führung der fdiäftiouna ■
l e r bei
Ecke Walltorstraße
(Nachdruck verboten!)
14. Fortsetzung.
von außen versperrt, und was
das Fenster betraf.
schwarzem Leder aus der Handtasche. „Ich ziehe meine geliebte Havanna vor. Auch Ihrer Gesundheit wäre es zuträglicher, wenn Sie sich zur Zigarre bekehren würden. Wollen Sie es nicht versuchen?"
Die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk hatte ihre Leiterinnen aus dem Kreise Wetterau zu einer Schulung im Einhorn einberufen. Es sollte diesmal den Frauen gezeigt werden, wie zeitgemäße und im Inland noch reichlich vorhandene Lebensmittel immer wieder abwechslungsreich verwendet werden können, und wie auch zu festlichen Gelegenheiten, wie Konfirmation oder Osterfest, Kuchen und Torten mit wenig Mitteln und für jede Haushaltskasse erschwinglich geschmackvoll und lecker hergestellt werden können.
Frau Mathy, die Kreisabteilungsleitenn, begrüßte die Frauen und gab zu Beginn einige wichtige Anleitungen. Dann wurden die einzelnen Gerichte nach den Rezepten erklärt und gezeigt. Bei der Hauptmahlzeit wurde auf die Verwendung von Hammelfleisch, inländischem Gemüse und Salaten, wie Schwarzwurzel, Kraut, rote Rüben, Feldsalat und verschiedene Kartoffelgerichte, hingewiesen und die daraus hergestellten Gerichte geschmackvoll an- aerichtet auf der weißgedeckten Tafel ausgestellt.
Dann erklärte Frl. Christ die Zubereitung und Verwendung des Seefisches. Ein Auftauf von Fisch
Samstagabend fand im „Burghof" der Standortappell der Infanteriekameravschaft I des hiesigen Soldatenbundes für Monat März statt.
Kameradschaftsführer Hauptmann d.R. Schwende r, begrüßte eingangs die Kameraden und gedachte der großen erhebenden Schicksalswende in Oesterreich. Dann gab er dem Kameraden Pfarrer Trapp das Wort zu einem Vortrag über Erlebnisse in englischer Kriegsgefangenschaft.
Kamerad Trapp hob einleitend hervor, daß die Hauptmasse der deutschen Kriegsgefangenen bei den Westmächten erst im letzten Vierteljahr des Krieges, nach dem 8. August 1918, in Gefangenschaft geraten sei, in den ersten vier Kriegsjahren war die Zahl der von uns gefangen genommenen Gegner auf dem westlichen Kriegsschauplatz weit höher als umgekehrt die Zahl unserer deutschen Gefangenen bei den Feindmächten.
Der Redner kam dann auf die schweren Rückzugskämpfe an der Somme im August 1918 zu spechen, in deren Verlauf er mit zahlreichen Kameraden in Gefangenschaft geriet. Auf den Gefangenen legt sich zunächst ein schwerer seelischer Druck, der Schmerz, von den Kameraden getrennt zu sein, nach jahrelangem Frontdienst nicht mehr mittämp- fen zu können. Besonders quälend war dies für einzelne Offiziere und Mannschaften, die erst wenige Monate vorher glücklich aus jahrelanger russischer Gefangenschaft mit meist sehr schweren Erlebnissen hatten fliehen können; nun wudden sie zum zweiten Mal gefangen, diesmal von den Engländern. Niederdruckend war ferner für den deutschen Soldaten, die die ungeheuren Rohstoff- und Materialschwierigkeiten Jahre hindurch am eigenen Leibe erfahren hatte, die Wahrnehmung, daß diese Schwierigkeiten hinter der feindlichen Front nicht oder doch kaum vorhanden zu sein schienen.
Die Vernehmung durch die englischen Nachrichtenoffiziere wickelte sich sehr rasch ab; es gab Englan?
der, die offen von ihrer Abneigung gegen den Krieg überhaupt sprachen und den dringenden Wunsch laut werden ließen, bald wieder zu Haus ihren Geschäften nachgehen zu können. Sie wahrten durchweg eine ritterliche, höfliche Haltung. Dagegen zeigte sich während des Bahntransports über Amiens häufig der Haß der französischen Bevölkerung in drohenden Gesten. Ein schöner, starker kameradschaftlicher Zusammenhalt unter den Schicksalsgefährten war sehr schnell da und half über vieles hinweg.
In England war die Behandlung in den Lagern im ganzen anständig. Man darf sagen, daß uns mit den Engländern rassisch und seelich vieles verbindet, mehr als mit manchem andern unserer früheren Feinde. Es gab auch dort Schroffheiten und Ungerechtigkeiten, im ganzen herrschte jedoch ein ritterlicher Geist gegenseitiger Achtung. Auch hielten sich die Engländer fern von Grausamkeiten wie der in französischen Lagern üblichen gradezu sadistischen Bestrafung von Fluchtversuchen.
Ungemein niederdrückend waren im Lager die grauen Novembertage 1918 mit der Nachricht vom schmählichen Kriegsende und dem ungehemmten Siegesjubel der Engländer. Weihnachten hinter Stacheldraht wubde in schöner Kameradschaft gefeiert — schwer waren die langen Monate bis zum Ende des Jahres, wo endlich die Stunde der Befreiung schlug. Die feindlichen Gefangenen durften aus Deutschland gleich nach dem Waffenstillstand heimkehren, die Deutschen aber mußten noch bleiben, als längst schon die Waffen ruhten; viele Söhne deutscher Mütter sind in diesen Monaten noch draußen, fern der Heimat und den Ihren, gestorben.
Kameradschaftsführer Hauptmann d. R. S ch w e ritz e r gab dem Dank der Anwesenden Ausdruck und schloß den Abend mit der Mitteilung des nahe bevorstehenden Zusammenschlusses der Wehrverbände in eine einzige, umfassende Organisation.
Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12N, Klasse B 12, Klasse C UK, Klasse D 10H, Wirsing, kg 10 bis 14, Weißkraut 9 bis 12, Rotkraut 14 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 35, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, kg 45 bis 50, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 35 bis 55, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Kartoffeln, Vi kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, % kg 15 bis 28 Pf., Blumenkohl, das Stück 35 bis 50, Salat 10 bis 25, Endivien 8 bis 20, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. ________
die Entwicklung der Arbeitsvermittlung von der Vorkriegszeit über die liberalistische Epoche bis zu dem Arbeitseinsatz unserer Tage. Hinsichtlich des
** Arbeitsjubiläum. Morgen Mittwoch, 23. März, kann der Altmetzgergeselle Adolf M ü l - Eduard Sack hier,
Ecke Walltorstraße-Wetzsteingasse, auf eine 25jäh- rige Dienstzeit zurückblicken. Unseren Glückwunsch!
** Tödlich gestürzt. Am Samstagnachmittag stürzte eine 58 Jahre alte Frau in einem Hause in der Frankfurter Straße aus einem Fenster zwei Stockwerke tief ab. Die Bedauernswerte erlitt dabei schwere innere Verletzungen, an denen sie am gestrigen Montag in der Chirurgischen Klinik verstorben ist. Die Frau soll schon seit einiger Zeit
Frage noch: Ist das Unternehmen bereit im Gang oder muß es erst aufgezogen werden?"
Donna Mercedes warf ihm einen verdeckten Blick zu. „Welche Gewähr können Sie mir geben, daß Sie mein Vertrauen nicht mißbrauchen werden?"
Der Beamte zündete sich eine neue Zigarette an und stieß mit hörbarem Schnauben eine mächtige Rauchwolke von sich. „Vertrauen gegen Vertrauen, gnädige Frau, das muß Ihnen genügen. Sie wissen, welche Art von Geschäften ich treibe und können mich durch eine Anzeige verdammt schädigen. Ich denke, es hat wohl keiner vom anderen etwas zu befürchten."
Donna Mercedes schien sich mit diesem Hinweis zufrieden zu geben. „In bescheidenem Umfang läuft das Geschäft bereits feit über einem Jahr", gab sie nähere Aufklärung. „Jedoch erscheint mir der Mann, der die Unternehmung bisher leitete, nicht mehr tragbar. Es ist ein alter Herr, der zwar zufriedenstellend arbeitet, dem es aber doch wohl an den erforderlichen Fähigkeiten mangelt, um das Unternehmen auf eine breitere Basis zu bringen. Außerdem sind mir von einem durchaus vertrauenswürdigen Gewährsmann gewisse Mitteilungen gemacht worden, die mich veranlassen, mich schleunigst von diesem Herrn in entsprechenden Abstand zu bringen. Er soll sich an harmlose Reisende her- anmachen, denen auf rätselhafte Weise die Pässe abhanden gekommen sind. Diesen Leuten bietet er an, sie auf Schleichwegen über die Grenze zu bringen. Statt dessen werden sie ausgeplündert. Es ist ein Heller Wahnsinn, unser ^Unternehmen mit solchen Manövem zu gefährden."
Herdegen widerstand der Versuchung, die Spanierin mit einem freundschaftlichen Kuß zu beglücken. Dieser Bursche, von dem sie da ahnungslos erzählte, paßte ja großartig in den Rahmen seines Auftrages. Kein Zweifel, der und fein anderer hatte bei dem Verschwinden dieses Willy Ruland die Hand im Spiele.
„Ich bin vollkommen im Bilde. Man wird aber bei der Ausbootung dieses Mannes mit großer Vorsicht zu Werke gehen müssen, damit er uns nicht aus Rache einen Strich durch die Rechnung macht. Wenn Sie wollen, werde ich diese Aufgabe auf mich nehmen. Man wird zunächst den Anschein erwecken müssen, als ob ich lediglich zu seiner Unterstützung mit ihm Zusammenarbeiten wurde."
„Ich verhehle Ihnen nicht, daß Sie mir damit ein schweres Stück Arbeit abne*I)men. Es war der eigentliche Zweck meiner Reise, die Sache mit Bar- i geilt ins reine zu bringen."
Herdegen sah ihr die Erleichterung an
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Oie Fürsorgearbeit des Reichsbunde« der Körperbehinderten.
Die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes der Körperbehinderten hielt am Sonntagnachmittag im „Stuttgarter Hof" unter dem Vorsitz des Kreisbundesleiters Launfpach eine gut besuchte Versammlung ab. ’ .
Pa Erle erstattete Bericht über die Arbeit tm letzten Halbjahr. Zur Bewältigung der Fürsorge- betatunq wurde in der Liebigstraße 20 eine Geschäftsstelle eingerichtet. Der neue Mitarbeiterkreis setzt sich zusammen aus Kreisbundesleiter Laun- spach, den Mitarbeitern Erle, Helfenbetn, G e r m e r , A d a m s und Leidlich. Die fürforge* rische Tätigkeit war von einigem Erfolg gekrönt. Anschließend wurde der Fürsorgebericht der Reichs- bundleitung für 1937 verlesen.
Im laufenden Jahre wird die Gießener Ortsgruppe wieder zwei Omnibusfahrten durchführen und durch die Einführung von Sportkursen den Willen zur körperlichen Ertüchtigung und Stärkung der Arbeitskraft zu heben versuchen.
Abteilungsleiter Pg. B l i n z i g (vom Arbeitsamt Gießen) sprach über den Arbeitseinsatz der Körperbehinderten. In einer kurzen Uebersicht zeigte er
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ab. Sein Respekt vor Tante Mercedes mar um ein • beträchtliches gestiegen.
„So — also Krawatten wollen Sie in Hersburg verkaufen? Ausgerechnet in Hersburg! Wissen Sie, wieviel Einwohner wir haben?"
Herdegen mußte bekämt gestehen, daß er darüber nicht unterrichtet wäre.
„Etwa dreitausend! — Rechnen wir davon sechshundert Männer, von denen sich vielleicht fünf Prozent mit Ihren Krawatten befreunden werden — mein lieber junger Freund, wollen Sie mir wirklich weismachen, daß Sie wegen etwa fünfzig Krawatten im Flugzeug von Berlin nach Köln gereift sind?"
„Warum nicht?" versteifte sich Herdegen.
Donna Pereiro d'Aloarez stieß eine gewaltige Rauchwolke aus. „No, no, Senhor!" lächelte sie. „Erzählen Sie doch einer welterfahrenen Frau keine solchen Märchen! Sie führen etwas ganz anderes im Schilde!"
„Ich wüßte nicht!"
„Sie — schmuggeln, gestehen Sie es nur ein! Sie brauchen aber keine Angst zu haben, daß ich Sie der Polizei übergebe!"
„Ich ... hm — bewundere Ihren Scharfsinn!"
„Also richtig geraten! Rasend interessant! Ist es nicht sehr gefährlich?"
„Nicht im geringsten!" lachte der Kriminalbeamte. „Meine langjährigen Erfahrungen auf diesem Gebiete —"
„Ausgezeichnet!"
Herdegen horchte auf. „Wieso ausgezeichnet? Sie sehen mich überrascht."
Donna Mercedes dämpfte ihre Stimme zu einem vertrauten Flüstern. „Hören Sie mal, junger Mann, hätten Sie Lust, sich an einer sehr gewinnbringenden Sache zu beteiligen?"
Herdegen unterdrückte ein schadenfrohes Grinsen.
„Wenn die Höhe des Gewinnes dem Risiko entspricht —!"
„Ohne Zweifel! Es handelt sich darum, Photoapparate, Chemikalien und medizinische Präparate über die Grenze zu bringen. Wenn Sie die Sache gut machen und sichere Möglichkeiten finden, könnte sich das Geschäft zu einer dauernden und sehr einträglichen Gewinnquelle entwickeln lassen."
Herdegen brauchte eine Weile, bis er sich von seiner Verblüffung erholt hatte. Da schien ihm ja eine ganz große Sache frisch vom Himmel herab
1 in den Schoß fallen zu wollen.
Zeitgemäße Verwendung unserer Lebensmittel
Schulung in der Lehrküche im Einhom.
Standortappell des Soldatenbundes Gießen
Vortrag in der Infanterie-Kameradschaft.
mit auch alle etwas sehen konnten. Einige junge Mädchen aus dem Fröbelseminar hatten die Vorbereitungen getroffen und begannen nun ein lustiges Kasperlespiel, das mit seinen Streichen, Witzen und Erlebnissen die vergnügten Zuschauer aufs Beste unterhielt. Reicher Beifall dankte den „Tanten" für ihre Mühe, und die Kinder schieden mit Dank für den schönen Nachmittag. F. K.
Gießener wochenmarktpreile.
* Gießen, 22. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1 57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 dis 25 Pf., Käse, das
Arbeitseinsatzes der Körperbehinderten bat er um praktische Mithilfe durch Selbstertüchtigung und Aus- findigmachen geeigneter Arbeitsplätze unter Berücksichtigung der eigenen Arbeitsleistung. Zu diesem Zwecke werden, wenn die Voraussetzungen zutreffen, Vor- und Umschulungen vorgenommen, um Körperbehinderte für eine ihren Leistungen entspre« chende Beschäftigung vorzubereiten, oder auszubilden. Die Kriegsbeschädigten mies er auf die Einführung der Diamantenschleiferei in.Nidda zur Beschäftigung geeigneter Volksgenossen und die Einrichtung einer Werkstatt bei Heyligenstaedt zur An- und Umlernung geeigneten Nachwuchses in der Metallindustrie hin. Er forderte auf, durch verständnisvolle Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und vor allem durch eigenes Bemühen mitzuhelfen, Wege und Mittel aufzufinden, die Körperbehinderten nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit in den Arbeits-
Oer Gauleiter bei den Wettkämpfen des Gauentscheids im DDK.
NSG. Seit Samstag findet in Frankfurt, Darmstadt und Offenbach der Gauentscheid des B e r u f s w e 11 k a m p f e s a l l e r f ch a f f e n d e n Deutschen statt, zu dem im Gau Hessen-Nassau : 1500 Schaffende angetreten sind. Am Montagoor- mittag erfüllten die Teilnehmer am Gauentscheid in verschiedenen Betrieben ihre praktischen Aus- gaben, denen in Frankfurt und Darmstadt Gau- [eiter Sprenger beiwohnte. In seiner Begleitung befanden sich der stellvertretende Gauleiter Linder und Gauobmann Becker. Die Fahrt, die mit einer Besichtigung von Arbeiten des Telegraphenbaufaches ihren Anfang begann, brachte die Erkenntnis, daß der erstmalig für alle Schassenden erweiterte Berufswettkampf den stärksten Anklang gefunden hat und mit begeistertem Eifer durchge- führt wird. In Frankfurt konnte der Gauleiter seine Anerkennung den Männern vom Telegraphenbauamt den Lehrlingen und Gesellen der Gruppe „Eisen und Metall" aussprechen, und in Darmstadt den Leistungen der dort im Wettkampf stehenden Hausgehilfinnen ein besonderes Lob zuteil werden lassen. An allen Stätten sah man die gleich frohen Gesichter, die mit Ernst und Hingabe bei der Lösung ihrer Aufgabe waren, und überall verspürte man die sozialistische Praxis der Bewegung, die es ermöglicht, daß auch dem letzten deutschen Volksgenossen eine großzügige sachliche Ausbildung zukommt. Abschließend besuchte der stellvertretende Gauleiter noch die Wettkampfgruppe „Bau", die in Darmstadt auf dem Parade platz ihre Arbeiten verrichtete, und die Wettkampfgruppe „Leder" in einem Offenbarer Betrieb. Auch hier erhielt man ein überzeugendes Bild von den vorbildlichen Leistungen des deutschen Facharbeiters wie seines Nachwuchses.
JIG.-Frauenschast, Gießen-Süd.
Auf Anordnung des Gauleiters ist für die Partei und deren Gliederungen Versammlungssperre, folglich fällt der für Mittwoch, 23. März, angesetzte Orts grupp en ab end aus.
WHW. Ortsgruppe Gießen-Oft.
Die letzte Pfundsammlung für das WHW. 1937/38 wird Dienstag, 22., und Mittwoch, 23. März, von der NS.-Frauenschaft im Bereich unserer Ortsgruppe durchgeführt. Die Durchführung des Lebensmittelopferringes wird im Laufe des Sommerhalbjahres eingestellt. Aus diesem Grunde werden alle Volksgenossen gebeten, mehr als seither zu spenden, damit diese Sammlung als Abschluß des WHW. ein voller Erfolg wird. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Mehl, Hülsenfrüchte, Graupen, Nudeln, Makkaroni, Zucker, Grieß, Wurstwaren und Konserven sind besonders erwünscht.
WSW. Ortsgruppe Gießen-Mitte.
Belr.: Pfundspende.
Am Mittwoch, 23. März, werden die Pfunü- spenden durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt auf der Umhüllung ter Päckchen kenntlich zu machen. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer der WHW. auf alle Volksgenossen.
Kleine Gäste
bei der Ortsgruppe Gießen-Oft.
„Hersburg?" staunte Tante Mercedes. „Da haben Sie ja ein außergewöhnliches Glück. Auch wir fahren dorthin, es ist meine Heimat, mein Bruder besitzt dort eine Brotfabrik. Kennen Sie den sinnigen Spruch nicht: ,Geh hin und kauf' für wenig Geld — das gute Brot von Sommerfeld!^?"
„Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich ihn noch nicht gehört habe; aber nun wird er für immer in meinem Gedächtnis haften bleiben. — Sie wollen mich also wirklich bis Hersburg mit- nehmen? Da bin ich Ihnen sehr zu Dank verpflichtet."
Der Wagen fuhr bereits auf der schönen, breiten Asphaltstraße dahin, die den Flughafen mit der Stadt Köln verband. Herdegen saß neben Donna d'Aloarez, jedoch so, daß er durch den Spion über der Windschutzscheibe Fräulein Sommerfelds Gesicht sehen konnte, und es muß verraten werden, daß er von dieser Möglichkeit reichlich Gebrauch machte.
Das Mädchen gefiel ihm. Ein schmales, frisches Gesicht, frohe braune Augen! Schade, daß man dienstlich sehr in Anspruch genommen sein würde! Man wäre sonst einem netten kleinen Flirt nicht aus dem Wege gegangen. Allerdings mußte Christian die bedauerliche Feststellung machen, daß sie von seiner Anwesenheit kaum Notiz nahm. Aber dies mochte daran liegen, daß sie ihre Aufmerksamkeit ausschließlich der Führung des Wagens zu widmen hatte.
Donna Mercedes hätte gar zu gern erfahren, welche Art von Geschäften den jungen Mann nach Hersburg führte.
„Ich reife für eine — Krawattenfabrik!" gestand Herdegen und bat um die Erlaubnis, eine Zigarette rauchen zu dürfen.
Es wurde ihm gestattet; aber als er auch seiner Begleiterin anbieten wollte, lehnte diese lächelnd ab und nahm ein ansehnliches Zigarrenetui aus
an Anfällen von Schwermut gelitten haben.
Treffen der Weltkriegskrafifahrer in Frankfurt.
LPD. Frankfurt a. M., 21. März. Fast 20 Jahre ist es her, daß sich die Weltkriegskraftfahrer nicht gesehen Haden. Nachdem sie im Laufe der Jahre die Mittel zur Errichtung eines Kriegs- kraftfahrer-Denkmals m Potsdam aufgebracht haben, wallen sie sich jetzt zusammenschließen. Der Ruf zum Zusammenschluß geht von Frankfurt aus, wo mit Einschluß der Umgebung 3 00 0 Weltkriegskraftfahrer leben. Alle Weltkriegskraftfahrer werden gebeten, ihre Anschriften dem Verein der Kraftwagenführer Frankfurt a. M., Kelkheimer Straße 16 (Fernsprecher 78 587), mitzuteilen.
„Aber sagen Sie mir das eine: wie kommen Sie, eine gebildete, verwöhnte Frau, nur dazu, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen?"
Sie lächelte, während ihre Mundwinkel sich verächtlich verzerrten. „Mein Mann besitzt eine Drogenhandlung, die früher gerade genug abwarf, um Halbwegs davon leben zu können. Da ich nicht die geringste Lust hatte, mein Leben als die Frau eines kleinen Händlers zu verbringen, gingen wir daran, uns zu verbessern, wobei sich die Tatsache, daß ich in einer Grenzstadt geboren bin, vorteilhaft verwerten ließ. Warum soll man bescheiden leben, wenn sich mit einiger Klugheit angenehm leben läßt?"
„Da ich der gleichen Ansicht huldige, steht es mir nicht zu. Sie zu verurteilen. Wissen Ihre Angehörigen --?"
„Um Gottes willen, natürlich nicht! Da Sie ja wahrscheinlich unser Gast sein werden, bitte ich Sie, die nötige Vorsicht wallen zu lassen. Als was soll ich Sie nun eigentlich vorstellen?"
Herde gen tat, als überlegte er angestrengt. „Am besten als — Kriminalbeamten, damit ist allen Möglichkeiten vorgebeugt."
„Großartig! Sie sind raffiniert. Heute abend werde ich Sie mit Herrn Bargent bekannt machen."
„Einverstanden!" sagte Herdegen und lächelte glücklich vor sich hin.
Donna Mercedes öffnete das Schiebefenster, das den Fond vom Führersitz trennte, „Hallo, Lorekind, fühlst du dich nicht recht einsam da vorn? Ich habe mich glänzend mit Herrn Herdegen unterhallen."
17.
Es hatte Willy Ruland ein schönes Stück Arbeit gekostet, bis es ihm gelungen war, sich mit Hilfe des Messers von seinen Fesseln zu befreien. Aber als er sich dann nach vielen Flüchen und Verwünschungen endlich wieder ungehindert bewegen konnte, mußte er feststellen, daß damit für den Augenblick noch nicht viel gewonnen war. Denn die Tür war
mit Sellerie in der Form war sehr gut geraten, ebenso wirkten die mit Fischsalat gefüllten Tomaten appetitlich und erfreuten das Auge durch ihre geschmackvolle Anrichtung. Frl. Christ machte die Frauen darauf aufmerksam, den Verbrauch von Fischfilet, auch draußen auf dem Lande, zu empfehlen. Der Abfall an Haut, ©täten und Kopsen kann dadurch restlos einer weiteren Verwendung im Großen zugeführt werden; er wird zu Fischmehl für Futterzwecke verarbeitet.
Zuletzt tarnen noch Kuchen und Torten, die besonders zur Konfirmation und für die Ofterfefttage willkommen sind, an die Reihe. Da war ein festlicher Osterkasfeetisch gedeckt mit Rosinensterz und Rosenkuchen. Beides war Hefegebäck mit wenig Fett und Eiern. Auch die Kakao- und Apfelsinentorte waren gut geraten und fanden beim Kosten allseits verdiente Anerkennung.
Die Leiterinnen trennten sich in dem Bewußtsein, neue Anregung für die Weiterarbeit in ihren Gruppen erhalten zu haben, und voll Eifer, diese Richtlinien und neuen Rezepte in ihren Orten weiterzugeben. F. K.
Am Samstagnachmittag waren 150 von der NSV. betreute Kinder von der Leitung der Ortsgruppe Gießen-Ost ins Caf6 Leid zu einem fröhlichen Nachmittag eingeladen, um ein zu Weihnachten gegebenes Versprechen einzulösen. An langen Tafeln wurden die kleinen Gäste von 3 bis 12 Jahren durch einige Mitglieder der Frauenschaft mit Kakao und Brezeln bedacht. Der Spielmanns- zug der Marine-HI. spielte Lieder der Bewegung, Märsche und Volkslieder und schuf damit eine festliche, fröhliche Stimmung. Ortsgruppenleiter Kreuder hieß die Kinder willkommen und wünschte ihnen ein fröhliches Beisammensein. Er verkündete dann ein Kasperlespiel auf der Bühne. Voller Erwartung drängten nun die Kinder nach vorn, nahmen ihre Stühe und reihten sich ein, da-
so hätte cs kaum einen Zweck gehabt, auf diesem Wege einen Fluchtversuch zu unternehmen Die Hauswand bot keinerlei Vorsprünge, die man zum Hinunterklettern hätte benützen können, und einfach hinab springen — nein, solche Kunststücke unterließ man lieber, denn der Hof drunten war gepflastert. Also warten!
Das wurde eine harte Geduldsprobe, ließ sich doch den ganzen Nachmittag über keine Menschenseele blicken.
(Fortsetzung folgt.)
... -- ' Er prüfte nachdenklich seine Fingernägel. „Ich
.Nein, danke, wirklich nicht!" wehrte Herdegen l gestehe, daß mich die Sache reizen könnte. Eintz
prozeß einzugliedern.


