Nr. 253 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen)
Aeitag, 2^.Oltoberl938
Wir wendeten. Aus einer Scheune am Wege kamen zwei russische Soldaten mit erhobenen Armen aus lins zugestürzt. Als wir hielten, baten sie, sich ergeben zu dürfen.
„Wo habt ihr eure Gewehre?" fragte id).„
„Die haben wir in der Scheune gelassen."
„Holt sie!"
Es war ja nicht anzunehmen, daß die Scheune voller Russen steckte. Denn einen Hinterhalt hätte man nicht dadurch verraten, daß man zwei Unbewaffnete vorschickte. Sie holten die Gewehre, durften auf die Trittbretter steigen und wurden nach Lätzen gebracht.
Ich erzählte Hindenburg dieses Erlebnis. Mit seinem gewohnten Ernst und ohne eine Miene zu verziehen sagte er:
„Sie haben russische Soldaten ge^angengenvm- men. Das bedeutet ja Krieg zwischen Schweden und Rußland."
Hindenburg lachte überhaupt nie. Fand er eine Geschichte lustig, ließ er höchstens ein zufriedenes Knurren oder Brummen hören, während sein Gesicht unverändert wie aus Bronze gegossen blieb.
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Der Zug der Zwanzigtausend.
Von unserem G.-Korrespondenien.
Rom, Oktober 19.38.
3n den Abendstunden des 28. Oktober, am 17. Jahrestag des Marsches auf Rom, wird unter Kanonendonner, Sirenengeheul, Feuerwerk und Volksjubel aus den Häfen von Genua, Neapel und Syrakus eine Flotte von 17 Schiffen in See gehen, die von der italienischen Presse als die „Armada des Friedens" gefeiert wird. Denn obwohl diese Flotte unter dem Befehl eines Admirals der Kriegsmarine stehen und zwei „Brigaden" an Bord haben wird, durchquert sie" die blauen Fluten des Mittelmeers zu friedlicher Eroberung: es gilt, die nordafrikanische Besitzung Libyen, deren ungeheuren politisch-militärischen und wirtschaftlichen Wert erst der Faschismus erkannt und in seine Großmachtpolitik eingestellt hat, wirklich zu einer Verlängerung, zum „vierten Ufer" Italiens zu machen.
Mit der schlagartigen Verpflanzung von- 1800 Bauernfamilien, die zusammen etwa 20 000 Köpfe zählen, vollbringt bas faschistische Italien wohl das gewaltigste Siedlungswerk aller Zeiten. Und auch hinsichtlich der damit verbundenen organisatorischen Leistungen dürfte vbiefe, vom Duce angeordnete und vom Gen-eralgouverneur Marschall Balbo durchgeführte Völkerwanderung im Kleinen einzigartig in der Geschichte dastehen. Schon die Auswahl der Siedlerfamilien stellte nicht zu unterschcchende Anforderungen an das damit beauftragte Wanderungs- und Kolonisierungskommissariat. In dreimonatiger Arbeit wurden in 750 Landgemeinden aus rund 6000 Familien die 1800 ausgesiebt, die heute als „die Glücklichen, die nach Libyen dürfen", m ihren Heimatdörfern beneidet werden. Sorgfältigste Prüfung in gesundheitlicher, beruflicher, moralischer und politischer Beziehung mußte die Gewähr dafür geben, daß ein in jeder Hinsicht erstklassiges Menschenmaterial nach Nordafrika hinübergeht, um dem noch unwirtlichen Boden nicht nur den Lebensunterhalt abzu- ringen, sondern ihn auch in einigen Jahren zu einem Faktor im Kampf um die wirtschaftliche Un» abhängiakeit Italiens zu machen.
Besonderen Wert mußte das Kommissariat naturgemäß darauf legen, solche Familien nach Libyen zu schicken, die die besten Zukunftsausfichten für die Durchführung des Gesamtsiedlungsplans eröffnen. Darum ist den kind er reichen Familien, der ,Kraft des Landes", der Vorzug gegenüber den anderen, zahlreichen Bewerbern gegeben worden. Im Durchschnitt besteht jede der Auswandererfamilien aus neun Personen; davon sind drei arbeitsfähige Männer, zwei bis drei Frauen ode-r Mädchen, die übrigen Kinder bis zu fünfzehn Jahren. Jedoch sind Siedlerfamilien mit fünfzehn oder sechzehn Angehörigen keine Seltenheit. Unter den Kindern befinden sich nicht weniger als 1600 Säuglinge, von den Frauen sehen etwa 900 über kurz oder lang chrer Niederkunft entgegen, Tatsachen, die die Einrichtung einer besonderen Betreuung durch die Organisation „Mutter und Kind" während des Transportes der Siedler erforderlich machten. Schließlich wurden bei der Auswahl besondere bodenständige Bauernfamilien, „Menschen, die auf der Scholle für die Scholle geboren" find, berücksichtigt, also Kleinbauern und Pächter, denen die Verhältnisse in der Heimat infolge des Familienwachstums zu eng wurden. Nur in Ausnahmefällen wurden Landarbeiter zugelassen, und auch dann nur als Knechte und Mägde der Siedler.
Bei der D e r te i l u n g der Siedler auf die neue Heimat wurde nur insofern auf die Herk i't der Auswanderer — sie stammen aus fast allen Teilen des Mutterlandes — Rücksicht genommen, als dies durch die Klima- und Bodenverhaltnis e bedingt war. Im übrigen aber werden in den 21 Lor- fern, die von dem „Nationalfaschistlschen Sozialfur-
sorgeinstltut und der .Körperschaft für die Kolo- s nifierung Libyens" in verschiedenen Teilen des Landes erbaut worden sind, alle Regionen' und alle Sprachdialekte Italiens von Venedig bis Sizilien vertreten fein; auf diese Weise soll jeder Gruppenbildung vorgebeugt und der allgemein italienische Charakter des Siedlungswerkes betont werden. Zwei große Siedlungsgebiete sind für die Niederlassung der Neuankömmlinge vorbereitet worden. Etwa tausend Familien werden im Westen Libyens, in der Provinz Tri - p o I i t a n i e n , angesiedelt. Dort sind südlich der großen Straße Tripolis—Horns—Misurata mehrere Dörfer erstellt worden, von denen die wichtigsten Olivetti, Bianchi, Giordani, Breviglieri, Crispi und Gioda sind. Der zweite Siedlungsraum, auf den etwa 800 Fimilien verteilt werden, liegt in der ostlibyschen Ttwoinz Cyrenaica, z wischen Bengasi und Demo, mit den Ortschaften Baracca, Ober- dan, Maddalena, D'Annunzio, Razza, Beda Litto- rio„ Battisti, Luigi di Savoia und Berta.
Wenn die 1800 Siedlerfamilien an ihren Bestimmungsorten eintreffen, so werden sie dort sofort ihr in der Heimat gewohntes Leben fortsetzen können, nicht anders, als ob sie von einer Reise zurückkehrten ober einen kleinen Umzug von einem Dorf ins andere hinter sich hätten. Sie werden die Häuser mit allem erforderlichen Hausrat ausgestattet finden, im Stalle werden die notwendigen Haus- und Zugtiere bereitstehen, im Schuppen daneben stehen die Karren, Pflüge und sonstigen Arbeitsgeräte. Für das Viehfutter und Saatgut ist vorgesorgt, und in der Vorratskammer neben der Küche liegt für die Hausfrau das Notwendigste bereit, was sie für die ersten Tage und Wochen braucht: Holz, Kartoffeln, Reis, Tomaten, Del, Petroleum, Zündhölzer ufw. Selbst die Milch für die Kinder ist nicht vergessen worden. Und so wird sich iy den neugegründeten Siedlungen Tripolitaniens und des Djebel Cyrenaica bald dasselbe arbeitsreiche und arbeitsfrohe Leben und Treiben entfalten, wie in den heimischen Dörfern. Denn auch alle Voraussetzungen für das Gemeinschaftsleben sind geschaffen worden. Jedes Dorf hat feinen Marktplatz, um den sich die Amtsgebäude, die Schule, die Kirche, das Krankenhaus, das „Haus des Faszio", die Karabinierikaferne ufw. gruppieren.
Wirkt es fast nicht wie ein Wunder, wenn man in einem Gebiet, das der Ministerpräsident N i 11 i
„Fünfzig Jahre Deutschland" — unter diesem Titel veröffentlicht der berühmte Forschungsreisende und treue Freund Deutschlands sein neues Buch, das bei Brockhaus in Leipzig erschienen ist. Auf weltgeschichtlichem Hintergründe gibt Sven Hedin feine ihm selbst „kostbaren und unvergeßlichen Erinnerungen an deutsche^Nänner aus einem halben Jahrhundert; es ist eine erstaunliche Reihe von Größen der Kunst und Wissenschaft, der Politik und Wirtschaft, mit denen er im Laufe der Jahre zusammengekommen ist, es fehlt kaum einer der Namen, die in der deutschen Geschichte der letzten Jahrzehnte genannt wurden. Wir geben als Probe .seiner spannenden Schilderung seine Erinnerungen an Hindenburg, den er zum x erstenmal am 1. März 1915 in seinem Haupt- quärtier in Lötzen besuchte.
Niemals werde ich diesen Tag vergessen.' Der Stab, Staatssekretär des Reichskolonialamts S o l f, Graf Metternich, und ich warteten in einem Vorzimmer. Ruhige, schwere Schritte ertönten, und Hindenburg trat ein. Er begrüßte die Gäste, machte dem Stab eine leichte Verbeugung und bat uns in das Schlafzimmer. Vom ersten Augenblick an machte Hindenburg einen gewaltigen und achtunggebietenden Eindruck. Er war von stattlichem Wuchs, wuchtig und kräftig gebaut und wirkte wie ein echter Germane aus dem Teuto-
noch vor etwa zwei Jahrzehnten als eine „Sandbüchse" bezeichnete, heute eine fo reiche, zukunftsfrohe Siedlungstätigkeit aufblühen sieht? Dieses Wunder ist ermöglicht worden durch die Lösung eines Problems, das unlängst erst Mussolini als eines der brennendsten auch für viele Landstriche des Mutterlandes bezeichnete, das der Wasserversorgung. Untersuchungen, die Marschall B a l b o in den letzten drei Jahren durchführen ließ, haben ergeben, daß die Wasserarmut Libyens, zum mindesten in den Küstenzonen, eine Fabel war; fast überall, mitunter allerdings erst in drei- bis vierhundert Meter Tiefe, wurden Wasseradern gefunden und angebohrt, die heute die Bewässerung ausgedehnter Ländereien ermöglichen. Bis zum Jahre 1940 soll ferner eine Wasserleitung von etwa 200 Kilometer Länge fertiggestellt werden, die von Derna aus die Hochfläche des Djebel Cyrenaica mit dem lebenspendenden Naß versorgen wird.
Heute schon können auf libyschem Boden über hunderttausend Bauern angesiedelt werden; in wenigen Jahren wird Raum und Existenzmöglich- keit für rund dreihunderttausend Kleinbauernfamilien geschaffen sein. Bedenkt man, daß die Zahl der bisher in Libyen ansässigen italienischen Bauernfamilien etwa 3000 mit 15 000 Köpfen nicht übersteigt, daß in einem Zeitraum von fünf Jahren nur etwa 5000 Italiener eingeroanbert find, dann bedeutet die jetzt erfolgenoe Ansiedlung von 1800 Familien mit rund 20 000 Menschen im Rahmen des Siedlungsprogramms, das der Faschismus in Angriff genommen hat, einen Schritt mit Sieben- meilenftiefeln. „Die beiden »Brigaden der Ardeist, die in den ersten Novembertagen in Tripolis und Bengasi ausgeschifft werden", so erklärte Marschall Balbo, unlängst, „diese 20 000 Menschen bester italienischer Rasse, werden sich vermehren, andere werden nach ihnen kommen, die Bevölkerung wird einen festen Kern bilden, der endlich dem italienischen Nordafrika das Gesicht geben wird, das wir wünschen, das eines wirklichen Bestandteils des Vaterlandes. Wenn dieses großzügige Programm vollendet sein wird, dann wird man endlich sagen können, daß das gesamte zentrale Mittelmeerbecken nicht nur dem Namen nach, sondern tatsächlich italienisch ist. Die Folgen sind leicht zu begreifen."
burger Wald, der gewohnt ist, zu roden, zu bauen, Widerstände zu brechen und mit eiserner Stärke die Legionen des römischen Kaisers niederzuschlagen. Sein Kopf war fast viereckig, er hatte eine hohe Stirn, graues, aufrecht stehendes kurzgeschnittenes Haar, graublaue Augen mit ruhigem und ernstem Blick, eine kräftige Nase, bestimmten Ausdruck um den Mund und einen Knebelbart.
Das Gefühl der Spannung, das man vielleicht vor der Begegnung mit dem Träger eines unsterblichen Namens empfunden haben mochte, verschwand spurlos schon nach einer kurzen Unterhaltung. Hindenburg war weder lebhaft noch impulsiv in seiner Rede. Das Gespräch floß langsam, die Fragen wurden klar und bestimmt gestellt und erforderten eine deutliche Antwort. Er schien keine Nerven zu haben, war stets gleichmäßig und unerschütterlich ruhig; feine Stimme wechselte nicht, sie war immer beherrscht, und auch in den schwierigsten Lagen hat chn niemand unruhig gesehen ...
Einmal fuhr ich in Begleitung eines deutschen Offiziers im Auto an die Front. Dabei kamen wir durch eine Zone, in der Totenstille herrschte; das ganze Land war mit Schnee bedeckt. Ein Kilometer vor uns lag ein Waldstück schneebeladener Tannen. Gerade da stießen wir auf eine Kavalleriepatrouille pnd hielten an, um uns Aufklärungen geben zu lassen. Der Anführer sagte:
„Da vorn jm Wald liegen Russen. Es ist höchste 3eit, daß Sie umkehren!"
Meine Erinnerungen an Hindenburg.
Von Sven Hedin.
Alt - amerikanisch.
letzte Teil des Films schildert, wie man inzwischen i auch in den befreiten Gebieten den Wiederaufbau j
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es bei ihm fest, war. Er nahm
eine zitternde
Ein Gutsbesitzer, der an einem herzhaft rauhen Herbsttage um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts in den riesigen Wäldern der Umgebung von Lodz jagte und sich dabei gründlich verirrte, setzte sich schließlich, müde, verfroren und entmutigt, unter einen Baum, um den Morgen heranzuwachen. Die windsausende Wildnis bedrängte ihn mit un*
Im Beiprogramm sieht man unter dem Titel „Festliches Nürnberg" einen großangelegten Bildbericht über die Ereignisse des Reichsparteitages, außerdem die neue Fox-Wochenschau.
° Hans Thyriot.
Schöne alte Geschichten
Erzählt von Karl Lerbs.
Alt • spanisch.
blickend, im ungewissen Mondlicht Schatten im Geäst gewahrte, stand daß es auf sein Leben abgesehen
diger Deutlichkeit.
Als er am Tage der Veröffentlichung am Setzkasten stand, erschien ein riesiger Kerl, dessen Art und Absicht durch Stetsonhut, Stoppelbart, Radsporen und einen gewaltigen Knüppel deutlich gekennzeichnet waren, und verlangte den „gottverdammten Redakteur" zu sprechen.
„Ich werde ihn holen", versetzte der Gesuchte eifrig. „Nehmen Sie einstweilen Platz und lesen Sie ein bißchen." Und er begab sich» während der Besucher der Einladung folgte, eilends hinaus.
Auf der Treppe traf er einen zweiten riesigen Kerl, der ebenso« angetan und bewaffnet war und das gleiche Verlängen tunbgab.
„Gehen Sie nach oben", versetzte der Gesuchte eifrig. „Da sitzt er und lieft Zeitungen." Und er begab sich, während droben die einleitenden Schläge dröhnten und die ersten Gegenstände durch das Fenster auf die Straße flogen, eilends von bannen.
A l t - polnisch.
seine Flinte unb legte an.
Da nun erklang von droben
Stimme, die eilig und höflich redete wie folgt:
Baumes ein verdächtiges Krachen vernahm und, auf* einen plumpen
Die- ist -in Hispanv-Film der Bavaria. der m 3ufammenarbeii mit hy Fa^ange Esp nolemTr “Ä pen bfr°betannte9 U reporter Fritz C. Mauch, Joaquin R eg unb ©03alb es teilten sich in die streifens, der in Aufnahmen von äfnEnu^f°riE Gültigkeit den Freiheitskampf des spanischen Voi ke- gegen den bvl,ch°wisti,ch°n Weltse.nd E- bebarf kaum ber ausdrücklichen V r! ch-rung. daß die Bilder in diesem Fl m n cht g stell' 1 • sie wurden vielmehr, wovon sich ^ Beschau chwer selbst wird überzeugen können ost unter großer Leben-gesahr der schneidigen W°t°Srapb an beiden ge§neri(d)en fronten aufge mm von den Kameraleuten haben m la. » ihrer Berus-pflicht da- Leben ^Men'gch!lt^°n beginnt mit einem l "großen Um n S 9 Rückblick auf die geschichtliche unb ful^a±cn Wicklung Spaniens, der von Aufnaym^
der Landschaft ber f^rt bie Darstel-
Volksleben begleitet wirb. Dann W lung in bie nahe Gegenwart ^JA^'^üMarbeit malisch organifierte, ^emmu g f bedrückten fremder Agitatoren ujter Iden Volksmasfen. Die rote ‘X Elend
Bürgerkrieg der das Land m "m st cy stürzt. Die Aufnahmen des gilms flwen stellung von der schaurigen Welle d J^n Verdis über Spanien hmweggeganger fultit’
lüften an Menschenleben rellen Werten. Der Film Zeigt " unter scheu Bildern, wie bie nahona e
General Franco dem „riolareich zum plan-
Norden Einhalt gebietet unnnö. Sie Sa-
voll umfassenden Gegenangriff ^ritlinie und
meraleute müssen in der vo r b er ff en o ntK
im Brennpunkt der Kampfe 9 f ... jm [pQni= bisher al- die entscheidenden Er-igmsfe^ scheu Bürgerkriege zu S-Uen hab-n^^o^ Ieruel nehmlich tuird; die Namen Alcaz , „hxrordent-
und Bilbao bezeichnet sind
licher Dramatik uiid unmittelbare Kämpfen
'm Besonderen die Ausnahmen von der' » in Toledo unb ber heroischen Verteidig g jl5 cazars. Eingeschaltete Kartenbilder -r^au bie
bie örtlichen Aktionen in ihrer 21u P ^en für Gefamtentwicklunq ber Kriegslage unö au r UfIÖ er oernuyic^ .......
Franco erfolgreichen Fortgang ber Opera | trat ins. Gebüsch. Zuxuck.
etwa »um gegenwärtigen Stande der Dmge. * . -
„Helden in Spanien."
Lichtspielhaus.
bie junge Generation in Spanien sich unter ber Fahne Francos zusammengefunben hat unb an ber Wieberaufrichtung bes heimgesuchten Vaterlanbes mitarbeitet. —- Der Film zeigt, was bie Kamera (über bie knappen Wochenschau-Berichte hinaus) heute dokumentarisch und zeitgeschichtlich zu leisten vermag. Der Realität dieser oft erschütternden Bil- ber wirb sich niemand entziehen können.
tll ______ _____________ _ | Eine schlichte, noch durchaus in ber Entwicklung
tatkräftig ins Werk gefetzt hat, unb wie vor allem begriffene Ortschaft in Illinois wurde in den brei- v . " —«=—s— >l6r 1 feiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von
einer Bande ruchloser Spieler heimgefucht, die sich auf bie Kunst verstanden, mit Würfeln unb Karten einen ftänbig wachsenben Teil bes ortsansässigen Kapitals in ihre Taschen zu zaubern. Eine Aborb- nung gesetzter Bürger, bie mit Recht für bie wirtschaftlichen Grundlagen chrer Heimat fürchteten, begab sich zum Eigentümer und Schriftleiter ber Zeitung „Eagle" unb veranlaßte chn burch lieber* rebung und Weihgeschenke, ber Glücksspielbanbe journalistisch zu Leibe zu gehen. Der wackere Mann verfaßte barauföin einen Leitaufsatz von denkwur*
Ein Deutscher, ber sich — es mag cor einem runbcn Jahrhu.ibert gewesen sein —• m ber Um- qeqenb von Cordoba erging, wurde durch einen unvermittelt aus dem Gebüsch tretenden, tadellos ge* kleideten Herrn aufgehalten Der ^rr lüftete mit der Linken höflich den Hut, liefe mit der Rechten einen schöngearbeiteten langen Dolch m der Conne
Vergönnen^ Ste mir, Tenor, Sie darauf auf* me'rksam zu machen, dafe der Rock, den Sie tragen, nickt Ihnen, sondern mir gehört. Das gleiche gilt für bie bafin fterfenbc Brieftasche sowie sur Ihre Busennabel, Ihre Ringe unb Ihre Ufjr• ®urbe es Ihnen belieben, mir bie genannten Gegenstände °"De?D?uflche griff in Tasche, zog eine schon- aearbeitete Pistole hervor, zielte und sprach.
9 Vergönnen Sie mir, Senor, Ihnen sagen,
S?«^^^-nEbL^^sick i/biefer Pistole | Heimlüchen' Stimmen, und er wäre froh gewesen, Irrtum sind. Dagegen beynden^s ch^ .^Vn-'nn Frömmigkeit unb Aberglaube ihm wenigstens Zwei Kugeln, bie ^en geh g ,ufommen nicht ben erleichternden Trost des Fluchens versagt Sekunben ihrem rechtmaß g 3 | ^t6n 2lls er nun gar noch aus ben Zweigen bes
1 kann man |o irren!" rief ~
der H^ich- Herr »staunt.
>'gung"?u veAihen und mich in Ihr Gebet einzu. ^^er'v-rneigt-Isich mit vollendeter Anmut und
Wenn wir abenbs beim Bier faßen, konnte ber Sieger von Tannenberg unvermutet äufeern:
„Aber jetzt haben wir fo viel von biefem Krieg gesprochen, jetzt müssen Sie uns etwas von Ihren Reisen in Asien, erzählen."
Und mitten im deutschen Hauptquartier führte ich dann den Oberbefehlshaber, Ludendorff unb. die andern Herren des Stabes durch die Wüste Takla- mafan, nach Lou-lan, an den Lopnor und über die eisigen Pässe des Transhimalaja. Mit Klarheit und wei'tschauendem Blick stellte bann Hindenburg viele Fragen über Asiens Zukunft, besonders über Ja- pan, China und Indien. Er hörte gern über meine Eindrücke vom Zaren unb Kuropatkin, Kaiser Mut- sohito, Admiral Togo unb General Nogi, von Kilche- ner, Curzon, Minlo unb vielen anbern.
Eines Abends kamen wir darauf, wie sich die Welt wohl nach dem Kriege ausnehmen wurde; ich sprach die Hoffnung aus, daß ich ungestört von der Unruhe der Welt meine Forschungen in Asien wie- der aufnehmen würde.
„Wissen Sie, was ich nach dem Einzug durchs Brandenburger Tor machen werde?" fragte Hindenburg.
„Nein, aber ich hoffe, einen guten Platz Unter den Linden zu erhalten, wenn die siegreichen Truppen vorbeiziehen."
„Das verspreche ick Ihnen. Sie sollen ein ganzes Fenster bekommen. Aber dann, wenn aller Staat und Pomp vorbei ist, wird mich nichts auf der ganzen Welt mehr treuen, als mich ins Privatleben, in mein Heim in Hannover, zurückzuziehen. Da werde ich mir die Pfeife anstecken, mich in einen bequemen Lehnstuhl setzen und ein spannendes Buch lesen."
Das war Anfang März 1915. Wie ganz anders gestalteten sich bie letzten 20 Jahre seiner märchenhaft wunderbaren Laufbahn! Aber Hindenburg blieb unentwegt derselbe, der er war. In allen Stürmen der Zeit zeigte er dieselbe Entschlossenheit, die gleiche Selbstbeherrschung und Treue ...
Am 28. August 1915 roer ich zum zweitenmal in Lötzen, als der erste Jahrestag der Schlacht bei Tannenberg gefeiert wurde. Nach dem Abendbrot saßen wir wie gewöhnlich um den großen Tisch beim Bier, als ein Offizier meldete, daß der ange« sagte Fackelzug sich nähere. Hindenburg erhob sich, unb Ludenborff und wir anbern gingen mit ihm auf ben Bürgersteig hinaus. Festlich brauste ber Pa- rabemarsch vorüber, unJ ber Fackelschein erhellte bie ganze Straße. Vor bem Sieger von Tannenberg stellte sich ein Halbkreis lobernber Fackeln auf.
„Mein Herr! Schießen Sie nicht, benn ich bin kein Bär und kein Räuber, sondern, rote Sie, ein verirrter Wanderer. Gestatten Sie mir, mich Ihnen als den Reisevertreter der altrenommierten Wein- grofehandlung Stanislaus Brodivsky in Warschau vorzustellen. Ich würde mich glücklich schätzen, Ihnen zu qetegenerer' Zeit eine Offerte machen und Ihre geschätzte Bestellung zu den kulantesten Bedingungen effeftuieren zu dürfen."
Ein weißes Blatt flatterte nieder: es war, wie ohne weiteres ersichtlich war, eine säuberlich lithographierte Preisliste. Die höf^che Stimme ftchr fort:
„Daß ich hier oben im Baume sitze, erklärt sich daraus, daß ich nicht, wie Sie, über ein Gewehr verfüge. Dagegen habe ich in dem Rucksack, den Sie dort an der Astgabel hängen sehen, ein paar Probe- flaschen unserer besten französischen Rotweinmarken."
»Kommen Sie herunter", sagte der Gutsbesitzer, „und bringen Sie ben Rucksack mit."
Balb bärguf saßen sie eng aneinanbergeschmiegt am Fuße bes Baumes unb fanden bei traulichen Gesprächen, männlichen Scherzen unb heiteren Liebern die Zeit bis zum Morgen nicht lang.
2111 - preußisch.
An der rauhen Tafelrunde Friedrich Wilhelms I., die unter dem Namen „Tabakskollegium" berühmt geworden ist, mußte einmal der Propst Dr. Johann Gustav Reinbeck teilnehmen. Er war bemüht, mog- lichst wenig aufzufallen und die Würde seines geistlichen Standes in guter Haltung zu wahren — aber es blieb iHm nicht erspart, daß der Blick des zu derben Scherzen aufgelegten Königs schließlich auch ihn ereilte und zum Opfer erkor.
„Jetzt ist Er dran", sagte Friedrich Wilhelm. „Mach er mal sofort aus dem Stegreif ein Gedicht auf ein schönes Mädchen."
„Hoho!" dröhnte die Tafelrunde schadenfroh.
Der Propst bedachte sich einen Augenblick und sagte in die gespannte Stille hinein:
„Wenn mir ein schönes Kind begegnet, das Gott mit Anmut hat gesegnet, so fallen mir Gedanken ein."
„Hoho!" lachte der König, „was für Gedanken hat Er denn da, Er Schwerenöter?"
Der Probst fuhr fort:
„Der Gott, ber so viel schöne Sachen aus einem Nichts hat können machen — wie schön muß bieser Gott wohl fein!*
Er setzte sich, inmitten einer plötzlichen Stille, unb hob mit einem guten Lächeln sein Glas ben Humpen entgegen, die ihm die anderen beschämt und mit schweigender Hochachtung hinhielten.


