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Hr.200 viertes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

27./28.AugustlyZ8

Hoherodskopf-Bergfest

wie

die

Der Schauplatz der Wettkämpfe, die Wiesen an den Klubhäusern.

Das Ehrenmal der gefallenen VHC.er.

Kampfbereitschaft

dreh,

Sommersonne über dem Dogelsbergdörfchen Breungeshain.

Dem Sturm 4/M 147 des NSKK. in Gießen

Wind.

Jugend in Sonne und

das Steinstoßen

Auch die Altersturner werden wieder dabei sein.

Urquell

würzig mild - mit dem' bekannt eh Schinken bild!

als der

die die

NSKK. ver- o h r, der den führt, hat in für Basketball

turnier bei den NS.-Kampfspielen als R e i ch s m a n n f ch a f t das treten zu dürfen. Sturmführer M Sturm 4 der Motorstandarte 147

Hindernisse geschaffen, die den Reiz des Wettbe­werbs auch für die Zu­schauer erhöhen werden.

In den letzten Tagen dieser Woche herrschte auf dem Hoherodskopf für die Vorbereitung des Festes schon ein reger Betrieb. Unmittelbar vor dem Clubhaus wurde mit Hammer und Schrauben­

den. so sind Bevor

zutreten, die Gliederungen

Um nun

4/M 147 für

Partei gestellt werden.

Mannschaft des Motorsturmes schweren Kämpfe in Nürnberg

niemals wünschen wol­len schlechtes Wetter herrschen sollte. Leider

das einigen tau= Festgästen Unter­gewähren kann, was wir zu Hoherodskopf-Fest

zurückzulegen.

So vieles ist es, was den Reiz des Bergfestes und seine Anziehungskraft ausmacht: das kamerad­schaftliche Beisammensein aller derer, die im'Michs- bund für Leibesübungen vereinigt find, das Erleb­nis der Kameradschaft also. Die körperliche Lei- stungsprüfung vereint alle in gleichem Streben und im ritterlichen Kampf um den Sieg. Immer hat man die großartige Landschaft vor Augen, das Rauschen der Wälder in den Ohren und das gleich­mäßige Wehen des Win­des um die Wangen

VHC.er sich unter die Festgäste bege- sie sich am Bormittag wieder zu einer

Reichsmannschaft des NSKK. nach Nürnberg ab­fahren und in Nürnberg-Altdorf in dem Wehrsport­lager des NSKK. Quartier beziehen. Das Wehr­sportlager des NSKK. das dürfte viele Sport­freunde in unserer Stadt interessieren steht unter der Leitung des Abteilungschefs für Wehrsport, Standartenführer Paulus, der in Wetzlar und Gießen durch seine vielseitige sportliche Betätigung allgemein bekannt war.

Festes bilden.

x Das Fest wird auch in diesem Jahre wieder durch den Kreis 11 (Wetterau) im DRL. ausgerichtet. Die Gesamtleitung liegt in Händen von Sturmführer O t t e r b e i n (Friedberg).

lieber all das Getriebe des Wettkampfes hinaus wird aber das Hoherodskopf-Bergfest wieder ein Fest der Besinnlichkeit und der Heimatliebe sein. Wer könnte sich je des starken Eindrucks erwehren, den immer wieder die weite Landschaft auf. jeden macht, der mit offenen Augen seine Heimat zu sehen gewohnt ist. Wenn der Sonntag klares Wetter

Es wäre erfreulich, wenn es der Reichsmannschaft des NSKK. aus unserer Stadt gelingen sollte, in Nürnberg gute Figur zu machen und mit guten Ergebnissen aufzuwarten. Die Mannschaftsaufstel­lung, wie sie in Nürnberg eingesetzt werden wird, . steht noch nicht fest. Die Entscheidung darüber wird voraussichtlich erst nach dem Kursus fallen.

fit" zu machen, wird in diesen Tagen der Reichs­trainer für Basketball im Reichsbund für Leibes­übungen, Clausen (Berlin), nach Gießen kom­men und die Mannschaft in einem dreitägigen Kursus einem Spezialtraining unterziehen.

Am Sonntag, 4. September, wird die Gießener

könnten auch die besten Beziehungen zur Reichs­wetterdienststelle Frankfurt am Main nichts nützen, wenn es am Hoherodskopf regnen wollte. Und das will es leider oft! Am Mittwoch waren wir oben! Da war Heller Sonnenschein, tiefblauer Himmel und blendend weiße Wolken zogen von den Horizonten herauf, um sich über dem Berg aufzulösen. Dabei war es nicht heiß, denn eine frische Brise wehte über die Hänge. Es bleibt uns nur zu wünschen übrig, daß das Wetter am Sonntag so sein möge, wie es am Mittwoch war

Für die Vorbereitungen technischer Art, für die Herrichtung der Sprunggräben, der Laufbahnen usw. haben sich wieder die Schottener Turner ein­gesetzt. Mlt Hacke und Schaufel waren sie dabei, 20 Gruben für den Weitsprung, 6 Gruben für den

WerBetrieb" haben will, wird an den Kampf-- ftätten sein, und am Club­haus (am Nachmittag wird auch getanzt werden kön­nen) und wer sich für einige Zeit der inneren Ruhe und Sammlung an­heimgeben will, braucht nur wenige Schritte zu gehen, um in stillsten Schneisen zu sein. Fah­nen im Winde, Jugend im leuchtenden Sport-

Sturm 4/M 147 Gießen Vaskeiball - Reichsniannschast des ASM

Das WortHoherodskopf-Bergfest" bekommt im­mer volleren und tieferen Klang. Das Wort ist zu einem Begriff geworden! Obwohl das Fest doch erst zum sechsten Male gefeiert wird! Und dies mit Unterbrechung über Jahrzehnte! Gemessen am Feld­bergfest, das in diesem Jahre zum 83. Male ge­feiert, worden ist, ist die große Heerschau der Leibes­übungen auf dem Hoherodskopf sehr jung. Dabei hat das Hoherodskopf-Bergfest schon im vorigen Jahre, was zahlenmäßig die Beteiligung angeht, das Feldbergfest übertroffen. In diesem Jahre wird es wieder so sein! Etwa 2600 aktive Wettkampf­teilnehmer haben Meldungen abgegeben. Unsere Gießener Vereine, aber auch die sehr aktiven Ver­eine von Großen-Linden, Wieseck, Heuchelheim. Lollar usw. werden sehr stark vertreten sein. Es wird keinen Verein des Reichsbundes für Leibes­übungen im Kreis 8 und im Kreis 11 geben, der nicht 'dabei ist. Auch die Schiläufer, die ihren Berg sonst zu anderer Jahreszeit aufzusuchen pflegen, werden mit in den Wettbewerben vertreten sein. Der Vogelsberger Höhenklub hatte sich schon im vorigen Jahr gerne entschlossen, sein bisheriges Hoherodskopf-Fest mit dem Reichsbund für Leibes­übungen dem der VHC. ja auch angehört gemeinsam abzuhalten.

Selbstverständlich ist auch in diesem Jahr wieder die SA. dabei. Die SA.-Kampfspielgemeinschaft Gie­ßen wird sich mit ihrer Leichtathletik-Mannschaft beteiligen und die bisherigen Ergebnisse lassen vermuten, daß man den Namen der Kampfspiel­gemeinschaft unter den Ersten in den verschiedenen Wettbewerben zu suchen haben wird. Und noch eins kommt hinzu: zum ersten Male werden in diesem Jahre die SA.-Reiter mit dabei fein. Ein ganz neues Element im Gesamtbild des Bergfestes! Da empfiehlt sich für alle, die einSpekulier-Eisen", ein Fernglas, im Besitz haben, dieses mitzubringen. So viel mir bisher hören konnten, führt der Distanzritt über viel freies Land hinüber zum Gockerstein, hinunter nach Breungeshain und zu­rück zu den Clubhäusern. Auf der Strecke werden

und Fröhlichkeit, Schau­freude und Heimaterleb­nis, das alles wird auch diesmal wieder das Hohe­rodskopf-Bergfest bestim­men, zum Erfolg und zu einer freundlichen Erinne­rung werden lassen, die für ein Jahr nachklingen wird. N.

seiner Eigenschaft als Gauobmann .

aus seinem Sturm bereits vor einiger Zeit einige Kameraden ausgewählt, die sich mit Lust und Liebe dem Basketballspiel widmeten und dank systema-

Hochsprung, 12 Kampfringe für . .

herzurichten. Diese zahlreichen Kampfstätten (mehr als in den Jahren vorher) sind notwendig, um die große Zahl der Teilnehmer rasch an vielen Plätzen einsetzen zu können. Selbstverständlich werden die Laufzeiten wieder elektrisch gemessen, selbstverständ­lich wird wieder um den Wilhelm-Will-Schild ge­kämpft, die SA. wird ihre Wehr- und Mannschafts­kämpfe durchführen und wiederum wird auch die völkische Aussprache einen wichtigen Bestandteil des

den, werden sie sich am Vormittag wieder zu einer kurzen Feier am Ehrenmal für die gefallenen VHC.- Brüder auf der Herchenhainer-Höhe vereinigen, um dann in gemeinsamer Wanderung, den vertrauten und doch immer schönen Weg zum Hoherodskopf

ist die Ehre zuteil geworden, für das Basketball- " ' ' in Nürnberg

tischer und verständnisvoller Schulung bald eine ansprechende Leistung erreichten. Nun also werden die Kameraden zu beweisen haben, was sie zu leisten vermögen, denn in Nürnberg gilt es, im Turnier gegen sieben andere Mannschaften am ' Reichsmannschaften von anderen

bringt, werden wieder viele Augen hinüberschweifen zu den Höhenzügen des Taunus, des Spessarts und. der Rhön. Und mancher Festbesucher wird sich die Zeit nehmen, die kurze Wanderung zum Taufstein zu unternehmen, auf den Turm zu steigen und Ausschau zu halten, die von dort oben aus unbe­hindert nach allen Richtungen möglich ist. Und wer dann dabei auch einen Blick über die Ge­länder der Plattform unmittelbar in die Tiefe wirst, kann in einen Urwaldbezirk hineinsehen, in dem mächtige Baumriesen liegen und unberührt so blei- sie ohne menschliches Zutun gefallen

schlüssel hantiert und ein großes Festzelt oufge- baut, send kunft wenn einem

3SäJ

Die Henne und das Wunschlorn.

Ein Märchen von Hans Friedrich Blunck.

Wie's gekommen war, hat man niemals fest­stellen können, aber wahr ist: Bobbe Nies das ist der kleine Wicht unter der Dachluke, Bobbe Nies, sage ich, hatte eines Tages sein Wunschkorn verloren. Und so sehr er forschte und den ganzen Hof absuchte: die Macht, böse und gute Wunsche auszusprechen, war von ihm gegangen, das Korn war wie in die Erde versunken.

. Nun war zu jener Zeit gerade eine ausgediente Glucke auf seinem Hof, der hatte der Bauer noch einmal Enteneier untergelegt, die sie mit viel Liebe ausgebrütet hatte. Sie war eine gute Mutter, hatte aber arge Kopfschmerzen über die Kinder, die sie nicht vom Wasser abtreiben konnte. Darüber schlief sie schlecht und fraß hastig, was sie an Körnern vorfand, ohne Geschmack und Unterschied.

Als sie nun an jenem Morgen, wo Bobbe Nies nach dem Wunschkorn suchte, gerade wieder seufzte, ihre Töchter möchten zu richtigen Kücken werden, geschah es, daß die Entchen auf dem Teich zu spaddeln anfingen, quiekten, schief lagen und mit Mühe und Not als Hühnerkücken das Ufer er­reichten. ' ,,

Der Bauer, der gerade vorbeiging, machte zwar ein Gesicht, wie er sein Lebtag feine gezogen hatte, und wischte sich über die Augen. Aber es hals nichts, eine Glucke hatte auf einmal echte Huhner- kücken unter den Flügeln, blähte sich vor Stolz und wünschte dem glotzenden Bauern, daß er selbst ein­mal erführe, wie's in einem Gluckenstall zuginge. Worauf sich ein Wind erhob und der Mann feder­leicht die Stiege hochwirbelte, bis er schreiend durchs Hühnerloch kriechen mußte. .

Auf solchen Lärm war auch die Bäuerin hinzu- gefommen. Da blähte sich die Glocke zum zweiten­mal lüftete die Flügel ein wenig, so daß man die zwölf Kückenhälse gerade erblicken konnte, und wünschte der Frau, daß sie statt ihres unnutzen Treibens in Küche und Keller wie eine recht­schaffene Henne leben möchte. Im gleichen Augen­blick stand ihr ein braunes Federvieh gegenüber, das ein entsetzliches Gekakel erhob, so abscheulich, daß niemand wußte, obs aus Hunger oder Gram

war. Sogar der Hahn, der neugierig hinzukam und nichts Rechtes zu antworten vermochte, hatte seine liebe Not mit der Neuen, sie flog ihn bei aller Tröstuna an, als sei's eine aus dem Hühnerstall des Leibhaftigen.

Die Glucke begriff indessen durchaus nicht recht, was um sie vorging. Sie wünschte sich Regen­würmer, und ,ber Hühnerhof war voll davon, sie wünschte, der Bauer möge wieder ihre Kücken besehen, und der steckte gleich den Kopf aus dem Stiegenloch. Die Glucke hätte auch gern einen räumigeren Stall gehabt und sah, als sie kaum dran dachte, wie der große Hof sich verschob, als hätte ein Wind ihn eingedrückt, und wie zu allen Fenstern Hühnerleitern führten und aus allen Heu­böden die schönsten Kakelecken wurden.

Es war eine wunderschöne Stunde, und der wackeren Glucke wäre wohl auch weiter alles zum besten gegangen, wenn der Nies nicht in seiner Bequemlichkeit peinlich betroffen gewesen wäre. Er hatte sich von seinem Schmerz über das verlorene Wunschkorn noch nicht erholt und mußte zu seiner Ueberraschung spüren, wie sich, er verstand nicht warum, plötzlich sein sauberes Stübchen unter den Ziegeln zu einem häßlichen Strohnest verschob, wie die Bäuerin zu einer unansehnlichen Henne wurde und der Bauer aus dem Hühnerloch krähte. Er ahnte schließlich, daß sein verlorenes Wunschkorn die Ursache aller Verwirrung war, aber wie er den Träger finden sollte, wußte er nicht.

Ein guter Zufall hals ihm. Als die Glucke sich nämlich an den Würmern so recht feist gelabt hatte und träge blinzelnd ihre stattlichen Töchter bejah, stieg, wie bei jedermann in der Sattheit, der Dun­kel in ihr auf. Der Haushahn, der gerade einer Silberhenne beim Kakeln half, schien ihr, ein dürf­tiger Eheherr, und weil sie selbst ihre besten Jahre hinter' sich hatte, seufzte sie und wünschte von Her­zen, daß ihre Töchter einmal in höhere Gesellschaft kämen. . , ,

Kaum hatte sie solches zu Ende gedacht, da sah sie von einer großen bunten Wolke eine kleine neblige Stiege bis zum Hühnerhof hinunterfallen, die war mit lauter tauglänzenden Sproßen bedeckt und verlor sich hoch oben im roten und braunen Abendrot. Es dauerte eine Weile, bis die Glucke begriff, daß auch das für sie geschah. Dann rief sie ihre zwölf Töchter zusammen, ging mit rau­

schenden Flügeln am Hahnemann vorbei und begann die silberne Leiter hinaufzuhüpfen. Der Bauer, der noch immer mit dem Kops im Hühnerloch lag, sperrte Mund und Augen auf vor Erstaunen, dem Nies aber, der gerad das Stroh aus seiner Stube warf, dämmerte auf, daß alles Federvieh Körner frißt. Und weil er ein flinker Bursche und sorglich auf die alte Ordnung bedacht war, schwang er sich windschnell zur Leiter hinüber, kroch dem untersten Kücken unter die Federn und krabbelte der Frau mit dem Wunschkorn nach.

Die Henne riß ihre eiergelben Lider weit auf, als sie sich oben auf der Treppe fand. Mitten in der Wolke war nämlich ein gläserner ©aal; Tische und Stühle standen an den Wänden. Unter einem Kronleuchter aus brandrotem Nebel tanzten Win- dische, weiße federleichte Gestalten, die den Boden kaum berührten und luftig umeinander wirbelten.

Was sollte sie tun? Die wackere Glucke setzte sich mit den Hühnchen an einen Tisch, vermutete, es käme schließlich alles, wie es nach Verdienst kommen müßte, plusterte sich auf und wartete auf Tänzer für ihre Kinder.

Eine Weile blieb sie für sich. Es blies falt; es gab auch nichts zu essen und zu trinfen, und sie fror abscheulich.

Solche Entbehrung schien ihr aber zur neuen Gesellschaft zu gehören, und weil ihr das Glück der Kinder die Hauptsache war, sah sie jedes Wesen, das nah oorüberfam, verlangend an und winkte ihm freundlich, doch einmal mit einer ihrer Töchter zu tanzen. Fiel aber feinem ein. Da war sie froh, als ein Männchen mit roter Mütze, das auch ein Fremder zwischen den Windischen schien, bei ihr Platz nahm. Er war ein höflicher Bursch, forderte bald mit einem Kratzfuß eines der jungen Fräulein auf und schwenkte es zur Musik, die der Wind auf Hörnern und Geigen blies, luftig durch den Saal. Dann setzte er sich, trocknete sich die Stirn und zog die Mutter höflich ins Gespräch. Solch ein Saal sei ja ganz schön, meinte er, aber eigentlich ginge doch nichts auf der Welt über einen sauberen Hühnerhof.

Die Glucke war betroffen über die Wahrheit der Worte; sie wußte aber nicht, ob sie dem zustimmen dürfe, ohne ihre Fürnehmheit zu verlieren. Es sei ja eine gute Sache um Luft und Licht, meinte der

fremde Herr weiterhin, wie die vornehmen Leute es heute pflegten, aber es gehören doch auch einige Würmer und eine gute Weizenernte zum Leben. Die Glucke spürte Frost und Hunger, nickte und dachte schmerzlich an den Stall daheim. Ja, sagte der Fremde, aber er wisse einen Zauber, mit dem man so viele Körner beschaffen könne, wie man brauche. Wenn die Frau Glucke ihm nur ein ein­zelnes besorgen wolle ach, das ginge gar nicht so schwer. Sie brauchte ihm zum Beispiel nur die Körner aus ihrem Kropf in seine Mütze zu wünschen.

Die Glucke sah steif in den Saal; sie wußte nicht, ob das noch eine geziemliche Unterhaltung sei.

Sie brauche nur zu denken, scherzte der Fremde, daß ihm einige Körner zuflögen, dann wolle er ihr fofort eine wohlfeile Mahlzeit besorgen. Der Herr hatte dabei seine Kappe gezogen und sah sein Gegenüber lächelnd an. Als er nun so recht freundlich bat, hätte die Glucke dem Fremden wohl gern einen Gefallen erwiesen, sie war nur unsicher, ob sie nicht die Ordnung verletzte. Plötzlich aber, während sie noch an dem Wunsch dnickte, hatte der andere ein kleines Korn in der Mütze und redete in einer kaum verständlichen Sprache vor sich hin.

Und während die Henne noch mit knurrendem Magen auf ihr Wunder wartete, merkte sie plötzlich, wie der gläserne Saal zum irdischen Hühnerhof wurde, wie die kleinen Kücken große Schnäbel be­kamen und wie auch der Hof wieder ein richtiges Haus mit Dach und Scheune wurde. Die Bäuerin schüttelte sich verdutzt die Federn ab, rupfte und zupfte an sich herum und begann laut über ihr Abenteuer zu schelten; der Bauer polterte die Leiter hinab, die unter ihm knackte und sackte. Aber die wackere Glucke fand wirklich einen Haufen gelben, süßen Weizens, wie ihr der Fremde mit der roten Mütze versprochen hatte. Da war ihr die Verände­rung gar nicht so unangenehm, sie hatte Hunger und scharrte im Glück des Ueberflusses ihr Mahl nach allen Seiten.

Und gewiß ist's auch besser, wenn die Wunsch­körner bei denen bleiben, die sparsam und be­dächtig damit umzugehen wissen; Menschen und Hühnervolk haben den rechten Gebrauch noch nicht gefunden.