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(Letzte Jtad)ri<f)feiL)

Man fordert Modifikation des Aeunmachtevaktes.

Tokio, 28. DEL (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.)Tokio Asahi Schimbun" befaßt sich mit einer amerikanischen Beschwerdenote, die der japanischen Regierung den Dorwurf macht, daß in den besetzten Gebieten in China der ame­rikanische Handel verdrängt werde. Das Blatt schreibt, daß die amerikanische Regierung das System des Neunmächtepaktes aufrechterhal-. ten möchte. Demgegenüber fei die japanische Regie­rung der Ansicht, daß durch den Fall Hankaus und die Tatsache, daß das Regime Tschiangkaischeks zu einer Lokalregierung herabgesun­ken sei, die Lage im Fernen Osten sich gegenüber der Zeit des Abschlusses des Neunmächteoertrages grundlegend geändert habe. Die japanische Regierung werde die Rechte und die Interessen an­derer Staaten in China respektieren. Aber die ame­rikanische Forderung nach Aufrechterhaltung des Grundsatzes der offenen Tür und der Gleich- bcrechtigung auf Grund des unter anderen Bedin­gungen geschlossenen Neunmächteoertrages entspreche der heutigen Situation nicht mehr. Der frühere Außenminister U g a k i habe zwar Garantien zur Aufrechterhaltung des Grundsatzes der offenen Tür gegeben, doch müsse die japanische Regierung unter den durch den China-Konflikt neugeschaffenen Be­dingungen auf einer Modifikation des Neun­mächtepaktes bestehen.

Die neue italienische Kammer eine Vertretung des Imperiums

Rom, 28. Oktober. (Europapreß.) In der neuen Kummer der Fasci und Korporationen werden auch die Kolonien und die Italiener im Ausland vertreten sein. Die Fräge der Ver­tretung der Kolonien im Parlament war schon früher erhoben, aber noch nicht gelöst worden. Die Erschließung Libyens, die Eroberung des ost- afrikanischen Imperiums und die Entwicklung von Rhodos ließen diese Forderungen noch ge­bieterischer erscheinen. Die Zugehörigkeit von Män­nern, die aus unmittelbarer Erfahrung im Kolo­nialdienst sprechen können, ist für die Arbeit der Kammer von besonderem Nutzen. In der neuen Kammer werden daher zwölf Nationalräte Libyen, Ostafrika und die Besitzungen im Aegäiscben Meer vertreten. Der Inspektor der Partei in Ost­afrika und die Leiter der sechs Gouvernements von Ostafrika sowie der Provinz Libyen und der Insel Rhodos werden in ihrer Amtseigenschaft gleichzeitig der neuen Kammer angehören. Die italienische Gemeinschaft im Ausland, die zwölf Mil­lionen zählt, wird gleichfalls in der neuen Kammer vertreten fein, durch die Ernennung des Sekretärs, seines Stellvertreters i;nb von Inspek­toren der Italiener im Ausland zu Nationalräten. Die neue Kammer wird sd zurVersammlung des italienischen Weltreichs".

Konservativer Wahlsieg in Oxford.

London, 28. Okt. (Europapreß.) Bei der Nach­wahl in Oxford, der ersten Wahl nach der Krise, erhielt der konservative Kandidat Quintin Hogg 15 800 Stimmen und damit rund 3 4 00 Stimmen mehr als der Kandidat der Unab­hängigen Liberalen, der mit 12 400 Stimmen in der Minderheit blieb. An der Wahl beteiligten sich 71 v. H. der Wähler, ein verhältnismäßig hoher Hundertsatz. Bei der Bekanntgabe der Wahlergeb­nisse waren die sonst um diese Zeit leeren Straßen überfüllt. Eine große Menschenmenge hatte sich vor dem Rathaus versammelt, um die Rede des Bürger­meisters und der beiden Wahlkandidaten, des Siegers und des Unterlegenen, anzuhören. Unter losendem Beifall erklärte der gewählte Abgeord­nete Quintin Hogg, die Wahl sei nicht fein eigener Sieg, sondern ein Sieg Chamber­lains. Sie sei ein Sieg für Demokratie und Frieden durch Verhandlungen und für ein einiges Britannien. Der liberale Kandidat sagte, es sei nötig, Zeit zu gewinnen, damit das englische Volk sich von den Schrecken der Krise erholen könne. Der Sieg der Konservativen Partei in Orford wird als besonderer Erfolg Chqmberlains angesehen, well Oxford stets ein bedeutender Mittelpunkt liberaler und freigeistiger Strömungen war.

Breitbeinig und sicher stand er da, den grauen Mantel offen, die Hände auf dem Rücken.^lieber seine ehernen Züge spielte das rote Licht der Fackeln wie der Widerschein einer brennenden Stadt auf dem Bronzebild eines Imperators

Als der Gesang und die Huldigungsworte ver­klungen waren, trat Hindenburg vor und sagte einige Worte zu Ostpreußens Jugend. Er sprach von dem großen Krieg, den Deutschland nicht ge­wollt habe, der die ganze Welt in Trümmer lege und Ströme edelsten Blutes fordere. Sein Herr, der Kaiser, habe ihn zum Wachtdienft an die nord­östliche Grenze des Reiches berufen, und dank der Tüchtigkeit seiner Offiziere und der glänzenden Tapferkeit seiner Soldaten sowie vor allem durch Gottes Hilfe sei es ihm geglückt, den Auftrag aus­zuführen. Dann zog die Jugend, Deutschlands Zu­kunft und Hoffnung, singend und mit lodernden Fackeln weiter. Ueber Hindenburgs Gesichtszüge breitete sich ein Ausdruck von Stolz und Zuversicht. Während der folgenden Jahre kam ich mit Hinden­burg im Großen Hauptquartier in Pleß und auch an Der Westfront zusammen.

Am 20. September 1926 war ich in Berlin; da Hindenburg mich gebeten hatte, nie durch Berlin zu fahren, ohne ihn aufzusuchen, ging ich wieder zu ihm. Im Vorzimmer empfing mich mein alter Freund, der jetzige Staatsminister Dr. Meißner, und führte mich sogleich in das Arbeitszimmer des Reichspräsidenten. Wir kamen in einen mittelgroßen Raum, am Fenster ganz links stand der Schreib­tisch, von dem sich Hindenburg groß und mächtig erhob. Er reichte mir seine weiche und kräftige Hand.

Wir unterhielten uns ungefähr eine Viertelstunde über asiatische Fragen, und zum Schluß sagte er:

Dies ist alles zu interessant. Ich möchte viel mehr davon hören. Kommen Sie doch um ein Uhr zurück und essen Sie bei mir."

Zur festgesetzten Zeit fand ich mich wieder ein. Im Salon traf ich meinen lieben Freund, Hinden­burgs Schwiegersoyn, Joachim von Brockhusen, ßanbrat von Kelberg und Herrn auf Groß-Justin in Pommern, in dessen Gesellschaft ich so manches spannende Abenteuer während des Krieges an der Ostfront erlebt hatte. Er und ich waren die ein­zigen Mittagsgäste. Wir waren also nur drei Mann hoch bei Tisch und konnten ungezwungen von allem sprechen, von Asien und der europäischen Politik. Hindenburg war der Königin von Schweden sehr zugetan und erkundigte sich stets nach ihr, wenn wir zusammen waren. Das tat er auch diesmal, und wie gewöhnlich formte er feinen Gruß an die Königin in altväterlich-ritterlichem Stil:

Bitte, legen Sie Ihrer Majestät meine tiefen, verehrungsoollen Grüße zu Füßen."

Er hatte die Königin schon als junge Prinzessin gekannt; als er in Karlsruhe Divisionär war/ war er oft mit ihr zusammengekommen.

Das Essen war einfach und bestand nur aus zwei Gerichten. Aber es wurde Sekt gereicht, die Gläser waren übermäßig groß und rouroen bis zum Rand gefüllt., Hindenburg hob mit sicherer Hand fein ©las:

Nun, Herr Doktor, wollen wir einen Schluck auf Ihr aanz besonderes Wohl trinken!"

Damit leerte er sein Glas in einem Zug.

Gut, dachte ich bei mir, hier gilt es meine Ehre und mein Wohl, auf das er getrunken hat, ich darf ihn nicht enttäuschen. Und obwohl ich so kräftige Züge nicht gewohnt war, kam ich doch gleichzeitig mit Hindenburg auf dem Gruno meines Glases an. Das ging noch an, aber ehe ich mich dessen versah, war das Glas wieder bis. zum Rand gefüllt.

Brockhusen, ein ganz prächtiger und überaus vielseitiger Mensch munter und geistreich, Dichter, Schriftsteller, Sänger und Landrat, erzählte Anekdoten und Witze, und wir verlebten äußerst angeregte Stunden zusammen. Erinnerungen an denkwürdige Ereignisse von vor vierzehn Jahren wurden aufgefrischt. Nach dem Essen gingen wir in ein kleineres Zimmer, sanken dort in bequeme Sessel und unterhielten uns weiter. Kaffee und Zigaretten wurden gebracht; aber als der Diener mit Kognak kam, machten Brockhusen und ich eine abwehrende Handbewegung. Hindenburg dagegen nahm seinen Kognak und sagte:

Die Jugend taugt heutzutage gar. nichts. Da muß ich wohl allein trinken."

Für seine kräftige Natur bedeuteten einige Glas nicht Diel. Sie hatten nicht den geringsten Einfluß auf seine Stimmung. Ganz verstohlen hatte ich zwischendurch auf meine Uhr geschaut, und Punkt halb drei Uhr erhob ich mich, um mich zu verab­schieden.

Nun, weshalb diese Eile?" fragte er.

Aus Lötzen erinnere ich mich sehr gut, Herr Reichspräsident, daß Sie während des Feldzuges immer Punkt halb drei Uhr Ihren Mittagsschlaf zu halten pflegten."

Er ließ ein kurzes, tiefes Lachen hören, und über feine Züge flog ein kaum merkbares Lächeln.

Oh, haben Sie das nicht'vergessen! Ja, ich habe genau dieselben Gewohnheiten im Frieden. Es ist wirklich schon so weit. Nun gut, da muß ich mich hinlegen. Morgen fahre ich nach Innsbruck, um im Gebirge Ge.nsen zu schießen. Leben Sie wohl, lieber Doktor, und auf baldiges Wiedersehen!"

Zeitschriften.

Zur Woche des deutschen Buches stellt die I11 u ft r i r t e Zeitung Leipzig"' iyre letzte Ausgabe in den Dienst einer umfassenden Werbung, lieber die Aufgaben des Buches im nationalsozia­listischen Deutschland äußert sich Reg.-Rat Hein Schlecht, stellvertretender Leiter der Reichsschrift­tumsstelle.Bücher im Heim" heißen ein Bildbe­richt und eine Abhandlung über schöne und ge­schmackvolle Bücherecken in der Wohnung.Das Stadion des Geistes" ist ein Bildbericht aus der Staatsbibliothek zu Berlin.Emil Strauß Leben und Werk." weitere bemerkenswerte Beiträge: Sudetendeutsche Dichtung der Gegenwart" mit Leseproben aus Werken von Ernst Leibi, Wilhelm Pleyer, Gottfried Rochacker, Friedrich Bodenreuth, Hans Watzlik, Karl Franz Leppa und Franz Nadi. ,Kunstschätze in alten Büchern deutsche Buch­malereien des Mittelalters."Das neue deutsche Volksbuch und der Graphiker Karl Mahr."Vom Papyrus zum Buch", Bericht aus dem Tätigkeits­bereich von Dr. h. c. Ibscher, dem Kustos der Papyri-Sammlung der Staallichen Museen in Berlin.

Die Erziehungsarbeit des Reichsarbeitsdienstes an dem jungen deutschen Menschen.

NSG. Mit dem Gesetz über die Arbeitsdienst­pflicht der deutschen Jugend vom 26. Juni 1938 wurde das Wollen einer selbstlosen, einsatzbereiten Iungmannschaft Verpflichtung und Gesetz^ 2)er Reichsarbeitsdienst wurde zwischen Schul- und Wehrpflicht als das bislang fehlende Glied in der Kette der staatlichen Einrichtungen zur Erziehung der deutschen Jugend eingefugt.

Schule des angewandten National­sozialismus" hat man den Arbeitsdienst ge­nannt, weil die Grundgehalte seiner Erziehungs­gemeinschaft die wesensbildenden und formenden Grundzüge nationalsozialistischerLebensauffassung und Weltanschauung überhaupt sind Gemeinschaftsgefühl und Arbeit sind darüber hinaus die formgebenden Kräfte, die dem Leben des Arbeitsdienstes eine neue Richtung geben und feine eigene Prüfung be­stimmen.

Der Dienst des Arbeitsmannes ist die lebensnahe Vorbereitung für die Wirklichkeit des Lebens und die wirklichkeitsbedingten Aufgaben, die die Lebens- und Blutsgemeinschaft von dem jungen Menschen verlangt und zwangsläufig verlangen muß. Vom Wesen dieser Lebensschule aus sind daher auch die volkserzieherischen Aufgaben bestimmt, die der A r b e i t s d i e n st als Er­ziehungsschule der Nation zu erfüllen hat, wobei der glückliche Umstand zu Hilfe kommt, daß die rauhe Wirklichkeit des täglichen Lebens, die harte, aber so lebensnotwendige Arbeit des täg­lichen Dienstes und das dauernde Spüren der poli­tischen Forderungen des Tages es verhindern, daß die Erfüllung der oolkserzieherifchen Aufgaben ettva an Lebensnahe verlieren und ins Theoretisch-Päda­gogische abfchwimmen könnte.

Das Gemeinschaftsleben und die harte Arbeit des täglichen Dienstes formen und bilden den Arbeitsmann in feiner inneren Haltung und äußeren Form. Die Arbeit in der freien Natur gibt dem Arbeitsmann wieder jenen natürlichen Halt, der ihm vielleicht in den Steinmauern und auf den Asphaltstraßen der Großstadt verloren ging. Er steht in der Landschaft, lebt in ihr und mit ihr und arbeitet an der Erde, die ihn trägt und nährt. Dieses Schaffen an der Heimaterde gibt dem jungen Menschen wieder jenes starke Gefühl bäuerlicher Bodenverbundenheit, das die Voraussetzung für die natürliche Gesundung eines ganzen Volkes ist. Naturnähe und das stär­kende Gefühl innigster Bodenverbundenheit, Ein­fachheit der Lebensführung und strenge soldatische Lebensform, die Arbeit an der deutschen Heimat­erde und damit ein neues, starkes, tief empfundenes Heimatgefühl, sowie die starken Bindungen ameradschaftlichen Zusammenlebens mit Altersgenossen aller Stände und Be­rufe sind die wertschöpferischen Kräfte, die das Erlebnis des jungen Menschen im Arbeitsdienst ge­stalten.

Diese im Leben des Arbeitsdienstes gegebenen wertschöpferischen und gestaltenden Kräfte sind die Ansatz- und Ausgangspuntte für die dieser Lebens­schule gestellten volkserzieherischen Auf­gaben. Aufgabe und Ziel staatspolitischer Erzie­hung und Betreuung deutscher junger Menschen im Arbeitsdienst kann es daher nicht sein, eine Ver­vollständigung oder Wiederholung eines Schul­pensums erreichen zu wollen, es gilt vielmehr, ein Erlebnis des täglichen persönlichen Lebens dem Erlebenden auszudeuten und die Erlebniskräfte des einzelnen für die Formung und Festigung des völkischen Lebens und Er­lebens wirksam zu machen! Aufgabe und Sinn Der staatspolitischen Schulung und der geistig-see­lischen Betreuung der jungen Menschen im Arbeits­dienst muß es fein, die im Erlebnis des Arbeits­dienstes gebotenen natürlichen Gegebenheiten, das Erlebnis der Arbeit und das des lebendigen

Gemeinschaftsgefühls, wachzuhalten, be­wußt zu machen, auszuweiten und auf bas hohe Ziel nationalsozialistischer Weltanschauung auszu­richten, die in dem einzelnen mehr ober weniger gefühls- ober erlebnismäßig verankert ist. Aufgabe ber staatspolitischen Erziehung ist es, ben Sinn unb ben Zweck bieses Lebens in Einfachheit, Arbeit und. selbstlosem Einsatz aufzuweisen unb stets bie Marschrichtung bieses Ledens erkennen zu lassen.

Wie stark im Reichsarbeitsdienst bie Neuwertung ber Arbeit und des Verhältnisses des einzelnen zur Arbeit spürbar geworden ist, mag man daraus erkennen, daß der Arbeitsmann aus einem A r - beitsgerät ein Symbol für eine neue Gesinnung spracht hat. In dieser Tatsache ist ber Erfolg ber großen sozialistischen Srziehungs- aufgabe bes Reichsarbeitsdienstes deutlich geworben. Im Arbeitsmann würbe ber Sieg bes stolzbewußten Arbeitertums über bas im unverständlichen Minder­wertigkeitsgefühl sich selbst erniedrigende und sich selbst aus der Gemeinschaft ausschließende Prole­tariat offenbar und lebendig.

Der Aufbau der staatspolitischen Schu­lung im Arbeitsdienst steht im engsten organischen Zusammenhang mit dem Ergebnis des Arbetts- mannes während seiner Dienstzeit. Sie geht aus von der Erklärung, Deutung und Stärkung des Heimatgefühls, weist dann die Bedeutung der Ar­beit als lebensgestaltendes Element aus, deutet den Sinn bes Abels ber Arbeit, begrünbet bie Jbee bes Arbeitsdienstgedankens aus ber Sicht nationalsozialistischer Lebenshaltung, umreißt bie naturgesetzlichen ©runblagen ber nationalsozialisti­schen Weltanschauung und der aus dieser gegrün» beten neuen Gesetzgebung und sucht aus ber ge­schichtlichen Vergangenheit bes beutschen Volkes die Notwendigkeit und Gröhe des Gegenwartsgeschehens deutlich zu machen.

Dienst und Freizeit stehen. im Leben des Arbeitsdienstes in einem starken sinnbezogenen Zu­sammenhang. Auch der Feierabend ist in die Er­ziehungsaufgaben dieser Lebensschule einbezogen. Der Feierabend soll das im Dienst und bei der Arbeit Erlebte bewußt werden lassen, soll im Spiel und Lied den entspannenden Ausgleich finden und darüber hinaus in Arbeitsgemeinschaften Rüst­zeug für bie Erfüllung solcher staatspolitischen Aufgaben und Pflichten geben, bie bem Arbeits­mann im Gemeinschaftsleben bes Lagers zum Be­wußtsein gebracht werden. Hier berühren und er­gänzen sich die Feierabendgestaltung und der ft a a t 5 p o l i t i f d) e Unterricht im Ar­beitsdienst, dem die Aufgabe zufällt, das Erlebnis der Gemeinschaft und der Arbeit bewußt zu machen und auf ihre großen Zusammenhänge und Bezie­hungen zu Volk und Staat hinzuweisen. Der staatspolitische Unterricht vermittelt das Wissen um Sinn und Bedeutung unserer staatspolitischen und weltanschaulichen Forderungen. Die Feierabend­gestaltung läßt das Wesen dieser Forderungen und der staatspolitischen Geschehnisse erlebnismäßig ver­tiefen und gestalten. Wendet sich der staatspolitische Unterricht an den Verstand des Arbeitsmannes, so formt und bildet die Feierabendgestaltung sein Herz unb Gemüt.

Wenn Nationalsozialismus Wille zur Hoch- Wertigkeit ist, so muß Aufgabe und Sinn ber erzieherischen Betreuung ber Arbeitsmänner im Arbeitsdienst sein, biesen Willen zur Hochwertig­keit zu wecken unb zu förbern unb ihn gleichermaßen {ür bie körperliche unb geistige Lei­stung auszuwerten, weil bieser Wille zur körper­lichen und geistigen Leistung bie erste Voraussetzung zur Neuorbnung bes Lebens bes einzelnen und bes gesamten Volkes ist.

In dieser Aufgabe sieht die Erziehungsschule des Arbeitsdienstes ihr gegenwarts- unb wirklichkeits­nahes Hochziel!

Neues für den Bücheriisch

Hessen.

aus

Hauptvereins ber

Form auf bie Wanbergelüste ihrer Untertanen rea-

nutze gemacht hat, barin, baß mir bie Wanderer in

über die hessischen Auswanderer geschrieben. Es bie-

Auswanderung feit ben Tagen ber Reformation.

roanberern, bie aus ©faubensgrünben bie ange-

gutem Klgnge, vielen ist er ein persönlicher Be­kannter, von bem sie wissen, baß sein Herz für sie schlägt, seine Lebensarbeit ihnen gilt. Von biesen günstigen Voraussetzungen aus würbe bas Büchlein

Hauptverein ber Gustav-Adolf-Stiftung hat seinen langjährigen vielbewährten Rechner unb nunmeh­rigen Vorsitzenben beauftragt, eine Uebersicht über bie hessische Auswanberung seit etwa 400 Jahren

In Kommission des Hessischen Gustav-Adolf-Stiftung. Bens-

bene Kaiserreich Brasilien, dann aber in immer fteigenbem Maße bie Vereinigten Staaten von Norb-Amerika. Der Verfasser hat neben biesen großen Wanberströmen auch kleinere, aber kenn­zeichnende Bewegungen nicht vergessen, so die Er­lebnisse ber Straßenkehrer in Paris, ben Fliegen- webelhanbel ber Bu^bacher Gegenb, ber moralisch zu

Ernst Wagner:Auswanderung

ihrer menschlichen Größe unb Schwäche sehen, baß uns sowohl bie Glaubenskraft bes 16. Jahrhunderts als ber vaterländische Idealismus des 19. Iahrhun-

nern umschließt ihn, die in Rausch und Kampf, Sehnsucht und Tat Menschen eines heroischen Zeit-

den bedenklichsten Erscheinungen und Auswüchsen zu schaffen. Sie liegt in bem neu erschienen Bänd-, der Wanderbewegung geführt hat. Der Verfasser chen vor. Es wird wenig Stellen geben, die die geht natürlich auch den Gründen unb treibenden

stammten Wohnsitze verließen fast bis in die Mitte bes 18. Jahrhunderts. Es folgen im nämlichen Jahr­hundert die Wanderungen nach dem Osten: Süd- ungarn, Galizien, die Bukowina, die weiten Räume des russischen Reiches treten in unser Blickfeld. Aber auch innerdeutsche Wanderungen ergriffen die Hes­sen: Kolonisationen Friedrichs des Großen, ja sogar solche im dänischen Jütland jeder kundige Leser wird hier die Erklärung dafür finden, warum bis

scheu Welt tritt uns mit all ihrem strahlenden Glanze in dieser Dichtung entgegen. Wie ein Er- innern aus alter Zeit klingt die Geschichte von bem jungen Grafen, ber auszog, in Ragusa eine Braut zu freien unb statt ihrer Lopub, bie Insel ber Hel- ben, fanb Von ihr geht eine seltsame Macht aus, bie ihn in ein neues Dasein versetzt, unter ein srem- bes Gesetz stellt, von Grunb auf verwanbelt und seiner leidenschaftlichen Liebe ben Triumph eines wunschlosen Glückes bereitet. Ein Kreis von Män-

heim 1938. Preis geb. 1,50 RM. Der hessische

Ausgaben sah. Das trifft erst recht zu auf den Ver- esse ist es, zu lesen, wie in den verschiedenen Zeiten fasser der neuen Abhandlung; denn seine Berührung die staatlichen Behörden in negativer oder positiver mit der ausländischen Diaspora deutscher Zunge er- F

Voraussetzungen für ein solches Merkchen in dem Kräften der Wanderung nach. Sie waren, kurz an- Maße erfüllen, wie der Gustav-Adolf-Verein; denn gedeutet: Verlangen nach Glaubensfreiheit, vor feit über 100 Jahren ist er mit dem evangelischen allem wirtschaftliche Not, daneben, zumal im Auslandsdeutschtum in steter Verbindung geblieben, 19. Jahrhundert, politische Gründe, auch die Sucht hat sich dieser Brüder angenommen bereits zu einer nach Abenteuern und die alt-germanische Wander- Zeit, als sonst noch kaum jemand die hier liegenden lust spielten eine gewisse Rolle. Von großem Inter-

schöpfte sich nicht auf schematische Büroarbeit, son- gierten. Wir sehen ben Wert ber Wagnerschen Un­bern sein Name ist seit langen Jahren in weiten tersuchung, bie sich alle zugänglichen Quellen zu- Kreisen ber ausgewanberten Glaubensbrüder von r4'-s-'c*x:- <Yn- :-

derts gezeigt werden. Wir beobachten Licht unb --------------------------------- Schatten, Freud unb Leib ber ganzen Bewegung, tet einen wohlbefriebigenben Ueberblicf über ben Die hessische Geschichte kann bem Verfasser für seine Umfang unb bie treibenben Motive ber hessischen Untersuchung bankbar fein. Hermann.

zur Stunbe in unseren Dörfern das aus jener Zeit stammende Lied gesungen wird:Die Reise nach Jütland, die fällt mir so schwer". Es kam das 19. Jahrhundert, das die Hochflut der hessischen Aus-____...................

Wanderung brachte. Zuerst lockte das neu entstan- alters sind. Und neben ihnen erwachen bie mar»

I. F. Perkonig:Lopub, Insel ber

Der Gegner begegnet zunächst ben Ein- uttb Aus- He 1 ben". Roman. In Leinen gebunben 5,50 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. (275) Die märchenhafte Schönheit ber balmatini»

momen Götter unb Helden früherer Jahrhunderts, die Schatten ber Seeräuber unb Mönche, ber Fischer, Bauern unb Schatzgräber, ber Herren und Fürsten unb all ber unsterblichen Gestalten aus Sagen, Cegenben unb Gesängen einer versunkenen Welt. Dieses Werk erschließt ein Leben voller Eigen­art, Größe unb Ursprünglichkeit, bas in seinem na­türlichen Zauber noch nicht entweiht'ist bis auf den heutigen Tag.

DieTürken vor ÜB i_e n." Stimmen und Be- richte aus dem Jahre 1683. Ausgewählt von Hein­rich Kretschmayr. Nr. 220 derKleinen Bücherei" des Verlages Müller-Langen in München Preis geb. 80 Pf. (331) Die durch Bilder, Briefe unb Berichte in biefem Bänbchen vermittelte Darstellung der tapferen Verteidigung und Befreiung der Stadt Wien läßt uns jene weltgeschichtlichen Ereignisse un­mittelbar miterleben, als 1683 in einer letzten gro­ßen Anspannung das deutsche Reichsheer mit seinem Sieg über die Türken vor Wien das Deutschtum aus äußerster Not und Ge'ahr errettete.

Helene Ch r i st a l l e r : D i e Brücke. Vo­rnan. Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. In Leinenband 3,45 Mark. (314) 3m Mittelpunkt der Erzählung steht ein tapferer Mann, der den Krieg als blutjunger Offizier mitgemacht hat. Er läßt sich aber nach ber bösen Heimkehr nicht zer­brechen, sonbern wird Lehrer auf bem Lanbe Mit allen seinen Kräften will er hellen, zwilchen Men­schen und Völkern wieder Brücken zu schlagen. In diesem Manne ist nichts Schwächliches, Charakter­loses, er liebt seine Heimat ebenso glühend wie um eigennützig: aber es wohnt in ihm eine große Liebe zu allen Menschen und eine tiefe Achtung vor dem Leben. Auch sein Weg geht durch schwere Irrungen, bis er bie ihm bestimmte Frau findet. Nur eine gütige Frau konnte dieses Buch schreiben. Der Geist des Sich-verstehen-Wollens geht durch das Buch von der ersten bis zur letzten Seite.

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