Einzelbild herunterladen

Auch der Verbraucher soll Vorratswirtschaff treiben.

ZÜR. Der größte Teil der Verbraucher ist heute ausschließlich Verbraucher, nicht zugleich Selbst­erzeuger. Nur Verbraucher sein heißt aber nicht, sich um die Erzeugung gar nicht kümmern. Ver- Mdnis hür die Arbeit des Erzeugers ist heute ebenso unerläßlich wie die Mithilfe des Verbrau­chers durch richtigen Nahrungsmittelverbrauch. Noch eine Aufgabe hat der Verbraucher: in kleinem Rahmen eine V o r r a t s w i r t f ch a f t zu betreiben! Industrie und Handel mit ihrer Abarbeitung und Lagerung in Kühlhäusern und anderen geeigneten Lagerräumen haben uns diese Aufgabe, die früher jede Hauswirtschaft für sich allein lösen mußte, heute weitgehend abgenommen. Äe können und sollen sie aber nicht ganz allein bewältigen. Werden auch im Großen Butter, Eier, Fleisch eingekühlt, Konserven chergestellt und Getreide zu haltbaren Nahrungsmitteln verarbeitet, so muß doch der einzelne Haushalt sich selbst einen kleinen Äorrat für die erntelofe Zeit schaffen, voräusgesttzt, daß er über die geeigneten Vorratsräume verfugt. Gerade in den nächsten 6 bis 8 Wochen, wenn Gemüse und Früchte laufend an den Markt kom­men, soll jeder Haushalt mit Hilfe der Vorratswirt­schaft dafür sorgen, daß alle mit viel Mühe ge­zogenen Erzeugnisse restlos für unsere Versorgung Verwendung finden.

Gießener Dochenmarktpreife.

* Gießen, 25. Juni. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%,. Klaffe B 12, Kläffe C 11%, Klasse D 10%, Enteneier 11% bis 12%, Wirsing, % kg 10 bis 12, Weißkraut 18 bis 20, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 18, rote Rüben, das Bündel 12, Spinat, % kg 10 bis 15, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün, 30 bis 35, Spargel, 1. Sorte 52 bis 55, 2. Sorte 48 bis 50, 3. Sorte 40 bis 45, 4. Sorte 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 40 bis 60, Zwiebeln, das Bündel 10 bis 15, % kg 20, Rhabarber 10 bis 15, Kar­toffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, % kg 13 bis 15 Pf., Pfirsiche 60, ausländische Aepfel 60 bis 65, Kirschen 50 bis 65, Stachelbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 40 bis 55 Pfennig, junge Hähne 1,10 bis 1,15 Mark, Suppen­hühner 0,90 bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 65 Pf., Blumenkohl 10 bis 70, Salat 5 bis 10, Salutgurken 30 bis 40, Einmachgurken 15 bis 20, Oberkohlrabi 9 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 18, das Bündel 20, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf.

** D ienstjubiläum. Am 23. Juni 1938 waren es 25 Jahre, daß das GefdlgfchaftsmitgUed Friedrich Siegel als Pfleger in der Landes- Heil- und Pflegeanstalt Gießen tätig war. Der Be­triebsführer, Direktor Dr. Schneider, sprach dem Jubilar Dank und Anerkennung für seine treuen Dienste aus.

LPD. Neuordnung für Grabmale. Nach den Richtlinien für die Gestaltung des Fried­hofs vom 1*8. Januar 1937 dürfen nur noch solche Grabmale aufgestellt werden, die den an die Neu­gestaltung der Friedhöfe zu stellenden Anforderun­gen entsprechen. Zur Vermeidung wirtschaftlicher härten ist aber auch die Aufstellung solcher Grab­male, die die künstlerischen Anforderungen nicht erfüllen, zugelassen, soweit sie sich z. Z. auf Lager des Handwerks oder der Industrie befinden. Zur Feststellung dieser Grabmale ist eine Bestandsauf­nahme der vorhandenen Grabmallager vorgesehen, für die der Reichsinnenminister, zugleich^ im Namen der übrigen zuständigen Minister, soeben die Richt­linien erlassen hat. Im Interesse der einheitlichen Durchführung wird die Bestandsaufnahme den be­teiligten Wirtschaftsorganisationen des Handwerks und der Industrie übertragen.

Ium Kreisdirektor ernannt.

LPD. Lauterbach, 24. Juni. Regierungsrat Bonhard, der seit Herbst 1937 mit der Versetzung der Dienstgeschäfte des Kreisdirektors beim Kreisamt Lauterbach beauftragt war, ist zum Kreisdirektor ernannt worden.

Unfälle auf dem Lande.

Der 16jährige Hilfsarbeiter Ernst Ludwig Kräh- ling aus Lich zog sich bei seiner Arbeit erhebliche innere Verletzungen zu. Der Schausteller Ernst Mühlenbach aus Köln, der mit dem Aufstellen seiner Schaubude in Lumda beschäftigt war, stürzte dabei ab und siel mit der Brust auf ein Kantholz. Mit erheblichen Rippenquetschungen mußte er in ärztliche Behandlung gebracht werden.

Schwerer Unfall bei der Arbeit.

Nidda, 24. Juni. Gestern nachmittag er­eignete sich im Sägewerk Himmelsbach bei der Arbeit an einem Sägegatter ein schwerer Un­fall. Dabei kam der etwa 50 Jahre alte Arbeiter Anton Kurzmann von Ober - Widdersheim schwer zu Schaden. Der bedauernswerte Mann wurde von' einem Baumstamm getroffen und schwer verletzt. Der Unfall kam dadurch zustande, daß sich ein Stamm, der auf einen der Transportwagen gebunden war, auf dem die Stämme dem Säge­gatter entgegengeführt werden, löste, in die Höhe schnellte und dabei den unglücklichen Mann traf. Kurzmann mußte in bedenklichem Zustande und mit schweren inneren Verletzungen in die Ehirurgische Minik gebracht werden. Er mußte sofort operiert werden. Der bedauernswerte Mann liegt schcker darnieder.

Landkreis Gießen.

* Lang-Göns, 24. Juni, Der große öffent­liche Werbeabend für die Jugendgruppen im Deut­schen Frauenwerk ist wegen der Heuernte verschoben worden. Er wird erst nach den Ferien stattfinden.

gfs.

Gießener Studenten

bei den Hochschulmeisterfchasten.

glanzvollen Erfolg in den Kämpfen um öie Meisterschaft im Sechskampf der Kameradschaften errang die Gießener Kameradschaft II (Fischer), vertreten durch Pitzen, Bergemann, Oehle- mann, Volk, Weigel und Unsicher. Sie wurde im Kampf mit den 60 besten Kameradschaf­ten Großdeutschlands Zweite hinter einer Kamerad­schaft Innsbrucks.

Der Sechskampf der Kameradschaften erstreckt sich auf 100-Meter-Lauf, Weitsprung, 3000-Meter-Lauf, Keulenweitwurf, 50-Meter-Schwimmen und KK.- Schießen. In Heidelberg trafen sich die 60 Mann- schäften von den 875, die sich in den Dorkämpfen als die besten erwiesen hatten. Die Leistungen sind allerdings etwas beeinträchtigt durch die Zeltlager­pflicht und das Verbot, in Rennschuhen zu starten.

Als die besten unter den Gießenern erwiesen sich im 100-Meter-Lauf Pitz en, 12 ©cf.; Weitsprung Weigel, 5,90 Meter; Keulenweitwurf Weigel, 58 Meter; 3000-Meter-Lauf Weigel, 10:18 Min.; KK.-Schießen O e h l e m a n n , 51 Ringe; 50-Meter- Schwimmen Bergemann, 34 Sek. (!).

Sehr dramatisch wurde der 3000-Meter-Laus, in dem die Kameradschaft Fischer mit allen Kräften versuchte, die führenden Innsbrucker zu schlagen und damit Sieger zu werden. Erst im letzten Kilometer gingen die zähen Oesterreicher entscheidend vor die ziemlich geschlossen ankommenden Gießener Kame­raden und errangen damit die Meisterschaft.

Im Kampf um die Juniorenmeister-

schäften konnte sich die Gießener Studentin Karola Gröschel im Weitsprung für die Ent­scheidung qualifizieren. Sie wurde mit 4,45 Meter Fünfte.

Gießener Handballmannschafl durch Organisationsfehler ausgefallen.

Die Handballmannschaft der Studentenschaft Gie­ßen, Bereichsmeister des Bereiches Rhein, fuhr mit großen Hoffnungen nach Mannheim, gehörte sie doch mit der Universität Berlin, Universität Halle und Universität Heidelberg zu den vier besten des Reichs. In Mannheim mußten sie leider erfahren, daß dort nur das Endspiel zwischen Berlin und Heidelberg ausgetragen wird, während Halle und Gießen wegen Nichteinhaltung von Spielterminen disqualifiziert wurden. Von den angesetzten Termi­nen war der Gießener Studentenführung nichts bekannt, so daß die Gießener ihre verdienten Hoff­nungen durch einen Fehler der Bereichsführung verloren.

Beginn der leichtathletischen Meisterschaften.

Am Freitag begannen die leichtathletischen Kämpfe der Studenten. Gießen ist vertreten durch Luh im Kugelstoßen und Diskuswerfen, durch Möll im 200- Meter-Lauf und Weitsprung und durch eine 4X100- Meter-Staffel (Pitzen, Luh, Meyer, Möll). Die Leistungen, die die Gießener Studenten im Training zeigten, läßt es als sicher erscheinen, daß sie über­all in die Entscheidung kommen. Besonders in Form erwies sich Otto Luh, der mit beiden Trainings­würfen stets weit über 40 Meter kam. Ein starker Konkurrent ist ihm allerdings H i l b r e ch t (Königs­berg).

Um denGroßen Straßenpreis von Gießen".

Am kommenden Sonntag veranstaltet die Gie­ßener Radfahrer-Vereinigung als zweite diesjährige Radfportoeranstaltung das StraßenrennenGroßer Straßenpreis von Gießen". Wie alljährlich, so ist auch in diesem Jahre das Rennen reichsoffen.

Das Rennen verläuft auf folgender Strecke: Start und Ziel an der VolkshalleReiskirchenLinden- ftruthGrünbergGeilshausenKeffelbachLon­dorfMllendorfTreisMainzlarStaufenberg LollarGießen. Mit Ausnahme einiger Ortsdurch­fahrten befinden sich die Straßen in einwandfreiem Zustande.

I. Runde

A/B

C

Jugend

Gießen

6.00

6.15

9.30

Reiskirchen

6.20

6.35

9.55

Grünberg

6.35

6.50

10.15

Londorf

6.58

7.13

10.40

Mainzlar

7.15

7.30

11.00

Lollar

7.20

7.35

11.05

Gießen

7.35

7.50

11.20

Start und Runden.

Das Rennen wird in drei Klaffen gefahren. Die A- und B-Klasse muß die oben angegebene Renn­strecke viermal durchfahren, die E-Klasse dreimal, während die Jugendklasse die Strecke einmal durch­fährt. Die B-Klasse startet mit fünf Minuten Vor­gabe vor der A-Klasse, die E-Klasse wird Gießen zehn Minuten nach der A-Klasse verlassen. Die Jugendklasse geht erheblich später an den Ablauf.

Danach ergeben sich folgende Durchfahrtszeiten für die einzelnen Orte:

II. Runde

III. Runde

IV. Runde

A/B

C

A/B

C

A/B

7.35

7.50

9.10

9.25

10.45

7.55

8.10

9.30

9.45

11.05

8.10

8.25

9.45

10.00

11.20

8.33

8.48

10.08

10.23

11.43

8.50

9.05

10.25

10.40

12.00

8.55

9.10

10.30

10.45

12.05

9.10

9.25

10.45

11.00

12.20

Danach ist also die E-Klasse etwa um 11 Uhr am Ziel (Volkshalle) zu erwarten, die Jugendklasse etwa um 11.20 Uhr, während die A- und B-Klasse, die gegenüber der E-Klasse eine Runde mehr zu fahren hat, etwa um 12.20 Uhr das Zielband durch­fährt.

Wo wird die Entscheidung fallen?

Bei (Straßenrennen ist fast immer die Entscheidung in den Bergen gefallen. Für Rennfahrer können aber die auf dieser Sttecke liegenden Berge nicht als übermäßig schwer gelten. Die Sportbegeisterten werden es sich nicht nehmen lassen, gerade an den Bergstraßen ihr Standquartier aufzuschlagen.

100 Führer am Start.

Das Rennen um den Großen Goldradpreis von Gießen hat in diesem Jahre eine ganz hervorragende Besetzung erhalten. Schon aus dem Grunde, daß in wenigen Wochen hier die Deutsche Meisterschaft ausgetragen wird, kommen viele Fahrer nach. Gie­ßen, um sich mit der Strecke vertraut zu machen. Anderseits ist es aber die Gastfreundschaft und der gute Ruf, den sich der Gießener Radsport im deutschen RaLsporttager erworben hat. In der A- und B-Klasse gehen etwa 50 Fahrer bester deutscher Amateurklasse an den Start. Es ist unmöglich, die Namen aufzuführen. Selbstverständlich sind die beiden Gießener Neumann und Preis dabei. Am Sonntag sollen diese beiden zeigen, was in ihnen steckt.

In der E-Klasse gehen,40 Fahrer an den Ablauf.

U. a. starten in dieser Klasse die Gießener Nach­wuchsfahrer.

Eine ganz erstklassige Besetzung ist aber auch in der Jugendklasse zu verzeichnen. Neben den Gie­ßener Fahrern gehen insgesamt 35 Jugendliche an den Start.

Die Sieger der einzelnen Klassen nur annähernd im voraus zu nennen, ist bei dieser Besetzung und den über 100 Teilnehmern ganz ausgeschlossen. Hof­fen wir, daß der Beste jeder Klasse den Sieger stellen wird.

Organisation.

Das Rennen liegt in Händen des Kameraden August Deibel, dem eine Zahl treuer Helfer zur Seite steht. Die Absperrung wird neben der Polizei in dankenswerter Weise von dem Gießener NSKK. vorgenommen. Die Nachrichtenabteilung der SA. wird durch Legung von Leitungen den an der Volkshalle befindlichen Zuschauern Strecken­berichte durchgeben. Die Sanitätsbereitschaft Gießen wird auf der Strecke ebenfalls vertreten sein Das Mitfahren von Autos und Motorrädern ist außer den Mitgliedern der Rennleitung niemand gestattet. Streifen der motorisierten Gendarmerie werden die Rennstrecke kontrollieren.

Neben den wertvollen Preisen, die an die sieg­reichen Fahrer verteilt werden, wird noch der Wanderpreis der Stadt Gießen aus- gefahren. Er wird in Dereinswertuna errungen. Verteidiger sind der RV.Anker Rot-Weiß" Biele­feld sowie der RV.Staubwolke" Köln.

Die Leichtachleiik-Gaumeisterschasten.

Durch die Ansetzung der Gaumeisterschaften auf dem Universitätssportplatz erhält nun Gießen auch in der Leichtathletik ein über den gewöhnlichen Rahmen hinausragendes Ereignis. Denn als solches kann zweifellos die morgige Heerschau der besten Leichtathleten und Leichtathletinnen unseres Gaues bezeichnet werden. Die Beteiligung dürfte besser ausfallen, als je zuvor, einmal infolge der zentralen Lage Gießens, zum anderen, weil die Teilnahme an den Gaumeisterschaften notwendige Voraus­setzung für einen Start in Breslau bei den Deut­schen Meisterschaften während des Deutschen Turn- und Sportfestes ist.

Das Programm ist sehr umfanareich, kommen doch mit Ausnahme des 3000-Meter-Hindernis- laufes alle im deutschen Meisterschaftsprogramm für Männer und Frauen stehenden Wettbewerbe zum Austtag, zuzüglich der Juniorenkämpfe.

Was werden nun die einzelnen Disziplinen brin­gen? Fangen wir bei den Männern, und zwar mit dem 100-Meter-Lauf an. Bester Sprinter des Vorjahres war Leineweber (Fulda). Er steht feinem Verein jedoch morgen nicht zur Verfügung,

und so dürfte das Ende zwischen Knappe (Kassel) und Henkel (Wallau) liegen, lieber 2 0 0 Meter dürfte sich das Bild nicht wesentlich verschieben. Eine reine Kasseler Angelegenheit dürften die 4 0 0 Meter werden. Hier ift Bott (CT. Hessen- Preußen) der schnellste seiner Kameraden und für glatte 50 Sekunden gut. Eine nicht minder hervor­ragende Zeit dürften die 8 0 0 Meter bringen. Zehnter und Seibert (beide CT. Hessen-Preußen) sind gleich stark und in diesem Jahre schon 1:56,5 Minuten gelaufen. Man darf gespannt sein, wie unser einheimischer Vertreter Peters (1900) hier mithaltenkann, lieber 1500 Meter kann er schon eher ein Wort mitreden, obwohl Roth (CT. Hessen-Preußen) mit der ausgezeichneten Zeit von 4:06,5 Minuten die Gaubestenliste anführte. Der vorjährige Gaubeste, Kleemann (Gießen 1900), wird leider voraussichtlich nicht am Start sein können.

Ein scharfes Rennen dürften die 5 0 0 0 Meter bringen. Hier hat sich Schütze Franz Neide! (2. JR. 116) vom Turnverein Heuchel­heim etwas vorgenommen. Er muß allerdings schon eine Zeit von 15:40 Minuten laufen, um

feine gefährlichsten Widersacher Escherich und Knob­loch (beide Kassel) abzuschütteln. In den 10 0 0 0 Meter, die bereits vormittags entschieden werden, wird man Schwertel (Limburg), der in diesem Jahre schon 34:14,6 Minuten gelaufen ist, die meisten Chancen einräumen können, lieber gutes Können verfügt auch Jffland (Kassel). Die 1900er hätten hier noch in Unteroffizier Förfter, der am Sonntag beim Gauvergleichskampf in Braun­schweig Jffland hinter sich lassen konnte, ein gutes Eisen im Feuer, Förster steht jedoch infolge Kom­mandierung zur Heeressportschule nicht zur Ver­fügung.

Streifen wir, was die Läufe angeht, noch kurz die Hürden st recken und die Staffeln. In der kurzen Hürdenstrecke (HO Meter) ist das Feld, das feine besten Vertreter in Jensen (Marburg), Knappe (Kassel) und Stahlhut (Heuchelheim) hat, sehr ausgeglichen. Die 400 Meter Hürden hin­gegen dürften im Zeichen eines Mannes stehen: Seibert (CT.Heffen-P.eußen" Kassel).

In den Staffeln, die über 4X100 Meter, 4X400 Meter und 4X1500 Meter gehen, werden sich die Leute aus der kuchessischen Gauhauptstadt den Sieg nicht entgehen lassen.

In den Sprüngen werden sich, von Stahl­hut abgesehen, meist jüngere Leute um den Meister­titel bewerben. Ob sie im Hoch- und Weitsprung den Heuchelheimer gefährden können, muß der Kampf zeigen. Im Dreisprung sowie im Stabhoch­sprung muß die Frage nach dem Sieger offen gelassen werden.

Mit Recht dürfen die Werfer morgen er­höhtes Jnttresse für sich in Anspruch nehmen, haben sie doch zum Teil in letzter Zeit mit Leistungen aufgewartet, die internattanales Niveau haben. Hier muß zuerst der Hammerwerfer Storch (Fulda) ge­nannt werden, der am vergangenen Sonntag mit 53,07 Meter eine neue Gaubestleistung aufstellte und damit nur 60 Zentimeter hinter dem Olympia­sieger Hein (Hamburg) blieb. Eine sportliche Deli­katesse dürfte auch das Speerwerfen werden. Hier ist Menkel (Tuspo. Kassel-Bettenhausen) Favorit (diesjährige Bestleistung 61,13 Meter), aber auch Hanebuth (Marburg) kann etwas. Es ist zu hoffen, daß unsere beiden Gießener Werfer Luh (VfB.- Reichsbahn) und Kilo (1900) in ihren Disziplinen (Kugelstoßen und Diskuswerfen) sich würdig an­schließen.

Bei den Frauen dürfte die Sprintstrecken Rother (Hanau) an sich bringen, lieber 8 0 Meter Hürdenist Sautter (CT.Hessen-Preußen" Kassel) in Front zu erwarten, auch dürfte die 4X100- Meter-(Staffel von den Kasseler Mädels ge­wonnen werden; allerdings sind hier unsere Gie­ßener Vertretungen (MTV. und VfB.-Reichsbahn) auch gut gerüstet. Im Hochsprung wird Staudt (Limburg), die dieses Jahr schon 1,55 Meter über­sprang, nicht zu schlagen sein, wohingegen Röhmig (MTV.) gute Aussichten im Weitsprung hat. Im Diskuswerfen wird sich Hagemann (Kassel), die als Olympiateilnehmerin bekannt ist, an die Spitze setzen, während im Speerwerfen und Kugel st oßen die Chancen verteilt sind.

Klubkämpfe der Tennisabteilung des Tv. 1846 Gießen.

Dieser Tage weilte die Tennis-Abteilung des Tv. 1846 Gießen mit einer größeren Anzahl Spieler in Butzbach und trug dort einen Klubkampf mit der Tennis-Abteilung des Turn- und Sportv. Butzbach aus. Die Gießener Spieler konnten den Kampf mit 9:7 zu ihren Gunsten entscheiden und bewiesen da­mit, daß die Spielstärke sich gegenüber bgn Leistun­gen im vergangenen Jahr wesentlich gehoben hat.

Ein weiterer spannender Wettkampf ift nun am kommenden Sonntag zu erwarten, an dem die Spie­ler der Tennis-Abteilung des Turnv. von 1846 Gießen einen Klubkampf mit der Tennis-Abteilung der Turngesellschaft Offenbach a. M. auf den Ten­nisplätzen des Universitäts-Sportplatzes zum Aus- trag bringen. Die Turngefellfchaft Offenbach ver­fügt über ein ausgezeichnetes Spielermaterial, dem es bei dem im vergangenen Jahr in Offenbach a. M. durchgeführten Wettkampf gelang, die Spieler des Turnvereins von 1846 mit 10:8 Punkten abzufer­tigen.

3um Pokalspiel nach Fulda.

Borussia" Fulda I gegenTeutonia Watzenborn-Steinberg I.

Zum letzten Spiel vor der diesjährigen Sommer­sperre tritt am morgigen Sonntag die erste Elf der Watzenborn-SteinbergerTeutonen" im 8. Spiel um den Pokal des Reichssportführers der 1. Mannschaft vonBorussia" Fulda in Fulda gegenüber. Die Platzmannschaft mußte leider während der letzten Verbandsspielserie eine Krise durchmachen, gegen Schluß der Verbandsserie bewiesen dieBorussen" jedoch wieder ihre alte Schlagkraft und stellten diese weiterhin in den Pokalspielen unter Beweis.

Die Teutonen treten die Reise voraussichtlich in kompletter Aufstellung (wenn O. Haas ebenfalls zur Verfügung steht) an. Das Können der Elf und der derzeitige Wille dürften, wenn es auch wohl nicht zum Siege reichen dürfte, doch für ein ehrenhaftes Resultat bürgen.

Die 2. Mannschaft derTeutonen" tritt zum Ge­sellschaftsspiel gegen die 1. Mannschaft vom Sport­verein 1933 ©rüningen in ©rüningen an.

Letzter Aufstiegspielsonntag.

Dunlop Hanau 1900.

Reizvoller und interessanter wie in diesem Jahrs kann man sich die Aufstiegspiele in der Südgruppe wirklich nicht wünschen. Denn nachdem Hanau durch die Niederlage in Oberursel seine Spitzenstellung eingebüßt hat, sind die Möglichkeiten über den Ans­tieg wieder vollkommen offen. Nach der jetzigen Lage gibt es keinen ausgesprochenen Favoriten mehr. Die an der Spitze liegenden Vereine Ober- ursel und Hanau, durch das etwas günstigere Tor-

Wer eine Woche lang Malzkaffee getrunken hat, der bleibt dabei!