9J.5, HG. 10. — Llch. (9.9.30, Festg. der vereimoten Kirchen- und Frauenchöre des Ev. Dekanats Gietzen, Studienrat Lic. Schorlemmer, Kall., Geistl. Abendmusik mit Werken v. Hch. Schütz, Anspr. Propst Knodt (Gießen) 16.30. — Hungen. G. 10, KG. 11.
1. Juni. Gießen. Ztadlkirche. AG. 20.30.
2. Juni. Gießen. Zohannessaal. Bibelbesprcchung 20, Ausfeld.
Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. 29. Mai. Erbauungsstde. 9.45, Svnntagsschule 11, Evangelisation 20.30. — 31. Mai. Bibel- u. Gebetstunde 20.30.
Bund freikirchlicher Christen. Gießen. Großer Steinweg 4 H. 29. Mai. Bibelstde. 15.30. — 1. Juni. Bibel- und Gebetstunde 20.15.
Neuapostolische Gemeinden Gießen, händelstr. 1, Ederstr. 13. 29. Mai. G. 9.30, 16. — 1. Juni. 20.30.
Katholische Gemeinden.
(W = Beichtgelegenheit, M. = Messe, K. = Kommunion, P. - Predigt, HmP. = Hochamt mit Predigt, DuA.
- Dortrag und Andacht, A. = Andacht.)
Aus aller
5. Deutscher Apolhekertag in Frankfurt.
Als Auftakt tum 5. Deutschen Apotheker- t a g fand in Anwesenheit des Gauleiters und Reichsstatthalters S p r e n g e r^im Röp>.r ein Empfang der Mitglieder der Reichsapothekerkammer durch die Stadt Frankfurt statt, bei dem Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs den Gästen einen herzlichen Wollkommengruß entbot. Der Oberbürgermeister gab einen Rückblick auf die historische Entwicklung des Apothekerwesens, das aus dem Stand der Gewürzkrämer hervorgegangen sei. 1343 sei in Frankfurt zum erstnmal ein Apotheker erwähnt, bei dem man neben Gewürzen auch Arzneimittel habe kaufen können. Reichsapothekerführer Schmierer dankte für den herzlichen Empfang.
75-Jahrfeier der Landwirtschaftlichen Institute der Universität Halle.
Bei der 75-Jahrfeier der Landwirtschaftlichen Institute der Universität Halle- Wittenberg hielt Reichsbauernführer Darrs eine Rede. Er erinnerte daran, daß in Halle die wissenschaftliche Arbeit auf allen Gebieten der Dererbungs- und Abstammungslehre einheitlich ausgerichtet und er schon vor 15 Jahren von seinen Halleschen Lehrern auf die menschliche Rassenkunde hingewiesen worden sei. Als Jubiläumsgabe überwies der Minister der Universität 100 Morgen Nutzfläche, auf der eine bäuerliche Musterwirtschaft entstehen soll. Zugleich stellte er den Instituten einen namhaften Betrag zur Verfügung.
Die Glückwünsche Reichsministers Rust über- brachte der stellvertr. Staatssekretär K u n i s ch , der ebenfalls eine Reihe wesentlicher Förderungsmaßnahmen ankündigte, darunter die Errichtung einer Landmaschinenhalle mit einem Aufwand bon 100 000 Reichsmark.
Ausstellung „Entartete Musik in Düsseldorf.
In Düsseldorf wurde die A u s st e l l u n g „Entartete Musik" eröffnet. Der Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters in Weimar, Reichskultursenator Staatsrat Dr. Ziegler, erHärte? durch diese Lehrschau solle von der hohei^ Warte nationalsozialistischer Kulturpolitik äus auch in der Musik ein Schlußstrich unter gewisse Entartungserscheinungen gezogen werden. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl jener Scheingrößen, die in der Systemzeit sich als anmaßende Wortführer der deutschen Musik Geltung verschafft hatten. Das umfangreiche Bild- und dokumentarisch« Material wird er- gänzt durch Schallplatten, die dem Besucher ‘eine Vorstellung vom zersetzenden Scheingeist jener „Musiker" und ihrer Helfer- vermitteln.
Reichskoloniattagung in Bremen.
Zur Tagung des Reichskolonialbundes in Bremen traf eine große Zahl auswärtiger Gäste ein, darunter Reichsverkehrsminister Dr. Dorp- müller und General a. D. von Lettow-Vor- b « ck. Regierender Bürgermeister SA.-Gruppenfüh- rer Boehmcker bezeichnete Bremen als die Wiege der kolonialen Betätigung Deutschlands. Aus der Stadt seien einst Männer wie Lüderitz ausgezogen, um den Anstoß zum Erwerb der Kolonien zu geben. Seither habe Bremen niemals die Verbindung zu den Kolonien verloren. Der Chef der Bundesleitung ^-Oberführer Konteradmiral a. D R ü m a n n verlas im Auftrage des durch Krankheit verhinderten Bundesführers Ritter v. E p p eine Kundgebung. ^-Oberführer R ü m a n n führte aus, die Reichskolonialtagung lege Zeugnis ab von der Treue zur kolonialen Idee und von dem festen
29. Mai. Gießen. B. 6.30, M. 7, K. 8, HmP.Y, Singm. m. P. 11.15. Bis zur Andacht Anbetungsstunden. Sakramentsf. 14.30. — Grünberg. HmP. 9.30. — Lich. HmP. 10, Dortr. u. And.^20. — Hungen. HmP. 8. — Nidda. HmP. 8.15. — Schotten. HmP. 10.30.
30. Mai. Laubach. M. 7.30.
31. Mai. Gießen. Letzte Mai-And. 20, Bibelstunde 20.30.
1. Juni. Hungen. M. 6.15.
2. Juni. Gießen. B. 17.30 bis J8.30.
3. Juni. Gießen. Herz-Jesu-Segens-M. 6.
Die Christengemeinfchaft (Bewegung für religiöse Erneuerung), Marburger Straße 15. 31. Mai. Menschenweihehandlung 7.
Sonntagsdienst für Aerzte. *
Arzt: Frau Dr. med. Marx, Bleichstraße 10. — ohnarzt (nur in dringenden Fällen): Dr. Jäger, rankfurter Str. 3.
Glauben an Deutschlands koloniale Sendung. Der Bundesführer habe in Aussicht genommen, einen Kolonialen Schrifttums- und Filmpreis von je 5000 RM. zu stiften, der Jahr für Jahr für das beste Kolonialwerk auf dein* Gebiete des Schrifttums und des Films verliehen wird.
Drei deutsche Luftpioniere tödlich verunglückt.
Bei einem Versuchsflug mit einem neuen Postflugzeug kamen in der Nähe vöir Langeoog Flugkapitän Otto Falke, Oberfunkermaschinist Karl Kirchhoff und Flugzeugsunker Erich Kolbe ums Leben. Die Deutsche Lufthansa verliert mit diesen Männern bewährte Mitarbeiter, die sich bei der Erprobung neuer Flugzeuge und der Erkundung neuer Luftverkehrswege Verdienste erworben haben.
Nach zwölf Iahcen wegen Brandstiftung verurteilt.
1926-mar in Feudingen (Kreis Wittgenstein) das Anwesen des O. Heppner niedergebrannt. Die Ermittlungen lenkten wohl den Verdacht der Brandstiftung auf den Besitzer, führten aber zu keinem Ergebnis. 1937 erhielt die Feuerversicherung einen Brief, in dem Heppner der Brandstiftung beschuldigt wurde. Schließlich bequemte sich der Beschul- digte zu einem Geständnis. Das Haus war mit 14 000 Mark vrsichert. Die Versicherung zahlte damals 8000 Mark aus. Heppner hatte sich jetzt vor dem Siegener Schwurgericht zu verantworten, das den Angeklagten wegen vorsätzlicher Brandstif-, tung zu eineinhalb Jahren Zuchthaus, ver« urteilte. — In einem zweiten Falle von vorsätzlicher Brandstiftung, die vor sieben Jahren in Obernau (Kreis Siegen) ausgeführt worden ist. verurteilte das Schwurgericht den Angeklagten Schmallenbach zu eineinhalb Jahren Zucht« haus.
Großer amerikanischer Börsenschwindel aufgedeckl.
Die Neuyorker Justizbehörde deckte einen riesigen Wertpapierschwindel auf, in den 41 Einzel-" Personen und Effektenbörsenfirmen, darunter eine der führenden Neuyorker Firmen, verwickelt sind. Es handelt sich dabei um finanzielle Transaktionen in sechs sogenannten Investiment Trusts in Höhe von etwa 16 Millionen Dollar. Die Justizbehörde behauptet, daß bei diesen Transaktionen Aktivbestände im Werte von etwa 6 Millionen Dollar durch Papiere fragwürdigen Wertes ersetzt worden seien.
Zwei Todesopfer eines Grubenunfalls.
-Ein Unglück trag sich auf einer Grube bei T \
(Sieg) zu. Aus bisher noch nicht geklärter T ,e kam eine Sprengladung vorzeitig zur Explosion, .jer 24jährige Bergreferendar Dannenberg und der 42jährig« Berghauer Ha u p r i ch aus Daaden wurden auf der Stelle getötet.
14 Tote bei einem Explosionsunglütt im Hafen von Odessa.
Warschau, 28. Mai. (DNB. Funkspruch.) „Ga- zetta Polska" veröffentlicht eine Meldung aus Mos- kau, wonach sich im Hafen von Odessa ein schweres Explosionsunglück ereignet hat. Aus zwei Handelsschiffen, die nach Barcelo-na sollten, gingen riesige Mengen Mumition in die Luft. 14 Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, zahlreiche weitere Arbeiter und Matrose^ schwer verletzt: das Feuer, das durch die Explosion entstand, griff auch auf das Hafenmagazin über. Zahl- reiche Personen sind verhaftet worden. Man nimmt an, daß die Explosion das Werk von Leuten der Opposition ist.
Wegen eines Ersatzteils wird hestke kaum mehr „an die Firma geschrieben". Teile, die erfahrungsgemäß öfter ersetzt, werden müssen, sind immer auf Lager, und in harmlosen Fällen braucht der Kunde oft nur Minuten zu warten. Die meisten deutschen Automobil-Firmen stehen zu solchen Kraftfahrzeugwar- tungsbetrieben in einem Dertragsverhältnis, das den raschen Dienst am Kunden sichert. Ja, die Inhaber dieser Betriebe sind meist die offiziellen Vertreter der großen Autofirmen und halten sich für die in ihrem Bezirk in Betrieb befindlichen Wagen ihrer Autofabrik und Marke verantwortlich. Was im übrigen für die Unterstützung der Motorisierung auch von feiten des Kraftfahrhandwerks getan wird, ersieht man aus den feit Anfang Februar gültigen Festpreisen für Reparaturen.
In gut durchoraanisierten Betrieben hat jeder Kraftwagen des Bezirks in der Kartothek feine Karte, gewissermaßen seinen Steckbrief. Wenn es der Kraftwagenbesitzer mit seinem Fahrzeug gut meint, dann wird er nach bestimmten Kilometern, die der Wagen zurückgeleat hat, zu einer gründlichen Nachprüfung des Wagens kommen. Dann wird jeder, auch der geringste Schaden behoben.
Daß in irgendeiner kritischen Situation ausgerechnet „die Bremsen versagt" haben sollen, ist häufig genug ein Märchen. Den Bremsen ist eine so stete und aufmerksame Beobachtung des Fachmannes sicher, daß sie keineswegs das Schmerzenskind zu sein brauchen. Welche Bedeutung den Bremsen und damit der Verkehrssicherheit entgegengebracht wird, ersieht man am besten daraus, daß eine bekannte große Automobilfabrik ihre ganzen Modelle bis zum kleinsten mit Öldruckbremsen" serienmäßig ausstattet. Schlechte Bremsen sind eben immer das Zeugnis des mangelhaft gehaltenen Wagens. Und der schlecht gehaltene Wagen ist eine Gefahr für die allgemeine Verkehrssicherheit. Hier führen also die Wege nach einem großen gemeinsamen Ziele.
So Dienen alle diese Einrichtungen der Sicherheit im Kälftfahrverkehr und gleichzeitig dem Wunsche des Führers um Steigerung der Motorisierung Deutschlands. Und alle diese Helfer am großen Werk dürfen stolz darauf fein,, an einem so großartigen Werke Mitarbeiter zu sein. N.
Wirtschaft.
Khein-Mainische Börse.
rNillagsbörse: Uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 27. Mai. Der Auftragseingang nxir weiterhin klein, ebenso die Unternehmungslust der Berufskreise. Infolgedessen bewegte sich das Geschäft an den Aktienmärkten zumeist jn engen Grenzen. Es brachte lediglich bei einigen Spezialwerten vorübergehend eine leichte Belebung verbunden mit einer kleinen Befestigung, doch war die Kursentwicklung im allgemeinen recht uneinheitlich und sehr vom Zufall qbhängig. Regeres Interesse bestand im Zusammenhang mit der morgigen Bilanzsitzung für JG.-Farben, die auf 157,13 bis 158,25 (156) erholt waren. Etwas mitgezogen wurden hiervon am Montanmarkt Rhein- stvhl mit 141,13 bis 141,75 (140,75), auch Verein. Stahl 0,75 v. H. erholt auf 107, dagegen bröckelten Hoesch, Klöckner und Mannesmann noch leicht ab und Buderus verloren 2,40 v. H. auf 116,13. Von .Kohlenwerten befestigten sich Harpener auf 172,90 (171), aber Rhein. Braunkohlen 228,50 ‘(231). An den übrigen Marktgebieten hielten sich die Schwan- kungen innerhalb eines Prozentes. Conti Gummi konnten sich auf 2Y3.50 nach anfangs 202,75 erholen (204), auch sonst stellten sich später auf Teilgebieten prozentbruchteilige Besserungen ein.
Am Rentenmarkt hatten vorläufig nur Kom- munal-Umschuldung mit 96,20 (96,15) efmas regere Umsätze. Reichsanleihe-Altbesitz lagen mit 133 voll behauptet, im übrigen war das variable Rentengeschäft gering. Auch am Einheitsrentenmarkt zeigte die Lage nur wenig Veränderung, ebenso waren nirgends größere Umsätze zu verzeichnen. Liquidationspfandbriefe bröckelten z. T. 0,13 v. H. ab, Gold- pfanbbriefe wurden nur noch vereinzelt repartiert. * Stadtanleihen zeigten zumeist die letzten Kurse, auch Industrie-Obligationen veränderten sich nur wenig.
Im Verlause blieb die Haltung am Aktienmarkt unentschieden, im ganzen herrschte jedoch ein eher* etwas freundlicherer Grundton vor. Lebhafter blieben Verein. Stahl bei unv. 107 und JG.- Farben, die weiter anzogen auf 159,25 nach anfangs 157,13. Metallgesellschaft schwankend mit 133,50 dis 134 bis 133,50 (134), etwas erholt waren Buderus mit 117 nach 116,13, ferner befestigten sich AG. für
Fäden hin und her.
Vornan von Hedda Westenderger.
e Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
Sie schaut auf und schaut dem Doktor geradeswegs in die Augen. Der Doktor hat das Glas sinken lassen, ohne' daraus zu trinken und ist einen Schritt zurückgetreten. Nun setzt er das Glas ab und legt die Hände auf dem Rücken zusammen. In feinen Augen ist ein schwer erklärbarer Ausdruck. In dem tiefen Blau schimmerst ganz helle, beinahe grüne Lichter. Um seinen Mund liegt «ine leichte Erregung, vermischt mit Spott und Hohn. „Gut gebrüllt^Löwe! Aber unglaubhaft das Ganze. Und wissen Sie, warum? Weil ich mit meinen eigenen zwei Augen.."
„ . - ■) schönen blauen Augen", wirft Marga .spöttisch und zornig ein. Aber der Doktor zuckt mit keiner Wimper. „Also gut, mit meinen zwei eigenen schönen blauen Augen gesehen habe, wie eine gewisse junge Dame einen gewissen jungen Mann inniglichst umarmt hat. Draußen im Garten. Heute nachmittag gegen drei Uhr, wenn Sie's genau missen wollen."
„Gut aufgepaßt, lieber Doktor!"
„Jawohl, zufällig aufgepaßt. Und ich muß sagen, wenn ich auch nicht gerade Lenzschs. begeisterter Freund bin, so finde ich es doch mehr als — na, sagen wir: wenig fair von Ihnen, diesen jungen Mann, den Sie noch vorhin umarmt haben, jetzt schon zu verraten!"
„So. Sehr interessant. Und müssen Sie mir das unbedingt mit so erhobener Stimme sagen?"
Der Doktor dreht sich, auf dem Absatz herum und beginnt im Zimmer auf und ab zu marschieren. Es ist ja schließlich nicht nötig, daß Marga sieht, wie rot sein Gesicht geworden ist, wie merkwürdig beteiligt er an diesem Gespräch ist.
Marga läßt ihn eine Weile schweigend auf und ab marschieren. Dann lächelt sie plötzlich. „Zum erstenmal empfinde ich in diesem Moment die Schattenseiten von Eigelstein." Und ba~ der Doktor verblüfft stehenbleibt: „Jawohl. Weil es nur in Eigel- ftem möglich ist, daß man wegen einer harmlosen
Verkehr auf 135,50 nach 134,50, Conti Gummi auf den Vortagsstand von 204 nach 202,75, Adlerwerke auf 116,50 nach 116,25 und Daimler auf 147/75 nach 147,50. Am Einheitsmarkt gingen Faber & Schleicher auf 97 (100,50) zuxück.
Am Markt der unnotierten Werte blieb es ruhig, man nannte meist die letzten Kurse, u. o. Dingler mit 95,50, Elsäss. Bad. Wolle mit 87, etwas erholt Rastatter Waggon mit 50 (49) und Ufa mit 71 (70). Tagesgeld unverändert leicht mit 2,25 v. H.
Abendbörse still.
, Abgesehen von JG.-Farben, in denen auf weitere kleine Käufe zu 159,2-5 bis 159,50 (159,25) etwas lebhaftere Umsätze stattfanden, nahm die Abend- börfe an den Aktienmärkten einen stillen Verlauf. Die Kursgestaltung blieb dabei uneinheitlich, in den meisten Fällen handelte es sich jedoch um nominelle Veränderungen innerhalb eines Prozentes. Deutsche Linoleum wurden in Anpassung an Berlin um 1,50 v. H. auf 171,50 zurückgesetzt, ferner gaben Bemberg auf 144 (145) nach. Knapp gehalten waren Adlerwerke mit 116,25 (116,50), Mannesmann mit 112,13 (112,25), Licht und Kraft mit 139,2© (139,50) und Schlickert mit 181,75 (182) Anderseits erhöhten sich Reichsbank auf 192,50 (192), Holzmann auf 160,50 (160), Metallgesellschaft und Rheinmetall um je 0,25 v. H. auf 133,75 bzw. 144,75. Behauptet lagen u. a. Verein. Stahl mit 107, Rheinstahl mit 141,75, Deutsche Erdöl mit 138; Scheideanstalt mit 246, Gesfürel mit 144. Am Rentenmarkt fanden Kommunal-Umschuldung zu 96,25 (96,20) etwas Interesse. Offenbarer* Holzwertanleihe notierten mit 29,50 (zuletzt 29,50) und 6proz. JG.- Farben ebenfalls unv. 130,40.
Nundfunkprogramm
Sonntag, 29. 2Hai.
6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Guten Morgen, liebe Sonne! 8.30: Römisch-katholische Morgenfeier. 9.10: Das Volk als Lebensstrom. 9.30: Chorgefang. 10: Das Lied der Getreuen, Morgenfeier des Reichsführerlagers der HI. 10.30: Deutsche Meister. 11: Feierstunde auf der Steckelburg zum 450. Geburtstag Ullrich von Huttens. 12: Mittagskonzert. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Uns gehört der Sonntag! 15: Unterhaltungskonzert mit Berichten vorn Eintreffen der Deutschlandflieger am Ziel in Aspern. 17: Nachmittagskonzert im Bad Wildunger Kurpark. 18: Heimat und Volkstum: Der Wandsbeker Bote im Hessenland. 18.30: Klingendes Kunterbunt. 19: Nachrichten. 19.10: Sportereignisse des Sonntags. 19.30: Anläßlich des 125. Geburtstages von Rich. Wagner: „Lohengrin", romantische Oper in 3 Akten von Rich. Wagner. 23: Das Ergebnis des Deutschlandfluges 1938. 23.10: Vom Deutschlandsender: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 3: Nachtmusik.
Montag. 30. Mai.
5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Legende von Willy Geisler. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.50: Mädel in der Tabakfabrik. 10: Schulfunk. 11.40: Volk und Wirtschaft. 12: Schloßkonzert, 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Deutsche Meister-Orchester und -Kapellen spielen. 15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Nachrichten. 19.10: Kleins Operetten-Revue. 20: „24 Stunden Be- denkzeit". 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.45: Nacht- und Tanzmusik. 24 bis 3: Nachtmusik.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
(G. = Gottesdienst, KG. = Kindergottesdienst, HG -- Hauptgottesdienst, HG.-Abendm. - Hauptgottesdienst mit Beichte und Abendmahl.)
29. Mai. Gießen. Stadtkirche. G. 8, Christen!., Markg., Becker, HG. 9.30, KG. 11, Matthg., Schmidt. — Zohanneskirche. G. 8, Christen!., Johs.- u. Militg., Ausfeld, HG. 9.30, Eröffng. d. Konf.-Unt., Lukasg., KG. 11, Bechtolsheimer. — Saal, der Krippe. KG. 11, Johs.- u. Militg., Oesterreich-Abend 20.15, Stud.-Rat Storck, Friedberg. — Petruskapelle. HG. 9.30, Trapp. — Kapelle Alter Friedhof. HG. 9.30, Traum, KG. 11, Luthg. — wieseck. HG. 9.30, Hahn. — Klein Linden. G. 9, Christen!, weibl. Jugd., KG. 10.15. — Garbenteich. G. 9. — hausen. G. 10.15. — Albach. G. 8.45. — Steinbach. HG.-Abendm. 9.45. — Kirchberg. KG. 9, HG.-Abendm. s. d. Jgn. v. Ruttershausen 10, Singspiel 20. — Lollar. KG. 9, G. 14. — Daubrin- gen. G. 10, KG. 11. — Heuchelheim. KG. Abt. I u. II
Umarmung im Garten gleich verdächtigt wird, den Betreffenden zu lieben. Wissen Sie, warum ich Lenzsch umarmt habe? Weil ich ihm zeigen wollte, wie wahnsinnig eifersüchtig Tapsy ist! Nur darum! Oder glauben Sie vielleicht, ich bin so dumm und taktlos, solche Aktionen, sofern sie ernsthaft gemeint sind, im Garten vorzunchmcn, wo ich doch weiß, daß Sie alle hinter der Gardine stehen!"
„Oho! Nun hör Euch einer die kleine Giftkröte an! Warum denn plötzlich so gereizt? Was wäre denn schließlich auch dabei, wenn Sie Lenzsch wirklich liebten und er Sie?"
Marga ist das Blut siedend heiß in den Kopf gestiegen. „Zum Donnermefter noch mal, ich liebe ihn jaber nicht! Er ist mir wurscht, absolut wurscht!"
Der Doktor nimmt seinen Gang durch das Zimmer wieder auf. ,>Um so besser, liebes Kind. Aber objektiv gesehen: wenn Sie also diesen nicht lieben, so werden Sie irgendeinen anderen lieben oder lieben lernen. Sie sind ja schließlich in dem Alter, in dem eine'Frkiu heiraten möchte und heiraten soll. Also liegt's doch nähe, daß man, wenn man Sie zufällig in einer zärtlichen Umarmung
„Die war gar nicht zärtlich!"
„Na ja, vielleicht. So genau hab' ich's ja nicht gesehen. Ich meine auch nur- ... Aber lassen wir jetzt das Thema Lenzsch doch lieber fallen. Sonst kratzen Sie mir noch die Augen aus. Und sagen Sie mir statt dessen lieber ..." Er hält zögernd inne und schaut Marga prüfend an.
Marga hat beide Augenbrauen hochgezogen. „Nun?^
„Vielleicht ist cs indiskret", murmelt der Doktor, „vielleicht ..." Aber dann gibt er sich einen Ruck, schiebt seine beiden breiten Schultern nach hinten und stemmt die Hände zwischen Achselhöhle und Schulterblättern ein, was ihm eine ganz ungewöhnlich gerade, fast könnte man sagen, gewaltige Haltung gibt. So bleibt er ein paar Sekunden reglos, dann läßt er sich wieder in sich selbst zusammenfallen. „Wenn es nicht Lenzsch ist, den Sie lieben, so wird es ein anderer fein, und ich — ich wüßte es gern."
Eine tiefe Stille entsteht.
Marga hat ein Gefühl, als schlössen sie jetzt erst die Wände um sie her ganz dicht von der Umwelt ab.
„Warum möchten Sie das gern wissen?" fragt sie dann leise, mit unterdrücktem
Der Doktor hat sich gegen den Schreibtisch gelehnt und trommelt mit den Fingern gegen das dunkle Holz.
„Warum?" wiederholt er langsam. „Weil ..."
Er schaut auf, schaut die Decke entlang, schaut über die Bücherwände und den Teppich am Boden hin und richtet schließlich einen fast scheuen Blick auf Marga. „Sie sind so ein besonderer Mensch. Es ist unvorstellbar, daß Männer von einigermaßen Format an Ihnen vorübergehen könnten, ohne ... Und andererseits: Sie find siebenundzwanzig. Sie werden nicht den ersten besten nehmen. Auch keinen von den ganz jungen. Wen also wählen Sie? Wen — haben Sie gewählt. Wie sieht der Mabn aus, wie ist er? Es berührt Sie vielleicht sonderbar, daß ich diese Frage stelle, und daß mich diese Dinge interessieren — gerade mich. Aber es ist da wenig zu erklären. Sie kamen, sahen und siegten, wenigstens, was meine Person anlangt, und nun ist ein brennendes Interesse für alles da, was mit Ihnen zusammenhängt. Vielleicht -auch so etwas wie Neid, weil andere Menschen doch sicherlich viel'mehr von Ihnen wissen und ftets' wissen werden. Und weil überhaupt ..."
Er hält inne und.fährt sich nervös über die Stirn. Hat er nicht ein bißchen viel gesagt? Ist nicht aus seinen Worten schon deutlich herauszulesen, wie es um ihn steht?
Aber dann packt ihn plötzlich ein fast wilder Trotz, eine Begierde, alles auf eine Karte zu setzen: Soll sie cs doch merken, wie es um ihn steht! Soll sie doch! Vielleicht ist es gar nicht so grotesk, daß er in seinem Alter sein Herz noch mal und nöch dazu für so eine junge Frau entdeckt! Und wer weiß, viels leicht — vielleicht ...
Er wagt nicht zu^Ende zu denken. Er steht da und schaut auf seine Schuhe hinunter, und der Atem preßt ihm beinahe die Brust auseinander.
Auf einmal spricht Marga. Sie sitzt tief zurückgelehnt in ihrem Sessel, die Hände auf dem Schoß gefaltet. Sie spricht vor sich hin, als wäre sie allein im Zimmer:
„Ich bin gar kein so besonderer Mensch, wie Sie glauben, Doktor Hammerbacher", sagt sie nachdenklich und ein wenig singend. „Ich bin nur ... Für uns, die wir in den Nachkriegsjahren in den Beruf getrieben worden sind, sieht sich das Leben bloß ein bißchen härter und Deianlwojlu^g^p.oIIex
an, und deshalb sind wir vielleicht in uns selbst abgeschlossener, ausgereiftcr, als andere Generationen von Frauen es in unserem Alter sein konnten. Glauben Sie nur, es gibt Tausende meiner Art. Und nicht nur in Berlin. Aber im Allerletzten unterscheiden auch wir uns nicht von den anderen — » wir möchten ebenso igern heiraten wie alle anderen auch. Brennend gern sogar. 9lur sind die Wahl und der Entschluß für uns viel schwieriger als für andere, weil wir so beschwert sind. Verstehen Sie? Und was mich betrifft — ich hätte schon oft heiraten können. Das gebe ich zu. Aber ich habe dann im letzten Augenblick immer irgendwelche Hemmungen gehabt. Einmal wegen meines Berufes, einmal wegen des Berufs des Mannes und so weiter. Sie können sich das ja sicher vorstellen. Und augenblicklich ..."
Sie halt inne und hebt ihre Hände ein wenig vom Schoß auf und betrachtet sie nachdenklich. Dann läßt sie sie wieder sinken. „Augenblicklich ist der Wunsch nach der Ehe wieder unerhört groß in mir. Und ich hätte in Berlin auch einen Menschen, von dem ich weiß, daß er ... Er liebt, mich. Wir vertragen uns blendend. Er ist der wunderbarste Kamerad, den man sich denken kann. Aber — er hat meinen Beruf. Wir müßten auch als Eheleute weiterhin gemeinsam tätig sein. Bis ans Ende meiner Tage müßte ich meinen Beruf beibehalten. Und ich bin doch so müde an meinem Beruf! Sie glauben nicht, wie müde! Ja, das . ist der eine Grund, warum ich mich nicht zu diesem Menschen entschließen kann. Und der zweite ..." Sie schaut auf, schaut dem Doktor in die Augen und lächelt verloren:
„Der zweite: Wenn er ein einziges Mal auf- trumpfen wollte! Wenn er ein einziges Mal nicht demütig auf meine Entschlüsse warten wollte! Wenn er ein einziges Mal etwas täte, was ich nicht von ihm erwarte! Aber das tut er nicht. Er ist die Sanftheit, die Rücksicht, die Demut selbst. Und mir vorzustellen. ich soll mein ganzes Leben lang dieser Sanftheit gegenüberstehen — ich glaube, ich würde daran zur unausstehlichen Tanthippe. Ich würde das albernste und ekelhafteste Frauenzimmer von der Welt. Zum Schluß würde ich mich selbst und ihn und die ganze Welt verachten. Und darum Sie schweigt und verschränkt die Arme über der Brrill.
(Fortsetzung folgt)


