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Am 20. Juni ist unsere liebe, gute Mutter und Großmutter

Die trauernden Hinterbliebenen:

Gießen (Frankfurter Straße 75 I), den 20. Juni 1938.

Die Beerdigung findet Donnerstag, den 23. Juni, nachm. 2 Uhr,

auf dem Neuen Friedhof statt.

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Gießen, Ronsberg und Günzach, den 21. Juni 1938.

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im 60. Lebensjahre.

Gießen, den 20. Juni 1938.

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einer gewissen Vorliebe mit Eheschwierigkeiten anderer beschäftigen", schreibt Dr. Johannes Neu­mann in seinem kürzlich im Verlag desHippo- krates", Stuttgart, erschienenen WerkLeben ohne Angst".Das hat einen ihnen meist nicht bewußten Zweck: sich selbst zurückzuschrecken. Sie warnen sich: s o ist die Ehe. Laß es. Dabei tun sie oft noch so, als wollten sie gerne heiraten, ja sie suchen nach einem Ehepartner, finden nur den richtigen nicht. Mit Erfolg finden sie ihn nicht. Denn ihnen könnte nichts Gefährlicheres passieren, als daß sie ihn fänden. Aus lauter Mutlosigkeit laufen sie nach hinten davon."

die Heirat mit diesem Mädchen sprechen, aber wenn man ihm sagt:So heiraten Sie sie doch!" erzählt er, daß da noch ein anderes Mädchen sei. Nun singt er dessen Lob. Die, Verlobung will er auf keinen Fall aufgeben, aber auch von der anderen kann er sich nicht trennen. Er fährt mit seinen Ueberlegungen Karussell um nicht Mm Ziele zu kommen. Dieser Mann entstammte einer un­glücklichen Elternehe, die ihn in der Kindheit so entmutigte, daß er sich nicht eine bessere Lösung des Eheproblems zutraute. Er brauchte denun­lösbaren" Konflikt, um ja nicht in die Gefahr der Ehe zu kommen. Dem Psychologen gelang es, diese Zwangsvorstellung bewußt zu machen, sie zu lösen, das vom Elternhaus stammende Mißtrauen gegen die Ehe zu beseitiaen: der junge Mann hat seine Braut bald darauf geheiratet.

Leben ohne Ang st" nennt Dr. Jo­hannes Neumann in Gießen ein Werk über psychologische Seelenheilkunde, das im Hippokrat.es-Derlag, Stuttgart, erschienen ist. Es soll weniger ein Lehrbuch sein, das den Arzt über die Ursachen nervöser Störungen unterrichtet, als den Leser über das Zu­standekommen seelischer Leiden aufklären und ihm den Blick schärfen für seine eigene psy­chische Lage und die Motive seines Ver­haltens. .

Eine schlechte Ehe macht mehr Lärm als hundert gute zusammen", hat Tolstoi einmal gesagt. Das ist ganz verständlich, denn unter den zahllosen Ein­drücken, die täglich auf jeden einzelnen Menschen eindringen, werden nur die besonders bemerkt und gemerkt, die nach oben oder nach unten aus der Norm herausragen.Es sind aber vor allem alte Junggesellen und ältere Mädchen, die sich mit

Die Angst vor der Liebe" überschreibt Neumann einen Abschnitt seines Buches. Da kommt in die Sprechstunde ein junger Mann, der seit vielen Jahren mit einem Mädchen verlobt ist. Hundert Gesichtspunkte und Gründe führt er an, die für

Aus Jugenderlebnisfen, namentlich aus dem Elternhaus, stammt nach Neumanns Erfahrun­gen zumeist die Angst, die der Psychologe als die Ursache der seelischen Störungen, ja oft selbst körper­licher Krankheitserscheinungen kennenlernt. Da ist ein Student, der während der Examensvorbereitung an jedem Freitag so schwere Kopfschmerzen be­kommt, daß er nicht arbeiten kann. Das Rätsel dieses an den Tag gebundenen, durch keinerlei organische Mängel verursachten Leidens löst seine Mutter, als sie sich erinnert, daß sie vor zwanzig Jahren jeweils Freitags ausging und den Jungen allein zu Haus lassen mußte: er ängstigte sich und bekam immer Erbrechen, bevor sie fortging. Nun wählte die unbewußte Examensangst die gleiche Flucht in die Krankheit, wie einst die Angst vor dem Alleinsein, und als Kindheitserinnerung stellte sich die Krankheit wieder an. jedem Freitag ein. Die Angst vor einem gewalttätigen Vater, die sich im weiteren Leben auf Lehrer, Professoren, Vor­gesetzte überträgt, die Angst des umhätschelten Ein­kindes, das früher mit nichts selbst fertig zu wer­den- brauchte und später sich keiner Aufgabe selb­ständig gewachsen fühlte, die Angst gebiert die merk­würdigsten seelischen Krankheiten, Hemmungen oder auch Angriffe.

Es gibt auch den Angriff aus Angst, dasDa­vonlaufen nach vorn"! Ein Gelehrter war mit einem änderest vollkommen gleicher Meinung. Aber er fürchtete ihn unbewußt, er fürchtete, der andere könne ihm den Rang ablaufen, ihn verdrängen. So arbeitete er und forschte unermüdlich, um zu ande­ren Ergebnissen zu kommen, um das Entgegen­gesetzte von der Meinung desKonkurrenten^ vor­tragen zu können.

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Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 22. Juni, nachmittags 14 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt; das feierliche Seelenamt Mittwoch morgen 7 Uhr in der Pfarrkirche. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen,

Deshalb ist .Sicherheit bas Stichwort der großen Politik von heute."Wo es der Sorge nicht ge­lungen ist, Sicherheit für die Existenz zu gewinnen, steht die Angst als Späher gegenüber dem Unbe­kannten auf." Jeder Mensch gerät an solche Stellen dek Gefahr für seine Existenz, jeder hat daher das Abenteuer des Knaben zu bestehen, der nach einem Grimmschen Märchen auszog, das Gruseln zu lernen. Wer nie dieseLebenssorge" undTodes­angst" zu bestehen hat, wird zumPhilister", der tut, was alle machen, und nur dafür sorgt, daß er in keine Lebenserschütterung kommt.

Um aber mit der natürlichen Sorge und ihrer natürlichen Steigerung der Angst fertig zu werden, muß sich der Mensch in die Gemeinschaft ein­bauen. Nur wo die Gemeinschaft gestört ist, fei es die Familiengemeinschaft, die das Kind umhegen soll, ober die Klassengemeinschaft in der Schule oder die Berufskameradschaft, die Ehe usw., da wächst die Angst sich zu einem im Innern wuchernden Leiden aus, das oft nach Jahren die rätselhaftestes nervösen' Erscheinungen erzeugt.' Aber im bewußten Einbau des eigenen Ich in die Gemeinschaft ver­geht die Angst oder entsteht gar nicht erst, die Angst, die Ursache eigentlich aller seelischen Leiden. Denn nur die Gemeinschaft kann dem Men­schen das Bewußtsein seiner Existenz-Sicherheit geben. Dr. J. Sch.

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Surre aus Frankenthal tot im Graben aufge­funden. Sein Motorrad lag daneben im Bachbett. Burre hatte oberhalb des linken Auges eine erheb­liche Verletzung, die einen Schädelbruch erkennen ließ. Nach den von der Gendarmerie getroffenen Feststellungen ist Burre gegen ein Brückengeländer gefahren und, nachdem er mit dem Kopf auf die Einfassung aufgeschlagen wat, in den Graben ge­schleudert worden.

Zuchthaus für einen Betrüger und Schädling.

Der 31 Jahre alte Karl Ernst Graf von Strach - w i tz wurde von der Vierten Großen Strafkammer des Landgerichtes Berlin zu fünf Jahren Zucht­haus, fünf Jahren Ehrverlust und 20 000 RM. Geldstrafe verurteilt. Das Urteil wurde gefällt we­gen fortgesetzter ungenehmigter Verfügung über ausländische Zahlungsmittel teilweise in Tateinheit, mit Amtsunterschlagung, Untreue und Betruges. Der Verurteilte hat sich im Auslande hohe Beträge wider­rechtlich angeeignet und ferner an Ausländer unge­deckte Schecks ausgegeben. Zehn Monate Untersu­chungshaft wurden auf die erkannte Strafe ange­rechnet.

Zwei Tote bei einem Flugzeugunglück in Frankreich.

In der Nähe des Flugplatzes Touffus-le-Noble bei Versailles stürzte ein Privgtflugzeug infolge einer Motorstörung ab. Der Flugzeugführer und seine Begleiterin wurden so schwer verletzt, daß sie noch auf dem Transport ins Krankenhaus ft a r b e n. Acht Tote bei einem Bootsunglück im Bosporus.

Bei Istanbul sank im Bosporus eih Fischerboot mit 20 Ausflüglern. Das Boot lief voll Wasser, da es undicht geworden war. Acht Personen, darunter drei Frauen, ertranken, während die übrigen gerettet werden konnten.

Schafherden von Bären angefallen.

In dem Pyrenäentale unweit des Dorfes Arette wurden in der letzten Zeit weidende Schafherden wiederholt von einem Bären angefallen. Es handelt

Eine alte Dame", berichtet Neumann,sagte beim Rückblick auf ihr Leben: ,es war nur Sorge, noch nicht Angstt. Sie hatte sehr tief gesehen, daß die Steigerung der Sorge zur Angst führt. Die ganze Kultur des Menschen ist darauf gerichtet, fein Dasein und Sein-Können auf dieser Erde zu sichern und zu gewährleisten. Der Primitive lebt noch in unmittelbgrem Verbundenfein mit der Natur. Ihm ist die Wett noch unheimlich, deshalb sollen Zauber und Magie sein Sein-Können sichern. Wissenschaft und Technik sind nicht minder Organe der Sorge, wie Ahnung, Aberglaube, sozialer Zu­sammenschluß, Organisation, Recht, Politik. Die Sorge soll die Sicherheit für die Existenz schaffen.

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sich offenbar um eine Bärin mit Jungen, die in nächster Nähe des Dorfes neuerdings wieder fünf Lämmer zerrissen hat.

Urteil im Prozeß gegen Dr. Creuh bestätigt.

Das Reichsgericht hat die von dem Angeklagten Dr. Otto Creutz gegen das Urteil des Landgerichts Koblenz eingelegte Revision als unbegründet ver­worfen. Damit ist der Beschwerdeführer wegen Untreue zu einem Jahr drei Monaten G e - fängnis rechtskräftig verurteilt. Der Angeklagte war früher Landrat des Kreises Adenau und hat sich tatkräftig für den Bau des Nürburgringes ein­gesetzt, dessen Kosten sich allerdings statt der ver­anschlagten zwei Millionen Mark auf insgesamt 13 Millionen Mark stellten. Darauf wurde ein Sa- nierungsplan aufgestellt und die Nürburgring - G. m. b. H. gegründet, welcher der damalige Land­rat in leitender Stellung angehorte. Die Verfeh­lungen des Angeklagten wurden darin erblickt, daß er zu hohe persönliche Aufwendungen aus den Baugelder für Repräsentation, Propaganda und Reisezwecke gemacht hat. Diese übersteigerten Auf­wendungen waren überdies äußerst mangelhaft ab­gerechnet und verbucht worden.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister Frank ist mit einer Abordnung von 20 Teilnehmern in Rom eingetroffen, um an der ersten Zusammenkunft des Ausschusses für die juristischen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien teilzunehmen. Die Abordnung wurde von Justizminister Solmi und dem deutschen Botschafter v. Mackensen empfangen.

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Die vor einigen Wochen in Berlin begonnenen deutsch - englischen Wirtschaftsver­handlungen, die über Pfinasten eine kurze Unterbrechung erfahren hatten, werden nunmehr in London fortgesetzt.

VomLeben ohne Angst".

lieber nervöse Störungen und seelische Krankheitserscheinungen Nur die Gemeinschaft gibt Lebenssicherheit.

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Weiterbericht

Der Aufbau eines neuen festländischen Hochdruck­gebiets hat allgemein in Süd- und Westdeutschland sehr rasch wieder heiteres Wetter hervorgerufen. Eine von dem europäischen Festland herkommende Westströmung hat in den nordwestdeutschen Ge­bieten sich bis zum Boden hiy bemerkbar gemacht und läßt ungestörtes Schönwetter für längere Zeit nicht erwarten. Es ist jedoch keine durchgreifende Verschlechterung zu befürchten.

Vorhersage für Mittwoch: Leicht heiter und tagsüber warm. Späterhin Bewölkungs­zunahme und Neigung zu gewittrigen Störungen, Winde aus Süd bis West.

Vorhersage für Donnerstag: Mel- fach heiter, doch leicht unbeständig.

Lufttemperaturen am 20. Juni: mittags 24 Grad Celsius, abends 17 Grad: am 21. Juni: morgens 12P Grad. Maximum 24 Grad, Minimum 6,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Juni: abends 22,1 Grad: am 21. Juni: morgens 16,6 Grad. Sonnenfcheindauer 9,8 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blum schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder Dr. Fr W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen ieiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der' Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 38: 9163. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G.. sämtlich in Gießen. Monatsbezugs-, preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr,' mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs­preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der

Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

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Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Die Beerdigung findet

Donnerstag, den 23. Juni, 143A Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt

sanft im Herrn entschlafen. Wer sie in ihrer selbstlosen, hin­

gehenden Liebe gekannt, wird unseren Schmerz um ihren Verlust

ermessen.

Heute früh 51/4 Uhr entschlief mein lieber, herzensguter Mann,

mein lieber Bruder, Schwager, Onkel und Neffe

Marie Schmidt, geb. Nicolaus

Else Nicolaus, geb. Nicolaus

Dr. Heinrich Nicolaus

Architekt Ernst Schmidt

Dr. Willy Nicolaus

Anni Nicolaus, geb. Jung

Sechs Enkelkinder

Frau Rosa Müller, geb. Velten

Dr. Lang und Frau Lina, geb. Müller.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Oskar Mahnkopp.

Frau Sophie Nicolaus

geb. Bez

Carl Müller

im 63. Lebensjahre.

Nach Gottes Ratschluß verschied am Sonntag, 18 Uhr. plötzlich und vollkommen

unerwartet meine herzensgute Mptter, Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Else Mahnkopp Wwe

geb. Rüter

Unsere geliebte treue Schwester

ist am 20. Juni nach schwerem Leiden in Frieden heimgegangen.

Gießen, den 21 Juni 1938.

Auf Wunsch der Verstorbenen findet die Beisetzung in aller Stille statt

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Eine Offenbarung für jeden Tierfreund/

In tiefer Trauer:

Anna und Katharina Singer.

Tiere mit Gekiihi und verstand

Eine allgememoeruänonclie Darstellung 5er ,>onchunasemebn ne üb. üasSee.en- leben der Tiere.mil mählichen Ber'uchsanieitnnaen oonDr.WernerFiicliel. Leiter der Forscknmnsilelle für Tierieelenlunde am Westfälnchen 8oo ophchen Garten Ui Munner - 140 Seiten mu WO Abbildungen, in Leinen gebunden3.60 «ede, (^irftener Buchband una erhältlich.

Hrrso Nevmühlev Verlag SevNn-Llchtevfelde