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28.9.1938
 
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V8. Jahrgang

Mittwoch, 28. September 1938

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Großdeuischland trift einmütig hinter den Führer.

Gewaltige Treuekundgebuvgen im ganzen Gleich. Der Gau Hessen-Nassau bekennt sich zu Führer und Reich.

Aus dem Römerberg in Frankfurt.

Gauleiter Sprenger spricht zu vielen Tausenden.

NSG. In überwältigenden Kundgebungen legte am Dienstagabend die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau ihr Bekenntnis- zum Führer Adolf Hitler ab in den Stunden schwerster Entscheidungen in unerschütterlicher Treue geschlos­sen hinter ihm zu marschieren und mit ihm für Recht und Freiheit zu kämpfen. In Frankfurt am Main sprach Gauleiter Sprenger auf dem Römerberg zu Tausenden von Volksgenossen. Waren sie in den letzten Jahren zusammenaekommen, um ihre Verbundenheit und ihre Gefolgschaftstreue zum Führer zu demonstrieren, so hatten sie sich diesmal versammelt, um der Welt zu zeigen, daß sie bereit sind, den Willen des deutschen Volkes auch in Stun­den der Entscheidung zur Tot werden zu lassen. Als Gauleiter Sprenger, der begeistert begrüßt wurde, in Begleitung des Stellvertretenden Gaulei­ters Linder, von Obergruppenführer B e ck e r l e und Generalleutnant L e e b erschien, hatte sich eine unübersehbare Menschenmasse auf dem Römerberg versammelt. Transparente mit den Aufschriften Benesch lügt Hitler siegt",Mit Adolf Hitler für Freiheit und Recht" leuchteten aus dem Halb­dunkel des Platzes.

Die Kundgebung eröffnete Kreisleiter Schwe­bet, der den Gauleiter, die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen sowie der Wehrmacht be­grüßte. Wuchtig klang dann der erste Vers des LiedesVolk ans Gewehr" auf, den die Massen begeistert sangen. Hierauf ergriff der Gauleiter das Wort.

Der (Weiter spricht.

Klar und eindeutig nahm er zu den politischen Ereignissen Stellung, rechnete mit den tschechischen Machthabern ab und ging auf die Mißgeburt von Versailles ein, die einen Schandfleck in der Geschichte Europas darstelle. Heilrufe unterstrichen die Worte des Gauleiters, als er erklärte, daß die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau bereit sei, sich für den Führer bis zum letzten Atemzug einzusetzen. Der Gauleiter stellte dann den autoritären Staaten, die von verantwortungsbe­wußten Führern geführt werden, die De­mokratien gegenüber, die d^s Schicksal ihrer Völker von einer verantwortungslosen Clique bestimmen lassen. In Deutschland und Italien werden die Lebensfragen des Vol.es vor das Urteil der Völker gestellt. Der Führer und der Duce klaren ihre Völker über ihr Schicksal auf. Ju­bel brauste auf, als der' Gauleiter erklärte, daß in Deutschland und Italien die Führer, die die Besten ihrer Nation darstellten, von dem tiefen Ver­trauen ihrer Völker getragen seien.

Der Gauleiter kam bann auf bas Selbst- bestimmungsrecht derVölker zu spre­chen. Es fei bamals in Versailles wie zum hohn nur gegen Deutsche angeroenbet worben. Denn bas Selbstbestimmungsrecht, so betonte ber Gauleiter, überall beachtet worben wäre, besiünbe die Tschecho-Slowakei heute überhaupt nicht. Mit pfui-Rufen nahm bie Menge bie Charak­terisierung ber Person bes Herrn Benesch burch ben Gauleiter auf. Der Staat des Herrn Benesch sei eine Spottgeburt politi­scher Gemeinheit. Es sei. unsinnig, bah die Völker Europas wegen solch eines Stnats- gebilbes kämpfen. Unter Beifall stellte ber Gau­leiter heraus, bah bie westlichen Völker wegen eines solchen Schanbsleckes auf ber £anb- farfe Europas gar nicht in ben Krieg ziehen wollen. Die Völker sollen, so rief ber Gauleiter aus, ihre Führer zwingen, Farbe zu bekennen unb vor aller Welt klar unb ein­deutig bie Dinge barzulegen, wie sie sinb, näm­lich, bah es sich bei bem subetenbeutschen Pro­blem nicht um ein Problem ber auslänbischen Staaten, fonbern bes beutschen Volkes handelt.

Der Gauleiter stellte bann dem Führer Adolf Hitler die klägliche Person des Herrn Benesch gegenüber, der der Le tzte von Versailles sei. Die anderen hätten schon gehen müssen. Unun­terbrochen brachen Pfui-Rufe aus» als er betonte, daß Haß, Raubgier und Verrat m der Person des Herrn Benesch vereinigt seien. In Adolf Hitler sehe die Welt den unbekannte nFront- fvldoten, der sein Leben für das Wohl des deutschen Volkes einsetzt. Er habe bewiesen, daß-er Staatsmann und Volksführer sei. Diese Worte nahmen die Tausende von Männern und Frauen mit begeisterten Heil-Ruien auf den Führer auf. In das Rufen hinein erklärte dann der Gau­leiter, daß die Welt noch Zeit hätte, sich zu 'besinnen. Wir wüßten, daß letzten Endes doch 'Noch die Waage der Vorsehung sich zur Gerechtig­keit neige, und daß sich die S e l b st b e st i m - imung durchsetze zum Heil des deutschen Volkes mnd aller Völker der Welt. Unter Heil-Rufen und 'SprechchörenFührer, befiehl, wir folgen dir", legte zum Schluß der Gauleiter im Namen aller Volksgenossen des Gaues ein Bekenntnis zum

Führer Adolf Hitler ab. Diese unerschütter­liche Treue gelobte er dem Führer in einem T e - legramm, das er unter stürmischer Begeisterung bekanntgab. Das Telegramm lautet:

Mein Führer!

Gestern hörte bas ganze beutfche Volk Ihren Huf! heute hat sich in ber Gauhauptsiabt Hes­sen-Nassaus in Frankfurt a. M. bie Bevölke­rung auf bem Römerberg zusammengesunben, um vor aller Dell zu zeigen, bah sie i n ber lat hinter Ihnen steht, unb ich kann Ihnen angesichts ber Begeisterung ber Masse versichern: Die Bevölkerung des Gaues Hessen- Nassau wirb als entschlosseneGefolg- schasl ihre Treue durch bie Tat be­weisen, wann immer Sie rufen!

heil! Sprenger."

Wettere Maffenkundgebungen

Ebenso wie in Frankfurt waren in Mainz, Wiesbaden und Darmstadt Tausende von Volksgenossen in Massenkundgebungen zusammen­gekommen, um gegen die Unterdrückung der Sude­tendeutschen durch das System Benesch Stellung zu nehmen. In Wiesbaden war die gesamte Bevölke­rung schon lange vor Beginn der Kundgebung auf dem alten Kampfplatz der Wiesbadener National­sozialisten, dem. Dernschen Gelände, versammelt.

Hauptschriftleiter S t a e b e widerlegte schlagend die Behauptungen einer gewissen Auslandspresse, Deutschland wolle, den Krieg. Während Deutschland seiner Friedensliebe erneut Ausdruck verlieh, wäh­rend der Führer mit dem englischen Ministerpräsi­denten verhandelte, wüteten die Horden des Herrn Benesch in rein deutschem Land. Auf dem Pa­radeplatz in Darmstadt standen die Volksmassen. Kreisleiter Schilling schilderte in bewegten Wor­ten die furchtbare und unhaltbare Lage unserer su- detendeutschen Brüder und Schwestern.Wir Deut­sche wollen keinen Krieg, wir wollen nur unser gutes Recht, das uns die Welt und Herr Benesch nicht vorenthalten können." Jubelnd bekannten sich die Darmstädter zu ihrem Führer. In Mainz fand sich die nationalsozialistische Be­völkerung am Ufer des deutschen Stromes zu einer Massenkundgebung zusammen, um ihre Treue zum Befreier des Reiches und ihre Liebe zu den su­detendeutschen Brüdern und Schwestern zu bekun­den. Kreisleiter Fuchs brandmarkte die ruchlosen Untei-jochungsmethoden des Herrn Benesch, der es, trotzdem ihn die ganze Welt in Unrecht gesetzt, darauf abgesehen habe, die Sudetendeutschen von ihrer Scholle zu treiben und auszuräubern. Sein Spiel sei aus. Der Führer habe seine Forderungen überreicht. Das Volk stelle sich hinter Adolf Hitler und setzt sich für die Erfüllung der Forderungen ein. Jubelnd bekundete die Mainzer Bevölkerung sich eins mit dem Willen des Führers Adolf Hitler.

Lin Volk bekennt

ir folgen dem Führer!"

Hamburg, 27. Sept. (DNB.) Das tiefe ^Her­zensbedürfnis des deutschen Volkes, dem Führer unverbrüchliche Treue zu bekunden, führte auch in Hamburg zu einer Volkskundgebung. Wohl an 100 000 Menschen strömten vor dem Rathaus zu­sammen. Gauleiter Reichsstatthalter Kaufmann machte sich zum Wortführer der Hunderttausend, als er den Sinn dieser gewaltigen Volkskundgebung dahin deutete, daß ganz Deutschland entschlossen sei, das unendliche Leid unserer sudetendeutschen Volks­brüder jetzt endlich zu beenden.

Wien hat sich ebenfalls mit einer gewaltigen Kundgebung zu feinem Führer bekannt. Hunbert- taufenbe versammelten sich auf dem Heldenplatz. Das Leid der sudetendeutschen Brüder trifft die Wiener auch vielfach persönlich, denn Zehntausende von Freundschafts- und Verwandtschaftsfäden spin­nen sich hin und her. In endlosen Kolonnen mar­schierten die Massen von den Außenbezirken in die Innenstadt herein. Gauleiter B ü r ck e l legte die Lüge dar, auf der Herr Benesch seinen Staat auf- gebaut hat, und sagte dann:

Ich fühle mich als verantwortlicher Leiter eines Nachbargaues von Frankreich dazu befugt, festzustellen: Das französische Volk samt und sonders will den Frieden und nachdem unser Führer seine unabänderliche Be­reitwilligkeit für alle Zukunft diese Gemein­schaft mit Frankreich feierlich proklamierte, kann das Volk erst recht keinen Krieg mehr wollen, weil der echte Franzose ein anständiger Mensch ist, der seine Ehre nicht aufs Spiel sehen will für die Ehrlosigkeit eines wild ge­wordenen und dazu noch verlogenen Rauber- hauplmannes. Wir wollen auf der Kamerad­schaft des Krieges zur Kameradschaft von Eu­ropa kommen. Dazu ist notwendig, daß wir als Nachbarn und einstige Rivalen in der Geschichte den entscheidenden Schritt tun.

In Düsseldorf strömten Zehntausende zum Schloß Iägerhof, dem Sitz der Gauleitung, zu einer gewaltigen Kundgebung. Vom Balkon des Schlosses sprach Gauleiter Dr. Meyer. Das Grenzland

Schlesien erlebt auch in diesen Tagen das su­detendeutsche Schicksal in unmittelbarster Nähe. So folgte denn auch die Bevölkerung der Hauptstadt Breslau in Massen dem Rufe zur Volkskund­gebung in die Jahrhunderthalle. Karlsruhe er­lebte ebenfalls eine gewaltige Treuekundgebung auf dem Adolf-Hitler-Platz. Die Bevölkerung der alten Hansestadt Bremen bekundete in einer eindrucks­vollen Massenkundgebung auf dem Domfeld das Gelöbnis geschloffener Einsatzbereitschaft zum Füh­rer. Auf dem Burgplatz der Stadt Essen hatten sich Tausende und aber Tausende versammelt. Die Männer, die aus den Fabriken und Gruben, aus den Werkstätten und Büros hier zusammenströmten, wissen, um was es in dieser Stunde geht, und in begeisterten Zustimmungskundgebungen zu den mit­reißenden Worten Dr. Leys und Gauleiters Ter- booens gaben sie ihren einmütigen Willen kund.

Am Dienstagabend haben im gesamten Reichs­gebiet noch viele weitere Treuekundgebungen stattgefunden. Im Schloßhof zu Königsberg sprach Gauleiter Koch, in Dresden vor 100 000 Menschen Reichsstatthalter Gauleiter Sauckel, in Chemnitz Gauleiter Jordan (Magdeburg-Anhalt), in Leipzig der thüringische Ministerpräsident Marschler. Hannover erlebte eine gewaltige Ma­nifestation .der Treue zu Adolf Hitler auf dem Water­looplatz; hier sprach Gauleiter Reichsminister Rust. Auf dem Neumarkt in Köln hörten die Massen Gauleiter Staatsrat Grohe und in der Stadthalle zu Stuttgart sprach Reichsminister Dr. Frick.

München erlebte eine gewaltige Kundgebung vor der Feldherrnhalle. Reichsstatthalter Ritter von Epp, Ministerpräsident Siebert und Gau­leiter Adolf Wagner sprachen zu den Massen, in deren Namen sie dem Führer das bedingungslose Vertrauen und die unverbrüchliche Liebe bekundeten. Das allen diesen Kundgebungen gemeinsame war das fanatische Bekenntnis, dem Führer in jeder Lage zu folgen, und der flammende Protest gegen die Kulturschande des Tschechenterrors und das verbre­cherische Spiel des Herrn Benesch. In den Gau- zentralen wurden Telegramme an Adolf Hitler ab­gesandt, deren Verlesung stürmische Begeisterungs­kundgebungen auslöste.

eine Rundfunkansprache Chamberlains

London, 27. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain hielt Dienstagabend im Rund­funk eine Ansprache. Einleitend erklärte er, mor­gen werde das britische. Pari am en t zusam­mentreten, und er werde eine ausführliche Erklä­rung zu den Ereignissen abgeben. Chamberlain führte sodann aus, wie schädlich es sei, in England Unterstände zu graben und Gasmasken auszupro­bieren, weil es in einem weit entfernten Lande einen Streit zwischen Menschen gebe, von denen man in England nichts wisse. Es scheine noch un­möglicher zu fein, daß ein Streit, der im Prin - z i p bereits beigelegt worden sei, Ursache eines Krieges werden sollte.

Chamberlain sagte dann, er verstehe die Gründe, warum die tschechische Regierung sich nicht imstande fühle, die Bedingungen anzunehmen, die in dem deutschen Memorandum vorgelegt wurden. Doch glaube er nach seiner Unterredung mit dem Führer, daß es möglich sein sollte, einvernehmliche Maßnahmen zu treffen für die llebergabe des Gebietes, das die tschechische Regierung Deutschland abzutreten sich b e r e i t e r f I ä r t habe. Chamberlain behauptete, bei seinem Besuch in Go-.

besberg durch die deutsche Forderung auf eine so­fortige ' Uebergabe des Territoriums überragt gewesen zu sein. Er vermisse Vorbereitungen für die Sicherung der Menschen, die nicht Deutsche seien oder die nicht in das Deutsche Reich eingegliedert werden wollten.

Jm weiteren Verlaufe der Rede wies Chamber­lain nochmals darauf hin, daß die englische Regie­rung bereit sei, Garantien für die Zusage der tschechischen Regierung zu überneh­men, unb er sei überzeugt, daß ber Wert der eng­lischen Zusage nirgends unterschätzt werden würde. Er gebe die Hoffnung auf eine friedliche Lösung nicht auf unb stelle seine Bemühungen um ben Frieden nicht ein, solange irgend­eine Aussicht auf den Frieden bestehe. Wie sehr England auch mit einer kleinen Nation sympathi­sieren möge, die einer großen und mächtigen Nach­barnation gegenüberstehe, so könne es sich doch nicht unter allen Umständen v e r p f li ch- t e n, das -ganze britische Reich einfach ihretwegen in einen Krieg zu verwickeln. Wenn England kämpfen müsse, bann müsse es sich um eine größere Entscheidung handeln als diese.

Wenn England sich in einen Krieg einlasse, bann müsse es sich klar barüber fein, daß es wirklich bie großen Entscheidungen seien, um die es gehe. Jm Augenblick bitte er bas englische Volk, s o ruhig w-i e nur möglich auf die Ereignisse ber nächsten Tage zu warten. Solange ber Krieg noch nicht begonnen habe, bestehe noch immer Hoff­nung, baß er verhütet werden könne. Er werde bis auf den letzten Augenblick für ben Frieben ar­beiten.

Antwort an Chamberlain.

Unter ber UeberschristWo bleibt da die Gerechtigkeit?" schreibt ber Deutsche Dienst:

Der englische Ministerpräsibent Chamberlain hat in einer Runbfunkansprache noch einmal zu der tschechischen Frage Stellung genommen unb auf ben Ernst ber Lage hingewiesen, vor den Europa sich heute gestellt sieht. Was man je­doch in ber Rede vermißt, das ist Sie Tatsache, daß Chamberlain kein Wort bes Mitleids für bie Leiben der Sudete nbeutschen gefunben hat. Dagegen kann man sich des Ein­druckes nicht ganz erwehren, daß "Chamberlain ver­sucht, bas Mi tgefühl für bie tschechischen Unterdrücker wachzurufen. Man braucht sich in England nicht zu wundern, daß man darüber in Deutschland außerordentlich erstaunt ist, um so mehr, als die gleiche Haltung vor allem auch in der englischen Presse bereits wie- d e r h o l t zutage getreten ist. Man fragt sich in Deutschland, ob Chamberlain die furchtbare Not und das Elend, bas bas Subetenbeutschtum in ben letzten Wochen erbulben mußte, vergessen hat. Mehr als 200 Menschen haben unter ben Zügeln der tschechischen Soldateska ihr Leben lassen müssen. Heber 1000 Sudetendeutsche sind verwun­det worden und liegen in deutschen Krankenhäu­sern. Die englische Oesfentlichkeit unb englische Kom­missionen können sich jederzeit von dieser Tatsache überzeugen. Die Tschechen sind mit einer Brutalität gegen bas Subetenbeutschtum oorgegangen, die jeder Beschreibung spottet. Bei Nacht und Nebel mußten ganze Familien und zum Teil auch einzelne Mütter, denen die Männer genommen waren, mit drei und vier Kindern ohne jede Hilfe über bie Grenze fliehen, immer verfolgt von den tschechischen Schergen, jederzeit gewärtig, tschechi­schen Kugeln zum Opfer zu fallen. Die Tatsache, daß bereits 234 000 Sudetendeutsche auf deutsches Ge­biet geflohen sind, baff ganze Dörfer und Städte entvölkert sind und später von tsche­chischen Mordbrennern ausgepiünbert unb zum Teil in Brand gesteckt würben, spricht eine berebte Sprache.

Man müßte annehmen, daß auch die maßgebenden Männer in England wissen, was es bedeutet, wenn ein ganzes friedliebendes unb arbeitsames Volk u m feine Heimat gebracht, verfolgt unb geknechtet wirb unb langsam unter einem ge­walttätigen und rücksichtslosen Regime ve r b l u t e n muß. Die ganze Welt kann sich davon überzeugen, welch unbeschreibliches Elend über bas Sudeten­deutschtum gekommen ist, und wie furchtbar die tschechische Soldateska gehaust hat. Man hätte er­warten können, daß das vielgepriesene Weltgewissen aufschreien würde, daß bas Mitgefühl sich regen und bie Empörung ber ganzen Welt sich demonstrativ gegen den tschechischen Terror wenden würde. Man hat aber weder aus England, noch a"u s den anderen sogenannten demokrati­schen Staaten etwas gehört, was einer ener­gischen Verurteilung der tschechischen Blutmethoden entspräche. WobleibtdadasGewissenund ,b a s Gerechtigkeitsgefühl des engli­schen Volkes? Kann England es überhaupt ver­antworten, daß eine solche Not über ein friedliches Land gebracht wird unb alle Gesetze ber Menschlich­keit unb ber Gerechtigkeit mit Füßen getreten wer­den?

Wenn Chamberlain sein Bedauern darüber aus­spricht, baß hier ein Streit, ber in ber Sache f e I b ft e n t f d) i e b e n sei, Ursache eines Krieges zu werben drohe, bann muß man sich fragen, war­um bie englische Regierung dann nicht einfach ben Tschechen bie Annahme bes deutschen Memo­randums nahelegt. Damit wäre nicht nur b i e Durchführung der Sache selb ft nämlich die Abtretung ber subelenbeutschen Gebiete ge­währleistet, fonbern ber ganze Konflikt aus ber Welt geschafft. Unb bie Tschechen wür­ben bann auch nur bas angenommen haben, was sie bereits jufagten, denn das deutsche Memorandum daraus muß immer wieder hinge­wiesen werden stellt nichts anderes als die praktische Durchführung ber ursprüng­lichen englisch - französischen Vor­schläge 'bar. Der britische Ministerpräsibent in­dessen sagt, er verstehe die Gründe, warum die tschechische Regierung a d l e h n e. Chamberlain hat zwar nicht gesagt, welche Gründe er meint, für Deutschland ist es jedoch vollkommen klar, daß die Prager Regierung deshalb ablehnt, weil sie ihr gegebenes Wort nicht halten will und weil sie sich hinter Ausflüchten und Vorwänden ver­steckt. Wenn Chamberlain weiter seine Besorgnis äußert, daß das sudetendeutsche Gebiet von deut­schen Truppen besetzt werben soll, ohne baß Siche­rungen für die dort lebenden Nichtdeutschen getroffen seien, so ist auch diese Besorgnis unde-