Ausgabe 
25.1.1938
 
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Zahl der Belegschaften im Jahre 1937 um 25 000 aestie gen ist. In Deutschland findet jeder Pole Arbeit; ja, es kommen sogar Wanderarbeiter aus Polen nach Deutschland. Die polnische Min­derheit in der Tschechoslowakei hat zum Schutze ihres Volkstums auch das Recht auf den Arbeitsplatz proklamiert. Diese Forderung ist durch­aus berechtigt. Aber ihre Vertretung wird den Polen selbst erschwert, wenn ein polnischer Woiwode in seinem Amtsbereich das schroffste Gegenteil praktiziert und die Aushungerung zu einem Mittel seiner Politik macht. Roch schlimmer ist es, wenn diese Zustände in der Dunkelkammer bleiben sollen. Ein deutscher Malermeister in Ostoberschlesien ist zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil sein Lehrling von ihm eine Bescheinigung erhielt, daß er nach Ablauf der Lehrzeit infolge seiner Zu­gehörigkeit zur deutschen Minderheit keine A r - Beit finden könne.

Zwischenfall in französischen Hoheiisgewäffern.

Bolschewistisch-spanisches Flugzeug bombardiert französisches Kriegsschiff. Paris, 25. Jan. (DNB.) Em bolschewistisches spanisches Flugzeug griff innerhalb der fran­zösischen Hoheitsgewässer bei derbere den französischen TorpedobootszerstörerLa P o u r- suivante" mit Bomben an, die jedoch ihr Ziel verfehlten.

Havas berichtet über den Zwischenfall folgendes: Die beiden nationalspanischen KreuzerC a n a - r i a s" undA l ml r a n t e C e r d e r a" und zwei nationalspanische Torpedobootszerstörer kreuzten am Montagnachmittag vor der Küste von der­bere. Der französische Beobacktungsposten von derbere meldete außerdem a ch t sehr hoch flie­gende Flugzeuge. Bei Eintritt der Dämme­rung patrouillierte innerhalb der französischen Ge­wässer der französische Torpedoboots- zerstör erLa P o u r s u i v a n t e" etwa einen

Kilometer von der Küste entfernt, während die v i e r n a t i o n a l s p a n i s ch e n K r i e g s s ch i f f e a b d a m p f t e n. In diesem Augenblick erschien e i n Flugzeug mit silbernen Farben und ließ über oem französischen Torpedobootszerstörer, den es an­scheinend für einen nationalspanischen hielt, zwei Bomben fallen. Die eine Bombe fiel 200 Meter oon dem Zerstörer entfernt ins Wasser, die andere schlug etwa 300 Meter von dem französisihen Küsten­beobachtungsposten von derbere ins Wasser. Die nationalspanischen Kriegsschiffe nebelten sich ein und verteidigten s i ch gegen drei andere Flug­zeuge, die auf sie einen Angriff unternahmen, mit Maschinengewehr- und Geschützfeuer. Das Schießen dauerte etwa 30 Minuten und konnte von derbere aus gut beobachtet werden.

Moskaus Rüstungen im Fernen Osten.

Ausbau der Flottenstützpunkte.

N-Boote nach Wladiwostok.

London, 24. Jan. (DNB.) Die in Hongkong erscheinendedhma Mail" gibt den Bericht eines Ausländers wieder, der von einer Reise durch das fernöstliche Sowjetgebiet zurückgekehrt ist. In Wla­diwostok seien über 100 Unterseeboote in Auftrag gegeben worden, während weitere Unterseeboote schubweise per E i s e n b a h n an­rollten. Ganze Küstenstriche würden befestigt und neue Flug- und Unterseeboots st ütz- punkte in isolierten Bezirken in Bau genommen. In einem Derartigen Stützpunkt seien Hunderte von Flugzeugen stationiert, 20 Unterseeboote und eine Reihe Ueberwasserfahrzeuge. Das Land befinde sich in einer dauernden A n gst vor Spionen. Aus­ländische Schiffe, die Sowjetrußlands fernöstliche Häfen anliefen, würden sorgfältig durchsucht. Ihre Funkanlagen würden bis zu ihrem Auslaufen ver­siegelt. In den Flottenstützpunkten dürfte eine aus­ländische Schiffsbesatzung nur die Piers betreten.

Die Hankau-RegieriW zu den Medensbedmgungen Mans.

Han kau, 24. Jan. (DRB.) Zu den in der Rede des japanischen Außenministers Hirota im Reichstag mitgeteilten vier grundsätzlichen Bedin­gungen Japans für die Eröffnung von Frie­densverhandlungen erklärt die chinesische Regierung, daß sie ihren Dank für die auf Anbahnung von Friedensverhandlungen gerichteten Bemühun­gen Deutschlands ausgesprochen habe, daß aber die scheinoar einen weiten Spielraum lassen­den Grundbedingungen Hirotas in Wirklichkeit so allumfassend seien, daß sie Punkte einschlös­sen, die die chinesische Souveränität und die verwaltungsmäßige ,unö territoriale Unver­sehrtheit Ehinas verletzten. Die chine­sische Regierung bedauere ferner die japanische Erklärung, mit der die diplomatischen Be­ziehungen zwischen Ehina und Japan praktisch abgebrochen worden seien, ohne daß die ja­panische Regierung der chinesischen Regierung die von dieser für notwendig gehaltenen Erklärun - g e n zu den Grundbedingungen gegeben habe. Der chinesische Botschafter in Tokio H s u Schih Ning ist zusammen mit dem chinesischen Konsul in Osaka, fünf Sekretären und 80 Chinesen i n Schanghai eingetroffen. Er blieb aber an Bord des Schisses, mit dem er die Fahrt nach Hongkong fortsetzen wird. Von dort reist er zur Berichterstattung nach Hankau.

Scharfer Kurs der Zentralregierung.

Der Gouverneur von Schantung hingerichtet.

Schanghai, 24. Jan. (DRB.) Der Gouverneur der Provinz Schantung, Hanfutschue, ist in Hankau zum Tode verurteilt und hin gerichtet worden. Die Hinrichtung erfolgte im Zuge der Ausmerzung ungetreuer und u n - fähiger militärischer Unterführer vurch die chinesische Zentralregierung. An der Treue

Hansutschues waren erstmals Zweifel aufgetaucht, als seinerzeit die japanische Blockade der chinesischen Küste ausgenommen worden war. Hanfutschue wurde von dem Kriegsgericht in Hankau für schuldig befunden, die ihm unterstellten Truppen entgegen dem ausdrücklichen Befehl des chinesischen Oberkommandos vom Gelben Fluß zu­rückgezogen sowie einen großen Teil der Provinz Schantung fast ohne Kampf preisgegeben zu haben. Das Todesurteil gegen Hanfutschue hat Ueberraschung hervorgerufen, da die chinesische Zentralregierung mit ihm zum ersten Male vom der bisher geübten Milde gegen abtrünnige Unterführer abweicht und im Interesse der Verteidigung des Landes also einen neuen, scharfen Kurs an den Tag legt. Zum Gouverneur von Schantung wurde Admiral Schenhunglieh, der bisherige Bürgermeister von Tsingtau, ernannt.

Japanische Marineabteilung auf der Insel Hainan gelandet.

Tokio, 25. Jan. (D71B. Funkspruch.) Wie aus dem japanischen Hauptquartier mitgeteilt wird, sahen sich japanische Kriegsschiffe gezwungen, ein Landungskorps in Zulin an der Nord- küste der Jnjet Hainan, gegenüber der französischen Kolonie T o n k i n, einzufehen, nach­dem es vorher zu einem Feuergefecht zwischen chinesischen Dschunken und japanischen Kuttern ge­kommen war. In der letzten Zeit wurden häufig chinesische Dschunken in der Hainan-Straße beob­achtet. Vor sechs Tagen sollen japanische Blockade- Einheiten im Hafen von Pulin einige vor Anker liegende Dschunken festgestellt haben. Bevor die zur Untersuchung der Dschunken ausgebooteten Zttattn- schaften landen konnten, erhielten sie 7N a s ch i - nengewehrfeuer. Ein japanisches Kriegsschiff hat mit Artillerie eingegriffen. Die chinesischen An­greifer wurden dann durch ein Landungskorps ver­trieben.

Aus aller Well.

Vorbildliches Ensemble-Gastspiel des Berliner Gtaatsschauspiels.

Unter außerordentlich starker Anteilnahme zber Bevölkerung fand die Aufführung des Trauer­spielesEmilia G a l o t t i" von Lessing durch Das Ensemble Des Berliner Staatsschauspielhauses unter Leitung von Staatsrat (SrünDg.ens in Elbing statt. Das Gastspiel bildete den Auftakt für weitere Gastspiele dieses bedeutendsten deutschen Ensembles in der Provinz. Generalintendant Staats­rat Orünbgens, ber Regie führte, spielte Den Prinzen, Marianne Hoppe Die Titelrolle, wäh­rend in den übrigen Rollen u. a. Friedrich Kayß- ler, Hermine Körner, Bernhard M i n e 11 i, Käte Dorsch und Harald Paulsen mitwirkten. Die glänzende Aufführung wurde für die große Festgemeinde zu einem Erlebnis. Sämtliche Mit­wirkenden hatten für dieses Gastspiel auf jede Ent­schädigung verzichtet. Ihr schönster Lohn war die ungeheure Anteilnahme der Eibinger Bevölkerung. Das Theater war seit Tagen bis auf den letzten Platz ausverkauft, lieber die Verteilung der Abonne­mentsplätze mußte das Los entscheiden. Elbings Oberbürgermeister W o e l k konnte im Namen der ganzen Bevölkerung- sprechen, als er auf einem Empfang zu Ehren der Staatsschauspieler dieses Gastspiel als einekulturpolitische Tat von größter Bedeutung" bezeichnete. In einem Telegramm an Reichsminister Dr. Goebbels hat der Ober­bürgermeister als Ausdruck des Dankes der Stadt den Ueberschuß aus dem Gastspiel der Dr.-Goebbels- Stiftung zur Verfügung gestellt.

Italienischer Geschwaderflug HomWo de Janeiro

Der italienische Transozean-Geschwa- berflug Rom Rio de Janeiro ist am Montag 7.22 Uhr gestartet. Das Geschwader setzt sich aus drei schweren breimotorigen Militärflugzeugen zusammen. Geschwader sichrer ist Oberst Bis eo.

während die zweite Maschine von Oberleutnant Bruno Mussolini, dem zweiten Sohn des Duce, Die dritte von Hauptmann M o s c a t e l l i befehligt wird. Jede Maschine hat eine fünfköpfige Besatzung und eine Reisegeschwindigkeit oon 450 Stundenkilo­meter. Die Flugroute führt von Rom nach Bone an der algerischen Küste, quer über die Wüste Sa­hara nach Französisch-Senegal und dann über den Südatlantik nach Natal an der Nordostgrenze Bra­siliens und nach der brasilianischen Hauptstadt. Nach 8% Stunden wurde von den drei Flugzeugen, die sich ständig in 4000 Meter Höhe halten, Der Wendekreis Des Krebses überflogen. Auf der ersten Etappe mußten Die Flugzeuge wegen eines heftigen SanDsturmes ihren Kurs über Die Sahara westlicher als geplant legen. So kamen sie bereits bei Villa disneros an Den Atlantischen Ozean. Das GeschwaDer hat nach einem Dreistündigen Aufenthalt in Dakar (franz. Senegal), der der Aufnahme von Betriebsstoff galt, bereits 21.30 Uhr seinen Flug fortgesetzt.

Zuchthaus für jüdische Devisenschieber.

Die Große Strafkammer Hamburg verurteilte den jüdischen Kaufmann Moritz Kayser, der sich flüchtig im Auslande befindet, wegen fortgesetzten Dev i s envergehens zu zehn Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrenrechtsverlust und 300 000 RM. Geldstrafe, den Juden Dr. Heinrich Oppenheimer wegen fortgesetzten Devisenver­gehens zu fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrenrechtsverlust und 100 000 RM. Geldstrafe; Die JuDen Heinz Umrath unD SiegfrieD Jacoby, beide im Auslande, wegen gemeinschaftlichen Devi- senoergehens zu je zwei Jahren Zuchthaus und 100 000 RM Geldstrafe; Den jüdischen Bankier Kurt B r a h m wegen fortgesetzten Devisenvergehens und wegen Rassenschande zu vier Jahren Gefängnis und 100 000 RM. Geldstrafe, den Kaufmann Edgar Lemke-Soltenitz wegen Devisenverghens zu zwei Jahren Gefängnis und 50 000 RM. Geld­strafe. Auf erhebliche Geldstrafen wurde gegen drei

Kampf oder Zusammenarbeit?

Oer Vorsitzende der tschechischen Agrarpartei fordert Verständigung mit dem deutschen Nachbarn.

Prag, 24. Jan. (DNB.) Die tschechische Agrarpartei, die größte tschechische Regie­rungspartei, veranstaltete eine Versammlung unter bem SchlagwortKampf ober Zusammenarbeit". Der Vorsitzenbe ber Partei, Abgeordneter Beran, sprach oon Der Notwendigkeit einer Verständi­gung mit der Sudetendeutschen Par- t e i und wandte sich auf das schärfste gegen Kom­munisten und Emigranten.' Mit jenen, Die Die Tsch?..chosiowakei zerstören wollten und die nach Der Einführung Der Sowjets riefen, merDe# es roeDer fJrieDen noch Einigung geben. Entschieden wies er auch die Angriffe der tschechischen klerikalen Partei zurück. Selbstverständlich sei die tschechische Agrar­partei nach wie vor für die Zusammenarbeit mit allen Nachbarn, insbesondere mit dem Deutschen Reich. Eine der Voraussetzun­gen sei, daß der Einmischungder Emigran­ten in die inneren Angelegenheiten Der Nachbar­staaten ein EnDe gemacht werDe. Er begrüßte die Vorkehrungen Des Innenministers gegen eine neue Emigration aus Rumänien. Ebenso energisch müsse Die Einmischung Der Emigranten in Die Kulturein­richtungen Der Tschechoslowakei abgeschafft roerDep, befonDers bei Bühne, Film unD Presse. Mit Haß erfüllte Artikel gegen Die Nachbarn werben nur die Staatsinteressen schädigen.

Die Entwicklung zeige, daß die wirtschaft­liche Z u s a m m e n a r b e i t mit dem Deutschen Reich^sehr wichtig sei. Die Ausfuhr pacf) Frankreich unb Sowjetrußland sei hingegen unbefriedigend. Die Tschechoslowakei wäre dumm, wenn sie ihre großen Nachbarn herausfordern ober sich als Werkzeug gegen sie mißbrauchen lasse. Die Geographie unb ber Verstand geböten, daß die Tschechen ihr eigenes Leben lebten, daß sie sich in ihre eigenen Angelegenheiten nicht viel Hineinreben las­sen, baß sie aber ihre Finger auch nicht in fremde Angelegenheiten steckten.

Der slowakische Kamps um Autonomie.

Prag, 24. Jan. (DNB.) In Sillein fand eine Massenversammlung der Slowakischen Volkspartei statt, bei der der Parteiführer Pater Hlinka er­klärte, daß seine Partei solange kämpfen werde, bis ber Pittsburger Vertrag, ber während des Weltkrieges zum Bündnis zwischen Tschechen und Slowaken führte und letzteren volle Autono­mie in dem neu zu errichtenden Staat zusicherte, in die Vorfassung aufgenommen würde. Hlinka versicherte, daß seine Partei kraftvoll für die Autonomie weiter kämpfen werde. Sollte Prag darauf nicht hören, so werde die Slowakische Volkspartei Prag Adieu sagen. Pater Hlinka, der in der Versammlung sehr gefeiert wurde, erklärte einem Berichterstatter desSlovenski Podelnik", einem dem Ministerpräsidenten nahestehenden slo­wakischen Blatt, daß seine Partei nicht Daran denke, in die Regierung einzutreten.

Dort, wo der Zug der Kleinen Karpathen die mährische Marchebene von dem oberungarischen Berglanb scheidet, läuft auch die Sprachgrenze zwischen Der Slowakei unD Der Tsche - chei. Die Tschechen sprechen zwar ihren Staat als Tschechoslowakei" an und begehren damit zugleich im Namen der Slowaken zu sprechen. Die Slowaken danken für diese unerwünschte Anwalts­tätigkeit. Sie haben ihre Erfahrungen, und diese Erfahrungen verkörpern sich heute in der Person des fast 74jährigen Slowakenführers Hlinka, der zugleich Priester Der katholischen Kirche, päpstlicher Kammerherr unD Prötonotar ist. Das religiöse Moment spielt auch mit. Aber es spielt Durchaus nicht Die entscheidenDe Rolle. Es hanDelt sich viel­mehr Darum, ob Das Durch Jahrhunderte zurückge­setzte slowakische Bergbauernvolk seine natio­

nale Eigenheit bewahrt hat ober tschechisiert wirb. Hlinka ist bie Verkörperung Des Slowaken- tums, weil er Den Freiheitskampf für sein Volk schon im alten Ungarn mit Gefängnis büßte; und in der heutigen Tschechoslowakei, die eine beflissene, von Prag mit Geld reichlich geförderte Presse als demokratisches Musterländle" anpreist, geht es ihm genau so.

Es handelt sich hier genau so wie bei Den Su- Detendeutschen um ein MinDerheitenpro- blem im tschechoslowakischen Nationalitätenstaat. Die Tschechen wollen Das nicht wahr haben. Wenn Die Slowaken zu Den MinDerheiten gezählt roerDen, Dann macht nämlich Die eigentlich tschechische Be­völkerung Der Tschechoslowakei nur knapp 43 v. H. Der Gesamtbevölkerung aus. Nun ist Die ganze MinDerheitenfrage in Den letzten Monaten neu in Fluß gekommen und die Reden Hlinkas zeigen deut­lich, Daß Die Slowaken ihre Ansprüche geraDe in Dieser StunDe mit unmißverständlicher Deutlichkeit anmelDen. Wie katastrophal Diese ForDerung nach Selbstverwaltung in Prag empfunDen wirD, geht aus dem Worte Des tschechischen Justizministers Derer hervor, Der Die Anhänger Hlinkas als ,Haus- unD Rotzbuben" beschimpfte unD sie Des Landesverrats zieh. Derer ist seiner Herkunft nach Slowake, hat aber einen tschechischen Ministersessel für eine bequeme Sitzgelegenheit erachtet und fühlt sich nun in seinem tiefsten Innern als Ueberläufer.

Die Geschichte der Beziehungen zwischen Tschechen unb Slowaken in ben letzten zwanzig Jahren ist deshalb so interessant, weil sie ein Musterzeugnis des tschechischen chauvinistischen Imperialismus ist. Die tschechischen Emigranten während des Welt­krieges, die Oesterreich feindlich waren und deren Führer Mafaryk und Benesch waren, schlossen am 30. Mai 1918 mit Vertretern der nach den Ver­einigten Staaten ausgeroanDerten Slowaken in Pi11sburg einen Vertrag, Der im wesentlichen sagt:Die Slowakei roirD ihre eigene Verwal­tung, if)r eigenes Parlament unD ihre eigenen Gerichte haben. Die slowakische Sprache roirD Die Amtssprache in Den Schulen, vor Behör- Den und im öffentlichen Leben sein." Und nun kommt das große tschechische Wunder. Die Tschechen erklären, daß dieser Vertrag nicht bindend sei, weil die slowakischen Unterhändler nicht autori­siert gewesen seien. Sie vergessen nur zu sagen, wer Masaryk und Benesch eigentlich autorisiert hat. Aber es kommt noch besser! zluf slowakischer Seite unterzeichnete den Pittsburger ©ertrag ein früherer Astronom, der während des Krieges auf der Seite Der Entente Den Generalsrang erreichte. Als Dieser General S ch t e f a n i f im Mai 1919 nach Preß- burg flog, wurde durch einen merkwürdigen Zufall sein Flugzeug abgeschossen. Die Absonderlichkeit Des Unfalls hat naturgemäß auf slowakischer Seite einen gewissen VerDacht geweckt. Nach Dem Zusam­menbruch Oesterreich-Ungarns beschloß ein floroa- kischer Nationalrat in einer Erklärung sich von Un­garn zu trennen unb auf eine Probezeitvon zehn Jahren den tschechischen Ländern anzu­schließen. Diese Sonderklausel vor der Probezeit verschwand nächtlicherweise aus dem Text Der Erklärung und statt dessen wurde die unglaubwür­dige Behauptung eingesetzt, daß die Slowaken auf der Pariser Friedenskonferenz nicht vertreten sein wollten. Als sich ein Jahr später eine slowakische Abordnung unter Führung Hlinkas nach Paris begab, wurde sie dort auf tschechisches Be­treiben nicht empfangen. Bei seiner Rückkehr wurde Hlinka ein Jahreingesponnen". Und diese Vorgänge hatten nun zur Folge, daß 300 000 Tsche­chen in den letzten zwanzig Jahren in die Slowakei einroanbern konnten und ben Slowaken vom Berg­bauern bis zum Akademiker die Stellungen Weg­nahmen. Es waren nicht die besten Elemente. Und nun wird verständlich, warum bie Slowaken so leidenschaftlich ihre Forberung auf Selbstverwaltung angemeldet haben. B. R.

weitere Angeklagte wegen fahrlässigen Verstoßes gegen die Devisengesetze erkannt. 1936 ergab sich bei der Überprüfung ber Exportgeschäfte ber Ge­nannten Der VerDacht, daß Das Kapital inländischer Juden auf Dem Wege über Exportfinanzierungen ins AuslanD verschoben worden mar. Es wurde fest- gestellt, daß Die Personen, Die in HollanD als Käu­fer auftraten, Leute waren. Die von Barinat wirtschaftlich abhängig waren.

Zum Jahrestag der Machtübernahme

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Die Reichspost gibt zum 30. Januar zwei Sonder­marken nach einem Entwurf von Professor Alois Kolb (Leipzig) heraus. Die Marken erscheinen in Werten zu 6 und 12 Rpf. mit Zuschlägen von 4 bzw. 8 Rpf., die dem Kulturfonds des Führers zufließen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Pour-le-merite-(5ebenffäer.

Wie alljährlich am Geburtstag Friedrichs des Großen gedachte die Ritterschaft des Ordens pour le m£rite Des Stifters Dieses höchsten preußischen Ehrenzeichens mit einer Kranzniederlegung am Denkmal Des Königs Unter Den Linden in Berlin. Dem Gedenkakt ging eine Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges durch eine Kranzniederlegung am Ehrenmal voraus. Die Ritter des Ordens versam­melten sich gemeinsam mit den Trägern des Golde- nen Militärverdienstkreuzes im Zeughaus, um sich unter Führung des Generalfeldmarschalls von Mackensen zum Ehrenmal zu begeben, vor dem eine Ehrenkompanie des Wachregiments aufmar­schiert war. Die neue deutsche Wehrmacht war durch den Kommandanten von Berlin, Generalmajor Seifert, vertreten.

Lessing-Preis für Andreas Heusler.

Die Stadt Hamburg hat Den Lessing-Preis für 1938 am Geburtstage Lessings (22. Januar) Dem Germanisten Andreas Heusler verliehen, insbesondere im Hinblick auf fein letztes großes Werk, die dreibändige deutsche Dersgeschichte. An­dreas Heusler wirkte bis 1924 als Ordinarius für Germanistik an der Universität Berlin und lebt jetzt wieder in feiner schweizerischen Heimat, in der Nähe von Basel. x

Internationales Amateurtanzturnier in Hamburg.

Arn Internationalen Amateur tanz- turnier 1938 in Hamburg beteiligten sich außer Deutschland sechsRationen. Aus Dem Tanzwett- streit ging Das englische Weltmeisterpaar Wells- Sisson als Sieger hervor. Den zweiten Platz in dem Turnier belegte Das Dänische Paar Ras - mussen-Svenssen, während das vortreffliche Berliner Paar Saures Rauchholz sich mit dem dritten Platz begnügen mußte

Folgenschwere Explosion in einem finnischen Laboratorium.

In dem militär-technischen Versuchslaboratorium auf der der Stadt Helsinki vorgelagerten Insel Ha- rakke ereignete sich ein schweres Explosionsun­glück. Eine Reihe höherer finnischer Offiziere stellte Versuche mit einem kleinen Granatwerfer an, aus welchem schon früher Schüsse abgegeben worden waren. Diesmal waren bereits 13 Schüsse abge­geben, während der 14. ein Rohrkrepierer war. Hierbei wurden der Inspekteur der finnischen In­fanterie, General Heikingheime, getötet und der Inspekteur der finnischen Artillerie, Oberst Svanström, leicht verletzt. Zwei weitere Offi­ziere und ein Ingenieur erhielten Verletzungen ernsterer Natur.

Gefährliche Dildererbande unschädlich gemacht.

Durch Gendarmerie des Kreises Eschwege ist eine große Wilddiebsbande ermittelt worden; über zehn Personen wurden verhaftet. Die Ermitt­lungen ergaben, daß sich die Wilddiebereien von 1932 bis in die jüngste Zeit erstreckten. Die Wild­diebe veranstalteten regelrechte Treibjagden, auf Denen fünf bis sieben Stück Rotwild erlegt wurden. Selbst während der Schonzeiten fehlen die Wild­diebe ihr verbrecherisches Treiben fort; sie haben sogar Rehwild mit Schrot erlegt.

Epidemische Kinderlähmung in Australlen.

Seit bem Auftreten epidemischer Kinderläh­mung in Australien sind im Staate Viktoria bis jetzt 1700 derartige Fälle bekannt geworden. 88 an Kinderlähmung Erkrankte sind bisher gestorben«