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Ostens wurde, dabei aber die guten und glückhaften i kicher Geselligkeit. Bindungen seines Volkes an die reiche Geschichte I
des der
diesjährigen Frühjahrsmesse.
Fahrplanänderung bei der Straßenbahn
richtet ist. Auch ein Hippodrom ist da und lädt zum Reiten ein. Zuckerstände, Würstchenbuden, Schießbuden, sowie eine Anzahl Verkaufsstände für Dinge täglichen Gebrauchs vervollständigen das Bild
Europa und der Kerne Osten
Vortrag im Gießener Offizierheim.
Sonntagskarten zur Gießener Frühjahrsmesse.
Zu dem diesjährigen Frühjahrsmarkt (Messe) in, Gießen, der vom 26. März bis einschließlich 3. April stattfindet, werden Sonntags-Rückfahrkarten von den Bahnhöfen der Strecken: 1. Friedberg—Niederwalgern, 2. Niederwalgern—Herborn, 3. Herborn—Gießen, 4. Weilburg—Gießen, 5. Alsfeld—Gießen, 6. Nidda—Gießen, 7. Friedberg—Hungen—Mücke, 8. Friedberg—Nidda, 9. Wetzlar—Lollar, 10. Lollar— Londorf—Grünberg mit folgender Geltungsdauer ausgegeben: zum Sonntag, 27. März, und Sonntag, 3. April, mit einer Geltungsdauer von Samstag, 12 Uhr, bis Montag, 24 Uhr (Ende der Rückfahrt); zum Mittwoch, 30. März, mit einer Geltungsdauer von 0 Uhr bis zum folgeren Tage, 3 Uhr (Ende der Rückfahrt).
Frühjahrsmesse harrt der Besucher!
In der vergangenen Woche haben die Schausteller mit großem Fleiß ihre Geschäfte für die Frühjahrsmesse auf Oswaldsgarten aufgebaut. Heute morgen wurde nun letzte Hand angelegt. Die Messe, die ja in erster Lime Schcmmesse ist, zeigt auch in diesem Jahre wieder eine Reihe von „Attraktionen", die die Aufmerksamkeit der Besucher unserer Frühjahrsmesse finden werden. So wurde zum Beispeil ein U-Bvot-Karussell aufgebaut, mit mehreren naturgetreu nachgebildeten U-Booten, mit Meer und Leuchtturm, mit großen Steuerbord- und Backbord- Laternen, mit Bojen, mit Hafen und Strandbad und was sonst alles mit der Wasserkante in Verbindung gebracht werden kann. Das Rus ische Rad fehlt auch in diesem Jahre nicht, eine Looping-Autobahn wird die Aufmerksamkeit der Motor portbegeisterten fesseln, eine Tierschau gibt es auch zu sehen, unb nach den Überschriften einer der Schaubuden zu schließen, wird man diesmal auch einen Löwen zu Gesicht bekommen, für den ein fester Gitterkäfig er-
Mit Wirkung vom 26. März ab treten im Verkehr der Straßenbahn Fahrplanänderungen in Kraft. Besonders verdient dabei die Einrichtung von Spätver- biftbungen hervorgehoben zu werden, die sowohl im Verkehr nach und von Wieseck als auch auf der Strecke Bahnhof—Volkshalle und umgekehrt geschaffen sind. Diese Anpassung des Fahrplans an die vielfach gehörten Wünsche der Bevölkerimg verdient alle Anerkennung.
Frau Oßwald
als Leiche in der Lahn aufgefunden.
Das vor etwa 14 Tagen gemeldete rätselhafte Verschwinden der Frau Oßwald aus Dreieichenhain (Kreis Offenbach), deren Kraftwagen damals herrenlos an der Straßenkreuzung Lollar—Odenhausen in der Nähe des Laufes der Lahn aufgefunden wurde, hat nunmehr ihre Aufklärung gefunden. Am gestrigen Freitagnachmittag sand man die Leiche der Frau unter der Lahnbrücke bei Oden- Hausen auf. Die Leiche wurde zur Untersuchung nach Gießen gebracht, jedoch ist nach allen bisherigen Anzeichen damit zu rechnen, daß die Frau im Zustand ihres Verfolgungswahnes Selbstmord begangen hat.
(Siebener Wochen Marktpreise.
* Gleßen, 26. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V» kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das
bedungen des weltberühmten deutschen Bakteriologen Robert Koch sielen.
Sein ärztliches Können und seine gewinnenden menschlichen Eigenschaften ermöglichten es chm, sich in Gießen eine Existenz von Dauer zu erarbeiten. Im Jahre 1893 verheiratete er sich mit der Tochter des ftühoerstorbenen Professors Zoeppritz, des Begründers der geophysikalischen Wissenschaft. Als Arzt und als Mensch in Gießen und weit darüber hinaus geschätzt, fanden seine Verdienste als ärztlicher Berater und Helfer dadurch auch ihre äußere Anerkennung, daß er im Jahre 1912 zum Sanitätsrat ernannt wurde. Im Weltkrieg war er als Stabsarzt der Landwehr in einem Reserve-Lazarett im Dienste des Vaterlandes tätig.
Nicht nur als Arzt, sondern auch als Mensch erwarb sich Sanitätsrat Schliephake in allen Bevölkerungskreisen, mit denen er durch sein Wirken in Berührung kam und denen er Freund und väterlicher Berater wurde, große Wertschätzung. Als einer der ersten Autofahrer in Gießen wurde er auch einer der Wegbereiter des Kraftsahrwesens in unserer Stadt, bis ein Autvmrfall im Jahre 1936 mit dazu beitrug, daß er sich in seinem Wirken als Arzt aus der vordersten Front zurückzog. Wenn sich der Jubilar erfreulicherweise auch wieder gut erholt hat, hat er jedoch seine Kassenpraxis aufgegeben. Seiner überaus tätigen Art lag es aber nicht, sich schon ganz der an sich wohlverdienten Ruhe hin- zugeben, und so ist er auch jetzt noch als Arzt Freund und Berater seiner alten Privatpatienten.
An seinem bevorstehenden Goldenen Doktorjubi- läum werden sich sicherlich viele seiner Pattenten, Freunde und Bekannten des allezeit liebenswürdigen und stets hilfsbereiten Sanitätsrats Schüep- hake gern in dankbarer Gesinnung erinnern. Die Medizinische Fakultät unserer Universität wird ihm an diesem Jubiläumstage die üblichen akademischen Ehren mit der Erneuerung des Doktor-Diplomserweisen. Dem geschätzten Jubilar und seit rund fünfzig Jahren treuen Freund und Bezieher des Gießener Anzeigers bringen-auch wir unsere herzlichen Glückwünsche zu seinem Jubiläum dar.
Reihe dich durch die Tat ein!
NSG. Noch einmal ergeht der Ruf an alle Volks- genossemdes Gaues Hessen-Nassau, ein Opfer für das Gemeinschaftswerk des neuen Deutschland, das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, zu geben. Die Männer der Deutschen Arbeitsfront bieten am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag zehn schöne Frühlingsblumen an, die von den Elfenbeinschnitzern im Odenwald, einem Handwerkszweig unsres Gaues, hergestellt werden.
In der Reihe der Sammler finden wir die Walter enb Warte ber DAF., Betriebssichrer unb »Obmänner, Werkscharführer unb -männer unb viele anbere Arbeitskameraben, bie an verantwortlicher Stelle in der Front ber beutschen Arbeit stehen.
Auf ben Straßen unb Plätzen zeigen Volkstums-, Musik- unb Singgruppen ber NS.-Gemeinschaft .Kraft durch Freude" ihr Können im Dienste des Winterhilfswerkes. Das Sportamt „Kraft durch Freude" trägt durch Gymnastik, Rollschuh-, Rhönrad-, Box- und Tanzvorführungen zur Ausgestaltung der Sammeltage bei. Auf ben Straßen marschieren unb musizieren bie Werkscharen.
In großen Massen erfolgt so ber Einsatz, um ben Erfolg bieser Sammlung sicherzustellen. An alle Arbeitskameraben unb Volksgenossen ergeht bie Auf- forberung, burch eine bem Einkommen angemessene Spenbe ihre Bereitwilligkeit zu zeigen, sich burch bie Tat in bie Gemeinschaft unseres beutschen Volkes einzureihen.
Keine Konfirmationen am -10. April.
Wie das Landeskirchenamt Nassau-Hessen soeben mitteilt, werden am 10. April keine Konfirmationen stattfinden, damit jedermann die Ausübung seines Wahlrechtes und die Mithilfe bei der Wahl uneingeschränkt ermöglicht ist. Um die für die Konfirma- tionsfeier notwendige Ruhe unb innere Sammlung zu gewährleisten, wirb ber 2. Osterfeiertag als Tag der Konfirmation empfohlen. Die Vorstellung soll am Sonntag Jubica erfolgen.
und Tradition des japanischen Volkstums zum Segen von Staat unb Volk beibehielt.
Im weiteren Verlaufe seiner Darlegungen beschäftigte sich ber Redner mit den Einwirkungen, die von Rußland, England und Amerika, aber auch von Frankreich im Schatten der Polittk Englands, feit vielen Jahren und mit besonderer Energie und Rivalität im Verlaufe ber letzten Jahre im Fernen Osten unternommen würben. Er zerglkeberte bie ver- schiebenen Jnteressenlinien bieser Mächte unb war babei,bemüht, seinen Hörern ein möglichst weiturn- fassenbes Bilb der gegenwärtigen Verhältnisse und ihrer vermutlichen Folgen zu geben. Natürlich konnte er bestimmte Voraussagen nicht geben, aber er ließ doch Entwicklungstendenzen ahnen, die unter dem Gesichtswinkel ber Weltpolitik auch für uns von befonberer Bebeutung finb. Dabei stellte er in klarer unb überzeugenber Weise heraus, baß auch für unser Volk die Geschehnisse im Fernen Osten große Bebeutung haben, insbesondere der entschiedene Kampf Japans gegen den Bolschewismus unseren Lebensinterestzn sehr nahesteht, xnas ja auch in dem Abschluß des Antikominternpaktes zwischen Deutschland, Japan unb Italien zum Ausbruck kommt.
Abschließend gab der Vortragende in großen Strichen die lebenswichttgen Grundlagen an, die für unser Volk und Reich in den Angelegenheiten des Fernen Ostens bei der Urteilsbildung und bei der wahrscheinlichen Weiterentwicklung der Dinge in Betracht kommen.
Generalleutnant Oßwald gab dem Danke der Hörer für den aufschlußreichen Vortrag in f)ery lichen Dankesworten an den Vortragenden Ausdruck. Sodann verweilten die Soldaten und ihre Gäste noch einige Stunden in schöner kameradschaft-
Land und Volk des Fernen Ostens trotz der Moder- nisierungsbestrebungen hervorragender Chinesen, bie geistig ihrem Volk weit vorausschreiten, unb trotz der europäischen Einwirkungen im Grunde boch auf dem Standpunkt verblieben ist, den es in seinem Kultur- unb Geistesleben, wie auch in bem Volke selbst in längst überlebten Zeitläuften eingenommen hat, daß dagegen Japan sich dem europäischen Kultureinfluß nicht verschlossen hat, sondern in ausgiebigem Maße, aber unter weiser Auswahl des Guten, davon Gebrauch machte, dadurch zu einem kulturellen und politischen Machtfaktor ersten Ranges aufstieg, die führende und bestimmende Großmacht des Fernen
Der Kommandeur der 9. Division, Generalleutnant Oßwald, als Standortältester unserer Garnison hatte am gestrigen Freitagabend das Offizierkorps und eine große Zahl von Gästen aus Gießen und den Nachbarorten zu dem letzten Vortrags- unb Kamerabschaftsabend biefes Winterhalbjahres in das Offizierheim in der Zeughauskaserne eingeladen.
Nach der Begrüßung durch Generalleutnant O ß • wald sprach Major d. R. Prof. Dr. Mann- Hardt aus Marburg in fesselnder Weise über bas Thema „Europa und der Fernost-Kon- f l i k t". Der Vortragende umriß zunächst in großen Zügen die geschichtliche Entwicklung der Beziehungen zwischen dem Abendland unb bem Fernen Osten, wobei er sowohl die Ausgangsstellung Europas als Gesamtheit, wie auch bie Position des fernen Dftaften als Ganzheit skizzierte. Anschließend behandelte er, in Aufgliederung seines Themas, die Einflüsse der europäischen Kultur auf die beiden größten Länder unb Völker des Fernen Ostens, nämlich China unb Japan, wobei er bie Rückwirkungen des modernen Europa auf China und Japan darlegte. Er stellte dabei in den Vordergrund, daß China als größtes
Abenteuer in Paris.
Roman von Hans Hirihammer.
Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
Mit Armand war es so eine Sache. Er hätte selbst auf ber Folterbank den Freund nicht verraten, selbst dann nicht, wenn man ihn von dessen Wertlosigkeit hätte überzeuaen können. Was ihn wurmte, war keineswegs der Umstand, daß Heinz möglicherweise ein Hochstapler war, sondern daß er sich von ihm hatte hinters Licht führen lassen.
Unb da er mit der Möglichkeit rechnete, daß- die Polizei dem Manne bis in die Rue de la Suisse nadjtpürte, machte er Gerda den Vorschlag, erst einmal zu warten, bis er in seiner Klause Nachschau gehalten habe. Denn es lag auf der Hand, daß in den Augen der Polizei auch Stadlers Bekannte verdächtig waren.
Kaum aber hatte er Gertrud Bosch allein gelassen, da trat aus dem Halbdunkel des dämmernden Abends ein Mann auf sie zu, berührte vorsichtig ihren Arm und sprach sie an. „Fräulein Bosch!"
Gerda wandte sich in höchster Ueberraschuna um, denn es erschien ihr unbegreiflich, baß ein Fremder ihren Namen wußte. Sie erinnerte sich nicht, diesen Mann jemals gesehen zu haben.
„Mein Name ist Claudius!" fuhr der Unbekannte hi deutscher Sprache fort. „Ich bin schon feit einigen Stunden auf der Suche nach Ihnen. Als ich endlich Ihren Aufenthalt ausfindig gemacht hatte, verließen Sie gerade mit einem Herrn das Haus. Ich wagte es unter diesen Umständen nicht. Sie anzusprechen, sondern folgte Ihnen, um einen Augenblick abzuwarten, meinen Auftrag auszuführen."
Gerda hob verlegen und etwas ängstlich die Schultern und wünschte fehnlichst die Rückkehr des Malers herbei. „Ich verstehe wirklich nicht! Von welchem Auftrag sprechen Sie?"
„Mein Freund Willy Ruland schickt mich, da er selber leider am Kommen verhindert ist. Sie mochten mich sofort zu chm begleiten, Fräulein Bosch!"
Gerda glaubte ihren Ohren nicht trauen zu dürfen. „Willy? Oh, er ist in Paris?"
,Kommen Sie, wir dürfen keinen Augenblick mehr verlieren. Willy Ruland ist in Gefahr, und ich habe schon viel Zeit mit der Suche nach Ihnen vertrödelt."
Gerda zögerte in einem plötzlichen Mißtrauen. „Wie soll ich wissen, ob ich Ihren Worten Glauben schenken darf?"
„Darüber kann ich Sie beruhigen!" lächelte Claudius gutmütig und griff in seine Rocktasche. „Herr Ruland gab mir dieses Bild, um mich Ihnen gegenüber ausweisen zu können."
Gerda erkannte ihre eigene Photographie, und als sie die Karte umdrehte, fand sie die Widmung: „Meinem lieben Willy von seiner Gerda!"
Sie schämte sich beinahe, daß sie gezweifelt hatte. Willy war da und rief nach ihr. Mit dieser Erkenntnis versank alles andere. Heinz Stadler und sein Freund Larusse verloren jede Bedeutung für sie.
„Können wir nicht eine Taxe nehmen?" fragte sie ungeduldig, während sie bereits ihren Warteplatz verlassen hatte und an Herr Claudius' Seite dem Ausgang der Straße zusttebte.
„Ich bin eben dabei, nach einem Wagen Ausschau zu halten. Ah, sehen Sie, da steht schon einer! Rasch, steigen Sie ein!"
Er eilte auf den Wagen zu, öffn^g die Tür und war ihr beim Einst ei gen behilflich „Rue Fau- bourg 35!" rief er bem Chauffeur zu.
Der Mann am Steuer schmunzelte erfreut. Rue Faubourg! Das war ja ganz am anderen Ende, weit draußen in den südlichen Vororten. Die Fuhre lohnte sich.---
Nicht einmal durch das Eingreifen der Polizei hatte sich Claudius davon überzeugen lassen, daß sein Verdacht bezüglich des Kellners unbegründet war, und so war er nach wie vor entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen.
Es bedeutete keine besondere Schwierigkeit für ihn, den Weg ausfindig zu machen, den die Polizei bei ihrer Verfolgung genommen hatte, und so gelangte er schließlich in das Etablissement von Madame Pluchard. Er nahm unauffällig in einer Ecke des Speiseraums Platz, bestellte eine Kleinigkeit und ließ seine scharfen Augen durch den Raum schweifen.
In den Gesichtern der Gäste stand noch deuttich die Aufregung, die der ungewöhnliche Zwischenfall herborgerufen hatte. Und da die Blicke sich immer wieder nach einem bestimmten Tisch am Fenster richteten, widmete auch ber neue Gast dieser Oert- lichkeit seine besondere Beachtung. Dort saß ein junger Mann und ihm gegenüber eine junge Dame. Beide waren sichtlich verstört, sprachen ab und zu mit erregten Mienen ein paar Worte, und erhoben sich bann überstürzt, um den Raum zu verlassen.
Das junge Mädchen ging nahe an Claudius vorbei, und da erkannte er sie.
Das war doch die gleiche junge Dame, deren Bild er in Rulands Brieftasche gefunden hatte! Er trug dieses Bild noch bei sich, zog es heraus und überzeugte sich von der Richtigkeit seiner Feststellung.
i Außerordentlich interessant!
Ihm gegenüber war ein Mann in Mittleren Jahren hingebungsvoll in seine Mahlzeit vertieft.
Claudius richtete das Wort an ihn. „Was ist denn hier eigentlich los? Die Leute sind alle so ... ich weiß nicht, wie ich mich ausdrückckn soll!"
Der Mann ließ sich mit der Antwort Zeit, bis er seinen Bissen zerkaut unb hinuntergeschluckt hatte. Dann lächelte er maskenhaft hinter seinen Brillengläsern hervor. „Aufsehenerregende Verfolgung eines Hochstaplers! Flucht durch das Fenster! Betrogene Freundin sucht Polizei von seiner Unschuld zu überzeugen. Verfolgter in gestohlenem Auto entkommen!"
„Das ist kurz und bürtbig!" lachte Claudius. „Sind Sie Reporter?"
Der Mann mit der Brille schien äußerst unge- halten, daß die Neugierde seines Gegenübers noch nicht befriedigt war.
„Anatole Laudin vom ,Paris Soir‘. Kriminalfälle, Lokalnachrichten, Gesellschaftsskandale." Nach dieser ungewöhnlich erschöpfenden Auskunft wandte sich Herr Laudin wieder seiner unterbrochenen Be- schäfttgung zu, ohne ben Tischgenossen noch eines weiteren Blickes zu würdigen.
„Die betrogene Freundin, — das ist wohl die Dame, die ist?"
Herrn Laudins Brillengläser funkelten Claudius vernichtend an. Dann sentten sie sich wieder über den halbgeleerten Teller.
Claudius war viel zu abgebricht, um sich durch diese abweisende Haltung einschüchtern zu lassen: „Noch eine Schlagzeile für ben ,Paris Soir‘, Monsieur Laudin: Vermeintlicher Hochstapler entpuppt sich als deutscher Kriminalbeamter! Verfolgung erweist sich als absichtlich inszenierte Komödie! Zweck der Hebung: Aufdeckung eines großßst Juwelendiebstahls! — Nun, Monsieur Laudin?"
Eine neben den Tisch niederfallende niedliche, kleine Handgranate hätte keine nachhaltigere Wirkung erzielen können. Herr Laudin wurate verzweifelt an einem Bissen, den er gerade vorher noch in den Mund gesteckt hatte. Messer und Gabel entfielen seinen Händen, seine Augen schienen gerade- zu hervorzuquellen, als er nun, sich halb erhebend, die Hände drohend gegen Claudius ausstreckte.
„Mille Drables! Sie sind von ber Konkurrenz, vermute ich. Vom ,Matin', wie? Hab schon lang« eine Stinkwut auf Sie! Schnappen mir die fettesten Bissen vor der Nase weg! Woher haben Sie bloß wieder diese Jnformatton?"
„Freue mich, baß Sie endlich auftauen! Zu Ihrer Beruhigung: ich habe nicht die geringsten Beziehun- gen zur Presse, und was ich Ihnen eben andeutete, ist auch im Augenblick noch nicht druckreif. Es fehlen mir noch die schlüssigen Beweise. Ader — hm Sie könnten mir etwas hehrlstich jein. Es
von der Sie sprechen eben hinausgegangen
Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A. 12/4, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Enteneier 12%, Gänseeier 35, Wirsing, % kg 14 bis 16, Weißkraut 10 bis 11, Rotkraut 14 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 dis 12, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 35, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 45, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel % kg 12 bis 30 Pf., Hähne 1,10 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 35 bis 40, Salat 10 bis 30, Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf.
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** Das Fe st der Silbernen Hochzeit kann am Dienstag, 29. März, das Ehepaar Post- sekretär Georg Karell und Frau Emma, geb. Kloß, Am Riegelpfad 22, begehen. Postsekretär K o ° reH, ein alter 116er, der aus der 7. Kompanie hervorging, ist weit über den Heimatkreis hinaus del den alten Regimentsangehörigen bekannt. Als
Dem Auge das Beste!
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Pegsments-Kammerunteroffizier hat er zu Beginn des Weltkrieges alle aktiven 116er eingekleidet, er kämpfte nachher mit dem Regiment im Westen und kam später als Vizefeldwebel zum Regimentsstab. Nach dem Kriege hat er als Mitglied der Führerschaft und jetzt als Rechner der Regimentsvereinigung nicht nur wesentlichen Anteil an der Durchführung der Gießener 116er Tage, sondern auch an oer Pflege der Tradition des stolzen Gießener Regiments.
** Samariterkursus des Deutschen Roten Kreuzes. Das Deutsche Rote Kreuz in Gießen veranstaltet Ende April einen neuen Samo- titer-Kursus für Frauen und Mädchen.
** Vom Tannenweg. Der Tannenweg ist ein neuer Straßenzug, der an der Curtmannstraße beginnt, parallel zur Fröbelstraße und Kaiserallee verläuft und am Philosophenwald endet. Bereits im vergangenen Jahre wurde ein Teil der Straße angelegt und beiderseits einige Wohnhäuser zur Ausführung gebracht. Nunmehr ist man dabei, den übrigen Teil der Straße bis zum Philosophenwald mit Wasserleitung zu versehen und alsdann auszubauen. Inzwischen hat an der Ostseite dieser neuen Strqße eine auswärtige Saufirma eine Reihe von neu au erbauenden Wohnhäusern abgesteckt, da hier in aller Kürze eine umfangreiche Baugruppe zur Ausführung kommen soll. Auch die Baugenossenschaft 1894 will hier für dieses Jahr ihr bereits begonnenes Bauprogramm erweitern, so daß im Laufe dieses Jahres am Tannenweg sich eine lebhafte Bautätigkeit entwickeln "wird.
** Die Bundesgruppe Gießen des Bundes heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) hielt im „Pfälzer Hof" eine Arbeitstagung ab, in der über die Sommerarbeit gesprochen wurde. Bundesgruppenleiter K o st4» r z sprach über die Erfassung aller Ostdeutschen und streifte die Aufgaben der Fürsorge, die eine neue Erleichterung für die Bedrängten und Geschädigten bringe. Zu diesem Zweck sei eine neue statistische Erfassung der Ostdeutschen erforderlich. Er erinnerte an den 20. März, den Jahrestag der Abstimmung in Oberschlesien, und hob dabei die Verdienste des Landsmannes Ernst Motz um die Vorbereitungen hervor. Anläßlich des 60. Geburtstages des Landsmannes Postinspektor Curt Beyer würdigte der Bundesgruppenleiter dessen Verdienste um die ostdeutsche Heimatsache. Er zählte zu den ersten Mitgliedern des deutschen Ostbundes, war lange Jahre in dessen Vorstand und gehörte auch dem Vorstand des Landesverbandes Süd-Westdeutschland des Oft- bundes an. Einige Jahre war er auch Vorsitzender ber Gießener Ortsgruppe, mit der er an der Oft« marfentagung der Marburger Studentenschaft mit«
wäre doch sehr schön und für Sie selbst wahrscheinlich nickst ohne Vorteil, wenn der .Paris Soir als erster eine so sensationelle Nachricht bringen könnte."
„Glorios, Monsieur! Ganz der Ihre! Was soll gefchehen?"
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Als Claudius feine Vereinbarung mit Anatole Laudin getroffen hatte, faßte er den Plan, sich zunächst mit dieser jungen Dame Gerda zu beschäftigen, die ihm eine wichtige Rolle in dieser verzwickten Geschichte zu spielen schien. Stand sie doch einerseits mit Willy Ruland in offensichtlich sehr vertrauten Beziehungen, während sie andererseits mit diesem angeblichen Maquinot befreundet war. Die einzig mögliche Schlußfolgerung konnte nur die sein, daß Maquinot und Rulano unter einer Decke steckten. Mit anderen Worten: daß dieser Mann eben gar nicht der Hochstapler Maquinot war, sondern der Kriminalbeamte, als den er ihn sofort erkannt hatte. Er hatte viel Gedüst) und wartete in aller Gemütsruhe, bis Gerda Bosch wieder in Sicht kam. Ihren Zunamen hatte er übrigens von Laudin erfahren.
Er heftete sich an ihre Spur und war nicht wenig überrascht, als er feststellen mußte, daß diese Spur in die Rue de la Suisse führte. Hatte nicht Maquinot erklärt, daß er dort wohne?
Seine Ueberraschung erreichte den Höhepunkt, als er am Eingang der Strafe auf feine Komplicen stieß. Sie waren also tatsächlich seiner Anregung gefolgt und wollten mit Maquinot in Verkündung treten.
„Ihr könnt euren Plan ruhig ausführen!" flüsterte er ihnen zu, ohne Gerda Bosch und ihren Begleiter aus den Augen zu lassen. „Aber seid auf der Hut. Mein Verdacht war richtig. Maquinot ist ein Spürhund. Ich habe das inzwischen ein- wanbfrei festgestellt. Diese ganze Verfolgungsszene heute mittag war nichts weiter als eine Komödie! Stellt dem Burschen eine Falle! Ihr werdet meine Angaben bestätigt finden."
Die beiden starrten ihn fassungslos an. „Verdammt! Wenn du wirklich recht haben solltest —! Aber was willst du denn hier?"
„Ein reiner Zufall!" lachte Claudius, während er beobachtete, wie Gerdas Begleiter sich von dem Mädchen trennte.
„Binde uns doch keine Märchen auf, Mensch! Solche Zufälle gibt es nicht!"
„Na, wenn ihr es genau wißen wollt — ganz unter uns natürlich — ich habe hier ein Stelldichein!"
Und als er sich mit einem vielsagenden Augenzwinkern von ihnen verabschiedet hatte, traf er auf Gerda Bosch zu und sprach sie an.
Czibulka und Sacher starrten sich an.
(Fortsetzung folgt)
tSitinb.a mutagsanbm hätte statt- Auf lichtet, erneuert -elmOtz 910' fid), die von dl ousgesiihlt wer
< futter Gemeinde fand statt, die bester geschah durch di ten elektrischen jüngster Zeit obc beerpflanzl
0 Saasen derNSDVP eine Mitgliedern penleiter Sche gebung mit den Ministerialrat R jüngsten politisch
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