Ausgabe 
23.2.1938
 
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Wie siehtes in derWittschasiaus?

Im Vorjahre hatte der deutsche Einzelhan­del einen Gesamtumsatz von rund 31 Milliarden Mark. Die Umsätze hotten sich gegenüber 1936 um rund 10 v. H. gesteigert und den tiefsten Stand von 1932 um 45 v. H. überschritten. Im Jahre 1933 setzte der Einzelhandel für rund 21,2 Milliarden Reichsmark um. Allerdings liegt dieser Umsatz von rund 31 Milliarden Reichsmark noch um 10 bis 15 v. 5). niedriger als im Jahre 1929, aber man kann nicht einfach die Wertziffern der Einzelhan­delsumsätze vergleichen, sondern muß berücksichtigen, daß die Einzelhandelspreise seit 1929 erheblich zu­rückgegangen sind, daß also mengenmäßig eine stär­kere Angleichung an die Umsätze dieses Jahres der Scheinkonjunktur zu verzeichnen war. Auf ge­wissen Gebieten des Einzelhandels, z. B. im Mö­belgeschäft, wurde mengen- und wertmäßig die Umsatzziffer des Jahres 1929 überholt und auch im laufenden Jahr dürften die Umsätze auf allen Ge­bieten weiter zunehmen. *

Als zweite der Berliner Großbanken hat die Reichs - Kredit. Gesellschaft - AG. nun. mehr ihren Geschäftsbericht veröffentlicht, der, da diese Bank vor allem den Außenhandel finan- ziert, ein Anwachsen der einzelnen Abteilungen zeigt, die mit den bekannten Schwierigkeiten unse­res Außenhandels überhaupt zusammenhängt. Das hat natürlich ein Anwachsen der Geschäftsunkosten mit sich gebracht, das über das normale Maß hinausgeht. Auf der anderen Seite waren infolge der Verringerung der Zinsspannen die Einnahmen kleiner als gewöhnlich. An Einnahmen wurden 1937 9,66 Millionen (i. D. 9,48 Millionen) ausgewiesen, aus dem Konto Zinsen und Diskont, ferner 5.80 Millionen (4,62 Millionen) Provisionen und Ge- bühren, eine halbe Million Dividenden und Betei- Ligungen. Die Aufwendungen betrugen dagegen 15,33 Millionen. Der Reingewinn verminderte sich von 3,21 Millionen auf 2,60 Millionen im Jahre 1937. Dom reinen Bankenstandpunkt aus ist also trotz der Ausweitung des gesamten Bankgeschäftes die Entwicklung nicht günstig, aber mit der weiteren Durchführung des Dierjahresplanes wird eine stärkere Heranziehunß der Kreditbanken erfolgen. Die Umschichtungen im Außenhandel spiegeln sich auch im Aufbau Der Bankbilanzen ab, so in der Er- Höhung der Wechselkredite. Die staatliche Wirtschafts­politik stellt an die Banken ebenso hohe Anforde­rungen wie an die Privatwirtschaft.

Hier soll nur von der zünftigen, also gewerbs­mäßigen deutschen Gartennutzung die Rede fein. Der Reichsnährstand hat auf Grund der 1936 durchgeführten Erhebung über die Bodenbenutzung zum ersten Mal ein klares Bild über die deutsche Gartennutzung geschaffen. Einschließlich der Baum­schulen, Saatzuchtbetriebe und Blumengärtnereien sind 187 000 Menschen im Gartenbau beschäftigt, die ihren Lebensunterhalt auf nur 153 000 Hektar ge­winnen. Der Arbeitseinsatz im Vergleich zu ter landwirtschaftlichen Nutzungsfläche ist also außer­ordentlich groß. Werden die kleinbäuerlichen, aber ebenfalls für den Marktverkauf erzeugenden Be­triebe eingerechnet, so steigt die Nutzungsfläche auf 230000 Hektar, also für ganz Deutschland gerech­net, aus eine Fläche, die 23 Kilometer lang und 10 Kilometer tief ist. Der Erzeugungswert wird je nach den klimatischen Einwirkungen auf 965 bis 1300 Millionen RM. geschätzt. Die Ein- fuhr von Gemüse, Obst und Südfrüchten ist gegen 1933 scharf gedrosselt worden. Südfrüchte können natürlich in Deutschland im allgemeinen nicht er­zeugt werden, wenn auch einige Elektrizitätswerke ihren Wärmeüberschuß in Warmhäusern für den Anbau von Ananas und im Winter von Tomaten, Gurken und Frühgemüsen verwenden. Südfrüchte tonnen aber zum Teil durch heimisches O b st ersetzt werden. Aber: eine übermäßige Ausdehnung von Obst- und Gemüsebau ist jetzt grundsätzlich nicht erwünscht, weil wir Boden für Gespinstpflanzen, Getreide und Hackfrüchte aus der einen Seite brauchen und weil andererseits die Verstärkung unseres Außenhandels mit Italien und den Balkanländern uns große Obst- und Ge­müsequellen erschließt.

Der Absatz an Landmaschinen betrug in Deutschland im Jahre 1932 = 120 Millionen Mark, erhob sich im Jahre 1936 auf 275 Millionen und im Vorjahre auf 300 Millionen RM. Die Bestrebun­gen des Reichsnährstandes für die erweiterte An­wendung von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten haben also vollen Erfolg gehabt. Die Stei- gerung ter Kaufkraft unserer Bauernschaft, die Schwierigkeit der Beschaffung der notwendigen Arbeitskräfte und die Intensivierung der Landwirt­schaft erzwingt immer stärker die Verwendung von Dreschmaschinen, Erntemaschinen für alle Zwecke, Saatgutreinigern, Sortiermaschinen für Knollen- früchte, Hackmaschinen, Düngerstreuer, Mähmaschi- nen, Rübenschneidern, Schrot-, Quetsch- und Mahl­mühlen usw. Die Preise für Landmaschi­nen und landwirtschaftliche Geräte sind mit Wir­kung vom 15. März auf Verordnung des Reichs- kommiffars für die Preisbildung um 5 v. H. ge­senkt worden im wesentlichen auf Kosten des Verteilerapparates. Zu beachten ist, daß die Merk­zahl für die Großhandelspreise der Landmaschinen seit 1931 um etwa 20 v. H. zurückgegangen ist, obwohl zum Teil Verbesserungen und erhöhte Be­quemlichkeiten beim Gebrauch der Maschinen hinzu­gekommen sind. Die neue Preissenkung erinnert an die vor Jahresfrist vorgenommene Senkung der Preise für künstliche Düngemittel und soll die gestiegenen Unkosten der Landwirtschaft aus- gleichen helfen.

Zur Förderung des Güterfernverkehrs mit Lastkraftwagen hat der Reichsoerkehrs- minifter soeben ein Programm veröffentlicht, das alle Unternehmen des Güterfernverkehrs, gleich- gültig ob es sich um Kraftwagenbetriebe innerhalb des Reichskraftwagenbetriebsoerbandes oder um solche der Reichsbahn handelt, erfassen soll. In erster Linie sollen jedoch die sogenannten Tramp- f a h r e r, das sind die kleinsten selbständigen Fern­fahrer, gestützt werden. Diese leiden darunter, daß ihnen trotz Des ungeheuer gesteigerten Güterum­laufs nicht genügend Frachtgut über die Laderaum- Verteilungsstellen zufließt. Auch fühlen sie in zu­nehmendem Maße den Wettbewerb der spediteur- eignen Großunternehmen, welche sich durch Anmie­tung von Fernzügen und ähnliche Maßnahmen auszudehnen suchen. Daher ist es nach dem Erlaß jedem Derkehrsunternehmen, also sowohl der Eisen­bahn als auch dem Kraftwagen verboten, Spedi­teure für Ferntransporte ausschließlich auf sich zu verpflichten. Ferner wird dafür gesorgt, daß das für den Kraftwagen bestimmte Gut in angemesse- nem Umfang bei den Laderaumverteilungsstellen zusammenkommt und nicht durch angemietete Un­ternehmer von den Spediteuren selbst befördert

Eidgenossen gegen Rotfront.

Von unserem Or. <S -Korrespondenten.

Zürich, 22. Februar.

der Überwältigenden Mehrheit von rund 485 800 gegen rund 87 200 Stimmen verwarf das Schweizeroolk ein kommunistisches -Volksbegehrenfür die Abänderung des f akultativen Referendums". Für die Taktik und heimtückischen Propagandamethoden der Kommunisten ist dieses Volksbegehren bezeichnend, weil es den Anschein erwecken möchte, als ob dem Volke ein erweitertes Mitspracherecht in der Bundesgesetzgebung gegeben werden soll. Es verlangt u. a.,daß der Volksabstimmung nur solche Beschlüsse oder Bundesgesetze entzogen wer­den, die im Interesse des werktätigen Volkes liegen, und wenn sie von den eidge­nössischen Räten mit drei Vierteln ter anwe­senden Mitglieder beschlossen werden". Auf Grund Artikel 89 Absatz 2 der Bundesverfassung können Bundesbeschlüsse und Gesetze von der Bun­desversammlung als dringlich erklärt werden, wenn ein wichtiger Grund und das öffentliche Interesse keinen Aufschub in der Inkraftsetzung dulden. Die Dringlichkeitsklausel entzieht sie automatisch der Volksabstimmung. Ganz abgesehen davon, daß der Begriffwerktätiges Volk" im kommunistischen Sinne zur Terminologie des Klassenkampfes ge­hört und einer volksfremden Gedankenwelt ent­springt, ist der Vorschlag auf eine Dreiviertelmehr­heit bei der Dringlichkeitserklärung nichts anderes als ein Versuch, dem marxistisch-bolschewistischen Linksblock in der Bundesversammlung mehr Geltung zu verschaffen. Die bürgerlichen Gruppen in den eidgenössischen Räten besitzen zwar ein star- kes Uebergewicht, aber nicht einmal die Zweidrittel­mehrheit. In allen Fällen des Notstandes, der die rasche Durchführung gesetzgeberischer Maßnahmen, also die Vermeidung des langwierigen Volksabstim­mungsverfahrens fordert, wollen die roten Bundes­genossen einen entscheidenden Einfluß auf die In­angriffnahme dringender Staatsaufgaben durch­setzen. Das Schweizervolk hat mit großer Mehrheit den Angriff einer im Solde Moskaus stehenden Clique abgeschlagen, die durch eine Hintertür in politische Machtstellungen gelangen und eine Art Diktatur des Proletariats" ausüben wollte.

Der Kampf gegen den Bolschewismus trat am 20. Februar auch insofern in eine neue Phase, als zum ersten Mal ein deutschsprachiger Kan­ton das Verbot der kommunistischen Partei und ihrer Nebenorganisationen durch Volksabstimmung bestätigte. Mit rund 5400 gegen rund 3500 Stimmen nahmen die Stimmbürger des

innerschweizerischen Kantons Schwyz eine diesbezügliche Vorlage an und verstärkten damit die Front jener westschweizerischen Kantone (Neuen- bürg, Genf, Waadt, Freiburg), die bereits mit ge- setzgeberischen Maßnahmen beispielgebend voran­gegangen sind. In den deutschsprachigen Kantonen Uri und Obwalden sind Vorlagen aus Verbot aller der kommunistischen Internationale angeschlossenen Verbände . in Vorbereitung. Entscheidungen des Bundesgerichts in Lausanne lassen keinen Zweifel darüber zu, daß derartige antikom­munistische Kantonsgesetze mit Sinn und Wortlaut der Bundesverfassung Übereinstimmen. Das Bundes-

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gericht hat ausdrücklich nicht nur die Kampfmetho- den, sondern auch den Zweck des Kommunismus als unerlaubt verurteilt, so daß sich die Kom­munistische Partei nicht auf Artikel 56 (Sicherstel­lung der Vereinsfreiheit) berufen kann. Der be­merkenswerte Rückgang der kommunistischen Stim­men bei den Wahlen zum'Kantonsparla- ment Basel-Stadt am 20. Februar 1938 läßt ferner darauf schließen, daß der Einfluß der Kom­munisten in den breiten Volksschichten weiter zu- rückgeht. Verschiedene Vorgänge in den letzten Wochen und Monaten Fememord der GPU. in Pully (Kt. Waadt) im September 1937, kommuni­stischer Menschenschmuggel von Vorarlberg über die Schweiz nach Rotspanien, Enthüllungen über kom­munistische Zellenbildungen und Spionagedienst u. a. m. drängen immer mehr zu durchgreifen­den Maßnahmen des eidgenössischen Bundes, da die Kantonsgesetze naturgemäß nur von terri­torial begrenzter Wirkung sind.

Schopenhauer als kämpferische Persönlichkeit.

Reichsleiter Rosenberg auf der Danziger Festkundgebung.

Zum ISO. Geburtstage des Philosophen.

Danzig, 22. Febr. (DNB.) Danzig beging den 150. Geburstag seines großen Sohnes Arthur Schopenhauer mit einer würdigen Gedenk­feier, bei der der Beauftragte des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, u. a. folgendes ausführte:

Worauf wir als Nationalsozialisten heute ent­scheidendes Gewicht legen, ist die große Per­sönlichkeit Schopenhauers als Zeichen eines vor nichts zurückschreckenten Wahrheitsfanatismus. Gleich, ob wir uns auf den Standpunkt Schopen­hauers stellen, daß diese Welt kein Werk eines all- gütigen Wesens, wohl aber das eines Teufels fei, oder ob wir im Verlauf der Völkergeschichte eine tiefer wirkende Vorsehung erblicken, etwas ist es jedenfalls, was zu allen Zeiten zu bedenken not­wendig ist: Die alte Frage vom Sinn des Kampfes und des großen Leides dieser Welt. Da Schopen­hauer unbestechlich Gesellschaft und Leben betrachtet, war ihm scyon zu seiner Zeit das Problem des Judentums nicht nur eine theoretische Ange- legenheit, sondern mit dem Instinkte des Genies witterte er im Juden allein schon auf philosophi­schem Gebiete den Antipoden eines jedenechten arischen Religionsgefühles", und gegen den Zug des jüdischen Geistes im staatlichen Denken Europas hat er in einem Maße protestiert, wie auch nach ihm nur wenige mit dieser Klarheit und diesem Mut. Schopenhauer lehrt unermüdlich die Liebe zum Tier, in dem er ebenfalls einen zu achtenden

Trager des Lebens erblickt und nicht ein Mittel der Herrschaft. In der allgemein anerkannten Despotie des Menschen über das Tier und in der Tierquäle­rei sieht er eine Auswirkung des christlich-jüdischen Geistes, gegen die zu protestieren er nie aufge­hört hat.

Was Schopenhauer über persönliches Schicksal und Vorsehung sagt, gehört mit zu dem Schönsten, was in deutscher Sprache geschrieben worden ist. Die Erziehung des Menschen, die Dinge selbst ohne Be­zug auf Die Ichsucht zu erblicken, das ist vielleicht jene größte Erziehungstat, die Schopenhauer uns vorgeFeichnet hat. Eine große Sache in ihrem Wesen zu sehen und dieses Wesen, unbekümmert um alle Dinge, zu verteidigen, das ist es, was wir als Kern germanischer Moral empfinden und damit als Bekenntniskern unserer nationalsoziali­stischen Bewegung bezeichnen dürfen. Schopenhauer gesteht:Ein glückliches Leben ist unmöglich: Das Höchste, was der Mensch erlangen kann, ist ein heroischer Lebenslauf."

Dann fand in der Technischen Hochschule die Enthüllung einer 93 ü ft e Schopen­hauers durch Gauleiter Forster statt. Am Ge­burtshause Schopenhauers in ter Heiligengeist- gasse 114, wurde eine Gedenktafel enthüllt. Eine Schopenhauer-Ausstellung ist im Landesmuseum in Danzig-Oliva abends begann die Reihe der wissen­schaftlichen Vorträge, die Professor Dr. L i l j e quist (Lund) mit einem VortragSchopenhauer und das Bewußtseinsproblem" eröffnete.

wird. Eine besonders wichtige und neuartige Be­stimmung des Programms überträgt dem Reichs­kraftwagenbetriebsverband das Recht, mit den ihm angeschlossenen Unternehmern Beschäftigungs- oerträge abzuschließen und auf diese Weise selbst als Unternehmer aufzutreten. Die Neuordnung muß bis zum 1. Juli 1938 durchgeführt fein.

Die feit dem Umbruch einsetzende Erstarkung der deutschen Z e m e n t i n d u st r i e hat sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt. Es konnte ein Ge­samtumsatz von 12,47 Mill. Tonnen erreicht wer­den. Damit hielt die vom tiefsten Stande 1932 mit einem Jahresversand von 2,80 Mill. Tonnen be­gonnene Wandlung in steter Aufwärtsbewegung an. Die Absatzziffern der letzten drei Jahre stellten sich auf 8,63 Mill. Tonnen in 1935, davon 8,10 Mill. Tonnen im Inland und 0,53 Mill. Tonnen im Aus­land; 11,53 Mill. Tonnen in 1936, davon 10,87 Mill. Tonnen im Inland und 0,66 Mill. Tonnen im Ausland. Es liegt demnach für 1937 eine 93er» sanderhöhung um 8 v. H. vor, der eine wesentliche Erhöhung in den Jahren 1935 und 1936 voran­gegangen war. Der Jnlandumsatz konnte sich dabei um rund 7 v. H., das Ausfuhrgeschäft um rund ein Drittel verstärken. Die deutsche Zementindustrie ist sowohl im Süden als auch im Norden in ihre opti­malen Beschäftigungsmöglichkeiten hineingewachsen, während die Fabriken des westdeutschen Gebietes mit annähernd der Hälfte ihrer Leistungsfähigkeit, also ebenfalls besser als in den vorangegangenen Jahren, beschäftigt sind.

Die internationalen Rohstoffmärkte zeigen ein uneinheitliches Bild, aber der wachsende Pessimismus in den USA. hat einzelne Gebiete stark in Mitleidenschaft gezogen und so wurde z. 93. für Gummi ein neuer Tiefstand erreicht, da die Aussichten der amerikanischen Automvbilerzeugung recht schlecht beurteilt werden. Auf den Metall­mär k t e n machte sich das Fehlen der Verbrau­cherschaft aus ter USA. bemerkbar. Die Kupfer- preise gingen in London auf 38,50 £ herunter, man rechnet mit einer Erhöhung der Produktion. Der Zinn markt blieb ziemlich unverändert; stärker verloren Zink und Blei. Am G e - treifctmartt waren nur mäßige Preisrück­

gänge, dagegen gingen Textilien zurück, wenn sich auch die Baumwolle zum ersten Male nach langer Zeit etwas erholen konnte. Bemerkens­wert bleibt bei den Kolonialwaren die Be­festigung der Kakaopreise, dagegen gingen die No- tierungen für Butter, Talg, Kopra, Tee weiter zurück.

Die Lage aus dem E i s e n m a r k t ist un­verändert. Die Bestellungen erfolgten auf Grund der bestehenden Anordnung und das Geschäft war ununterbrochen lebhaft. Die Ablieferungen blie-ben immer noch hinter den angeforderten Mengen zu­rück. Die Erzeugung bewegte sich im Rahmen der Vormonate. Im Ausland übte die Kundschaft wei­terhin Zurückhaltung; da nur das Notwendigste ge­kauft wurde, war ein entsprechender Rückgang der Auftragsbestände für das Ausland unvermeidlich. Jede sich bietende Gelegenheit, einen Auftrag her­einzunehmen, wurde unter Beachtung annehmbarer Lieferfristen wahrgenommen. Der Kohlenabsatz war weiterhin recht befriedigend, wenn auch eine ruhigere Entwicklung beim Eingang der Aufträge eintrat. Das Auslandsgeschäft liegt hier nach wie vor wenig günstig, Italien hat seine Abrufe einge­schränkt. Die Erzbezüge aus dem Aus- und In- lande wurden den getroffenen Vereinbarungen ent« sprechend durchgefüyrt. Die den Verbrauchern zu- geteilten Roheisenmengen wurden in allen Fällen voll in Anspruch genommen. Auch die Beschäfti­gungslage in der Solinger Industrie ist durch den saisonmäßig bedingten, derzeitig geringe­ren Auftragseingang beeinflußt. Während in der ersten Dezemberhälft« sämtliche Fdbrikationsein- rirf)hingen intensiv ausgenutzt und auch Ueberftun» den geleistet werden mußten, um allen Ansprü­chen Der Abnehmer zu genügey. ist in den letzten Wochen doch eine wesentliche Beruhigung einte» treten, so daß die Ueberftunbenarbeit eingestellt wurde. Durchschnittlich bewegten sich die Umsätze im Rahmen derjenigen des Jahres 1937. Die Aus­fuhr steht zum Teil unter dem Einfluß des in eini­gen Absatzgebieten eingetretenen Umschwungs. Na­mentlich in den Ländern, in denen die Preise für die Landeserzeugnisse wesentlich gefallen sind, be­darf es erst eines Ueberganges, bis sich das Ge­schäft wieder in gewohnten Bahnen bewegt.

Gequältes Volkstum.

Bei der Utnschreibung dessen, was zum Inter­essenbereich des Deutschen Reiches nach Recht und Gesetz gehört, hat Adolf Hitler unter dem jubeln­den Beifall des gesamten Reichstags auch von den unnötigen Quälereien" gesprochen, die viele nationale Minderheiten wegen ihrer Zugehörigkeit zu einem bestimmten Volkstum außer dem Leid des politischen Getrenntseins vom Mut­tervolk noch erdulden müssen. Es traf sich gut, daß gerate in jener Stunde, da der Führer das volks­politische Recht von 10 Millionen Deutschen an den Ostgrenzen des Reiches proklamierte, der Vor­sitzende der Sudetendeutschen Partei, Konrad Henlein in Teplitz-Schonau erneut ein Bild der sudetendeutschen Existenzgefährdung durch den wirtschaftlichen V e r n i ch t u n g s k a m p f des tschechischen Staatsapparates entrollte.

Es gibt in der Tat kaum ein treffenderes Bei­spiel für volkliche Entrechtung und Entmachtung als das sudetendeutsche Schicksal nach dem Welt­kriege. Zwar haben Prager Regierungsstellen und Prager Zeitungen immer wieder versucht, die plan­mäßige Entnationalisierung der im tschechischen Staatsgebiet lebenden Volksgruppen abzuleugnen und die demokratische Mitwelt von ihrervorbild­lichen" Minderheitenpolitik zu überzeugen. Aber die harte und unmißverständliche Sprache der Tat­sachen, die Ruinen einer einst blühenden Industrie, die Elendsgestalten beschäftigungsloser Männer, die schmerzerfüllten Gesichter unglücklicher Frauen und die leise wimmernden Stimmen hungernder Kinder im gesamten' deutschen Grenzgebiet sind unerbitt­liche Zeugen gegen das amtliche Prag. Die Aus­führungen, die Konrad Henlein auf der Wirtschafts­kundgebung in Teplitz-Schonau gemacht hat, lassen sich durch Hunderte von Einzelheiten, durch Hun­derte von unwiderlegbaren Beweisen für dietotale Bedrohung sudetendeutschen Lebens" jederzeit ergän­zen. Eine solche Auffrischung des Gedächtnisses der Welt scheint uns gerate jetzt sehr notwendig, da der Führer Dem Ausland zu verstehen gegeben hat, daß er Die fortgesetzte Verfolgung unD Mißhandlung Der Deutschen Menschen an unseren Grenzen nicht einfach mehr hinnehmen würde.

Nicht genug Damit, Daß, wie Henlein sagte, mehr als 500 000 Hektar Deutschen Bodens seit Dem Friedensschluß einfach enteignet roorDen sinD, wurDe Den Sudetendeutschen auch jeDe andere Möglichkeit erfolgreicher Betätigung unD sozialen Aufstiegs auf Dem Zwangswege genommen. ODer hat man es in Den demokratischen Hauptstädten schon wieder vergessen, wie die Gleichberechtigung Des suDetenDeutschen Volkstums in Der Tschecho­slowakei praktisch aussieht? Gemäß Dem irrsinnigen, aber nichtsdestoweniger höchst gefährlichen 9Bort Wir müssen Die Sudetendeutschen vertschechoslowa- kisieren", das der Vertraute Masaryks, Karl C a - pek, am 27. Dezember 1937 in der ,Lidowe No- viny" schrieb, wurde von Anfang an die Verskla­vung der Deutschen in Der Tschechoslowakei mit allem NachDruck betrieben. Das Ergebnis ist furcht­bar genug. Neben dem deutschen Landbesitz war das Schulwesen als stärkster Stützpunkt des Volkstumsgedankens dem tschechischen Zugriff zu­erst ausgeliefert. Während es in Böhmen, Mäh­ren und Schlesien 1914 noch 104 deutsche Gym­nasien und Realschulen gab, ist ihre Zahl inzwischen auf weniger als 70 gesunken. Die tsche­chischen Gymnasien und Realschulen in diesen Ge­bieten haben sich dagegen um 54 vermehrt. Von Den 29 deutschen Lehrerbil^'n'-'sanstalten Der Vorkriegszeit finD nicht mehr IG h--v n Rund 20 000 Deutsche KinDer müssen tfch ^lks-

schulen besuchen. Von 662 fuDetenbeutjc, *r« gärten werben 6, von 1752 tschechischen . ver­gärten aber 852 durch den Staat erhalten

Besonders verhängnisvoll hat sich der tschechische Schulterror im Hultschiner Ländchen aus- gewirkt, Das zu 80 v. H. von Deutschen bewohnt wirb. Hier wurden von 42 Deutschen Schulen 39 gesperrt, so Daß Die Mehrzahl Der Deutschen KinDer Dem tschechischen Haßgeist ausgeliefert ist. Nicht anDers liegen Die Verhältnisse im Bereich Des Hoch­schulwesens. WährenD Die tschechischen Studenten­heime beispielsweise 1933 eine staatliche Unter- tützung von 1233 000 Kronen erhielten, mußten ich die drei deutschen Studentenheime mit insae- amt 11000 Kronen begnügen. Die zielbewußte Unterhöhlung des deutschen Universitätslebens und Der Deutschen Geisteskultur bilDet überhaupt ein be­sonderes Kapitel tschechischer Brutalität. Man denke nur an den Raub der ältesten deutschen Universitäts­insignien durch den Prager Pöbel, den die Regie­rung mit ihrer Autorität deckte.

Dem Raub kultureller Einrichtungen und deut­scher Geistesgüter stellt sich der Raub der Ar­beitsplätze für die schaffende Bevölkerung wür­dig zur Seite. Bei fast gleicher wirtschaftlicher Struktur gibt es noch heute in den sudetendeutschen Gebieten Durchschnittlich fünfmal so viel Ar­beitslose wie in Den tschechischen Gebieten. Die Unterstützung, Die übrigens nur ein Drittel Dieser Arbeitslosen erhält, liegt weit unter Dem mensch­lichen Existenzminimum, sie reicht nicht zum Leben unD nicht zum Sterben. Den beDaucrnsroerten Men­schen aber, die ohne eigene SchulD ihren Arbeits­platz verlassen mußten unD nicht einmal DenVor­zug" staatlicher Fürsorge genießen, bleibt in ihrer Verzweiflung oft kein anDerer Ausweg als Der FreitoD. In gatu Europa haben bestimmte Wohn­bezirke des Sudelendeutschtums Den RekorD Der Seldstmordziffern feit langen inne. Denn

nicht überall kann Die sutetenteuftche Selbsthilfe eingreifen, zum Teil, weil unseren verarmten Volks» qenossen Die Mittel fehlen, in Der Hauptsache aber Deshalb, weil diesen Hilfsaktionen der tschechische Amtsknüppel zwischen Die Beine geworfen wirD. Das Ausreiseverbot für Die unterernährten unD er­krankten Kinder ins Reich haben wir noch nicht vergessen!

Wohin man auch blickt, überall wirb Die Benach* teiliaung Der SuDetenDeutschen in Der krassesten Weise sichtbar, so etwa bei Der Vergebung öffent­licher Arbeiten ober bei Der Besetzung staatlicher Dienststellen mit Beamten unD Angestellten. Die Männer, Die für Diese Quälerei eines fleißigen unD friedlichen Volkes verantwortlich finD, sollten in ihrem eigenen Interesse wenn sie schon Das Ge­bot Der Menschlichkeit gleichgültig läßt in sich gehen unD Die Folgen beDenfen. Der Führer hat seinen Willen zum frieDlichen Ausgleich betont, aber auch keinen Zweifel an Der machtpolitischen Stärke Des neuen Deutschland gelassen. H. Evers.

Wegen einer scharfen und persönlich beleidigenden Kritik des Deutschen Reichskanzlers undseinerRede wurden inPragmehrsre Blätter beschlagnahmt, so die kommunisti­schen ZeitungenRude Prawo",Rote Fahne", Halo Noviny", derNarod", der tschechischeTele- graaf", DieSlovenske Zoesti", die nationaldemokra­tischeNarodni Noviny" sowieDer Sozialdemo­krat". __-----