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DaulLcken in Gießen.

Ausbau der Lonystraße geplant. - Ein Postamt Gießen-Ost?

Die Stadtverwaltung hat in den letzten Jahren eine Anzahl neuer Abschnitte des Bebauungsplanes erschlossen. Die Bautätigkeit in diesen neuen Vier­teln ist bereits rege in Gang gekommen. Insbeson­dere sind im Schwarzlachgebiet, in den Eichqärten, im Sudviertel, inSachsenhausen" und im Ost­viertel zum Teil ganze Straßenzüge neu erstan­den. Die Stadt ist erheblich in die Landschaft hin­ausgewachsen. Daneben sind aber zahlreiche Bau­lücken in der Stadt unberührt geblieben. Es handelt sich dabei nicht etwa um kleine, unbedeu­tende Grundstücke, sondern in zahlreichen Fällen um ansehnliche Bauplätze, die zum Teil schon seit Jahren ihrer Verwertung harren.

Aus der stattlichen Reihe dieser Grundstücke seien hier, gewissermaßen auf einem Rund^ang, als Bei­spiele nur folgende Baulandflächen erwähnt, die für die Schaffung neuen Wohnraumes geeignet wären: Das große Grundstück am Hindenburgwall zwischen dem Eckpunkt beim Selterstor bis zu den HäusernAn der Johanneskirche". Die ansehn­liche Ecke an der Bahnhofstraße gegenüber vom Caf6 Amend, bei der allerdings gewisse Schwierig­keiten auftauchen könnten, da es sich hier nicht voll- ständig um gewachsenen, sondern zu einem erheb- lichen Teile um auf^efüllten Boden handelt. Der Dornröschengarten" an der Ostseite des Wetzlarer Weges, zwischen Friedrichstraße und Hofmannstraße, würde ebenfalls ein vortreffliches Baugrundstück sein. Allerlei Beachtung verdienen ferner die Grund­stücksflächen in der Nähe der Veterinär-Kliniken, in der Nachbarschaft der Buchnerstraße.

Der durch die Wilhelmstraße, Liebigstraße, Ebel­straße, Riegelpfad, Welckerstraße usw. geht, wird gleichfalls die Feststellung machen müssen, daß dort noch allerlei Bauland unbenutzt liegt, auf dem sich eine stattliche Anzahl neuer Wohnhäuser errichten ließe. In der weiteren Nachbarschaft dieser Stra- ßen fallen ansehnliche Baugrundstücke in der Nähe des Finanzamtes und in den anschließenden Stra- ßenzügsn auf, deren bauliche Nutzung nicht nur den Wohuraum vergrößern, sondern auch den dor- tigen Straßenbildern eine gute Abrundung geben würde.

Eine besonders große Baulücken-Fläche stellt die Nordseite der Lonystraße dar, über die erst vor einigen Wochen imGießener Anzeiger" geschrie­ben wurde. Mittlerweile hat sich der Oberbürger­meister entschlossen, die Mittel für den Ausbau der Lonystraße in den städtischen Haushalts­voranschlag für 1938/39 einzustellen. Mit diesem Entschluß wird der Oberbürgermeister einem seit langer Zeit bestehenden Wunsche gerecht, zugleich schafft er mit dieser Einreihung des Straßenaus­baues in den Haushalt die Voraussetzung dafür, daß in diesem ruhigen und für Wohnzwecke beson­

ders geeigneten Baugebiet eine stattliche Anzahl neuer Wohnungen entstehen kann.

Im östlichen Stadtteil kann unter Verwendung der dortigen Baulücken. gleichfalls noch mancherlei produktive Bautätigkeit in Gang gebracht werden. Besonders wäre hier an die bauliche Verwertung von Freiflächen m der Gutenbergftraße und in der Georg-Philipp-Gail-Straße, nahe der Licher Straße, zu denken. Das große Baugrundstück an der Ecke Licher Straße/Georg-Philipp-Gail-Straße könnte dabei einer besonderen Aufgabe dienstbar gemacht werden. Jm Interesse der stark angewachse­nen Bevölkerungszahl im Ostviertel wäre nämlich die Errichtung eines Postamts Gießen-O st zu wünschen, zumal die Reichsbahn durch die Ein­richtung der Haltestelle Gießen-Ost-Licherstraße den Verkehrsinteressen der dortigen Anwohner schon in gewissem Ausmaß Rechnung getragen hat. Wir sind überzeugt, daß die Stadt der Errichtung eines Postamtes für das Ostviertel durchaus geneigt sein wird, wobei man nicht etwa an die Schaffung eines gewaltigen Gebäudes zu denken hat, sondern auch mit einem etwa zweistöckigen und dem Charakter des Straßenbildes an der Georg-Philipp-Gail-'Straße angepaßten Hause zufrieden sein kann.

Jm Nordviertel fallen Baulücken an der Ecke Hitlerwall-Walltorstraße, im Zuge des Gartfeld und im Bereich der Schottstraße und Steinstraße als längst baureif auf. Die gleiche Feststellung ist in

Seit Jahren find Tausende von Volksgenossen aus unserer engeren und weiteren Heimat an der Reichsautobahn beschäftigt. Die Fertigstellung der Teilstrecke Bad-NauheimGießen war das Ereig­nis des Herbstes des vergangenen Jahres. Nun geht die Arbeit von Steinbach aus bis hinauf in die Gegend von Alsfeld rüstig weiter. Unter vielen Händen, Hacken und Schaufeln gewinnt das Werk seine Form. Die Arbeit ist gegenwärtig nicht leicht. Die Erde ist naß und schwer und macht den Arbeitern mehr zu schaffen, als an schönen Tagen des Sommers.

Besonders interessant häuft sich die Arbeit im Kreise Gießen bei Reiskirchen. Dort ent­steht ein großes Bauwerk in Form von zwei Brücken, die sowohl die Straße G i e - ße nGrünb erg, wie auch die Eisenbahn Gieße nF ulda und die W i e s e ck überqueren.

den Straßenzügen in der Nähe der Lahn, Gabels- bergerstraße, Hammstraße und Rodheimer Straße zu machen. Einen Teil dieser Baulücken wird ja in naher Zeit die Stadt mit etlichen Werkswohn­häusern ausfüllen. Dennoch bleibt der privaten Bautätigkeit dort noch allerlei Spielraum vorvehalten.

Manche Besitzer derartiger Baulücken werden sicherlich schon lange die Absicht der baulichen Der- Wertung ihres Grundeigentums gehabt haben, sie dürften aber wohl mit ihrer wirtschaftlichen Kraft einer solchen Aufgabe nicht immer gewachsen ge» wesen sein. Es sei deshalb darauf hingewiesen, daß bit Stadtverwaltung den Ausbau der Baulücken durch einige Maßnahmen fördert. Die Stadtver- waltung gewährt nämlich in diesen Fällen folgende Vergünstigungen: 1. Erlaß der Straßen­kostenbeiträge, 2. Erlaß der Baupolizei- und Der- messungsamtsgebühren, 3. Erlaß der Kosten für Hausanschlüsse, und zwar für Gas und Wasser bis zu 7 Meter und für elektrischen Anschluß bis zu 10 Meter Länge auf dem Grundstück. Die Ver­günstigungen müssen beim Stadtbauamt beantragt werden. Dort ist auch Auskunft über alle Einzel­heiten zu erhalten. Die Anträge werden ausschließ­lich durch die Stadtverwaltung von Fall zu Fall entschieden. Dabei wird nicht engherzig, sondern großzügig verfahren. Wer sich die bauliche Ver- wertuna seiner Baulücken-Grundstücke angelegen sein lassen will, der mache von diesen Dergünsti- gungen Gebrauch. Jm übrigen dürfte dabei auch die Tatsache erheblich ins Gewicht fallen, daß nacy wie vor erhebliche Nachfrage nach Wohnraum, ins­besondere in mittleren und kleinen Ausmaßen, in unserer Stadt besteht. B.

Die Reichsautobahn führt also in der dortigen Senke über Straße, Schienenweg und Bachlauf hinweg.

Der Bauplatz bietet ein großartiges Bild. Zwei Hilfs- bzw. Transportbrücken sind erstellt worden, und in umfangreichen Verschalungen wachsen die Beton-Widerlager aus der Erde. Jetzt ist man mit der Verkleidung der Brücke über die Straße be­schäftigt, die mit rotem Sandstein aus den Milten­berger Brüchen und aus Walldürn (in Baden) ge­schieht.

Einen Begriff vom Ausmaß dieser Brücken er­hält man, wenn man sich einige Zahlen vergegen­wärtigt. Für die Fundamente der beiden Brücken waren 5500 Kubikmeter Erdaushub notwendig. Die vier Widerlager bauen sich aus insgesamt 8000 Ku­bikmeter Beton auf. Außerdem sind 500 Kubik­meter Sandstein für die Verkleidung nötig. Für die

Reichsautobahn in Oberhessen.

Brücken bei Reiskirchen. Leber Straße, Eisenbahn und die Dieseck. Großbetrieb im Sandbruch Hochwart.

Herstellung der Widerlager mußten mit etwa lltO Eisenbahnwaggons 16 000 Tonnen Kies und Sand, sowie 1600 Tonnen Zement an gefahren werdet^ Für die Eisenkonstruttion, die die FahrbahndeckA ** zu tragen hat, sind 220 Tonnen Stahl nötig. Dis Straßenbrücke wird eine lichte Weite von 12 Meter haben, während die Eisenbahnbrücke 18 Meter breit werden wird. Es ist dabei gleichzeitig ein möglicher zweigleisiger Ausbau der Strecke Gieße nF ulda berücksichtigt.

Das nächste Brückenbauwerk wächst etwa einen Kilometer nördlich von den Brückenbauten bei Reis­kirchen heran: auch bei Lumda ist eine Brücke im Bau, die über eine Straße führen und sich durch ihre Gestaltung sie bringt einen Rundbogen in das Bild der Landschaft auszeichnen wird.

Jm Zusammenhang mit dem Bau der Reichs­autobahn besteht gegenwärtig auch bei Annerod eine umfangreiche Arbeitsstätte. Auf einem ausge­dehnten Gelände zwischen Hochwart und der Ge­markung Annerod wird bereits seit längerer Zeit Sand abgebaut, der in riesigen Mengen für den Unterbau der Fahrbahndecke der Reichsautobahn Verwendung findet. 200 000 Kubikmeter Sand werden insgesamt abgetragen. Etwa 140 000 Kubik­meter sind bereits durch eine etwa 11 Kilometer lange Feldbahn an ihren Bestimmungsort gebracht worden. Das Gesicht der Landschaft hat dabei eine große Veränderung erfahren. Ein stattlicher Hügel ist von den beiden Baggern fast völlig abgetragen worden. An der ArbeitsstelleSandbruch Hochwart sind etwa 60 Volksgenossen beschäftigt.

Große Strafkammer Gießen.

Der A. L. aus Weckesheim hatte sich vor ber Großen Strafkammer wegen gefährlicher Körper­verletzung zu verantworten. Der Angeklagte, der an Schizophrenie leidet, hatte vor einiger Zeit eine Magd ohne Grund mit einem Gewehr angeschossen und am Oberarm verletzt. In der gestrigen Haupt­verhandlung behauptete der Angeklagte, er habe ihr einmal einen Denkzettel geben wollen. Da der Angeklagte, wie ein Sachverständigengutachten ein­wandfrei ergab, vollkommen unzurechnungsfähig ist, konnte eine Bestrafung nicht erfolgen. Mit Rück- sich darauf, daß die Krankheit einen Derartigen ®rab erreicht hatte, daß man Den Angeklagten als ge­meingefährlich bezeichnen muß, ordnete das Gericht im Interesse der öffentlichen Sicherheit seine Unter­bringung in einer Heil- und Pflegeanstalt an.

Bad-7!auheimsBesuch im IahrelSZI

Bad-Nauheim wurde im Jahr 1937 von 35 393 Gästen besucht. Darunter befanden sich 4804 Ausländer. Die Gesamtzahl der Uebernachtungen betrug 774 924. Auf die ausländischen Gäste ent­fallen 133 069 Uebernachtungen. Die Gesamtzahl der Gäste ist gegen das Jahr 1936 um 10 v. H. gestiegen. Der Besuch aus dem Ausland stieg um 13 v. H.

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