Aus den Gießener Gerichtssälen
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gebung mit dem Ehrenbürger unserer Gemeinde, Ministerialrat Ringshausen, erinnerte und dann die
beteiligt war. Für seine selbstlose Arbeit im Dienste der ostdeutschen Heimat wurde ihm Dank und An- erkennung ausgesprochen. Nach einem Ueberblick über die Verhältnisse in der alten Heimat und mit dem Hinweis auf einen Sommerausflug wurde der geschäftliche Teil geschlossen, i
** Unfall. Der 82jährige Rentner Ernst Franke, Walltorstraße 4 erlitt bei einem Ver- kehrsunfall eine rechtsseitige Hüftoerletzung. Der bedauernswerte Mann mußte in die Chirurgische Klinik verbracht werden.
jüngster Zeit oberhalb des Sportplatzes eine Maulbeerpflanzung erstehen lassen.
CD Saasen, 25. März. Die Ortsgruppe der NSDVP. hielt im Gasthaus^ „Zur Traube"
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Or. Hildebrandt spricht in Großen-Buseck.
Am 1. April wird in einer Versammlung in Großen-Buseck der frühere Kreisleiter des Kreises Wetterau, Dr. Hildebrandt, der jetzt im Stabe des Gauleiters tätig ist, zu den Volksgenossen über die Volksabstimmung am 10. April sprechen.
Maul- und Klauenseuche im Kreis Wettcrau.
NSG. In Schwalheim im Kreise Wetterau ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Sämtliche Maßnahmen, die aus Anlaß dieser Seuche getroffen sind, werden aufgehoben. Neu ist die Maul- und Klauenseuche in den Gemeinden Dorn-Assen- heim und Rockenberg ausgebrochen. Der Sperrbezirk wird aus den Gemeinden Dorn-Assen- heim und Rockenberg gebildet, während die Gemarkungen beider Gemeinden zum Beobachtungsgebiet erklärt wurden.
Landkreis Gietzen.
5 Steinbach, 25. März. Am gestrigen Donnerstag fand eine Besichtigung der heruntergeholten Tu.rmspitzenbekleioung durch die Baubehörde statt. Außer dem Hahn, der, wie schon berichtet, erneuert werden muß, sind auch an dem Helmaufsatz größere Erneuerungsarbeiten erforderlich, die von dem hiesigen Spengler Karl Haas ausgeführt werden.
< Ruttershaus en, 25. März. In unserer Gemeinde fand eine Verdunkelungsübung statt, die besten Verlauf nahm. Die Alarmierung geschah durch die von der Gemeinde neu angeschafften elektrischen Sirenen. — Die Gemeinde hat in
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Außerdem kaufte der Angeklagte gegen Provision für einen jüdischen Viehhändler aus Lauterbach, der inzwischen nach Amerika emigriert ist, Vieh aus. Eines Tages hatte dieser dem E. 1870 Mark ohne Quittung zum Ankauf von Vieh ausgehändigt. Von dieser Summe verwandte der Angeklagte 300 Mark zum Ankauf eines Rindes, das er dann nach Frankfurt lieferte. Als der jüdische Viehhändler von dem Angeklagten sein Geld zurückforderte, bestritt dieser, jemals von ihm Geld erhalten zu haben. Da er diesem Viehhändler keine Quittung ausgestellt hatte, glaubte der Angeklagte, daß man ihm nie den Erhalt des Geldes beweisen könne. Um zu seinem Geld zu kommen, benachrichtigte der Jude die Gendarmerie. Als der zuständige Beamte vor einer Gastwirtschaft, in der sich der Angeklagte, wie er wußte, befand, anlangte, versuchte man scheinbar von dritter Seite den Angeklagten zu warnen. Der Beamte sprang in die Wirtsstube und sah, wie der Angeklagte versuchte, einem anderen Viehhändler seine Brieftasche zuzustecken. Dieser Zeuge, wie auch der Sohn der Gastwirtin, sagten trotz eingehender Vorhalte unter Eid aus, daß sie nicht gewußt hätten, daß die Brieftasche Geld des ihnen persönlich unbekannten jüdischen Viehhändlers, der kurz vorher schon einmal mit dem Angeklagten im Nebenzimmer der Gastwirtschaft verhandelt hatte, enthielt.
Bei seinen ersten Vernehmungen bestritt der Angeklagte, auf das entschiedenste, Geld von dem jüdischen Händler aus Lauterbach erhalten zu haben. Ja, er bestimmte sogar seinen Schwager, einen Brief an die Staatsanwaltschaft zu schreiben, in welchem dieser behauptete, er habe dem Angeklagten ein größeres Darlehen gegeben. Die Dar- lehensvaluta sei nun mitbeschlagnahmt worden. Er bitte die Staatsanwaltschaft, ihm diesen Betrag — es handelte sich um ungefähr tausend Mark — auszuzahlen. Aber auch dieser Schwindel wurde aufgedeckt, und erst bei seiner zehnten Vernehmung gab der Angeklagte zu, daß er das Geld von seinem jüdischen Auftraggeber erhalten habe.
Der Angeklagte wurde wegen schwerer Urkunden- fälschuna in Tateinheit mit Betrug in neun Fällen, wegen Unterschlagung und Betrugs, unter Anerkennung mildernder Umstände, zu einer G e f ä n g- nisstrafe von zwei Jahren verurteilt. Drei Monate und drei Wochen gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Außerdem wurde dem Angeklagten auf zwei Jahre verboten, den Beruf eines Viehhändlers auszuüben. Der Angeklagte nahm das Urteil an.
Amtsgericht Gießen.
Am 24. August 1937 fuhr der W. H. aus Wieseck, von Marburg kommend, mit einem leeren Lastkraftwagen auf der Straße Marburg—Gießen. In der Nähe der Karlsruhe wollte der Angeklagte, der sechs Wochen vorher seinen Führerschein Erhalten hatte, in den befestigten, nach Wieseck führenden Feldweg einbiegen. Drei Bäume vor der Straßenabzweigung, also ungefähr in einer Entfernung von nur 25 Meter, zeigte der Angeklagte bzw. dessen Bewahrer durch den Richtungszeiger die Absicht an, die Fahrbahn nach links zu verlassen. Als der Angeklagte mit seinem Wagen die Straße überquerte, rannte ihm ein in derselben Richtung fahrender Personenwagen in die Flanke. Die Insassen dieses Wagens, die ihr Fahrzeug nicht mehr zum Halten bringen konnten, wurden verletzt. Durch Strafbefehl erhielt der Angeklagte wegen fahrlässiger Körperverletzung und Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung eine Geldstrafe von 100 Mark. Gegen diesen Strafbefehl legte der W. H. Einspruch ein. Aber auch die Hauptverhandlung er» aab, daß der Angeklagte durch sein verspätetes Anzeigen seiner Richtungsänderung den Unfall herbeigeführt hatte. Es blieb daher bei der im Strafbefehl ausgesprochenen Strafe.
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Sezirksschöffengericht Gießen.
Vor dem Bezirksschöffengericht, das am gestrigen Freitag in Büdingen tagte, hatten sich der Heinrich Ochsenhirt, der Wilhelm Ochsenhirt und der Georg Lusch aus Rohrbach zu verantworten. Die Anklage wirft dem Angeklagten Heinrich Ochsenhirt vor, sich der Beleidigung und der falschen Anschuldigung schuldig gemacht zu haben. Er habe in einer Anzeige on die Staatsanwaltschaft behauptet, der Bürgermeister Sch. aus Rohrbach habe sich der Verleitung zum Meineid schuldig gemacht. Bei einer Vernehmung gab er an, dieser Bürgermeister habe vor kurzem gesagt, daß der Oberamtsrichter E. sich mit Butterwecken schmieren lasse, dann seinen Talar anzöge und die Leute „verknurre". In einem Schreiben an das Amtsgericht verdächtigte er weiterhin den Bürgermeister Sch. der Brandstiftung. In Schreiben an die Kreisleitung, an die Gauleitung in Frankfurt und an den Stellvertreter des Führers behauptete er schließlich, der Bürgermeister Sch. sei ein Judenfreund und machte ihm weitere unehrenhafte Handlungen zum Vorwurf. Die angestellten Ermittlungen ergaben die vollkommene Haltlosigkeit der Behauptungen.
Der Angeklagte Wilhelm Ochsenhirt hat sich zu verantworten unter der Anklage, behauptet zu haben, der Bürgermeister Sch. habe versucht, ihn zum Meineid zu verleiten und er, Sch., habe in seiner Gegenwart weiterhin die obige abfällige Aeußerung über den Oberamtsrichter E. getan. Dem dritten Angeklagten, derb G. Lutsch, wirft die Anklage die Behauptung vor, der Bürgermeister Sch. habe eine Güterhalle in Brand gesteckt und die in ihr enthaltenen Waren zum Teil verkauft.
Zur Verhandlung ist eine große Anzahl von Zeugen geladen. (Die Sitzung dauert noch an.) Große Strafkammer Gießen.
In mehrstündiger Sitzung hatte sich gestern die Große Strafkammer Gießen mit dem Karl E. aus Burkhards bei Gedern zu befassen. Im Jahre 1934 begann der Angeklagte mit dem An- und Verkauf von Kleinvieh. Als er dann sich mit dem Handel von Großvieh befaßte, und es sich zeigte, daß er diesem nicht ganz gewachsen war, beging er die ersten strafbaren Handlungen. Der Angeklagte geriet durch geschäftliche Mißerfolge in Schulden. Um sich die ihm fehlenden Mittel zu beschaffen, fälschte er neun Wechsel, indem er die Unterschriften der Indossanten und Akzeptanten selbst anferttgte. Anstatt durch ehrliche Arbeit feine Gläubiger zu befriedigen, hatte es der Angeklagte auf diese unsaubere Art verstanden, sich in den Besitz von ungefähr 1750 Mark zu setzen.
Durch seine geschäftlichen Beziehungen war der Angeklagte auch mit einem Frankfurter Viehhändler bekannt geworden. Dieser gab ihm zum Ankauf von Vieh 500 Mark. Für 350 Mark kaufte darauf der Angeklagte eine Kuh. Dieses Tier wurde ihm aber, als er es nach Frankfurt transportieren wollte, gepfändet. Anstatt den Darlehensrest zum Ankauf von Dich zu verwenden oder dem Frankfurter Händler zurückzugeben, verwandte der Angeklagte diese 150 Mark für sich selbst.
In gewissenloser Weise verfuhr der Angeklagte aber dem Zeugen W. gegenüber. Dieser Zeuge besaß neben drei kleinen Äeckerchen als Hauptvermögenswert eine Kuh. Um feine Gläubiger bezahlen zu können, wollte dieser 64jährige Zeuge seine Kuh verkaufen. Er verhandelte deshalb mit detn Angeklagten. Dieser ließ durch einen Jungen die Kuh abholen und dem Zeugen ausrichten, die Kuh sollte bei den Eltern des Jungen, die ange- gesehene Geschäftsleute sind, abgemolken und gemästet werden. In Wirklichkeit verkaufte der Än- geklagte sofort die Kuh nach Frankfurt. Den Kaufpreis behielt er für sich. Dem Zeugen droht nun die Zwangsvollstreckung.
Frankfurt a.M.
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§ Laubach, 24. März. In dem mit vielen Blumen geschmückten Saale der „Traube" fand ein sehr gut besuchter Heimatabend statt, bei dem auch die Preisverteilung anläßlich des letztjährigen Blumenschmuckwettbewerbes vorgenommen wurde. Die Veranstaltung wurde eingeleitet mit der Ouvertüre „Dichter und Bauer", gespielt von Frau Bias und Herrn Bröckelmann Anschließend trug Ilse Desch einen Vorspruch „Blumen und Lieder" vor. Nach der Begrüßungsansprache des Bürgermeisters Högy zeigte Obstbauinspektor Metternich (Büdingen) eine Reihe schöner (farbiger) Aufnahmen aus Laubach und Büdingen, wobei er bei jedem Bilde auf die für die Bewertung des Blumenschmuckes maßgebenden Punkte hinwies. Die folgende Verlosung von Blumen war bald restlos ausverkauft. Ganz besonderen Anklang fanden auch die von Inspektor M etter- n i ch vorgeführten Lichtbilder „Laubach in Herbstfärbung". Bei der Preisverteilung anläßlich des Blumenschmuckwettbewerbes 1937 wurden sodann insgesamt 98 Bewertungen bekanntgegeben. Für die beste Leistung erhielt Schuhmacher Christian P f e i f- f e r den Zusatzpreis der Landesbauernschaft Hessen- Nassau. Die Veranstaltung wurde umrahmt von dem Gesang schöner Volkslieder Zum Schlüsse richtete Bürgermeister Hügy, nachdem er den Preisträ- aern und allen denen gedankt hatte, die zur Verschönerung des Abends beigetragen hatten, einen Appell an die Anwesenden, weiterhin an der Verschönerung des Stadtbildes durch eifrige Förderung des Blumenschmuckes mitzuwirken. Mit dem Sieg- Heil auf den Führer, das der Ortsgruppenleiter Braun ausbrachte, und dem Gesang der beiden National-Hymnen fand der schön verlaufene Heimatabend seinen Abschluß.
Rundfunkprogramm
Sonnlag, 27. Marz.
6 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Gymnastik. 8.30: Ev. Morgenfeier. 9.10: Rufe über Grenzen. „Heimat" von Gustav Leutelt. 9.30: Chorgesang. 10: Was dich nicht umbringt, macht dich stärker. 10.30: Ewiges Deutschland. 11.15: Die Wohnung des Glücks. Eine Hörfolge. 12: Neue deutsche Fliegermusik. 13.15: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder: „Hoch auf dem gelben Wagen". Kasperle in Mittenwald, wo die Geigen „wachsen". 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.25: Ein Sonntag im Goldhaubental. 16: Nachmittagskonzert. 17 dis 17.20: Rugby-Länderkampf Deutschland — Frankreich im Stadion Frankfurt a. M. 17.45: Kammermusik. 18.45: (Berlin auf Wachs): Internationale Schiwettkämpfe auf dem Feldberg (Schwarzwald). Einweihuna des neuen Schistadions und großer Sprunglauf. 19: Nachrichten. 19.10: Umschaltung: Der Reichsarbeitsführer verabschiedet die aus dem Reichsarbeitsdienst ausscheidenden Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden. 19.45: Der Sportspiegel des Sonntags. 20: „Die lustige Witwe". Operette. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht.
Montag, 28. März.
6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zpr Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.52: Hochstapler auf der Speisekarte. 10: Schulfunk. 11.40: Volk und Wirtschaft: Ein Rekordjahr des Films. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Kammermusik. 15.30: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir... 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Schallplatten.) 19: Nachrichten. 19.10: Kleine Abendmusik. 20: Soldaten und der Reichsarbeitsdienst fingen und spielen. Ein Wunschkonzert für das WHW. Veranstaltet von dem Wehrkreiskommando des Wehrkreises IX und dem Arbeite- gau XXII des Reichsarbeitsdienstes gemeinsam mit dem Reichssender Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert.
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| jüngsten politischen Ereignisse behandelte.
Kreis Wehlar.
<5 Krofdorf, 25. März. Am Donnerstagmittag ereignete sich hier in der Kreuzung Wiesen- straße-LaunSbacher Straße ein Verkehrsunfall, von dem zwei hiesige altere Einwohner betroffen wurden. Der eine, Maurermeister A. Schiefe r st ei n , kam mit seinem Leichtmotorrad aus der Launsbacheb Straße und stieß auf den Personenwagen des anderen, der die Wiesenstraße entlang fuhr. Trotz mäßiger Geschwindigkeit beiderseits fiel der Motorradfahrer so unglücklich gegen Den Wagen, daß er einen Schlüsselbeinbruch und Rippenprellunaen und eine erhebliche Verletzung am Kopf erlitt. Hilfsbereite Einwohner standen dem Verletzten tatkräftig bis zum Eintreffen des Arztes bei. Der Autofahrer blieb unverletzt. Die Fahrzeuge' wurden nur leicht beschädigt.
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* Lauterbach, 26. März. Heute kann Herr Joh. G e r b i g , Lindenstraße 41 wohnhaft, bei bester Gesundheit seinen 8 0. Geburtstag feiern.
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