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Gellend schrie ich meinem Boy zu, der über seinem Netz saß. Ich wollte ihn auf die Gefahr aufmerksam machen.
Doch es war schon zu spät. Ein zackiger Schwanz schoß aus dem Wasser, faßte den Jungen mitten im Rücken und schleuderte ihn kopfüber ins Wasser. Gleich darauf begann ein lautes Schnalzen, gewaltige Kiefer sperrten sich auf und rückten rasch dem Unglücklichen näher. Ein entsetzlicher Tod schien
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Gerade schlug auf dem roten Turm von St. Pauli die Uhr elfmal in die Finsternis, als ich in den rauchgeschwängerten Gastraum der Wirtschaft „Zum grauen Walfisch" eintra-. Wirr gingen die Stimmen durcheinander. Hell klangen die Gläser zusammen. Nur links in der Ecke saß ein Mann, allein, schweigsam, mit leicht ergrauten Haaren, ein dampfendes Grogglas vor sich.
Der mir gut bekannte Wirt, den ich neugierig nach dem Fremden fragte, meinte leise, es sei Paul Wittig, der berühmte Tierfänger. „Ein Wunder, daß Sie den noch nicht kennen."
Nun, es dauerte nicht lange, so war die Bekanntschaft gemacht. Aus dem Schweigsamen wurde plötzlich ein Mensch, der viel von der weiten Welt berichten konnte.
„Wie lange werden Sie noch in Hamburg bleiben?"
„Tja, wir Tierfänger können nicht lange auf einem Fleck sitzen bleiben. Die Beute verkaufen, neue Abschlüsse tätigen — und dann wieder los in die Dschungel hinein."
Er machte einen tiefen Zug aus der kurzen Pfeife, nahm einen Schluck Grog und beantwortete schon weiter unsere Fragen.
„Was ich fange? Alles vom Floh bis zum Elefanten! Ja, lachen Sie nicht. Unlängst erst habe ich von dem Londoner Entomologischen Institut eine Bestellung auf Flöhe und Wanzen bekommen, und vor nicht ganz einem Jahre lieferte ich an den Rotterdamer Zoo fünf Elefanten."
„Gefährlich, diese Riesentiere zu fangen, was?" „Wie man's nimmt. Die meisten Leute machen sich da ganz falsche Vorstellungen. Aber daß es oft weit gefährlicher ist, kleinste Lebewesen zu erbeuten, will keinem Menschen einleuchten. Und doch muß man bei ihnen genau so wie bei den altbekannten Raubtieren durch den Urwald streifen. Da lauern genug Gefahren... Dor einigen Jahren wollte ich einen Paradiesvogel fangen, an der Nordwestspitze von Neu-Guinea. Abenddämmerung war bereits auf die kleine Insel Waigeu gefallen. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit arbeitete ich völlig allein.
Genau wie alle anderen Singvögel hat der Paradiesvogel einen so festen Schlaf, daß man ihn dabei buchstäblich mit der Hand fangen kann. Man braucht also nur den Schlaffitz des Bogels zu finden, muß sich auf die Lauer legen, bis er eingeschlafen ist, und dann so lautlos wie möglich auf den Baum klettern, um über den reglosen Vogel einen Sack auszubreiten.
Der Fang glückte mir. Ich kletterte wieder vom Baum herunter, hielt mich dabei an einem dünnen Ast fest, als im selben Augenblick der -vermeintliche Ast sich zu bewegen begann, so daß ich um ein Haar abgestürzt wäre. Der Ast war eine riesige — Pythonschlange, die ähnlich dem Vogel, dem sie sicher nachgestellt hatte, fest eingeschlafen war.
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ihm sicher zu sein.
Aber im Bruchteil einer Sekunde hatte ich mein Gewehr, das ich in der Dschungel ständig bei mir trage, an die Wange gerissen, zielte und schoß. Die Kugel traf das Krokodil genau hinterm Ohr. Es schnappte noch einmal, wurde ruhig und sank schließlich unter. Der Schwanz zuerst, ein sicheres Zeichen dafür, daß die Beute tot war."
Die Abenteuer nahmen kein Ende. Es konnte einem schon kalt über den Rücken laufen. Gerade als wir aufbrechen wollten, entdeckte ich an der Hand des Tierfängers eine rote Schramme. Er mußte das wohl gesehen haben.
„Von einem Froschmauloogel."
„Froschmauloogel?
„Ja, ist wohl einer der seltsamsten Vögel auf der Erde. So groß wie eine Eule. Mit braunem, fleckigem Gefieder. Sein Schnabel ist im Ansatz so breit, daß sich die Mundwinkel irgendwo auf dem Rücken zu treffen scheinen. Auch ihn kann man im tiefsten Schlaf mit der Hand fangen.
Es war wieder im Urwald von Neuguinea. Da wurde ich auf einen Froschmauloogel aufmerksam, der still auf einem Ast saß, etwa sechs Meter über dem Erdboden. Die Gelegenheit war günstig. Ich
für die 7. Rate. ,
Die Einlösung der 7. Rate muß unbedingt vor der 25. Mietoorstellung erfolgt sein. Die oben angegebenen Einlösezeiten sind einzuhalten.
Gießen, den 18. März 1938.
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Die zu zahlende siebte Rate beträgt: Familienlogen mit 5 Plätzen . . Familienlogen mit 4 Plätzen . .
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Ein scheußliches Gefühl, kann ich Ihnen sagen, anstatt eines Astes eine Schlange in der Hand zu halten. Glücklicherweise schadete der Python nicht weiter, überdies war er noch vollkommen schlaftrunken. Aber wenn es eine giftige Schlange gewesen wäre, würde ich wohl nicht mehr vor Ihnen ^„Das kann ich mir denken." Der Wirt brachte uns ein neues Glas. Wie stießen auf ein glück-
Gtadttheater-Mete.
Die Einlösung des siebten Abschnitts der Stamm- Miete hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar:
Mittwoch, den 23. März 1938, für die Mittwoch.
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Donnerstag, den 24. März 1938. für die Freitag- Mieter.
Freitag, den 25. März 1938. für bte Dienstag.
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in der Zeit von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr.
Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210 Kasse des Städttheaters Gießen erfolgt
19.30-22.15 Uhr.
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Montag, den 28. März, vormittags 10 Uhr. werden in der Gastwirtschaft höchst in Kesselbach nachstehende Kiefern-Abschnitte, Güteklasse A, verkauft:
Aus dem Forstort Dietrichswald 33 des Schutzforstes Rabenau:
4,02 fm Kl. 3a, 6,81 fm Kl. 3b, 15,76 km Kl. 4 und 1,23 fm Kl. 5.
Aus dem Forslort Rüdengeheg 11 des Waldes der
Gemeinde Kesselbach: 1842V
6,90 km Kl. 4 und 3,33 km Kl. 5.
Das Holz ist vorher zu besichtigen.
Nummernverzeichnisse sind durch das Forstamt erhältlich.
Londorf, den 21. März 1938.
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Vom Floh bis zum Elefanten
Ein Tierfänger erzählt von seinen Abenteuern.
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Aus aller Welt.
Riesige Sprengung in einem Pfälzer Steinbruch.
Im Steinbruchbetrieb am Rothenkircherhof bei Kirchheimbolanden, der von den Nordpfalzlschen Hartsteinwerken betrieben wird, wurden jetzt schätzungsweise 200 000 Tonnen Felsgestein durch Sprengung losgelöst. Das angefallene Material, das zur Bewältigung der großen Straßen- und Eisenbahnaufträge benötigt wird, leicht für das Jahr 1938 aus und garantiert 200 Volksgenossen Arbeit und Brot. Zur Vorbereitung der Sprengung, die als die größte Europas bezeichnet wird, wurden in monatelanger Arbeit zwei Stollen gebohrt und ausgetragen. Jeder dieser Stollen wurde mit zwei Kammern versehen, in die man rund 300 Zentner Sprengmaterial einsetzte.
Verheerender Brand im Rostocker Sladlgul.
In einem Stall des Rostocker Stadtgutes Schmarl brach ein Feuer aus, das — begünstigt durch die Trockenheit der letzten Zeit und starken Sudwest- roinb — in kurzer Zeit drei Gebäude mit den vorhandenen Futtervorräten, einen Teil der Maschinen und Geräte vernichtete. 40 Rinder und etwa 160 Schafe kamen in den Flammen um. Die Pferde blieben verschont. Einige der Tiere konnten noch notgeschlachtet werden.
Waldbrand im Spessart.
Die Waldabteilungen Hofschlag und Riegelstein, die zur Gemarkung Mondfeld im Spessart gehören, wurden von einem verheerenden Feuer heimgesucht. Der Brand entstand dadurch, daß ein Waldarbeiter ein Feuer anmachte, um sich das Mittagessen zu wärmen. Kaum hatte er es angefacht, als ein Windstoß die Flamme auf das dürre Gras trieb. Mit rasender Schnelligkeit breiteten sich die Flammen aus. Nach angestrengter Arbeit war die größte Gefahr beseitigt und ein Wall um die vom Feuer ergriffene Fläche gezogen, die etwa 3 Hektar umfaßt. ____________________________________
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zog rasch meine Lederhandschuhe an und kletterte kurzerhand auf den Baum. Unbesorgt packte ich mit raschem Griff zu. Der Vogel — schlief nicht. Wütend fuhr er mit seinem großen Schnabel nach meiner Hand, zerfetzte dabei die Lederhandschuhe, als ob sie aus dünnstem Papier wären, und brachte mir diese tiefe Fleischwunde bei. Fast hätte ich den Halt verloren. Aber trotz der ungeheuren Schmerzen verlor ich nicht den Kopf und hielt den Vogel fest. In einem Sack brachte ich ihn zu Boden und später nach London, wo sein Verkaufserlös mir den erlittenen Schmerz einigermaßen wieder gutmachte."
Der alte Tierfänger drückte mir die Hand. Und als ich den „Grauen Walfisch" verließ, kündigten zwei Glockenschläge von St. Pauli schon die frühe Morgenstunde. Die Verzögerung war gewiß nicht unnütz gewesen. Man sah plötzlich ein, daß auch die kleinsten und hübschesten Lebewesen, die da draußen bei Hagenbeck jedes Jahr Millionen von Besuchern anlocken, ebenso gefährlich zu fangen sind wie ihre großen und kräftigen Brüder.
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„Ein anderes interessantes Erlebnis hatte ich einmal im Urwald von Siam. Ich war gerade in Penang gelandet, um eine Bestellung auf siamesische Kampffische auszuführen. Hundert Kilometer ging es landeinwärts. Ein eingeborener Boy begleitete mich. Sie müssen wissen, daß man diese nur zwei Zentimeter langen Fische durch Abkämmen der Wasseroberfläche mit kleinen Netzen sängt.
Es dauerte nicht lange, da hatten wir eine geeignete Stelle gefunden und arbeiteten nun beide auf gegenüberliegenden Plätzen am Ufer eines kleinen Flusses. Plötzlich sah ich am anderen Ufer einen dunklen Gegenstand im Wasser schwimmen.
chsten Augenblick entdeckte ich ein drei Meter Krokodil.
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Sieben Menschen ertrunken.
Aus Williamsport (Pennsylvanien, USA.) wird ein schweres Unglück gemeldet. Ein 30 Meter langes Floß mit 84 Personen an Bord, die anläßlich einer Jubiläumsfeier der pennsylvanischen Holzindustrie auf dem Susquehanna-Fluß eine 150 Kilometer lange Vergnügungsreise unternommen hatten, stieß in der starken Strömung gegen den Pfeiler einer Eisenbahnbrücke und sank. Sieben Feffteilnehmer ertranken.
Kunst und Wissenschaft.
Internationale Lepra-Tagung in Kairo.
Der König von Aegypten eröffnete im Opernhaus zu Kairo in Anwesenheit der Regierung, der Behörden, der Chefs der fremden Missionen und von über 300 Vertretern aus 56 Staaten die internationale Lepra-Tagung. Die deutsche Abordnung steht unter der Leitung von Professor K l i n g m Ü l l e r. Abends folgte ein Gala-Empfang im Abdine-Palast zu Ehren der Teilnehmer. Aegypten ist an den Arbeiten der Tagung besonders interessiert, da trotz starken Rückgangs und Isolierung immer noch neue Leprafälle auftreten. Die Gesamtzahl aller Leprakranken in der Welt wird auf zwei bis drei Millionen geschätzt. Hauptsächlich betroffen sind Asien, die pazifischen Inseln und die tropischen Teile Afrikas.
Wetterbericht
Der hohe Luftdruck über Mitteleuropa ist. jetzt soweit abgebaut, daß sich eine durchgreifende Luftströmung und damit Bewölkung eingestellt hat. Die Weiterentwicklung geht aber weiterhin langsam oonftatten, so daß mit einer durchgreifenden Aende- rung noch nicht gerechnet werden kann.
Aussichtenfür Mittwoch: Morgens vielfach dunstig oder neblig, tagsüber leicht bewölkt, noch trocken, Tagestemperaturen nach kühler Nacht bis 15 Grad Celsius, schwache Winde.
Aussichten für Donnerstag: Weiterhin veränderlich, Bewölkung, nicht mehr ganz so warm.
Lufttemperaturen am 21. März: mittags 19,8 Grad Celsius, abends 6,6 Grad; am 22. März: morgens 1,3 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum heute nacht 0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. März: abends 9,2 Grad; am 22. März: morgens 5,6 Grad. — Sonnenscheindauer 9 Stunden.______
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für bte Bilder: Dr Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrwt; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlfche Unioersitatsdruckerei R Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
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Daubringen, den 20. März 1938.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 23. März, nachmittags
3 Uhr statt.
DANKSAGUNG.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heim
gang unserer heben Entschlafenen
Frau Luise Schmidt Wwe., geb.Wuth
sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen
wir unseren herzlichsten Dank.
im Namen der Hinterbliebenen: Familie Hermann Löber
Familie Fritz Schäfer.
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