Ausgabe 
27.4.1938
 
Einzelbild herunterladen

schauen. Das ist vielleicht das Gelungenste an der Reichsgartenschau, daß sie fachliche Lei­stungsausstellung und Volksausstel- lung zugleich ist, ohne daß die Einheit des Ganzen irgendwie darunter rtte. Im Gegenteil: Mit einer wahrhaft künstlerischen Feinfühligkeit hat der Gartendirektor Korte es verstanden, den schön­heitsdurstigen Blumenliebhaber auch in die wirt­schaftlichen und wissenschaftlichen Hintergründe des Gartenbaues einzureihen, ihm praktische Anleitun­gen zu vermitteln undIdeen stehlen" zu lassen, während andererseits der Fachmann immer wieder durch den Anblick seiner herrlichsten Schöpfungen belohnt wird.

Ein Rundgang zeigt uns all die Zweckmäßigkeiten und Schönheiten der Ausstellung. Die Lehrschau zeigt u. a. die soziale Betreuung des gärtnerischen Menschen, Selbsthilfeeinrichtungen und Forschungs­dienst, Wetterdienst, Pflanzenschutz, Technik im Gar­tenbau und Marktregelung in schematischer Dar­stellung. Alle Fachgebiete werden gesondert behan­delt, der Samenbau, Gemüsebau, Obstbau, Baum­schulen, Blumen- und Zierpflanzenbau. In einer besonders interessanten Abteilung zeigt diese Halle an Beispielen die mustergültige Gestaltung des deutschen Dorfes aus Volkstum und heimischer Landschaft. In der Freilandschau des Reichs­nährstandes werden u. a. die Qualitätsbestimmun- gn für Baumschulenzuchten erklärt. Anerkannte Obstunterlagen sind ausgestellt, die Reichssortimente

für Gemüse, die anerkannten Obstsortimente und die geprüften Neuheiten im Blumenbau vollständig vertreten. Diese beiden Lehrschauen des Reichsnähr­standes sind für den Erwerbsgärtner berechnet. Emen viel größeren Jnterssentenkreis erfaßt die Lehrschau über die Werkstoffe des Gartens, hier findet jeder Gartenfreund wertvolle An­regungen.

Soll man noch die einzelnen Abteilungen dieser Wunderschau aufzählen, soll man den bunten Kera- mikhof, den Platanenhof, den Eibengarten, den Turnhof der Kinder mit Spiel- und Sportgeräten, den Ahnenwinkel, den Feierabendhof, den 'Wasser­garten, den Brunnenhof, die Mustersiedlungen, den Gymnastikgarten, die Kleintierschau oder gar die Kolonialschau erwähnen, wo man innerhalb einer halben Stunde einen Spaziergang durch unsere sämtlichen Kolonien von Neuguinea bis Kamerun machen kann, wo man Kaffeesträucher blühen und den schwarzen Pfeffer wachsen sieht, wo es Baum­wollpflanzungen, Tabakplantagen, Oel- und Kokos­palmen, blühende Orchideen und reifende Melonen an grünen Urwaldtümpeln gibt? Ach, des Erzäh­lens wäre kein Ende. 900 000 Stiefmütterchen blühen jetzt auf diesem seligen Gefilde, Hortensien- und Tulpenbeete von einzigartiger Schönheit warten auf ihre Bewunderer. Es bleibt nur eine Lösung: dem Rufe zu folgen, den der Reichsnährstand und die Stadt Essen hinausschickt in alle deutschen Lande: Kommt und seht selbst!

Zur Hochzeitdes Königs von Albanien.

'/

MDW

FD ß W

Am Mittwoch findet in Tirana, der Hauptstadt von Albanien, unter großen Feierlichkeiten die Hochzeit des Königs Z o gu von ^Albanien mit der ungarischen Gräfin Geraldine A p p o n y i statt. (Associated-Preh-M.)

Soziale Selbfiveraniworiung" und Berufserziehung.

Von prof. Or.-Ing. Karl Arnhold, Leiter des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung der OAF.

dak. Die Berufserziehung ist eine große volks­gemeinschaftliche Ordnungs- und Gestaltungsaufgabe, deren Lösung durch eine Gemeinschaftsarbeit der Schaffenden im Rahmen einer betrieblichen und überbetrieblichen Selbstverantwortung des Arbeits­lebens gefunden werden muß. Ausdruck der über­betrieblichen Selbstverantwortung sind die Ar­beitsausschüsse und Arbeitskammern Beide Organe haben u. a. für die Berufserziehung die Aufgabe, die Arbeit des Amtes für Berufserzie­hung und Betriebsführung zur Sicherstellung einer Planmäßigkeit der betrieblichen Aus­bildung zu unterstützen. Dabei besitzen diese bei­den Einrichtungen kein Entscheidungs- und Beschluß- 'recht, sondern sie haben lediglich beratende Funktionen. Die aus Vertretern der Betriebsfüh- rung und Gefolgschaft zusammengesetzten Arbeits­ausschüsse haben im Zusammenhang mit ihren übri­gen Aufgaben auch die Ideen und die Arbeiten des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung an die Praxis heranzutragen, dort Vor­schläge aufzufangen und diese wiederum dem Amt für Berufserziehung und Betriebsführung zur Aus­wertung und endgültigen Bearbeitung zu übermit­teln.

Diese vorklärenden Arbeiten der Ausschüsse er­strecken sich in der Berufserziehung z. B. auf Be­ratungen über die Ausarbeitung von Lehrplä­nen, eine plnmäßige Berufsausbildung, Gemeinschaftslehr Werkstätten, Fragen der för­dernden Berufserziehung usw., also kurz auf alle Vorfragen, die zur Heranbildung von einsatzfähigen, tüchtigen Arbeitskräften zu lösen sind. Daß diese Tätigkeit der Arbeitsausschüsse sich auf das Gebiet einer ganzen Berufsgruppe erstreckt, liegt in der Natur dieser Fragen. Äehnlich wie die Arbeitsaus­schüsse arbeiten die Arbeitskammern auf dem Gebiet der Berufserziehung. Sie werten Unter Umständen die Ergebnisse der Beratungen der Arbeitsausschüsse derart aus, daß sie für ihren Bezirk, der sich mit dem Gaugebiet deckt, eine Vorklärung und Zusam­menfassung vornehmen, um so dem Amt Berufs­erziehung und Betriebsführung gegebenenfalls eine einheitliche Bearbeitungsbasis für diese Fragen zu schaffen.

Nach den organisatorischen Vorbereitungen im Jahre 1936 kamen im Vorjahre die Arbeitsausschüsse und Arbeitskammer bereits zum praktischen Einsatz. Sie konnten auf dem Gebiete der Berufserziehung und Betriebsführung die Arbeiten in vielen Gauen erfolgreich unterstützen. So wurde auf Grund der Beratungen in den Arbeitsausschüssen im Gau Ham­burg ein Berufsbild für den Facharbeiter in der Fischindustrie erstellt und damit auch hier die Grundlage für eine planmäßige Berufserziehung geschaffen. Im Gau Köln-Aachen wurden Berufsbil­der für die Textilindustrie vorbereitet. In

der Holzindustrie haben die Ausschüsse bei der Schaffung von Lehrberufen beratend mitgewirkt. Weiter wurde im Gau Koblenz auf Anregung der Arbeitsausschüsse die Gründung einer Fachschule für Holzeinteiler und -einschneider in Sägewerken in Angriff genommen. In den ArbeitsausschüssenZie­ge l i n d u st r i e" behandelte man eingehend den auch in dieser Industrie eingetretenen Facharbeiter­mangel. Auf Grund dieser Beratungsergebnisse sind die Arbeitsausschüsse heute damit beschäftigt, den Lehrberuf des Zieglers zu schaffen. Auch haben die Arbeitsausschüsse angeregt, in der Treibriemen- und technischen Lederindustrie Lehrberufe zu schaffen. Im Gau Sachsen wurde ein Musterlehrvertrag für Landmesser in den ArbeitsausschußTechniker" entworfen, der bereits in über 100 Betrieben zur Anwendung kommt.

Durch das Eingreifen der Arbeitsausschüsse konn­ten vielfach Schwierigkeiten direkt beseitigt werden, wodurch die endgültigen Maßnahmen wesentlich be-

202

schleunigt und deren Durchführung erleichtert wur­den. Besonders erfolgreich' war der Einsatz der Or­gane der sozialen Selbstverantwortung bei der Er­arbeitung der Voraussetzungen zur Errichtung neuer Lehrwerkstätten, Gemeinschaftslehrwerkstät­ten und Lehrecken. Auch auf diesem Gebiete dec Berufserziehung haben die Arbeitsausschüsse tat­kräftig und erfolgreich gearbeitet. In der f ö r d e r n- den Berufserziehung gaben die Arbeits­ausschüsse wertvolle Anregungen für die Arbeiten des Amtes für Berufserziehung und Betriebsfüh­rung. Sie prüften die Möglichkeit der Durchführung von betrieblichen Lehrgängen und außerbetrieblichen Gemeinschaftslehrgängen, wie sie auch in vielen Fällen Vorschläge für die Lehrplangestaltund der zu­sätzlichen Berufserziehung ausarbeiteten. Damit wurde auch den zuständigen Dienststellen in den Gauwaltungen ermöglicht, praktische und der Wirk­lichkeit am nächsten kommende Maßnahmen zu er­greifen.

Auf Grund der Ergebnisse des Jahres 1937 ist eine weitere erfolgreiche Entwicklung dieser Gemein­schaftsarbeit zu erwarten, wodurch die Maßnahmen des Amtes für Berufserziehung und Betriebsfüh­rung den Bedürfnissen der Praxis angepaßt werden und somit ihre beste Verwirklichung finden.

Des Führers Hochzeitsgabe für den König von Albanien.

Tirana, 26. April. (DNB.) Am Dienstag um 10.30 Uhr fand im Sitzungssaal des Rathauses von Tirana zu Ehren der Königshochzeit die Trau­ung von 14 Paaren statt. Nach dieser Zeremonie setzten sich die Neuvermählten an bie Spitze eines großen Festzuges, der unter dem Gesang vaterländischer Lieder durch die Straßen der Hauptstadt zog. Am Abend fand am Königshof ein großer Empfang statt, an dem

außer dem König und der Gräfin Apponyi der Herzog von Bergamo, Graf Ciano, die Mitglieder der albanischen Regierung, die Spitzen der Be­hörden und das Diplomatische Korps teilnahmen. Der Führer und Reichskanzler hat Seiner Majestät dem König der Albaner zu seiner Ver­mählung telegraphisch herzliche Glückwünsche übermittelt und ihm als Hochzeitsgefchenk den neuesten Wagen der Daimler-Benz- Werke, ein Ächtzylinder-Mercedes-Benz-Sport- kabriolett, durch den deutschen Gesandten in Tirana übergeben lassen.

Rom schmückt sich für den Führer.

Von unterer Sonderberichterstatierin Adelheid Oehio.

W

Die Hauptstadt des faschistischen Imperiums steht mitten in den Vorbereitungen für den alanzvollen Empfang des Führers in den ersten Maitagen. Unser Bild zeigt die hohen Kandelaber, die die Via bet Trionfi, die Feststraße beim Einzug Adolf Httlers, slankteren. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Rom, April 1938.

Schon seit Wochen sind in Rom umfassende Do^ arbeiten für die Ausschmückung der Stadt anläßlich des bevorstehenden Führerbesuchs im Sange. Außer der Kommission unter dem Vorsitz des Außenmini­sters Graf Ciano, dem die Gesamtvorbereitun- qen in Florenz, Rom und Neapel unterstehen hat sich bei der römischen Stadtverwaltung auf dem Kapitol ein weiterer Ausschuß gebildet, dem die künstlerische Ausschmückung Roms und vor allem der 6 Kilometer langen Einzugs' st r a ß e von der Cestiuspyramide bis zum Duirt» nal obliegt. Vorsitzender des Ausschusses ist der Gouverneur (Bürgermeister) von Rom Fürst Piero Colonna selbst. Unter seinen Mitarbeitern fin- den sich klangvolle Namen des römischen Adels, wie Herzog Disconto und Fürst Ruspoli, sowie führende Männer der Industrie und Jngenieurkunst. _

Die Ausschmückung Roms und seiner ehrwürdigen Ruinen ist nämlich keine einfache Sache. Die groß­artigen Veduten, die durch die Altertümer an der Einzugsstraße, den Palatin, das Kolosseum, die Kaiserforen gebildet werden, vertragen nur eine

künstlerisch einwandfreie und geschmackvoll abgewo­gene Dekoration, die hervorhebt und nicht verdeckt. Jedes Zuviel ist hier vom liebet Grüne Pflanzen, sprudelnde Wasser und lebendige Flammen können nie störend wirken. Dazu kommt noch farbenfroher Flaggenschmuck und abends Scheinwerferbeleuch­tung. Die Italiener sind ja Beleuchtungskünstler von Tradition, und so haben sie sich entschlossen, mit blendenden Scheinwerfern, die die Ruinenwelt leicht flach erscheinen lassen, sehr sparsam umzugehen und hauptsächlich lebendige Flammen zur Anwendung zu bringen. Dann kann es nicht fehlen, daß die Ein­zugsstraße einen überwältigend schönen Eindruck machen wird.

Die Ankunft des Führers in Rom wird für halb neun Uhr abends angesetzt. Sein Sonderzug wird im neuerbauten Bahnhof an der Porta San Paolo im Süden der Stadt einlaufen. Der 300 Meter lange und über 40 Meter breiteDiale Hitler" wird reich mit Grün bepflanzt werden und im Lichte von Tausenden von Pechpfannen od?r Gasflämmchen strahlen. Auf dem zinnengekrönten Stadttor, das noch aus dcn Zeiten des Feldherrn Belisar stammt.

werden hohe Flammen lodern und ihr flackerndes Licht auch auf die benachbarte Cestiuspyramide wer­fen. Die hinter der Bresche in der antiken Stadt­mauer liegenden weniger schönen modernen Ge­bäude sollen ganz hinter einem Flaggenwald ver­schwinden.

Alter Tradition gemäß wird am antiken Stadttor die Begrüßung der deutschen Ehrengäste durch den Gouverneur von Rom stattfinden. Da­bei soll ein uralter Brauch wieder aufleben. Der Gouverneur wird von den sogenanntenGetreuen des Kapitols" in prächtigen Renaissancekostümen umgebendem. Die kleine Ortschaft Vitorchiano bei Viterbo nördlich von Rom hatte nämlich feit dem Jahre 1217 als Dank für ihre vielfach bewiesene Bündnistreue die bewaffneten Wächter zu stellen, denen die Obhut der römischen Stadttore, Plätze und Gefängnisse anvertraut war. Jedes Jahr ent­sandte Vitorchiano zehn junge Männer zu diesem Zwecke nach Rom, und sein Stadtwappen führte den Wahlspruch:Deo Romae quae esto fidel is Im üppigen Seicento erhielten diese Reisigen eine prächtige Galauniform aus weißem Samt mit blut­rotem Wams und einem Kopfputz aus weißen, ro­ten und gelben Federn. Der Brauch hielt sich bis 1870 und drohte dann in Vergessenheit zu geraten, bis er anläßlich des Besuches des Königs Fuad von Aegypten und der Hochzeit des Kronprinzen Um­berto wiederbelebt wurde, wobei zehnGetreue" in ihren alten Kostümen auf den Stufen des Sena­torenpalastes standen. In diesen Tagen begab sich nun der Gouverneur Fürst Colonna nach Vitor- chiano, um unter den dortigen Afrikakämpfern die besten auszusuchen, die ihn bei der Begrüßung der deutschen Gäste in ihren schönen Kostümen umgeben werden, um dann eine feste Anstellung an der rö­mischen Stadtverwaltung erhalten. ,

An der ganzen Einzugsstraße werden Militär, Schwarzhemden, faschistische Jugendbünde und Ab­ordnungen der Städte ganz Italiens Spalier stehen. Die Dia Triumphalis wird von lodernden Fackeln erleuchtet werden, die auf hohen Kandelabern im ägyptischen Stile brennen. Auf der Piazza Raudusculana werden auf dem Hintergrund von dichtem Myrthengebüsch fünf leuchtende Fontänen plätschern, und längs der ganzen Prachtstraße sollen zahlreiche Wasserstrahlen sprudeln. Der Obelisk aus Axum, der unlängst am Eingang der Passeggiata Archeologica errichtet worden ist. wird von beweg­lichen Scheinwerfern angestrahlt, ebenso wie der Circus Maximus und der Palatin, dessen Umrisse sich hell gegen den dunklen Himmel abzeichnen sollen. Der Triumphbogen des Konstantin wird in weißem Lichte erstrahlen, das K o l o s s e u m im Hinter­grund soll einen ganz neuartigen Beleuchtungs­schmuck erhalten: statt wie bisher von außen durch blendende Scheinwerfer angestrahlt zu werden, wird das Licht von innen her aus den Hunderten von Rundbögen des mächtigen Gebäudes hervordringen. Längs der Dia dell'Jmpero werden hohe Dreifüße aufgestellt werden, auf denen Flammen lodern. Auch die Beleuchtung des N a t i o n a l d e n k m a l s soll verbessert werden. Der Corso Umberto und die zum Hauptbahnhof führende Via Nazionale sollen in ein Flaggenmeer in deutschen und italieni­schen Farben verwandelt werden. Auf der Piazza dell'Esedra werden die historischen Banner der ver­schiedenen römischen Stadtteile herabhängen. Auch das Kapitol, die Engelsburg, das Musioliniforum werden int Festschmuck erstrahlen. Der Schmuck der römischen Paläste und der Geschäfte soll ebenfalls nach besonderen Anweisungen des Festausschusses erfolgen.

Längs der ganzen Einzugsstraße werden Tribü­nen für Hunderttausende von Zuschauern errichtet. Sie sollen auch für die große Parade am folgenden

Tage dienen, an der Abordnungen des Heeres, der Marine, der Luftfahrt und der faschistischen Jugend­bünde teilnehmen werden, darunter drei vollständige Grenadierregimenter, 400 motorisierte oder be­spannte Geschütze und 400 Panzerwagen und Tanks, sowie eine Abteilung libyscher Kolonialtruppen.

Auch auf dem Mussolini-Forum werden Tribünen gebaut, und zwar wird das Marmorstadion durch Holzanbauten so ergänzt, daß es statt 10 000 ganze 70 000 Zuschauer fassen kann, die einer großen Vor­führung der faschistischen Jugendbünde beiwohnen werden, die abends im Licht von 40 nicht blenden­den Tiefstrahlern stattfinden soll. Die Sitzreihen haben eine Gesamtlänge von 22 Kilometer. Im be­nachbarten Zypressen-Stadion wird eine Freilicht- Opernaufführung, wahrscheinlich einiger Akte des Lohengrin, geplant, der Bau einer gewaltigen Bühne auf dem Hintergründe der bewaldeten Hänge ist im Gange. Die Opern-Ausstattung soll im kom­menden Sommer für die Freilichtaufführungen in den Caracalla-Thermen gebraucht werden.

All dieses ergibt natürlich eine großzügige Ar­beitsbeschaffung, an der eine möglichst große Zahl römischer Arbeiter teilhaben soll. Schon jetzt wird auf den Einzuasstraßen überall gebuddelt, um neue Leitungen zu fegen, die eine Gesamtlänge von 140 Kilometer haben. Der Stromverbrauch, der bei nor­maler Straßenbeleuchtung in Rom etwa 8000 Kilo­watt pro Abend beträgt, lyird während des Führer­besuches um etwa 6000 Kilowatt pro Abend an- wachsen, lieber tausend neue Reflektoren sollen auf­gestellt werden.

Außer der schon erwähnten Parade auf der Via dell' Jmpero, bei der der neue römische Parade­marsch vorgeführt wird, finden bei Santa Marinella am Tyrrhenischen Meer Manöver mit Feuergefechts­übungen statt, und beim Flughafen von Furbata Flugübungen der italienischen Luftwaffe. Das glän­zendste militärische Schauspiel wird aber die große Flottenschau in der Bucht von Neapel bilden.

Aaiionalspanische Fortschritte im Alfambra-Abschnitt.

Salamanca, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Im Alfambra-Abschnitt sind die nationalen Truppen weiter nach Süden vorgestoßen und haben mehrere Ortschaften besetzt. Die Roten erlitten bei ihren Widerstandsversuchen starke Verluste. Bei einem Gegenangriff wurden drei rote Schwadronen völlig aufgerieben. Der Frvntberichterstatter des nationalen Hauptquartiers meldet nach einem Besuch an dec spanisch - französischen Pyrenäen- grenze, daß eine große Zahl von Zivilper­sonen, die von den Bolschewisten nach Frank­reich verschleppt wurden, und viele rote Milizen ununterbrochen nach National- spanien zurückkehren, obwohl die franzö­sische Volksfront einen großen Druck auf die Ge­flüchteten ausübe. Infolge der guten Aufnahme dec Flüchtlinge durch die nationalen Behörden nehme die Rückwanderung einen immer größeren Umfang an. Oestlich des Arantales befänden sich noch starke bolschewistische Verbände, die unter dem Befehl eines Zuchthäuslers ständen. Da sie von der französischen Volksfront mit Waffen reich versorgt würden, leiste­ten sie weiterhin hartnäckigen Widerstand.

Außenpolitische Forderungen der japanischen presse.

Tokio, 27. April. (Ostasiendienst des DNB. Funkspruch.) Mehrere Tokioer Zeitungen fordern, daß die Neuorientierung der gesamten Staatspolitik auf eine entschlaf jene Beendigung des