Deutsche Frontkämpfer im Forum Mssolini.
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Zu Ehren der in Rom weilenden deutschen Frontkämpfer fand in Gegenwart des Duce im Forum Mussolini eine Veranstaltung statt. Man sieht auf dem Bild den Duce beim Gruß an die deutschen Frontkämpfer. Neben ihm der Herzog von Coburg-Gotha, der Präsident der deutschen Frontkämpfervereinigung. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Nichteinmischung in Mitteleuropa.
Britische Oeffenttichkeit fordert Zurückhaltung.
Mexiko.
Von unserem K G. G.-Äerichtersiatier.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Washington, Mitte März 1938.
Dem neuen Kurs Roosevelts im Jahre 1933 folgte im Jahre 1934 ein „New Deal" des Präsidenten Cardenas für Mexiko. Während aber in Amerika Präsident Roosevelt den Versuch unternimmt, das kapitalistische Sy st em durch mehr oder weniger energische Reforrnmaß- nahmen am Leben zu erhalten, handelt es sich in Mexiko, so weit man das von hier aus beurteilen kann, entweder um weitgehende Sozialisierung unter einem Sechs-Jahresplan oder, was wahrscheinlicher klingt, um Begründung einer nationalen Wirtschaft. Diese „Mexikani- sierung" insbesondere der Ländereien und der unterirdischen Bodenschätze hat zusammen mit den finanziellen Schwierigkeiten, denen sich die mexikanische Regierung gegenübersieht, zu einer allmählichen Zurückdrängung fremden Einflusses in Mexiko und darüber hinaus zu Spannungen zwischen Mexiko City und Washington geführt.
Obwohl die erste Hälfte des von PräsÄent Cardenas während seiner sechsjährigen Amtszeit in Aussicht genommenen Planes beträchtliche Fortschritte zeigte, begann die zweite Hälfte unter dem Schatten finanzieller und anderer Komplikationen. Cardenas hat bekanntlich mit der katholischen Kirche Frieden geschlossen und chr nach langer Karenzzeit die Wiedereröffnung der Kirchen gestattet, aber die Erziehung der Jugend liegt vollständig in Händen der Regierung bzw. der Armee, die geschlossen hinter Cardenas steht und sich weder um die Kirche, noch um die feudalen Großgrundbesitzer, noch um die eigentliche alte Militärkaste kümmert. Dies hat zu innerpolitischen Spannungen geführt, die jedoch geringfügig sind gegenüber der F i n a n z n o t der Regierung.
Letztere entstand dadurch, daß die den mexikanischen Pächtern und den Indianern versprochene Zuteilung von Land sehr viele Mittel erforderte: Entschädigung für die Enteignung, landwirtschaftliche Geräte und Unterhaltungskosten bis zur Begründung einer ertragfähigen Kleinwirtschaft. Ferner brachte das Sozialisierungsprogramm Unsicherheit in die kapitalistischen Kreise und führte zu einer beträchtlichen Kapitalflucht, so daß die Devisenbestände der Bank von Mexiko erheblich abnahmen.
Unter dem wachsenden Druck aus Agrarkreisen, die schnellere Aufteilung der großen Güter und erhöhte Farmkredite verlangten, und dem Drängen der Indianer nach Einrichtung von kooperativen Farmbetrieben mußte Cardenas sich nach neuen Geldquellen umsehen. In seiner Not wandte er sich nach Washington und Finanzminister Suarez bewog vor etwa zwei Monaten das Washingtoner Finanzministerium dazu, die gesamte mexikanische Silberreserve in Höhe von 35 Millionen Unzen gegen Gold anzukaufen und sich ferner während des Jahres 1938 zur monatlichen Abnahme von 5 Millionen Unzen neu geförderten mexikanischen Silbers zu verpflichten. Außerdem hat Cardenas durch erhebliche Zoll- erhöhungen die Einfuhr besonders aus den Vereinigten Staaten gedrosselt und die amerikanische Regierung, die ihm kurz vorher durch obige Silberankäufe so entgegengekommen war, dadurch sehr verstimmt.
Wichtiger ist jedoch die gegenwärtige Kontroverse über die britischen und amerikanischen P e - troleumgesellschaften die (inzwischen verstaatlicht worden sind, wie wir am Montag bereits gemeldet haben). Diese hatten seit 1884 allmählich größere Ländereien in Mexiko angekauft und behaupteten, dadurch das Eigentum auf die darunter liegenden Petroleumvorräte erworben zu haben. Schon die mexikanische Verfassung von 1917 hatte jedoch in Artikel 27 die unterirdischen Bodenschätze für nationales Eigentum erklärt und so kam es zwischen 1917 und 1921 zu Differenzen zwischen dem mexikanischen Staat und den amerikanischen Petroleum-Gesellschaften, bis das Oberste Mexikanische Bundesgericht entschied, daß vor 1917 erworbene Petroleumländereien nicht unter Artikel 27 fallen, daß jedoch gewisse „positive Handlungen" zur Ausbeutung der Petroleumvorräte erfolgen müßten, widrigenfalls die Ländereien an den Staat fallen. Das führte zu weiteren Verhandlungen zwischen den beteiligten Regierun- aen, aber -Mexiko blieb dabei, daß fremde Petroleum-Gesellschaften tatsächlich auf diesen Ländereien Bohrungen vornehmen müßten, um sie behalten zu können. Außerdem wurden die Eigentumsrechte in Konzessionen umgewandelt und die Petroleumgesellschaften mußten dafür sog. „royalties" (Tribut) an die mexikanische Regierung zahlen.
Dieser Streit ist bis heute noch nicht endgültig beigelegt, aber inzwischen hat die mexikanische Regierung zu einem weiteren Schlag gegen die fremden Petroleum-Gesellschaften ausgeholt. Sie hat durch das Arbeitsministerium die B ü ch e r der fremden Firmen kontrollieren lassen und anschließend eine Erhöhung sämtlicher Löhne für die mexikanischen Petroleum-Arbeiter um etwa ein Drittel angeordnet. Die Petroleumfirmen, die in den letzten Jahren bereits mehrmals die Löhne erhöht, die Arbeitsstunden verkürzt und verschiedene soziale Einrichtungen eingeführt hatten, weigerten sich, der Anordnung Folge zu leisten und erwirkten einen Einhaltsbefehl Aber in der vorigen Woche hat das Oberste Mexikanische Bundesgericht den Einspruch zurückgewiesen und die Lohnerhöhung für angemessen erklärt. Die davon betroffenen 17 amerikanischen und britisch-holländi- dischen Gesellschaften erklären, diese Lohnerhöhung nicht zahlen zu können. Sollten sie jedoch die Arbeiten aus den Ländereien einstellen, so wird die mexikanische Regierung auf Grund der oben angeführten Entscheidung von 1921 die Konzessionen für verfallen erklären und die Petroleumförderung in nationale Regie nehmen (was inzwischen geschehen zu sein scheint).
Selbstverständlich haben die amerikanischen Firmen in Washington Klage geführt, aber es hat nicht den Anschein, als ob die amerikanische Regierung sich ihrer annehmen würde, jedenfalls wird sie über diplomatische Gespräche mit der mexikanischen Regierung nicht hinausgehen. Sie wird weder formelle Vorstellungen erheben, noch intervenieren. denn unter der „Politik des Guten Nachbar n", die Präsident Roosevelt 1933 proklamiert und 1936 in Buenos Aires erneut feierlich bekräftigt hat, ist Einmischung in die Angelegenheiten eines anderen amerikanischen Staates gänzlich ausgeschlossen. Die amerikanische Regierung hat gerade mit Rücksicht auf den mexikanischen Fall errt im Dezember 1937 durch Vize-Außenminister Welles erklären lassen, daß ein Amerikaner, der im Aus-
London, 22. März. (DNB. Funkspruch.) Die Times veröffentlicht eine Reihe von Zuschriften. Lord Noel Buxton schlägt vor, daß i n d e n sudetendeutschen Gebieten wie im Saargebiet eine freie Abstimmung unter neutraler Kontrolle darüber stattfinden sollte, ob die Bewohner dieses Gebietes für den Anschluß an Deutschland oder eine Art Autonomie seien. Sollte sich hierbei ergeben, daß irgendwelche Gebiete den Anschluß an Deutschland wünschten, müsse ein neutrales Komitee die neuen Grenzen festlegen. — Dr. Shack- leton Bailey (Manchester) setzt sich für eine Politik der Nichteinmischung in Mitteleuropa ein. Es sei jetzt nicht die Zeit, sich noch tiefer in die allgemeine europäische Verwirrung hineinziehen zu lassen. England solle sein Rüstungspro- gramm fortsetzen, das sei das Beste, was es unter den gegenwärtigen Umständen für die Sicherheit und das Gedeihen des Empire tun könne. — Hartland-Swann empfiehlt, England und Frankreich sollten klar erklären, daß die Tschechoslowakei so lange auf keine Hilfe rechnen könne, wie sie nicht den Versuch gemacht habe, im eigenen Hause Ordnung zu schaffen. Eine deutliche Erklärung dieser Art würde mehr für die Verminderung der europäischen Spannung beitragen, als irgendeine bedeutungslose Garantie gegen einen „Angriff".
Auch die Daily Mail behandelt die Frage, ob England die Aufgabe hat, die Tschechoslowakei zu unterstützen. Die Nation wünsche, daß Chamberlain keine Zusicherung gebe, sei es direkt oder indirekt, bedingt oder bedingungslos, der Tschechoslowakei zu Hilfe zu kommen, sollte sie bedroht
Budapest, 21. März. (DNB.) Auf einer Versammlung erklärte der Präsident der Partei der Nationalen Einheit (Regierungspartei), Dr. T a s - nady Nagy: „Wir Ungarn, die wir in den Leiden des Weltkrieges erprobte, mit Eisen und Blut verbundene Freunde des Deutschen Reiches und des mächtigen deutschen Volkes sind, freuen uns, daß die Vereinigung ohne Blutvergießen zuftandegekommen ist. Es ist völlig unverständlich, daß dieses Ereignis bei gewissen Elementen eine geradezu hysterische Unruhe ausgelöst hat, mit der sie auch die nationale Öffentlichkeit zu verseuchen suchen. Diese Leute muß man bei den Ohren nehmen und den gutgläubigen Menschen, die all den törichten Gerüchten Glauben schenken, Vernunft beibringen. Die gewaltigen Ereignisse der letzten Tage, diese großartige Vereinigung der beiden deutschen Stämme, hat eine Ungerechtigkeit der F r i e d e n s v e r t r ä g e aus der Welt geschafft. Wir glauben und hoffen, daß hierdurch auch der Weg für die Wiedergutmachung der Ungerechtigkeiten freigelegt wurde, die am ungarischen Volk begangen worden sind. Ermutigend für uns ist der Satz, den Adolf Hitler in seiner letzten Reichstagsrede prägte: „Die Nationen sind eine Schöpfung nach Gottes Willen und von ewigem Bestand, der Völkerbund aber eine höchst zweifelhafte Konstruktion menschlicher Unzulänglichkeit, menschlicher Hab- und Jnteressensucht".
„Ls kann für uns nicht gleichgültig fein, ob unser Nachbar das kleine, gebrechliche und schwankende Oe sl erreich ist, oder der mächtige, disziplinierte, auf stählernen Säulen erbaute National st aat Deutschland. Für uns kann die Wendung in Oesterreich nur Gutes bedeuten. Das Dritte Reich ist zwar ein furchterregender Gegner, aber e i n mächtiger Freund für denjenigen, mit dem es befreundet ist. Um wiemel günstiger ist es für Ungarn, nunmehr statt Oesterreich diefe gewaltige Kraft in seiner Nähe zu fühlen, die jeth auch dazu führen wird, alle Kräfte, Fähigkeiten und Energien der Nation anzuspannen.
land Geschäfte treibt, sich nach den Gesetzen seines Gastlandes richten müsse und nicht irgendwelche Sondervorrechte verlangen könne. Die amerikanische Regierung verlange lediglich, daß keine Enteignung ohne angemessene Entschädigung erfolge, im übrigen aber könne der amerikanische Staatsangehörige auf keinen Schutz seiner Regierung rechnen.
Etwas anderes ist es mit der Zollerhöhung, bie teilweise bis zu 400 v. H. beträgt und sich fast ausschließlich gegen Waren aus den Vereinigten
werden. Auch hoffe man, daß die Regierung der „gefährlichen und diskreditierten Idee der kollektiven Sicherheit" keine Chancen bieten werde, wo diese Idee Europa schon nicht wieder gutzumachende Schäden gebracht habe. Bisher sei es den Unheilstiftern nicht gelungen, den Premierminister von seiner klugen Zurückhaltung abzubringen. England habe jetzt nur eine Aufgabe, zu rüsten und wieder zu rüsten und an seine eigenen Ausgaben zu denken. — Der Daily Herald begrüßt den Beschluß der tschechoslowakischen Regierung, die Zugeständnisse an die deutsche Minderheit zu vergrößern. Das Blatt spricht dabei die Hoffnung aus, daß andere Staaten diesem Beispiel folgen werden, da die deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei nicht die einzige in Europa sei.
Fortschritte
der englisch-italienischen Besprechungen
London, 21. März. (DNB.) Auf Anfragen über den Stand der englisch-italienischen Besprechungen erklärte Chamberlain im Unterhaus, in den Verhandlungen seien gewisse Ergebnisse erzielt worden. Der britische Botschafter in Rom habe mit dem italienischen Außenminister mehrere Besprechungen gehabt, in denen Fortschritte zu verzeichnen seien. Auf eine weitere Anfrage bestätigte der Premierminister, daß der Abschluß der englisch-italienischen Wirtschaftsabkommen nicht ein Ergebnis der italienischen Verhandlungen in Rom seien.
Ich hoffe, daß diefe Auswirkungen der österreichischen Ereignisse auf die ungarische Nation eintreten werden und damit die erfolgreiche Durchführung der großen begonnenen Pläne für eine bessere Zukunft der Nation gesichert werden."
Der Präsident erklärte, Ungarn müsse die gleiche entschlossene nationale Po 1 i - t i k verfolgen, die in Italien durch Mussolini, in Deutschland durch Adolf Hitler siegreich zum Durchbruch gelangt sei. Mit großer Schärfe lehnte der Präsident die aus liberalistischen und demokratischen Kreisen immer wieder verbreiteten Gerüchte über die Bildung einer Parteikoalitionsregierung ab und erklärte, die gegenwärtige Lage verlange nicht eine Parteienkoalition, sondern die Koalition aller wahrhaften Patrioten zur Verwirklichung der großen Ziele der Negierung.
Der frühere Ministerpräsident GrafPaul T e - l e k i, der im ganzen Lande das größte Ansehen genießt, erklärte im führenden Regierungsblatt „Függetlenseg", ein weltgeschichtliches Ereignis habe sich in diesen Tagen in der Nachbarschaft Ungarns abgespielt. Seit 19 Jahren war dieses Ereignis voraus zusehen, seit fünf Jahren habe es jeder erwartet. Die der gleicher Nation angehörende Bevölkerung zweier Ungarn b"'reunde- ter Staaten hätten sich nunmehr im Verlaufe eines natürlichen weltgeschichtlichen Prozesses vereint. Graf Teleki geißelt dann in scharfen Worten die Gerüchtemacher und richtet einen Appell an die Nation zum Zusammenschluß aller aufbauenden vaterlandsliebenden Kräfte.
Man wolle noch nicht begreifen, daß jetzt überall neues Leben pulsiere und sich in der Welt eine Umwälzung vollziehe, die zweifellos für Generationen, wenn nicht für Jahrhunderte von schicksalentscheidender Bedeutung sein werde. Das ungarische Volk brauche heute mehr Vertrauen zu sich selb st, mehr Kühnheit und Mut statt Kleinmütigkeit und Ratlosigkeit. Das , Volk brauche den kühnen Mut des Schützengrabens, den Mut jahrzehntelanger Arbeit, die rückhaltlose I Liebe zu Volk und Heimat.
Staaten richtet. Es ist anzunehmen, daß die Washingtoner Regierung als Repressalie entweder die Silberankäufe ein st eilt oder Schutzzölle auf amerikanische Waren legt. Auch diese Entscheidung jedoch ist nicht einfach, denn wenn Meriko den nordamerikanischen Markt für sein Silber verliert und es daher zu jedem Preis auf den Weltmarkt werfen muß, so würde der Weltmarktpreis für Silber erheblich sinken und die schon jetzt bestehende Differenz zwischen dem Weltmarktpreis und dem Preis, den die
Ungarn freut sich des neuen starken Nachbarn.
Oer Anschluß beseitigte eine Ungerechtigkeit der Friedensdiktate.
amerikanische Regierung tm Inland aus inner- politischen Gründen für das Silber der Westftaaten — Nevada ufw. — zahlt, würde so grotesk werden, daß der amerikanische Kongreß dieser Prämienzahlung nicht länger ruhig zusehen würde. Aus all diesen Gründen — aber auch, weil vor der Hand die mexikanische Regierung auf ausländisches Kapital angewiesen ist — dürste die Lösung am wahr- cheinlichsten ein, daß es zu einem Kompromiß kommt, und daß die mexikanische Regierung gegen Gewährung einer nordamerikanischen Anleihe die Zollerhöhungen wieder beseitigt.
Engländer und Amerikaner verlassen Mexiko.
Die erste Folge der Verstaatlichung der Oelgesellschaften.
Neuyork, 22. März. (DNB. Funkspruch.) Die New York Times meldet aus Mexiko, daß im Laufe der letzten Tage etwa 35 amerikanische und 54 englische Staatsangehörige das Land verlassen haben, Aufseher und leitende Angestellte der großen vergesellschaften, die, um der Bedrohung durch mexikanische Delarbeiter zu entgehen, das Petroleumgebiet von Tehuantepec verlassen haben und nach Veracruz geflohen feien. Auch die Angehörigen zahlreicher Angestellter der Stan- dard-Oelgesellschast in Tampico, wie auch der Britisch-Mexikanischen Eagle-Raffinerien bei Minatitlan hätten sich nach Veracruz eingeschifft. Die mexikanischen Arbeiter übten eine uneingeschränkte Kontrolle über das gesamte Ostgebiet aus und hätten ebenso das Eigentum der großen Oelgesell- schaften mit Beschlag belegt.
Das Recht der Muttersprache.
Der ungarische Kultusminister über die Sprachenregelung in der Schule.
Budapest, 21. März. (DNB.) Im Abgeordnetenhaus gab Kultusminister H o m a n eine Erklärung über die Schulpolitik gegenüber den in Ungarn lebenden Volksgruppen ab. Er betonte, ein einheitlicher gemischtsprachiger Schu 11ypus auf der Grundlage der Verordnung der früheren Gömbös-Regierung werde bis 1939 zur Durchführung gelangen. Es fei verlangt worden, die Regierung möge ohne Befragen der Eltern Maßnahmen für die Schaffung der gemischtsprachigen Minderheitenschulen treffen. Der , Minister erklärte ausdrücklich, er fei nicht geneigt, ' einen derartigen Weg einzuschlagen. Niemand könne gezwungen werden, gegen seinen Willen seine Kinder in eine gemischtsprachige oder ungarische Schule gehen zu lassen. Die Regierung könne das Prinzip nicht aufgeben, daß d i e nationalen Minderheiten, sowohl die in anderen Staaten lebenden ungarischen Brüder wie äuch die im Rahmendes ungarischen Staates lebenden fremdsprachigen Ungarn, das unbestreitbare menschliche Recht hätten, ihre Muttersprache zu gebrauchen und ihre völkische Kultur und Tradition zu pflegen. Die Staatsgewalt fei verpflichtet, die Ausübung dieses Rechtes zu sichern, nicht nur im Interesse der Minderheiten, sondern auch im Interesse der staatsbildenden und staatstragenden ungarischen Nation. Durch Anwendung von Gewaltmitteln sei nach niemand zum Sohn einer Nation gemacht worden. Im Rahmen des gemischtsprachigen Unterrichts in den Volksschulen werde das Kulturrecht der sprachlichen Minderheiten zur Geltung kommen. Die Regierung werde mit der größten (Strenge gegen alle diejenigen verfahren, die sich den gesetzlichen Bestimmungen widersetzten.
Spaltung in der ungarischen Kleinlandwirtepartei.
Budapest, 21. März. (DNB.) Aus der von Tibor Eckhard geführten Unabhängigen Kleinlandwirtepartei haben sechs Abgeordnete ihren Austritt erklärt. Man sieht in diesem Vorfall das Zeichen für eine innere Krise der Partei. Diese verfugt jetzt nur noch über 19 Abgeordnete, denen 172 Abgeordnete der Regierungspartei gegenüberstehen. Die Ursache des Austritts sind grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten über die von Tibor Eckhard verfolgte Politik.
Deserteur als Volkskommissar
Die Laufbahn
eines bolschewistischen Priestermörders.
Posen, 21. März. (DNB.) Der Priester, mord in Lubon bei Posen, dem der polnische katholische Geistliche Streich während eines Gottesdienstes zum Opfer fiel, hat jetzt feine Sühne gefunden. Der kommunistische Mörder Nowak hatte sich vor dem Posener Bezirksgericht zu verantworten. Bezeichnend ist, daß drei Offizialver- teidiaer ihr Mandat niederlegten und keiner den verabscheuungswürdigen Mörder verteidigen wollte, gegen den die öffentliche Meinung Polens in zahllosen Massendemonstrationen erbittert Stellung genommen hatte. In der Verhandlung kam zur Sprache, daß der Mörder sowohl im Weltkriege aus dem deutschen Heer desertierte wie auch im polnisch-bolschewistischen Krieg seine Truppe verließ und zu den Bolschewisten überlief, wo er es in Anbetracht dieser ehrlosen Gesinnung bis zum Volkskommissar (!) brachte. Der Angeklagte stand seit Jahren mit den Kommunisten in Polen in engster Fühlung. Das Gericht verurteilte den kommunistischen Mörder zum Tode.
Auch Finnland rüstet auf.
H e l s i n g k i, 22. März. (DNB. Funkspruch.) Die Regierung hat dem finnischen Reichstag eine Gesetzesvorlage zugeftellt, in der sie 2710 Millionen Finn- Mark zumEinkaufvonHeeresbedarf verlangt Diese Summe soll auf die Jahre 1938/1944 verteilt werden, doch sollen schon in diesem Jahre 460 Millionen Finn-Mark dereitgestellt werden. Zur teilweisen Deckung dieser durch Gesetz beffimmten Ausgaben schlägt die Regierung die Erhöhung der direkten Einkommen- und Vermögenssteuer um 2 0 v. H. vor. Sollte es jedoch möglich sein, den Ankauf von Heeresbedarf zu beschleunigen, so fordert die Regierung das Recht, die als nötig bezeichneten 2710 Millionen Finn-Mark sofort ganz ober teilweise im Anleiheweg flüssig zu machen.


