kann nichts mehr daran ändern, daß diese Reoraa- nisation des europäischen Friedens ausschließlich Sache der vier großen europäischen Nationen Deutschland, Italien, England und Frankreich ist. Das Auseinanderfallen der französischen Volksfront über die dem Kabinett Daladier mit den Stimmen der Rechten erteilte Ermächtigung zur Wiederauf- richtung der durch eben die gleiche Volksfront in ideologischer Sturheit in Grund unb Boden gewirtschafteten Staatsfinanzen hat ja ebenso wie der mit ollen Mitteln der kommunistischen Demagogie betriebene Kampf gegen die Notverordnungen Paul- Reynauds den maßgebenden Leuten in Poris und hoffentlich auch der französischen Öffentlichkeit sehr deutlich gezeigt, wie wenig Moskau bereit ist, auf feine alte Taktik skrupelloser Verhetzung der Massen auch in befreundeten Ländern zu verzichten, selbst auf die Gefahr hin, durch die von den kommunistischen Drahtziehern entfesselten Stteiks die Rüstungsindustrie des Verbündeten lahmzulegen.
Es ist daher verständlich, daß man in Paris das Bedürfnis empfand, die Entente mit England durch einen offiziellen Besuch des brittschen Premiers unterstrichen zu sehen. Und weiter leuchtet es ein, daß in den Besprechungen von Chamberlain und Lord Halifax mit den französischen Ministern offenbar die Rüf'tungsfragen an erster Stelle gestanden haben. Man macht sich in London schon seit langem Sorg-, daß der französische Verbündete durch die ständige Beunruhigung seiner Wirtschaft gehindert ist, namentlich im Ausbau seiner Luftwaffe Schritt zu halten. Frankreich hingegen hat schon mehrfach den Wunsch geäußert, daß England die allgemeine Dienstpflicht einführen möge, um in der Lage zu sein, im Kriegsfälle mit einem beträchtlichen Expeditionskorps auf dem Festlande zu erscheinen. Es hat nicht den Anschein, als ob man in den Pariser Besprechungen in diesen Punkten vorangekommen sei. Die neue Streikwelle, die namentlich in der Hauptstadt und im nordfranzösischen Jmmstriege- biet zu schweren Ausschreitungen geführt hat und Daladier zwang, die nach Moskauer Taktik von den Streikenden besetzten Fabrikbetriebe mit Gewalt räumen zu lassen, hat auf die Tage des englischen ^Rinisterbesuchs einen tiefen Schatten geworfen und wird den brittschen Gästen die außerordentlichen Schwierigkeiten vor Augen geführt haben, die von der wirtschaftspolitischen und finanziellen Seite her einer weiteren Forcierung des längst überspannten ftanzösischen Rüstungsstandes entgegenstehen. Andererseits wissen die Franzosen, daß ttotz aller hef- ttgen Krittk der Opposition an den angeblich ungenügenden militärischen Maßnahmen der Regierung die psychologischen Voraussetzungen für eine Einführung der allgemeinen Dienstpflicht schon in Friedenszeiten in England auch heute noch nicht gegeben sind, lieber eine Registrierung der Dienstpflichttgen und eine Organisierung des zivilen Hilfsdienstes namentlich im Luftschutz wird Chamberlain wohl, abgesehen von einer umfassenden Bereitstellung der Rüstungsindustrie für den Kriegsfall, vorerst nicht hinausgehen.
Die anderen Fragen scheinen daneben nur eine Rolle zweiten Ranges gespielt zu haben. Beide Gesprächspartner waren sich einig, dem General Franco auch nach der bereits erfolgten Zurückziehung der italienischen Freiwilligen nach nicht die Rechte einer kriegsführenden Macht zuzubilligen, es vielmehr bei dem vom Nichtemmischungsausfchuß angenommenen britischen Plan zu belassen, der diese Zubilligung erst Vorsicht, wenn das Problein der ausländischen Freiwilligen restlos gelöst ist. Die Interessen in Dftafien sind anscheinend ebenso zur Sprache gekommen wie die Lage in der K a r p a t h o - U k r a i n e, die Unterbringung der jüdischen Emigranten unb das Kolo - nialproblem. Aber alle diese Fragen wurden überschattet von dem großen Eindruck, den das Bevor- stehen einer deutsch-französischen Erklärung gemacht hat, über die am Vorabend der britischen Ministerbesuchs die ersten authentischen Mitteilungen in Paris laut wurden. Chamberlain hat nicht verfehlt, seiner besonderen Genugtuung über die beabsichtigte Erklärung Ausdruck zu geden und sie als eine weitere Etappe zu bezeichnen zu dem Ziel, das er selbst mit der Unterzeichnung des deutsch- englischen Abkommens in München im Auge gehabt habe. In der französischen Presse wird die mit der Erklärung vorbereitete Annäherung der beiden großen benachbarten Nationen, abgesehen natürlich von der äußersten Linken, warm begrüßt. Wenn der „Temps" erklärt, dieser Vorgang liege in der Linie der neuen Politik, die in München begonnen wurde, und mache eine vertrauensvollere Ausrichtung der deutsch-französischen Beziehungen unerläßlich, damit die Methoden der Beratungen Früchte bringen könnten, so spricht daraus eine klare Erkenntnis der neuen Sachlage, vor die sich Frankreichs Außenpolittk gestellt sieht. Nach dem für die nächsten Tage angekündigten Besuch des Reichsaußenministers von Ribbentrop in Paris wird darüber Näheres zu sagen sein.
Vorerst steht Paris im Zeichen erbitterter Vorkämpfe für den General streik, mit dem Jouhaux, das Haupt der französischen Gewerkschaften, auf Befehl Moskaus gegen d i e Notverordnungen Paul Reynauds Sturm zu laufen begint. Die Notverordnungen werden von der Regierung als unerläßliche Voraussetzung für eine Reorganisation der ftanzösischen Wirtschaft und eine Sanierung der Staatsfinanzen angesehen. Aber die Marxisten aller Schattierungen, die sich bereits bei der Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz von Daladier getrennt haben, nehmen die gewiß höchst unpopulären Notverordnungen zum Anlaß, um der Regierung den Kampf bis aufs Mester anzusagen. Daladier scheint jedoch entschlossen den Fehdehandschuh aufzunehmen und den Kampf um die wirtschaftliche und soziale Befriedung Frankreichs durchzufechten. Er weiß, daß Frankreich diese Befriedung braucht, wenn es nach dem Verlust wich- tiger außenpolitischer Positionen eine Neuorientierung seiner Außenpolitik auf einer gesunden und zutunstverheißenden Grundlage anbahnen will.
Dr. Fr. W. Lange.
KdF. baut vier O^speväber.
Berlin, 25. Nov. (DNB.) Reichsorganisations- lciter Dr. L e y erklärte der „BZ. am Mittag": Madeira, Mittelmeer, Nordland — das sind alles wunderbare Erlebnisse für die KdF.-Reisenden. Aber daneben und darüber hinaus bleibt das Wichtigste, d i e Schönheiten der ganzen Ostsee für den schaffenden deutschen Menschen zu erschließen. Heute sehe er das große Ziel vor Augen, nicht nur auf Rügen, sondern auch an der pommer- schen Küste und in O st preußen große KdF.-Stätten zu schaffen, die in Zukunft die deutschen Menschen aus allen Gauen aufnehmen sollen, auch die nun befreiten Volksgenossen aus der Ostmark und aus dem Sudetenland. KdF. werde nicht nur das eine Ostseebad auf Rügen errichten, das im Bau sei — an der Osttee sollen vierKdF.» Bäder gebaut werden. Auch die KdF-Schiffsbauten werden künftig auf dieses große Ostseeprogramm der KdF. abgestellt sein.
Volk und Kunst untrennbar verbunden.
Oie gemeinsame Zahrestagung der Reichskuliurkammer und der 7!GG „Kraft durch Freude".
Berlin, 25. Noo. (DNB.) Im Deutschen Opernhause hielt in Anwesenheit zahlreicher Mitglieder der Reichsregierung, des Diplomatischen Korps, der italienischen Ehrengäste mit dem Generaldirektor der Freizeit-Organisation Dopolavoro, Commenda- tore Puccetti, hervorragender Vertreter aus Staat und Bewegung, Kunst und Kultur, Wehrmacht, Wissenschaft und Wirtschaft die Reichskulturkammer gemeinsam mit der NSG. ,Lraft durch Freude" ihren fünften Jahrestag ab. Unter der Stabführung des Generalmusikdirektors Clemens Kraus von der Münchener Staatsoper leitete das Festliche Präludium von Richard Strauß die Sitzung ein. Dann fang Kammersänger Heinrich Schlusnus Franz Schuberts Hymne „An die Musik" und das „Dem Unendlichen" geweihte Lied. Mit Johann Sebastian Bachs Drittem brandenburgischen Konzert schloß der künstlerische Auftakt
Dr. Ley rief dann die Erinnerung an die Tage wach, da vor fünf Jahren die NSG. „Kraft durch Freude" gegründet wurde. .Llllein das Herz und das Gefühl waren damals Paten", so erklärte er. „Der Verstand wollte dieses gigantische Werk nicht
I begreifen. Unsere Gegner höhnten damals und be- ' haupteten, daß die neue Einrichtung nur dazu die- । nen sollte, dem Arbeiter Sand in die Augen zu streuen. — Und das Herz behielt doch recht. Wir begannen ein sozialpolitisches Werk, das heute in der gesamten Welt einzigartig dasteht!" Wir geben durch die NSG. „Kraft durch Freude" dem deutschen Arbeiter das zurück, wonach er sich sehnte, aaben ihm seine Ehre und brachten in das Dunkel seines Alltags, in die Schwere seiner Arbeit Licht und Sonne, ließen ihn teilnehmen an all dem Schönen, das die. Welt bietet (Lebhafter Beifall.) Wenn man behauptet, daß der Arbeiter von den ihm bar- gebotenen Kulturgütern nichts verstehe, so könne jeder Kulturschaffende bestätigen, daß noch niemals der Künstler eine s o andächtige Zuhörerschaft in den Theatern und Konzerten gehabt habe wie in den letzten fünf Jahren. (Erneuter lebhafter Beifall.) „Der Geldbeutel versteht nicht die Kultur, die bei ihm nur Modesache ist, aber das Volk in seiner Maste nimmt lebhaften Anteil und ist dankbar für all das, was der deutsche Kunstschaffende ihm gibt."
Rehr Ehrfurcht vor der deutschen Sprache.
Reichsrnlnisler Dr. Goebbels nahm dann das Wort, um als der für die Kultur- führung des nationalsozialiststchen Staates verantwortlichen Minister zu einer Reihe der wichtigsten Fragen des deutschen Kunsttebens Stellung zu nehmen. In diesem Zusammenhang führte er aus:
„Wir haben uns niemals einem Zweifel darüber hingegeben, daß kulturelle Leistungen nicht durch Organisationen herbeigeführt werden. Man soll nicht organisieren, was man organisieren kann, sondern was man organisieren muß. Uns interessiert deshalb auch heute, da bie Organisation ber Reichskulturkammer auf festen Füßen steht, nicht so sehr mehr bie Organisation wie ber burch sie erstrebte unb zum Teil schon erzielte Erfolg.
Eine reiche und in ber ganzen Welt bewunderte deutsche Theaterkultur, ein kühn aufstreben- der, auf hervorragende Leistungen gerade in diesem Jahr zurückblickender unb im internationalen Wettbewerb rühmlich ausgezeichneter beutscherFilm, eine einheitlich ausgerichtete deutsche Presse, die ein politisches Kampfinstrument ersten Ranges darstellt, eine neu erblühende bildende Kunst, ein mannigfaltiges unb an 3been unb Projekten über- quellendes beutsches Schrifttum, eine unter allen Kulturvölkern führenbe deutsche Musik, ein vorbildlicher Rundfunk, das sind die Ergebnisse einer 5'/2jährigen Aufbauarbeit, die vom nattonalsozia- listtschen Staat eingeleitet und durchgeführt worden ist-
Der Nattonalsozialismus ist eine antisemitische Bewegung. Es war deshalb notwendig, sich auch auf dem Felde des deutschen Kulturlebens mit der Judenfrage sofort und radikal auseinanderzufetzen. Wir Haven das getan. In einer reinlichen Scheidung zwischen Deutschen und Juden haben wir nicht nur die kulturell Schaffenden, sondern auch die Kulturempfangenden von den parasitären Elementen des internattonalen Judentums getrennt. Diejenigen, die sich heute bemüßigt fühlen, nach diesem Äusscheidungsprozeß bie „armen Juden" zu bedauern, haben meistens keine Ahnung davon, wie tief sich der jüdische Einfluß in ber Vergangenheit in bas beutsche Kulturleben schon eingefressen hatte. Wie sah es benn früher im deutschen Kulturleben aus? Die deutsche Presse wurde von den Juden geschrieben, der deutsche Film von Juden gemacht, ein Theater ohne Juden erschien nicht mehr denkbar, das Schrift- t u m hatte nur Juden als hervorstechende Repräsentanten; Musikschöpfung und Musikkritik waren völlig in die Hände internationaler unb lanbfrember Juden übergegangen.
Das Volk ber Dichter unb Denker lieh feinen kulturbesih vom Semiten verwalten; ja, 3u- ben waren es, bie vielfach zynisch triumphierenb auf bieses allgemeine öffentliche Hebet hinwiesen.
wir selbst über genügend Witz, um uns entsprechend zur Wehr zu setzen. Aber irgendwo ist der Spaß zu Ende, und zwar da, wo er an die heiligen Güter unseres nationalen Lebens herantritt. Es gibt bestimmte Werte in einem Volke, die unantastbar und auch dem Zyniker heilig bleiben müssen. Man komme uns nicht mit dem Einwand, man wolle ja nur durch positive Witze unsere Politik unterstützen. Wir haben eine solche Unterstützung durch Conferenciers und sogenannte Ulkmacher nicht nötig.
3m übrigen sind bie Probleme, bie heute von ber beutschen Slaatsführung gelöst werben unb gelöst werben müssen, viel zu groh unb viel z u ernst, als bah sie mit einem harmlosen Wih abgetan werben könnten. Es gibt im öffentlichen Leben in Deutschlanb genug Gegeustänbe, Personen unb Vorgänge, über bie es sich eher zu witzeln verlohnte, als gerabe über bie Schicksalsprobleme ber Politik. Warum greifen biefe frivolen Alkmacher nicht bie 3 u - ben an, wie bie 3uben uns angreifen? Darum sollen bie grohen Fragen unseres nationalen Lebens gerabe Gegenstanb bes Witzes fein? Warum nicht im Gegenteil bie Spießer, bie Miesmacher, bie faulenzenden Gesellschaflsbrohnen, bie eitlen, nichtswissenben unb verantwortungslosen politischen Gerüchtemacher, bie bei jeber Krise bie Nerven verlieren, um nach erreichtem Erfolge zu sagen: wie haben wir bas gemacht?
Man komme mir nicht mit dem Einwand: Ihr könnt keinen Spaß vertragen. Ich finde keinen Spaß dabei, wenn in einem Variete jemand mit lähmenden und entnervenden Phrasen beispielsweise über das Kvlonialproblem plaudert, während die Staatsführung sich im Interesse des Volkes jahrelang darüber den Kopf zerbricht. Man darf nur Ulk machen über das, was man versteht. Die aber verstehen nichts davon.
In diesem Zusammenhang scheint es mir auch notwendig zu sein, ein offenes und klärendes Wort über eine Frage zu sprechen, die seit langem ansteht und die nur durch Sorgfalt und pflegliche Betreuung einer allmählichen Lösung entqegengeführt werden kann. Ich meine d i e Sache der deutschen Sprache. Man sagt oft, unsere Sprache sei eine harte und grobe Sprache; zu feineren und delikateren Unterscheidungen erweise sie sich nicht sublimiert genug. Das ist nicht wahr. Unsere Sprache besitzt das subtilste Unterscheidungsvermögen, das man sich überhaupt nur vvrstellen kann. Allerdings muß man sie auch beherrschen. Und vor allem ist es Pflicht derer, die über die Entwicklung der Sprache zu wachen haben, dafür zu sorgen, daß sie nicht durch leichtfertigen
Mißbrauch allmählich entwertet unb abgenutzt wird. Denn sonst verlöre sie allerdings nach und nach ihren Glanz und ihre schimmernde Leuchtkraft. Wir tun da alle manchmal des Guten etwas zu viel, setzen Worte an den falschen Platz und schwöllen damit die Prägnanz unserer Muttersprache mehr und mehr ab.
Es ist also Zeit, mit mehr Ehrfurcht vor der Sprache die Sprache zu gebrauchen. Der Begriff muh sich immer mit dem Wort decken. Das Wort muß ben Begriff umfchliehen. Auch bie Sprache ist ein nationales Heiligtum. Man muh bamit forgfäUig unb liebevoll umgehen, unb gerabe bie geistigen Wortführer ber 7laf>on > haben hier ben fchreibenben Kreisen ein gul'-s Beispiel zu geben. Der Grunbsah bes Sprachgebrauches sei: klar fein! Die Sprache ist dazu ba, einen einleuchtenben Gebauten in voller Prägnanz zum Ausbruck zu bringen. Auch bas ist eine Kunst unb auch bas gehört zur Kultur
eines Volkes.
Seit jeher war es ein charakteristischer Wesenszug des Nationalsozialismus, komplizierte Probleme z u vereinfachen, aber nicht nur in ihrer Problematik, sondern auch in der Sprache, mit der man sie zur Darstellung brachte. Hier also muß die Forderung erhoben werden, einfach, klar und verständlich zu sprechen, einen Stil zu pflegen, den das Volk versteht. Das hat nichts mit der manchmal geradezu lächerlich übertriebenen Sucht der Deutschtümelei in der Sprache zu tun. Es gibt eine Unmenge von Fremdwörtern, die schon so unveräußerlich in den deutschen Sprachbestand eingegangen sind, daß sie nicht mehr daraus entfernt werden können unb sollen. Sie bereichern unsere Sprache im Wortschatz und im Tonfall. Unsere Sprache würde verarmen, wenn wir sie wieder auf primitive Urbestandteile zurückführen wollten. Dor allem ist das nicht möglich auf dem Wege einer rein konstruierten Worterfindung. Die Sprache wird
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überhaupt nicht erdacht oder erfunden. Sie bildet sich im Volke von selbst. Wiedas Volk spricht, das ist die Sprache eines Volkes und daraus können nur die Gesetze der- Grammatik oder der Syntax gefolgert werden.
Darum find bie grohen Sprecher unb Schriftsteller eines Volkes auch ihre eigentlichen Sprach- fchöpfer. Auch hier steht uns ber Führer als beifpielgebenbes Vorbilb vor Augen. Seine Sprache ist wirkliche Schöpfung im eigentlichen Sinne des Wortes. Er geht mit ber Sprache um, wie ein sorgsamer Gärtner mit ben Blumen unb Pflanzen seines Gartens umgeht. Seine Worte, ob er spricht ober schreibt, finb bis zum Leh- (en gefeilt unb stilistisch b u r tf) gearbeitet Er ist burch sein Beifpiel auch in
biefer Hinsicht ber Lehrmeister seines Volkes.
Seine Politik ist höchste staatsmännische Kunst. Nur eine künstlerische Natur kann sie und das darin eingeschlossene Werk des nationalsozialistischen Aufbaues in Tiefe unb Weite begreifen. Er ist darin das große Vorbild der deutschen Kulturschaffenden aeworden. Wer also könnte sich ihm mehr verpflichtet fühlen als die Menschen, die die lohnende unb ehrenvolle Aufgabe haben, das Kulturbild unseres Volkes zu verwalten und es durch ihre eigenen Leistungen zu vermehren? Von ihrem schöpferischen Werk geht eine Fülle des Segens auf die ganze Nation aus. Wenn an den Abenden das deutsche Volk in den Theatern unb Lichtspielhäusern sitzt, wenn es die Rundfunkapparate anstellt, wenn es sich in Bücher und Zeitungen vertieft, wenn es am Sonntagmorgen durch die Galerien und Ausstellungen wandert, dann ist es damit die dankbarste Gemeinde der deutschen Kunst geworden.
Wir haben trotz aller damit verbundenen Gefahren dieses Problem beim Schopfe gefahL Wir haben die 3uden aus dem kulturellen Leben unseres Volkes radikal ausgefchal- t e t. Wir haben den Versuch gemacht, die vom 3uden befehlen Stellen durch Träger deutschen Geistes und deutscher Kultur neu zu besehen. Run erst konnte sich das deutsche Kulturleben zu voller Blüte entfalten, wir haben unserem Volke und auch der Well einen Anschauungsunterricht von unschätzbarem Werte erteilt.
Es versteht sich am Rande, beirrt uns aber nicht im mindesten, daß unsere jüdische Umwelt gegen bie Entsemitisierung mit aller Kraft Sturm läuft. Denn das Judentum ist sich klar darüber, daß es um feine geistige Vorherrschaft in Europa getan wäre, wenn dieses Beispiel Schule machte. Wir sind auch ganz unempfindlich geworden gegenüber den vor dem Kriege, während des Krieges und besonders nach dem Kriege auch in Deutschland üblich gewordenen Zerstörungsmethoden einer jüdischen oder jüdisch infizierten sogenannten Geistigkeit, die darauf ausgeht, die staatlichen oder weltanschaulichen Autoritäten des öffentlichen Lebens durch ewig wiederholte Boshaftigkeit vor dem eigenen Volke zu diskreditieren, indem sie ihren übelriechenden, schalen Witz an ihnen austobte, den gegen sich selbst loszulassen sie vielmehr Veranlassung gehabt hätte. Das alte kaiserliche Deutschland ist in dieser Hinsicht von einer geradezu bewundernswerten Langmut gewesen. Es hat diese Langmut dann am 9. November 1918 teuer und bitter bezahlen müssen. Die furchtbarsten Folgen dieses nichtigen und hohntriefenden Witzfeldzuges des jüdischen Intellektualismus gegen die Stacttsantorität haben sich bann beim Bürgertum von Besitz und Bildung gezeigt. Es war davon bereits so wundgescheuert und Zerfressen, daß es in der entscheidenden Stunde unseres nationalen Lebens auch nicht einen Bruchteil ber Widerstandskraft aufbrachte, die notwendig gewesen märe, sich gegen den allgemeinen Verfall -zu stemmen.
Es gibt einen letzten Rest verwahrloster Intellektueller, ber heute gerne etwas Aehnliches mit uns versuchen möchte. Ich meine hier nicht eine Harm- lole. gutmütige politische Ulkerei, die aus dem fier» zen kommt und niemals böse gemeint ist. Wir finb nicht Überempfindlich unb im Bedarfsfall verfügen
Daladier zum Durchgreifen entschlossen.
Kriegsgesetze gegen Streikhetzer. — Sammlung ver positiven Kräfte um die Regierung. — Auflockerung der Notverordnungen.
Paris, 26. Nov. (DNB.) Der Beschluß des marxistischen Gewerkschaftsverbandes, für Mittwoch, 30. November, den Generalstreik in ganz Frankreich zu verhängen, hat die Regierung nicht unvorbereitet getroffen. Seit dem Gewerkschaftskongreß in Nantes war sich die Regierung völlig im Klaren über die Absichten der Gewerkschaftsbewegung. Im Laufe der letzten Wochen hat sich der Wille des Ministerpräsidenten, feine Politik der wirtschaftlichen, finanziellen und moralischen Wiederauftichtung Frankreichs bis zum Aeußerften durchzuführen, noch verstärkt trotz aller Hindernisse, die ihm entgegengestellt werden. Wie in unterrichteten Kreisen bekannt wird, hat die Regierung beschlossen, alle notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung zu ergreifen und das Funktionieren der öffentlichen Dienste und der Vermattung zu sichern. Die Regierung wird besonders auf das im Juli vom Parlament beschlossene Gesetz über die Organi- sierungder Nation in Kriegszeiten zurückzugreifen, das einen Artikel enthält, der für den Fall von Unruhen die Mobilisierung des gesamten Personals der öffentlichen Dienste und der großen, für bie Landesverteidigung arbeitenden Industrien ermöglicht. Zwei Erlasse ordnen bereits die Requirierung der Eisenbahn von Anzin unb der nord» französischen Bergwerke an. Wie Havas betont, ist Ministerpräsident Daladier entschlosien, in der augenblicklichen Lage, — und zwar in voller Uebereinftimung mit allen Mitgliedern seiner Re- gieruung — allen Eventualitäten die Stirn zu bieten. Jeder der beteiligten hohen Militär- oder Polizeibeamten habe vom Ministerpräsidenten Anweisungen über die Aufrechterhaltung der Ruhe und Dorbnung unb über bie für das reibungslose Funktionieren der öffentlichen Dienste notwendigen Maßnahmen erhalten.
In Regierungskreisen betont man, daß die Streikbewegung sich im Lause bes Freitags nicht mehr
ausgedehnt habe unb auch keine weiteren Fabriken mehr besetzt worden seien. Man glaubt, daß die Beamten der Generalstreikorder nicht folgen werden, zumal sie durch die letzten Notverordnungen eine gewisse Aufbesserung ihrer Gehälter erhalten haben. Für den entgegengesetzten Fall jedoch hat die Regierung Maßregelungen in Erwägung gezogen, die bis zur sofortigen Entlassung und Ersetzung der betreffenden Beamten gehen können. Parlamentarische Kreise stellen fest, daß angesichts der Angriffe, denen Ministerpräsident Daladier und seine Regierung von Marxisten unb Kommunisten ausgesetzt sind, sich eine Sammlung der positiven Kräfte um die Regierung abzuzeichnen beginne. Die feste unb energische Haltung Daladiers gegenüber den Unruhestiftern und Streikhetzern hat ihm in der Tat eine große Anzahl bisher noch schwankender Abgeordneter gewonnen. Die scharfe Oppositionsstellung der Sozialdemokraten hat in den befreundeten Kammerfraktionen, so besonders bei der Republika- nisch-Sottalen Vereinigung, keinen Widerhall gefunden, fonoern im Gegenteil au einer Verstärkung der hinter der Regierung stehenden Mehrheit beigetragen. Die allgemeine Zustimmung, die die Entschlüsse Daladiers und besonders die energische Räumung der besetzten Fabriken in weiten Kreisen der Kammerabgeordneten und vor allem der Senatoren gefunden hat, berechtigt au der Ansicht, daß die Regierung, falls sie sich früher oder später vor das Parlament begibt, um ihre Aktion zu rechtfertigen, von einer großen Mehrheit in der Kammer unterstützt weiden wird. Man weist darauf hin, daß die Notverordnungen, die den Hetzern einen Vorwand zu ihrer Agitation aeliefert haben, von der Regierung eine gewisse Auflockerung erfahren haben; es soll insbefonbere die zweiprozenttge Einkommensabgabe ein für die Lebenshaltung notwendiges Mindesteinkommen nicht angreifen. Man verspricht sich durch diese Milderung der Notoerordnungen eine beträchtliche Be-


