Kür -en Büchertisch
Alte und neue Gedich e
Zeichnungen im Sinne eines Tagebuches oder fammcüer Jugenderinnerungen zu entrücken.
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Die Flandernschlachi vor 20 Zähren
Länder und Menschen
Die Welt im Lichtbild
ägyptischen Fel- Hans Inyriot
ßte» und
steierische Heimatdichter Sepp Dobiasch, dessen
Kriegsbuch „Kaiserjäger im Osten" dem alten österreichischen Heer ein Ehl
^ebensausschnitt, Handlung und Entwicklung: zwar gaben jedem eVnzelnen L^und lin? Reihe gewinnt der Fluß der Erzählung, gegen Ende hin, literarischer Beiträgt Lothar R ü b e l t gibt ein eine gewisse dramatische Bewegung und Spannung., Bild der Entwicklung der Photographie und sucht
bk ihr eigentümliche Ausgabe festzustellen. Otto Scharf, ein_ Altmeister der Photographie, bricht eine Lanze für den Gummidruck, worüber Ernst M a g i n sich mit weiteren technischen Ausführun- gen verbreitet. Der bekannte Frankfurter Lichtblld- ner Dr. Paul Wolff hat dem schönen Buch ein von der Liebe zur Lichtbildkunst diktiertes Vorwort gewidmet. Fr. W. Lange.
— Entschleierte Erde. Die schönsten und iiiteressant-esten Luftbilder aus allen Ländern der
So k aus dem Amboß.
— Sepp Dobiasch: Volk auf dem Amboß. Kampfabschnitt Oesterreich. 389 Seiten. Leinen 4,80 Mark. Rudolf Schneider, Verlag, Reichenau/Sa. — (88) — Dies ist ein außerordentlich aktuelles und ein eminent politisches Buch. Der
schäft von Männern, welche die eigentlichen Helden dieses Buches genannt werden dürfen, und die mit ihren Namen für ungezählte namenlose deutsche Volksgenossen in Oesterreich stehen, lebt ein unerschütterlicher Glaube an die größere Mission des österreichischen Volkes, an den Führer und an den . endlichen Sieg, die endliche Befreiung eines geknechteten und mißhandelten Volkes. Unter den zahlreichen packenden Schilderungen, die Dobiasch hier wie Dokumente aneinanderreiht, sind die aus dem Lager Wien, im Volksmunde die „Liesl" genannt, und aus dem Lager Wöllersdorf wahrhaft erschütternd: der reichsdeutsche Leser, der sich vielleicht keinen rechten Begriff von den eben vergangenen Zuständen in Oesterreich machen kann, mag daran ermessen, wie unmöglich, verderblich und zum Untergange reif das verflossene System Schuschnigg gewesen ist; er wird aber auch begreifen, wie sich gerade hier, in diesen Lagern, ! unter den unwürdigsten und gemeinsten Schikanen und Quälereien eine neue Gemeinschaft formte, die den Vortrupp bildete im großen Aufbruch des deutschen Brudervolkes im Südosten.
Hans Thyriot.
— Klaus Erich Boerner: Gefährtin meines Sommers. Roman. 210 Seiten Seinen 3,80 Mark. Holle & Co., Verlag, Berlin — (41) — Wir haben von Boerner vor einiger Zeit die Liebesgeschichte „Ursula" hier besprochen Das neue Buch eröffnet, wie wir hören, eine Reihe er- zählender Werke aus dem Havelland und der Mark Brandenburg, die im Herbst mit einem Landschafta. roman fortgeführt werden soll. „Gefährtin meines Sommers" ist wiederum eine Liebesgeschichte, aber breiter aufgesponnen und nicht von der gleichen inneren Geschlossenheit wie jene „Ursula"; das Ganze ist mehr Idylle, Elegie und Tagebuch wehmütigzärtlicher Erinnerungen als Roman im Sinne von Lebensausschnitt, Hani'
— Musikalischer Blumen st rauß, der zum Gruß und Glückwunsch zum Trost Freude Umschlag und Zeichnungen von Willi Har- werch und Singbüchlein für Mutter und Kind, herausgegeben von Margarete Derlien. Umschlag und Zeichnungen von Trude von Gülden- stubbe. Beide Bändchen je 90 Pf. im Bärenreiter-
Neue GeschMwerke.
- ~ Franz Miltner: Germanische Köpfe der Antike. Mit 7 Tafeln. Preis Leinen RM. 3,80. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Potsdam. — (57.) — Don den Stürmen der Kimbernkriege bis zu den germanischen Reichen auf römischem Boden spannt sich ein beispielloser Heldenkampf über sechs Jahrhunderte hin, die Frühgeschichte des deutschen Volkes. Im Rahmen der Biographien von acht germanischen Führergestalten schildert der Historiker der Universität Innsbruck diese weltgeschichtlich bedeutsame Auseinandersetzung zwischen nordisch-germanischer und römischmittelmeerländischer Welt in ihren entscheidenden Phasen. Geschichtsbilder von fesselndem Reiz tun sich auf von dem Kampf zwischen Ariovist und Caesar, dem ersten Zusammenstoß zwischen dem selbständigen germanischen Stammesstaat und dem expansionsgewaltigen römischen Imperium über das großartige Kapitel „Armin und Marobod", das den Zusammenbruch der gegen Donau, Rhein und von der Nordsee her oorgetriebenen römischen Offensive und dds Erwachen Germaniens zu den Anfängen einer politischen und völkischen Einheit behandelt, über die Führergestalten eines Civilis, Arbogast und Stilicho bis zu den beiden Königen Alarich und Geiserich, die als Führer chres Volkes in immer schärferen Gegensatz zu dem Imperium sich stellen, bis Geiserich bewußt seinen Vandalenstaat im Kampf und. auf Kosten des damit in seinem Lebensnerv getroffenen weströmischen 'Reiches errichtet. Durch die Gegenüberstellung der nur von persönlichem Machtdrange erfüllten Heerführer und der mit chrem Volke und für ihr Volk bauenden Volksführer erhält das Werk einen politisch bedeutungsvollen Hintergrund.
— Herrschen und Dienen. Der Rand- be merkungen Friedrichs des Großen zweiter Teil. Gesammelt und erläutert von Georg Borchardt. Gebunden RM. 2,90. Akademische 23er- lagsgesellschaft Athenaion, Potsdam. — (63.) — Dio „Randbemerkungen Friedrichs des Großen". 1- Teil, erlebten in kurzer Zeit mehrere Auflagen. Der jetzt erschienene 2. Teil bringt wieder ein ebenso aufschlußreiches wie vielfältiges Material. Wirkten die ersten Randbemerkungen wie Offenbarungen über den Menschen und König, über seinen Witz und Spott, seinen universalen Geist, seine staunens- werte Sach- und Menschenkenntnis und die Art seines Regierens, so vertieft der Band „Herrschen und Dienen" dies Bild noch mehr durch einen Blick in den Alltag Friedrichs. In Hunderten von kurzen Sätzen, geistvollen, aus dem Augenblick geborenen, ernsten und humorvollen, Prägungen zeigt sich der rastlos für fein Volk wirkende Herrscher. Der Verfasser hat dieses Material wieder mit aller Sorgfalt zusammengesteM. Ein beigefügtes Faksimile zeigt den Entwurf des Königs 'für die Fassade eines Potsdamer Hauses, und die Einleitung gibt die notwendigen grundsätzlichen Erläuterungen. Nicht minder wertvoll sind die knappen, erklärenden Zwischentexte.
— Alfons Nobel: „Geheimnisse der Vergangenheit", Preis 3,89 RM. Verlag Literarisches Institut P. Haas & Cie, Augsburg — (21.) — Der Verfasser greift mit kundiger Hand aus der großen Fülle geschichtlicher Begebenheiten die Ereignisse heraus, um die bis heute der Schleier des interessanten Geheimnisses schwebt. Von der Atlantis, dem Wunderlande am Rande des Ozeans, bis zu dem Mann mit der eisernen Maske, dem (gefangenen der Bastille zur Zeit Ludwigs XIV. und bis Kaspar Hauser, an dessen geheimnisvolle Lebensgeschichte ältere Zeitgenossen sich heute noch erinnern können, erläutert der Verfasser die dunklen Kapitel der Menschheitsgeschichte, immer feffelnb und doch mit aller Sorgfalt zwischen Phantasie und Tatsache scheidend. Fr. W. Lange.
— Ferdinand Gregorovius: „Wander j a h r e in 3 t a I i e n" mit 65 Abbildungen in Kupfertiefdruck, Preis in Leinen gebunden 5,80 RM., Bernina Verlag GmbH., Wien VIII. Der große deutsche Kulturhistoriker Ferdinand Gregorovius trat seine Wanderfahrten durch Italien, die ihn von Ravenna bis nach Sizilien führten, vor rund einem dreiviertel Jahrhundert, an. Und doch sind seine Schilderungen von unerhörter Lebendigkeit und von größtem Eindruck auch noch auf uns heute, weil sie Natur und Kunst in inniger Verbindung mit der Geschichte betrachten. Und kein Land fordert ja so zu dieser Anschauungsweise auf, wie gerade Italien, dessen mit der Natur einsgewordene Denkmäler einer großen Geschichte auch nur in großem geschichtlichem Zusammenhang verstanden werden können. Hier ist Gregorovius auch heute noch ein unerreichter Führer, der feine fünft« und kulturgeschichtlichen Betrachtungen durch eingestreute persönliche Erlebnisse überaus anregend und fesielnd zu gestalten weiß. Die vorliegende Ausgabe enthält nicht alle Aufsätze des Originals, gibt jedoch die kunschistorischen über Ravenna, Rom, Süditalien mit der interessanten Schilderung der Hohenstaufenschlösser und Sizilien. Die Ausgabe ist mit einer Fülle von Bildern zum Teil nach zeitgenössischen Vorlagen, zum Teil nach heutigen Photographien geschickt illustriert worden.
Fr. W. Lange.
— Friedrich Sieburg: Neues Portugal. Bildnis eines alten Landes mit 24 Bildseiten, Preis in Ganzleinen gebunden 5,80 RM. Im Socie- täts-Verlag Frankfurt a. M. — (12) — Friedrich
Sieburg, dem Pariser Korrespondenten der „Frankfurter Zeitung" verdanken wir schon mehrere aufschlußreiche Bücher über' Politik und Geschichte Frankreichs. Dieses neue Buch ist der Ertrag einer Studienreise nach Portugal, dem seltsamen, schon Europa abgewandten Lande, dessen Volk in merkwürdigem Wechsel von romantischer Phantasie und gegenwartsnaher Leistung, von idyllisch verträumtem Dahinleben und energiegeladenen Ausbrüchen der Tatkraft sich eiir einmaliges Bild in der Geschichte geschaffen hat. Ohne die große Vergangenheit dieses Seefahreroolkes, der es sein immer noch riesiges Kolonialreich und seine herrlichen Baudenkmäler verdankt, gewinnen wir keinen zutreffenden Eindruck von der geistigen Haltung des Portugiesen. „Die portugiesische Geschichte", so sagt Sieburg mit Recht, „ist ein packendes Zusammenspiel von Größe und Versagen. Prachtvolle Ausbrüche schöpferischer Energie wechseln mit verderblichen Schwächeanfäl- len ab." Wir sind geneigt, über das letzte Jahrhundert des Unglücks und her Schwäche, das Portugal auf Befehl Englands sogar in den Weltkrieg führte, das Land falsch zu beurteilen. Sieburg, der uns eine anziehende Schilderung der großen portugiesischen Vergangenheit gibt, hat auch von der neuen Kraftanstrengung.des portugiesischen Reformators der Gegenwart Antonio S a l a z a r einen starken Eindruck gewonnen. So ist dies Buch ein wertvoller Schlüssel zum 23erständnis des neuen Portugals, das sich mit Kraft bemüht, in der großen weltanschaulichen Auseinandersetzung unserer Tage eine eigene Stellung zu behaupten.
Dr. Fr. W. Lange.
reichischen Heer ein Ehrenmal errichtete und dessen KdF.-Fahrtenbuch „Sonne, Wind und Weite" wir gesondert besprechen, gibt hier, im „Volk auf dem , Amboß", eine packende und aufwühlende Erlebnis- | schilderung vom österreichischen Frontabschnitt im Kampfe um die Errichtung eines großen deutschen Dolksreiches, wie es nun öuraj den Willen und die Tat des Führers beglückende Wirklichkeit geworden ist, Dobiasch ist ein alter Nationalsozialist, der persönlich an den Brennpunkten dieses Kampfes gestanden und auch selbst lange Zeit in Wöllersdorf gesessen hat. Das gibt seiner Darstellung die erregende und ungeschminkte Erlebnisnähe; sein Buch lieft sich wie ein spannender Roman und ist doch nichts weiter als ein Bericht von Erlebnissen und Tatsachen. Was sich auf diesen Seiten vor dem Leser auf tut, ist ein Stück miterlebter österreichischer Gegenwartsgeschichte, ein Kapitel aus dem großen Buch vom Schicksal der deutschen Nation. Die Wiedergeburt eines zerrissenen und gepeinigten Volkes zur großen und stolzen Nation ist in Oesterreich nicht minder schwer und schmerzvoll erkämpft worden als bei uns; aber in der kleinen Kamerad-
Kindheit im Boltenland vor dem Kriege. Man spürt in dieser Erzählung viel Selbsterlebtes nachklingen, auch eine gewisse lyrische Grundhaltung, die mehr beschreibend und ausmalend wirkt als romanhaft im Sinne einer Entwicklung innerhalb eines breiten Lebensausschnittes. Kindheitsgeschichten sind in den letzten Jahren oft und immer wieder geschrieben worden; die entscheidende Wertung solcher Darstellungen wird davon ausgehen müssen, ob und in welchem Maße es gelungen ist, den Gegenstand dem Umkreise mehr oder minder privater Auf-
— Generalleutnant a. D. Ern st K a - bisch: Um Lys und Kemme l. Vorhut- Verlag Otto Schlegel G. m. b. H., Berlin SW 68. Mit 16 Bildern und 3 Kartenskizzen von Generalmajor a. D. F l a i s ch l e n. Preis kart. 3,60 RM., in Leinen gebunden 4,50 RM. Die hier geschilderten Kampfhandlungen im Abschnitt der 6. und 4. deut- schen Armee sollten anfangs die deutsche Frühjahrs- offensive 1918 als „Unternehmen St. Georg" ein- leiten. Der Plan bot die Aussicht, durch einen Durchbruch an der Lys die Kanalküste zu erreichen, die britische Armee auseinanderzureißen und ihren linken Flügel ins Meer zu werfen. Aber das Sumpfgelände Flanderns erlaubte große mllitärische Operationen erst in vorgeschrittener Jahreszeit. Ludendorff glaubte indessen, angesichts der drohenden Massenlandung frischer amerikanischer Truppen nicht so lange warten zu dürfen. Er entschied sich also für das auf den 21. März weiter südlich gegen die französisch-englische Nahtstelle bei St. Quentin angesetzte „Unternehmen Michael" und kam auf den strategisch weit günstigere Aussichten bietenden Plan des Unternehmens St. Georg in Flandern erst zurück, als das Unternehmen Michael sich Anfang April festgelaufen hatte. General Kabisch schildert mit anschaulicher Klarheit das Werden und die Wandlungen des deutschen Operationsplanes, der den Angriff beiderseits Armentic-res ansetzt und nach Wegnahme der flandrischen Dünenberge über Hazebrouk und Cassel auf St. Omer-Calais zielt. Aus eine ursprünglich geplante Verlängerung der
Erde. Herausgegeben von Wulf Bley. Mit 169 Aufnahmen. Hesse & Becker Verlag, Leipzig. — (34) — Wie sehr die technische Eroberung der Luft unser Weltbild im ursprünglichen Sinne des Wortes verändert hat, zeigt das von Wulf Bley herausgegebene Buch, das einen überaus anregenden Bilderatlas aus der Vogelperspektive vor dem Leser aufblättert. In diesen mustergültig photographierten, ausgewählten und im Druck wiedergegebenen Aufnahmen kann man die ferne und die nahe Welt (die man eigentlich zu kennen glaubte) auf eine neue, oft überraschende, manchmal zauberhafte Weise kennen lernen. Länder und Städte, Flüsse und Meere, Häfen, Küsten, Inseln, Siedlungen ... ein vielfältig wechselndes und lehrreiches Panorama unserer alten Erde. Den Zusammenklang von Natur und Kultur, von Gewachsenem und Geschaffenem, kann man, um nur einiges berausAugreifen, faum auf den ersten Blick so unmißverständlich und wahrhaft übersichtlich begreifen wie etwa angesichts der Aufnahmen des Berliner Flughafens, eines Neuyorker Verschiebebahnhofs, einer Londoner Siedlung, eines holländischen* Deiches, einer amerikanischen Delraffinerie oder eines ägyptischen Fellachendorfes. # Hans 1 hyriot.
- — Das Deutsche Lichtbild, Jahresschau 1 9 3 8, mit 144 ganzseitigen Bildtafeln, Preis in grauem Seidenleinen gebunden 15 Mark. Verlag Bruno Schultz, Berlin-Grunewald. — (20) — Diese nun schon bekannte und auch im Ausland anerkannte Jahresschou der deutschen Lichtbildkunst erscheint diesmal etwas später als sonst üblich. Sie ist vom Herausgeber Bruno Schultz dem Reichsbildberichterstatter Heinrich Hoffmann gewidmet, der selbst ein besonders wertvolles Dokument „Die Hände des Führers" beigesteuert hat. Das Jahrbuch zeigt im übrigen wieder die schon rühmlich bekannte Vielseitigkeit her deutschen Lichtbildkunst in Motiven und Technik. Das neue Arbeitstempo der Nation, die Freude am Schaffen und die Freude am Leben haben auch dieser Schau ihr besonderes Gepräge gegeben. Etwa das lachende Gesicht eines Matrosen von Erich Retzlaff, ein eindrucksvolles Bild vom Segelfliegen auf der Wafferkuppe, Perck- hammers- Momentaufnahmen vom Avusrennen, Hitler-Jugend beim frohen Spiel, das frappierende Bild parkender Kraftwagen von Nop, das alles zeigt die neue Zeit. Aber auch gut gelungene Tier- aufnahmen und Naturftudien (wir ermähnen nur die schönen Bilder „Berganemonen" von Keetmann und „Libelle" von Meider) sind ebensowenig vergessen wie ausgezeichnet durchgearbeitete Porträts und Landschaften, die zum Teil, wie „Der Muckersee in Masuren" von Rudolf Qpiß ober Heinigs "Weiter Weg im Nebel" ober Paublers „Birken" neuartige unb durchaus künstlerische Effekts zeigen. Das Buch enthält wiederum genaue technische An-
' Verlag, Kassel-Wilhelmshähe. — (49/50). — Das find zwei reizende Liederbüchlein, die mit ebenso viel Liebe Aur Sache wie Geschmack und Einfühlung in die Welt des Kindes und der deutschen Familie ausgewählt und ausgestattet sind. Die schönsten Kinderliedchen, die köstlichsten Schübe altdeutscher Lyrik finden wir hier zusammengestellt und mit Noten und Vignetten zu einem künstlerisch geschlossenen und überaus anziehenden Gesamtbild gestaltet.
Fr. W. Lange.
— Eva Rhode-Fenner: Don Gott und dieser Welt. 74 Seiten. Gesellschaft Hessischer Bücherfreunde, Darmstadt 1937. — (25) — Ein hübsch ausgestattetes, schmales Bändchen Gedichte. Freundlich aufgeschlossene Weltnähe, Humor und eine Besinnlichkeit, die der epigrammatisch knappen Form der Spruchdichtung zuneigt, scheinen die wesenllichen inneren Triebkräfte dieser im übrigen sehr weiblich sich äußernden Lyrik zu sein. Die unmittelbarsten Eindrücke des Bändchens ergeben sich für unser Gefühl aus den Versen, die in anspruchslos schlichter Form der mütterlich verstehenden, herzlichen Zuneigung zu aller Kreatur Ausdruck geben.
Hans Thyriot.
— Im Tukan-Verlag, München, der sich seit Jahren mit anerkennenswerter Rührigkeit um die Förderung junger dichterischer Kräfte bemüht, sind zwei neue Gedichtbände erschienen: „Furche im Ackerland" von Heinz Brenner — (6) — und „Die silberne Oktave" von Kurt Erich Meurer. — (7) — In Brenners Gedichten, die sich in wechselnden Versmaßen ohne Überschrift an« einanderreihen, wendet sich Gefühl und lyrische Aussage bald an ein geliebtes Wesen, bald ins Kosmisch-Allgemeine; die Bilder, deren er sich bedient, sind nicht immer glücklich und überzeugend. Der Zwang zu einer ganz schlichten und sehr streng gebundenen Form würde, wie uns scheint, der inneren Entwicklung von Brenners lyrischer Begabung för- derlich sein. — Den einheitlicheren und stärkeren' Eindruck der lyrischen Auswahl von Meurer bestimmt eine klare und bewußte Behandlung der sprachlichen und metrischen Elemente im Gedicht; darüber hinaus die Plastik und Musikalität der Eindrücke; endlich, in den reifsten Stücken der Sammlung, das Unkonventionell-Erstmalige, das in der Formung eines Bildes oder eines Gefühls neu Empfundene oder Gesagte, das einen beim Lesen betroffen macht, einhalten und aufhorchen läßt. Dergleichen gehört zu den schönen, freilich seltenen Begegnungen in Gedichtbüchern; als Beispiele dafür mögen hier gelten die „Zitherspielerin", „Spiegel- ritr und „Die silberne Oktave".
Hans Thyriot.
| Angriffsfront südlich des La - Bassee - Kanals zur Fortnahme der Loretto-Höhen wird verzichtet, da es ohnehin größte Schwierigkeiten macht, nach dem Unternehmen Michael den in Flandern angreifenden Armeen eine genügende Zahl von Großkampfdivi- jionen und hinreichende Artisteneunterftützung zu 'gewähren. Sonst sind die Voraussetzungen hier günstig, da die Engländer diesen Frontabschnitt sehr haben schwächen müssen und zwei portugiesische Divisionen eingesetzt haben, deren Begeisterung für die Sache der Alliierten begreiflicherweise nur gering ist. Wenn trotzdem der deutsche Angriff nach dem Ueberschreiten der Lys sehr bald vor dem Nieppe-Wald stecken blieb, so war daran einmal das sumpfige Gelände schuld, das keine schnelle Nachführung der Artillerie gestattete und den Muni- tions- und Proviantnachschub xum Stocken brachte, zum anderen das zähe Aushalten der 4. englischen Gardebrigade, die die Heranführung australischer Reserven deckte. Dringendes Gebot war nun die Erstürmung des Kemmel-Mafsivs, von dem aus die in der Lys-Ebene kämpfenden deutschen Truppen flankiert wurden. Diesen Operationen, die ebenfalls nicht ganz zum Ziele führten, weil der Kemmel in seiner Gestaltung nicht richtig erkannt worden war, ist der zweite Teil der ungemein prägnanten und aufschlußreichen Darlegungen des Generals Kabisch gewidmet, die gerade jetzt, nach zwanzig, Jahren, das besondere Interesse aller Frontsoldaten finden werden. Dr. Fr. W. Lange.
doch ist beides nur teilweise in der Fabel selbst begründet. Das, was man den eigentlichen Inhalt des Buches nennen würde, entzieht sich der trocken aufzählenden Wiedergabe, wenn man ihn nicht als kurzes Glück, jähe Trübung und unwiderrufliches Ende einer Sommerliebe zwischen zwei Menschen zusam- menfaffen will, die innerlich auf so getrennten Ebenen stehen, daß jede Form einer Vereinigung von vornherein schmerzlich belastet scheint und die Gemeinschaft der beiden einer Erschütterung, wie sie sich durch das unvermutete Auftauchen eines Dritten ergibt, nicht gewachsen sein kann. Die Stärke des Buches liegt in der Wiedergabe der eigentümlichen landschaftlichen Atmosphäre, der Schilderung eines Sommers in ländlicher Abgeschiedenheit an der Havel. Einige stilistische Unausgeglichenheiten, welche die Lektüre beeinträchtigen, werden sich in den geplanten späteren Erzählungen gewiß vermeiden lassen. Die vsrlegerische Ausstattung ist gediegen und geschmackvoll. Hans Thyriot.
— Gertrud von den Brincken: März. Roman. 277 Seiten. Zinnen-Verlag, Leipzig und Wien. — (9) — Gertrud von den Brincken i t seither nur mit lyrischen Arbeiten an die Öffentlichkeit getreten; mit dem Roman „März" legt sie ihr erstes Prosabuch vor, die Geschichte einer glücklichen
bemüht — neben mancherlei kleinen Einzelerlebnissen und kindlichen Eindrücken — die Berührung und Auseinandersetzung der kindlichen mit der großen Welt der Erwachsenen und des „wirklichen" Lebens, und die entwickelnden Kräfte darzustellen, die aus der Zeit der Frühe den Menschen durch das ganze Leben begleiten und wirksam bleiben. — Die Verfasserin kündigt übrigens bereits einelf zweiten Roman an, der Die weiteren Lebensschick-^ sale der kleinen Heldin behandeln soll.
Hans Thyriot.
Deutsch: Erzähler.
— Jürgen Hahn-Butry: Die Mannschaft. Frontsoldaten erzählen vom Front-Alltag. Band 3. Verlag Wilhelm Limpert, Berlin SW. 68. Preis in Leinen gebunden 4,80 RM. — (26.) — Aus dem Gedanken, daß das gemeinschaftliche Erlebnis der Frontdichter auch zu einem gemeinschaftlichen Buche verpflichtet, entstand diese Sammlung von Erzählungen aus dem Alltag des Frontsoldaten, die einen so lebhaften Widerhall gefunden hat, daß nun schon nach kurzer Zeit der dritte Band erscheinen kann und der Dichterkreis dieser Bücher vom Front-Alltag vom Reichskriegsopferführer Oberlindober als „Die Mannschaft, Kameradschaft der Frontdichter in der NSKOV." unter Führung von Otto Paust zusammengeschlossen wurde. Es ist der Grundsatz auch dieses neuen Buches, daß jeder der hier vertretenen Frontdichter fernen Beitrag ganz feiner Eigenart entsprechend gestaltet hat und daß diese Beiträge sämtlich Erstveröffentlichungen dar- stellen. So kommen Humor und Ernst, schwermütige Schützengrabenstimmung, und der schnell wieder durchbrechende Frohsinn in ein paar Ruhetagen, erschütternde Erlebnisse von Kampf und Tod und heitere Augenblicksbilder aus dem Alltag des Frontsoldaten gleichermaßen zu ihrem RechT. Einzelne Beiträge herauszuheben würde dem Sinn dieses schönen Buches widersprechen.
Dr. Fr. W. Lange.
— Erich Grisar: Siebzehn Brückenbauer — ein Paar Schuh. Ein Werkroman. 217 Seiten. Hans Köhler Verlag in Hamburg. — (37) — Grisar, der den Lesern des Feuilletons schon durch gelegentliche Beiträge bekannt wurde, schildert in diesem Roman den Bau einer großen Strombrücke und das Leben der Brückenbauer. Es ist ein ausgesprochen männliches Thema und ein brauchbarer Vorwurf für einen Roman. Man erhält einen Einblick in eine eigentümliche, fest begrenzte und in sich abgeschlossene Welt. Das Werk und die Männer an diesem Werk passen gut zueinander; es geht gelegentlich derb und rauh unter j^en zu, und was sie jagen, klingt nicht immer besonders fein. Aber ein Brückenbau ist kein Kinderspiel, sondern eine harte Sache in Wind und Wetter, und manchmal erhält der ruhig epische Fluß •u\®r3£I)Iun9 dramatische Akzente. Uebrigens jft öie Werkgemeinschaft der Brückenbauer auch gehörig individualisiert; persönliche Schicksale spielen mit; altes Brauchtum, Geschichten und Späße sind m die Hauptfabel hineingearbeitet. Alles in allem: em männliches Buch, von Männern mit Vergnügen und mancher Anregung zu lesen.
, Hans Thyriot.
lummeutri xjugeiiueiuinei ungeii zu euuuueii. ziu, das vorliegende Buch angewendet, wird die Frage f insoweit zu bejahen sein, als die Verfasserin sich 1


