Ausgabe 
23.2.1938
 
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dem englischen Standpunkt nur noch die Genfer Dogmen gelten lassen wollte.

Es wäre sicher verfrüht, nun annehmen zu wol­len, daß der Sturz Edens den Genfer Spuk nun überhaupt rasch beenden werde. Erst aus der prak­tischen Politik, die Chamberlain in den kommenden Monaten betreibt, wird man ersehen können, ob der britische Premierminister nicht nur bereit, son­dern vor allem auch in der Lage ist, mit allen den Illusionen aufzuräumen, die in den letzten Jahren der englischen Politik beinahe hinderlicher gewesen sind als der Politik jener Länder, gegen die man sie zunächst aufgerichtet hatte. Es ist frei­lich schon ein gutes Zeichen, daß er imstande war, sich gegen alle innerpolitischen Widerstände, auch gegen gewisse Widerstände in den Reihen der eige­nen Partei, zu behaupten. Und an seinem ehrlichen Willen, zu einem direkten Gespräch mit Italien und Deutschland zu kommen, sind keine Zweifel erlaubt. Es muß andererseits bedacht wer­den, daß Chamberlain zahlreichen Bindungen eines parlamentarisch-demokratischen Systems unterliegt und seine Handlungsfreibeit demgemäß begrenzt ist. Im europäischen Interesse muß man freilich wün­schen, daß der Realismus, der im Dezember 1935 den damaligen britischen Außenminister Sir Sa­muel Hoare zu Fall brachte, diesmal die Ober­hand behält. Denn.nur von der nüchternen Erkennt­nis gegebener und nicht hinwegzudiskutierender Tatsachen aus läßt sich eine wirklich konstruktive Politik treiben.

Französischer Rüslungskredit von 11 aus iS Milliarden erhöht.

Vornehmlich für Luftwaffe und Flotte bestimmt.

Paris, 22. Febr. (DNB.) Im Ministerrat vom Dienstag hat die Regierung beschlossen, der Kam­mer einen Gesetzesvorschlag über die Eröffnung eines außergewöhnlichen Landesver- teidigungskredites von 3,2 Milliar­den Fr a n k e n zu unterbreiten. 1,8 Milliarden Franken sollen hiervon für den Ausbau der Luftwaffe verwendet werden. 800 Millionen entfallen auf das Kriegsmarinemini ft e- rium. Weitere 600 Millionen sollen in erster Li­nie für Luftabwehrgeschütze der Kriegsmarine ver­wendet werden. Die Regierung hat ferner beschlos­sen, zwei 35 000-Tonnen-Schlacht- schiffe auf Kiel zu legen. Die notwendigen Gel­der sollen auf dem Wege einer Landesvertei­digungsanleihe aufgebracht werden. Die außergewöhnlichen Kredite für die Landesverteidi­gung werden sich damit von 11 auf 15 Mil­liarden Franken erhöhen.

Oie Gudetendeutschen fordern Mitbestimmung.

,Wir wollen Subjekte derStaatsPolitik sein?

Prag, 23. Febr. (DNB.) Im Prager Abgeord­netenhaus führte der Abgeordnete May für die Sudetendeutsche Partei aus, die politische Entwick­lung der letzten Tage habe endgültig gezeigt, daß die natürlichen Lebensrechte der Völ­ker stärker seien als jene Staatsgebilde, die den Lebensansprüchen der Völker nicht gerecht werden wollten. Das Volk wünscht Ordnung und Gerechtig­keit und vor allem Sicherheit seiner Ar­beit. Auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens herrscht heute eine heillose Unordnung. Kompetenz­streitigkeiten gibt es ständig zwischen den staatlichen Behörden. Akte verschwinden immer dort, wo es sich um Sudetendeutsche handelt. Wer uns zum Ve­getieren zwingen will, ist unser Feind. Wir lassen uns nicht das ablisten, worauf wir einen natür­lichen Anspruch haben. Wir haben uns immer an die Ordnung gehalten, wir nützen den Staat nicht aus, wir leisten, was er fordert. Wir wollen Subjekte der Staatspolitik sein, wie es unserer Stärke zukommt. Wir stehen zu unserem Recht, weil eine Volksgruppe von unserem Ausmaß nicht auf ihre völkischen Rechte verzichten kann. Keine Verfolgung und Gewalt wird uns von dem eisernen Willen abbringen, als freie rnitbe stimmende Männer zu leben.

Zusammenfassung aller ausbauwiliigen mäste.

Rundfunkansprache

des österreichischen Innenministers.

Wien, 22. Febr. (DNB.) Innenminister S e y ß- I n q u a r t erklärte im Rundfunk, Ernst, Samm­lung und Disziplin seien jetzt die wichtigsten Vor­aussetzungen dafür, daß die in Berchtesgaden ge­fundene Plattform zu jenem Aufbau führe, in wel­chem der österreichische Nationalsozialist in legaler Form sein Gedankengut für ein enges und sreund- fchaftliches Verhältnis zwischen den beiden Staa­ten einzusetzen habe. Die Maßnahmen zur Z u - jamme nfassung aller aufbauwilli-- gen Kräfte in Oesterreich seien getroffen. Ge­rechte Forderungen würden ihre Erfüllung finden. Nach dem Ablauf dreitägiger Freudenkundgebungen habe er nunmehr zur inneren Sammlung und Be­reitschaft aufgerufen. Dies sei der Sinn der Ver- fügung, die öffentliche Kundgebungen ein st weilen untersage. Die Rede von Bun­deskanzler Schuschnigg werde alle Kräfte für öas gesamte deutsche Volk und das österreichische Vaterland zum Einsatz bringen.

Die deutsche Volksgruppe in Rumänien stimmt für die neue Verfassung.

B u k a r e st, 22. Febr. (DNB.) Gegen die Auf- sovderung Manius, die in Kreisen der Liberalen Widerhall gefunden haben soll, sich an der Ab­stimmung am Donnerstag nicht z u beteiligen, richtet sich ein Hinweis des Innenministers an die ^der Versuch, jemanden an der gesetzlichen Wahlpflicht zu hindern, m i t G e f ä n g - n i s b e st r a f t wird. Am Abstimmungstag wer- den die Behörden und Schulen geschlossen sein. Zahlreiche Personengruppen werden gemeinsam ihre Stimme für die neue Verfassung abgeben. Der Führer der deutschen Volksgruppe, Fabri- $ius, hat die Deutschen in Rumänien aufgerufen für die Verfassung zu stimmen, da der König die Rechte aller Volksgruppen gewährleistet habe.

Die »Partei des nationalen Willens" in Ungarn verboten.

Budapest, 22. Febr. (DNB.) Die von dem früheren Generalstabsmajor Szalafi geführte

Äaliemsch-englische WirWastsverhandlungen

AationalspamscheTriippenerobertenTemelzuriilk

Die

des

Einheitliche Bearbeitung von Berkehrsstrassachen.

Bilbao, 22. Febr. (DNB.) Die nafionalfpani- schen Truppen haben den letzten Widerstand der bolschewistischen Besatzung Teruels gebrochen und die Stadt in ihrer ganzen Ausdeh­nung beseht. Auf den Trümmern der von den Bolschewisten zerstörten Verwaltungsgebäude wurde die nationale Fahne gehißt. Etwa 4 00 0 b o l s ch e w i st i s ch e Gefangene, unter ihnen derChef des Generalstabes", wurden gemacht. Un­ter den toten Bolschewisten befinden sich zahlreiche Häuptlinge und politische Kommissare. Eine unüber­sehbare Wenge von Kriegsmaterial, darunter eine Lustabwehrbatterie und 2 Lebensmittelspeicher, sowie große Wunitionsvorräte fielen den siegreichen Truppen Francos in die Hände.

Der Vormarsch konnte am Dienstag im Süd­osten von Teruel fortgesetzt werden. Die na­tionalspanischen Truppen erreichten Lomas Eassil- las, Eoscajares und El Eastellar. Auch die Ortschaft Easiralvo mit der Wallfahrtskirche sowie andere Positionen im Turio-Fluhtal gelangten in den Be­sitz der nationalspanischen Truppen.

Der nationale Fronkberichkerstatter stellt auch in dem wiedereroberten Teruel die abscheulich­ten Verwü st ungen durch die Bolschewisten est. So wurden u. a. aus der San Pedro-Kirche von den Bolschewisten wertvolle Reliquien gestohlen. Aus dem Bischofspalast sind uner­setzliche Archive geraubt worden. 3n der Kathedrale konnte nicht ein einziges der wertvollen Kunstwerke gefunden werden. Die Bank von Te­ruel ist ebenfalls völlig ausgeplündert wor­den. Mehrere Gebäude wurden von den Bolfchewi- ten nach bekanntem Muster in die Lust ge- p r e n g t. Bel vielen anderen Häusern fand man noch die unterirdischen Sprengladungen, die von den Bolschewisten nicht mehr angezündet werden konnten.

waltfchaften, soweit es bisher noch nicht ge­schehen ist, die V e r k e h r s st r a f s a ch e n in der Hand eines oder mehrerer bestimmter Sachbear­beiter zusammenzufassen sind. Ebenso sol­len im Interesse einer besonders fachkundigen Be­setzung der zuständigen Gerichte bei den Amts­und Landgerichten die Verkehrsstrafsachen grundsätzlich durch die Geschäftsverteilung einem bestimmten Einzelrichter oder bestimmten Schöffengerichten und Strafkammern zugewiessn werden. Die zur Bearbeitung -von Derkeyrsstraf- sachen ausgewählten Richter und Staatsanwälte sollen nach Möglichkeit über eigene praktische Derkehrserfahrungen verfügen und im Besitz einer Fahrerlaubnis für Kraftfahr­zeuge sein.

Kampf dem Verkehrstod!

Erziehung zu Berkehrsdisziplin.

Berlin, 22. Febr. (DNB.) Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei im Reichsministe-. rium des Innern, Himmler, hat eine Bekannt­machung veröffentlicht, in der er zunächst einige Zahlen der Verkehrsunfall-Bekämp- f u n g bekanntgibt. Danach gab es im Jahre 1935 bei 2 158 000 Kraftfahrzeugen 8764 tödliche Verkehrs Unfälle, im Jahre 1936 bet 2 475 000 Kraftfahrzeugen 8388 und 1937 bei 2 848 000 Kraftfahrzeugen 7635 Todesopfer bes> Verkehrs.

,Lch spreche allen", heißt es dann in dem Aufruf, hie an der Rettung wertvoller deutscher Menschen­leben durch die Senkung der Todesziffer im Stra­ßenverkehr mitgewirkt haben, meinen aufrichtigen Dank aus. Dieser Dank richtet sich in gleicher Weise an die Offiziere und Mänuer der deutschen Polizei, an die Kameraden und freiwilligen Helfer des Na- tivnalsozialistischen Kraftfahr-Korps sowie an die gesamte deutsche Bevölkerung, durch deren Verständ­nis und Mithilfe dieser Erfolg nur möglich war. Wir werden nicht Nachlassen in der wei­teren Erziehung aller deutschen Volksgenos- en. Das Erreichte ist ein Anfangserfolg. Im natio­nalsozialistischen Deutschland muß es möglich fein, die Zahl der Todesopfer des Verkehrs trotz der tön di gen Vermehrung der Kraftfahr­zeuge weiterhin zu senken, und zwar bis auf das Maß der wirklich durch höhere Gewalt her- Dorgerufenen, unvermeidbaren Unglücksfälle."

Partei des nationalen Willens" wurde aufge­löst und verboten. Die linksliberalen Blätter suchen das Verbot als ein Anzeichen eines Vor­gehens der Regierung gegen die rechtsradi­kalen Verbände auszulegen. Die Polizei hat auch in den Provinzstädten Durchsuchungen der Parteilokale und Wohnungen der Anhänger der Szalasi-Bewegung vorgenommen Major Szalasi und sein nächster Mitarbeiter, Graf Ladislaus Szechenyi, sollen einem polizeilichen Verhör unterzogen, jedoch nicht verhaftet worden fern.

General Zranco

beglückwünscht den Führer.

In London ist eine von dem Direktor der ita­lienischen Devisenbewirtschaftungsstelle d ' A g o - stini geleitete handelspolitische Delegation einge- troffen, die über die Verlängerung des Handels- und Zahlungsabkommens vom November 1936 verhandeln soll. Im Verlaufe des abessinischen Konflikts hatte die schwere Ver­stimmung der beiden Länder infolge der wirtschaft­lichen Sanktionen, die auf Betreiben Edens über Italien verhängt wurden, derart zugenommen, daß England praktisch seinen Handel mit Italien ein­st e l l t e. Im März 1936 war z. B. die Einfuhr nach Italien auf 267 000 Golddollar gegen 2 645 000 im März 1935 gefallen.

Als nach dem Zusammenbruch der Wirtschafts­blockade Italien neue Handelsverträge mit den einzelnen Nationen abschloß, unterschied es sehr wohl zwischen den Ländern, die die Sanktionen ge­fördert, und jenen, die sich ihnen nicht angeschlossen hatten. Diese starke Stellung Italiens kam auch in dem neuen Abkommen zum Vorschein, das im No­vember 1936 abgeschlossen wurde und die englischen Exporteure durchaus nicht befriedigt. Das Abkom­men sah eine Kontingentierung sämtlicher britischer Exporte nach Italien vor, um einen ita­lienischen Ausfuhrüberschuß zu sichern, der zur Ab­deckung der eingefrorenen britischen Forderungen, deren Höhe zwischen 2 und 3 Millionen Pfund ge­schätzt wurde, benutzt werden sollte, während die italienische Ausfuhr nach Großbritannien keinerlei

Beschränkung unterlag. Das sorgfältig ausgearbei­tete Clearing-Abkommen erstreckte sich auf Forde­rungen aus dem Warenverkehr und auf Frachten. Die Abwicklung der Außenstände war so gedacht, daß vier zinslose Konten bei der Bank von Italien und bei der Bank von England eröffnet wurden. Die Umrechnung der alten Forderungen Großbri­tanniens erfolgte, soweit die Lire bereits deponiert waren, zum Kurs von 64,46. Für die neueren For­derungen waren die jeweils erfolgenden Währungs­notierungen vorgesehen. England sollte vierteljähr­lich für durchschnittlich 43 Millionen Lire Kohle und Koks liefern. Die Gesamtmenge der aus England bezogenen Waren einschließlich der Lieferungen von Dorsch, Schellfisch und Stockfisch wurde auf 97 Mil­lionen Lire im Vierteljahr festgesetzt.

Italien konnte dagegen, wie gesagt, schrankenlos nach Großbritannien liefern. Es ist ihm gelungen, die rückständigen Handelsschulden an England durch diese Zahlungsbestimmungen zu begleichen. Die bisher zur Abdeckung der alten Finanz- und Waren­schulden benutzte 30prozentige Zahlungsmittelquote soll nun nach Italiens Wunsch zum Ankauf von größeren Mengen englischer Kohle sowie von Schrott verwendet werden, während England sei­nen Texttlien-Export nach Italien ausdehnen möchte. Nachdem Italiens Schuld gedeckt worden ist, bestehen keine Hemmnisse mehr für die Aus­dehnung des italienisch-englischen Warenhandels.

D. S.

mit der neuen Reichsstraßenverkehrsordnung erzielte bestmögliche Regelung aller Vorgänge des motorisierten Straßenverkehrs berührt auch un­mittelbar die deutsche Gerichtsbarkeit auf dem um« angreichen Gebiet der Verkehrs st raffachen. Die fachgemäße Bearbeitung des Derkehrsrechts etzt häufig besondere praktische Erfahrung im Straßenverkehr und Vertrautheit mit den tech­nischen Bedingungen des Verkehrs voraus. Um eine erfolgreiche Bekämpfung der Derkehrsunfälle durch die Strafrechtspflege zu gewährleisten, hat Reichsjustizminister Dr. Gärtner die Anordnung getroffen, daß bei sämtlichen Staatsan«

Der Führer hat mit nachstehendem Telegramm hierauf geantwortet:Euerer Exzellenz danke ich herzlichst für das soeben erhaltene Telegramm. Ich verbinde damit meine b e ft e n Wünsche für weitere Erfolge im Kampfe gegen den völkerzerstörenden Bolschewismus und für das Gedeihen des nationalen Spaniens. Gez. Adolf Hitler. Deutscher Reichskanzler."

Kommandowechsel

bei der japanischen Armee.

Schanghai, 23. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Ge­neral S h u n r o k o H a t a hat den Oberbefehl über bie japanische Armee im Jangtse-Raum an Stelle von General Matsui übernommen. Matsui ift bereits mit feinem Stabschef nach Tokio abge­logen. Der Wechsel im Oberkommando fand gele- gentlich der Anwesenheit des Prinzen Osaka, eines Onkels des japanischen Kaisers« statt.

Truppeningenieure für die Flak-Abteilungen.

Berlin, 22. Febr. (DNB.) Zur Deckung des Bedarfes an Truppeningenieuren bei den Flak- Abteilungen wird noch eine Anzahl junger D i plomingenieure der FachrichtungAllgemei­ner Maschinenbau" benötigt, die übergangsweise in einer zweijährigen informat arischen B e - schäftigung als Iruppeningenieure der Kraftfahrtechnik praktisch innerhalb des Geschäftsbereiches des Reichsministers der Luft­fahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe einge- roiefen werden sollen. Es kommen nur junge Di­plomingenieure im Alter von höchstens 28 bis 29 fahren in Frage, die ihrer Arbeitsdienstpflicht und möglichst auch Wehrpflicht genügt haben, besondere Neigung für die Kraftfahrtechnik besitzen und gute Noten im FachDerbrennungskraftmaschinen" aufweisen können. Bei Bewährung können sie ins Ingenieurkorps der Luftwaffe und damit in ein beamtenrechtlickes Verhältnis übernommen werden. Bewerber müf en ihr Gesuch unter Beifügung eines ausführlichen Lebenslaufes und beglaubigter Zeug­nisabschriften o f o r t dem Reichsminister der Luft­fahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Berlin W.8, Leipziger Straße 7, vorlegen. Aus dem Ge­such muß der früheste Eintrittstermin ersichtlich sein«

die nationalen Truppen hingezogen hat. Es ist nun bezeichnend für den Charakter dieser ganzen Kämpfe um Teruel, daß sie auf nationaler Seite ausschließ­lich von spanischen Soldaten, auf der bol­schewistischen Seite aber fast ebenso ausschließlich nicht von spanischen Milizen, sondern von den Söldnerharden der internationalen Bri­gaden bestritten wurden. Auch das Rüstungs­material, das auf roter Seite verwendet wurde, stammte zum überwiegenden Teil aus nichtspani­schen Ländern. Bei Teruel kämpfte also im wahr­sten Sinne des Wortes das spanische Volk um seine Befreiung von der sowjetrussischen Fremd­herrschaft. Hier offenbarte sich die weltrevolutionäre Taktik der Komintern und der Vvlksfrvnttnter- nationale in krassester Form. Hier wurde aber auch d i e Ueberlegenheit sichtbar, die ein gut ge­führtes nationales Dolksheer immer über die be­waffneten Söldnerhaufen des internationalen Klas­senkampfes siegen lassen wird. In dem Augenblick, da England sich anschickt, mit Italien über eine Ge­neralbereinigung aller schwebenden Probleme zu verhandeln, in dem Augenblick, da Mussolini feine Zustimmung zur britischen Formel der Frettvilli- gen-Zurückziehung und Kriegsrechtzuerkennung ge- geben hat, bedeuten die Ereignisse auf dem Kriegs­schauplatz von Teruel eine heilsame Lehre für alle Politiker, die sich mit der Nichteinmischungsfrage zu beschäftigen haben. H. Ev.

Nationalspanien feiert den Sieg.

Bolschewistenfeindliche Demonstrationen in Barcelona und Madrid.

Salamanca, 23. Febr. (DNB. Funkspruch.) Während in allen Teilen des nationalen Spanien Jubel überben Sieg von Teruel herrscht, während die Falange-Abteilungen mit wehenden Fahnen und schmetternder Musik durch die festtich beleuchteten Straßen ziehen, während die Bevöl­kerung zu den Dankgottesdiensten eilt, laufen aus Sowjetspanien immer neue Meldungen über Protest kund gedungen gegen die Bolsche­wistenherrschaft ein. Dabei kam es zu Zusam- menstößen zwischen den Bolschewisten und der Bevölkerung. In Barcelona verstärken dort die bolschewistischen Oberhäupter die Machtmittel für ihre Sicherheit. So wurde u. a. das Zusammen­stehen mehrerer Personen auf der Straße verboten. Im Stadtteil Barceloneta wurde aus einer Protestkundgebung geschossen. In Madrid hat man mehrere hundert Personen verhaftet mit der Beschuldigung, sie hätten Protest-Aktionen organisiert.

Nachdem die spanische Nordfront ausgehört hatte zu bestehen, ging General Franco daran, den ent­scheidenden Stoß für das Jahr 1938 vorzubereiten. Das Ziel dieser Offensive wurde streng geheimge­halten. Den Bolschewisten wurde es unbehaglich, und so beschlossen sie, durch eine eigene Angriffs- Operation den Plänen General Francos zuvorzu- kommen. Aus dieser Absicht entstand die Winter- chlacht von Teruel, die sich nun feit dem 14. Dezember mit einigen Unterbrechungen bis heute, bis zur Wiedereroberung hieser Stadt durch

lich zu einer realistischeren Auffassung über die gegenwärtige Machtstellung Deutschlands bequemen. Die Führerrede hat trotz mancher krampfhaft zu­sammengesuchter Gehässigkeiten gewisser Blätter sehr tiefen Eindruck gemacht, und in Regierungs- freifen wie in der Presse ist die Erkenntnis er­standen, daß die Pressehetze wie auch manche Reden, die von Unverständnis gegenüber denautoritären Staaten" nur so strotzten, ganz überflüssig gewesen sind. Amerika ist an der Erhaltung des Weltfriedens interessiert, das hat Außenminister Hüll erst am Samstag in einer Rundfunkrede wieder betont, denn jeder größere Krieg würde auch Amerika ein­beziehen und feine Entwicklung auf das schwerste stören. Deshalb kann gesagt werden, daß man hier erleichtert aufatmen würde, sobald die britische Re­gierung mit Deutschland und Italien zu einer Ver­ständigung gelangte.

Berlin, 22. Febr. (DNB.) Der Staatschef ... nationalen Spanien Generalissimus Franco hat an den Führer folgendes Telegramm gerichtet:Aufs tiefste beeindruckt von ihrer schonen Rede, welche den großen Erfolg Ihrer ungeheuren und gewalti­gen Arbeit und die Stärke der großen deutschen Nation wie auch ihre politische Einstellung zum Ausdruck bringt, und die eine sichere Bürg- chast des Friedens ist, beeile ich mich, die Bekundung meiner Bewunderung zu wiederholen und meinem tiefgefühlten Dank Ausdruck zu geben für die Gefühle der Gerechtigkeit, die Ihre Worte über das Verhältnis zum nationalen Spanien beseelen.

Argentiniens neuer Präsident.

Am 20. Februar trat der neue argentinische Staatspräsident Dr. Ortiz, der früher Finanz­minister war, sein neues Amt an. Dem bisherigen Staatspräsidenten I u st o war ursprünglich das Kriegsministerium in dem Kabinett des neuen Staatspräsidenten zugedacht, um auf diese Weise die Beständigkeit der Regierung auch nach außen hin zu dokumentieren. Vor einigen Wochen aber erst hat Justo seinen einzigen Sohn durch ein schweres Flugzeugunglück verloren. In der sechsjährigen Ämtsperiode Justos hat Argentinien einen großen Schritt feiner nationalen und wirtschaftlichen Ent­wicklung aus der Weltkrise in eine neue Festigung seiner Grundlagen getan. Das Steigen der Rohstoff­preise kam dem Lande zugute und die Regierung hat diese Erholung zur Verstaatlichung einer Reihe von Bahnen, zu einem großzügigen Straßenbau und zu der Errichtung von Gefrierfleischhäusern be­nutzt. Dieses Werk soll auch unter der neuen Re­gierung kräftig fortgesetzt werden, wobei auf wirt­schaftlichem Gebiete vor allem auch an eine Aus- dehnung der Wasserversorgung der Prärie-Provin­zen, an eine planmäßige Siedlung und an eine ge­meinsame sachliche Arbeit von Opposition und Re­gierungspartei gedacht wird. Interessant ist, daß sich auch Argentinien gerade jetzt gegen die Gefahren desheißen Geldes" wehren muß, wobei unter die­sem Ausdruck dasselbe zu verstehen ist wie unter vagabundierendem Zigeunerkapital". Nach Argen­tinien wurden genau so wie nach den Vereinigten Staaten große Fluchtkapitalien gebracht, die jetzt teilweise wieder das Land zu verlassen begin­nen und damit in die Zahlungsbilanz einen Faktor der Unruhe bringen.

Amerika und die neuen europäischen Möglichkeiten.

Washington, 21. Febr. (DNB.) Amerika steht unter dem Eindruck der Führerrede und des Rücktritts Edens. Die Besprechung dieser beiden Ereignisse des Sonntags wird entsprechend dem amerikanischen Standpunkt durchweg verquickt. Sollte zwischen Chamberlain und Italien eine Einigung zustande kommen, so dürfte die Hetze gegen diebösen Autokratten" auch hier eine Ab- Schwächung erfahren uni) Amerika dürft« sich end­

Das Sozialprogramm der DA?.

Dr. Leh vor den DAF.-Kreisobmännern auf der Ordensburg Sonthofen.

Sonthofen, 22. Febr. (DNB.) Die Tagung der 700 Kreisobmänner der Deutschen Arbeitsfront auf der Ordensburg Sonthofen wurde mit einer Rede Dr. Leys abgefchloffen. Dabei umriß er klar die Aufgaben der Partei als des Führerordens und die Stellung der Arbeitsfront als der großen Ge­meinschaft der Schaffenden, die von der Partei ge­führt wird. Die Partei sei der Lebensquell Deutsch­lands. Unser oberstes Arbeitsgesetz müsse das Stre­ben werden, den Takt der Maschine mit dem Rhyth­mus unseres Blutes in Einklang zu bringen. Nach Ausführungen über Leistungslohn, Preisbildung und vernünftige Derbrauchslenkung sprach er wei­ter über das heiße Bemühen um die Gesund­heit des Schassenden. Daneben aber sei von großer Wichtigkeit die Sorge um denLedens- abend des Arbeitenden, denn jeder solle in Deutschland das Gefühl haben, daß er nicht mehr allein stehe. In dieser Richtung gab Dr. Ley Hin­weise auf die kommende Altersversorgung.