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dem wir verschworen sind, solange wir leben, mit Leib und Seele! Unser deutsches Volk und Reich Sieg-Heil!

Das Siegheil des Führers nehmen die Böhmer­länder mit nicht endenwollender Begeisterung aus und bereiten dem Führer noch bei seiner Abfahrt stürmische Kundgebungen.

An der neuen Grenze.

Begeisterter Jubel umgibt den Führer auch bei seiner Rückfahrt nach Linz.

Der Führer verließ die Stadt in der Richtung auf die neue Grenze. Das Budweiser Tor, das er durchfährt, zeigt die schweren Einschläge tschechischer Granaten, die noch am 2. Oktober von einem tschechischen Panzerzug abgefeuert wurden. Wenige Kilometer hinter Krumau treffen wir auf eine tschechische Befestigungslmie mit Betonbunkern und Tanksallen, die mitten durch das deutsche Dorf Krenau gelegt sind. Weiter ging die Fahrt nach Kalsching, dem letzten Ort vor der neuen Grenze. Hier nimmt der Führer ein kurzes Mittag­essen ein. Immer wieder schlägt der Jubel in das kleine Gasthaus hinein. Der Führer begrüßt die alten Kämpfer der Bewegung und. die Formatio- nen. Der Bürgermeister überreicht ihm die Ehren­bürgerurkunde von Kalsching. Dann geht die Fahrt auf den Schöninger Berg, einen hochragen­den, weitgestreckten Rücken mit wundervollem Wald­bestand. der auf seiner Höhe einen Aussichtsturm trägt, von dem man einen weiten Blick hat in die herrliche Berglandschaft des Böhmerwaldes. Nicht weit von dieser Höhe -läuft die neue deutsch-tsche­chische Grenze. Die Fahrt geht nun wieder auf der­selben Strecke nach Linz zurück. Immer wie­der muß der Wagen des Führers halten. Immer wieder werden Blumen hineingereicht, und jede kleine Gemeinde 'bittet ihn, sich doch in ihr Gedenk­buch einzutragen. Per Führer kommt dem Wunsche stets nach und erweckt damit neue jubelnde Huldi­gungen. In Krumau wird dem Führer noch ein großes Oelgemälde in den Wagen hineingereicht, das eine Ansicht der Stadt gibt. Am Nachmittag ddnn trifft der Führer in Linz wieder ein. Kopf an Kops stehen die Menschen viele Glieder tief und jubeln Dem Führer zu.Auf dem weiten Bahnhofs- oorplak stehen die jungen Mädchen von Linz in ihren schmucken Trachten. Gegen Abend trifft der Führer wieder auf dem Berghof ein. Ihn begleiten die Gedanken von Tausenden, die ihn heute haben sehen können.

Der Arbeitseinsatz in den sudetendeutschen Gebieten.

Berlin, 20. Oft. (DNB.) Durch die reichs­deutschen Grenzarbeitsämter sind besondere Dienst­stellen der Reichsanstalt in den sudetendeutschen Gebieten errichtet worden. Zwei große Aufgaben stehen im Vordergrund: die beschleunigte Unter­bringung der einsatzfähigen Arbeits­losen und die Gewährung einer angemesse­nen Arheitslosenunterstützu'ng für den Fall, daß nicht alle Arbeitslosen sofort wieder Arbeit und Brot finden werden. Die Arbeitslosen­unterstützung, die weit über die bisherige tschechische Arbeitslosenhilfe hinausgeht, sofern an Sudeten­deutsche überhaupt Unterstützung gegeben wurde, wird einheitlich ab 10. Oktober 1938 gewährt. Die ersten Auszahlungen sind bereits erfolgt.

Zum Sonderbeauftragten der Reichs­anstalt für die sudetendeutschen Gebiete mit dem Sitz in Reichenberg ist der Präsident des Landes­arbeitsamtes Pommern, Dr. Böen in g, ernannt worden. Die auf dem Gebiete des Arbeitseinsatzes erforderliche Aufbauarbeit verträgt keinerlei Stö­rungen. Sine selbständige Anwerbung von sudetendeutschen Arbeitskräften durch Ver­treter reichsdeutscher Betriebe in den sudetendeutschen Gebieten kann deshalb nicht ge­duldet werden. Soweit besonders vordringliche Anforderungen staatspolitisch wichtiger Betrieoe vorliegen, sind sie der Hauptstelle der Reichsanstalt in Berlin namhaft zu machen, die von sich aus nach Prüfung der Dringlichkeit die Weiterleitung an den Sonderbeauftragten in Reichenberg veran­lassen wird.

Der doppelte Oskar.

(Line Geschichte von Peter Mattheus.

Herr Hinrich Bohmann kam von einer Geburts­tagsfeier. Es war spät geworden. Im Mondlicht batterte er den Fußweg entlang, der hinunter zum Fluß führte. Es kam ihm vor, als sei dieser Fuß­weg gewundener als sonst. Jedenfalls bewegte sich Herr Hinrich Bohmann ziemlich im Zickzack.

In der Nähe des Flusses, dicht an der Mauer des Zoologischen Gartens, lag Herrn tzBohmanns Wohnung. Es nxir kein richtiges Haus. Es war eine Wohnlaube. Ein Gemisch von Ziegeln, Fachwerk und Holz. Leicht und luftig, aber gemütlich. Ein Zimmer, eine Küche und ein winziger Vorraum. Mehr brauchten Bohmanns nicht. Kinder waren noch nicht vorhanden. Und Oskar, der Hund, schlief nachts im Vorraum.^

Ein Anbau war noch da, in dem Brennholz, Gartengeräte und alte Blumentöpfe aufbewahrt wurden. Das Ganze stand in einem mäßig großen Garten, der rundum von einem Lattenzaun um­geben war.

Herr Bohmann öffnete die Pforte dieses Zaunes und steuerte seine Haustür an. Er kam in voller Fahrt angerauscht. Dann stutzte er plötzlich und blieb leise schwankend stehen. In dem Winkel zwischen Tür und Anbau saß ein grauer Schäferhund.

Oskar? Nanu?!" sagte Herr Bohmann mit heiserem Flüstern.Hat dich Frauchen rausgesetzt? Wieso?"

Der Hund tat das, was alle Hunde tun. Er antwortete nicht. Er bewegte aber auch nicht ein­mal den Schwanz. Er saß nur da und guckte Herrn Bohmann an. Und seine Augen hatten einen unfreundlichen grünen Schimmer.

Herr Bohmann war erstaunt.

Was ist denn los, Oskar? Kennst mich wohl nicht?" sagte er etwas lauter und tat einen Schritt auf den Hund zu.Komm mal her!"

Der Hund fletschte deutlich sichtbar die Zähne, und seine Augen funkelten noch grüner. Sehr, sehr unfreundlich. Unverkennbar feindselig.

Herr Bohmann war nicht mehr erstaunt. Er war wütend:

Oskar? Was! Die Zähne willst du mir blecken?" brach er los.Warte, du verdammichte Kröte dir werd' ich zeigen!"

Er war ein großer und sehr kräftiger Mann. Für den Augenblick verdrängte der Zorn jegliches Schwanken. Im Nu riß er die Tür zum Anbau auf. In der nächsten Sekunde packte er ohne zu fackeln den wild um sich schnappenden Hund

Oer Aufbau des Arbeitsdienstes im Sudetengau.

Teplitz-Schönau, 21. DEL (DNB.) General­arbeitsführer v. Gönner, Inspekteur des Dienst­amtes in der Reichsleitung des Reichsarbeitsdien­stes, der in der Ostmark den Aufbau des Reichs­arbeitsdienstes leitete, erklärte, die Aufgaben, die dem Reichsarbeitsdienst in Zukunft in den sude­tendeutschen Gebieten gestellt seien, unter­schieden sich grundsäglich nicht von denen im Alt- reich. Es wurden gebildet ein bis zwei Arbeits- aaue, 13 bis 15 Arbeitsdienstgruppen mit etwa 100 Arbeitsdienstabteilungen; jede Abteilung habe eine

beim Nackenfell und beförderte ihn mit Schwung zwischen die Blumentöpfe. Die Tür flog mit einem Krach au. Der Riegel wurde vorgeschoben.

Verdammichte «töte!" sagte Herr Bohmann noch einmal tief aufatmend.

Dann öffnete er seine Wohnungstür und prallte zurück. Aus dem dunklen Vorraum sprang ihm schweifwedelnd ein grauer Schäferhund entgegen und hüpfte freudig blaffend um ihn herum.

Meine Herren! Wieso denn?" sagte Herr Boh­mann fassungslos und griff sich mit zitternder Hand an die Stirn.Noch einer? Wieso noch einer? Ogottogottogott sechs Gläser Bier und vier Korn! Das kann doch nicht... das wird doch nicht am Ende..."

Sein Gedankengang wurde jäh durch eine laute Stimme unterbrochen, die von der Gitterpforte her He Sie!" rief.

Herr Bohmann drehte sich um. Dort stand an der Uniform kenntlich einer der Wärter des Zoologischen Gartens und hielt in der einen Hand eine Taschenlampe, in der anderen ein Gewehr.

He Sie! Haben Sie hier herum einen Wolf gesehen?" fragte er.

", sagte Herr Bohmann geistesabwesend.

Bestimmt nicht? Mann, Sie schlafen ja! Haben Sie überhaupt schon mal einen Wolf gesehen?"

", sagte Herr Bohmann und scyüttelte schwer­mütig den Kopf.Sechs Mollen und vier Korn! Ob man wohl davon"

Ach, hören Sie doch auf!" schrie der Wärter ärgerlich.Was sollen denn jetzt die Mollen und der Korn? Wix reden hier vorn Wolf. Einer ist uns ausgenommen. Graues Tier. Nicht ungefähr­lich, müssen Sie wissen. Sieht aus roien Hund. Wie ein Schäferhund etwa ..."

? Schäferhund?" fragte Herr Bohmann plötzlich schrill.

Ja ungefähr so", sagte der Wärter.Haben Sie ihn gesehen?"

Herr Bohmann stand eine Weile stumm da und schnappte nach Luft. Man sah ihm an, daß er die Beute einer heftigen Gemütsbewegung war. Dann endlich hob er die Hand und deutete mit dem Daumen über Jbie Schulter zum Anbau.

Da ist er drin", sagte er.

Machen Sie keine Witze", sagte der Wärter.

Ist kein Witz", sagte Herr Bohmann.Hab ihn selber reingefeuert. Ich dachte, es ist Oskar."

Was bann kam, ging ziemlich rasch. Der Wärter trillerte auf einer Signalpfeife, und bald waren noch andere Wärter zur Stelle, die auf einem Wägelchen einen Transportkäfig mit sich führten. Während sie damit beschäftigt waren, den Wolf aus dem Anbau heraus in den Käfig zu bringen,

Stärke von etwa 200 Führern unb Männern. Das an den Arbeitsgau XIX (Regensburg) angrenzende Gebiet von der Fürther Senke bis einschließlich Prachatitz komme zu diesem Gau, das Gebiet von Böhmisch-Krumau bis zur Ostarenze zur Ostmark. Mit der Aufbauarbeit im Nordsudetenland habe der Reichsarbeitsführer den bisherigen Stabschef des Sudetendeutschen Freikorps, Senator Hauptmann a. D. Pfrogner, beauftragt. Ebenfalls sofort beginne im Sudetenland der Aufbau des Arbeits­dienstes für die weibliche Jugend. Zu sei­ner Verwirklichung würden aufgestellt: eine Be­zirksleitung und sieben Lagergruppen mit etwa 70 Lagern. Die Belegschaft jedes Lagers betrage 40 Arbeitsmaiden und Führerinnen.

rechkigt, die größte Bedeutung der (Er- flärung beizumesfen, die Herr Hitler und Mister

Chamberlain abgegeben haben."

Hier sei, erklärte Hoare weiter, in der Tat eine konkrete Tatsache, die ihn davon überzeuge, daß mit Geduld, Zurückhaltung und der Bereit- s ch a f t, die verschiedenen Standpunkte zu verstehen, es möglich sei, die Gräben zu füllen, die Europa in feindliche Lager geteilt hätten, und wieder einmal die Gemeinschaft derNationen zu schaffen, auf deren Grundlage der Frieden der leiden- den Menschheit zurückgegeben werden könne. Die Po- litik der Regierung, so schloß Hoare, habe zwei Ziele: , Friede mit dem Auslande und Sicherheit in der Heimat. *

Die Rede Hoares wird von den Londoner Blät­tern besonders insofern gewürdigt, als Hoare sich mit dem Ausbau des britischen Derteidigungs- snstems und ii^sbesondere mit dem Luftschutz befaßt hat. DieTimes" erklärt, Hoares Rede fei äußerst wichtig, denn er habe während der Krise fast in ständiger Verbindung mit Chamberlain gestanden, und man könne daher annehmen, daß seine Aus­führungen die Gedanken des Premier­ministers widerspiegeln. Um so bemerkenswerter sei es, daß er die Zukunft mit einemyedärnvfien Optimismus" sehe. Im Vordergrund seiner Argu­mente habe selbstverständlich die Münchener Friedenserklärung gestanden Gerade die­ses Dokument sei von pessimistischen Zynikern an­gegriffen worden. Sie hätten an dem Mut Cham­berlains und an seinem guten Glauben an den Verhandlungspartner gezweifelt. Mit beiden habe Hoare abgerechnet. Die Worte des Innenministers, wonach der Führer den Flottenvertrag in Wort und Geist gehalten habe, werden von dem der Regie­rung nahestehenden Blatt besonders unterstrichen. Sicherlich habe Hitler das ganze deutsche Volk hin­ter sich gehabt. Reisende, die aus Deutschland kämen, bestätigten das immer wieder.

Die W'nw

des Kabinetts Chambe^a n.

London, 21. DH. (Europapreß.> Die durch das Stillschweigen der Regierung über die bisherigen Ergebnisse der hinter verschlossenen Türen geführten Besprechungen enttäuschte Presse roul wissen, Mi­nisterpräsident Chamberlain werde während des Wochenendes,vielleicht auch schon am Frei­tag", die Namen der Männer bekanntgeben, die a n Stelle von Duff-Cooper und Lord Stan­ley in das Kabinett eintreten werden. Man ist sich klar darüber, daß bald etwas geschehen muß, zumal der Posten des Ersten Lords der Admiralität bereits seit 1. Oktober frei ist. Daß sich Ministerpräsident Chamberlain drei Wochen Zeit nimmt, um einen neuen Marinminister zu bestimmen, erscheint der Oeffentuchkeit verwunderlich. Reuter schreibt, daß man sich in zuständigen Kreisen in Anbetracht der Erfahrungen, die man während der Krise oemadjt habe, allgemein für die Schaffung eines Muni- tionsminifterium«-' ausspreche. Ein endgül­tiger Entscheid werde all.rdings noch nicht in dieser Woche zu erwarten fein.

Dir italienischen Freiwilligen in Reopel begeistert empfcn^ n.

»Italiens Politik im SPanicnkonflikt bleibt unverändert "

Neapel, 20. Oft. (DNB.) Der Empfang der 10 000 nach zweijährigem harten Ringen aus Spa­nien in die Heimat zurückkehrenden italieni­schen Freiwilligen gestaltete sich zu einem eindrucksvollen Ereignis. Die beiden Divisionen 23. März" undLittorio" waren unter Führung des Befehlshabers der italienischen Legionäre, Ge­neral Berti, und der Generäle Bergonzoli und F r a n c i s c i nach Verlassen der vier Trans­portdampfer auf der Hafenmole angetre- t c n. Kurz nach 15 Uhr erschien der König und Kaiser, der, gefolgt vom Kronprinzen, den Mi­nistern Graf Ciano und Alfieri, dem Parteisekretär Minister Starace, den Staatssekretären in den

Die innerpoiUche Eniwilklung in Frankreich.

Regierungserweiterung anstatt Kammerauflösung?

Paris, 21. Oft. (Europapreß.) Der Gedanke einer Kammerauflösung hat über Nacht bedeutend an Boden verloren. Jn^politischen Kreisen versichert man, Ministerpräsident Daladier, denke gegen­wärtig eher an eine Erweiterung seiner Regierung nach rechts und links. Der Sozialistenführer L6on Blum soll dem Minister­präsidenten gefagt haben, daß eine Auflösung nichts nütze, wenn nicht vorher die Wahlreform durchgeführt werde, und daß die Verabschiedung einer derartigen Reform durch bas Parlament viel­leicht auf unerwartete Schwierigkeiten stoßen könnte. Außerbem würben Neuwahlen nicht bie entscheibenbe Klärung in ben Mehrheitsoerhält- nissen bringen, wenn bas ßanb nicht durch ein klares Programm unb burch eine schlagkräftige Formel genau wisse, warum unb wofür es wähle. Aber wever ein Programm, noch Formeln schienen gefunben zu sein.

Die Argumente Blums, bie zum Teil auch von ben Rechtskreisen gebraucht werben, scheinen auf ben Ministerpräsibenten Einbruck gemacht zu haben. Deshalb glaubt man, baß bie Regierung burch eine Erweiterung nach rechts unb links unb mit

einem großzügigen Programm über bie Wieber- aufrichtung unb Aufrüstung bes Laubes arbeiten könne. Jebenfalls ist bie Frage ber Schaffung eines Rüstungsministeriums in aller Munbe. In ben Wanbelgängen ber Kammer ging sogar bas Gerücht um, Ministerpräsident Daladier habe dieses Ministerium dem Sozialistenführer Löon Blum angeboten.

Von ber neuen verwirklichten Regierungsmehr­heit würben sowohl bie Kommuni st en als auch bie Rechtsextremisten ausgeschlossen werben. Die Kommunisten haben erneut scharf gegen Daladier Stellung genommen. Andererseits will die größte Rechtspartei, bie Republikanische Föderation Louis Marins, mit den Sozialisten nicht Zusammenarbeiten, da sie bie Sozialisten für bie wirtschaftlichen, finanziellen unb politischen Rück­schläge Frankreichs ber letzten beiben Jahre ver­antwortlich macht. Man ist also in Wirklichkeit noch in völliger Ungewißheit, zumal Minister- präsibent Dalabier auch weiterhin zu zögern scheint, eine enbgültige Entscheidung vor dem radikal- sozialistischen Parteitag Ende nächster Woche zu treffen.

Gemeinschaft der Nationen Grundlage des Friedens.

Oer Führer hat das Flo-ttenabkommen dem Buchstaben und dem Geist nach gehalten. - Oie Münchener Friedenserklärung hat ihren vollen Wert.

London, 2'1. Oft. (DNB.) Der britische Innen­minister Sir Samuel Hoare beschäftigte sich in einer Rede mit den deutschen Pres festirn- men zur britischen Aufrüstungspolitik. Wenn Großbritannien, so fragte er, eine neue Friedensepoche beginne, welche Rechtferti­gung gebe es dann für größere Anstrengungen auf dem Gebiete der Aufrüstung? Das sei die Frage, die in der deutschen Presse aufgeworfen worden sei. Er stimme mit dem Führer überein, wenn er sage, daß ein starker Staat jederzeit bereit fein könne, eine Politik der Verständigung mit den umgebenden Staaten zu verfolgen. Das britische Interesse bestehe im Frieden, und die britische Stärke werde sicher in die Waagschale des Friedens geworfen werden. Keine dem Frieden zuneigende Nation brauche die britischen Waffen zu fürchten.

Sir Samuel Hoare erklärte weiter, er teile nicht die pessimistischen Ansichten, die einige Leute über die Münchener Vereinbarung hätten. Wenn er diese Ansicht teilte, würde er zu Der Heber» zeugung gezwungen sein, daß England einen Präventivkrieg gegen bie Diktatoren führen müsse. Die Blätter ber Geschichte seien aber mit ben Fehlschlägen, ben Verwerflichkeiten unb ben Katastrophen ber Präventivkriege gefüllt.

haare verlas hierauf die Münchener deutsch- englische Erklärung und stellte dann fest, er sei ebenso überzeugt, daß es ohne

freundschaftliche Beziehungen zwi­schen England und Deutschland keinen dauerhaften Frieden in der Welt geben könne. Aber er gehe noch weiter und sage, daß er aus eigener Ersah- rung diese Ansicht bestätigen könne. 3m 3uni 1935 hätte er das englisch-deutsche F l o t t e n a b k o m m e n für die britische Re­gierung zusammen mit Außenminister von Rib­bentrop unterzeichnet.3ch wurde", erklärt er, mit einem Sturm der Kritik im Unterhaus begrüßt, und es wurde mir gesagt, daß das Abkommen schlimmer als ein ver­brechen sei. Es sei ein Fehler, weil kein Diktator je sein IDo# gehalten habe. 3ch bin heute hier als der Mann, der als Außen­minister den Vertrag gemacht hat und der nach­her Marineminister war, der also die beste Möglichkeit zu der Feststellung hatte, ob er durchgeführt wurde oder nicht. 3ch bin hier, um zu sagen, daß Herr Hitler das Ab­kommen eingehalten hat, ein Ab­kommen, das, wie Sie sich erinnern werden, die deutsche Flotte aus 35 v. h. der britischen beschränkt; und er hat es dem B u ch st a b e n und dem Geiste nach eingehalten, hier ist in der Tat eine konkrete Tatsache, die nicht bestritten werden kann, und die mich be­

stellte sich ein sehr netter Herr Herrn Bohmann als Direktor des Zoologischen Gartens vor unb schüt­telte ihm warm bie Hanb. Unb ein anberer Herr zog Notizbuch unb Bleistift aus der Tasche unb bat um nähere Angaben.

Unb bie kriegte er benn auch.

So kam es, baß Herr Bohmann sich am nächsten Morgen in ber Zeitung fand. Es war recht schmeichelhaft, was er über fich las. Sein Mut würbe sehr gelobt. Die Tatsache, baß er einen lebendigen Wolf einfach mit zwei Händen gegriffen hatte, wurde gebührend hervorgehoben.

Weißt du", sagte er nicht ohne Stolz zu seiner Frau,wenn man so bedenkt, was sechs Glas Bier unb vier Korn"

Wie???" fragte Frau Bohmann ziemlich scharf.

Ach so ... hm ... na ja", sagte Herr Bohmann etwas verlegen unb bückte sich, um bem richtigen Oskar ben Kopf zu kraulen.Immerhin ist ja nun alles in Drbnung, nicht? Ist ja alles in schön­ster Drbnung."

Lichtspielhaus: »Oie Eiskön gin "

Sonja H e n i e, in Deutschlanb unter bem zärtlich- volkstümlichen Rufnamen Häseken bekannt, ist vor einiger Zeil nach Amer.ta zum Fiirn gegangen. Fox präsentiert jetzt, in beutscher Sprache, bas Ergebnis, unb es erweist sich, baß Häseken, bie burch ihre Eis­lauf-Kunst unzählige Sportfreund (unb nicht nur Sportfreund) in Entzücken versetzte, sich drüoen womöglich noch vervollkommnet hat. ES ist ein ästhetisch Vergnügen, ihr zuzusehen; sie hat ben Eislauf zu einer Vollkommenheit gesteigert, bie dr Weltmeisterschaft roürbig ist. Sie bewegt sich auf dr spiegelnden Fläche mit einer schwebenben Eleganz unb Präzision, bie keine Schwierigkeiten zu kennen scheint. Sie tanzt auf bem Eise wie andre auf ber Bühne, lächelnb hingegeben an bas wirbelnde Spiel ihrer Figuren unb an bie begleitend Melodie. Was ber Film (Regie: Roy b e l R u t h) um bie Eislauf- Szenen ber Henie herumkomponiert hat, teils Lie­besgeschichte, teils Revue auf der Eisbahn, entspricht eher bem amerikanischen als unferm Geschmack. (Wir empfinben beispielsweise ftepenbe Jnbianer unb befrackte Herren auf Schlittschuhen, gelind ge­sagt, als Stilwibrigkeiten) Don Häsekens Partnern seien Don Ameche, Cesar Romero, Ethel Merman, Joan Hershvlt unb Billy Gilbert genannt. Im Beiprogramm sieht man neben einem Kulturfilm (Wunder der Natur") einen großen Bilbbericht ber Fox-Wochenschau über bie Ereignisse währenb der europäischen Krise. Hans Thyriot.

Zeitschriften

21 u s ber Natur" (Der Naturforscher), Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelbe. Preis vierteljährlich RM. 2,50, Einzelheft RM. 1,. Im Oktoberheft zeiat Prof. Dr. G. O. Appel bie natio­nalpolitischen Aufgaben bes beutschen Pflanzen­schutzes sowie bie große Bebeutuna ber Pflanzen­schutzwissenschaft und des Pflanzenschutzbienstes für unsere Ernährung unb Wirtschaft auf. Dr. Kurt Hueck führt in ausgezeichneten Aufnahmen unsere Spätblüher vor Augen unb weist auf ben merk- roürbigen Lebensverlauf biefer Pflanzen hin, bie trotz ihrer späten Blüte bas Ziel ihre^ Blühens, bie Fruchtbilbung boch noch erreichen. Erna Mohr hat am Zoologischen Museum Hamburg in ben letz­ten Jahren bominikanische Schlitzrüßler gehegt unb kubiert unb kann viel Interessantes von biefer Riesenspitzmaus erzählen. Otto Krösche belauschte die Zwergrohrbommel an deutschen Seen. Pro­fessor F. Pax unb Dr. G. Frenzel veröffentlichen ihre Erfahrungen über bas Halten abriatischer Korallentiere im Aquarium, bie vielen Lesern An­regungen bieten. Dr. Hans Peters hat aufschluß­reiche Untersuchungen über ben Brutpflegeinstinkt eines maulbrütendn Fisches gemacht. Dr.Jlse Koelz berichtet von ber Tätigkeit ber Bakterien unb Pilze in ber Milchwirtschaft. Die Anregung zur Natur­beobachtung von Dr. Felix Sauer läßt bas 2Wern und (Sterben von Seen verfolgen. Kleine Bei­träge aus allen Gebieten, bie Bücherschau unb bie Preisfrage schließen bas Heft.

Die Wirtschaftskurve, bie bekannte, unter Mitwirkung dr Frankfurter Zeitung im So- cietäts-Verlag herausgegebene Vierteljahrsfchrift, bringt in ihrem letzten Heft intereffante Aufschlüsse über bie englische Aufrüstung. Herbert Sitterbing berichtet über ben Volkswagen. Ein weiterer höchst aktueller Beitrag ist dr Entwicklung ber Zellwolle geroibmet. Eine Fülle kürzerer wirtschaftspolitischer Notizen runbet bas interessante Heft ab.

Sochschulnackrickften.

Der nb. ao. Professor Dr. Adolf Welte an ber Universität Würzburg ist zum Ordinarius für Geographie an ber Universität Halle ernannt worben.

Dem nb. ao. Professor Alfreb Nischke wurde unter Ernennung zum Ordinarius ber Lehrstuhl für Kinbercheilkunde an ber Universität Halle über­tragen.

Dr. phil. habil. Wilhelm Specht ist zum Do­zenten für Mathematik an ber Universität Bres­lau ernannt worden.