Mann und Arzt, ein Tag neuer Verpflichtung und guter Verheißung, alles zu tun im Dienste der Kranken und damit zugleich in der Arbeit für das Wohl unseres deutschen Volkes. B.
Aus der Stadt Gießen.
Das Wunder.
Ein Wunder ist kein alltägliches Ding. Es ist etwas, das plötzlich in Erscheinung tritt und dann eine bezaubernde Wirkung auslöst. In den Märchenbüchern gibt es viele solcher Wunder, ja, eigentlich folgt dort ein Wunder auf das andere. Nur im alltäglichen Leben find die Wunder erheblich rarer, und mancher bemerkt sie gar nicht einmal. Ab-r daß eine Schwalbe mitten in der Stadt in einem Schlafzimmer nistet — dieses Wunder läßt sich schließlich doch nicht übersehen.
Auf dem Lande tritt die Sache häufiger auf, und dort ist sie eigentlich schon kein Wunder mehr. Jedenfalls siedeln sich die Schwalben oft genug in Ställen und Wohnräumen an. Sie lieben eben die Nähe der Menschen,' und der Mensch sollte sie schon um dessentwillen ebenfalls lieben. Auch dann, wenn sie ihre Nistgelegenheit ausgerechnet im Schlafzimmer suchdn.
Inge hatte es zuerst gesehen. Sie machte sich kurz vor / dem Schlafengehen daran, die Betten herzurichten. Nach einer Weile kam sie aufgeregt ins Wohnzimmer zurück. j,Es ist etwas im Schlafzimmer", fagte sie klopfenden Herzens. Der Vater blickte nur spöttisch von seiner Zeitung auf, während die Mutter zweifelnd den Kopf fchüttelte. Aber dann gingen doch alle drei zusammen hinaus. Und tatsächlich, es war etwas im Schlafzimmer. Auf dem oberen kleinen Kranz der Lampe saß in der schmalen Höhlung eine Schwalbe. Das Tierchen blinzelte zu den drei Menschen herab, ohne jedoch Anstalten zu machen, das selbstgewählte Asyl zu verlassen.,
„Pst!" bedeutete der Vater, als Inge erzählen wollte. Gleichzeitig gab er das Zeichen zum Rückzug. Im Wohnzimmer öffneten sich dann die Schleusen der Unterhaltung ungehemmt. Die Mutter hatte einige Bedenken hinsichtlich der Reinlichkeit, aber sie wurde sieghaft überstimmt. Selbstverständlich müsse die Schwalbe bleiben, erklärten Vater und Tochter in seltener Übereinstimmung. Und so geschah es auch. Daß das Oberlicht des Fensters ständig geöffnet bleibe, dafür wollte die Mutter schon sorgen.
Seitdem ist das Wunder im Schlafzimmer eine Quelle ständiger Freude, an der außer der Familie alle Hausgenossen teilhaben. Wo eine Schwalbe nistet, soll -ja bekanntlich das Glück seine Stätte haben. Um dieses Glück nicht zu verjagen, ist die gegenseitige Rücksichtnahme geradezu vorbildlich geworden, was ja allein schon ein Glück ist. Und daß die Schwalbe im Schlafzimmer einer Stadtwohnung iyre Nistgelegenheit sindet und solcher- maßen ihr rührendes Vertrauen zu den Menschen bezeugt, ist eine jener besonders erfreulichen Erscheinungen, mit denen uns die Natur in dieser schönen Jahreszeit immer wieder aufs neue beglückt.
Sch.
Bornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr, „Versprich mir nichts". — Gloria-Palaft (Seltersweg): „Anna Fa- vetti". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Umwege des schönen Karl". — Wettbewerb HJ.-Heim, Gießen: 16 bis 18 Uhr, Ausstellung der Entwürfe in der Volkshalle (Empore). — Maienblasen ab 19 Uhr vom Turm der Johanneskirche.
Tageskalender für Sonntag.
SA.-Sportfest. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Anna Faoetti". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Umwege des schönen Karl". — Wettbewerb HJ.-Heim, Gießen: 16 bis 18 Uhr, Ausstellung der Entwürfe in der Volkshalle (Empore). — Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen: Wanderung durch das Naturschutzgebiet Hangelstein, Abfahrt 7.30 Uhr, Marktplatz Gießen. — Gemeinnütziger Eisenbahner ° Heimstätten - Verein, Gießen: 8.1,5 Uhr, „Hotel Hopfeld , General-Versammlung. — Oberhessische Viehversicherungsanstalt: 15 Uhr, „Gasthaus Faulstich", Mitgliederversammlung. — Sportplatz 1900: 15 Uhr, Aufstiegspiel 1900 — Dunlop Hanau, vorher 1900II — Geilshausen.
Zum letztenmal „versprich mir nichts".
Heute abend findet im Stadttheater die letzte Wiederholung der Komödie „Versprich mir nichts" von Charlotte Rißrnann statt. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim, Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig für die KdF.-Miete, Gruppe II (17. Vorstellung), statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr.
Spielplan des Stadlthealers Gießen vom 22. bis 29. 21laL
Sonntag, 22. Mai, muß infolge plötzlicher Erkrankung von Herrn Geißler die Vorstellung „Park- straße 13" ausfallen. Das Theater bleibt geschlossen!
Montag, 23. Mai, Anfang 20, Ende 22.15 Uhr, Theaterring der Hitler-Jugend (9. und letzte Vorstellung): „Versprich mir nichts", Komödie von Charlotte Rihmann. Spielleitung Hermann Schultze- Griesheim. Kein freier Kartenverkauf.
Dienstag, 24. Mai, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr: „Der Mustergatte", Schwank von Hopwood. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Dienstag- Miete, 32. Vorstellung.
Mittwoch, 25. Mai, Anfang 20, Ende 22 Uhr, einmaliges Gastspiel die acht Entfesselten in ihrer neuen heiteren Szenenfolge „Gute Besserung!"
Freitag, 27. Mai, Anfang 20, Ende 22 Uhr, Ab- schieds-Vorstellung für Else Monnard. Zbm letztenmal „Ein Glas Wasser", Lustspiel nach Scribe von Stockhausen. Spielleitung Hans Geißler. Außer Miete!
Samskaa, 28. Mai, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr, Abschieds-Vorstellung für Karl-Ludwig Lindt. Zum letztenmal „Der Mustergatte", Schwank von Hopwood. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. KdF.-Miete, Gruppe I (17. Vorstellung). Freier Kartenverkauf.
Schluß der Winterspielzeit 1937/38.
NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Nord.
Belr.: General-Mitgliederappell.
Am Montag, 23. Mai, findet um 20.30 Uhr, im Caf6 Leib, Walltorstr. 38, ein General-Mitgliederappell sämtlicher Pg., Pgn. und Parteianwärter statt. Es spricht der Gauredner Pg. B u l l m a n n. Anschließend erfolgt die Ausgabe von Parteianwärterkarten, Mitgliedskarten und Mitglieds- buchern.
Erkplaketie zum Gängerfest in Gießen.
r ALS FAHNEN' /schmuck gestif-X f TET VOM DEUTSCHEM1, , SÄNGER-BUND I ÖAU2H HESSEN ! kDARMSTADTi l ZUM 3.GAUSÄNGER i
. FEST IN GIESSEN f k ß 10JUL11930 /
Zum 3. Hessischen Gcm-Sängerfest 1938 in Gießen hat der Hessische Sänger-Gau eine Erk - PIa - kette geschaffen, die allen mit den Fahnen erscheinenden Gesangvereinen ausgehändigt werden soll. Unsere Bilder zeigen die beiden Seiten der Plakette.
Ludwig Erk, geboren am 6. Januar 1807 in Wetzlar, gestorben in Berlin am 26. November 1883, war zuerst Lehrer, dann Musiklehrer am Lehrerseminar in Störs, seit 1835 am Seminar für Stadtschullehrer in Berlin. Er gründete dort 1845 den Erkschen Männergesangverein und 1852 den Ertschen Gesangverein für gemischten Chor. Hauptverdienst: die Sammlung und Pflege des deutschen
Volkslieder Er veröffentlichte: „Die deutschen Volkslieder mit ihren Singweisen" (1838 bis 1845), „Alte und neue Volkslieder für Männerstimmen" (1845 bis 1846), „Deutscher Liederhort" (1856, neu bearbeitet von F. M. Böhme),> „Deutscher Liederschatz" (drei Bände, 1859 bis 1872), „Volksklänge für Männerchor" (1851 bis 1860), „Vierstimmige Choralgesänge" (1845), „I. S. Bachs mchrftimmige Choralgesänge" (1850 bis 1865), ferner verschiedene Schulliederbücher. Ein chronologisches Verzeichnis seiner Werke gab er anonym heraus.
Der Entwurf der Plakette stammt von dem Bildhauer Ludwig G ü n g e r i ch, Gießen.
Vorbereitungen zum 'H6er-Regimentsappell 1938.
Massenbeteiligung macht Zeltaufbau
Die Vorbereitungsarbeiten für das bevorstehende große Soldatentreffen in Gießen gehen flott vorwärts. Da bei den Massenanmeldungen, die bereits heute, vier Wochen vor den Festtagen, schon beim Regiment 116 vorliegen, und die sich täglich steigern, am Kameradschaftsabend am 18. Juni und am Sonntag, 19. Juni, die Dolkshalle die Teilnehmer nicht alle wird aufnehmen können, soll in den nächsten Tagen im Anschluß an die Dolkshalle und längs der „Liebigshöhe' ein großes Zelt mit einem Fassungsvermögen für 2000 Personen zur Aufstellung kommen.
Eine Festschrift erscheint.
Zum 125jährigen Gründungstag des Regiments und dem damit verbundenen Regimentsappell für das Regiment und seine Kriegsaufstellungen wird eine inhalttich wertvolle Festschrift mit zahlreichen Beiträgen und Bildern, u. a. von dem Kommandierenden General des IX. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis IX General der Artillerie Doll- mann, dem Divisionskommandeur und Standort- ältesten von Gießen, Generalleutnant O ß w a l d, von Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, von Kreisleiter Backhaus, Oberbürgermeister der Stadt Gießen Ritter pnd dem Generalmajor z. D. Mohr, Gießen, die außerdem auch alle an den Festtagen des Regiments teilnehmen werden, erscheinen.
Der Kommandeur des Infanterie-Regiments 116, Oberst Herrlein, entbietet den zum Regimentsappell gekommenen ehemaligen Angehörigen des Regiments und seiner Kriegsaufstellungen ein herzliches Willkommen und kameradschaftliche Grüße.
Zahlreiche bisher unveröffentlichte Berichte über Kampfhandlungen des Regiments und feiner Kriegsaufftellungen werden darin erscheinen. Weiter finden mir in dem 96 Seiten starken Heft die ausführlichen Veranstaltungsfolgen jedes Tages, einen -Plan, mit dem in den Gießener Gaststätten eingerichteten Standquartieren, Fahrpläne mit den in Gießen ankommenden und abgehenden Zügen und vieles andere.
für 2000 Teilnehmer notwendig.
Oie Plakette.
Immer wieder taucht die Frage auf: Wo erwerbe ich eine Plakette, die für einen Sitzplatz zu sämtlichen Veranstaltungen einschließlich Wehrsport- fest, militärischen Vorführungen und Aufführung von „Wallensteins Lager" Gültigkeit hat? Um den starken Nachfragen zu genügen, wurden bei Firma A l b o l d , Gießen, Seltersweg 39, und Firma C. Röder, Offenbacher Lederwaren, Gießen, Mäus- burg 14, Dorverkaufsstellen durch das Regiment eingerichtet.
Das Abzeichen.
Bereits heute taugen im Straßenbild Trager mit den ersten schmucken Regimentsappellzeichen auf. Die Träger zeigen ihre enge Verbundenheit mit der Wehrmacht und besonders mit dem ältesten Gießener Truppenteil, dem Infanterie-Regiment 116.
Verbilligte Fahrkarten.
Die Reichsbahn gibt am Samstag, 18. Juni, im Umkreis von 150 Kilometer und von einigen größeren Orten im Umkreis bis 250 Kilometer billige Sonntagsrückfahrkarten aus. Die städtische Straßenbahn Gießen gewährt allen Regimentsappellteilnehmern gegen Lösung einer Marke für 50 Pf. Sonderpreise. Diese Marken haben Gültigkeit während der drei Tage vom 18. bis 20. Juni zu beliebig viel Fahrten auf allen Strecken für alle Entfernungen. Auch im Hotel-Gemerbe wirst der Regimentsappell bereits feine Schatten voraus. Zahlreich find die Vorbestellungen auf Zimmer für diese Festtage.
Herzlicher Gruft her Garnisonstaht.
Die Stadt Gießen wird zum Empfang der alten Soldaten ihr schönstes Kleid anlegen. Herzliche Will- kommen-Grüße wird die Bevölkerung ihren alten Soldaten an diesem Ehrentage des Regiments 116 entgegenbringen, und der Marschtritt der langen Kolonnen alter Soldaten soll Zeugnis geben von dem alle Zeit bereiten und an allen Fronten des Krieges bewährten Einsatzwillen aller für Großdeutschland, für unseren Führer Adolf Hitler.
Stellv. Gauleiter Linder in Gießen.
Am gestrigen Freitag besuchte der stellv. Gauleiter Linder unsere Stadt, wo er mit Oberbürgermeister Ritter eine Besprechung über eine Reihe von Fragen hatte. Dabei ließ sich der stellv. Gauleiter auch über den Stand des Theaterwesens in unserer Stadt unterrichten. Für diese Aufklärung zeigte er sich als Leiter des Gemeindekulturoerbandes Rhein- Main ganz besonders interessiert.
Im Anschluß an die Besprechungen wohnten stell- oertretenber Gauleiter Linder und Gattin in Begleitung des Oberbürgermeisters Ritter der aeftrigen Ausführung im Stadttheater bei. Im Verlaufe des Abends äußerte sich der stellv. Gauleiter sehr anerkennend und befriedigt über die wahrge- nommenen hervorragenden Leistungen unserer Bühne. Er gab dabei auch seiner besonderen Genugtuung darüber Ausdruck, daß unser Gießener Stadttheater im Verlaufe der letzten Jahre einen außerordentlich starken künstlerischen Aufftieg erfahren hat und heute in seiner künstlerischen Gel- tuny im weiten Umkreis aller Bühnen des Rhein- Mam-Gebietes mit an der ersten Stelle steht.
Morgen keine Sportwettkämpfe her 63.!
von der Führung des Bannes 116 wird uns mitgeteilt, daß die Reichsiportwektkämpfe des Bannes 116 wegen des schlechten Detters am morgigen Sonntag ausfallen und dafür auf den folgenden Sonntag, 29.2Hai, verlegt werden.
Waldwege und Schneisen sind keine Fahrbahnen!
Der Oberbürgermeister macht heute darauf auf« merksam, daß das Befahren der Wege und Schnei- sen der städtischen Waldungen mit Autos, Fahrrädern usw. verboten ist. Wer dieser Vorschrift zuwidechandelt, hat Bestrafung zu gewärtigen.
Gießener Dochenmarktpreife.
* G i e ß e n, 21. Mai.' Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A •12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Wirsing, % kg 18 bis 20, gelbe Rüben, neue, das Bündel 20 bis 25, Karotten, % kg 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 8 bis 12, Römischkohl 10 bis 12, Spargel, 1. Sorte 55, 2. Sorte 50, 3. Sorte 45, 4. Sorte 25 bis 30, Erbsen 18 bis 20, Tomaten 40 bis 65, Zwiebeln 18 bis 20, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark neue, % kg 18 bis 20 Pf., Aepfel 20 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 1 bis 1 05 Mark, Tauben, das Stück 60 bis 65 Pf., Blumenkohl 60 bis 70, Salat 6 bis 18, Salatgurken 50 bis 70 Oberkohlrabi 20 bis 22, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 15, neue, das Bündel 20 bis 25, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf., Rhabarber Vb kg 18 bis 20 Pf. 9
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** Vergebung von Straßenunter- Haltungsmaterial. Das Hessische Straßen- bauamt Gießen schreibt heute die Vergebung der Lieferungen von Straßenunterhaltungsmaterial aus. Interessenten mögen die Bekanntmachung beachten'
** Wochenmarkt - Verlegung. Der Wochenmarkt am Donnerstag nächster Woche (Himmelfahrtstag) findet bereits am Mittwoch statt. . ** Die Herb st-Schaumesse in Gießen sindet vom 1. bis einschließlich 9. Oktober auf Os- waldsgarten statt.
*♦ Maienblasen. Am heutigen Samstag, ab 19 Uhr, findet das Maienblasen vom Turm 6er Johanneskirche mit folgenden Darbietungen statt: 1. Choral „Nun danket alle Gott", Johann Krüger (1647); 2 „Gott grüße dich" von Mücke- 3. Volksweise „Don des Rheines Strand".
AS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude-.
Theatervorstellung.
Samstag, den 21. 2Uai 1938, 20 Uhr:
KdF.-Miete Gruppe II - „V e r j p r i ch- m i r nichts" Komödie von Charlotte Rißmann.
Karten im freien Verkauf zum Preise von —.90 und 1,— RM. sind in der Kartenverkaussstelle Gießen, Seltexsweg 60, erhältlich. 3410D
** Seinen schweren Verletzungen erlogen. Am Donnerstagfrüh wurde, wie wir am Donnerstag bereits berichteten, am Friedhof in Wiefeck ein 43 Jahre alter Mann aus Gießen mit einer Schußverletzung in der Herzgegend auf- gefunden. Der Mann wurde sofort nach Gießen in die Chirurgische Klinik eingeliefert, wo er am gestrigen Freitagnachmittag leider an der schweren Verletzung gestorben ist.
Kleine Strafkammer Gießen.
Vor der Kleinen Strafkammer fand am gestrigen Freitag die Berufungsverhandlung gegen den F. Sp. aus Wißmar statt. Der bereits 14mal vorbestrafte Angeklagte war am 18. März von dem Amtsgericht Nidda wegen Rückfallbetrugs und Uebertretung von Bestimmungen der Gewerbepolizei zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten und 100 Reichsmark Geldstrafe verurteilt worden. Der Bestrafung lag folgender Sachverhalt zugrunde:
Der Angeklagte hatte im Januar o. I. einige Zeit in einer Gastwirtschaft in Nidda gewohnt. Anfangs zahlte er feine Gasthausschulden regelmäßig. Nachdem ihm jedoch der Wirt wegen einer Bierreise gekündigt hatte und er ausziehen mußte, blieb er die Zeche für die letzten Tage seines Aufenthaltes schuldig und veranlaßte außerdem noch die gutmütige Wirtin, ihm ein kleines Darlehn zu geben. Obwohl der Angeklagte von Anfang an die Absicht hatte, wegen der Kündigung weder die Restschuld zu zahlen, noch das das Darlehn zurückzugeben, spiegelte er doch der Wirtin vor, daß sie in zwei bis drei Tagen das Geld zurückerhalten sollte. Trotz wiederholter Mahnung erfolgte dies aber nicht, und erst nachdem F. Sp. in Untersuchungshaft gekommen war, veranlaßte er, daß ein Dritter für ihn die Schuld bezahlte.
Außerdem hatte der Angeklagte bei feiner beruflichen Tätigkeit fortgesetzt gegen Bestimmungen der Gewerbeordnung verstoßen. Obgleich er keinerlei Berechtigung zur Ausübung des Heilgewerbes hatte, verstand er es, die Leute glauben zu machen, er sei ein Heilkundiger. Wenn er auch nicht direkt für seine Behandlung eine Bezahlung forderte, so erhielt er diese doch indirekt dadurch, daß er den Leuten Heilmittel angab, für die er als Vertreter tätig war und Provision bezog. So kam er auch im Januar b. I. in Maar zu einer Frau und nahm, ohne von dieser dazu aufgefordert worden zu sein, eine Augendiagnose vor. Er stellte bei ihr dann auch verschiedene Leiden fest und erreichte es, daß die Frau bei ihm eine Anzahl von ihm empfohlene Präparate bestellte und auch eine Anzahlung von 6,— RM. machte. Den Vertrieb der Arzneimittel nahm der Angeklagte zudem noch vor, ohne im Besitz eines Wandergewerbescheines zu sein.
Die Kleine Strafkammer wies die Berufung des F. Sp. zurück und sprach in der Begründung des Urteils aus, daß nur wegen des geringen Schadens dem Angeklagten bei der Strafzumessung wegen Rückfallbetrugs noch einmal mildernde Umstände zu- gebilligt wurden und er hierdurch vor Zuchthausstrafe verschont blieb.
Hundfunkprogramm
Sonnlag, 22. Mal.
6 Uhr: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.10: Kleine Morgenmusik. 8.30: Römisch-katholische Morgenfeier. 9.10: Rufe über Grenzen „Bruder im Felde". 9.30: Chorgesang. 10: Wer auf dieser Welt gewinnen will, muß wagen. 10.30: Ewiges Deutschland. Hum 125. Geburtstage von Richard Wagner. 11.15: Aus dem Karmeliterkloster zu Frankfurt a.M.: Heinrich-Schütz-Morgenfeier. 12: Mittagskonzert. 14: Hoch auf dem gelben Wagen. Kasperle zieht- nach Wien. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Heimat am Hochrhy. 16: Sport und Unterhaltung. Berichte vorn Internationalen Avusrennen 1938 für Motorräder, vom Davis-Pokal-Spiel Deutschland—Norwegen. 3. Tag und von der Vorschlußrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft. 18: Männer unter sich. 18.20: O, du herrliche Eifel! 19: Nachrichten. 19.10: Schweizerische und Siebenbürgische Volksweisen. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Aus Bad- Nauheim: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 3: Nachtkonzert.
Monlag, 23. Mai.
5 Uhr: Frühmufik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Morgenlied, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30:. Frühkon- zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Kur- konzert. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.50: Die Konsultation. 10: Schulfunk 11.40: Volk und Wirtschaft. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen noch Tisch... 15: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Laussprecher. 19: Nachrichten. 19.10: Wenn die Mandoline spielt... Italien in Musik und Landschaft. 20: Unterhaltungskonzert. 21: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist bu? 22.45: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 3: Nachtmusik.
Dienstag, 24. Mai.
5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. 11.40: Volk und Wirtschaft. 12: In den Domen der Arbeit. Werke deutscher Meister. 13: Nachrichten. 13.15: Platzkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Kleines Konzert am Mittag. 14.30: Von Freiburg: Wahrung der Baukultur. Es spricht Oberbaurat Schlippe. 14.40: Heitere Lieder und Tänze aus früheren Jahrhunderten. 15: Bilderbuch der Woche. 15.10: Julius Weismann spielt eigene Kompositionen. 15 30: Freiburger jungen und Mädel singen und spielen. 16: Ünterhal- tungskonzert. 17: Platzkonzert. 18: Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.10: Freiburg im Wandel der Zelten. 20: Der Waffenschmied von Worms. Komische Oper in drei Akten von Albert Lortzing. 22.40: Sportleben in Freiburg. 22.50: Unterhalt tungs- und Tanzmusik. 24 bis 3: Nachtmusik.


