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Nr.20 Erstes Blatt

188. Zahrgang

Dienstag, 25. Januar 1938

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9er mexikamsche Oelfrieg.

Don Jrih Albrecht.

Mexiko, Januar 1938.

Der seit 20 Jahren zwischen der mexikani­schen Regierung und den ausländischen Gesellschaften bestehende Oelkonflikt ist durch die Ereignisse der letzten Monate in eine neue in­teressante Phase getreten, deren endgültiger Verlauf sich heute noch nicht voraussagen läßt Die wieder­holten Streiks der mexikanischen Oelarbeiter in den Jahren 1936 und 1937 sowie die im November 1937 verfügte Annullierung umfangrei­cher Oelkonzessionen der amerikanischen Standard Oil Co. und die Uebertragung dieser Konzessionen auf dienationale E r d ö l Ver­waltung" schienen das Ende der amerikanischen, wenn nicht überhauvt der ausländischen Oelgesell- schaften in Mexiko herbeiführen zu wollen

Nur wenige Tage nach dem zuletzt erwähnten Er­eignis wurde die Oeffentlichkeit durch ein Abkom­men zwischen der mexikanischen Regierung und der zum englischen Shell-Konzern gehören­den Mexican Eagle Dil Co. überrascht, durch das dieser Gesellschaft umfangreiche, lange Zeit umstrit­tene Erdölkonzessionen in dem Gebiet von Tuxpam zugesprochen wurden. Zwar hat dieMexican Eagle" sich die ihr zugesprochenen Konzessionen durch eine ungewöhnlich hohe Beteiligung der mexi­kanischen Regierung an der Produktion der zu erbohrenden Quellen erkauft und, bei gleichzeitiger Uebernahme gewisser Verpflichtungen zur Förde­rung der staatlichen Erdölindustrie, sich zu einer zu­sätzlichen festen Abgabe von 2000 Kubikmeter Rohöl täglich für die Dauer von fünf Jahren verpflichtet. Aber trotzdem dürfte der Preis kaum zu hoch sein, da die Reserven der in Frage stehenden Oelfelder von Troncones, Potrerillo, Poza Rica und Poza de Cuero auf 600 000 000 metr. Tonnen geschätzt werden. DieMexican Eagle" rechnet jedenfalls da­mit, daß sie ihre Erzeugung aus diesen Feldern um täglich 60 000 Faß erhöhen kann, womit ihre Ge­samtproduktion, die bereits jetzt mehr als 60 v. H. der mexikanischen Erdölförderung ausmacht, sich fast verdoppeln würde.

Da die Regierung fast gleichzeitig ein Finanz­abkommen mit einem englischen Konsortium schloß, mit dessen Geld, Material und technischen Hilfe die nationale Oelindustrie organisiert werden oll, erweckt es den Eindruck, als ob die Engländer ndgültig im Kampf um das mexikanische Oel über >ie Amerikaner gesiegt hätten. Die politische Trag- veite dieses Sieges wird unterstrichen durch ein in xut informierten Kreisen der Hauptstadt umlaufen- tes Gerücht, nach dem die britische Admi­ralität hinter dem englischen Finanzkonsortium stehen soll, während die Beziehungen der Shell zur kritischen Regierung als mehr oder weniger amt­liche Bindungen dargestellt werden.

Auf Grund der erwähnten Abkommen rechnet vermutlich dieMexican Eagle" mit der künftigen Unterstützung oder mindestens wohlwollenden Hal­tung der mexikanischen Regierung in bezug auf die sch immer wiederholenden Streiks und die in ihrer Gesamtheit unmöglich zu erfüllenden Forderungen ter Arbeiterschaft. Die Regierung dürfte in Zukunft wegen ihrer starken Beteiligung an der Produktion derEagle" zweifellos ein erhöhtes In­teresse an dem reibungslosen Arbeiten dieser Ge­sellschaft haben. Ob sich diese Erwartungen der Shell erfüllen werden, läßt sich vorläufig allerdings roch keineswegs übersehen. Ein vor kurzem ergan- oener Schiedsspruch des nationalen Arbeitsaus­schusses in dem Konflikt zwischen der Arbeiterschaft unb den fremden Oelgesellschaften legte jedenfalls kiesen ohne Ausnahme fast untragbar scheinende Lasten auf. Die Gesellschaften haben erklärt, die reuen Löhne und Arbeitsbedingungen n i ch t an- rrkennen zu können. Einige amerikanische Ge- kllschaften haben sogar bereits ihre Arbeiten emge- lellt und die Arbeiter entlassen. 18 000 Oelarbeiter rohen nunmehr mit einem neuen Streik, mb man fürchtet Gewaltmaßnahmen der Arbeiter, falls die Oelgesellschaften sich weiterhin weigern, die Bedingungen des Schiedsspruches anzuerkennen.

Noch verwickelter und undurchsichtiger ist die Loge durch einige überraschende Ereignisse der jüng- ften Zeit geworden, die auf eine bevorstehende reue Verschärfung des Kampfes gegen die fremden Gesellschaften hinzudeuten scheinen. So erklärte Präsident Cardenas in seiner Neujahrs­botschaft, der mexikanische Staat beabsichtige nicht, das fremde Kapital auszuschließen, fordere aber einen größeren Anteil an den Erträg­nissen der fremden Oelgesellschaften. Unter Hin- veis auf das mit derMexican Eagle" geschlossene Abkommen erklärte er, daß durch dieses die Rechte d's mexikanischen Staates voll gewährt würden unb daß die Abgaben im Einklang mit den natio- rolen Interessen auf einer gänzlich anderen Grund­lage als bei den durch frühere Regierungen gewahr- ftn Konzessionen festgesetzt worden seien.

Daß die Oelpolitik des Präsidenten, die er durch die erwähnten Aeußerungen zu verteidigen suchte, acht nur in weiten Kreisen des mexikanischen Vol­kes, sondern auch von Mitgliedern der Regierung selbst mißbilligt wird, beweist der am 3.3a= mar erfolgte Rücktritt des Wirtschafts- und des 3anenministers. Da der neu ernannte Wirtfchafts- minifter Buenrosto als ein erbitterter Gegner b(r ausländischen Oelgesellschaften und als Ver­fechter einer nationalen Oelpolitik und Fürsprecher b(r Oelarbeiter bekannt ist, erwartet man mit Be- 'timmtheit eine weitere Verschärfung des Kampfes z<gen die fremden Gesellschaften. Ein Auftakt dazu vrd in der soeben erfolgten Regierungserklärung "blickt, die das im Dezember 1927 zwischen dem Präsidenten Calles und dem damaligen ameri- kcnischen Botschafter Dwight Morrow geschlos-

Sendboten deutschen Friedenswillens.

Gauleiter Bohle sprach in Budapest über Auslandsdeutschtum und Nationalsozialismus.

B u d a p e st, 24. Jan (DNB.) Staatssekretär und Chef der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, legte einen Kranz am ungari­schen Heldendenkmal nieder. Anschließend begab sich Gauleiter Bohle auf den deutschen Ehrenfriedhof, wo er am Grabe der hier in ungarischer Erde ruhenden deutschen Helden des Weltkrieges einen Kranz niederlegte. Er stattete dann dem Außen­minister v. K a n y a und dem Ministerpräsidenten Daranyi Besuche ab. Der R e i ch s v e r w e s e r, Admiral v. H o r t h y, empfing Staatssekretär Bohle in den Mittagsstunden zu längerer Audienz. Gau­leiter Bohle hielt dann auf Einladung derUnga­rischen Gesellschaft für Außenpolitik" im Delega­tionssaal des Parlaments einen Vortrag über Die Auslandsorganisation der NSDAP.". Unter den Anwesenden sah man den Ministerpräsidenten Daranyi, Außenminister Kanya, Innen­minister Sz ell Kultusminister Ho man, den österreichischen Gesandten Baar-Bahrenfels, den deutschen Gesandten von Erdmannsdorf, den Landeskreisleiter der NSDAP Konsul G r a e b, zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und deutsche Volksgenossen.

Gauleiter Sohle

führte in seinem Vortrag u. a. aus: '

Die Auslandsorganisation der Nationalsozialisti­schen Deutschen Arbeiterpartei ist im engeren Sinne die Zusammenfassung aller Bürger des Deutschen Reiches im Auslande, die Mitglieder der NSDAP, sind. Da die Nationalsozialistische Partei im neuen Reich das alleinige Recht besitzt, das ganze Volk weltanschaulich und politisch auszurichten, ist die Auslandsorganisation logischerweise zur Füh­rung aller Reichsdeutschen im Aus­lande bestimmt. Meine Ernennung zum Chef der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt bedeutet, daß ich als Hoheitsträger des Füh­rers für die Reichsdeutschen im Ausland zugleich mit der staatlichen Fürsorge für die Aus­ländsdeutschen betraut worden bin; einer Fürsorge, die stets zu den vornehmsten Aufgaben der Außen­ministerien aller Länder zählt. Sie ist zugleich eine Gewähr dafür, daß die von den verantwortlichen innerdeutschen Stellen für die Pflege des Auslands­deutschtums ausgestellten Grundsätze und Richtlinien sich in den vom Auswärtigen Amt angegebenen Grenzen halten Wenn wir generell vom Deutsch­tum im Ausland sprechen, so wissen wir ganz klar zu unterscheiden zwischen den Ausländs­deutschen. d. h. den Reichsdeutschen im Aus­land, und den Volksdeutschen, die in Sprache und Kultur deutschen Stammes sind, nicht aber als Bürger zum Deutschen Reich gehören. In London habe ich mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, daß die Auslandsorganisation der NSDAP, nicht die Aufgabe hat, die Volksdeutschen zu or­ganisieren. Alle gegenteiligen Behauptungen sind frei erfunden unb können nur ben Zweck haben, Mißtrauen zu säen unb politische Schwierigkeiten hervorzurufen.

Ls ist ein fundamentales Prinzip meiner Organisation, sich niemals 'nnb unter keinen Umständen in die innerpotitischen Ver­hältnisse fremder Staaten einzumischen. Das Reich und die Partei erwarten im Gegenteil von den Reichsdeutschen im Auslande, daß sie vorbildliche und loyale Gäste der Staaten sind, in denen sie sich aufhalten. Lin Parteigenosse im Auslande, der sich um Dinge kümmert, die ausschließlich Sache seines Gast­landes sind, wird unnachsichtig von der Partei und vom Reich bestraft. Das neue Deutschland duldet nicht, daß seine Bürger im Auslande Aergernis erregen und die Beziehungen des Reiches zum fremden Staat stören.

Der Nationalsozialismus ist die Weltanschauung und» die politische Ueberzeugung aller Reichs­deutschen. Wer als Reichsdeutscher behauptet, nicht Nationalsozialist zu sein ober es nicht sein zu wol­len, hat aufgehört ein Mitglieb ber beutschen Volksgemeinschaft zu sein, auch wenn er noch auf dem Papier Bürger des Reiches fein mag. Es ist eine logische Folgerung diesem Anschauung, baß bie Bewegung unb damit bas Reich bas Recht besitzt, ihre Bürger im Auslanbe in ber Weltanschauung des Nationalsozialismus zu schulen.

Wenn einige Kreise im Auslande ein sensatio­nelles Geschrei über Stützpunkte der NSDAP, anftimmen und erschrockenen Bürgern klarmachen wollen, daß ein Stützpunkt eine mi­litärische Geheimorganisation bar­stellt, bann beweist bas, baß bie Betreffenben ent- weber nichts von der Struktur der NSDAP, ken­nen oder bewußt böswillig sind. Nicht nur der Aufbau unserer Organisation, sondern auch ihre ganze Arbeit liegt so klar und offen vor aller Welt, daß es eine geradezu kindliche Dummheit von uns fein würde, mit solchen Stellen beispielsweise

Spionage zu treiben. Spione und ähnliche Agenten stellt man nicht in das Licht der Oeffentlichkeit. Un­sere Gruppen sind aber so sichtbar, daß jeder fremde Staat die Gelegenheit hat, sich von ihrer loyalen und im Rahmen der Landesgesetze korrekten Tätig­keit zu überzeugen. Unsere Gruppen sind auch keine diplomatischen oder konsularischen Vertretungen. Vorrechte dieser Art sind niemals für sie erwartet oder verlangt worden.

Die Forderung, daß unsere Reichsbürger im Ausland ihr Leben innerhalb der deutschen Kolonie nach nationalsozialistischen Prinzipien gestalten dürfen, ist eine Selbst­verständlichkeit. Jeder souveräne Staat wird den allergrößten Wert darauf legen, daß seine Staatsbürger in ihrem persönlichen unb ge­meinschaftlichen Leben auch im Auslande un­gehindert bleiben solange ein solches Le­ben sich im Rahmen der Gesetze des Gastlandes abspielt. Das Dritte Reich ver­langt genau dieselben Rechte für seine Bürger nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Gegen hartnäckige Verleumdungen.

Nachdem bie Möglichkeiten einer systematischen Verleumbungskampagne gegen bas Dritte Reich auf Kosten unserer Ausländsdeutschen erschöpft finb, greift man zurück auf ein Wort, bas, in einem ent­sprechen!) sensationell aufgemachten Rahmen ge­bracht, etwas wie efne internationale Panik Hervor­rufen soll. Es ist bas WortPangermanis- m u s". Wenn es schon für unsere Gegner sehr schwierig ist, zu sagen, was sie unter Pangermanis- mus verstehen, so müssen wir selbst bekennen, daß wir dieses außerhalb urtferer Grenze erfundene Wort nicht zu definieren vermögen. Wir National­sozialisten können mit Inbrunst versichern, daß wir keinen sehnlicheren Wunsch haben, als in Ruhe und Frieden gelassen zu werden, um un­ser Reich wieder aufbauen zu können. Ernster sind die Angriffe, in denen man nachzuweisen bemüht ist, daß die Auslands-Organisation oder das Deutsche Reich in ben beutschen Volksgruppen zu agitieren versucht. Niemals hat bes Deutsche Reich erwartet.ober gewünscht, baß bas ungarlän­dische Deutschtum etwa anderes sein sollte, als ein

treuer unb loyaler Bestaub bes ungarischen Staates. Das Interesse bes Deutschen Reiches an bem ungarländischen Deutschtum ist kein poli­tisches, fonbern ein rein kulturelles

Es wirb, bavon bin ich überzeugt, bie Zeit käm­men, in ber bie Auslanbsbeutschen auch in allen aoberen Staaten bie gleiche unb anstänbige Behanb- lung erfahren werben wie bie Auslänber im Deutschen Reich. Es ist uns vollkommen gleichgültig, welcher Weltanschauung unb welcher politischen Ueberzeugung ber einzelne Auslänber in Deutschlanb hulbigt. Solange ber Ausländer in Deutschland sich im Rahmen der Gesetze bewegt, kann er für sich unb im Kreise seiner eigenen Lanbs- leute denken, was er will. Ich möchte annehmen, daß die Mitglieder der französischen ober englischen ober amerikanischen Kolonie in Berlin gute unb überzeugte Demokraten finb unb daß sie in ihren Vereinigungen dieser bemokrcttischen Ueberzeugung Ausbruck verleihen mit aller Leidenschaftlichkeit. So­lange sie die Demokratie vor ihren eigenen Lands­leuten preisen unb nicht das Reich verletzen, dessen

Unser Bild von der Ankunft Gauleiter Bohles zeigt von rechts: Baron Apor, stellvertretender Außenminister, bie Gattin des Gauleiters, Gauleiter Bohle unb rechts bahinter (im Zylinber) den deutschen Gesanbten in Bubapest, v. Erbmannsdorff. (Scherl-Bilberbienst-M.)

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sene Delbefriebungsabfommen, das ben Artikel 27 ber Verfassung von 1917 außer Kraft setzte, als nicht binbenb erklärt.

Um ben erwähnten Artikel 27, ber bie mexi­kanischen Bobenschätze nationalisiert unb ber überhaupt bie Grundlage ber gesamten mexikanischen Oelpolitik bilbet, finb jahrelang er­bitterte biplomatische Kämpfe geführt worben. Diese führten mehrfach fast zum Kriege mit den Vereinigten Staaten unb einmal zum Abbruch ber biplomatischen Beziehungen zu Englanb. Sollten ber Artikel 27 unb bie von ihm abgeleiteten Gesetze unb Ausführungsbestimmungen nunmehr tatsächlich ri­goros angeroenbet werben, bann mürbe ber größte Test ber 50 000 vor bem 1. Mai 1927 erworbenen Oelkonzessionen unb Cänbereien ber Einzie­hung burch ben mexikanischen Staat anheimfallen unb wahrscheinlich in ben Besitz ber Nationalen Erbölverwaltung" übergehen.

Angesichts bieser brohenben Gefahr ist es baher verständlich, daß bie 16 betroffenen auslänbischen Gesellschaften ihre Regierungen gebeten haben, auf biplomatischem Wege Einspruch gegen bas Vor­gehen ber mexikanischen Regierung zu erheben. Es muß erwähnt werben, baß von bem Artikel 27 ins­besondre bie amerikanischen Gesellschaften in ihrem Besitz bedroht finb. Die Engländer haben ihre Unternehmungen größtenteils von vorn­herein ober sehr früh als mexikanische Ge­sellschaften konstituiert unb burch bie Auf­nahme von Mexikanern in ihre Verwaltungsräte.

eine freiwillige Nationalisierung vorgenommen unb bamit dem Artikel 27 Genüge getan. Es liegt also bie Vermutung nahe, daß die Engländer bas Feld behaupten werben, und daß die Mexikaner mit ihrer Hilfe und unter Ausschaltung der Amerika­ner versuchen werden, endlich die seit langem an­gestrebte nationale Erdölindustrie zu schaffen, ein Ziel, das ohne fremde finanzielle unb technische Hilfe nicht erreichbar ist. Vorläufig finb jeboch bie Verhältnisse noch völlig ungeklärt, unb es ist un­möglich, sich aus ben vielen hier umlaufenben Ge­rüchten ein klares Bilb zu machen.

Im Interesse Mexikos ist zu hoffen, baß enblich ein bauerhaster Friebe in ber mexikanischen Pe- troleuminbustrie, bem wichtigsten Wirtschaftszweig bes Laubes, eintreten möge, bamit bas soziale unb wirtschaftliche Aufbauprogramm verwirklicht wer­ben kann, ohne burch bie Macht unb bie Intri­gen bes internationalen Oelkapitals behinbert zu werben.

Die Ludenfrage in Polen.

Warum fördern Amerika und England nicht die Auswanderung nach Uebersee.

Warschau, 24. Jan. (DNB.) Jrn Sejm rotes ber Referent Wojciechowski auf bie jübische Frage hin. Die polniscke Bevölkerung habe selbst zu wenig Raum im Laube, so daß Polen nicht

in ber Lage sei, seiner jungen Generation Arbeit unb Brot zu geben. Das Bewußtsein, daß sich gleichzeitig unter ben Polen ein völkisch und rassisch frernbes Element, bas bazu noch explosiv" sei, breit mache, fjabe in ber jungen Ge­neration einen Sturm gegen bie Juben ausgelöst, die sich am stärksten in den Städten Polens fest­gesetzt haben. Die Jugend werfe den staatlichen Be­hörden vor, Brot für diese fremdrassischen Menlchen und keines für die Kinder des polnischen Volkes zu haben. Den in den Nachkriegsjahren aus Sow­jet r u ß l a n d nach Polen gekommenen Juden ge­genüber habe der Staat keinerlei Verpflichtungen. Heute, wo Polen im eigenen Lande nicht Platz genug habe, müsse es seine Gastfreund­schaft diesen Juden gegenüber kün­digen. Man müsse energisch gegen das Auftreten gewisser Kreise m Amerika und England protestieren, die sich angeblich im Namen der Hu­manität als Verteidiger b tx Juben in Polen aufspielen. Polen forbere biereichen" Nationen, insbesondre Großbritannien auf, bie Juben aus Polen bet s i ch f e l b ft auizu» nehmen, ihnen bie Einwanberung nach Palästina unb in anbere noch wenig bevölkerte Ueberfeegebiete zu öffnen. Von den Juden :m Aus­lande und von ihren angelsächsischen Freunden er­warte man, daß sich ihreHumanität" auf diese Weise betätige.