Ausgabe 
25.11.1938
 
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Kleine Strafkammer Gießen

z.

der

Dor.

zubringen.

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gesetz ein; als vier '

Heiratsschwindler festgenommen.

Seit Jahren auf kosten gutgläubiger Frauen gelebt.

LPD. F r a n k f u r t a. M., 24. Noo. Der 38 Jahre alte Paul Rühl wurde wegen Heirats­schwindels fest genommen. Seit etwa acht Jahren verstand er es, auf Kosten gutgläubiger Frauen der Arbeit aus dem Wege zu gehen. Er versprach mehreren Frauen gleichzeitig die Ehe und ließ sich von ihnen unterhalten, indem er sie auf eine baldige gute Stellung vertröstete.

Waffen, insbesondere durch die Artillerie, die Panzer und die Luftwaffe.

So könnt ihr jungen Soldaten der Infanterie tolz darauf sein, dieser Königin der Schlacht an° zugehören. Ihr jungen Soldaten der Artillerie und der Luftwaffe aber könnt gerade so stolz auf eure Waffe sein, denn eine Schlacht kann heute nur mit machtvoller Unterstützung durch euch siegreich durch­gefochten werden.

Es ist heute wieder eine besondere Ehre, Waffenträger der Nation zu sein. Denn unser Reich ruht auf zwei Säulen: der Partei, der politischen Macht auf der einen Seite, und der Wehrmacht, der realen Kraft und Waffenstärke der Nation auf der anderen Seite. Ihr Soldaten also chützt mit euren Leibern und euren Waffen unser Reich und Vaterland.

Das Bewußtsein dieser hohen Ehre verlangt von euch Soldaten, daß ihr eure Pflicht tut, wie die 13 Millionen deutschen Soldaten im Weltkriege, Soldaten des besten Heeres, das die Welt bisher gesehen hat, von denen über 2 Millionen starben, damit Deutschland lebe.

Und so rufe ich euch auch dieses Jahr zu: Erfüllt fortan eure Pflicht im Sinne der ewigen Werte deutschen Soldatentums, so wie es sich für einen rechtschaffenen, tapferen pflicht- und ehrliebenden deutschen Soldaten gehört!

Oie Eioesleistung.

Unter präsentiertem Gewehr der Fahnenkompanie erfolgte nunmehr die feierliche Eidesleistung der Rekruten. Der Eid wurde ihnen von dem Adju­tanten des JR. 116, Hauptmann Breithaupt, vorgesprochen. Aus jedem Aufmarschblock traten einige Rekruten als Dertreter ihrer Kameraden vor und legten beim Eid die linke Hand auf die Fahne bzw. aus die Standarte, während alle übri­gen im Glied iyrer Einheit mit erhobener Schwur­hand standen.

Gruß an den Führer.

Nach der Vereidigung lenkte Generalleutnant Oßwald in dieser feierlichen Stunde die Gedan­ken der Soldaten des Führers hin zu dem Obersten Befehlshaber der Wehrmacht mit dem Gelöbnis der unverbrüchlichen Hingabe und Treue in Frieden und im Kriege, im Leben und im Sterben. Kräftig hallte das Sieg-Heil auf den Führer und Obersten Befehlshaber, auf Volk und Vaterland über den weiten Platz. Mit dem Spiel der Nationalhymnen wurde dieser Teil der Feier abgeschlossen.

Vorbeimarsch vor dem Gtandortältesten.

Rekruten-Vereidigung in Gießen

Eindrucksvolle militärische Feierstunde auf dem Trieb.

Am heutigen Frertagvormittag fand auf dem Trieb in der Nähe der Bleidorn- (Artillerie-) Kaserne die feierliche Vereidigung der Rekru­ten der Gießener Truppenteile statt. Zu der Feier hatten sich mit dem Hoheitsträger der NSDAP, im Kreise Wetterau, Kreisleiter Back- Haus, als Vertreter der Partei, zahlreiche weitere führende Männer der Bewegung, ferner Dertreter von Behörden, der früheren Wehrmacht und sonsttge Ehrengäste, außerdem als weitere Zuschauer viele Volksgenossen eingefunden.

Die Fahnenkompanie (3. Kompanie Infanterie- Regiment 116 unter Führung des Kompaniechefs, Hauptmann Dreher) mit Musikkorps und Spiel- leuten an der Spitze, holte gegen 10 Uhr die Fahnen und die Standarte aus dem Dienstgebäude des Divisionskommandeurs in der Zeughauskaserne ab und verbrachte sie zu dem Aufmarschplatz der Trup­pen auf dem Trieb. Dort hatten die Truppenteile mittlerweile in großem offenen Viereck Aufstellung genommen. Die Fahnenkompanie marschierte am

Hierauf formierten sich die Truppen, zum beimarsch vor dem Standortältesten, Generalleut­nant Oßwald. Der Vorbeimarsch vor dem Gene­ral, an dessen Seite sich die Spitzen der Ehren­gäste befanden, erfolgte auf dem vorderen Teil des Aufmarschgeländes bei der Bleidorn-Kaserne.

Nach dem Vorbeimarsch rückte die Fahnenkom­panie mit den Feldzeichen in Begleitung einer gro­ßen Menschenmenge zur Zeughauskaserne ab, um die Fahnen und die Standarte wieder in das Dienstgebäude des Divisionskommandeurs zurück-

kahlen Bäume schüttelt, beschlossen. In ruhiger Ein­kehr und stiller Gemeinschaft mit dem Dichter. Wir sind niemals einsam.

Bei uns zu Haus", am warmen Ofen, soll echte deutsche Geselligkeit herrschen. Dann kann es draußen stürmen und regnen. Z.

Aus der Stadt Giehen.

Am warmen Ofen.

Wenn in diesen Tagen der Sturmwind die letzten Blätter von den Bäumen weht, wenn düstere Wol­ken am Himmel dahinjagen und der Regen auf die Erde klatscht,freuen wir uns auf bas manne Zimmer mit seiner Behaglichkeit. Die Menschen eilen, daß sie aus dem Unwetter kommen und atmen auf, wenn sie ihre Wohnung erreicht haben. Dann schart sich alles umdes Lichts gesellige Flamme

Und der Ofen hilft uns, daß es gemütlich roirb. Die Welt draußen liegt in Nebelschleiern eintönig rauscht der Regen hernieder. Novemberstimmung. Die Menschen suchen Zuflucht in den hintersten Winkeln ihrer Seele, wenn es draußen stürmt und regnet. Sie sehnen sich in diesen Tagen der Dunkel­heit nach Licht und Wärme.

Da ist unser Heim der schönste Platz. Hier schien wir uns geborgenste schön sitzt es sich am war­men Ofen' Wie köiinen wir da plaudern und er­zählen! Die Kinder spielen am Tisch. Dann geben wir uns Rätsel auf, und zum Schluß kommt ein schönes Volkslied an die Reihe. Haben uns die Tage der Hausmusik nicht daran erinnert? Und die Woche des deutschen Buches? Hat es uns nicht auch ge­mahnt? Da stehen unsere besten Freunde im Bücherschrank.

Sind die Kinder zur Ruhe gegangen, dann um­sängt uns erst der rechte Zauber eines schönen, warme Zimmers. Wir schauen unsere Bücher an. Sind sie nicht wie liebe Bekannte, die nur darauf warten, uns Freude zu bereiten? Wir leben mit dem Buch, wir verschönen uns den Abend mit ihm.

So wird der Tag, wenn der Herbststurm die

Eintragung in die Stimmlisten! Die Teilnahme der im Allreich und im Lande Oesterreich ansässigen Sudetendeutschen an der

Reichstagswahl.

Bei den am 4. Dezember stattfindenden sude­tendeutschen Ergänzungswahlen zum Großdeutschen Reichstag sind auch die im Altreich und in Oesterreich ansässigen Sudetendeutschen wahlberechtigt, sofern sie die übrigen Voraussegun- gen für das Wahlrecht (deutsches oder artverwandtes Blut: Vollendung des 20. Lebensjahres am Wahl­tage) erfüllen.

Für diese Wahlberechtigten ist eine Abstimmungs­möglichkeit in allen größeren Städten des Altreichs und in Oesterreich sowie am Sitze der unteren staat­lichen Verwaltungsbehörden (Landrat, Bezirks­hauptmann usw.) vorgesehen. Die Wahlberechtigten werden hiermit aufgefordert, sich in den Stadtkreisen beim Oberbürgermeister, in den Land­kreisen beim Landrat zur Eintragungin die Stimmlisten unter Vorlage von Ausweis­papieren anzumelden. Ohne- Eintragung in die Stimmlisten ist die Ausübung des Wahlrechts nicht möglich.

(,11 den Rekruten. Er stellte ihnen diesen Tag eierlichen Vereidigung als einen der wichtigsten Tage in ihrem militärischen Leben in Friedens­zeiten eindrucksvoll vor Augen und sagte bann zu den jungen Soldaten u. a. weiter:

Mannszucht, Disziplin, Gehorsam sind die Grund­pfeiler jeder Wehrmacht. Zur treuen, unbedingten Erfüllung bieder Gehorsams-Verpflichtung gehört die Erfüllung aller Pflichten, nicht allein unter der Aufsicht der Führer und Vorgesetzten, sondern ganz besonders auch dann, wenn ihr, unbeaufsichtigt, allein auf euch gestellt seid, sei es im Frieden, sei es im Kriege. Nur der ist der wahre, echte Sol­dat, der aus freiem Antrieb, aus eigenem Wollen heraus feine Pflicht im Frieden und im Kriege, im Leben und im Sterben, bis zum äußersten erfüllt.

Die Infanterie war, ist und bleibt die Königin der Schlacht. Sie allein erobert und hält fest. Sie trägt die größte Last des Kampfes, sie bringt die größten Opfer, ihr winkt deshalb der höchste Ruhm. Aber heute bedarf sie mehr denn je der Unterstützung durch die verschiedenen andern

Jedes Los ein Beitrag

zum Aufbau Grohdeutschlands.

NSG. Glaubt wirklich jemand, daß Arbeitsbeschaf­fung ein überwundenes Kapitel fei? Alle Arbeits­fähigen seien doch untergebracht! Wofür also, mag mancher fragen, noch Arbeitsbeschaffung? Nun die Arbeitslosen einer zehn Millionen zählenden, bisher der Unterdrückung ausgelieferten und künst­lich arbeitslos gehaltenen Bevölkerung im Donau» und Sudetenland stellen doch wohl neue Aufgaben für die Arbeitsbeschaffung! Und wieder verlangt die Erschließung der neu errungenen Gebiete ihren Ein­satz. Aber auch die gesamtdeutsche Wirtschaft unter­liegt Neusormungen und Umstellungen zum Wohle von Volk und Reich. Der Nenner für all das zu Leistende ist Arbeitsbeschaffung. Ihr dient auch die Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung, und jeder Loskäufer ist Mitarbeiter an der Sicherheit, an der Zukunft Großdeutschlands. 467 652 Gewinne und 20 Prämien werden noch vor Weihnachten ausge­spielt, und die schönste Gabe unter dem deutschen Weihnachtsbaum wird ein Gewinn der Reichs» lotterte für Arbeitsbeschaffung sein.

».Auf Fußpfaden durch Borneo."

Vortragsabend

der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde.

Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde brachte am gestrigen Donnerstagabend in der Neuen Aula der Universität wieder einen Vortragsabend, der den zahlreichen Zuhörern einen tiefen Einblick in eine ferne und fremde Welt gestattete. Dr. Karl Helbig (Hamburg) berichtete über feine Reise quer durch Borneo, die er unter dem Einsatz be­scheidenster Mittel, mit nur einem deutschen Kame­raden und mit nur drei ober höchstens vier ein­geborenen Trägern unter oftmals großen körper­lichen, aber auch seelischen Strapazen bestritt. Der Forscher ging in einem ausgedehnten Zickzackmarsch, unter Vermeidung langweiliger Wasserwege, auf winzigen Fußpfaden durch das Land, das die größte Insel Asiens darstellt und zweimal so groß wie Deutschland und noch verhältnismäßig, von den Küstenstrichen abgesehen, wenig erforscht ist. Eine bedeutende Erschwerung dieser Forschungsreise be­deutete es, daß das riesige Land mit nur drei Mil­lionen Menschen besiedelt ist, die meist in den Küstenstrichen wohnen, so daß die Forscher auf dem Weg durch das Innere nur wenig Unterstützung genießen konnten. Die Reise führte durch die ver­schiedensten Landschaften und Wirtschaftsgebiete, sie lernten eingehend die Bevölkerung kennen, kamen mit etwa 20 Dajakstämmen in Berührung, jenen einstigen Kopfjägern, die sich als überaus gastfrei und freundlich erwiesen.

In klarer Austeilung schilderte der Redner _bie Erscheinungsformen dieser riesigen Insel. Man hörte

Sportamt 3X5(5.Kraft durch Freude-.

Der Kursus Allgemeine Körperschule im Lyzeum zu Gießen muß heute abend aus technischen Grün­den ausfallen. 75670

Heuer Reitkursus.

Für den neuen Reitkurfus werden noch Anmeldun­gen auf der Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60, ent­gegengenommen. Gebühr: 5 Reitstunden 6, RM. Festaufführung zur 5. Zahrestagung

Kraft durch Freude".

Der 5. Jahrestag der NSG.Kraft durch Freude" wird auch in unserer Stadt festlich begangen Am morgigen Samstag, 26. November, findet im Stadt­theater eine Festaufführung der Oper Rigolettv statt. Der Aufführung geht em Bericht über die Jahresarbeit der NSG.Kraft durch Freude im Kreis Wetterau voraus. Den Bericht erstattet Kreis- walter D o p h e i d e, der in vielen Einzelheiten Aufschluß geben wird über die Arbeit, die im Der» gangenen Jahre von der NSG.Kraft durch Freude auf dem Gebiete der Freizeitgestaltung durch die Vermittlung wertvollsten Kulturgutes, durch die Reise als Ferienerlebnis, im Dienste der Bereiche­rung des Allgemeinwissens usw. geleistet worden ist.

Umgehend anmelden!

An alle Schaffenden ergeht nochmals ^^ Errin­gende Aufforderung, ihre Anmeldung zum Reichs» berufswettkampf aller Schaffenden umgehend bei der zuständigen Dienststelle der Deutschen Ar­beitsfront abzugeben. Es wird ausdrücklich Darauf hingewiesen, daß eine Verlängerung der Anmelde­frist über den 30. November 1938 hinaus auf keinen Fall vorgenommen wird.

Jeder Schaffende muß sich der Verpflichtung zur Teilnahme an der großen Leistungsschau bewußt sein. Deutschland braucht Menschen, die lederzeit einsatzfähig und jederzeit bereit sind, ihre Leistung unter Beweis zu stellen. Darum gibt es für alle Schaffenden nur eine Parole: Teilnahme am Reichsberufswettkampf aller Schaffenden!

rechten Flügel auf.

Wenige Minuten vor 11 Uhr traf der Standort- älteste, Divisionskommandeur Generalleutnant O ß - w a l d , ein. Ihm wurde die aufmarschierte Truppe von dem Kommandeur des Infanterie-Regiments 116, Oberst Herrlein, gemeldet. Hieraus schritt Generalleutnant Ostwald unter den Klängen des Präsenttermarsches die Front der Truppen ab, die er mit militärischem Heil-Gruß begrüßte, der von den Soldaten kräftig erwidert wurde. Nachdem der General noch die Ehrengäste begrüßt hatte, nahm die Feier ihren Anfang.

Zunächst wurden die Fahnen und die Standarte nach altem militärischen Brauch zu ihren Truppen­teilen überbracht. Nach kurzem Musikspiel folgten die Ansprachen der Militärgeistlichen beider Kon­fessionen. Es sprachen über den hohen Sinn dieses Tages der Rekruten der evangelische Heeres-Ober- pfarrer Dr. Schuster und der katholische Pfarrer Dr. H e m m e s. Hierauf sprach

der Standorlälleste Generalleutnant Oßwald

vom erdgeschichtlichen Aufbau des Landes, von den sumpfigen Küstenstrichen, den Strömen, die all­jährlich weite Strecken des Landes unter Wasser setzen, von den unendlichen Strecken undurchdring­lichen, niederdrückenden und wenig besiedelten Ur­waldes, den steilen und pfadlosen Gebirgen, den glühend heißen Hochgras-Savannen, von der Un­gunst des Klimas, von unerhörten tropischen Ge­wittern und Wolkenbrüchen und der phantastischen Vegetation.

Mit großem Interesse verfolgte man die Dar­legungen über die bisherigen Kolonisierungsbestre­bungen, die trotz der Größe des Landes und feiner natürlichen Reichtümer noch keine sonderlichen Fort­schritte machen konnten. Dann wandte sich der Red­ner den wirtschafttichen Möglichkeiten zu, die an der Westküste durch Goldvorkommen, im Süd osten durch Vorkommen von Kohle und Del sowie durch die Kautschuk- und Kopra-Produktton gegeben sind. Peddigrohr, Eisenholz, Harze und Wildkautschuke, fetthaltige Nüsse und Schlangenhäute seien weitere Sammelgüter. In kurzen Zügen umriß dann der Vorttagende die bisherige wissenschasttiche For­schungsarbeit, die Borneo gewidmet war, und stellte dabei die Erfolge der deutschen Forscher Müller und S ch w a n e r heraus, nach denen Gebirgszüge auf Borneo genannt wdrden feien. Die erste Durch­querung sei dem Holländer Dr. Nieuwenhuijs um die Jahrhundertwende gelungen. Der westliche Teil der Insel sei topographisch schon sehr gut er­faßt, im Osten sei man gegenwärtig dabei, mit Hilfe des Flugzeuges kartographische Aufnahmen zu machen. In bergbaulich-geologischer Hinsicht seien schon erhebliche Fortschritte gemacht worden.

In vielen Einzelheiten zeichnete Der Vortragende seinen Zuhörern ein vollkommenes Bild von jenem Land, das er in acht Monaten schwierigster Ex­pedition kennengelernt hatte. Das gesprochene Wort wurde in idealer Weise durch ausgezeichnete Licht­bilder unterstützt. Anhaltender Beifall dankte dem Redner.

*

** Versetzung beim Versoraungsamt. Der Reichsarbeitsminister hat den Negierungsrat Wecker vom Dersorgungsamt Gießen zum Versor­gungsamt Saarbrücken versetzt und ihm auftrags­weise die Leitung dieses Amtes übertragen.

Eine Ehefrau aus Gießen hatte am 19. Septem­ber vom Amtsgericht Gießen wegen Betrugs eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen erhalten. Gegen die­ses Urteil legte die Angeklagte Berufung ein. Die Kleine Strafkammer hatte sich gestern mit der An­gelegenheit zu befassen. Die Angeklagte, Mutter von zwei Kindern, empfing vom Wohlfahrtsamt Gießen seit dem Jahre 1926 eine lausende Unterstützung. Da die Angeklagte teilweise noch für ihren kranken Vater und eine inzwischen verstorbene Schwester sorgen muhte und ihr Sohn noch in die Klinik kam, sah sie sich nach einem Nebenverdienst um. Im Jahre 1937 wurde sie vorübergehend in einem Gie­ßener Geschäft beschäftigt. Sie meldete diesen Neben­verdienst aber bei dem Wohlfahrtsamt nicht an, wie es ihre Pflicht gewesen wäre. Das Wohlfahrtsamt zahlte die Unterstützung in dem ursprünglichen Rah­men weiter aus. Durch ihr Verhalten schädigte die Angeklagte das Wohlfahrtsamt um eine größere Summe. Der Verteidiger beantragte, das Verfah­ren gegen die Angeklagte nach dem Straffreiheits-

' ' :zustellen, da eine größere Freiheitsstrafe

_______ Wochen doch nicht zu erwarten sei. Die Kammer stellte daraufhin das Verfahren gegen die Angeklagte ein, die sich in äußerster Notlage befun­

den hatte.

Der W. E. aus Wölfersheim hatte mit feiner Ehefrau kräftig gefeiert. Als man kurz nach Mitter­nacht von einer Gastwirtschaft in Södel nach dem benachbarten Wölfersheim zurückkehren wollte, gab es zwischen den Eheleuten Streit. Im Verlaufe die­ser Auseinandersetzung soll der Angeklagte gegen seine Ehefrau, die stark unter dem Einfluß des Alkohols stand, nach Zeugenaussagen tätlich gewor­den sein. Ein Zeuge forderte, wie er angibt, die Ehefrau aus Mitleid auf, mit ihm und einem an­deren jungen Manne den Heimweg anzutreten. Vater und Sohn nahmen aber die Mutter in ihre Mitte und machten sich auf den Heimweg. Der Zeuge R. folgte mit dem Zeugen H. in einiger Ent­fernung. Unterwegs lasen sie noch einen sinnlos Betrunkenen von der Straße auf und schleppten ihn mit. Plötzlich kam der Angeklagte, nach Den Zeugenaussagen, zurück und versetzte dem R., der sich der Ehefrau E. gegenüber erboten hatte, mit ihr heimzugehen, zwei heftige Schläge. Beim zweiten Schlag merkte R., daß er gestochen worden war. Der Zeuge H. will sogar das Messer gesehen haben. R., der Blut ausspie, wurde zum Arzt geblocht und kam anschließend in das Krankenhaus nach Fried­berg. Der Angeklagte erhielt durch Strafbefehl eine Freiheitsstrafe. Er legte gegen diesen Strafbefehl Einspruch ein, wurde aber vom Amtsgericht Fried­berg wegen gefährlicher Körperletzung zu drei Mo­naten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. Die Verhandlung vor der Kleinen Strafkammer ergab keine wesentlich neuen Gesichtspunkte. Der Verteidiger plädierte in erster Linie auf Freispruch, da es nicht restlos erwiesen sei, daß der Angeklagte wirklich die Stiche geführt habe. Er führte weiterhin aus, daß der Angeklagte nicht wegen gefährlicher Körperverletzung, sondern wegen § 330a (Straftat im Rausch) zu bestrafen sei. Er regte an, die nach dieser Bestimmung $u fäl­lende Freiheitsstrafe gemäß § 27o StGB, tn eine Geldstrafe umzuwandeln. Der Staatsanwalt bean­tragte, nach sowohl in rechtlicher, als auch in tat­sächlicher Beziehung eingehenden Ausführungen, die Berufung des Angeklagten zu verwerfen. Die Kam­mer verwarf die Berufung des Angeklagten. Es blieb daher bei der Gefängnisstrafe von drei Mo­naten.

Vornotrzen.

Tageskalender für Freitag.

Volksbildungsstätte Gießen und NSD.-Dozen- bund: 20.30 Uhr im Hörsaal Nr. 45 der Universi­tät. Ludwigstraße, Vortrag von Prof. Dr. Brüning Die Schmerzverhütung bei Operationen". Stadt­theater: 20 bis 23 UhrDichter und Bauer". Gloria-Palast (Seltersweg):Chicago". Spätvor­stellung 22.45 UhrAfrika, wie man es noch nie sah und hörte!";Congorilla, die Hochzeit im Ur­wald". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Unsere kleine Frau". Oberhessischer Kunstverein: 16 bis 18 Uhr AusstellungDas alte und neue Gießen" im Turmhaus am Brand.

Erste WiederholungDichter und Bauet.

Heute abend findet die erste Wiederholung des neuen OperettenerfolgesDichter und Bauer von Franz von Suppö statt. Musikalische Leitung Joa­chim Popetta, Spielleitung Gert Buchheim, Tänze Thea Maaß, Leitung und Einstudierung der Chöre Heinz Markwardt, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 9. Vorstellung der Freitag-Mete statt. Ende 23 Uhr.

Die Schmerzverhütung bei Operationen."

Im Rahmen der von der Volksbildungsstatte Gießen und dem NSD.-Do^entenbund veranstal- teten VortragsreiheWissenschaft im Dienst am Volk" spricht am heutigen Freitag, um 20.30 Uhr, im Hörsaal 45 der Universität, Professor Dr. Brü- n i n g über das obengenannte Thema. Zu diesem Vortrag sind alle Volksgenossen eingeladen.

Jahreshauptversammlung des Obst- und Garteubauvereins.

Am kommenden Sonntag veranstaltet der Obst­und Gartenbauverein Gießen imBurghof" feine diesjährige Jahreshauptversammlung, ;n der u. a. die Herstellung neuer Kleingärten und bie Pflege der Obstbäume im Jahre 1939 besprochen werden wird.

Rundfunkprogramm

Samstag, 26. Hooember.

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nach­richten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert zunv 5. Jahrestag der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude". 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland Kinderland.Mein Kind ist Gott sei Dank ehr­geizig". 10: Schulfunk. Die Tat des Obersten Tres- kow. Ein Hörspiel. 11.45: Ruf ins Land. 12: Werks­konzert zum 5. Jahrestag der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mit­tagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Was Euch ge­fällt! Wunschkonzert von Schallplatten. 15:'Schnur­ren, Schanties und Humor. Heute haben wir das Wort. 15.30: Jungmädelsendung! 16: Frankfurter tönende Illustrierte II. Halbmonatsblätter für die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude", Winter 1938/39. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.30: ',Immer wenn Soldaten fingen ..." Auftakt zum 5. Jahrestag von KdF. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Volksmusik aus Polen. 20: Nachrichten. 20.15: Bunter Abend anläßlich des 5. Jahrestages der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude". 22: Nach­richten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 2: Nacht­konzert. .Taufend muntere Noten".

SPreMtnnden der.?'edaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen.

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