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Nationalsozialistische Grundsätze in der Wirtschaftsführung.

Wirtschaftspolitik der NSDAP.

Als zweiter Redner gab Staatsrat Willi Bör­ger einen Ueberblick über das Wesen der national­sozialistischen Idee, über das Äirken des Glaubens und der Ehre. Der Leiter des Hauptschulungsamtes der NSDAP, stellvertretender Gauleiter Schmidt sprach über die Gemeinschaftsideen und Führer­prinzipien des alten Europa und des Nationalsozia­lismus und ihre Auswirkungen auf die Stellung der Wirtschaft im Gesamtleben der Völker.

Aus dem G a u H e s s e n - N a s s a u , der wieder am stärksten vertreten ist, nehmen unter Führung des Gauwirtschaftsberaters Eckhardt mehrere Gauhauptstellenleiter und Stellenleiter, 18 Kreis­wirtschaftsberater, neun DAF.-Walter der DAF.- Gauwaltung, Vertreter der HI., zwei Mitglieder der Gauführung der NS.-Frauenschaft sowie zahl­reiche nationalsozialistische Wirtschaftsfachleute, zu­sammen 191, an der Tagung teil.

Im Rahmen des Lehrganges, der sich über eine Woche erstreckt, findet eine Tagung der Gau­wirtschaftsberater statt. Jeweils nachmit­tags finden 50 Arbeitsgemeinschaften statt, die den Zweck haben, die Teilnehmer des großen Lehrgangs in Arbeitskreise von möglichst kleiner Kopfzahl zu­sammenzuführen und die Vertiefung und Nutz­anwendung der großen Vormittagsansprachen vor- zunehmen. Sie sollen insbesondere den Mann aus der Front und der Wirtschaftspraxis den Zusam­menhang zwischen seinen Erfahrungen und Auf­gaben mit den Grundlagen der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik Herstellen und ihn für die An­wendung dieser Grundsätze in seinem Wirkungs­kreis als Nationalsozialisten und Wirtschaftler aus­richten.

Gin Lahr Ernährungshilfswerk im Gau Heffen-Naffau.

Der Stand der Manl- nnd Klauenseuche.

Abnahme der Neuverseuchung. Die Impfung bleibt das beste Schutzmittel.

zweier weiterer Großanlagen in diesem Jahre folgen sollen. In den Städten Alsfeld, Alzey, Klein - Auheim, Bad - Nauheim, Bensheim, Bieber, Bingen, Dieburg, Friedberg, Geln­hausen, Gießen, Hanau, Langen, Limburg, Mainz, Neu - Isenburg, Oberlahnstein, Offenbach, Pfungstadt, Rüsselsheim, Seligenstadt, Wiesbaden und Worms wurde das Ernährungshilfswerk schon zur Tat. Mit der Aufnahme des EHW.-Betriebes in den übrigen Städten des Gaugebietes, die mehr als 3000 Einwohner haben, ist in allernächster Zeit zu rechnen. Fast alle Verwaltungsstellen und vor allem die Oberbürgermeister und Bürgermeister un­seres Gaues haben in anerkennenswertem Eifer den Anstrengungen der NSV. ihre Unterstützung zuteil werden lassen. Die Erwartungen werden nicht zu hoch gesetzt sein, wenn damit gerechnet wird, daß im Jahre 1938 voraussichtlich 20000 gemäste te Schweine der Fleisch- versörgung im Gau Hessen-Nassau zusätzlich z u g e f ü h r t werden. Die Hausfrauen haben in Erkenntnis der großen Bedeutung der durch die Sammlung von Küchenabfällen erhaltenen Werte dem Ernahrungshilfswerk ihre Unterstützung stets zuteil werden lassen. Ihre Mitarbeit wird auch weiterhin von ausschlaggebender Bedeutung sein. Ein Werk nationalsozialistischer Tat erfüllt seine Aufgabe zum Nutzen des deutschen Volkes.

Gastrecht sie genießen, ist uns das vollkommen gleichgültig.

Wir erwarten aber genau dasselbe Recht für unsere Reichsbürger im Auslande, und auf diesem Recht ist die Auslands-Organisation der RSDAP. ausge­baut. Auf Grund dieses Rechts schützt das neue Reich jeden seiner Bürger im Auslande und ist nicht gewillt, einen Reichsdeutschen ver­folgen zu lassen, nur, weil er Nationalsozialist ist. Wer aus solchen Gründen Reichsdeutsche im Anstande verfolgt, greift das Deutsche Reich an. Der Auslanddentsche wird ein wertvolles Bindeglied zwischen dem Reich und den anderen Bölkern der Erde bilden er wird als Sendbote des deutschen guten Willens am großen Werk des Friedens und damit an der Beseiti­gung des Bolkerhasses mi,arbeiten, der so viel Anruhe in das Leben der Menschheit hinein­tragt.

Die Ausführungen des Staatssekretärs wurden von stürmischem Beifall unterbrochen. Zum Schluß des Vortrages erhoben sich sämtliche reichsdeutschen Volksgenossen und brachten mit dem Staatssekretär Bohle ein dreifaches Sieg-Heil auf den Reichsverweser Ungarns und das un- gar i f ch e Volk aus. Gauleiter Bohle wurde von Ministerpräsident Dar a n y i, dem Außenminister K a n y a und verschiedenen Persönlichkeiten herz­lich beglückwünscht. Zu Ehren des Staatssekretärs gab Außenminister Kanya ein Abendessen, an dem die Regierung und zahlreiche Persönlichkeiten teil­nahmen.

Kamerad Norkus

Am 24. Januar jährte sich der Todestag des von Kommunisten ermordeten Hitler-Jungen Herbert Norkus. Aus diesem Anlaß veröf­fentlicht der Nationalsozialistische Gaudienst Hessen-Nassau nachstehenden Artikel.

24. Januar 1932. Ein Aufschrei ging durch die Reihen der nationalsozialistischen Bewegung in Berlin, als die schauerliche Bluttat bekannt wurde: Der Hitler-Junge Herbert Norkus von Kommunisten ermordet! Der Tod war kein seltener Gast in den Sturmkolonnen des Führers. Schon viele hatten ihren Einsatz für Deutschland mit dem Leben bezahlen müssen, weil Vaterlandslose das Dritte Reich fürchteten, das der Führer mit seinen Getreuen aufbaut. Herbert Nor­kus ermordet! Jeder fühlte: Hier hat die Un­natur Gestalt angenommen. Ein deutscher Junge fällt durch die Hand junger Menschen, die in der Vernichtung Deutschlands ihr Heil sehen und die um ihrer internationalen Weltanschauung gewissenlos zu Mördern werden.

Die Hitler-Jugend hatte sich- in dieser Zeit schon als Kampftruppe der Bewegung bewährt. Ihr Ein­satz bei allen Propaganda-Aktionen war deutlich fühlbar geworden. Ueberall, bei Versammlungen, bei Wohlschlachten hatte die Hitler-Jugend ihren Mann gestanden, und ihre Haltung gewann neue Anhänger, besonders in den Reihen der Jugend. So wurde die Hitler-Jugend in den Augen unserer Gegner eine Gefahr, und von dem Augenblick an, wo sie sich würdig in die Sturmkolonnen des Führers eingliederte, wurden auch Blut­opfer von ihr verlangt. Und doch wurde die Hitler-Jugend immer größer. Kein Befehl, kein Zwang bestimmte die Jugendlichen, sich ihr anzu­schließen. Gegen den Willen der Schule, oft gegen den Willen des Arbeitgebers und in vielen Fällen gegen den Willen der Eltern gliederten sie sich ein, einem inneren Befehl gehorchend. Dem Führer gehörte ihr Vertrauen. Aus ihrem Kampf aber er­wuchs ein unerschütterlicher Glaube an den Sieg der Bewegung, ein Glaube, der stärker war als der Tod.

Kamerad Norkus, an dem Tag, an dem du für Deutschland fielst, packte die Hitler-Jugend die Fahne noch fester und ihre Reihen schlossen sich noch enger zusammen. Dein Opfertod wurde S y nVb o l. Der Kampf gegen die Gegner unseres Volkes wurde noch unerbittlicher ausgenommen. Noch im gleichen Ähre konnte der Reichsiugend- führer dem Führer in Potsdam 100 000 Jungen und Mädel zum Appell melden. Der Kampf ging weiter, und immer war dein Name Fanal! Als die Hitler-Jugend dann nach der Machtübernahme zur gewaltigsten Jugendorganisation der Welt wurde, war es wieder dein Opfertod, der den jungen Kame­raden den Weg der Hitler-Jugend verdeutlichte und zum Erlebnis werden ließ. Du bleibst ewig un­vergessen!

Gedenkstunde der Hitlerjugend am sechsten Todestage Herbert Norkus'.

Berlin, 24. Jan. (DNB.) Am Abend des 24. Januar gedachte die Hitler-Jugend in einer würdi­gen Feierstunde an der Mordstelle ihres im Kampf für das Reich Adolf Hitlers gefallenen Blutzeugen Herbert Norkus. An der Gedenkstätte in der Zwinglistraße in Moabit waren die Ehrenabord­nungen sämtlicher Gliederungen und 800 Jungen vom Bann 200Herbert Norkus" aufmarschiert. Während die Fahnen sich senkten, legten Oder- gebietsführer Axmann und der zuständige SA.- Führer Lorbeerkränze nieder. Obergebietsführer Axmann sagte, entschlossen und mutig hätten Herbert Norkus und seine Kameraden, wo immer sie konn­ten, gezeigt, daß die Jugend Adolf Hitlers eines kämpferischen Sinnes sei.Das Opfer all der vielen Blutzeugen und auch das Opfer, das Herbert Norkus brachte, hat die Brücke zu einer neuen Zeit geschlagen.

Die Hitler-Jugend wird am Mittwoch, dem 26. Januar, um 21 Uhr, als Stunde der jungen Nation eine Reichssendung durchführen. Unter dem Titel:Mit 15 000 der tapfersten Soldaten (Ver­fasser: Hans Rehberg) werden spannende Hörszenen von dem mutigen und einsamen KampfLettow- Vorbecks um Ostafrika gesendet.

Neubau von vier nationalvoliiischen Erziehungsanstalten.

Berlin-, 24.Jan. (DNB.) In den Staatshaus­halt 1938 sind.die ersten Bauraten für vier Neu­bauten von nationalpolitischen Erziehungsanstalten eingesetzt worden. Es handelt sich um eine neue schlesische Anstalt, um eine Anstalt amStein- huder Meer (Provinz Hannover), eine Anstalt in der Nähe von Trier und einen umfassenden Neu- und Ausbau der Anstalt Neuzelle bei Frankfurt a. d. Oder.

Diese Bauvorhaben, die einen Kostenaufwand von etwa 12 Millionen Mark erfordern, werden in drei bis vier Baujahren fertiggestellt sein.

Lehrgang der Kommission für

B e r l i n, 24. Jan. (DNB.) Im Kongreßsaal des Deutschen Museums in München wurde der Lehr- gangder Kommission für Wirtschafts­politik der NSDAP, eröffnet. Fast 2000 Männer aus allen Arbeitsgebieten von Partei und Wirtschaft wurden dem Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik, Bernhard Köhler, gemeldet. Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, so führte er aus, ist der politische Gebrauch der wirtschaftlichen Fähigkeiten des deutschen Volkes. Gegen zwei Fronten galt es anzukämpfen: Erstens galt es, das Ansehen der wirtschaftspolitischen Führung an die Stelle eines überschätzten Ansehens der Wirt- chaft zu setzen, zweitens aber zu verhindern, daß der Begriff der Wirtschaftspolitik wiederum nicht von denen unterschätzt wurde, die etwa der Ansicht waren, Wirtschaft könne auf Befehl ge­macht werden. Diese Aufgabe mußte nach dem Prinzip der nationalsozialistischen Bewegung und Auslese durchgeführt werden. Früher verstand man unter Wirtschaftspolitik die Politik der wirtschaft­lichen Macht, die die Belange des Volkes sowohl wie die Belange der von ihr Unterdrückten und Ausgebeuteten mißachtet. Wirtschaftspolitik nach unserer Auffassung macht der, der Politik macht, d. h. der Führer, also auch nicht der Staat an sich. Sie hat nichts zu tun mit einem Wirtschaftssystem, mit einer Wirtschaftstheorie, mit dem Entwerfen und Durchführen von Plänen. Nicht Pläne machen den Wirtschaftsführer, sondern das Er­kennen der Ziele, zu deren Erreichung dann Pläne durchgeführt werden können und müssen. Wirtschaftspolitik ist diejenige politische Führung, die den Erfolg des Wirtschaftens für das Beste des Volkes einfetzt.

NSG. Als Ministerpräsident Generaloberst G ö - ring im Oktober 1936 die Mobilisierung aller Kräfte für einen neuen Vierjahresplan proklamierte, konnte niemand ahnen, wie sich die Maßnahmen auf den verschiedenen Wirtschaftsgebieten äuswirken würden. Ohne Beispiel und Vorbild war auch die angeordnete Sammlung der Küchenab­fälle und Speisereste zum Zwecke einer zusätzlichen Schweine m'a st. Diese Aufgabe war der NS.-Volkswohlfahrt übertragen worden. Es jährt sich jetzt der Tag, an dem der Gauleiter den Gauamtsleiter Haug zur Einrichtung des Er- nährungshilfswerkes durch die NSV. im Gau Hessen-Nassau veranlaßte. Durch den persönlichen Einsatz des Gauleiters und die Unterrichtung der Oberbürgermeister war die Unterstützung für die notwendigen Maßnahmen sichergestellt. Auf Anord­nung des Gauleiters wurde zunächst in Darm- t a d t versuchsweise mit der Eröffnung von Groß- n öftere! en begonnen. Der Appell an die Haus­rauen blieb nicht ungehört. Bereits im Juli/Auguft 1937 konnte in Darmstadt eine vorbildliche Mästerei in Betrieb genommen werden.

Durch das erfolgreiche Beispiel in Darmstadt an­geeifert, folgte die NS.-Volkswohlfahrt mit der Einrichtung des EHW. in den anderen Städten alsbald nach. Frankfurt hat die erfte Groß­mästerei in Betrieb genommen, der die Einrichtung

Berlin, 24. Jan. (DNB.) Die Maul- und Klauenseuche herrschte am 15. Januar 1938 in Deutschland in 263 Kreisen, 2 412 Gemeinden und 19 233 Gehöften. Der Stand vom 15. Januar 1938 ist besonders erfreulich, weil zum erstenmal ein gewisser Still st and und gleichzeitig eine Abnahme d e r Neuverseuchung feftzustelleü ist. Der heuttge Seuchenstand läßt sich freilich nicht ausschließlich als ein Erfolg der Ab­wehr buchen, sondern ist auch die Wirkung des Winters, der den Verkehr mit Menschen und Tieren auf dem Lande gerade in dem kalten und schneereichen Dezember eingeschränkt hat. Die Wir­kung der Abwehr ergibt sich aber deutlich aus der geographischen Ausbreitung der Seuche. Stark be­troffen sind Baden und die bayerische Pfalz, die den ersten Stoß aus dem Elsaß und Lochringen aufzufangen hatten, ferner Hessen, Franken und fast der gesamte Westen des Rei­ches.

Die Seuche tritt anscheinend in Süddeutschland mit mehr Verlusten als im Nordwesten des Reiches auf. Aus Norddeutschland melden große Gebiete mit starker Viehdichte den unverändert milden Cha­rakter der Seuche. Die Verluste sind nicht entfernt vergleichbar mit den Verlusten in den Nachbar­staaten. Während z. B. in Holland bis zum Jahres-

Am letzten Tag der gemeinsamen Tagung des Reichsnährstandes und des Forschungs­dienstes standen Fragen der deutschen Tier­zucht auf der Tagesordnung. Pros. Dr. Gärt­ner (Jena) behandelteDie tierzüchterische Aus­wertung der Milchleistungsprüfunge n". Das Gesetz über die pflichtmäßige Milchleistungs­prüfung hat sich soweit ausgewirkt, daß rund 65 v. H. der deutschen Milchkühe unter Kontrolle stehen. Bei der Auswertung dieses gewaltigen Materials für die praktische Züchtung muß auf gute Konstitution, d. h. Robustheit, Lebensfähigkeit und Fruchtbarkeit, genau so wie auf die Milch­leistung gesehen werden. Dem männlichen Tier darf bei der Züchtung nicht zuviel Bedeutung zugemessen werden, da ein erbsicherer weiblicher S t a m m die beste Grundlage für Erfolge der Zucht darstellt. Bei gleichem Futteraufwand und gleicher Viehzahl werde es uns durch Leistungssteigerung allein gelingen, die deutsche Fettlücke zu schließen. Prof. Dr. Schmidt (Berlin) sprach überDie Ergebnisse der Harnstoff- und Glycocol-Fütterung". Cs konnte festgestellt werden, daß in einer ganzen Anzahl von Versuchen ein Ersatz des Stickstoffes im Eiweiß durch Amidstickstoff möglich ist und daß dabei dieser Amidstickstoff nur 50prozentige Ver­wertung im Tierkörper erfährt. Auf Grund dieser

ende über 13 000 Stück Vieh der Seuche erlegen seien, sind in Deutschland bis zum 1. Januar rund 2100 Stück Großvieh, 3 400 Kälber und etwa 3 000 andere Kleintiere unter der unmittelbaren Wirkung der Seuche gefallen oder notgeschlachtet worden. Auch die Nachrichten über Nachkrankheiten lauten nicht besorgniserregend. Verglichen mit der Gesamt­zahl von 37 000 Gehöften sind also die Verluste ver­hältnismäßig gering.

Daß zu den umfangreichen Impfungen außerordentliche Mengen von Impfstoff benötigt werden, liegt auf der Hand. Alle Anstrengungen der Deterinärverwaltung gelten daher der E r - zeugung von Serum, das als Hochimmun- Serum auf der Insel Riems und in großem Aus­maß auch als RekonvaleszentemSerum von durch- geseuchten Tieren im Seuchengebiet gewonnen wird. Ungeahnten Umfang hat das Angebot von Mitteln gegen die Seuche angenommen. Etwa 700 Mittel sind in den letzten Monaten dem Reichs­minister des Innern empfohlen worden. Wie bis­her, kann neben der Impfung kein spezifi­sches Heilmittel gegen die Seuche angeboten werden. Zur Desinfektion eignen sich stark alkalische Flüssigkeiten, besonders einprozentige Natronlau-ge und dünne (fünfprozentige) Kalkmilch. Andere Des­infektionsmittel sind nicht anzuraten.

Erfahrungen müßte man auch zu einer anderen Be­wertung des in der Pflanze vorhandenen natür­lichen Amidstickstoffes kommen. Prof. Dr. B ü n g e r (Kiel) sprach überDie Berfütterung der Molke- reirückstände in der Aufzucht und Mast von heute". 12,8 Milliarden Liter entrahmter Milch fallen heute jährlich an, 74 v. H. in Molkereien, 26 v. H. in Bauernbetrieben. Ein Viertel der Ge­samtmenge wird dem menschlichen Verzehr und der Industrie zugewiesen, drei Viertel werden verfüttert. Das bedeutet also 280 000 Tonnen verdauliches Ei­weiß für die Haustiere. An Molken fallen 2,5 Mil­liarden Liter jährlich an, die einen Futterwert be­sitzen, der demjenigen von etwa 200 000 Tonnen Gerste entspricht. Dieses wertvolle in der Milchoer- arbeitung anfallende Eiweiß ist restlos in der Fütte­rung mit bestem Erfolg zu verwerten. Prof. Dr. Stahl (Ruhlsdorf) sprach überDie Möglichkeiten der Einsparung von Eiweihfuttermitteln in der Schweinefütterung". Soll die Schweinemast einiger­maßen wirtschaftlich bleiben, so ist eine Zufütterung von hochverdaulichem Eiweiß zur Erzielung eines hoben Nutzeffektes unbedingt notwendig. Ein ge­wisser Bedarf an tierischem Eiweiß, das in Form von Magermilch, Fischmehl, Blutmehl, Walfleisch- mehl gegeben werden kann, ist unbedingt nötig, während der hauptsächlichste Eiweißbedarf durch

Menschast und Praxis in der Landwirischast.

wirtschaftseigenes Futter gedeckt werden kann. Hkee gewinnt der Anbau von eiweißreichen Futterpflan­zen, unter denen besonders die Süßlupine zu nennen ist, große Bedeutung.

Prof. Dr. Mangold (Berlin) berichtete über Erfahrungen mit neuen Futtermitteln und mine- ralischen Zusatzmitteln". Prof. L e n-k a i t (Göttin­gen) sprach überDie heutige Bedeutung Hormon- und vitaminhaltiger Zusatzmittel für den Fütte- rungserfolg". Vitamine haben im Tierkörper jedes eine spezielle Bedeutung. Der Mangel eines ein­zigen Vitamines ist die Ursache gewisser Krank­heiten. Wir lehnen die Zuführung künstlicher Vita­minpräparate ab und führen durch entsprechende vielseitige Fütterung dem Tierkörper Vitamine in allen benötigten Formen zu. In einem gesunden Viehbestand sind jedenfalls diese künstlichen Präpa­rate zu entbehren. Prof. Dr. Ehrenberg (Bres­lau) berichtete über die neuzeitliche Fütterung der Arbeitspferde. Als letzter Redner des Tages hatte Dr. F a n g a u f (Kiel) sich das Thema Die Kleintierfütterung mit und ohne ausreichende Wirtschaftsfuttergrundlage" vorgenommen: ein Thema, das deshalb besondere Bedeutung bean- pruchen kann, weil die mangelnden Leistungen in erster Linie eine Folge der unzulänglichen Fütte­rung sind. Damit hat die Arbeitstagung des Reichs­nährstandes und Forschungsdienstes ihren Abschluß gefunden.

$aff erbauten in der Landschaft.

Keine Entseelnng der Natur durch unschöne Zweckbauten.

Berlin, 24. Jan. (DNB.) Der Leiter der Reichsstelle für Raumordnung, Reichsminister Kerrl, hatte Bertreter der beteiligten Reichs­ministerien, der Reichspost, des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe, des Reichsforstamtes, des Reichsarbeitsdienstes, des Generalinspekteurs für das deutsche Straßenwesen, des Reichsnährstandes, des Forschungsdienstes der Landbauwissenschaft, der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung zu einer Sitzung, die unter dem ThemaW a \ f e r bau in der Landschaft" stand, eingeladen. Staatssekretär Dr. M u h s betonte die Notwendig­keit der richtigen Wasserbewirtschaftung im Gefüge der gesamten Landschaftsgestaltung. Architekt Sei­fert (München) kennzeichnete die Gefahr einer Ent- eelung der Landschaft durch rationalistische Losun­gen der Verbauung von Wasserläufen. Er forderte die Beachtung der Naturgesetze in der Harmonie zwischen d-m Bewuchs und dem Wasser in der Landschaftsgestaltung. Professor Wiep- king-Jürgensmann (Berlin) forderte, daß alle fremden Eingriffe in den Boden durch die tech­nischen Anlagen des Verkehrs und der Städte nach bodenbaulichen Grundsätzen dem Raum ein­gefügt werden müßten. Die Gestaltung der Land­schaft müsse vornehmlich den bodenbaulichen, d. h. den wasserwirtschaftlichen und echten bäuerlichen Notwendigkeiten, die den Begriffsinhalt des Wortes vonWind und Wetter" ausmachen, angepaßt wer­den. Regierungsbaurat Ortleb (Gera) gab Ein­blicke in die wafferbautechnifchen Arbeiten des Weiß-El st er-Verbandes, bei denen die Forderungen der Landschaft berücksichtigt worden seien. Ministerialrat Schröder (Berlin) zeigte, daß die heutigen Kulturbautechniker die Notwendig­keiten der Landschaft weitgehend eingesehen haben. Bei der Enge unseres Lebensraumes sei intensiver Kulturbau unumgänglich: die Warnung vor Verstädterung und Versteppung werde gerabe auch vom Kulturbautechniker gehört werden, der in seiner Arbeit auf die Beachtung bäuerlicher Gesetze angewiesen sei.

Der Bürgermeister der Landgemeinde.

Berlin, 24. Jan. Unter dem TitelGroßstadt, ländliche Gemeinden und Staatsaufsicht" veröffent­licht Staatssekretär Dr. Stuck art in der Zeit­schriftDeutsche Verwaltung" (Verlag W. Kohl­hammer) einen aufschlußreichen Artikel, der sich ins« besondere auch mit den Problemen der Land­gemeinde beschäftigt. Der Verfasser lehnt ein Reichsschema für den Gemeindeaufbau angesichts der Mannigfalttgkeit der landschaftlichen, siedlungs­mäßigen und wirtschaftlichen Gegebenheiten ab und wünscht aus demselben Grunde, daß die Gemeinde immerGemeinde", also ein organisches Ganze bleibe. Zur Stellung des ehrenamtlichen Bürgermeisters führt er im besonderen aus: Worauf es allgemein ankommt, ist, den ehrenamt­lichen Bürgermeister alsbald von dem Uebermaß der Schreibarbeit und der mehr büromäßigen Ar­beit zu entlasten, die ihn heute seinem bürger­lichen Berufe in ständig steigendem Umfang ent«' ziehe. Die Lösung wird darin zu suchen sein,, daß ihm alsbald ausreichende, fachlich geschulte Hilfskräfte beigegeben werden, die sich in den Geschäften des Büros und der Kanzlei auskennen und diese Geschäfte ordnungsmäßig erledigen. Der fachlich geschulten, hauptamtlich angestellten Hilfs­kraft können dann vom Bürgermeister die Obliegen­heiten zur Vorbereitung oder Erledigung zugewiesen werden, die er ohne Beeinträchtigung seiner'Stel­lung und seiner Gesamtverantwortung aus der Hand geben kann. Erst' mit dieser Entlastung ist der Bürgermeister wieder in die Stellung gerückt, die er nach dem Sinn seines Amtes haben soll: ehrenamtlicher Führer und Vertrau­ensmann seiner Gemeinde zu sein, der nicht im Aktenberg untergeht, sondern feine Kraft dafür einsetzen kann, die Gemeinschaft der in der Gemeinde wohnenden Volksgenossen zu führen und immer fester zusammenzuschließen." Staats­sekretär Stuckart befaßt sich dann mit dem Umfang der Staatsaufsicht, stellt fest, daß die allge­meinen und besonderen Verwaltungsregeln des zu­ständigen Ministers bindend sind und spricht den Wunsch aus, daß die Gemeindeleiter vor grund­legenden Maßnahmen von sich aus den Weg zur Aufsichtsbehörde finden, um die Maßnah­men zu beraten und ihre Einordnung in int große Linie sicherzustellen.

polnische Llnebenheiien.

Der Kattowitzer Woiwode Graszynski tyat sich im polnisch-schlesischen Landtage gerühmt, daß die Wirtschaftslage erheblich besser geworden sei. Er sprach sich dafür aus, daß die öffentliche Bautätigkeit durch Bewilligung von 21 Mil» lionen Zloty (etwas über 10 Mill. RM.) noch weiter gefördert wird. Nun halten diese 10 Mill. RM. gar keinen Vergleich aus mit den gewaltigen Bauten und Bauvorhaben im Hoch- und Tiefbau Deutsch- Oberschlesiens. Aber eines ist doch sehr mißlich: daß noch heute in Polnisch-Ostoberschlesien 6 2 v. $ aller deutschen Arbeiter arbeitslos sind, während nach den Angaben Graszynskis di«