Ausgabe 
24.5.1938
 
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Wirtschaft.

Mein-Mainische Börse.

INittagsbörse: Aktien weiter schwächer.

Frankfurt a. M., 23. Mai. Die Haltung an den Aktienmärkten gestaltete sich auch zum Wochenbeginn schwächer, da gegenüber den sich fort- setzenden Abgaben aus Auswandererkreisen die Auf­nahmeneigung weiterhin schwach war. Nur verein­zelt erfolgten später auf dem ermäßigten Stand kleine Rückkäufe, eine Erholung trat aber kaum ein. Ach den meisten Marktgebieten stellten sich erneut durchschnittliche Rückgänge von 1 bis 1,50 v. H. ein. Stärker gedrückt waren Deutsche Erdöl mit 136 (138,50) und Conti-Gummi mit 201 (203). Am Montanmarkt Tagen Hoesch 1,25 v. Sy, Äse Genuß 1,65 v. Sy, Klöckner 1,25 v. Sy, Mannesmann 0,65 v. H., Laura- Hütte 1 v. H. und Verein. Stahl 1 v. Sy niedriger, letztere erholten sich wieder auf 107 nach 106. Elektropapiere gingen bis etwa 1 v. Sy, AEG. je­doch 1,25 v. H. zurück. Von Chemieaktien verloren Rütgerswerke 1,50 v. H., Scheideanstalt 1 v. H., hin­gegen waren IG. Farben 0,50 v. H. erholt aus 157. Auto- und Maschinenwerte schwankten bis zu 1 v. Sy, wobei BMW. und Demag je 1 v. Sy erholt waren. Behauptet lagen Reichsbank mit 191 und Westdeutsche Kaufhof mit 106,50 sowie Moenus- Maschinen ntit 135,25.

Der Rentenmarkt blieb von der Aktien­schwäche weiterhin unberührt, das Geschäft war allerdings auch nur klein. Reichsanleihe-Altbesitz knapp gehalten mit 133,25 (133,40), andererseits Reichsbahn-DA. 0,25 d. Sy höher mit 126. Kornrnu- nal-Umschuldung stellten sich zunächst auf 96,10. Der Pfandbriefmarkt war wenig verändert, Liqui­dationswerte bröckelten z. T. bis 0,25 v. Sy ab. Stadtanleihen notierten zumeist unverändert, Jn- dustrre-Obligationen gaben eher etwas nach. Staats­papiere lagen unverändert. Reichsbahn-VA. 125,90 nach 126.

In der zweiten Börsenstunde traten auf Teil­gebieten leichte Erholungen ein, da aus Bankkreisen Meinungskäufe vorgenommcn wurden. Sie waren aber von nur kleinen Umsätzen begleitet und führten auch nur zu Besserungen um Prozentbruchteile, weil im übrigen die Zurückhaltung fortbestand. Besser erholt waren Deutsche Erdöl mit 137,75 nach 136, 0,25 bis 0,50 v. Sy höher lagen Mannesmann, Daimler und Moenus. Von erst später notierten Werten ermäßigten sich Feldmühle-Papier auf 133 (135), Zement Heidelberg auf 155,50 (157) und Eßlinger Maschinen auf 115 (116,25). Auch der Einheitsmarkt war noch vorwiegend schwach.

Im Freiverkehr war das Geschäft gering und demzufolge die Kurse fast unverändert. Man nannte u. a. Dingler mit 95,50, Elsäss. Bad. Wolle mit 87, Verein. Fränk. Schuh mit 83,50 und Ufa mit 70. Tagesgeld ermäßigte sich auf 2,25 (2,50) v. Sy _______________________________

Abendbörse leichte Erholungen.

Bei kleinen Umsätzen zeigte die Abendbörse im Anschluß an den Mittagsschlußverkehr eine weitere Beruhigung und auf kleine Rückkäufe vornehmlich von Bankseite und des Berufshandels mäßige Er­holungen, womit aber der Berliner Schlußstand nicht immer erreicht und nur teilweise leicht über­schritten wurde. Ueber den durchschnittlichen Rah­men von 0,25 bis 0,50 v. Sy hinaus erhöht waren Adlerwerke Kleyer mit 118,25 (117), Buderus mit 118,25 (117,25), Deutsche Linoleum mit 172 (171) und Reichsbank mit 191,75 (191). Im einzelnen besserten sich u. a. IG. Farben um 0,40 v.H. auf 157,40, Bemberg um 0,50 v. Sy auf 145,50, Jung- Hans um 0,50 v. Sy auf 118,25, Lahmeyer um 0,50 d. Sy auf 130,25, Hoesch um 0,50 v. Sy auf 111,50, während Rheinmetall mit 143,75, Verein. Stahl mit 107, Licht und Kraft mit 140,50 und AG. für Ver­kehr mit 135 je 0,25 v. Sy und von Bankaktien Ber­liner Handelsgesellschaft nach Pause mit 125 um 1 d. H. abbröckelten. Von Jndustriewerten des Ein­heitsmarktes erholten sich Seil Wolff auf 114 (113). Renten lagen sehr ruhig, 6 v. H. IG. Farben wur­den zum Mittagskurs von 129,80 gefragt. Kommu- nal-Umschuldung nannte man mit 96,13.

Die Oberhessische Viehoersicherungsanftalt Gidßen hielt am Sonntagnachmittag bei Faulstich ihre dies­jährige Hauptversammlung ab.

Der Direktor, Dr. med. vet. van Bentheim (Gießen), gedachte zunächst der verstorbenen Ver­treter Freund s e n. (Alten-Buseck) und Greif (Alsfeld). Gleichzeitig gab er bekannt, daß Bezirks­bauernführer Bürgermeister Wilhelm Metzger (Röthges) mit Rücksicht auf seine Gesundheit und wegen Ueberbürdung im Amte den Vorsitz des Auf­sichtsrates niedergelegt hat. Der Direktor sprach ihm den Dank der Mitglieder für die der Anstalt geleisteten Dienste aus.

Aus dem von Direktor Dr. v an Bentheim erstatteten Jahresbericht für 1937 ging u. a. her­vor, daß der Geschäftsbetrieb eine weitere Aus­dehnung erfahren hat. 234 Diehbesitzer sind in die­sem Jahre eingetreten. Das Versicherungskapital betrug 4 008 500 Mark gegen 3 562 575 Mark im Vorjahr. An Beiträgen gingen einschl. 10 231,36 Mark aus dem Nichtmitglieoergeschäft 185 315,46 Mark ein. An Mitglieder wurde eine Rückvergütung in Höhe von 6545,20 Mark 3,9 v. Sy der Prämien bezahlt. Versichert waren von Mitgliedern 4551 Pferde, 916 Stück Rindvieh und 106 Leibesfrüchte, von Nichtmitgliedern eine Reihe kurzfristiger Vor-

$tanffurfer Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 23. Mai. Es notierten (Ge­treide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in NM.: Weizen W 13 210, W 16 213, W 19 217, W 20 219, Roggen R 12 190, R 15 193, R 18 197, R 19 199 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisqebiete. Futtergerste, Futterhafer. Wei­zenmehl Type 812 W 13 29,50, W 16 29,60, W 19 29,60, W 20 29,95, Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Müh­lenstation. Soyaschrot, Palmkuchen, Erdnuß­kuchen, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeuger­station.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 24. Mai. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 887 Rinder (215 Ochsen, 168 Bullen, 377 Kühe, 127 Färsen), 1125 Kälber, 57 Schafe und Hämmel, und zirka 1000 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 30 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 28 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 35 bis 50, Schafe 35 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel­mäßig.

sichtsmaßnahmen. Entschädigt wurden an Mitglieder 267 Pferde, 34 Stück Rinder und 17 Leibesfrüchte mit einem Gesamtbeträge von 145134 Mark. An Nichtmitalieder wurden 3538,34 .Mark Entschädi­gungen bezahlt. Der Erlös aus verwertetem Vieh betrug aus der Mitglieder-Versicherung 22 897,38 Mark, aus der Nichtmitglieder-Dersicherung 322,34 Mark. Der Direktor schloß seinen Bericht mit dem Hinweis auf die wertvolle gemeinschaftliche Hilfe und stellte dann in seiner Vorschau auf das neue Geschäftsjahr fest, daß das Geschäft an kurzfristigen Versicherungen, namentlich auch den Kreisen der Nichtmitglieder, einen guten Anfang genommen habe.

Der vom Reichsaufsichtsamt mit der Prüfung be­auftragte Bücherrevisor Jäger (Gießen) erstattete den Rechnungsbericht. Danach schließt die Bilanz in Aktiven und Passiven mit 83 652,52 Mark ab. Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt in Ein­nahmen und Ausgaben mit 221940,92 Mark.

Dem Vorstand wurde anschließend einstimmig Entlastung erteilt. Der Direktor dankte allen seinen Mitarbeitern und Mithelfern, besonders dem stell- verttetenden Direktor Hoffmann V. (Lollar) und Bücherrevisor Jäger für die der Anstalt geleiste­ten Dienste.

Die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder be5 Aufsichtsrates Kalbfleisch (Gleimenhain), Herrn. Jhring (Lich) und Schmidt (Wachenbuchen) wurden wiedergewählt. Für Bezirksbauernführer Metzger (Röthges) trat Bürgermeister Stroh (Brauerschwend) neu in den Aufsichtsrat.

Zum Schluß wies Direktor Dr. van Bent, heim noch auf die Bedeutung der gemeinnützigen Arbeit der Anstalt zum Wohle der Bauern hm, die sich in der Anstalt bewährt und ihr gryßes Ver­trauen eingebracht hat.

4 Bootshäuser und 70 Paddelboote durch Feuer zerstört.

Lpd. Frankfurt a. ®t., 23. Mai. Am Montag gegen 6.30 Uhr entstand in den Bootshäusern des Rudersportoereins Teutonia an der Uferstraße zwischen Sachsensachsen und Oberrad ein Groß feuer. In kurzer Zeit waren die drei Paddelhäuser in einer Gesamtausdehnung von 500 Quadratmeter niedergebrannt; auch das Wirtschafts­gebäude wurde zum größten Teil zerstört. Den Flammen fielen 70 Paddelboote zum Opfer. Der Schaden wird auf 20 000 Mark geschätzt. Als Entstehungsursache vermutet man Funkenslug aus einem über die Brücke fahrenden Zug.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

3t. 200. Nach dem Gesetz über den Ausbau der Rentenversicherung vom 21. 12. 1937 müssen zur Aufrechterhaltung der Anwartschaft in der Sudo* lidenversicherung für jedes Kalenderjahr mindestens 26 Wochenbeiträge entrichtet werden; sonst erlischt die Anwartschaft aus den für die Zeit bis zum Beginn des laufenden Kalenderjahres ent­richteten Beiträgen. Diese Bestimmung, gilt ab 1.1. 1938. (

Rundfunkprogramm

Mittwoch, 25. Mai.

5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Mor­genlied, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkon- zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäder­konzert. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schul­funk. 11.40: Volk und Wirtschaft. Vom Kakao zur Schokolade. 12: Werkskonzert. ,13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Garnierte Platte. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Pimpfe wie sie keiner kennt. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.45: Fliegendes Deutschland. . 19: Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21.15: Klang der Landschaft:Alt-Frankfurt". Von Dr. Alfons Paquet. 22: Nachrichten. 22.15: Von Bres^ lau: Zum Deutschen Turn- und Sportfest. 22.30*: Klingendes Band aus dem Alpenland. 24 bis 3: Nachtmusik.

Hauptversammlung der OberhesMen Biehversicherungsanstalt.

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