (107,50) zurück, ferner bröckelten Dekosama Neubesitz auf 28 (28,50) ab.
Der Freiverkehr lag still. Etwas niedriger Dingler Maschinen mit 86,50 (87,40), andererseits höher Elsäss. Bad. Wolle mit 84,50 (83,75) und Ufa-Film mit 70,50 (69,65). — Tagesgeld unverändert 2,75 v. H.
Abendbörse ruhig.
Die Abendbörse nahm auf allen Marktgebieten einen sehr ruhigen Verlauf, da Aufträge fehlten und die Berufstreise im Hinblick auf den Wochenschluß und des Ultimos in ihrer Zurückhaltung verblieben. Die Kurse waren größtenteils nominell und wenig verändert. In Anpassung an Berlin lagen Montan- werte jedoch etwas niedriger, Buderus 127,50 (127,90), Mannesmann 114,25 (115), Rheinstahl : 144 (144,25), Deutsche Erdöl 142 (142,25). Etwas schwächer waren ferner Adlerwerke Kleyer mit 118,25 (118,75), während BMW. mit 151,50 voll behauptet lagen. Die übrigen Maschinenwerte notierten unverändert, Demag 0,25 v. H. niedriger . mit 146,25. IG. Farben blieben mit 160 behauptet, ebenso u. a. Bemberg mit 140,65, Scheideanstalt . mit 253, Gesfürel mit 146, VDM mit 176, Hapag mit 81,50. Schuckert zogen auf 179,25 (179), Jung- ' bans auf 124,50 (124,25), Goldschmidt auf 141,50 , (141,25) und Schöfferhof um 1 v. H. auf 202 an. , Der Rentenmarkt war geschäftslos, die Kurse , kamen unverändert zur Notiz. 6 v. H. IG. Farben . 130, 4,50 v. H. Krupp 100, Schutzgebiets-Anleihen 11,75, 4,50 v. H. 1927er Bayern Staat 99,70 (99,75).
Briefkasten der Jköaffion.
iRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftieitung.)
' E. T. in Gießen. Eine Beschäftigung, die ein bei der Universität eingeschriebener Student neben feinem Studium gegen Entgelt ausübt, ist auch dann versicherungsfrei im Sinne des § 172 Nr. 3 der Reichsversicherungsordnung und demgemäß arbeitslosenversicherungsfrei nach § 69 Nr.l ADAVG., ■ wenn sie außerhalb des Studienfaches liegt und . lediglich dazu dient, dem Werkstudenten die Mittel i für die Durchführung des Studiums und für den ■ Unterhalt zu verschaffen. Diesen Grundsatz hat das Reichsversicherungsamt in seiner Entscheidung vom : 6 6.1934 (TU Ar. 27/33 BS.) ausgestellt; er hat . heute noch Gültigkeit. Im Zweifel entscheidet im Ein« > zelfall das zuständige Dersicherungsamt.
Mercedes-Benz hatte am Freitagmorgen auf der Reichsautobahn bei Frankfurt a. M. am Kilometer» lein 2 wieder einmal sein Lager aufgeschlagen, um die im Oktober des vergangenen Jahres abgebrochenen Rekordfahrten wieder aufzunehmen. Um es vorweg zu jagen: Diesmal war der Erfolg bei den Untertürkheimern, die innerhalb einer halben Stunde zwei neue internationale Klaffenrekorde der Klaffe B (5 bis 8 Liter) geschaffen hatten. Unser
Europameister Rudolf Earacciola führte das Steuer mit alter Meisterschaft. 432,962 km st fuhr er über den fliegenden Kilometer und für die fliegende Meile errechnete man ein Mittel von 432,429. Damit waren die von Bernd Rosemeyer im Oktober mit 406,3 bzw.
406,2 km st ausgestellte^ Rekorde erheblich übertroffen.
Stromlinien-Berkleidnng noch schnittiger!
Rennleiter Ober-Jng. Neubauer gibt, eifrig wie stets, mit weithin schallender Stimme seine Anweisungen, Reifenmeister Dietrich bewegt sich in seinem „Reifenpark" und auch Rudi Caracciola und Manfred v. Brauchitsch sind bereits zur Stelle. Das Rekordfahrzeug bietet im Scheinwerfer- licht einen fast gespenstischen Anblick. Der erste Eindruck ist, daß das Gefährt diesmal noch schnittiger ist. An der Stirnseite hat man die Verkleidung des 5,6-Liter-Zwölfzylinders etwas heruntergezogen und am Heck sind die beiden Windkanäle stärker als bisher ausgeprägt.
Caracciolas Start und großer Erfolg.
Nachdem Rudi Caracciola im Privatwagen die Strecke abgefahren hat, kann kurz nach 8 Uhr die erste Fahrt, die eigentlich als Probefahrt gedacht war, aber doch schon unter offizieller Zeitkontrolle stand, beginnen. Schnell springt der Wagen an, zweimal noch schnelles Schalten und bann hört man das Heulen des Motors nur noch in weiter Ferne. Gespannt wartet man auf die telephonischen Nachrichten. Und dann weiß man es: schon die Hinfahrt hat trotz des leichten Gegenwindes eine wesentliche Verbesserung der Rosemeyerschen Rekorde gebracht und als dann „Carratsch" auf der Rückfahrt noch schneller ist, sind die ersten Rekorde gebrochen.
Lachend stieg Caracciola aus dem Rekordwagen, um seiner Freude mit den Worten Ausdruck zu geben:
„Der Vagen Ist einfach nicht zu halten, man spürt gar keinen Luftwiderstand!"


