M.70 Erstes Blatt
|88. Jahrgang
Donnerstag, 2^. Mürz 19Z8
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Die Bewegung tritt zum Wahlkampf an.
Der Generalappell im ganzen Reich. — Einsatz bis zum letzten für Führer und Volk.
Berlin, 23. März. (DNB.) Weißes Scheinwerferlicht flutet auf die graue Riefenfront der Deutfch- landhalle in Berlin. Hoch oben wehen die Hakenkreuzbanner im Abendlicht. Der weite Platz vor der Halle ist erfüllt von anrückenden Kolonnen. Lautsprecher lassen ihre Weisen über den von hellem Licht erfüllten Platz schallen. Weiße Kreidestriche und Richtungspfeile zeigen die Sammelplätze an. Drinnen im riesigen Oval schallt Musik, und tausendfach erfüllt das gedämpfte Stimmengewirr die Halle. Da sitzt in der ersten Reihe die Oberste SA.-Führung, dahinter Tausende von Männern der Sturmabteilungen. Auf den sich weit dahinziehenden Rängen das Schwarze Kor pF, daneben die hellen Blusen der P o l i t i s ch e n L e i - ter, die graugrünen Mäntel des NSKK., Blaugrau die F l i e g e r, und unter der in Tannengrün golden eingelassenen Rieseninschrift „Ein Volk,' ein Reich, ein Führer", füllen sich die Reihen mit den
Spendet für Oesterreich!
Berlin, 23. Marz. (DNB.) Alle deutschen Bolksgenofsen sind aufgerufen, mitzuhelfen an der Linderung der Rot im Lande Oesterreich. Geldspenden sind zu zahlen auf das Konto „Oe st erreich" bei allen Dienst- stellen des Wh 7V. ober bei allen in der Reichsgruppe Banken zusammengeschlossenen Kredit- i n st i t u t e n (Banken, Girozentrale, Sparkassen, Gir-pkassen, gewerbliche und landwirtschaftliche Kreditgenossenschaften) und bei allen Postämtern.
erdbraunen Mänteln des Arbeitsdienstes. Darunter, flankiert von den goldenen Hoheitsadlern der NSDAP., nehmen die Ehrengäste Platz. Die roten Mützenüberzüge der hohen SA.-Führer leuchten um die Wette mit den breiten roten Streifen der Generalstäbler. Sparsam ist der Riesenramn geschmückt. Die Stirnseite beherrscht ein großer Baldachin über dem Rednerpult, über dem stolz ein großer goldener Adler die Schwingen breitet. Uniformen! Uniformen! Man sieht niemanden in Zivil; alles nur Männer. Sie vertketen die ungeheure Kampfkraft des neuen Deutschlands, mobilisiert zu einem jener gewaltigen Sturmangriffe, wie sie immer wieder von der braunen Armee Adolf Hitlers vorgetragen wurde. Ruhige Kraft, gelassener Stolz beherrscht alle. 20 000 SA.-Männer, 8000 Politische Leiter, 8000 NSKK.-Männer, 2000 Mann ff und 500 Flieger sind versammelt und mit ihnen vordem Haus und im ganzen Reich draußen Hundert- tausende von Kameraden, die der gleiche Kampfgeist erfüllt. — „Achtung! Kommandostelle Deutschlandhalle!" — Ein Kommando geht durch alle deutschen Gaue. Die Spielleute und der Musikzug der Standarte 2 (Kütemeyer) setzen ein. Dr. Goebbels ist angekommen. Die Korpsführer Hühnlein und Christiansen und ff-Gruppenführer Schmitt, Chef des Personalamtes der Reichsführung ff — er vertritt den Reichsführer ff — gehen dem Reichspropagandaleiter entgegen. Dann trifft Stabschef Lutze ein. An seiner Seite schreitet Dr. Goebbels mit den übrigen Führern der Kampfgliederungen der NSDAP, die Front ab. Dann treten sie ein.
„Augen rechts!" hallt das Kommando drinnen. „Durch Groß-Berlin marschieren wir — für Adolf Hitler kämpfen wir." Zehntausende singen es hier, Millionen draußen im ganzen Deutschen Reich singen mit. Durch den Mittelgang auf dem breiten roten Teppich kommt der 'Reichspropagandaleiter mit den Formationsführern. An den Fahnen, die mit blitzenden Spitzen erhoben sind, vorbei treten sie zu ihren Plätzen.
Stabschef Lutze spricht.
Der stellvertretende Gauleiter des Gaues Berlin der NSDAP., Görlitz er, eröffnet den Generalappell. Dann steht als erster oben Stabschef Lu tz e. Bor uns liegen Tage verstärkten Einsatzes, so sagt er, höchster Hingabe und letzter Pflichterfüllung. Es gilt, die Herzen des großdeutschen Volkes zu mobilisieren. Es gilt den Einsatz für die nationalsozialistische Idee. Es gilt, einer Welt zu zeigen, daß dort, wo deutsche Herzen schlagen, dort, wo deutsches Blut in den Adern deutscher Menschen pulst, ein einziges Bekenntnis zu Deutschland und seinem Führer ist. Großdeutschland ist Wirklichkeit geworden. Die Sturmfahnen der Bewegung flattern heute auch in Deutsch-Oesterreich. Und die Welt darf überzeugt sein davon: wo die Fahnen und Standarten der Sturmabteilungen des Führers einmal gefetzt sind, wird sie keine Macht der Welt mehr entfernen! Die nationalsozialistische Weltanschauung ist nicht die Idee einiger Weniger, sondern das Bekenntnis eines ganzen Volkes. Es ist an uns, die Herzen auch der letzten Volksgenossen in Stadt und Land, in allen Gauen unseres großdeutschen Vaterlandes auf die Stunde vorzubereiten, für die der Führer sein Volk gerufen hat. Ich erwarte, daß jeder einzelne von euch sich bis zum Letzten einsetzt.und seine Pflicht tut, getreu der in Kampf und Not gewordenen Tradition der nationalsozialistischen Sturmabteilungen.
Wenn dann am 10. April 1938 die Welt das Treuebekenntnis des deutschen Volkes zu seinem Führer vernommen haben wird, wird euch das der schönste Lohn für euren Einsatz sein.
Korpsführer Hühnlein fordert dann die NSKK.-Männer auf, das Lied ihrer Motoren mit ehernem Rhythmus durch Stadt und Land bis hinein ins entlegenste Dorf erklingen zu lassen. „All unsere Zeit, all unsere Kraft gehört bis zum 10. April allein dem einen Ziel! Und wenn der Tag der Entscheidung naht, dann gilt es, mit dem letzten Kraftfahrzeug den letzten Wähler in Stadt und Land an die Wahlurne heranzuziehen. Allen Kranken, Siechen und von der Last der Jahre Gebeugten zeigt euch dabei mit fürsorglicher Umsicht als Helfer und Freund. Dies ist die besondere Aufgabe für euch Männer der motorisierten Gliederung der politischen Armee im Rahmen des großen Ganzen. Erfaßt sie in der ganzen Erhabenheit ihrer Bedeutung mit kampfesfroher Verantwortung, und erfüllt sie mit leidenschaftlicher Hingabe!"
Der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, C h r i -
st i a n f e n , gibt nun den Männern der jüngsten Parteigliederung die Befehle für den beginnenden Kampf.
Dann bringt aus den Lautsprechern die Stimme des Reichsführers Himmler von der Donau herüber. Er spricht aus Wien und rief jj und Polizei dazu auf, den ganzen Ehrgeiz daranzufetzen, daß sowohl die großen Kundgebungen wie auch die des Führers und seiner Mitkämpfer ein Muster friedsamer Ordnung und reibungsloser Harmonie abgeben. „So geht nun, ihr Männer der jfr und der Polizei", schloß Himmler, „in allen Städten und Dörfern des weiten deutschen Vaterlandes an die herrliche Aufgabe heran, die euch gestellt ist, tragt dazu bei, daß das deutsche Volk in einer noch nie dagewesenen Einigkeit im Bekenntnis zu Deutschland und seinem Führer am 10. April einen kleinen Teil des tiefen Dankes abträgt, den wir alle unserem Führer schuldig sind." So hat jede Formation ihren Befehlshaber gehört. Dann donnert wie ein Wetter der Sturm auf, welcher Dr. Goebbels gilt.
Die Welt will die Wahl
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und sie soll die Wahl haben!
Reichspropagandaleiier Or. Goebbels spricht in der Oeutschlandhalle.
In seiner Rede führte Reichsminister Dr. Goebbels aus: Eine geschichtliche Stunde vereint Millionen Männer als wahre Kämpfer des Führers und feiner uns alle bewegenden Idee nach dem Abschluß eines historischen Werkes, das feit vielen Generationen und vielen Jahrhunderten der Traum und die Sehnsucht aller Deutschen und aller wahren Patrioten war. Ströme von Blut und Tränen sind um dieses heiligen Zieles willen geflossen, und nun ist es glückhafte Wirklichkeit. Was viele von uns noch vor zwei Wochen für Utopie gehalten hätten, ist die Realität von heute!
Das alles war unb ist bas Werk eines W a n n e s, feines Mutes unb feiner Beffänbig- keii. Es war fein Glaube, ber bie Berge bes Wiberstanbes unb ber Welifeinbfchafi gegen biefes Ziel verfehl Hal. Unb nun ruft er uns, feine allen Mitstreiter. An uns ergeht fein 21 p pell, ben wir nun als Appell bes Führers an bie Ration weitergeben fallen unb weitergeben muffen. Gewiß, für uns hätte es biefer Abstimmung nicht beburff. Wir brauchen bem Führer unsere Treue unb Gefolgschaft nicht mit bem Stimmzettel zu beweisen. (Beifall!) Wir haben ihm biefe Gefolgschaft seit Jahren unb Jahren bewiesen burch unsere Treue, burch unseren Gehorsam, burch unseren Fleiß, burch unsere Disziplin, burch bas Blut ber Bewegung unb burch Berge von gefallenen kameraben, bie wir in bie Gräber senkten. Auch unser Bolk bebarf biefes Beweises nicht mehr. Aber eine neibische unb mißgünstige Welt will sich nur burch Zahlen überzeugen lassen. Sie will bie Wahl, unb s i e soll bie Wahl haben! (Tosenber Beifall!)
Uns braucht der Führer nicht zu rufen, wir kommen von selbst. (Erneuter stürmischer Beifall!) Aber nun hat er uns aufgetragen, das Volk zu rufen! Und das versprechen wir ihm: Dieser Ruf wird von uns
ausgenommen und bis zum 10. April bis in das letzte Dorf und bis in die letzte Hütte hineingetragen werden, so laut und so vernehmlich, daß niemand ihn üb erhören kann. Denn wir wissen, wir rufen damit im Namen des Führers und im Namen der großen deutschen Nation, die durch ihn geführt und repräsentiert wird. Ihr seid das Volk, und darum könnt ihr zum Volke sprechen. Ihr müßt in diesen Tagen und Wochen die beredten Apostel des Führers und seiner großen Idee sein. Denn schwere Tage und Wochen werden für euch anbrechen. Es wird uns auch diesmal nichts geschenkt werden. Wir müssen uns wie früher alles erarbeiten und alles erkämpfen. Ihr werdet wieder einmal wie so oft auf Erholung, Familie, Frau und Kind verzichten müssen, werdet das Vaterland über alle eigenen und privaten Wünsche stellen, werdet die alten KampfgarÄisten des Führers sein müssen, in vielen Schlachten erprobt, gehärtet in Gefahren und geschmiedet in Sorgen unb Entbehrungen. Ihr redet nicht in rauschenden Massenversammlungen, umtost vom Jubel der Tausende und Zehntausende, ihr seid die stillen, bescheidenen aber stolzen und selbstbewußten Propagandisten des Führers auf den Äraßen, in den Wohnungen, auf den Arbeitsstellen und in den Büros. Ihr werdet für den Führer eintreten müssen mitten im Volk, da wo ihr steht. Denn ihr seid der beste Teil dieses Volkes. Mit dem Führer haben wir das Reich unb das Volk erobert, mit dem Führer haben wir das Reich und den Sieg gesichert! Ihr Kampfsoldaten der nationalsozialisti- scheu Bewegung im ganzen großen Reich — erhebt euch, hebt hoch die Herzen und hebt hoch die Hände und ruft mit mir: Der Führer — „Sieg-Heil!".
Wie mit einer einzigen Stimme fallen die kampferprobten Garanten der Hiklersiege mit dem Deutschlandlied ein, und dann braust hoch das Lied Horst Wessels durch die Deutschlandhalle. Der Führer der SA.- Gruppe Berlin - Brandenburg, Obergruppenführer von Jagow, entläßt die Gliederungen mit kurzen, straffen Schlußworten.
Deutschland ist ganz anders.
Mit österreichischen Arbeitskameraden in den Straßen Wiesbadens.
NSG. Seit Dienstag abend weilen taufend Arbeitskameraden aus Oesterreich im Gau Hessen- Nassau. Damit sind die ersten österreichischen KdF.- Fahrten gestartet und unsere Brüder aus Oesterreich können an Ort und Stelle die in Deutschland wirklich herrschenden Verhältnisse kennen lernen. Wir sind einen Vormittag lang mit ihnen durch die Stadt und durch Betriebe gegangen, um ihnen alles zu zeigen — und was wollten sie nicht alles wissen!
Da waren zuerst die Lügen der Judenpresse, daß wir nichts zu essen hatten, daß es vor allem kein Fleisch in Deutschland gäbe. Schon ein kleiner Gang durch die Straßen Wiesbadens überzeugte sie von dieser faustdicken Lüge. Zum erstenmal war ihr Glaube an diese Meldungen erschüttert worden, als die deutsche Wehrmacht einzog und unsere deutschen Soldaten nicht ausgehungert, sondern mit dicken Backen und prachtvoller Haltung einmarschierten. So bröckelte Stück um Stück des Lügengebäudes ab, das jüdische Drahtzieher, die bei der Machtergreifung des Nationalsozialismus geflüchtet waren, vor ihnen aufgerichtet hatten.
Keine 24 Stunden sind sie in Deutschland und schon sehen sie klar, wie man sie belogen und verhetzt hat. Ich habe nie Menschen getroffen, die mit mehr Glauben und Vertrauen in die Zukunft blicken, als diese Arbeitskameraden aus dem befreiten Oesterreich. Man sieht ihnen die Not der letzten Jahre noch an, man sieht, daß sie
Hunger gelitten haben, man spürt aus ihren Worten, wie sehr sie geknechtet und zugrunde gerichtet worden waren. Aber trotzdem sind es Kerle geblieben! Wenn man sie nach den letzten Wochen fragt — es sind alles Linzer —, so findet keiner Worte, um den Jubel zu schildern und uns klar zu machen, wie sehr dieses Erlebnis jeden einzelnen ergriffen hat.
Ein SA.-Mann, er hat ass einziges Uniform- stück hohe Stiefel, erzählt von dem Kampf, von der Not und dem Elend. An der Arbeitsstätte waren Hetze und Terror, wie schwer mag hier die Arbeit gewesen sein. Dann aber spricht er von den letzten Tagen, von der Spannung und der Hoffnung der Nationalsozialisten und von der Befreiung. Dann gehe ich neben einem anderen — er war Sozialdemokrat —, er sagte es gleich, nicht als Entschuldigung, sondern er will nun wissen, w i e es wirklich aussieht. Ich verstehe ihn, wenn er sagt, daß er sich nicht gleich innerlich ganz- umstellen kann, weil in ihm ja das alte Gift sitzt. Wie bitter sind seine Worte, wenn er von der Enttäuschung spricht, die er Stunde um Stunde erlebt, wo er hier nachprüfen kann, was seine Funktionäre und seine Presse ihm vorgelogen haben. Er weiß auch, daß der Führer einzig und allein durch sein schnelles Eingreifen ein grauenhaftes Blutbad verhindert hat. Deutschland ist ganz anders, das weiß er schon jetzt, als man es ihm und Tausenden seiner Kameraden dargestellt hat.
DerWeg zumilO. April.
Deutschland durchlebt historische Stunden: ben Vormarsch zum großdeutschen Dolksreich, von dem Generationen geträumt haben, das nun durch Adolf Hitler Wirklichkeit wurde. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat in feiner großen Rede im traditionellen Sportpalast dieser Bewegung für die Abstimmung am 10. April einen Auftakt gegeben, der in jedes Herz die Verpflichtung der Deutschen geschrieben hat. Es war eine Rede von geschichtlichem Denken getragen, gleichzeitig aber auch dem einfachsten Volksgenossen verständlich durch Beispiele und Vergleiche, immer abgestellt auf den Begriff der Tat und der Treuen Kein Wunder, daß Dr. Goebbels mit feinen Worten helle Begeisterung entzündet hat. Das bezeugen besonders die Berichte aus Oesterreich, wo die Worte des Redners am Rundfunkgerät ebenso spannend verfolgt worden sind wie bei uns im alten Reichsgebiet. Die Welle der Versammlungen wird nun nach der Kundgebung im Sportpalast und nach dem Generalappell der Aktivisten in der Deutschlandhalle bald zu ihrem Höhepunkte steigen. Dieser wird erreicht sein, wenn der Führer selbst in den Kampf eingreift. Der Marsch zum 10. April wird ein Siegeszug der nationalsozialistischen Idee durch alle deutsche Herzen, er wird der Einheit der Nation und der Größe des ewigen Deutschland gewidmet sein!
Reichsminister Dr. Goebbels hat in überlegener Ironie die Einwände des Auslandes gegen das werdende Großdeutsche Reich ebenso abgetan wie die Bedenken etwelcher Besserwisser. Der Marxismus tat den Siegermächten den Gefallen, dieses arme und zertretene Reich zum Tummelplatz von Experimenten und Klasfenkämpfen zu machen, bei denen die Internationalisten aller Rassen ihre Freude haben mochten. Nun entdeckte man im Auslande die Verschiedenheit der deutschen Landschaften, die Rheinlandzone, die nicht wieder „unter den preußischen Kommißstiefel" kommen sollte, die Mainlinie, die sich zur Trennung von Nord und Süd trefflich zu eignen schien, den konfessionellen Gegensatz, der ausgerechnet in Deutschland ausgetragen werden sollte, um den einheitlichen Nationalgedanken nicht aufkommen zu lassen. Als das österreichische Deutschtum seinen Drang zum Reich stürmisch bekundete, erfand man den „österreichischen Menschen", der etwas so Besonderes sein sollte, daß die Gegner Deutschlands ihre helle Freude an ihm hatten. Pariser Blätter sahen in dieser Spezies des Deutschtums das beste Hindernis gegen den Durchbruch des Totalitätsgedankens in Europa.
Dr. Goebbels hat in seiner Rede von der V i e (• geftaltigfeit unseres Volkstums gesprochen, das keineswegs durch eine öde Zentralisation erdrückt werden soll. Der nationalsozialistische Staat hat durch seine Gesetzgebung und durch seine Verwaltungsreformen klar genug bewiesen, daß die Eigenarten der deutschen Stämme und ihrer Landschaften verständnisvoll gewahrt bleiben. Die Vielfarbigkeit des deutschen Volkslebens muß vielmehr zu einem Element von kultureller Entfaltung und dadurch zu einer Befruchtung des gesamtdeutschen Lebens führen. Man frage die Schlesier, die auch lange Zeit von Wien aus regiert worden sind, ob sie durch Preußen und Deutschland um ihre Eigenarten gebracht worden seien. Oder man gehe in das Rheinland, um sich davon zu überzeugen, ob die rheinische Art durch den Zusammenschluß in einem einigen Reich gelitten habe. Unser Führer hat seine Bewegung zuerst in Bayern aufgebaut, seine eigene Heimat ist der bayerischen Grenze nahe benachbart. Schon im ersten Satz seines Buches „Mein Kampf" hat er die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten als eine von den Jüngeren mit allen Mitteln durchzuführende Lebensaufgabe geschildert.
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Nun ist es so weit gekommen. Einer Volksabstimmung bedürfte es eigentlich nicht. Das Volk hat schon gesprochen, an der Donau wie am Main und an der Spree. Soldaten, Arbeiter, Politiker, Junge und Alte sind hingerissen und begeistert von der Größe dieser Tage. Ein neues Deutschland, ein Staat der sozialen Gerechtigkeit und der Zukunft hat sich den österreichischen Brüdern geöffnet, in ben sie mit übervollem Herzen hineinströmen, subelnd begrüßt. Wenn wir am 10. April zur Volksabstimmung und zur Reichstagswahl schreiten, so vor allem deshalb, um den böswilligen Zungen des Auslandes das Mundwerk zu stopfen, als fei hier in Deutschland ein Gewaltstreich begangen worden, um sechseinhalb Millionen Menschen gegen ihren Willen in das Großdeutsche Reich hineinzupressen. Darauf wird eine sehr deutliche, eine einmütig^ und freudige Antwort erteilt werden! Deshalb blickt die ganze Nation mit stolzem Herzen dem 10. April, dem Tage des großen Bekenntnisses entgegen, deshalb ist der Wahlkampf, den sie nun durchlebt, für jeden Deutschen eine Herzenssache.
Er hat den Willen, an dem neuen Aufbau mitzuarbeiten, und er hat den Glauben an eine bessere Zukunft.
Keiner kann die Ereignisse vom 11. und 12. März schon richtig fassen, sie schildern nur immer unb immer wieder, wie das ganze Volk aufstand, wie ihre Heimat endlich frei wurde. Sie waren bei dem Empfang des Führers dabei und sie jubelten alle unterschiedslos mit — f i e hatten z u Deutschland heimgefunden! — Montags kam dann die Frage, ob sie mit nach Deutschland wollten, unb schon acht Tage später fuhr ihr Sonderzug nach bem Norden an Dörfern unb Städten, an Feldern unb


