Ausgabe 
26.10.1938
 
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Nr. 251 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Mittwoch. 2b. Oktober 1958

Aus dem Reiche der Krau.

* Wenn die Kinder wachsen.

Von Krida Aisch.

Sieh dir dies bloß mal an, Liesbeth, es ist -zum Heulen! Jetzt ist dem dicken Bub' schon wieder die Strampelhos zu klein, und vor sechs Wochen hat sie Mutter erst gestrickt! Ich hab ja eine neue an» gefangen, aber die ist noch lang nicht fertig."

jjreu dich lieber, Christel, wie prachtvoll der Bub gewachsen ist. Das neue Höschen strickst du eben größer." * 1 *

"Das wollte ich auch schon mit diesem da, es war °bsr es sollte doch nicht so sein, daß Rolschen gleich drin versäuft."

Ist auch nicht nötig. Zeig' doch mal das ange- fangene Strickzeug. Wie weit bist du denn?"

Ich hab erst den Rumpf!"

Na, das paßt aber fein. Du strickst jetzt nicht wie bei der alten Hose, den Zwickel gleich mit, son­dern machst ihn extra. Wenn du die Beinchen ab- geteilt hast, strickst du erst so hoch, wie der Zwickel groß ist, und nähst ihn ein. Du schließt nun nicht bas Beinchen zur Runde, sondern strickst noch zehn bis zwölf Nadeln mehr, und rundest dann -rst das Beinchen. Siehst du, der Zwickel ist die Stelle die an dem Höschen am schnellsten verbraucht ist Weil du ihn extra gearbeitet hast, kannst du ihn spater leicht heraustrennen und dabei die Bux er­weitern, denn der neue Zwickel kann so viel größer fein, als du die Beinchen langer offen gestrickt hast. So kann Rölfchen sie doppelt so lang anziehen und öu hast nicht immerfort die neue Arbeit. So viel Hofen- wie dein Bub braucht, könnte eine Mutter sonst gar nicht schaffen!"

-.-Ach, Liesbeth, das ist ein feiner Rat. Und weißt du, jetzt strick ich auch gleich einen größeren Zwickel und setz ihn in die alte Hos, nähe ihn mit der Hand ein und schneide drunter den kleinen fort. Dann geht sie auch noch ein Weilchen. Schöner hätte es natürlich ausgesehen, wenn alles paßrecht vorbereitet wäre."

Unsere Ernährung im Aovember.

Von Oberregierungsrai Or. Wolfgang Clauß

Generalfeldmarschall Göring und Reichsleiter Darre haben auf dem Parteitag in Nürnberg einen umfassenden Ueberblick über Deutschlands Er­nährungslage gegeben. Die beiden Männer konnten darauf Hinweisen, daß wir bei den wichtigen Volks- nahrungsmitteln über große Reserven verfügen. In den auf den Parteitag folgenden Wochen hat sich gezeigt, von wie ungeheurem Wert allein das Vor­handensein dieser Reserven für die Außenpolitik des Führers war. Es besteht kein Zweifel, daß diese Reserven zur Erhaltung des Friedens wesentlich bei­getragen haben. Die Kriegshetzer wußten, daß Deutschland durch eine Blockade auf dem Ernäh­rungsgebiet nicht mehr wie im Weltkriege in die Knie gezwungen werden kann. Diese Erfahrung macht es erforderlich, trotz des Vorhandenseins der großen Nahrungsmittelreserven auch weiterhin spar­sam zu leben und sorgsam darüber zu wachen, daß die Reserven erhalten bleiben. Dies bedeutet, daß auch in Zukunft trotz der reichlichen Versorgung unseres Volkes mit Nahrungsmitteln auch weiter­hin jeder, der in Deutschland mit Nahrungsmitteln umzugehen hat, insbesondere auch die Hausfrauen, die Parole vom .Kampf dem Verderb" nach wie vor auf das Sorgfältigste beachtet. Es besteht auch weiterhin die erste Verpflichtung, in enter Linie die Nahrungsmittel zu verbrauchen, die in der je­weiligen Jahreszeit am reichlichsten zur Verfügung stehen. Die maßgebenden Männer haben es auch selbst in Nünberg zum Ausdruck gebracht, daß wir auch weiter sparsam leben wollen. Diese Mahnung ist vielleicht in diesem Jahre besonders notwendig beim Brot- und Weizengebäck. Wir haben zwar eine Rekordgetreideernte zu verzeichnen, die es uns gestatten würde, bis zur nächsten Ernte aus dem Vollen zu leben. Wir dürfen jedoch in der Brotversorgung nicht von der Hand in den Mund leben und müssen eine langjährige Sicherung unse­rer Brotversorgung anstreben. Um dies zu erreichen, müssen wir uns bemühen, einen möglichst großen Vorrat vom Segen der diesjährigen Brotgetreide­ernte aufzuheben für magere Jahre, die auch wieder einmal kommen werden. Volkswirtschaftlich richtig ist es deshalb nach wie vor, in erster Linie Rog - qenvollkovnbrot zu verbrauchen und eine Ausweitung des Verbrauchers an Brot überhaupt und vor allem an Weizengebäck zu vermeiden. Wir müssen immer vor Augen haben, daß das deutsche Brotgetreide, bedingt durch unsere klimatischen Ver­hältnisse, in erster Linie Roggen ist. Unseren Be­darf an Weizen können mir bei steigendem Ver­brauch bis auf weiteres nur in guten Ernteiahren aus eigener Erzeugung decken.

An diesen grundsätzlichen Forderungen für den Verbrauch von Brot und Weizengeback wird auch nichts dadurch geändert, daß auf Grund des gün­stigen Ernteergebnisses die Herstellung von hellerem Roggenbrot und von Weizen b r ö t ch e n ohne Bei­mischung von Maismehl wieder zugelassen worden ist. Es wäre im übrigen zu wünschen, daß die Tat­sache der Wiederzulassung von hellerem Roggenbrot die Verbraucher veranlaßt, an Stelle von Weizen- gebäck jetzt wieder mehr Roggenbrot zu verzehren. In diesem Zusammenhang sei darauf daß die Bäcker auch heute noch vielfach Bro chen mit Maismehlbeimischung liefern müssen, obwohl der Zwang hierzu bereits aufgehoben ist; es Anämlich notwendig, das vorhandene mit Maismehl bereits gemischte Weizenmehl Zunächst zu verbrauchen. 9 Die geschilderte grundsätzliche Lage unserer Er­nährungswirtschaft und Brotversorgung macht es auch nach wie vor erforderlich, daß die Parole vom warmen Abendbrot und der Hinweis den Verbrauch von Kartoffeln im Haushalt mög­lichst zu steigern, weiterhin beachtet wird. Hierzu liegt um so größere Veranlassung vor, als wir dank der Anstrengungen unseres Landvolkes im Rahmen der Erzeugungsschlacht nicht nur eine ausgezeichnete Getreideernte, sondern auch wiederum eme recht großeHackfruchterntezu verzeichnen haben Im Interesse einer Steigerung des Kartoffelverzehrs sollte sich auch jeder Haushalt, der die Möglichkeit dazu hat, einen Wintervorrat von Kartoffeln in den Keller legen. Die große Kartoffelernte wacht es fer­ner möglich und wünschenswert, in noch starrerem Maße als bisher nicht nur Kartoffeln, sondern auch Kartoffelerzeugnisse, wie S a g o und Kar­toffelmehl, in der verschiedensten Form un

Haushalt zu verbrauchen. Eine Steigerung des Ver­brauchs dieser Erzeugnisse sollte vor allem in Ver­bindung mit dem ebenfalls reichlich vorhandenen Zucker erfolgen. Die diesjährige Zgckerrübenernte erreicht beinahe wieder die Rekordernte des Vor­lahres. Wir sind demnach in der Lage, den Zucker­oerbrauch aus eigener Erzeugung zu decken, auch wenn eine wesentliche Steigerung des Zuckerver- brauchs einsetzt.

Die günstige Versorgung mit Zucker macht es weiterhin möglich, nahezu jeden Bedarf an Kunst­honig zu befriedigen. Da viele Hausfrauen in diesem Jahr nicht in der Lage waren, infolge der schlechten Obsternte selbst Marmelade einzukochen, durfte diese reichliche Versorgung mit Kunsthonig, den man seiner Zusammensetzung nach besser Zucker- honig nennen sollte, lebhaft begrüßt werden. Da­neben ist das Reich aber auch in der Lage, ebenso wie in den Vorjahren, verbilligte Marme­lade reichlich zur Verfügung zu stellen. Diese Tat­sache dürfte vor allem in den nächsten Wochen und Monaten bis zum Beginn des neuen Jahres von Bedeutung sein, weil wir sicherlich bis dahin mit einer zusätzlichen Verknappung von Butter j$u rechnen haben. Wir stehen jetzt im saisonmäßigen Tiefpunkt der Buttererzeugung. Dieser tritt in die­sem Jahr in Auswirkung der Maul- und Klauen-

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE

seuche und infolge des Mangels an Melkern ver­stärkt in Erscheinung. Diesem Rückgang der (Erzeu­gung steht aber ein verstärkter Verbrauch an Butter gegenüber, der vor allem in der Versorgung der sudetendeutschen Jndustriebezirke und in der Ver­sorgung der vielen Bauarbeiter am westdeutschen Limes seine Begründung findet.

Zum Ersatz für die fehlenden Buttermengen wer­den gewisse Mengen von Margarine und Schmalz bereitgestellt. Dies ändert nichts an der Notwendigkeit, mit Fett in der nächsten Zeit be­sonders sparsam umzugehen. Die dadurch an die Hausfrau gestellten Anforderungen werden zweifel­los dadurch vergrößert, daß auch Schweine­fleisch vorläufig nicht in einem den Bedarf voll deckenden Umfange zur Verfügung stehen wird. An Stelle von Schweinefleisch muß bevorzugt Rind­fleisch verbraucht werden. Noch viel mehr als bisher muß auch der F i s ch v e r z e h r an Stelle des Fleisches gehoben werden. Im November gilt dies besonders für Salzheringe und Mari­naden. Im übrigen sollte die Hausfrau bei der Gestaltung ihres Küchenzettels im November be­achten, daß für einen verstärkten Verbrauch auch Möhren, die verschiedenen Kohlarten, Kohlrüben, Haferflocken, Graupen, Buttermilch, Käse und Quarg empfohlen werden können.

wir tragen?

INSERES MODEZELCHNERS

Dieter hat Geburtstag...

-von £ifa Peck

Ein Kind verwöhnen oder nicht verwöhnen- dieses Problem fällt am Kindergeburtstag wie ein Häufchen Asche in sich zusammen und es bleibt nur der Wunsch der Mutter übrig, ihrem Kind den Ge. burtstag so schön zu gestalten wie möglich.

Das ist sehr einfach, wenn Mutti alle im Laufs der Zeit eingebürgerten Vorstellungen über(Ge­burtstag feiern" ausschaltet und dafür in Gedanken einen kleinen Sprung zurück in die Vergangenheit tut. Dabei fällt ihr nämlich ein, was sie selbst als Kind am (Geburtstagso herrlich" gefunden hat. Wer dann den Schwung und den Mut hat. diese eigenen Erlebnisse von neuem zu gestalten, wird seinem Kind einen unvergeßlichen Geburtstag be­reiten. Denn es ist eine merkwürdige Tatsache: so köstliche Dinge wie Geburtstagslichte, Kinderfest mit Lotterie und Topfschlagen usw. haben nöch immer die gleiche Anziehungskraft. Höchstens, daß sie, eben­so wie die geschenkten Puppen und Soldaten, ihr Aeußeres ein wenig modernisiert haben.

Der Mittelpunkt und das langersehnte Haupt- ereignis am Kindergeburtstag ist natürlich der Ge­burtstagstisch. Es ist selbstverständlich, daß man ihn festlich mit einem weißen Tischtuch deckt. Die bren­nenden Lichter, möglichst in der Zahl der gebens-' fahre, geben feierlichen Glanz: auch beim kindlichen Geburtstagstisch sollte man ein paar Blumen nicht vergessen, auch wenn sie noch so bescheiden 'sind. Die Geschenke müssen natürlich für das Geburtstagskind erreichbar fein. Darum sorge man für einen in der Größe passenden Tisch. In vielen Familien besteht

*

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Drei Mäntel mit Pelzbesatz für das Winterhalbjahr 1938 zeigen wir heute.

Das Modell links in leichtglockiger Form mit dem Vorderteil in Westenform ist aus blaugrauer, weicher Wolle. Der Besatz ist dunkelbrau­nes Lammfell, ebenso sind Mütze und Muff aus ihm.

Aus rotbraunem, genopptem Woll- stoff ist der ebenfalls glockige Mantel in der Mitte.

Sein flotter Kragen, die Stulpen und die Russen­mütze sind aus Skunks-Wallaby.

Der Mantel rechts mit dem neuen, in der Beuge besonders weiten Aermel ist aus h e l l b e i g e Wollvelours mit einem *Besatz aus tief- brauner Persianer klaue. Auch er ist glockig geschnitten und wird d o p p e l r e i h i g. ge­knöpft. H.

ein sehr hübscher Brauch, daß das Geburtstagskind das Essen bestimmen darf. Und' kein Vater und keine Mutter dürfen da hereinreden, auch wenn es aus Schokoladensuppe, Eierkuchen und Schokoladenspeise besteht.

Wer kann all die mehr oder weniger tränenreichen Familienauseinandersetzungen zählen, die bei der Auswahl der einzuladenden Gäste entstehen! Mutti stimmt natürlich für Großmutter, Tanten und Pa­ten, während Dieter entsetzt alle Erwachsenen ab­lehnt und mit seinen kleinen Freunden allein sein will. Auch ein Konflikt, der schon vor hundert Jah­ren bestanden hat. Dabei ist die Lösung ganz ein­fach. Die Erwachsenen und deralleraller-beste" Freund werden am Geburtstag eingeladen, und die Kindergesellschaft findet am darauffolgenden Sams- tag statt. Das erspart auch gleich alle Sorgen um Schularbeiten und spätes Zubettgehen.

Für die Geburtstagsaesellschaft muß sich Mutt-i natürlich ein wenig anstrengen und allerlei kleine, nette Ueberralchungen vorbereiten. Das heißt also: Zeit opfern. Aber gibt es etwas Wichtigeres, als seinem Kind für das ganze Leben die Erinnerung an die herrlichen Kindergeburtstage mitzugeben? Da beißt es: Schokolade kochen, Kuchen backen, eine süße Sv eise bereiten. Und dann bie Ueberralchunnen: selbst gefertigte 'Namenskärtchen für die Kaffeetafel, eine lustige Tilchdekorakion mit bunten Pavi-r- schlangen und Müßen und als Höhepunkt die Lot­terie. Die braucht., durchaus keine Kostbarkeiten ZU enthalten, aber man muß sich schon ein wenig in die Kinderseele bineinversetzen, damit wirkliche Kinderwünsche erfüllt werden.

Und wenn bann alles vorbereitet, Jbeforgt und im besten Gange ist, dann, liebe Mutti, zieh- d'ch feile, ohne viel Worte zu machen, zurück und über­lasse die Kinder sich selbst. Denke dabei an d-ine eiaene Kinderzeit zurück. Und wenn es dir schwer­fällt, dann sprich dir schnell die Worte vor, mit denen dich dein Kind am Abend belohnen wird: Ach, Mutti, war das schön!"

Las Klima in deinen vier Wänden

Wohlgefühl, Leistungsvermögen und Gesundheit des Menschen hängen davon ab, daß der Organis­mus seinen eigenen Wärmehaushalt im Gleich­gewicht erhalten kann und daß infolgedessen ein regelmäßiger Wärmeausgleich zwischen uns und der Raumluft, zwischen der Luft in unseren vier Wän­den und der Frischluft draußen gesichert sein muß. Verschiedene Arten der Heizung wirken in diesem Sinne zur Herstellung eines gesunden Klimas in unseren Wohn- und Arbeitsräumen natürlich verschieden. Es gibt Heizguellen, z- B. elektrische Strahlöfen, die unmittelbar Wärmewellen auf uns und die Gegenstände in unserem Zimmer

Mldfriichle nicht vergessen!

Die LandesbauernschaftHesfen-Nas- s a u schreibt:

Viel zu wenig werden die Wildfrüchte ge­achtet und verwertet, und doch sind sie so billig zu haben und vielseitig verwendbar im Haushalt. Nicht nur in diesem Jahr der knapperen Obsternte sollte man sie verbrauchen, sondern auch an anderen Jahren sollten sie mehr Beachtung finden. Sind doch ihre gesundheitlichen Vorteile von nicht zu un­terschätzender Bedeutung! Allgemein bekannt ist die Verwendung der Heidelbeere, Himbeere, Brombeere und Preiselbeere: weniger verarbeitet wird die Schlehe, Hagebutte und Holunderbeere. Nachfolgend seien einige erprobte Rezepte genannt, die der Bauersfrau Anregung zur Nachahmung geben1 mögen.

S ch l e h e n s a f f: 450 bis 500 (Gramm Zucker, 2 Liter reife Schlehen, 3 Liter Wasser. Schlehen waschen, mit dem kochenden Wasser überbrühen, bis Zum nächsten Tag kühl stellen, bann die Flüssigkeit abgießen, wieder zum Kochen bringen lassen und nochmals über die Schlehen gießen und bis zum nächsten Tag stehen lassen. Am dritten Taa das­selbe wiederholen. Dann gießt man die Flüssigkeit wieder ab und kocht sie mit dem Zucker so lange, bis sich kein Schaum mehr bildet, füllt sie in saubere Flaschen und verschließt sie sofort.

Eingemachte Schlehen: 2 Kilogramm Schlehen, 3/< Liter Essig, 625 Gramm Zucker oder 500 Gramm Honig, 5 (Gramm Zimt, 10 Gramm Nelken. Schlehen mit Wasser aufsetzen und heiß aber, bevor sie kochen, auf einem Durchschlag ab­tropfen lassen. Zucker, Essig, Gewürz kochen, schäu­men, Schlehen hineingeben und eben ans Kochen kommen lassen. Mit Schaumlöffel Schlehen her- ausnehmen, in Steintöpfen geben und den Essig einkochen. Abgekühlt gibt man ihn über die Schle­hen. Nack acht Tagen kocht man ihn nochmals zwanzig Minuten, läßt ihn erkalten und füllt ihn über die Schlehen,

Hagebuttenmark: 2 Liter Hagebutten, 3 Liter Wasser, 300 bis 375 Gramm Zucker. Hage­butten von Blüte und Stil befreien, waschen und mit dem Wasser weichkochen. Dann streicht man sie durch ein Sieb, kocht sie mit dem Zucker noch­mals auf, füllt das Mark beiß in erwärmte Fla­schen, die man sofort verschließt. Man verwendet das Mark mit Wasser verdünnt als Getränk oder Zu Tunke oder Suppe.

Getrocknete Hagebutten: Früchte wa­schen, von Blüte und Stiel befreien, halbieren und auf einer Dörrhorde langsam im Backofen trocknen. Man verwendet sie zur Herstellung von Tee oder von Hagebuttenmark.

Hagebuttentunke: Zubereitung wie Hage­buttensuppe. Die Tunke schmeckt besonders gut ,;u Hefeklößen oder Grießflamerie. Nach Belieben kann man die Tunke mit etwas Wein abschmecken.

Hagebuttenmarmelade: 500 Gramm Hagebuttenbrei, 250 Gramm Zucker. Hagebutten non Blüte und Stiel befreien, waschen, mit wenig Wasser recht lang kochen. (Das Entfernen der K-rne und Haare erübrigt sich, wenn man die Früchte lange kocht. Die Haare verfilzen dadurch und kön­nen durch ein feines Sieb entfernt werden.) Die gekochten Hagebutten streicht man durch ein Sieb und kocht den Brei mit dem Zucker bis zur Marme­ladenprobe ein. Eine sehr feine Marmelade erhält man, wenn man das Hagebuttenmark mit Aepsel ober Quittenmark mischt. Man rechnet dann auf

1 Kilogramm Mark 450 bis 500 Gramm Zucker.

Holundermost: Nur recht reife Beeren ver­wendest! Beeren entstielen und durch das bekannte Dampfentsaftungsverfahren vermosten. Man rech­net auf 1 Kilogramm Beeren 100 bis 150 Gramm Zucker. Dieser Most, heiß getrunken, ist besonders bei Grippe und Erkältungskrankheiten zu empfehen.

Ebereschen- (Vogelbeeren-) Marme­lade: Die Beeren werden durch die Fleischmaschin" gegeben und bann mit Zucker, auf 1 Kilogramm Beerenmark 1 Kiloaramm Zucker bis zur Marme-, labenprobe eingekocht. I

ausstrahlen. Die üblichen Heizungen, unsere Einzel­öfen und Zentralheizungskörper geben ihre Wärme teils unmittelbar durch Strahlung und teils mittel­bar durch Leitung ab, d. h. dadurch, daß sie auch die sie umgebende Raumluft erwärmen und in einen Kreislauf versetzen

Die Strahlungswärme bringt in den Raum, durch die Raumluft hindurch und bringt sie nicht zur Er­wärmung und in Bewegung. Daß aber die Lust im Raum in einen Kreislauf komme, gleichwie ein Ventilator die Luft im Raum bewegt, daß zwischen uns und unserer Umgebung, zwischen draußen und drinnen ein Austausch von Wärme, Frische und Feuchtigkeit stattfinde, ist eben entscheidend für die Entwicklung- eines gesunden Klimas. Wir sind ja innerhalb unserer vier Wände keinesfalls hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen. Frischluft von außen bringt burch bie Ritzen von Fenstern, Türen unb bie Poren ber Wünbe. Ein Ofen, ber zur Ver­brennung eines festen Brennstoffs Luft unb Sauer­stoff braucht, wirkt dementsprechend wie ein kleiner Ventilator. Er saugt Luft an unb bringt ben Kreis­lauf ber Luft zwischen brinnen unb draußen in eine lebhafte Bewegung.

Unb weil bas so ist, hat die neuzeitliche Heiz­technik einen so großen Wert auf den wärmetech­nisch richtigen Ausbau ber Einzelöfen und besonders des Brikettofens gelegt. Gerade unser gebräuchlich­ster Haushaltsbrennstoff, das Braunkohlenbrikett, brennt mit einer schönen langen Flamme. Es ist luftgierig unb sorgt so für ein gefunbes Klima.

lieber 27 Millionen Einzelöfen leisten in Deutsch­land ihr Arbeit. Im letzten Jahre wurden rund 1,3 Millionen neu aufgestellt. Gtrua ein Viertel unserer Kohlenförderung verbraucht der Hausbrand. Im Jahre 1937 haben wir 25 Millionen Tonnen Braun­kohlenbriketts für den Hausbrand erzeuaen müssen. Um etwa 10 v. H. ist ihr Ablaß für die Wärme im Haus von 1936 auf 1937 gestiegen. Daraus aeht hervor, daß gerade die breiten Schichten des Volkes besser unb behaglicher geheizt unb sich baburch ein aofunbes Klima in ihren vier Wänden verfä-afst haben. - -r. ,