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188. Jahrgang
Zreitag, 25. November 1958
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Achse und Dreieck.
Die Fundamente der neuen Weltordnung.
Heute jährt sich zum zweitenmal der Tag, an dem der Antikominternpakt zwischen Deutschland und Japan veröffentlicht wurde. Daß das ein bedeutsames Ereignis war, ist von der öffentlichen Meinung gewisser Demokratien nicht sofort erkannt worden, sie tat zunächst so, als sei das Ganze nichts anderes als ein Versuch, offene Türen einzurennen. Es wurde mit sehr viel Selbstgerechtigkeit darauf hingewiefen, daß dieser Pakt zwischen zwei angeblich grundverschiedenen Völkern unzweckmäßig sei. Seitdem es den Antikominternpakt zwischen Deutschland und Japan gibt, seitdem dieser Pakt ausgeweitet ist durch das Dreieck Berlin- Rom—Tokio, seitdem er sich auch auf die Achse Berlin—Rom stützen kann, hat sich einiges zuge- tragen, was nicht übersehen werden kann: der Bürgerkrieg in Spanien, das gewaltige Ringen zwischen Japan und China im Fernen Osten, endlich die Kampfansage des internationalen Judentums gegen Deutschland und gegen alle totalitären Staaten: eine Kampfansage, hinter der sich die Teufelsfratze des Bolschewismus verbirgt. Die internationale Entwicklung ist also doch etwas anders vor sich gegangen, als tue Siegermächte in Versailles ange- künhigt hatten, denn nicht die Demokratie, nicht Frieden und Freiheit wurden Sinn und Zweck der Völkergemeinschaft, sondern imperialistische Machtgier auf der einen Seite und die zerstörende Kraft des Bolschewismus auf der anderen Seite. Sicher wäre der Imperialismus der großen Demokratien dabei über den Haufen gerannt worden, hätte sich nicht im deutschen Volke ebenso wie zuvor in Italien die totalitäre Ordnung erhoben.
Japan hat dies Prinzip der totalitären Ordnung aus dem Gang seiner Geschichte heraus zum Staatsgrundgesetz erhoben. Es hat Japan nicht daran gehindert, sich außenpolitisch mit Demokratien zu verständigen und zu verbinden: aber es hat Japan rechtzeitig die Gefahr erkennen lassen, die dem japanischen Staatsgefüge, seinem sozialen und aei- stiaen Aufbau durch den Bolschewismus drohte. Gerade im Fernen Osten hat die Komintern versucht, die Front der kapitalistischen und imperialistischen Gegner aufzurollen, denn im Fernen Osten waren und sind ungeheure wirtschaftliche und finanzielle Interessen dieser demokratisch-imperialistischen Gegner zusammengeballt. Was sich im Fernen Osten in großem und weitem Rahmen abspielt, das wiederholt sich in Westeuropa, geographisch zwar weniger weiträumig, machtpolitisch aber ebenso bedeutsam. Der Bolschewismus hat auf der ganzen Linie feine Trabanten aufgeboten, stützt sich auf Volksfronten, stützt sich vor allem auf die zerstörende Macht des internationalen Judentums. Wo es Volksfronten gibt, auf die sich der Bolschewismus stützen kann, da sind Juden die offenen und geheimen Einpeitscher, wie auch überall da, wo der Bolschewismus glaubt, gegen die aufbauende Kraft und Macht der totalitären Staaten anrennen zu können, das internationale Judentum passiv oder aktiv die erste Rolle spielt. Ungeheuer ist die Verwüstung, die der Bolschewismus in den Großräumen des Fernen Ostens sozial und geistig angerichtet hat, nicht etwa gestützt auf die Kraft seiner Ideen, sondern darauf, daß er nationale und sozial? Gegensätze aufzureißen oder zu erweitern sucht. Der Antikominternvakt hat allein schon dazu ausgereicht, gegen diese wilde Flut der Zerstörung Dämme aufzubauen, hinter denen sich zunächst einmal organisatorisch die Wiederherstellung der Ordnung vollzieht.
Die totalitären Staaten haben die belebende Kraft der Ordnung für sich gemeinsam. Aus dieser Gemeinsamkeit hat sich mancherlei anderes ergeben wie die Solidarität politischer Interessen, weiter der ernste Wille, die seelischen Mächte und Kräfte, die eine Nation geistig bilden und gestalten, in sich selbst zu befestigen und, soweit das angängig ist, gegenseitig dienstbar zu machen. Wenn die Demokratien behaupten, ihre Grundprinzipien seien geeignet, auf alle Völker einer gewissen Kulturstufe übertragen zu werden, so gilt dies erst recht von den Grundprinzipien der totalitären Staaten, (rs gilt dies um so mehr, als diese Grundprinzipen aus die unbedingte Ordnung abgestellt sind, besonders in einer Umwelt, die halb ober ganz bolschewistisch verseucht ist. Der Antikominternpakt, der seine Bewährungsprobe so glänzend bejtanben hat, ist von den Ereignissen nicht überholt, sondern im ganzen Umfang gerechtfertigt worden. Die gemeinsame Abwehr gegen den Bolschewismus, d'e sich in ihren Mitteln den Angriffsformen der Komintern ange- paßt hat, hat zum mindesten erreicht, daß die Angriffsfront überall da. wo sie schon weit vorgetra- gen war, zurückgedrängt worden ist. Ohne den Antt- kominternpakt wäre Spanien zu einer bolschewistischen Hölle geworden, deren Flammen auch über die Grenzen gesprungen wären. Die Demokratien ahnen vielfach gar nicht, was sie dem Antikominternpakt und dem Willen der totalitären Staaten zur Verteidigung der Ordnung verdanken. Wv und wie diese Ordnung gefährdet sein kann, das erleben wir in den Vereinigten Staaten, in denen es nicht nur eine hvchkapitalistische Wirtschaftskrise gibt, sondern auch eine Auseinandersetzung Zwischen auf- bauenden und zerstörenden Mächten, wobei Bolschewismus und Judentum den Kern dieser zerstörenden Mächte bilden. Die Zukunft aber wird nicht kränkelnden Demokratien, sondern den drei gesunden Nationen gehören, die sich zu den organischen Lebensformen des 20 .Jahrhunderts bekennen. Die Achse Berlin—Rom und das Dreieck Berlin—Rom— Tokio bilden deshalb schon heute die unantastbare Grundlage der kommenden Weltordnung. D. S.
Vor einer deutsch-französischen Erklärung.
Uebereinfommen über ein freundschaftlich-nachbarliches Verhältnis im Ginne der Münchener Vereinbarung.
Außenminister von Mkenlrop fährt nach Paris.
Berlin, 24.Nov. (DKB.) Zu der Frage der deulfch-sranzösischen Beziehungen erfährt das Deutsche Nachrichtenbüro von unterrichteter Seite:
Der Führer und Reichskanzler Hot in den letzten Jahren oft Gelegenheit genommen zu erklären, daß zwischen Frankreich und Deutschland keine Probleme bestehen, die einem freundschaftlich - nachbarlichen Verhältnis grundsätzlich entgegenstehen. Nach dem Münchener Abkommen haben sich die Wünsche getroffen, dem Streben nach einem solchen Verhältnis konkreten Ausdruck zu verleihen. Die Bedingungen für ein Uebereinfommen zwischen Deutschland und Frankreich im Sinne der in München getroffenen Vereinbarung zwischen Deutschland und England haben sich in den letzten Wochen als außerordentlich günstig gezeigt.
Die deutsche und die französische Regierung prüfen deshalb gegenseitig eine gemeinsam vorbereitete Erklärung betreffend das nachbarliche Verhältnis der beiden Staaten zueinander, und es steht zu erwarten, daß sich der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, in den nächsten Tagen nach Paris begibt, um mit dem französischen Außenminister George Bonnet zu einem Abschluß dieser vorbereiteten Erklärung zu gelangen.
pariser Presseecho.
Paris, 24. Nov. (DNA.) Zu der deutsch-französischen Erklärung schreibt Paris S o i r, das Abkommen mit Deutschland sei eines der wenigen Dinge, die die französische öffentliche Meinung wirklich interessiere und in Aufregung versetzen könne. Man freue sich, man sei beunruhigt, man beglückwünsche sich und man rate hin und her. Auf alle Fälle fei es mehr wert, ein Abkommen zu schließen, als das Gegenteil zu tun. Es werde in erner Linie von den Franzosen und den deutschen selbst abhängen, ob diese Erklärung eines der großen Denkmäler der Geschichte werden oder nur ein toter Buchstabe bleiben soll.
„T e m p s" sagt, vertrauensvollere Beziehungen zwischen Paris und Berlin seien unentbehrlich, wenn man wolle, daß das Verfahren der Versöhnung nützliche Ergebnisse zeitige. Die französisch-deutsche Erklärung, die die deutsch-englische Erklärung ergänze, sei geeignet eine günstige Atmosphäre zu schaffen. Man könne sich nur beglückwünschen, daß die Einigung über den Wortlaut der französisch- deutschen Erklärungen am Vorabend der Ankunft der englischen Minister erfolgt fei. „Information" erblickt in der deutsch-französischen Erklärung e i n Elementder Beruhigung und der internationalen Entspannung. Es sei nicht zu unterschätzen, wenn Paris und Berlin ihren gegenseitigen Willen bekundeten, gutnachbarliche Beziehungen zu unterhalten. Damit aber das deutschfranzösische Abkommen wirklich Vorteile bringe, müßten beide Partner einander gegenseitige Achtung bezeugen. Allerdings könne das aufkommende Morgenrot wieder von Wolken verhüllt werden, wenn sich in Frankreich nicht ein machtvoller Wille zur Wiederaufrichtung auf allen Gebieten kundtue. Allein von der eigenen Energie hänge das Schicksal Frankreichs als Großmacht ab.
„Paris Midi" stellt fest, der Friede fei mehr wert als der Krieg. Frankreich habe oft genug feine Entschlossenheit versichert, sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Mächte einzumischen. Aber Frankreich wünsche der Herr über sein eigenes Schicksal zu bleiben. Im übrigen scheine es logischer und notwendiger, daß man Frieden zwischen alten Gegnern und noch dazu Nachbarn schafft, statt zwischen Völkern, die keine direkten Beziehungen und keine Reibungsflächen miteinander haben. Seit Gewalt und Recht sich um die Welt streiten, bestehe das Friedensproblem tatsächlich nur für diejenigen Staaten, die den Krieg vermeiden wollen. Es fei daher unannehmbar, daß ein französisch-sowjetrussischer Pakt der sogenannten Freundschaft und des Beistandes auf eine systematische S a - b o t a g e der inneren und äußeren französischen Politik durch die Sowjets herauslaufe. Im gleichen Maße aber fei es wünschenswert, daß Frankreich und Deutschland, deren gemeinsame Grenze ein tausendjähriges Schlachtfeld sei und die eben d i e beiden europäischen Mächte seien, von deren Ausgleich der europäische Frieden wahrhaft abhängig sei, zu einer Stabilisierung ihrer Beziehungen gelangen, um den wohltuenden Waffenstillstand zwischen ihnen so lange wie möglich auszudehnen. Man müsse feststellen, daß immer die gleichen Parteien der Internationalen zweiten oder dritten Grades sich gegen die Rüstungen aussprachen, gegen den Landesverteidigungs- Haushalt und gegen die Kredite für die Maginot- Linie ftimmten, die die Revolte in den Kolonien und die Anarchie in den Kasernen predigten und
heute nachdrücklich jede Friedensbemühung ablehnen. Die öffentliche Meinung werde sich aber nicht irreführen lassen.
Oer südafrikanische Verteidigungsminister beim Bührer.
Berchtesgaden, 24. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heute in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop auf dem Obersalzberg den zur Zeit als Gast der Reichsreaieruna auf einer Deutschlandreise befindlichen südafrikanischen 23er- teidigungs- und Handelsminister P i r o w.
Der Unterredung, die Verteidigungsminister Pi- row mit dem Führer und Reichskanzler in Berchtesgaden hatte, mißt man in Londoner poli
tischen Kreisen große Bedeutung bei. Die Zettungen bringen die Meldung über die Unter« rebung auf der ersten Seite und beachten besonders die Tatsache, daß die beiden Staatsmänner nach ihrer Unterredung noch gemeinsam das Frühstück einnahmen.
König Carol ans dem Bergho^.
Berchtesgaden, 24. Nov. (DNB.) Seine Majestät König (fatal II. van Rumänien stattete heute, begleitet van seinem Sahn, dem Kronprinzen Michael, dem Führer und Reichskanzler auf dem Obersalzberg einen privaten Besuch ab und weilte zum Frühstück auf dem Berg- Hos. An den Besprechungen und dem Frühstück nahm der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, teil.
Das Ergebnis der pariser Zusammenkunst.
Festigung -er französisch-englischen Zusammenarbeit.
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Ministerpräsident Charnberl ain und Außenminister Lord Halifax wurden am Bahnhof von Ministerpräsident Salabier und Außenminister Bonnet begrüßt. — (Scherl-M.)
Paris, 24. Nov. (Europapreß.) Die politischen Besprechungen zwischen den englischen und französischen Staatsmännern haben am Donnerstagvormittag 10 Uhr WEZ. im Außenministerium begonnen. Sie wurden bis 12.30 Uhr fortgesetzt. Darauf begaben sich die englischen und französischen Minister in den Elysäe-Palast, wo der Präsident der Republik und Frau Lebrun zu Ehren der englischen Gäste ein Frühstück gaben. Die Unterredungen wurden in den Nachmittagsstunden fortgesetzt. Eine Unterredung Chamberlains mit dem französischen Generalissimus G a m e l i n hat besondere Beachtung gefunden. In Paris betont man nach wie vor die Notwendigkeit einer Art Rüstungsanglei- chung beider Länder, doch weiß „Paris Midi" zu melden, daß Chamberlain den französischen Wunsch nach Einführung der allgemeinen Dienstpflicht in England abgelehnt habe.
Die Ministerbesprechungen sind am Donnerstagabend zu Ende gegangen. Auf beiden Seiten erklärte man sich befriedigt von dem Verlauf der Unterredungen. Am Quai d'Orsay betont man, daß in den Unterredungen nicht ein bestimmtes Problem besprochen worden fei, sondern daß die beiden Delegationen eine allgemeine Erörterung aller schwebenden europäischen Fragen, eine sogenannte „T o'u r d ' h o r i z o n", vorgenommen hätten. In der Frage der Zuerkennung der Kriegsrechte an General Franco scheint eine endgültige Lösung noch nicht gefunden worden zu fein. Der Wortlaut des Londoner Abkommens über die Zurückziehung der Freiwilligen scheint sich nach englischer Ansicht, dieser Lösung noch entgegenzustellen.
Der amtliche Bericht über die Konferenz lautet: „Der Besuch des englischen Ministerpräsidenten Chamberlain und des Staatssekretärs Lord Halifax in Paris hatte den französischen Ministern Gelegenheit gegeben, einen Meinungsaustausch mit ihren englischen Kollegen über die hauptsächlichen Fragen zu haben, die allgemein die beiden Länder interessieren, einschließlich derjenigen Fragen, die die nationale Verteidigung sowie die diplomatische Aktion der beiden Länder betreffen. Aus den Besprechungen, die heute stattgefunden haben, ist erneut die vollständige Üeber- einstimmung der Auffassungen in der allgemeinen Orientierung der Po 1 i« t i k der beiden Länder hervorgegangen, die von der gleichen Sorge über die Aufrechterhaltung und Konsolidierung des Friedens inspiriert sind."
Ministerpräsident D a l a d i e r gab am Abend eine kurze Rundfunkerklärung ab, in der er betonte, daß die Unterredungen im Geiste völliger Offenheit geführt worden seien. Während der Besprechungen seien die wichtigsten internationalen Probleme angeschnitten worden. Chamberlain sagte: wir waren vollständig einig mit den französischen Ministern über die allgemeine Richtung unserer Politik, die darauf abgestellt ist, den Frieden auf- rechkzuerhalten. Wir sind entschlossen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen. wir haben die Fragen der Landesverteidigung und die Probleme unserer allgemeinen diplomatischen Aktion besprochen. Aber für uns ist die Landesverteidigung eine der Etappen zur Sicherung und Festigung des europäischen Friedens. Auf die bevorstehende deutsch-französische Erklärung anspielend, fuhr Lhamberlain fort: „Wir haben eine besondere Genugtuung darüber empfunden, daß Frankreich in der Lage gewesen ist, Vereinbarungen mit Deutschland zu treffen, weil wir darin eine weitere Etappe zu dem gleichen Ziel sehen, das ich vor Augen hatte, als ich das Abkommen von München unterzeichnete. Ich glaube, daß es besonders wertvoll für die beiden Regierungen ist, die Gelegenheit gehabt zu haben, sich in ziemlich nahe aufeinanderfolgenden Zeiträumen zu treffen, denn die Lage ändert sich st ä n d i g. Es ist ein Glück für unsere beiden Länder, uns durch solche persönlichen Fühlungnahmen davon zu überzeugen, daß wir vollständig überein stimm en und die gemeinsame Linie unserer besonderen Aktion fefflegen.“
In später Abendstunde hat die Agentur H a v a s einen zusätzlichen Bericht ausgegeben, in dem feftgefteUt wird, daß d i e Entente zwischen Paris und London enger denn j e sei. Es hätten sich weder Schwierigkeiten noch irgend welche Gegensätze ergeben. Die bevorstehende deutsch - französische Vereinbarung sei nicht etwa ein Hindernis zwischen Poris und London, sondern im Gegenteil ein neues Eie -


