Ausgabe 
23.4.1938
 
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lament zu vertreten, die bislang stets sich in Tuch­fühlung mit der französischen Volksfront bewegte und der nun das Wasser abgegraben wird, wo Frankreich selber mit großem Eifer einen ähnlichen Ausgleich mit Italien anstrebt. Chamberlain hat sich auch eine weitere Brücke zur Opposition gebaut in der Art, wie das Inkrafttreten des Ver­tragswerts in dem Briefwechsel zwischen Lord Perth und Graf Ciano festgelegt worden ist. Ein­mal wird eine Erledigung der spanischen Frage von England als Vorbedingung für das Inkrafttreten der Abkommen betrachtet. Italien hat seine Zusicherung wiederholt, an der Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen nach den Bestim­mungen des Nichteinmischungsausschusses praktisch mitzuwirken, spätestens aber bei Beendigung des spanischen Bürgerkrieges das spanische Gebiet un­verzüglich zu räumen und weder gebietsmäßige noch politische oder wirtschaftliche Vorrechte in Spa­nien, auf den Balearen, in Marokko oder in den spanischen Kolonien anzustreben. Zum andern hat England auch insofern das Gesicht gewahrt, als es die formelle Anerkennung des äthiopi­schen Imperiums auf dem Umweg über Genf vollziehen wird, wo es sich für die Freigabe der Anerkennung durch die einzelnen Mitgliedsstaaten der Genfer Liga einsetzen wird.

Obwohl also die formelle Ratisikation des Ver­tragswerts auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben ist, so deutet doch die sofortige Veröffentlichung nach Abschluß der Verhandlungen den Wunsch an, den vollzogenen Ausgleich doch tatsächlich sofort wirk­sam werden zu lassen, weil sowohl England wie Italien an einer sofortigen Entspannung gelegen ist. Das bezieht sich vor allen Dingen auch auf die militärpolitischen Abreden. Beide Mächte werden alljährlich im Januar Informationen über die beiderseitigen Streitkräfte in einer be­stimmten Zone des Mittelmeeres, des Roten Meeres und des Golfs von Aden austauschen, die jedoch bezeichnenderweise weder das britische Malta noch das italienische Pantelleria Halbwegs zwischen Sizi­lien und Tunis einschließt. Ferner werden beide sich gegenseitig die Absicht der Errichtung neuer See­oder Luftstützpunkte im östlichen Mittelmeer und im Roten Meer mitteilen. Italien yat bereits mit der Verminderung seiner Streitkräfte in Libyen bis auf die Hälfte ihrer bisherigen Stärke begönnen. Schließlich wird Italien dem Londoner Flottenoertrag vom 25. März 1936 beitreten. Obwohl es ihn mit ausgearbeitet hatte, unterblieb damals die Unterzeichnung aus Rücksicht auf die aus dem Abessinienkonflikt her­rührende Verstimmung. Da England und die Ver­einigten Staaten inzwischen sich auf die Gleitklausel berufen haben, um die Grenze für Tonnage und Bestückung der Schlachtschiffe heraufzurücken, so wird nun auch Italien dazu Stellung nehmen müssen. Im übrigen wird die am 2. Januar 1937 getroffene Vereinbarung über dos Mittelmeer bestätigt. Die alte Streitfrage, ob das Mittelmeer für England mehr als eine Durchgangsstraße und für Italien weniger als sein Lebensbereich bedeutet, wird durch die Formel überbrückt, daßdie Frei­heit der Einfahrt in das Mittelmeer, der Ausfahrt und der Durchfahrt ein vitales Interesse sowohl für Italien wie für die einzelnen Teile des britischen Empires darstellt". Dem entspricht auch die beider­seitige Garantie der freien Benutzung des Suez- k a n a l s auch in Kriegszeiten.

Das Kernstück des Vertragswerts ist dasAb­kommen über bestimmte Gebiete im Mittleren Osten". Es bezieht sich im wesentlichen auf die Ab­grenzung der beiderseitigen Interessensphä­ren an der drabischen Küste des Roten Meers und will die Gefahp von Konflikten aus­schalten, die hier schon vor dem Abessinienfeldzug durch die Einflußnahme der Großmächte auf die lange Jahre hindurch sehr labilen politischen Ver­hältnisse in Arabien drohten. Wir kennen aus dem Erinnerungswert des Obersten Lawrence Englands Führung bei dem Aufstand der Araber gegen die Türkenherrschaft während des Weltkrieges. Der Traum eines großarabischen Reichs ist zwar nicht in Erfüllung gegangen, da dem einmal das fran­zösisch-britische Geheimabkommen über die Teilung des vorderen Orients im Wege stand und zum andern England seine militärpolitischen Interessen an der Sicherung der Oelversorgung und der Er­richtung von Flugzeugstützpunkten auf dem Land­weg von Kairo über Bagdad nach Indien besser gewahrt sah bei einer Aufteilung des arabischen Raums in mehrere arabische Staaten. Aber als es die Erhebung der Wahabiten Ibn Sauds nicht hatte hindern können, hat es rück­sichtslos deren Partei genommen gegen die von ihm früher begünstigten Herrscher und sich in Saud-Arabien eine starke Stellung geschaffen, die nun Italien durch einen Freundschaftspakt mit dem südlicheren P einen aufzuwiegen gesucht Hot. Während des Abessinienkonflikts hat England dann als Gegenzug seine Jnteressenzone um die süd­arabische Küstenfestung Aden durch die Ausdeh­nung seines Einflusses auf die bislang selbständigen Sultane von Hadvamaut entlang des Golfs von Aden bis nach Oman und zum Persischen Golf hin erweitert. Das jetzt getroffene Abkom­men stellt eine Art Nichteinmischungspakt in bezug auf die unabhängigen arabischen Reiche Saud- Arabien und fernen dar. In dem Protektorat von Hadramaut wird England nur militärische Maß­nahmen defensiven Charakters treffen und im übrigen die Selbständigkeit der arabischen Herr­scherunter englischem Schutz" aufrechterhalten. Wie England den Italienern im Protektorat von Aden die Freiheit der wirtschaftlichen Betätigung zusichert, so Italien den Engländern in Abessinien. Auch sollen Englands wirtschaftliche Interessen an dem Abfluß der Wasser des Tana-Sees, die eine Lebensfrage für die Baumwollkulturen des Su­dans bedeuten, nicht geschmälert werden und den britischen Staatsangehörigen in Abessinien die freie Religionsausübung gewährt werden. Wie England die Eingeborenen von Hadramaut nur zu Vertei- gungszwecken zum Militärdienst heranziehen wird, so versichert Italien das gleiche für die Einge­borenen Abessiniens.

Das Abkommen über die 'beiderseitigen Inter­essen in Arabien ist auf zehn Jahre befristet, die übrigen Abkommen und Erklärungen sind zeitlich unbegrenzt. Gleichzeitig mit dem italienisch-briti­schen Vertragswert wurde auch ein italienisch-bri- tisch-ägyptisches Abkommen geschlossen, das noch eine Ergänzung finden wird durch Festlegung der genauen Grenzen Jtalienisch-Ostafrikas gegen­über dem Sudan, der britischen Kolonie Kenya und Britisch-Somaliland, sowie durch Wirtschaftsver- Handlungen, die sich auf diese Gebiete beziehen. Die sofortige Veröffentlichung des Vertragswerks ist die beste Garantie dafür, daß beide Vertragspartner alles aufbieten werden, die noch ausstehenden Vor­aussetzungen für die Ratifikation und damit auch für das formelle Inkrafttreten des umfangreichen Befriedungswerks zu schaffen. Die wichtigste freilich ist der Sieg Francos in Spanien, womit die ernstestr Gefahr, für den Status qua im weMcheü

Wer wird in Gens das Wort nehmen?

Um die Anerkennung des Imperiums. - Furcht vor einer Intrige Moskaus.

London, 23. April. (DNB. Funkspruch.) Nach­dem auch England sich zu der von deutscher Seite eingeleiteten Methode der Verständigung von Volk zu Volk bekannt hat, wird hier lebhaft die Frage disputiert, wie man jetzt in Genf die Anerken­nung des römischen Imperiums möglichst glatt er­ledigen könne. Times erklärt, man werde sich in Genf für die Empfehlung entschließen. Es sei allerdings eine undankbare und heikle Aufgabe, eine derartige Empfehlung zu starten. Die meisten der in Genf vertretenen Staaten hätten die britische Regierung wissen lassen, daß sie eine solche Empfeh­lung als den besten Ausweg aus der schwie­rigen Lage unter st ützen würden. Die Sow­jetbotschaft in London habe gestern jedoch mit Entschiedenheit die Behauptung eines Londoner Abendblattes dementiert, daß die Sowjet­regierung in Genf die britische Empfehlung unter­stützen würde. Hinzu komme, daß die Anwesen­heit eines äthiopischen Vertreters die Aussprache in Genf sehr unbequem machen werde. Daily Telegraph meint, man könne anneh­men, daß der rumänische Vertreter im Namen der Kleinen Entente die Initiative ergreifen und den Vorschlag auf Anerkennung des Imperiums machen werde, den dann Eng­land und Frankreich unterstützen wür­den, während man hoffe, daß Sowjetrußland sich nicht aktiv dagegen wenden werde.

DieTimes" befaßt sich mit den französisch- italienischen Besprechungen. Die französische Regie­rung sei ohne Zweifel mit Chamberlain darüber einig, daß der Sperling in der Hand besser sei als die Taube auf dem Dach. So habe sich die französische Regierung entschlossen, auch auf un­mittelbarem Wege zu einem dauerhaften Frieden mit Italien zu kommen. Der bevorstehende B e - s u ch Daladiers und Bonnets in Lon­don werde eine willkommene Gelegenheit für einen Gedankenaustausch über den Stand der Dinge in Europa und Afrika fein. Viele von den Nationen, die an dem kollektiven Widerstand von 1935 gegen die Eroberung Abessiniens teilnahmen, hätten be­reits den neuen Status von Abessinien a n e r =z tannt, ohne auf eine allgemeine Entscheidung durch die Genfer Liga zu warten, es sei daher unvermeidlich, daß früher ober später diese Frage auch im Genfer Rat selbst geklärt werden müsse. Was England jetzt beoorstehe, sei die Z u r k e n n t - nisnahme eines Fehlschlages. Weiterhin fortzufahren, diese Tatsache zu ignorieren, biene nicht dazu, dieeigentlichen" Ziele zu fördern, für die der Genfer Bund existiere. Man höre viel das SchlagwortVerrat am Völkerbun b", doch gebe es wenig Mitglieder wenn es überhaupt welche gebe, die augenblicklich den Bund als ein Zentralorgan für Verhandlungen oder für Revisio­nen betrachteten. Man erweise den Aufgaben, für welche die Genfer Institution geschaffen sei, keinen Dienst, wenn man ihn in einerFront" beschäf­tigen wolle, die Europa lediglich in eine kriegs­ähnliche Spaltung bringen würde.

Oaladier und Bonnet am Mittwoch in London.

P a r i s, 23. April. (PJIB. Aunkspruch.» Minister- Präsident D a l a b i e r und Außenminister Bonnet werden sich, wie nunmehr festzustehen scheint, a m

rNiltwochnachmittag im Flugzeug nach London begeben, von wo aus sie wahrscheinlich am Freitagabend zurückkommen werden.

Oie pariser Fühlungnahme in 2Rom.

Widerstände

in französischen Reqicrungskreifen.

Paris, 22. April. (DNB.) lieber die franzö- siscy-italienische Fühlungnahme wird in unterrich­teten französischen Kreisen ein gewisser Optimis­mus gezeigt. Man betont, daß die Besprechungen einen normalen Fortgang nehmen, und daß man am Freitag den eigentlichen Fragenkomplex ange­schnitten habe, wobei die Ernennung eines neuen französischen Botschafters in

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R o m im Vordergrund stehe. Paris ist bekanntlich seit mehr als anderthalb Jahren nur durch einen Geschäftsträger vertreten, da die französische Regierung sich bis heute nicht ent­schließen konnte, das Beglaubigungsschreiben des neuen Botschafters an den König von Italien und Kaiserwon Aethiopien zu richten.

DerJour" befaßt sich mit den Hindernissen, die gewisse französische Kreise während der letzten Tage den französisch-italienischen Besprechungen in den Weg zu legen versucht hätten. Herriot, der seinen Posten als Kammerpräsident gern mit dem des Staatspräsidenten vertauschen möchte, leite die fran- zösisch-sowjetrussischeMobilmachung" gegen Italien. Er werde dabei von dem augenblicklichen Justiz­minister R e y n a u d unterstützt, der sich letzthin in einem Ministerrat gegen d i e Entsendung eines französischen Botschafters nach Rom ausgesprochen habe. Während der kürzlichen Reise Reynauds nach Italien habe der Duce, dem die Einstellung Reynauds und sein Haß gegen die römische Regierung bekannt sei, es vorgezogen, eine Zusammenkunft mit diesem abzulehnen. Der Jour fragt, ob es sich bei der Haltung Reynauds um eine private Revanche handle. Der römische Berichterstatter des gleichen Blattes ist der Ansicht, daß die in Rom unterbreiteten französischen Vorschläge sehr ver- wick-elt seien und zahlreiche Probleme aufrollten, mit denen die Italiener nicht gerechnet hätten. Man erwarte daher noch langwierige Auseinandersetzun­gen.

Mittelmeer, an dessen Aufrechterhaltung Italien wie England ein gleich großes Interesse haben, endgül­tig beseitigt werden würde. Aber auch heute schon bedeutet die sichtbare Entspannung in den britisch­italienischen Beziehungen ein außerordentliches Mo­ment für die Sicherung des Mittelmeerfriedens, dessen Einfluß sich auch Frankreich, wie sein Eifer, nun gleichfalls in Verhandlungen mit Italien zu kommen beweist, nicht wird zu entziehen ver­mögen. Dr. Fr. W. Lange.

Oer nationale Vormarsch in Spanien.

Bilbao, 23. April. (DNB. Funkspruch.) Der Heeresbericht aus Salamanca meldet neue Erfolge der nationalspanischen Truppen. Auf dem Vormarsch nach Süden gelang es, den Sowjekspaniern wichtige Positionen bei Albocacer und Cuevas de Pinroma zu entreißen. Sämtliche Gegenangriffe der Raten wurden blutig zurückgewiesen, 42 Maschinengewehre sowie viele andere Waffen fielen in die Hände der Nationalspanier. Drei sowjetrussische Tanks, die erst vor kurzem aus der Sowjetunion angekommen waren, wurden außer Kampf gesetzt. Nach dem Durchbruch bei Dinaroz fiel den Nationalen eine reiche Kriegsbeute in die Hand. Darunter befindet sich auch ein Lastwagen mit 18 Millionen Peseten in Silber und Gold, der sich auf dem Wege von Castellon nach Katalonien befand. Ferner erbeuteten sie vierzehn französische Lastwagen, vier sowjetrussische Tanks und vier Tankabwehrgeschütze sowie zahlreiche Barkassen, die die Namen marxisti­scher Häuptlinge führten. Bei ihrer Flucht vor den nationalen Truppen schleppten die Bolschewisten aus dem Aran-Tal und anderen Pyrenäentälern den ganzen Viehbestand mit fort. Man schätzt das geraubte Vieh auf eine halbe Million Schafe, 100 000 Ziegen, 20 000 Rinder und 5000 Pferde und Maultiere.

Llebereinkommen zwischen Großbritannien und Irland.

London, 22. April. (DNB.) Zwischen Groß­britannien und Irland ist ein llebereinkommen er­zielt worden, das am Montagnachmittag in Lon­don unterzeichnet werden soll. De Valero wird sich zu diesem Zweck noch London begeben. Die mei­sten Blätter nehmen an, daß lediglich ein Han­delsabkommen zustandegekommen sei, andere Blätter hoffen, daß weitere Verhandlungen folgen. News Chronicle schreibt, Chamberlain bereite sich vor, de Valero mit ollen Ehrenbezeugungen am Montag zu empfangen, was darauf hinzudeuten scheine,'daß es sich um mehr als nur ein Handelsabkommen handele. Ein anderes Blatt meint, man müsse sowohl Chamberlain als auch de Valero zu dem Abschluß zu gratulieren. Wie­der einmal habe d i e Versöhnungspolitik C h aun b e r l a i n s einen neuen Triumph erlebt. Mit dem Abschluß dieses Abkommens würden neue Verhandlungen mit Irland beginnen, und zwar über die Frage der Verteidigung Irlands, an der England aus strategischen Gründen ein beson­deres Änterejje habe.

Wahl eines irischen Staatspräsidenten'

London, 22. April. (DNB.) Zum erstenmal in der Geschichte Irlands wird das irische Volk nm 31. Mai einen Staatspräsidenten der Republik Eire wählen. Am Donnerstag hoben d e Valero und Oppositionsführer Cosgrave sich über den Kan­didaten geeinigt. Sie wählten den fast 80jährig^n irischen Nationaldichter und Historiker Professor Dr. Douglas Hy d e, dessen zähem und jahrelangem Kampf es zu verdanken ist, daß die gälische Sprache in Irland wieder als Amtssprache eingeführt und als Landessprache in ollen Schulen gelehrt wird. Professor Hyde hat an de Valero ein Telegramm gerichtet, in dem er mit Donk die Ehre a n n i m m t, Staatspräsident der Republik zu werden.

Gemeindewuhlen in der Tschechoslowakei.

Prag, 23. April. (DNB.) Der Prager Minister­rat, der sich seit mehreren Tagen mit der Frage der Gemeindewahlen und der Abhaltung der Feiern am 1. Mai beschäftigte, hat nun eine Entscheidung getroffen. Der Termin für die Gerne Inde­rn ah len in den Orten, wo die Wahlperiode be­reits abgelaufen ist, soll in die Zeit vom 22. Mai bis 12. , Juni fallen. Es werden also in etwa 10 000 Gemeinden von insgesamt mehr als 15 000 Wahlen ausgeschrieben. In den Orten, in denen die Wahlperiode erst im Sommer ab- läuft, sollen die Wahlen im H e r b st stattfinden. Kundgebungen am 1. Mai werden gestattet, wenn Garantien für einen ruhigen Verlauf gegeben wer­den können. Nach Austritt der deutschen Mor- x i st e n aus der Regierung soll das Ressort ihres früheren Wohlfahrtsministers Czech demnächst dem kürzlich ernannten Minister der tschechisch­nationalen Vereinigung Jecek übertragen werden. Berwattungsschikanen gegen Deutsche in polen.

Bromberg, 22. April. (DNB.) Seit mehreren Wochen befinden sich in polnischen Gefängnissen deutsch st ämmige Wanderlehrer aus Pommerellen, die zu empfindlichen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Kurz vor dem Osterfest ist eine neue Verhaftung erfolgt. Der Wanderlehrer Köhler wurde von der Polizei festgenommen und vin das Schwetzer Gefängnis eingeliefert, weil er deutschen Kindern in Jeschowa im Kreise Schwetz Privatunterricht erteilt hatte. Am nächsten Tage wurde er dem Schwetzer Starosten vorgeführt, d^r ihn auf dem Verwaltungswege zu 60 Zloty Geld­strafe und zwei Monaten Gefängnis verurteilte. Diese Maßnahme schien im Rahmen einer besonde­ren Aktion durchgeführt zu werden, und es hat den Anschein, als ob einige Starosten mit verwal­tungsmäßigen Schikanen gegen das deutsche Schulwesen vorgehen wollen. Das beweist u. a. auch eine Anweisung des Starosten des Seekreises, die an eine Reihe von Großbetrieben er­gangen ist und die überhörte Forderung enthält, deutsche Arbeiter, die ihre Kinder in eine deutsche Schule schicken, sofort zu entlassen. So hat beispielsweise der leitende Ingenieur der Zemcnt- iabrilZementownjL Wejherowo" jn Neustadt m

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Pommerellen ein Pole mit dem deutschen Name- Georg Zahn, dem blutsdeutschen Werkmeisk- Kirschling zum 20. April gekündigt, weil e-- sein Kind in die deutsche Privatschul^ schickt. Diese Kündigung ist erfolgt, obwohl de- deutsche Werkmeister seinen verantwortungsvoller Posten seit 13 Jahren innehat. Anderen Arbeite^ desselben Betriebes wurde gedroht, daß ihnen do- gleiche Schicksal werde, wenn sie nicht inneren von 14 Tagen ihre Kinder für die polnische Schule ummeldeten.

Kunst und Wissenschaft.

Bühnenbildner Ludwig Sievert geht nach München.

Der hervorragend begabte Bühnenbildner Ludwig Sievert, der lange Jahre hindurch das Aus­stattungswesen der Frankfurter Städtischen Bühnen, vor allem des Schauspielhauses, vorbildlich geleitet hat, siedelt dieser Tage nach München über, um dort als Nachfolger von Leo Pasetti die Leitung des Ausstattungswesens der Bayerischen Staatstheater zu übernehmen.

Oiplomaien beim Führer.

Eine ungarische Ehrung.

Berlin, 22. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing imHaus des Reichs­präsidenten" den erneut bei ihm beglaubigten Ge­sa n d t en von Peru, Enrique Gildmeister, der sein Land bereits früher sechs Jahre lang bei der Reichsregierung vertreten hat. Es folgte hierauf der Empfang des neuernannten kgl. rumäni­schen Gesandten Radu Djuvara, der ebenfalls früher mehrere Jahre in Berlin diplomatisch tätig gewesen ist. Hiernach empfing der Führer unii Reichskanzler zur Entgegennahme des Beglau­bigungsschreibens den neuernannten Kgl. Bulga­rischen Gesandten Parvan^ Draganoff, der bereits früher als Kgl. Bulgarischer Militärattache in Berlin tätig war. Er übermittelte in seiner An­sprache die Grüße und Wünsche Seiner Majestät: des Königs der Bulgaren für den Führer und das Großdeutsche Reich und erinnerte an die Waffen, brüderschaft und die enge Freundschaft zwischen beiden Staaten, die in den schwersten Zeiten der

sandten in Bukarest, Dr. Fadricius, zur Mel. düng.

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Geschichte beider Völker ihre Probe bestanden hat. Diese Freundschaft und Zusammenarbeit auf allen Gebieten weiter zu entwickeln betrachte er als seine Aufgabe. Der Reichskanzler dankte für die Grüße Seiner Majestät König Boris III., die er herzlich erwiderte. Wie bisher werde er und die Reichs, regierung die traditionelle Freundschaft mit dem bulgarischen Volk aufrechterhalten und ausbauen.

Der Führer und Reichskanzler nahm ferner den Besuch des kgl. ungar ischenGefandten Dome Szojay, entgegen, der ihm im Auftrag des kgl. unga< rischen Ministernräsidenten Dr. v. Därcmyi und des königlisch-ungarischen Außenministers, von Kanya, zur Erinnerung an den Besuch der ungarischen Staatsmänner ijn November vorigen Jahres in Deutschland ihre Bilder mit eigenhän­diger Widmung übereichte. Der Führer dankte für die Gabe mit herzlichen Worten. Weiter emp­fing der Führer am Freitag im Beisein des Reichs- minifters des Auswärtigen, v. Ribbentrop, den zum deutschen Botschafter in London ernannten bis­herigen Botschafter in Tokio, v. Dirksen, der sich vor Antritt seines Postens in England beim Füh­rer verabschiedete. Außerdem empfing der Führer den zur Zeit in Berlin anwesenden deutschen Ge-

Oer erste lieichslehrgang für Aechtswahrer.

Erwitte, 22. April. (DNB.) Jn Anwesenheit von führenden Männern der Partei und des Staates wurde auf der Reichsschulunqsburg Erwitte der erste Reichslehrgang für Rechtswahrer eröffnet. Reichsleiter Dr. Frank wies auf den funbamen» taten Wandel im Rechtsgedenken und Rechtsleben des deutschen Volkes hin. Es dürfe niemand glauben, daß wir frühere Systeme für den Ausbau unseres neuen nationalsozialistischen Rechtslebens verwenden können. Dieses Rechtsleben beginne mit der Verkündung des P,a r t e i p r o g r a m m 5 durch d en Führer und, getragen von der leben­digen Kraft der Partei, werde diese neue Rechts­ordnung unzerstörbar bleiben. Die Aufgabe der Rechtswahrer und ihrer Schulung werde immer darin liegen, dem Wissen das Können zuzu­fügen und damit eine volksnahe und vom Volke ver­standene Verwirklichung des nationalsozialistischen Rechtes zu gestalten.

Neue Reichsmittel zur Förderung der Kleintierzucht.

Berlin, 22. April. (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat zur Förde- rung der Kleintierzucht wieder namhafte Beihilfen gewährt. Es handelt sich dabei um Zuschüsse für die Beschaffung von 3unggeflügel, Hühnerställen, künstlichen Glucken, angef orten Herdbuchhähnen, Farbenfußringen für Junggeflügel, Belegställen und Zuchtgeräten in der Bienenwirtschaft, für die Bekämpfung der Bienenkrankheiten sowie der Schädlinge der Bienen, für Bienenstände, für die Verbesserung von Ställen in Kaninchenklein­haltungen, für die Beschaffung von Zucht- rammlern anerkannter Wirtschattsrassen, für Zucht­prämien, für Beschaffung von Angorazuchthäsinnen, weiblichen Ziegenlämmern, Ziegenbockställen, für die Herrichtung von Räumen für die Seiden­raupenzuchten und zum Ankauf von Maul­beersträuchern.

Ausgleichssport der berufstätigen Jugend.

Berlin, 22. April. (DNB.) Die Notwendig­keit, der berufstätigen Jugend während ihrer Arbeitszeit einen Ausgleich durch Leibesübun­gen zu der einseitigen beruflichen Beanspruchung zu sichern, hat den Leiter der Deutschen Arbeits­front und der Jugendführer des Deutschen Reiches bestimmt, eine gemeinsame Anordnung über Aus­gleichssport in den Betrieben zu erlassen. Unter Beaufsichtigung der Dienststellen der Hitler-Juqend wird vom Sportamt der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" dieser Ausgleichssport während der

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Arbeitszeit außerhalb der Betriebssportgemeinschaft durchgeführt. Die Frage der sportlichen Betätigung der Jugend innerhalb der Betriebssportgemeinschaft wird noch besonders geregelt. Die Leibesübungen der berufstätigen Jugend werden grundsätzlich wahrend der Arbeitszeit durchgeführt und sollen sich in der Regel auf mindestens eine Doppelstunde in der Woche erstrecken.

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