1929 noch für 2881 Millionen Tschechenkronen Baumwollwaren ausgeführt, aber im Vorjahre waren es nur noch für 955, obgleich die Tschechenwährung inzwischen abgewertet wurde. Alles das trifft die Sudetendeutschen ganz besonders schwer, wobei man berücksichtigen muß, daß ohne die Einfuhrmöglichkeit ' nach Deutschland der tschechische Außenhandel noch schlimmer zusammengebrochen wäre.
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Die Schätzungen der diesjährigen Weizenernte in den USA. haben Roosevelts Agrarprogramm geradezu durchlöchert, denn nach den Jahren der Dürre, da im Vorjahre die USA. sogar Weizen aus Kanada beziehen mußten — ist für dieses Jahr mit einer amerikanischen Weizenernte zu rechnen, die falt zu vier Zehntel den Bedarf des Landes ü b e r st e i g t. Für diese vier Zehntel sucht nun Roosevelt Abnehmer, aber er übersieht dabei, daß die Welt für den Weizen aus den USA. keinen dringenden Bedarf hat und die europäischen Donauländer sowie die Dominions und Argentinien in diesem Jahr als Konkurrenten des nordamerikanischen Weizens auftreten und natürlich ihre Abnehmer dort finden, von wo sie Jndustriewaren beziehen. Frankreich fällt als Weizenüberschußland ohne weiteres aus, Italien zieht aus nationalwirtschaftlichen Gründen den Donauweizen vor, England muß in erster Linie den Weizen aus den Dominions kaufen, Deutschland bezieht seinen Weizenzuschußbedarf hauptsächlich aus europäischen Quellen. Mit einem Wort: Roosevelt erlebt, daß die amerikanische Handelspolitik sich gegen sich selbst kehrt und bleibt auf seinem Weizen sitzen.
Oie Fahrt der Alten Garde.
20 Ehrenzeichenträger unseres Gaues.
RSG. Am Dienstag nimmt die Fahrt der Alten Garde ihren Anfang. Goldene Parteiabzeichentrü- ger aus allen Gauen des Reiches treffen sich in Trier, wo Reichsorganisationsleiter Dr. Ley zu ihnen sprechen wird. Äm Mittwoch beginnt dann die eigentliche Fahrt, die die ältesten Mitkämpfer des Führers durch die schönsten landschaftlichen Teile des Gaues Koblenz-Trier führt. An der Fahrt nehmen auch 20 Altgardisten des Gaues Hessen-Nassau, an ihrer Spitze der Stellvertretende Gauleiter Linder, teil. Ferner Gauamtsleiter Walter Heyse, Frankfurt, Gauamtslei^er Rings- Hausen, Darmstadt, Gausachbearbeiter der Alten Garde, Walter Schilling, Frankfurt, Gauhaupt- stelleyleiter Adam Nickel, Frankfurt, Kreisleiter e. h. Adalbert G i m b e l, Frankfurt, Kreisleiter Wilhelm Thiele, Biedenkopf, Kreisleiter Fritz , Fuchs, Mainz, Kreisleiter Georg Brückmann, Bensheim, Kreisleiter Wilhelm Aller, Herborn Ortsgruppenleiter Karl Klöppel, Frankfurt, Ortsgruppenleiter Wilhelm Kumpf, Beerfelden, Ortsgruppenleiter Alex Röser, Frankfurt, SA.- Oberführer Hermaxin Hirt, Frankfurt, SA.- Obersturmbannführer Hermann Kunkel, Frankfurt, ff - Sturmhauptführer Albert Schar- schmidt, Gießen, NSKK.-Sturmhauptführer Otto Dorsheimer, Frankfurt, SA.-Obersturmführer Georg Ruppert, Bechtheim, SA.-Sturmführer Willi Martin, Wiesbaden-Dotzheim, HJ- Bannführer Ernst Heim, Darmstadt.
In jedem Jahr treffen sich die Vorkämpfer des Führers, um in enger Kameradschaft einige Tage zu verleben. Sie veranstalten eine Fahrt, auf der sie die Schönheiten ihrös Vaterlandes kennenlernen sollen, für das sie jahrelang gekämpft und gelitten haben. Im vorigen Jahr waren die Altgardisten Gäste unseres Gaues. In diesem Jahr geht die Fahrt durch den Gau Koblenz-Trier. Sie beginnt am Abend des Dienstags mit einer Kundgebung auf dem Palastplatz der ältesten deutschen Stadt Trier. Hier schließt sich am Abend eine von den Junkern der Ordensburg Vogelsang gestaltete Feierstunde, an. Am Mittwochfrüh geht die Fahrt von der Porta Nigra in Trier über die . Mittelmoselstraße nach Bernkostel über den Hunsrück. Durch den Hochwald geht es dann nach Idar-Ober st ein und durch das Nahetal nach Bad Kreuznach. Der zweite Fahrttag bringt die alten Kämpfer nach Bacharach am Rhein. Nach dem Besuch der Jugendburg S t a h l e ck geht es mit einem Rheindampfer bis Andernach und von dort zum La ach er See in der Eifel. Durch das Brohltal führt der Weg dann nach Bad Neuenahr. Am Schlußtage werden Adenau, der Nürburgring, die Dauner Eifelmaare mit Bad Bertrich, Alf und Cochem besucht. Am Spätnachmittag trifft die Alte Garde wieder in Koblenz ein, wo eine Schlußkundgebung am Deutschen Eck, bei der der Stellvertreter des Führers sprechen wird, eine Fahrt an den festlich beleuchteten Rheinufern entlang, ein rheinischer Abend im Weindorf zu Koblenz der Ausklang sein werden.
3uben nichtmehrzum Börsenbesuch zugelaffen
Berlin, 20. Juni. (DNB.) Der Reichswirtschaftsminister hat mit Erlaß vom 20. Juni 1938 die Abänderung der Börsenordnungen sämtlicher deutschen Börsen und amtlichen Großmärkte dahingehend veranlaßt, daß Juden nicht mehr zum Bör- lenbesuch zugelassen werden. Damit entfallen zugleich die bisherigen Zulassungen von Juden. Uni den fortschreitenden Arisierungsprozeß bei den zum Börsenhandel zugelassenen Firmen nicht zu stören, ist bis auf weiteres die Möglichkeit^ gegeben, daß sich die jüdischen Firmen durch nichtjüdische Prokuristen oder Bevollmächtigte an den Börsen und Großmärkten vertreten lassen.
Generalfeldmarschall Göring gedenkt seiner alten Kameraden der Marineluflwaffe.
Berlin, 18. Juni. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring hat an den Kommandierenden General der Luftwaffe, See, folgendes Schreiben gerichtet: „Am Tage des 25jährigen Jubiläums der aem. Kabinettsordner vom 3. 5. 1913 befohlenen Aufstellung einer Marine-Luftschi sif- und Marine-Flieger-Abteilung gedenke ich der ruhmreichen Tätigkeit der Marine- Luftstreitkräfte im Weltkriege und wünsche dem Luftwaffenkommando See und seinen unterstellten Einheiten eine erfolgreiche Zukunft.
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Zur Erinnerung an die Heldentaten ihrer gefallenen Kameraden und als Wiedersehensfeier hat die „Kameradschaft Marineflieger in Berlin- Halensee" am 30. Juni ein Jubiläums treff en nach Kiel einberufen, an dem alle Angehörigen der ehemaligen Formationen der Marineflieger und
Luftschlffer teilnehmen sollen. An der Feier, die sich um eine Gefallenenehrung am Helden- m a l in Laboe gruppiert, wird auch Generalleutnant Christiansen, der Führer des NS.- Fliegerkorps, teilnehmen. Er wird mit alten und jungen Kameraden den „Küstenflug" durchführen.
Vor einem japanischen Angriff in Güdchina?
Eine Warnung an die Ausländer.
T o k i o , 21. Juni. (Europapreß.) Daß auch Südchina in die japanischen Kampfhandlungen einbezogen werden wird, geht aus einer Veröffentlichung des japanischen Außenministeriums hervor, in der die ausländischen Mächte auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden, denen sich in der Folgezeit ausländische Staatsangehörige in Südchina aussetzten. Ausländer, die in Hankau, Kanton, Futschau, Swatau und Amoy leben, werden aufgefordert, besondere Vorsicht walten zu lassen, um ihr Leben und Eigentum nicht in Gefahr zu bringen. Unter Umständen sei eine Räumung des umschriebenen Gebiets zu empfehlen. Weiter werden die ausländischen Vertretungen gebeten, dafür zu sorgen, daß alle nicht- chinesischen Persönlichkeiten sich von militärischen Punkten fernhalten und ihr Eigentum mit Erkennungszeichen versehen. Auch müsse verhindert werden, daß die Chinesen ausländische Besitzungen zu militärischen Stellungen ausbauten. Japan sei nach wie vor darauf bedacht, fremdes Eigentum zu schützen und bitte daher um genaue Ortsangaben nichtchinesischer Besitzungen.
Paris Heuert feine Neutralität im FernoMonslikt.
Paris, 21. Juni. (DNB. Funkspr.) Der „Exel- sior" beschäftigt sich mit der französisch-japanischen
I Fühlungnahme über eine Besetzung der Insel Hai- | nan durch japanische Truppen und meint, angesichts der heftigen Presseangriffe der japanischen Zeitungen gegen Frankreich, das verdächtigt werde, m i t Sowjetrußland ein geheimes Abkommen zur Versorgung Chinas mit Waf- f e n beschlossen zu haben, sei es auf jeden Fall unvorsichtig, wenn man sich die Gefahren verheimlichen wollte, denen Französisch-Jndochina ausgesetzt sei. Außenminister Bonnet habe dem japanischen Botschafter in Paris erklärt, daß die französische Regierung durch die spanische und mitteleuropäischen Fragen vollständig in Anspruch genommen sei und niemals auch nur daran gedacht habe, ein Abkommen zur Belieferung Chinas mit Waffen, ob geheim oder offen, mit Sowjetrußland oder China selbst abzuschließen. Gerüchte über Waffen- und Munitionstransporte sowie Entsendung von Militär nach China seien aus der Luft gegriffen. Frankreich habe trotz der „unklugen" Genfer Empfehlungen im chinesisch-japanischen Konflikt stets Neutralität bewahrt. Es habe auch in keiner Weise die Absicht, diese Haltung zu ändern. Außenminister Bonnet habe dem japanischen Botschafter in dieser Hinsicht ein förmliches Versprechen gegeben.
Beträchtliche Mehrheit für de Valera.
London, 21. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das Ergebnis der Wahlen in Irland, das jetzt bis au: vier Sitze bekannt ist, zeigt eine beträchtliche Mehrheit für den Ministerpräsidenten de Valero. Bisher haben erhalten: de Valera 76 Sitze (im letzten Dail 69), Cosgrave 42 (48), die Labourpartei 9 (13), die Unabhängigen 7 (8). Aus diesem vorläufigen Ergebnis geht hervor, daß alle Oppositionsparteien gegenüber ihrer früheren Stärke Verluste erlitten haben. Die absolute Mehrheit de Daleras dürfte im Endergebnis voraussichtlich 16 Sitze ausmachen, womit das Ziel des Wahlkampfes für de Valera erreicht ist.
Kunst und Wissenschaft.
Säuberung
des sudetendeutschen Theaters.
Prag, 20. Juni. (DNB.) In der Generalversammlung der Deutschen Theaterbaugemeinde in Brünn wurde mit 410 gegen 10 Stimmen der Beschluß gefaßt, allen Mitgliedern der Gemeinde, die Juden sind oder demokratischen sowie marxistischen Parteien angehören, sowie den jüdischen Firmen die eingezahlten Beträge auf Verlangen zurückzuzahlen unter der Bedingung, daß sie aus dem Verein „Deutsche Theaterbaugemeinde" a u s t r e t e n. Die Zurückzahlung dürfte insgesamt 400 000 Tschechenkronen erfordern, so daß dem Verein ein Vermögen von über 3,5 Millionen Tschechenkronen verbleibt. Der Beschluß ist eine Anwort auf die jüdischen und marxistischen Drohungen mit dem Abzug der „demokratischen Gelder" und die Behauptung, ohne dieses Geld könne kein Theater gebaut werden.
12. Internationaler Verleger-Kongreß.
Die 12. Tagung des Internationalen Verleger- kongresies wurde mit einer Festsitzung im Großen Saal des Leipziger Buchhändlerhauses eröffnet. Der Vorsteher des Börsenvereins der deutschen Buchhändler, Wilhelm Baur, verlas im Auftrage des erkrankten Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns I o h st, dessen Ansprache. Darin heißt es, daß die Einheit von Schriftsteller und Verleger, die ständige Arbeitsgemeinschaft und die Kameradschaft sich nun schon jahrelang bewährt hätten. Der Legende, daß der Verleger ein krasser, egoistischer Kapitalist sei, sei Dr. Goebbels tatkräftig entgegengetreten. Aus persönlichstem Erleben habe er darauf hingewiesen, daß die beiden Kräfte wahl- verwandt zusammenhalt en müßten, solle die Kultur nicht Schaden leiden. In Wahrheit bestehe gar kein prinzipieller und genereller Gegensatz zwischen der schöpferischen Kraft, die ein Werk gestalte, und der schöpferischen Liebe, : die ein gestaltetes Werk der Oeffentlichkeit gegenüber vertrete. Der Nationalsozialismus wisse,' daß man zum Verleger ebenso sehr geboren fein muß wie zum Forscher, zum Entdecker, zum Dichter. Jeder Verlag, der diesen Ehrentitel zu Recht führe, weise ein ganz bestimmtes geistiges Profil auf. — Professor Dr. A. Belle man, der Generalsekretär des ständigen
Büros in Genf, erstattete Bericht über seine Arbeiten. Dann folgte die erste Sitzung der Sektion Urheber- und Verlagsrecht, mit einem Referat des Verlegers L. Hachette (Paris), über die Veränderungen im Urheberrecht der verschiedenen Länder, während ein Referat von Dr. Jacques Rodolphe- Rousseau den gegenwärtigen Stand des Urheberrechtes behandelte.
Festlicher „Lohengrin" als Abschluß der Reichstheaterwoche in Wien.
Die Reichstheaterfe st woche fand in der Wiener Staatsoper mit Richard Wagners „L o - h e n g r i n" in der Aufführung der Berliner Staatsoper ihren Abschluß. Heinz T i e t j e n dirigierte. In der Festloge sah man Reichsminister Dr. Goebbels und Frau, den Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers und Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart mit Frau. Dr, Goebbels wurde von den Gästen eine Dank- ooation für den glanzvollen Verlauf der Theaterwoche dargebracht. Zum Schluß entlud sich die Be- aeifterung der Zuschauer in nicht endenwollenden Beifallsstürmen. Von dieser denkwürdigen Reichstheaterwoche, der ersten im Großdeutschen Reiche, werden mächtige Impulse für das deutsche Theater ausstrahlen.
„Deutsche kullurforschende Gesellschaft".
Aus Anlaß des 65. Geburtstages von Geheimrat Prof. Jßeo Frobenius am 29. Juni d. I. wird in Frankfurt a. M. die „Deutsche kultur- forschende Gesellschaft" gegründet. Damit erhält die von Frobenius begründete kulturforschende Arbeit, die von Frankfurt ausgegangen ist, eine äußere Form und Zusammenfassung. Das Festprogramm sieht die Eröffnung der Ausstellung vor, in der die Ergebnisse der letzten Frobenius-Expedition nach Niederländisch-Jndien, nach den Molukken und Ceram zum erstenmal gezeigt werden. Bei der Eröffnungsfeier werden Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs und der bekannte Forscher Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg das Wort ergreifen. Prof. Dr. Oswald Menghin (Wien) wird den Festoortrag halten. Auch Wilhelm Filch - ner wird unter den Festgästen feinyunb das Wort ergreifen. In der Gründungssitzunq wird Geheimrat Frobenius Aufgaben und Ziele der „Deutschen kulturforschenden Gesellschaft" erläutern.
Aus aller Well.
Der Kölner Doppelmordprozeß.
Im Doppelmordprozeß Schönewald in Köln wurde die Beweisaufnahme fortgesetzt. Der medizinische Sachverständige Medizinalrat Dr. Kapp stellte an den Angeklagten noch einige Fragen. So soll die Angeklagte, Ehefrau Schönewald, behauptet haben, sie würde ihn am liebsten erschießen, wenn er versuche, fortzulaufen. Diese Aeußerung will Otto Schönewald nach der Erschießung der Korte im Mordzimmer von seiner Frau gehört haben. Diese behauptet aber, daß eine solche Aeußerung ihrerseits ganz unmöglich sei. I
Von Bedeutung ist die Aussage einer Zeugin, die mit dem Angeklagten hin und wieder zau5ging. Sie ließ aber bald von ihm ab und traf ihn nicht mehr. Darauf erhielt ihre Mutter einen anonymen Brie f, in dem sie auf das „schamlose Treiben" ihrer Tochter mit einem verheirateten Mann aufmerksam gemacht wurde. Schönewald bestreitet, den Brief geschrieben zu haben. Die Zeugin hatte aber sofort die Typen der Schreibmaschine wieder erkannt, mit denen auch feine kurzen schriftstellerischen Arbeiten geschrieben waren. Der Entwurf zu dem Brief war bei Frau Schönewald gefunden worden, die sich auch als Briefschreiberin bekannte und als Motto Eifersucht angibt. Ein anderer Briefentwurf war bei dieser Gelegenheit ebenfalls gefunden worden. Frau Schönewald mußte zugeben, daß sie damals beabsichtigt hatte, diesen Brief an sich s e l b st anonym zu schreiben, um damit ihren Mann von dem Verhältnis zu dem Mädchen abzubringen.
Im weiteren Verlauf kommt ein Brief mr Sprache, den eine Ehefrau erhielt, mit der öer Angeklagte in Beziehungen stand. In diesem Brief war die Rede davon, daß der Angeklagte Material habe, für das sich ihr Ehemann interessiere. Dieser Brief stellte nach Ansicht des Gerichts eine ver - juchte Erpressung dar, Der Angeklagte be
hauptete, von dem Brief nichts zu wissen. Darauf erhob sich der Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Achter, und fragte zur nicht geringen Ueberraschung aller im Gerichtssaal Anwesenden: „Bleibt der Angeklagte auch bei feiner Behauptung, wenn ich ihm den von feiner Hand geschriebenen Original-Entwurf des anonymen Briefes vorlege?" Der Angeklagte mußte dann zugeben, daß das Schriftstück von ihm stammt.
Die Ehefrau Schönewald sagt zu djesem Fall aus, daß sie den Brief auf Anweisung ihres Mannes geschrieben habe, der dadurch einen Beweis ihrer Liebe von ihr verlangte. Sie habe damals den Eindruck gehabt, daß dieser Brief das Einleitungsmanöoer zu einer folgenden Erpressung fein sollte.
Das Urteil wird vermutlich erst am Mittwoch ober Donnerstag dieser Woche gesprochen werden.
60 Todesopfer beim Eisenbahnunglück in Montana.
Nach den letzten Meldungen muß bei der Eisenbahnkatastrophe beim Custer-Fluß im Staate Montana (USA.), wo der Luxuszug Seattle—Chikago in den Fluß stürzte, mit einer Gesamtzahl von etwa sechzig Toten und siebzig Verletzten gerechnet werden Bis jetzt sind 52 Leichen geborgen worden. Die Rettungs- und Aufräumungsarbeiten werden durch das feit zwei Tagen in dem Gebiet herrschende Unwetter sehr erschwert. Die Unglücksstelle ist schwer zugänglich, da alle Straßen durch die Ueber- schwemmungen unpassierbar geworden sind. Daher kann die Unglücksstelle nur auf den Gleisen des Bahndammes erreicht werden.
Die Lokomotive und die beiden ersten der in den Fluß gestürzten sieben Waggons stehen bereits unter Wasser: auch die übrigen Wagen drohen von den Fluten überschwemmt zu werden, ehe die Bergung der Verwundeten und Toten möglich jein wird. Einer der Reisenden, der fich in dem
Raucherwagen befand, hat nicht weniger als fünf- zehn Verletzte durch die Fenster des Wagens gerettet. — Der Lokomotivführer, der sich unter den Toten befindet, hatte schwere Brandwunden erlitten. Diele der geborgenen Leichen sind so verstümmelt, daß sie kaum identifiziert werden können Sieben Leichen dürsten von den Fluten weggespült worden sein. Die verantwortlichen Dienststellen der Eisenbahngesellschaft erklären, das Hochwasser sei so plötzlich eingetreten, daß keine Möglichkeit bestanden habe, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen.
NeuerSireckenrekord für Hubschrauber
Der von Professor F o ck e geschaffene Hubschrauber, der im Sommer vorigen Jahres sämtliche internationalen Rekorde dieser Klasse in deutschen Besitz brachte, stellte mit 230 Kilometer einen neuen internationalen Strecken- rekord auf. Sonntag nachmittag landete der Hubschrauber, der unter der Führung des Chefpiloten von Focke, Achgelis & Co., Dipl.-Ingenieur Bode, in der Nähe von Bremen gestartet war, auf dem Sportflughafen Rangsdorf bei Berlin. Er hat damit den bisherigen auf 18 Kilometer stehenden Rekord weit Überboten. Bei dieser mit 160 PS* Bramo-Motoren ausgerüsteten Maschine handelt es sich um den gleichen Hubschrauber, mit dem im Herbst vorigen Jahres Flugkapitän Hanna R e i t s ch mit 108 Kilometer den internationalen Frauenrekord für Hubschrauber aufstellte. Die beiden Rekordflüge sind die ersten großen lieber* landflüge eines Hubschraubers. Die im Ausland erzielte Streckenhöchstleistung beträgt 1078 Meter. Bei den Brandenburgischen Motorenwerken entstanden Motor und Hubschraubergetriebe. Deutscher Forschungsgeist hat in diesem Flugzeug, das nicht nur senkrecht starten, senkrecht landen und in der Luft stillstehen kann, sondern auch imstande ist, große Strecken wie jedes andere Flugzeug zurückzulegen, der Luftfahrt wichtiges Neuland erschlossen.
Der Lütticher Gistmordprozeß.
Die Zeugenvernehmung im Lütticher Gift- mordprozeß fand ihren Abschluß. Nachdem der verwitwete Gatte eines der mutmaßlichen Opfer der Marie Becker, der Beamte der belgischen Kriminalpolizei Castadot, ein angeblicher Liebhaber der Becker, vernommen worden war, nahm das Gericht u. a. auch die Aussagen der Mutter der Frau Castadot und des Friseurs der Angeklagten entgegen. Im Gegensatz zu den Aussagen des Kriminalbeamten,' die eher zugunsten der Angeklagten lauteten, waren die Angaben der Mutter des Opfers für die Becker sehr belastend. Die Zeu- ain berichtete u.a., daß ihre Tochter erst erkrankt sei, nachdem sie von dem „bitteren" Tee der Becker getrunken habe. Aus den Aussagen des Friseurs geht hervor, daß die Angeklagte zu einer Zeit, da sie über fast keine Mittel verfügte, verhältnismäßig viel Geld für Schönheitspflege ausgegeben hat. Heute schon kann man vorwegnehmen, daß der Giftmordprozeß von Lüttich Gericht und Geschworene vor eine äußerst schwierige Ausgabe stellt, es sei denn, es würde im Verlaufe der weiteren Verhandlungen der einwandfreie Nachweis für die Schuld der Becker erbracht. Ein offenes Geständnis der Angeklagten wird wohl kaum zu erwarten sein.
3nfernationa(er Straßenkongretz in Scheveningen.
In Scheveningen wurde der VIII. Internationale Straßenkongreß, an dem über 40 Nationen teilnehmen, in Gegenwart des Prinzen Bernhard der Niederlande eröffnet. Nach Begrüßungsansprachen des niederländischen Vcr- kehrsministers van Buuren,des Kongreßvorsitzenden Diplom-Ingenieur G e li n ck und des Präsidenten des Jnternattonalen Verbandes der Straßenkongresse, Senator M a h i e u , überbrachte der Führer der deutschen Delegation, Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt, die 'Grüße der Reichsregierung und des deutschen Volkes. Straßen feien die besten Diplomaten. Diese Ueberlegung habe die Regierung Adolf Hitler veranlaßt, ein großzügiges Straßenbauprogramm zu verwirklichen. Wenn Holland in Zusammenarbeit mit Deutschland die Straßenverbindungen bis zur Grenze nach modernen Gtundsätzen ausbauen wolle und roenrv in wenigen Jahren eine Kraftfahrt- straßenoerbindung vom Haag bis nach Berlin be« stehen werde, werde dies ein großer Beitrag zur Zusammenarbeit der Völker sein.
Reichskonferenz für gärungslose Früchteverwertung.
Für die 10. Reichs konferenz für gä- r u ng s I o f e Früchteverwertung wurde als Tagungsort Frankfurt a. M. gewählt. Mehr als 1500 Vertreter, darunter 60 Gäste aus neun anderen Staaten, hatten sich eingefunden. Eine Werbeschau gab über die Herstellung der über 1000 Sorten „flüssiges Obst" Aufschluß. In Vorträgen wurden die Bedeutung de4 Obstes in der deutschen Ernährungswirtschaft, die Beziehungen zwischen Weinbau und Süßmostherstellung, neue Süßmostarbeiten des Frauenwerks und die Aufgabe, dis flüssiges Obst in der Gesundheitsführung hat, behandelt Professor Dr. Ebert schilderte die Stellung des Obstes in der Ernährungswirtschaft. Dank großzügiger Neuanpflanzungen dürften wir etwa ab 1944 auf 2%-- bis 3mal größere Obsternten als bisher rechnen. Zur Senkung derOb st preise namentlich für Kinderreiche und Kleinoerdiener fei die Verkleinerung des aufgeblähten Verteilerapparates nötig, lieber Weinbau und Traubensüßmost sprach der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Weinbauwirtschaft, SA.-Brigadeführer Diehl.
SA.-Führer auf einer Dienstfahrt verunglückt.
Auf einer Dienstfahrt verunglückte auf der Autohahn Magdeburg—Berlin zwischen Burg und Brandenburg ein Mannschaftslastkraftwagen, auf dem fich das z. V. - Führerkorps der Standarte I „Hans Eberhard Maikowsky" befand. Das Unglück geschah dadurch, daß der Wagen während eines Unwetters auf einen parkenden Lastzug auffuhr. Zwei SA.-Führer, Sturmhauptführer Specht und Obertruppführer Zander, kamen ums Leben. Die Sturmhauptführer Zolper und Pahnke erlitten schwere Verletzungen. Dem Oberturmführer Dräger wurde der linke Unterarm abgequetscht. Einige weitere Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon.
Auf der Urlaubsfahrt tödlich verunglückt.
Bei Mingelsheirn unweit von Heidelberg raste ein von zwei jungen Leuten besetztes Motorrad infolge übermäßiger Geschwindigkeit aus der Kurve über die Straßenböschung. Der Fahrer Hans Lack- ner aus Mingelsheirn war sofort t ot, fein Mit« ahrer starb kurze Zeit nach dem Unfall. Die beiden jungen Leute befanden sich auf einer Urlaubsfahrt.
Motorradfahrer tot aufgefunden.
Am Ortseingang von Heuchelheim bei Frankenthal wurde der verheiratete 43 Jahre alte Eugen


