Ausgabe 
28.6.1938
 
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Fünf Jahre nalionalsozialistischeAgrarpolilik

Akn 29. Juni sind fünf Jahre vergangen, seit der damalige agrarpolitische Beauftragte des Führers in der Reichsleitung der NSDAP. Richard Walter D a r r 6 als Reichsernährungsminister die Leitung der Agrar- und Ernährungspolitik im neuen Deutschland übernommen hat. Die kurze Zeitspanne von fünf Jahren bedeutet die Verwirklichung natio­nalsozialistischen Ideengutes aus dem Gebiet der Agrar- und Ernährungswirtschaft auf Grund eines wohlüberlegten festumrissenen Planes, nachdem die Marktordnung, das Reichserbhofgesetz und die Er- zeugunasschlacht in Kraft gesetzt wurden. Diese fünf Jahre bedeuten aber auch einen radikalen Wandel in der Einstellung jedes einzelnen von uns zum Bauerntum. Wenn heute auch der werktätige Mensch in der Stadt wieder weiß, was es be­deutet, dem Volk sein tägliches Brot zu schaffen, wenn wir alle wieder wissen, daß ohne den stetig fließenden Triebquell von der Scholle her unsere Kontore und Werkstätten in der Stadt bald ver­öden würden, so sind auch das Erfolge der ziel­bewußten nationalsozialistischen Agrarpolitik dieser fünf Jahre. Suchen wir uns nur einen kurzen Ueberblick über den kleinen ßektor unseres Gaues Hessen-Nassau zu verschaffen.

Hier wurden seit öer' Machtübernahme über 180 Neubauernhöfe angelegt, lieber 2000 Betriebe wurden im Anliegersiedlungsoerfahren auf Erbhofgröße gebracht, lieber 4000 Kleinlandwirten wurde Land zugeteilt ^ur Sicherung ihrer wirt­schaftlichen Existenz, so daß sie für eine spätere Erweiterung auf Erbhofgröße in Frage kommen. In mehr als 3000 Einzelfällen wurden kleinere Mengen Land an Landarbeiter, Dorfhandwerker, Arbeiter und Gewerbetreibende zugeteilt. Etwa 50 000 Morgen wurden zu Siedlungszwecken ver­wandt. Für das laufende Wirtschaftsjahr stehen noch rund 20 000 Morgen zur Verfügung.

Die Neubildung deutschen Bauerntums im Gau Hessen-Nassau ist undenkbar ohne das großzügige Meliorationsprogramm, das namentlich im Ried 30 000 Hektar Sumpf, nasse Wiesen und Aecker der bäuerlichen Kultur zuführte und durch Aufhebung des Ortsbürgernutzens am Allmendgut der Gemeinden, durch Waldrodungen und durch Kultivierung von Sumpf und Oedland in der Zeit von 1933 bis 1937 rund 13 400 Hektar Siedlungs­land in einem Wert von 27 Millionen Mark für Anliegersiedlungen und Bauernhöfe bereitstellte. So entstanden die neuen Dörfer Riedrobe, Allmend­feld, Hessenaue, Rosengarten, Stubenwald, jedes einzelne ein Denkmal nationalsozialistischer Tatkraft. Die Meliorationen haben im ganzen gesehen zu einer Durchschnittsertragssteigerung von 25 bis 30 d. H. geführt.

Nicht minder groß sind die Erfolge der Er­zeugungsschlacht im Gau Hessen-Nassau. Die Ernte an Brotgetreide stieg vom Jahre 1934 bis zum Jahre 1936 um fast 20 000 Tonnen. Dem herrschenden Sorteckwirrwarr im Saatgut wurde durch die Einrichtung von Saatbaustellen gesteuert. 1934 hatten wir erst 140 deutsche Saatbaustellen in der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, 1935 550. Bislang vernachlässigte Kulturen, wie Flachs, Raps und Rübsen, wurden wieder aufaenommen, um auf dem Gebiete der Textilwirtschaft und des Kraft­futters die Abhängigkeit vom Ausland zu lockern. Der wirtschaftseigenen Futteroersorgung wurde die größte Aufmerksamkeit geschenkt, Gärfutterbehälter und Kartoffel-Sauergruben wurden bedeutend ver­mehrt. Etwa 3000 Naubauten von Dungstätten und Jauchegruben wurden bereits fertiggestellt.

So wurden die Voraussetzungen für höhere Leistungen in der Viehwirtschaft geschaffen. Am 30. September 1937 standen bereits 184 000 Kühe in 49 360 Betrieben unter freiwilliger Milch­kontrolle, gegen nur 7553 Kühen in 2236 Betrieben im Jahre 1934. Eine wesentliche Steigerung der durchschnittlichen Milchleistung sowohl als auch der durchschnittlichen Fettleistung konnte erhielt werden. Der Erfolg der Landesbauernschast Hessen-Nassau auf dem Gebiete der Schafzucht, die ja vor der Machtergreifung vollkommen vernachlässigt wor­den war, liegt beträchtlich über dem Reichsdurch­schnitt. Während 1933 nur 60 000 Schüfe vorhanden waren, sind es 1937 schon fast das Doppelte, 118 000 Stück.

Zwischen Erzeugung und Verbrauch hat die nationalsozialistische Marktordnung geordnete Verhältnisse^herbeigeführt. Sie sichert unseren Be­darf an Lebensmitteln zu Preisen, die den Erzeugern eine gerechte Entlohnung ihrer Arbeit gewähren, die ausreichende Spannen für Verarbeiter und.Ver­teiler enthalten und doch für alle Verbraucher trag­bar sind. Die Marktordnung schützt die Landwirt­schaft vor einer Überschwemmung durch entbehr­liche ausländische Lebensrnittel und wirkt aus­gleichend zwischen den Zeiten, wo je naK Jahres­zeit und Ernteausfall der Anfall von landwirtschaft­lichen .Erzeugnissen verschieden hoch ist. So ist auch im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau in diesen fünf Jahren nationalsozialistischer Agrar­politik ein grundlegender Wandel vollzogen und alles getan worden, daß trotz der Enge des deutschen Raumes dem deutschen Volk eine breite und zuver­lässige Ernährungsgrundlage zur Verfügung steht.

Ausweitung der Aufgaben der Iieichstreuhänder der Arbeit.

Berlin, 27. Juni. (DNB.) Die Durchführung der Reichsverteidigungsaufgaben und

des Dierjahresplanes verlangt die genaue Innehaltung der vom Führer aufgestellten Grund- sätzn f ü r die Führung der Lohnpoli - t i k. Die Organe des Staates zur Durchführung der Lohnpolitik sind die Reichstreuhänder der Arbeit. Ihre Vollmachten haben sich bisher nur auf die Festlegung von Mindestbedingungen durch die Tarifordnungen erstreckt, deren Innehaltung sie zu überwachen haben. Im übrigen waren die Ar­beitsbedingungen ihrer Fürsorge entzogen. Nunmehr hat der Beauftragte für den Vierjahresplan, Mini­sterpräsident Generalfeldmarschall Göring durch eine Verordnung vom 25. Juni 1938 die Reichstreu­händer beauftragt, ihre Aufmerksamkeit künftig allen Arbeitsbedingungen zuzuwenden. Die Treuhänder der Arbeit können ferner in den vom Reichsarbeitsminister bestimmten Wirtschafts­zweigen für alle Gebiete de.s Arbeits­entgelts und der sonstigen Arbeitsbedingungen bindende Anordnungen treffen.

Sicherheitsmaßnahmen

für den Wassersport der Jugend.

Berlin, 27. Juni. (DNB.) Jrn Hinblich auf die in diesem Sommer besonders zahlreichen W a s - sersportveranstaltungen der Jugend hat der Jugendführer des Deutschen Reiches fol­gende Sicherungsbestimmungen getroffen:

1. Alle wafsersporttreibende Jugend zwischen dem 14. und 18., Lebensjahr muß der Marine- HI. angehören. '

2. Damit gelten die Sicherungsbestimmungen der Marine-HI. bei allem Wassersport auch für sie. Das gilt besonders für das in der MHI. befohlene A n - legen von Schwimmwesten bei der Ausübung des Segelsports.

3. Die wasferfportlichen Wettkämpfe finden in Zukunft im Rahmen der Wettkämpfe der MHI. statt.

Das Schulbuch über den Kamps um Deutschland.

Bei einem Spaziergang in den Wäldern des Obersalzberg im Herbst 1036 hat der Führer davon gesprochen, wie notwendig die deutsche Schule eine Geschichte der NSDAP, braucht, die in knapper Form der deutschen Jugend Bilder vom Kampf der Bewegung vor Augen führt." Das ist die Einleitung urib zugleich die Begründung, die Reichsleiter Philipp Bouhler, einer der engsten Mitarbeiter des Führers, seinem Buche gibt, das unter dem TitelKampf um Deutsch­land" in allen deutschen Schulen Ein­gang finden wird. (Eher-Verlag.) In wenig mehr als 100 Seiten hat Bouhler die Entwicklung aezeigt, die zum Nattonalsozialis'mus führte und hat dann, die großen Meilensteine bezeichnet, die den Siegeszug des Führers und feiner Bewegung im Kampfe um 'das neue Deutschland begleiten. So ist eine lebensvolle Darstellung gefunden wor­den, die nicht an den Einzelheiten haftet, die aber geeignet ist, den Gemüten der Jugend in klarer und eindringlicher Form einzuprägen, was das Vaterland dem Führer Adolf Hitler, feinen Män­nern und feiner Bewegung zu verdanken hat. Unsere ^deutsche Jugend erhält damit ein packendes Bild von einer Zeit, die sie zum Teil selbst miterlebt, und das ist für sie mindestens so wichtig, wie die Daten unb Taten aus grauen Zeiten ber Ver­gangenheit, die für bie geschichtliche Bilbung des deutschen Menschen unentbehrlich sind.

Bühnenschriftsteller unb Bühnenkomponisten sowie anderer Verbände an. An dem Kongreß nehmen Abordnungen aus 15 Ländern teil. Als Präsident der schwedischen Vereinigung des internationalen Musikbüros der Tondichter hielt der bekannte schwe­dische Komponist Kurt Atterberg die Begrü- ßungpansprache. Die deutsche Gesandtschaft war durch Legationssekretär B r u n h o f f vertreten.

Kleine politische Nachrichten.

Am 25. Juni wurde in Kiel mit der Indienststel­lung des U-BootesU 45", bie 7. U-Boot- Flottille gebildet, zu der nach Fertigstellung sechs mittlere U-Boote aehören werden. Sie trägt den NamenBernd Wegene r".

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Der Stabschef der SA., Lutze, wurde von Außen­minister Graf Ciano, dem Unterftaatsfefretär für das Heer, General P a r i a n i, dem Staatssekre­tär für die Flotte, Admiral Cavagnari, dem Unterstaatssekretär für die Luftwaffe, General Valle, sowie vom Sekretär der Faschistischen Par­tei, Minister S t a r a c e, empfangen. Am Abend veranstaltete die deutsche Botschaft ein Essen, an dem zahlreiche italienische Persönlichkeiten teilnahmen.

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Montag früh traf der neuernannte. Botschafter der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Mere- k a l o v , auf dem Bahnhof Friedrichstraße in Ber­lin ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich ber stell­vertretende Ches des Protokolls, Vortragender Le­gationsrat Boltze, und der Geschäftsträger ber UbSSR., Astachoss, mit ben Mitgliebern ber Botschaft eingefunben.

Aus aller Welt.

Kunst und Wiffenschast.

DasKölnerstniversMsjubilaum

Spenden und Ehrungen.

Aus Anlaß ber 550-Jahrseier ber Uni­versität Köln hat bie Wirtschaft, wie auch bie Bürgerschaft bes Kölner unb bes rheinischen Be­zirks ber Hochschule namhafte Spenben zur Ver­fügung gestellt. Die Wirtschaft knüpft an ihre Gabe keinerlei Bebingungen, hat aber ben Wunsch, bei ber Verwenbung ber Summe in irgendeiner Form mitgehört zu werden, insbesondere, da der rhei­nische Braunkohlenbergbau gebeten hat, baß bas Institut für Derkehrswissenschaft an ber Universität Köln, bas unter wesentlicher Mitwirkung ber Braunkohlenindustrie geschaffen unb erhalten wor­den ist, künftig auch von feiten der Universität jede mögliche Förderung erfahren möge. Der bei der Industrie- unb Handelskammer angemetbete Betrag beläuft sich auf rund 590 000 Mark. Dgzu kommt die aus Anlaß bes Jubiläums von ber Felten & Guilleaume Carlswerk AG. für bie Einrichtung eines Atomzertrümmerungsinstituts freigegfcbene Summe von 240 000 Mark, ferner bie Spende des RWE. mit 100 000 Mark und die Sammlung des Herrn Direktors Dr. Kühne, die voraussichtlich etwa 70 000 Mark betragen wirb, so daß insgesamt ein Betrag von etwa 1 Million Mark von rheinischen Wirtschaftskreisen der Kölner Universität als Jubliäumsgabe dargebracht wirb.

Zu Ehrensenatoren ber Universität Köln wurden ernannt: Professor Dr. Arturo Fari­nelli (Turin), Generalkonsul Heinrich Neuer­burg (Köln), Lanbeshauptmann der Rheinprovinz Heinz H a a f e (Düsselborf), Generalbirektor Fritz Lehmann (Köln), Dr. Hans Kühn, Vorstanbs- mitglieb ber JG.-Farbeninbustrie (Leverkusen) und Kaufmann Otto Wolff (Köln).

Zu Ehrenbürgern purben ernannt: Prof. Dr. Ballino G u l i a n o , Präsident bes Petrarca- Hauses in Köln, Generaloberstabsärzt Dr. Anton W a l b m a n n (Berlin), Bergwerksbesitzer Viktor Rolfs (Köln), Professor Dr. Heinrich Ritter Don Srbik (Wien).

Mit bem Ehrendoktor! itel der Universität Köln wurden folgende ausländischen Gelehrten aus­gezeichnet: in der wirtschafts- und sozialwissenschaft­lichen Fakultät Professor Dr. G. B o 11 a i, italie­nischer Unterrichtsminister und ehemaliger Minister der Korporationen (Rom), und Professor Dr. O. Sillen (Handelshochschule Stockholm); in der rechtswissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. Dio- mitio Anzilotti (Universität Rom), Professor Dr. Oliver Martin (Universität Paris); in ber mebizinischen Fakultät Professor Dr. Beclere (Universität Paris), Professor Dr. b e K l e i j n (Uni­versität Amsterbam); in ber philosophischen Fakul­tät Graf Erik von Rosen Rockel st ab (Spa^re- holm, Schweben), Dr. A. E. van G i f f e n (Gro­ningen), Professor Dr. Frans Dals (Gent); Pro­fessor Dr. Miguel A r t i g a s (Temel), Professor Dr. W. L. B r a g g (London-Tebdington) und Dr. Conwell-Evans (London).

Von deutschen Gelehrten wurden zu Ehrendok­toren ernannt: in der rechtswissenschaftlichen Fakul­tät der Geheime Regierungsrat Universitätsprofes­sor Dr. phil. Rudolf Meißner (Bonn); in -ber mebizinischen Fakultät Professor Dr. Julius von W a gner-Jauregg von ber Klinik für Psychia­trie unb Nervenerkrankungen ber Universität Wien; in ber philosophischen' Fakultät Professor Dr. med. Abalbert Czerny (Berlin-Charlottenburg) unb Dr. med. Hans Carossa.

Ausklang der Gutenberg-Festwoche.

Am Wochenenbe erreichte die Gutenberg- Festwoche ihren Abschluß. Am Gutenberg-Denk­mal fand eine Feierstunde statt. Oberbürgermeister Dr. Barth legte einen Kranz nieder. Gaufachab­teilungsleiter Nielsen von der Gaufachabteilung Druck und Papier griff als Beispiel unb Dorbilb aus unserer Zeit bas Werk Dr. Klingspors her­aus, ber für fein vorbilbliches Schriftschaffen bie Goethemebaille erhalten hat. Am Sonntag hielt die Gutenberg-Gesellschaft ihre 37. ordentliche Mitglieder­versammlung in Form einer Festsitzung ab. Den Festoortrag hielt Dr. Th. M u s p e r überDie hol­ländischen Blockbücher und Laurens Janszoon Co­ster." In dem von dem Direktor des Gutenberg- Museums, Dr. R u p p e l, erstatteten Tätigkeitsbe­richt konnte das zu Ende gegangene Arbeitsjahr als eines der erfolgreichsten bezeichnet werden. Die Ge- samtmigliederzahl ist auf 659 gestiegen. Der Platz, auf dem bie sterbliche Hülle bes Erfinders ber Buch- brucferfunft beigefetzt würbe, werbe würdig herge­richtet, wozu preisgekrönte Entwürfe bereits vor­liegen. Desgleichen soll das Mainzer Gutenberg- Museum einen großzügigen Ausbau erfahren. '

Verständigungswille der akademischen Jugend in aller Welt.

Heidelberg, 27. Juni. (DNB.) Zum Abschluß des Deutschen Stubententages verabschie­dete Reichsstudentenführer Dr. Scheel mit einem Empfang bie auslänbischen Gäste. Er sprach bie- Hoffnung aus, baß bie vielseitigen sreunbschaftlichen Beziehungen zwischen ber beutschen Stubentenschaft unb ben Stubentenschaften ber anberen ßänber ver­stärkt werben. Der Führer ber französischen Stu- bentenschaft unb Präsibent bes Internationalen Studentenoerbanbes, Rechtsanwalt b e ßorme, überbrachte bie Grüße ber französischen Studenten. Die gegenseitige Achtung der völkischen ßeiftungen, besonders auch der Wissenschaft und ßiteratur fei die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit und Verständigung. Mit herzlichen Worten dankte Dudan Jankovitch als Vertreter der jugosla­wischen Studentenschaft für-die Einladung. Er un­terstrich bie Notwenbigkeit bes Zusammenstehens ber stubentischen Jugenb ber ßänber, bie im Kampfe um einen nationalen Neuaufbau unb gegen bie zer- ftörenben Kräfte bes Bolschewismus stehen. Im Namen ber ßeitüng bes Weltstudentenwerkes hob Generalsekretär Braddy (England) bie Bemühun­gen biefer Organisation um bie Förberung ber Zu­sammenarbeit zwischen ben Stubenten ber oerschie­benen Nationen hervor. Er mies- barauf hin, baß sich bie beutsche Mitarbeit zu einem wesentlichen Bestanbteil ber Arbeit bes Weltstubentenwerkes ent­wickelt habe. Weiter kamen Vertreter ber bänischen, arabischen, belgischen unb flämischen Studenten zu Wort. Der Präsident bes Nationalverbanbes der ungarischen Studentenschaften, Dr. Emil Kozma, übersandte Grüße an den ersten Studentenlag im Großdeutschen Reich, wobei er bie Hoffnung auf eine weitere erfolgreiche Gestaltung ber deutsch-un- garischen stubentischen Zusammenarbeit aussprach.

Internationaler Tondichterkongreß in Stockholm.

Im Beisein bes Prinzen Eugen, eines Stubers bes Königs Gustaf V. von Schweben, fanb im Stock­holmer Rathaus bie Eröffnung bes 13. Inter­nationalen Kongresses ber Tonbich - t e r statt. Der deutschen Abordnung, die unter der ßeitung des Generalintendanten Dr. D r e w e s I steht, gehören Vertreter bes Verbandes deutscher

Der Lütticher Gistmordprozeß.

Jede neue Zeugenvernehmung im Lütticher Pro­zeß gegen die Giftmischerin Marie Becker bringt zwar eine Fülle ungünstiger Aussagen für die An­geklagte, ohne bah aber bis jetzt irgenbein greif­bares Argument für bie Staatsanwaltschaft unb bie Urteilsfällung dabei herausgefprungen wäre. Immer roieber ist von bem bitteren Geschmack ber Getränke die Rede, die'Marie Becker ihren Opfern gereicht hat. Immer wieder wird von ben verschobenen Zeugen auf bie Gelbschwierigkeiten ber Becker hingewiesen, bie bie von ihr zu Tob gepflegten" Opfer verschiedentlich auch um größere Summen angegangen hatte. Bei der Vernehmung einer Hauptzeugin kam es wieder zu einem Zu­sammenstoß zwischen der Verteidigung und dem Gericht, den die Angeklagte herbeigeführt hatte, in­dem sie die Aussagen für gelogen erklärte und die Zeugin persönlich beleidigte. Als bann auch noch im Zuhörerraum unangebrachte Bemerkungen fielen, drohte ber Dorsitzenbe mit ber Räumung bes Saales.

Die internationale Walfang-Konferenz in London beendet.

Die internationale Walfang-Konferenz in London, an ber Vertreter von Sübafrika, ben Vereinigten Staaten, Argentinien, Australien, Kanaba, Däne­mark, Irland, Frankreich, Deutschland, Groß­britannien, Nordirland, Japan, Neu-Seeland und Norwegen teilgenommen haben, hat ihre Arbeiten beendet. Das Schlußprotokoll enthält einige wichtige Vorkehrungen. So ist es für ein Jahr verboten, Buckelwale durch Schiffsexpeditionen in antark- fifchen Gewässern zu fangen. Ein weiterer Artikel des Protokolls schafft für zwei Jahre ein Schutz­gebiet für Gla11wale in einem Abschnitt des antarktischen Ozeans zwischen Grahamsland und dem Roßmeer. Der Grundsatz der Schutzgebiete ist weiter durch den völligen Schutz aller Wale gegen Fang auf offener S-e e < m Polarmeer ausgebaut worden. Das wichtigste Ergebnis ber Konferenz liegt darin, daß das Ab­kommen vom vorigen Jahre auf unbegrenzte Zeit verlängert worden ist und daß alle vier Hauptwalfangländer, Deutschland, Japan, bie Ver­einigten Staaten und Norwegen, das Abkommen unterzeichnet haben. Von Bedeutung ist besonders, daß Japan jetzt ebenfalls dem Abkommen beigetre­ten ist.

Internationales Schachturnier in Bad Harzburg.

In Bad Harzburg begann das vom Großdeut­schen Schachbund und Bad Harzburg gemeinsam veranstaltete internationale Schachtur­nier. Der Meister von Deutschland, K i e n i n g e r (Köln), gewann ein Damengambit gegen Preuße. Petrow (Lettland) machte gegen ,Sämisch (Berlin) unentschieden. Bogoljubow (Bad Tri- berg) spielte gegen Eliskases (Innsbruck) eben­falls unentschieden. Sämifch gewann eine spa­nische Partie gegen Preuße. Der Jugoslawe P i r c unb Bogoljubow trennten sich in einem orthodoxen Damengambit unentschieden. 'S) e i n i cf c verlor gegen Richter. Kieninger gewann gegen Eliskases. Lokven 0 (Wien) und T e t r o w (Lettland) trennten sich unentschieden. In den bisherigen beiden Runden hat Kieninger als einziger seine beiden Partien gewonnen.

kein einheitliches Tanzkleid des VDM.

NSG. Durch verschiedene Veröffentlichungen in den letzten Wochen ist der Eindruck entstanden, als sei das vom Modeamt der Stadt Frankfurt a. M. kürzlich herausgebrachte T a n z k l e i d als das neue, für ben BDM. verbindliche und reichsgültige Abend- oder Festkleid anzusehen. Der BDM.-Ober- gau erklärt hierzu, daß es sich im vorliegenden Falle um einen Sonderauftrag handelt. Es ist nicht

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